Ganz große Kunst: Einfach, aber dennoch spannend zu schreiben

Gleich mehrere Wörter machen neugierig auf das Buch von Birgit Hedemann: Geheim und Steinzeit. Das klingt spannend. Was hat es mit „Almas geheimen Garten“ auf sich? Und noch mehr Signalwirkung dürfte der Titel „Mit der Hammelmöhre in die Steinzeit“ haben. Hm, was ist eine Hammelmöhre? Erst einmal egal, das Thema Steinzeit ist entscheidend. Da dürfte sogar mein Sohn, der noch nicht ganz die Zielgruppe dieses Buches ist, Lust auf das Buch bekommen und mit ihm zusammen sicherlich jede Menge Grundschüler, die dieses Buch schon selber gut lesen können, denn es gehört zur Reihe „Lesewelt-Entdecker“, deren Bücher auch für Kinder, die noch dabei sind Leseerfahrung zu sammeln (geübte Erstleser), leicht zu lesen sind.

Schnell finden Kinder in die Geschichte hinein. Nachdem man die Hauptfiguren Mette und ihren Cousin Theo kurz kennen gelernt hat, landen die beiden bereits in dem geheimen Garten von Alma und hier wird dann auch schnell das Rätsel gelöst, was eine Hammelmöhre eigentlich ist. Es handelt sich um eine Pastinake, einer alten Gemüsepflanze. Alma züchtet in ihrem Garten nämlich die Ur-Pflanzen aller Gemüsesorten, doch die Kinder sehen nur einen verwüsteten Garten vor sich. Ein Einbrecher hat alles verwüstet und Alma hat keine Samen mehr um die Pflanzen erneut auszusäen. Mette möchte ihr gerne helfen und wagt sich in ein großes Abenteuer hinein. Mit Hilfe des Tulpenbaumes reist sie in die Vergangenheit, in die Steinzeit, um dort die Samen der Hammelmöhre zu suchen. Das Ganze ist nicht ganz ungefährlich, denn Mette kennt sich nicht sonderlich gut in der Steinzeit aus, in der zudem eine Begegnung mit wilden Tieren jederzeit Wirklichkeit werden kann. Zum Glück lernt sie aber ein Steinzeitmädchen kennen und am Ende gelingt es Mette nicht nur sich halbwegs in der Steinzeit zurecht zu finden, sondern auch den Samen der Pastinake mit in die Gegenwart zu nehmen.

Das Buch lässt sich wirklich gut lesen, wobei die Seiten durch erfrischende Illustrationen aufgelockert werden. Die Sätze sind auch für Erstleser überschaubar, wirken dabei aber dennoch nicht starr oder langweilig. Der Autorin ist es hier richtig gut gelungen, eine Geschichte sowohl spannend zu erzählen als auch den Inhalt in einfachen Sätzen unterzubringen. Das ist gar nicht so einfach wie es hier erscheint. Wirklich klasse! Toll ist auch, dass sich das Buch nicht ausdrücklich an ein bestimmtes Geschlecht wendet, was leider gerade bei Erstlesebüchern häufig der Fall ist. Das Thema Steinzeit ist zwar vielleicht eher ein Jungenthema, dies wird aber einerseits durch den Garten und das Anpflanzen des Gemüses teilweise aufgehoben und andererseits ist hier das Mädchen die mutige Hauptfigur. Gut angelegt ist die Kombination von Mädchen und Junge der Hauptfiguren, denn dieses Buch scheint der Anfang einer Reihe zu sein. Es endet jedenfalls offen und viele Fragen werden am Ende des Buches aufgeworfen, die nach Antworten verlangen. Wer dieses Buch gelesen hat, möchte mehr wissen und mehr lesen und vielleicht übernimmt dann ja der Junge eine aktivere Rolle.

Mich hat dieses Buch jedenfalls überzeugt. Hat man einmal mit diesem Buch begonnen, so möchte man auch weiter und weiter lesen und am liebsten das Buch gar nicht zur Seite legen. Locker und leicht führt einen die Autorin durch Mettes Abenteuer und lässt einen dabei ein paar Dinge aus der Steinzeit erfahren: Kleidung, Essenszubereitung und ähnliches. Es sind genau die Sachen, die Kinder vielleicht schon mal gehört haben, so dass sie sich freuen, wenn sie hier so erwähnt werden, wie sie sie kennen. Dabei wird an der einen oder anderen Stelle das Wissen sicherlich noch ein wenig vertieft und weitergeführt. Die Geschichte ist nicht nur reine Fantasie, sondern basiert auf vielen historischen Fakten. So ist es zum Beispiel auch kein Zufall, dass Mette mit einem Tulpenbaum, einem sehr alten Gewächs, in die Vergangenheit reist. Ja, nicht nur die Steinzeit ist hier Thema, sondern auch die Pflanzen und der Gemüseanbau, über den Kinder hier ebenfalls so einiges erfahren können. Doch auch wenn Kinder durch dieses Buch viele Informationen bekommen, bleibt dennoch stets die Geschichte im Vordergrund. Die Wissensvermittlung geschieht völlig unbemerkt beim Lesen. Auch dies hat die Autorin sehr gut gemacht. Überhaupt kann man sagen, dass Birgit Hedemann bei diesem Buch alles richtig gemacht hat: Sie hat ein spannendes Buch für Mädchen und Jungen geschrieben, welches sich leicht lesen lässt, und welches ganz nebenbei erstes Wissen vermittelt, das neugierig auf mehr macht. Einfach klasse gemacht!

Buch_gerade

Almas geheimer Garten: Mit der Hammelmöhre in die Steinzeit von Birgit Hedemann, illustriert von Maria Ernicke, Südpol Verlag, ISBN: 978-3-943086-15-7, 8,99€

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Ein Kommentar zu “Ganz große Kunst: Einfach, aber dennoch spannend zu schreiben

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