Zählen mit Paddington

Mögt ihr Paddington Bär auch so gerne? Das erste Bilderbuch, welches ich von ihm las, war mir zunächst etwas zu unspektakulär, aber mittlerweile finde ich Paddington einfach klasse und knuddelig. Und ich finde es auch schön, dass es Pappbilderbücher für die Kleinen von ihm gibt.

Wir haben „Paddington der Strandkönig“ – ein Pappbilderbuch von Paddington mit dem Kinder Zählen lernen sollen. Sehr gut gefällt mir, dass man nicht einfach nur auf den Bildern die Möwen, die von Seite zu Seite mehr werden, zählen soll, sondern dass es auch eine Geschichte gibt.

Paddington erlebt einen Strandtag

Paddington geht an den Strand, um dort einen schönen Tag zu verbringen. Er baut eine Sandburg, er lässt seinen Drachen steigen, er beobachtet das Meer und möchte natürlich auch etwas in seinem Liegestuhl essen. Doch es kommen immer mehr Möwen an den Strand, die genau beobachten, was Paddington macht. Und dann passiert das, was passieren muss, wenn Möwen und Essen gleichzeitig am Strand sind. Die Möwen schnappen sich Paddingtons Brötchen. Das Tolle ist, dass hier noch nicht Schluss ist und es noch eine kleine Pointe gibt. Paddington hat nämlich unter dem Hut noch ein Marmeladenbrot für Notfälle.

Die Geschichte ist gut nachvollziehbar und mit wenigen Worten erzählt. Die Bilder sind ansprechend und machen Lust auf Strand und Meer.

Möwe Nummer 1, Möwe Nummer 2…

Das Einzige, was ich zu bemängeln habe, ist das Thema Zählen in dem Buch. Ja, man kann die Möwen zählen, aber das drängt sich nicht automatisch auf, denn hier werden die Zahlen nicht als Menge, sondern als Ordnungszahlen dargestellt. Es wird nicht gesagt, dass jetzt schon vier oder fünf Möwen am Strand sind, sondern Möwe Nummer fünf kreischt etwas. Das finde ich nicht so ganz glücklich. Gut finde ich dahingegen, dass das Lernthema nicht im Vordergrund steht.

Insgesamt ist das Buch „Paddington der Strandkönig“ ein schönes Buch für kleine Kinder. Es ist ein Buch, welches man sich gerne anschaut und an dem die Kinder viel Spaß haben. Zunächst schimpfen sie über die frechen Möwen, die Paddington etwas mopsen, aber dann freuen sie sich darüber, dass Paddington letztendlich die Möwen ausgetrickst hat.

Paddington der Strandkönig – Zählen lernen mit Paddington von Michael Bond, illustriert von R.W. Alley, übersetzt von Tatjana Kröll, Knesebeck Verlag, ISBN: 978-3-86873-997-8, 8,95€

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Großer Zählspaß mit Charlie und Pia

Endlich lerne ich Charlie und Pia kennen. Das wurde aber auch wirklich höchste Zeit. Die beiden machen einfach unglaublich viel Spaß! Ich habe sie gerade in dem Bilderbuch „Eine Sache“ kennen gelernt und war direkt von ihnen und dem Buch begeistert.

Wenn man etwas mit Charlies kleiner Schwester Pia machen möchte, dann sollte man viel Zeit einplanen, denn Pia muss überall alles mögliche zählen. Das fängt bei den Punkten auf ihrem Kleid an, geht über die Marienkäferauf den Pflastersteinen und endet noch lange nicht bei den Enten und Vögeln auf der Feuchtwiese. Wie gut, dass Charlie ihr beim Zählen helfen kann, denn Pia weiß  noch nicht, welche Zahl nach zwölf kommt und sie verwendet auch gerne mal Eigenkreationen wie „siebzehnzwanzig“. Als Leser amüsiert man sich köstlich über Pias Zählversuche und fühlt sich an die vielen Spaziergänge erinnert, bei denen man selbst mit Kindern nicht so recht vorwärts kommen wollte, weil es überall etwas zu entdecken gibt. Darüber hinaus ist Pia aber auch ein pfiffiges, aufgewecktes Mädchen, das nichts unversucht lässt. Wenn Mama großzügigerweise verkündet, dass es beim Einkaufen für beide Kinder je „eine Sache“ gibt, hält Pia „drei Sachen“ dagegen. Doch bevor es dann heißt, dass es keine Sache gibt, schlägt sie dann lieber selber vor: „Wie wär’s mit einer Sache?“. Auch Charlie wickelt sie um den Finger. Nachdem sie sich im Geschäft zwölf Sticker ausgesucht hat, welche sie unterwegs an die verschiedensten Stellen klebt, so dass zu Hause null Stück davon übrig sind, bekommt sie einen von Charlies ausgesuchten Buttons. Ja, so läuft das unter Geschwistern eben ab. Aber Charlie ist auch wirklich ein sehr netter großer Bruder!

Meines Erachtens ist dieses Bilderbuch bestens für Vorschulkinder und Kinder im ersten Schuljahr geeignet, denn natürlich kann man in dem Buch herrlich mitzählen. Zählen Charlie und Pia immer richtig und was könnte man vielleicht zusätzlich noch zählen (z.B. die Pflastersteine)? Auch beim Addieren und Subtrahieren kann man die Kinder sehr gut mit ein beziehen. Und wenn das noch nicht auf Anhieb klappt, dann zählt man eben einfach noch mal nach. Aber Achtung, es ist gut möglich, dass die Kinder auf dem nächsten Weg zum Kindergarten anfangen Zaunlatten, parkende Autos, Blätter an einer Blume etc. zählen – wenn sie es nicht längst schon tun.

Neben der Geschichte an sich, sind aber auch die Bilder in dem Buch herrlich! Eigentlich sind sie ganz einfach gestaltet und man könnte fast meinen, dass die Figuren mit den großen Köpfen und den hingekritzelten Nasen nicht gut gezeichnet sind, aber gerade dieser Stil kommt unheimlich locker daher. Er macht Spaß und gute Laune. Man schaut sich das Buch einfach sehr gerne an. Es ist erstaunlich wie toll, solche einfachen Bilder wirken können. Das ist ganz große Kunst!

Ich kann für das Buch „Eine Sache“ nur eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen. Allerdings wäre es gut, wenn die Kinder schon ein wenig zählen können oder zumindest gerade Lust dazu haben. Bücherwürmchen jedenfalls war gerade nicht in Zähllaune und sein kurzer Kommentar zu dem Buch lautete deshalb leider: „Schlecht.“ Hm, naja, aber das ist ja häufig auch nur eine Momentaufnahme… Und ich finde das Buch trotzdem klasse!

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Eine Sache mit Charlie und Pia von Lauren Child, übersetzt von Sophie Birkenstädt, Aladin Verlag, ISBN: 978-3-8489-0113-5, 15,95€

Im Gewimmel gesuchte Sachen finden und zählen

Es gibt verschiedene Arten von Wimmelbüchern. Manche zeigen einfach Bilder, auf denen es viel zu entdecken gibt, manchmal erzählen diese Bilder auch kleine Geschichten. Es gibt aber auch Wimmelbücher, in denen es darum geht bestimmte Suchaufträge zu erfüllen und Dinge zu zählen. Ein Wimmelbuch aus der letzten Kategorie ist das Buch „Tierisch was los! – Zählen, Suchen und Finden“. Hier tummeln sich auf jeder Seite jede Menge Tiere, die sich zum Teil ganz ähnlich sehen: Über eine Seite krabbeln lauter bunte Käfer, Papageien flattern durch einander, Känguruhs hüpfen übers Bild, lauter Eulen schauen einen mit großen Augen an und die Giraffen müssen sich mit ihren langen Hälsen bücken, damit sie alle auf der Seite Platz haben. Auf jeder Seite erteilen einem einige Tiere durch eine Sprechblase einen Auftrag: Man muss Tiere finden, die genau gleich aussehen, welche, die ein genanntes Accessoire bei sich tragen, Tiere mit bestimmten Kennzeichen wie einen besonders langen Schwanz oder man soll eine bestimmte Anzahl an Küken oder schlafenden Tigern finden, die sich auf der Seite versteckt haben. Und bei dem Gewimmel ist es häufig gar nicht so leicht, diese Aufträge zu erfüllen. Selbst ich habe so manches nicht auf Anhieb gefunden und Bücherwürmchen brauchte auch das eine oder andere Mal eine kleine Hilfestellung um die Motivation nicht zu verlieren. Ich persönlich finde den Schwierigkeitsgrad dennoch passend. Die Aufgaben lassen sich lösen, aber das Buch ist somit auch beim zweiten oder dritten Mal noch nicht langweilig und man muss wieder gut hinschauen. Und falls man eine Sache auch nach eifrigem Suchen nicht entdecken kann, so gibt es notfalls am Ende des Buches auch die Lösungen. Ich finde die Bilder, auf denen lauter Tiere einer Art durcheinander wuseln, irgendwie faszinierend. Es macht Spaß auf diese bunten Seiten zu schauen, sich zu recht zu finden und sie einfach auf sich wirken zu lassen. Bücherwürmchen schaut durchaus auch in dieses Buch hinein, aber seine Motivation die Suchaufgaben zu lösen hält sich in Grenzen. Er fordert mich zwar immer wieder dazu auf, ihm die Sprechblasen der Tiere vorzulesen, aber sobald er die Lösung nicht direkt findet, ruft er schon nach Hilfe oder legt das Buch zur Seite. So wie ich meinen Sohn kenne, fehlt ihm bei einem solchen Wimmelbuch die Geschichte. Die Sprechblasen gleichen das zwar ein wenig aus und wenn ein Känguruh seinen Teddy sucht, kann man sich gemeinsam eine kleine Geschichte dazu ausdenken, wie der Teddy verloren ging, aber mein Sohn macht selten etwas, weil es eben einfach Spaß macht. Er fährt nicht Laufrad, weil er Spaß an der Bewegung hat, er fährt nur dann Laufrad, wenn er spielt, dass das Laufrad sein Pferd oder sein Feuerwehrwagen ist. Er hat keinen Spaß daran über den wackeligen Aufbau beim Kinderturnen zu balancieren, erst meine Geschichte, dass das eine Brücke im Dschungel ist und unten die Krokodile lauern (von denen ich eines verkörperte), bringt dieses Kind dazu diese Turnstation zu benutzen. Viel lieber spielt er jedoch mit dem Band, das normalerweise die Matten an der Wand hält, Feuerwehrschlauch…

Ich denke, bei dieser Art von Buch ist es ähnlich. Solange wir nur die Suchaufgaben erfüllen, ist es für ihn zwar ganz nett mit der Mama zusammen etwas zu suchen, aber mehr eben auch nicht. Um ihn für dieses Buch wirklich zu begeistern, müsste ich meiner Kreativität mal wieder freien Lauf lassen…

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Bei dem Buch „Alles im Blick: Zahlen“, ebenfalls ein Buch, bei dem man Dinge, die es zu zählen gilt, entdecken muss, ist Bücherwürmchen mit mehr Energie dabei. Hier gibt es zwar auch keinen Text oder eine zusammenhängende Geschichte, aber pro Doppelseite wird ein Bild mit vielen Details dargestellt. Und zwar zeigt im Gegensatz zu dem Buch „Tierisch was los!“ dieses Bild eine Landschaft, in der einige verrückte Dinge zu sehen sind, welche aber zusammen ein Bild ergeben, während in dem Buch „Tierisch was los!“ die Tiere mehr oder weniger im luftleeren Raum einfach wild durcheinander gemalt sind, diese aber eben nicht in ein Bild mit Perspektive, Horizont oder Ebenen etc. integriert werden.

In dem Buch „Alles im Blick: Zahlen“ muss ordentlich gezählt werden. Auf der ersten Doppelseite gibt es genau zehn Dinge, die dort nur einmal zu sehen sind, auf der zweiten Doppelseite sind es dann zehn Dinge, die zwei Mal vertreten sind, bis man auf der letzten Doppelseite zehn Figuren, Tiere oder Sachen finden soll, die dort genau zehn Mal vorkommen. Ich finde das Buch toll, aber ich mag ja auch die Illustrationen von Aleksandra Mizielinska und Daniel Mizielinski, die wir schon aus den Büchern „Alle Welt“ und „Alles im Blick: Buchstaben“ kennen. Für Bücherwürmchen ist das Buch noch ziemlich schwierig, denn gerade bei den höheren Zahlen nimmt er Mengen noch nicht simultan wahr und dann muss man ganz schön viel zählen bis man die richtigen zehn Sachen gefunden hat… Aber an den ersten fünf Seiten hat er auch schon viel Spaß. Momentan zählt er sowieso alles, was ihm über den Weg läuft. Alles was er zwischen die Finger bekommt, wird dann erst einmal aufgereiht und anschließend gezählt. Insofern kommt ihm dieses Buch natürlich entgegen. Und er zählt hier auch ganz fleißig, allerdings stellt er dabei gerne seine eigenen Regeln auf… Bei der zweiten Seite meint er, dass man die zwei dicken Spinnen nicht zählen dürfe, da sich bestimmt in dem Gras noch irgendwo eine dritte versteckt. Die Anhänger des Gepäckwagens zählt er ebenfalls nicht, da er das Auto auch mitzählt, aber dafür gilt dann die Schüssel Reis, obwohl sich eigentlich noch eine weitere auf der Seite mit der eins befindet. Die hatte er nämlich zunächst nicht gesehen und so wird die zweite Schüssel Reis schnell zu einer Portion Müsli umbenannt… Aber das ist egal, Hauptsache wir haben Spaß an diesem Buch, Bücherwürmchen kann ein wenig zählen und der Rest kommt dann eben später. Wir suchen auch nicht die zehn Sachen, die es zu finden gibt, sondern wir zählen einfach ein paar Sachen mit der jeweiligen Zahl, die uns eben ins Auge stechen. Und dabei entdecken wir zum Glück auch ganz viel Kurioses, was zum Erzählen und Fabulieren anregt…

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Auch wenn Bücherwürmchen grundsätzlich Bücher mehr ansprechen, wenn sie eine oder mehrere Geschichten erzählen, gefallen mir beide Such- und Zählwimmelbilder gut. Die Aufgaben fordern die Kinder auf genau und konzentriert hinzuschauen und dabei gibt es natürlich viel zu entdecken. Suchen, zählen, knobeln – das alles macht den meisten Kindern und vor allem auch vielen Erwachsenen viel Spaß und so sind dies auch Bücher, mit denen sich Eltern und Kinder lange gemeinsam beschäftigen können.

Tierisch was los! Zählen, Suchen und Finden von Katherine und Gareth Lucas, Usborne Verlag, ISBN: 978-1-78232-265-8, 12,95€

Alles im Blick: Zahlen von Aleksandra Mizielinska und Daniel Mizielinski, Moritz Verlag, ISBN: 978-3-89565-296-7, 9,95€

Weitere Wimmelbücher findet ihr HIER.