Zeitschrift für neugierige Kinder: GEOmini

Die nächste Zeitschrift, die wir unter die Lupe genommen haben, war „GEOmini“. Auch diese Zeitschrift erscheint monatlich und richtet sich „an neugierige Erstleser“ bzw. an „Kinder von 4 bis 7 Jahren“. Hm, schwierig… Ja, es gibt Kinder, die mit vier Jahren bereits lesen können, aber dennoch finde ich das ein wenig hochgegriffen. Man kann die Zeitschrift zwar auch gut ohne Lesekenntnisse anschauen und sich vorlesen lassen, aber man merkt durchaus, dass sie sich an Kinder wendet, die mit Zahlen und Buchstaben umgehen können. Letztendlich ist aber die Zielgruppe auch schon mein größter Kritikpunkt an dieser Zeitschrift. Darüber hinaus sollte man aber auch wissen, was man sucht, denn als „Mitmachmagazin“, wie es auf dem Zettel für das Abo heißt, würde ich dieses Heft nicht unbedingt in erster Linie bezeichnen. Es gibt zwar schon einige Seiten, bei denen man aktiv werden kann (dazu gleich mehr), aber diese stehen nicht so sehr im Vordergrund wie beispielsweise die Vorschulseiten mit Aufgaben im Bussi Bär-Heft. Bei GEOmini fallen mir dahingegen viel mehr die Texte auf.

Ja, hier gibt es einiges zu lesen, was ich sehr positiv finde. Alle Texte sind recht kurz und übersichtlich gehalten, aber dennoch informativ. Sollte ein Erstleser diese Zeitschrift in den Händen halten, so kann er sich schon prima durch diese Texte hindurcharbeiten. Jüngere Kinder finden an ihnen aber auch durch einen Vorleser gefallen. Sehr gut gefällt mir das Themenspektrum. Es werden Tiere vorgestellt, Kinder aus aller Welt werden besucht und es gibt Wissenswertes zu verschiedenen Phänomenen, z.B. zum Wetter oder ähnliches, zu Technik, dem Körper und vielem anderen. Am Ende des Heftes gibt es dann noch eine ausführliche Vorlesegeschichte von dem Grashüpfer Georg, dessen Abenteuer ebenfalls als Buch im Oetinger Verlag heraus gekommen sind.

Auf einer Wimmelbildseite liegen lauter Gegenstände zu einem bestimmten Thema herum. Suchaufträge leiten einen durch das Bild. Ansonsten beschränken sich die Rätsel auf eine Seite. Hier können Kinder Linien verfolgen und Wege durch Labyrinthe finden, Kinder-Sudokus lösen, Sachen zählen, Unterschiede aufdecken etc. Die Aufgaben sind unterschiedlich schwer. Einige Aufgaben können auch ohne Probleme von vierjährigen gelöst werden, bei anderen Aufgaben braucht man darüber hinaus schon sehr gute Buchstaben- und Lesekenntnisse. Toll finde ich die „Weitermal-Seite“, bei der ein Bild angefangen ist und eine Frage dazu auffordert, es weiter zu gestalten. Bei Bücherwürmchen läuft der Jäger gleich vor drei Wesen davon: Der Räuber Hotzenplotz, ein Stier und ein Ritter jagen ihm Angst ein. Später ließ Bücherwürmchen dann noch Blitze über den Himmel zucken.

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Ebenfalls klasse sind die Bastel- und Experimentieranregungen, denn sie lassen sich meist mit normalen Haushaltsgegenständen sehr gut umsetzen. Wir haben direkt mal ausprobiert, wie man selber Nebel herstellen kann und wie gut ein gefaltetes Blatt Papier Dinge tragen kann. Die Experimente funktionierten einwandfrei und lösen bei den Kindern großes Staunen aus.

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Im Heft selbst gibt es keine Werbung. Es werden allerdings ein paar empfehlenswerte Medien (Bücher, CDs, Spiele etc.) vorgestellt.

Insgesamt kann mich GEOmini überzeugen, auch wenn die eigentliche Zielgruppe dieses Heftes Kinder sind, die bereits etwas lesen können. Aber auch kleinere Kinder haben an den meisten Seiten Spaß. Sie brauchen dann eben noch ein wenig die Unterstützung Erwachsener.

Wer Spaß an dem Heft gefunden hat, muss auch als älteres Kind nicht auf eine Zeitschrift dieser Art verzichten, denn für Kinder ab etwas 8 Jahren gibt es die Zeitschrift GEOlino. GEOlino setzt noch mehr auf Wissensvermittlung, ebenfalls zu Themen aller Art), hält aber daneben auch Bastelanregungen und Rätsel bereit.

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GEOmini, erscheint monatlich, 3,40€ pro Heft

So macht medizinisches Wissen tatsächlich Spaß

So, nun habe ich zunächst einmal die letzte Rezension zu einer Leserunde bei lovelybooks geschrieben. In den nächsten Monaten möchte ich nicht mehr an Leserunden teilnehmen, denn das stresst mich doch zu sehr. Gerade das Buch „Der kleine Medicus“, welches ich als letztes für eine Leserunde bekommen habe, hat zu viel Zeit verschlungen, denn es ist schon ein recht dickes Buch. Bücherwürmchen ist noch zu klein für das Buch, also musste ich dieses Kinderbuch für mich selber lesen. Grundsätzlich war ich auf den kleinen Medicus auch sehr gespannt, denn natürlich habe ich auch schon von diesem Buch mal gehört, bisher aber noch nie hineingeschaut. Aus diesem Interesse heraus habe ich mich auch für die Leserunde beworben. Als das Buch dann aber ankam und dick und groß vor mir lag, hatte ich eigentlich viel mehr Lust darauf mal wieder ein Buch zu lesen, welches wirklich für mich als Erwachsene wäre. „Der kleine Medicus“ nahm mir einfach zu viel meiner Zeit weg und es störte mich, dass ich gerade in der schönen und gemütlichen Vorweihnachtszeit nicht selbst bestimmen konnte, was ich lesen wollte. Hinzu kommt dann ja auch noch, dass man zu bestimmten Abschnitten eine Rückmeldung geben soll und am besten relativ zeitgleich mit den anderen Lesern. Und natürlich schreibe ich auch nicht irgendetwas, sondern das, was ich wirklich denke und dafür muss ich dann selbstverständlich auch das Buch intensiv lesen. Das alles hat mir zu viel Stress verursacht und ich hatte keine Lust, für meine Rückmeldungen immer wieder an den Computer zu gehen, so dass ich mich nun dazu entschlossen habe, mich nicht mehr für Leserunden zu bewerben. Das Buch „Der kleine Medicus“ kann nichts dafür, auch davor haben diese Runden schon viel meiner Zeit gefressen, aber irgendwie habe ich mich gerade mit diesem Buch, zumindest am Anfang, ein wenig gequält. Die animierten Bilder sprechen mich nicht an, die Namen und teilweise auch die Sprache ist mir zu modern und englisch – puh, was klinge ich alt und konservativ. Während ich diese Abneigung bei mir wahrgenommen habe, war mir aber auch gleichzeitig durchaus bewusst, dass dies vielen Kindern ab circa 8-10 Jahren wohl gefallen wird. Durch diese erste leichte Abneigung und den Stress dieses ganze dicke Buch lesen zu müssen, brauchte ich eine ganze Weile um mich mit diesem Buch anfreunden zu können, aber je weiter ich im Text fortschritt, desto besser gefiel mir dieses Buch. Nach einer Weile, in der es mir ein wenig so vorkam, als wenn es in erster Linie darum geht, möglichst viel Wissen irgendwie zu vermitteln, nahm die Geschichte ordentlich Fahrt auf:

Der zwölfjährige Nano will später Arzt werden. Da trifft es sich gut, dass er Dr. X und seine Assistentin Micro Minitec kennen lernt, denn mit ihrer Hilfe hat er sogar die Möglichkeit als verkleinerter Bodynaut den Körper von innen kennen zu lernen. Leider muss er dies einmal zu einem weniger erfreulichen Zwecke tun. Sein Opa Erwin wird durch einen Roboter im Körper von dem Bösewicht Professor von Schlotter ferngesteuert. Die einzige Möglichkeit ihm zu helfen, ist, dass im Körper von Opa Erwin Jagd auf den Roboter Gobbot gemacht wird…

Das Buch ist insgesamt wirklich gut und spannend zu lesen und vor allem lernt man bei diesem Abenteuer von Nano und seiner Schwester Marie wirklich eine ganze Menge. Die Informationen sind gut und kindgerecht erklärt, aber dennoch auch für Erwachsene interessant – vor allem die Infos und Behandlungsmöglichkeiten bei Krankheiten, die sich im Anhang befinden. Hier kann man auch als Eltern durchaus das eine oder andere nachschlagen und lernen wie man verschiedene Heilkräutertees zubereitet. Bisher habe ich nur die Hausmittel und Tricks angewandt, die ich noch aus meiner eigenen Kindheit kenne, aber hier bekommt man wirklich eine gute Übersicht über die Wirkung verschiedener Kräuter. Auch die Waden- und Brustwickel, die ich als Kind gehasst habe, sind hier natürlich beschrieben. Besonders gelungen finde ich die Mischung aus Hausmitteln und Schulmedizin. Für kleinere Beschwerden sollten Hausmittel und Naturmittel die erste Wahl sein, aber auch die Schulmedizin wird hier keineswegs verteufelt, was ich persönlich vernünftig finde.

Insgesamt muss ich letztendlich sagen, dass mir das Buch wirklich gut gefällt, auch wenn ich am Anfang recht skeptisch war. Man lernt hier einfach so unglaublich viel über den eigenen Körper und wie man gut und gesund mit ihm umgeht. Das ist nicht nur sehr interessant, sondern letztendlich auch wichtig, denn so kann man sich besser selber helfen und lernt sich selbst und seinen Körper bewusster wahrzunehmen.

Nun, wo ich die Rezension geschrieben habe, bin ich dann doch froh darüber, dass ich dieses Buch nun besitze. Irgendwann kann Bücherwürmchen das Buch lesen und bis dahin werde ich sicherlich noch das eine oder andere Mal hineinschauen, mich über etwas informieren und vielleicht auch mal den einen oder anderen Tee für meine Familie bei verschiedenen Beschwerden zubereiten…

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Der kleine Medicus von Prof. Dietrich Grönemeyer, Dressler, ISBN: 978-3-7915-0742-2, 16,99 €