Rezension: Die Nachtschwärmer

Wohin seid ihr in der letzten Nacht gereist? Seid ihr in die Welt eurer Träume eingetaucht? Dann haben die Nachtschwärmer euch wohl zwei Fahrkarten (für die Hin- und die Rückreise) in die Hand gedrückt.

Die Nachtschwärmer erledigen Nacht für Nacht eine sehr wichtige Aufgabe. Sie verteilen Fahrkarten an die Menschen, mit denen diese in das Land ihrer Träume und zurück reisen können. Doch dann treten die Schatten auf, die verhindern, dass die Nachtschwärmer ihre Fahrkarten verteilen können. Ohne die Fahrscheine gelangen die Menschen jedoch nicht in das Reich der Träume. Es scheint als wäre alles verloren, doch letztendlich haben die Nachtschwärmer mit ihren Fahrkarten alles in der Hand…

Das Buch „Die Nachtschwärmer“ ist gerade frisch bei der Edition Pastorplatz erschienen und wurde hier bereits mit großer Begeisterung gelesen. Bücherwürmchen wollte es sich direkt zwei Mal nach einander anhören, was ziemlich selten vorkommt. Irgendwie war er von dem Buch direkt fasziniert. Ich glaube, dass es für ihn insbesondere durch die Schatten spannend war.

Meisterhaft: Ein Buch für Kinder und Erwachsene

Eigentlich ist dieses Buch ein Meisterwerk: Es ist poetisch und zauberhaft, beinahe magisch. Es ist eine ruhige Erzählung, die dennoch Spannung in sich trägt. Es ist ein Buch, welches Erwachsene, die schöne und besondere Bilderbücher lieben, direkt anspricht, ein wunderschöner Schatz im Bücherregal, aber das besondere an diesem Buch ist, dass es dennoch nicht nur ein Bilderbuch für Erwachsene ist. Und das ist wirklich etwas Besonderes. Ich habe es bisher äußerst selten erlebt, dass Bücher, die wir Erwachsenen als wunderschön und poetisch empfinden, bei den Kindern gut ankommen. Meist werden sie nach dem ersten Anschauen bei Seite gelegt und wir Eltern nehmen dies schulterzuckend zur Kenntnis: „Dann ist dies eben ein Bilderbuch für uns.“ Das ist bei diesem Buch anders und ich bin richtig erstaunt darüber, wie gut ein solches Buch bei meinem Sohn ankommt. Ja, es ist ein leises und poetisches Buch, aber dennoch beinhaltet es eine Geschichte, die Kinder anspricht, die man auch auf nicht poetische Art und Weise aufnehmen kann. Magisch bleibt sie zwar auch in den Augen der Kinder, aber das ist in Ordnung. In dem Buch geht es um Fantasie und Träume, aber für Kinder geht es hier auch um Abenteuer, Reisen und fantastische Gestalten.

Magisch und zauberhaft

Die Bilder in dem Buch sind sehr dunkel gehalten, aber sie wirken dennoch nicht düster oder in einem Bilderbuch deplatziert. Es sind märchenhafte Bilder, die einem schon beim Lesen ins Land der Träume und der Magie bringen. Es gibt viel auf ihnen zu entdecken. Diese Zeit sollte man sich nehmen, um richtig in das Buch einzutauchen und dabei ruhig zu werden.

Das Schriftbild ist hier ein anderes als bei den anderen Büchern des Verlags. Es ist nicht so nüchtern und passt sich dem märchenhaften der Bilder und der Geschichte an. Zunächst befürchtete ich, dass es vielleicht ein wenig anstrengend zu lesen sei, aber das ist nicht der Fall.

Das Buch wirkt nach

Am Ende des Buches sind zwei Fahrkarten abgedruckt. Bücherwürmchen wollte wissen, ob man die ausschneiden dürfte. Dann hätte man direkt zwei Fahrkarten.

Später meinte er dann aber, dass das alles ja nur eine Geschichte wäre, wobei es ihn doch irgendwie beschäftigte: Er sei nachts schon öfter mal aufgewacht und habe noch nie eine Fahrkarte gesehen, auch nicht in unseren Händen, wenn er mal bei uns nachts war. Vielleicht hat ja der Schatten mal wieder zugeschlagen. Auf meinen Einwand, dass man ja vielleicht schon zurück gereist sei, erwiderte er, dass das nicht sein könne, denn man würde ja die ganze Nacht reisen.

Ich finde es wirklich spannend, wenn er sich über eine Geschichte solche Gedanken macht. Er hatte dann zum Träumen auch direkt noch seine eigene Theorie parat: Eigentlich muss man auf eine bestimmte Stelle am Bett drücken, dann fällt man durch ein Loch ins Land der Träume. Wie man zurück kommt? Ganz einfach: Im Süden links ist mitten auf einer Kuhwiese ein großer roter Knopf, der einen zurück bringt.

Und übrigens, auch wenn ihr an den Nachtschwärmern zweifeln solltet, Bücherwürmchen meinte, dass ihm ein Wissenschaftler erzählt habe, dass beide Geschichten (die aus dem Buch und sein) stimmen könnten. Also, dann wollen wir ihm doch einfach mal glauben und in der nächsten Nacht wieder ins Reich der Träume reisen – entweder mit Fahrkarte über den Zaubersee oder per Knopfdruck durch ein Loch.

Die Nachtschwärmer von Petra Steckelmann und Andreas Gaertner, Edition Pastorplatz, ISBN: 978-3-943833-23-2, 14€

 

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4 Kommentare zu “Rezension: Die Nachtschwärmer

  1. Pingback: Petra Steckelmann, Andreas Gaertner: Die Nachtschwärmer – Kinderohren

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