Die Weltreligionen in Wimmelbildern dargestellt

Ein ganz bestimmtes Wimmelbuch wird hier zur Zeit sehr intensiv angeschaut: „Das Wimmelbuch der Weltreligionen“. Das Interesse für dieses Thema ist gerade, vielleicht auch bedingt durch den Kindergottesdienst, bei dem es ebenfalls behandelt wurde, sehr hoch und wenn der kleine Bruder das Wort „Butter“ etwas ungenau ausspricht, denkt der Große direkt an „Buddha“ und an das Buch der Weltreligionen.

Das Buch zeigt auf einer Doppelseite jeweils eine Weltreligion, den Hinduismus, den Buddhismus, das Judentum, das Christentum und den Islam. Und auf jeder Seite gibt es unendlich viel zu entdecken, sie sind äußerst detailreich. Die Menschen leben ihre Religionen aus, sie feiern, sie gehen durch den Alltag, sie spielen und feiern Gottesdienst. Wichtige Bräuche, Symbole und Gebäude der Religionen sind hier zu finden. Und Bücherwürmchen möchte am liebsten jede einzelne Szene genau erklärt bekommen. Puh, gar nicht so einfach. Zum Glück liegt dem Buch ein Booklet mit Sachtexten bei, die viele der Bilder kurz erklären. Allerdings ist vieles trotzdem nicht ganz einfach zu verstehen, denn im Prinzip werfen die Sachtexte wieder neue Fragen auf. Was ist ein Opfer? Was ist die Tora? Warum gibt es viel Streit um den Tempelberg? Etc. Hier sollte man als begleitende Erwachsene schon ein wenig Hintergrundwissen mitbringen oder man eignet es sich anschließend gemeinsam mit den Kindern an. Neben den Kurztexten zu den Bildern im Wimmelbuch bekommt man im Booklet aber auch eine kleine Einführung zu den fünf Religionen.

Ein anregendes Buch

Das Wimmelbuch der Weltreligionen“ ist ein Buch das zu Gesprächen anregt. Es ist ein Buch, das Lust darauf macht, sich näher mit den Religionen zu beschäftigen. Allerdings ist es auch kein einfaches Thema. Laut Verlag ist dies ein Buch für Kinder ab 5 Jahren. Ja, Kinder in diesem Alter sind auch sehr interessiert an diesem Thema, was ich ja auch bei meinem Sohn gemerkt habe. Wir können uns wirklich sehr lange und ausführlich mit diesem Buch beschäftigen. Aber Kinder in diesem Alter kennen oftmals kaum ihre eigene Religion und wissen häufig wenig über religiöse Bräuche. Da ist es gar nicht so einfach, mit ihnen über die verschiedenen Religionen zu sprechen.

Dennoch ist das Wimmelbuch der Weltreligionen ein ganz tolles Buch für Kinder. Es ist ein Buch, welches Vielfalt aufzeigt und dazu einlädt andere Religionen (sowie die eigene) kennen zu lernen. Es ist aber auch ein Buch, welches viel Spaß macht, da man diese lebendigen Bilder einfach gerne betrachtet und neugierig ist, was es auf ihnen alles zu entdecken gibt.

Das Einzige, was ich ein bisschen schade finde, ist, dass jede Religion für sich steht und es keine Seite gibt, auf der die Religionen neben einander bestehen, aber vermutlich wäre das für Kinder auch zu verwirrend und unübersichtlich.

Wir können das Buch jedenfalls aus ganzem Herzen empfehlen. Ich kann es mir auch sehr gut im Schulunterricht oder im Kindergottesdienst vorstellen.

Das Wimmelbuch der Weltreligionen von Anna Wills und Nora Tomm, Beltz Verlag, ISBN: 978-3-407-82202-4, 13,95€

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Ein Wimmelbuch für FC Bayern-Fans

Ein Wimmelbuch für Bayern-Fans, na, wenn da nicht das Fußballerherz kleiner Jungs höher schlägt!

In dem Pappbilderbuch „Zu Besuch beim FC Bayern – Mein Wimmelbuch“ gibt es wimmelige Bilder rund um die Allianz Arena und den FC Bayern zu sehen. Dabei schaut man natürlich vor allem in lauter rot-weiß-blaue Fahnen und Schals, die einem hier überall ins Auge fallen.

Hier ein kurzer Überblick über die Doppelseiten: Zunächst tummeln sich die Fans vor der Allianz Arena, dann ziehen die Fußballer ins gefüllte Stadion ein, anschließend fällt im Spiel ein Tor (natürlich für die Bayern), in der Kabine wird die Taktik besprochen und am Ende wird auf dem Marienplatz die Meisterschaft gefeiert: Mia san Meister!

Da mein Sohn gerade die Welt des Fußballs für sich entdeckt und insbesondere den FC Bayern interessant findet, habe ich mich sehr gefreut, als ich dieses Buch entdeckt habe. Leider hat es mich jedoch enttäuscht, denn es ist recht belanglos. Zum einen gibt es auf den Bildern nur wenig zu entdecken und zum anderen ist es nicht sonderlich bayernspezifisch.

Auf der ersten Doppelseite gibt es noch ein paar typische Wimmelbuchszenen zu sehen, z.B. ein Kind, das seinen Luftballon verliert oder zwei Kinder, die Fußball spielen, doch auf den folgenden Seiten gibt es neben der Hauptszene hauptsächlich eine jubelnde Masse. Durch die vielen Menschen auf den Zuschauerrängen oder auf dem Marienplatz sieht es auf den Seiten wimmelig aus, aber es gibt keine witzigen oder interessanten Details zu finden. Nur das Maskottchen Berni hat sich auf jeder Seite versteckt.

Das  Maskottchen, die Allianz-Arena, der Marienplatz sowie die Farben des FC Bayern auf Trikots, Schals und Fahnen zeigen natürlich an um welchen Verein es in diesem Buch geht, aber ansonsten ist dies einfach ein Fußballwimmelbuch. Mir fehlen einfach mehr Details, die zeigen, dass es hier um den FC Bayern München geht. Details, die man als informierter Fan entdecken kann. Selbst die Trikots sind kaum spezifisch gestaltet. Besonders schade finde ich es aber, dass man kaum einen Spieler mit realen Fußballern in Verbindung bringen kann. Bei ein, zwei Spielern würden mir Namen aktueller Bayern-Spieler einfallen, aber der Rest besteht aus anonymen Spielern. Nicht einmal ein dunkelhäutiger Spieler ist dabei. Mir ist klar, dass in jeder Saison andere Spieler bei einem Fußballverein spielen und so die Gefahr bestehen würde, dass das Buch schnell nicht mehr aktuell ist, aber es gibt doch auch genügend Spieler, die man mit diesem Verein in Verbindung bringt. Es muss dann ja auch nicht nur um Spieler aus dem aktuellen Kader gehen, aber gerade für Bayern-Fan wäre es doch schön, wenn man in einem solchen Buch bekannte Gesichter entdecken könnte.

Selbst mein Sohn hat dieses Buch nach anfänglicher Begeisterung kaum noch angeschaut. Schade, hier hätte man deutlich mehr raus machen können.

Zum Besuch beim FC Bayern – Mein Wimmelbuch, illustriert von Klaus Puth, riva Verlag, ISBN: 978-3-7423-0012-6, 14,99€

Fröhliches Wimmelbuch von Daniela Kulot

Endlich stelle ich euch mal wieder ein Wimmelbuch vor: „Der kleine Bär besucht seine 7 Freunde“.

Dieses Buch erfüllt alle Kriterien eines Wimmelbuches: Auf den Bildern gibt es unglaublich viel zu entdecken und außerdem gibt es noch den Auftrag die sieben Freunde des Bären sowie pro Doppelseite zehn Herzen zu suchen.

Der Bär tappst fröhlich von einer Doppelseite zur nächsten und besucht dabei seine Freunde auf dem Bauernhof, im Zauberwald, im Wilden Westen, im Weltall, in der Stadt, im tiefen Meer und im Märchenreich. Dabei können die Kinder prima seine Spuren verfolgen und viele kleine Geschichten und merkwürdige Figuren auf den Seiten entdecken, die zum Erzählen anregen. Neben Figuren aus bekannten Märchen kann man sogar die Giraffe und das Krokodil aus den Büchern der Autorin Daniela Kulot auf einer Seite finden.

Büchermäuschen auf der Suche nach der Hexe

Das Buch erscheint gerade als überarbeitete Neuausgabe. Die Erstausgabe hatten wir vor einiger Zeit mal aus der Bücherei ausgeliehen. Damals wusste ich noch nicht so recht, was ich von dem Buch halten soll. Die Bilder sind toll und ansprechend, aber mir war das für meinen kleinen Sohn zu wimmelig und unübersichtlich. Außerdem fand ich, dass hier zu viel drin vorkam, was er einfach noch nicht kannte. Für ein kleines Kind fand ich vielleicht gerade mal den Bauernhof und die Stadt passend. Nun ist das Buch wieder in unserem Haus und wir haben wieder einen kleinen Kerl hier und dieses Mal finde ich das Buch ziemlich klasse. Das kleine Büchermäuschen nimmt sich das Buch immer wieder gerne und blättert darin herum. Meist schaut er sich zwar nur die Bauernhofseite intensiver an. Auf den anderen Seiten blendet er die meisten Szenen noch aus, aber er hat jede Menge Spaß daran überall die Hexe und den Bären („Teddy“) zu suchen. Wir picken uns einfach überall die Tiere und Sachen heraus, die er bereits kennt und halten nach ihnen Ausschau und so haben wir viel Spaß mit diesem Buch.

Viele Details und Geschichten zu entdecken

Und je größer die Kinder dann werden, desto mehr kann man auf die einzelnen, witzigen Details eingehen: Läuft da etwa auch ein Drache durch die Stadt? Warum sitzt der Cowboy verkehrt herum auf dem Pferd? Upps, da hat wohl einer die Laterne auf der Straße übersehen! Was denkt der Fuchs wohl über seine „Vogelgrippe“-Lektüre? Wer kann die Rechenaufgabe in der Fischschule lösen? Wer freut sich über das Diebesgut der Räuber im Wilden Westen?

Es passiert unglaublich viel auf den Bildern, aber dennoch sind sie eigentlich nicht überladen, was sicherlich auch daran liegt, dass darauf verzichtet wurde beispielsweise Grashalme, Pflastersteine oder ähnliches zu zeichnen. Es gibt sehr viele kleine Details, aber die einzelnen Komponenten sind durch gezeichnete Umrisse und eindeutig angemalte Flächen klar voneinander abgegrenzt.

Bei uns ist dieses Wimmelbuch gerade ein richtiger Bücherliebling und so kann ich dieses Buch nur weiterempfehlen. Im Übrigen mag ich die Illustrationen von Daniela Kulot sowieso sehr gerne. Sie sind einfach so lebensfroh und humorvoll.

Der kleine Bär besucht seine 7 Freunde – Ein Wimmel-Suchbuch von Daniela Kulot, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5892-9, 12,95€

Buchausstellung: Wimmelbücher

Leider kann ich mein Wimmelbuch-Schaufenster in der Buchhandlung Calliebe ja selber nicht sehen, aber dennoch möchte ich auch ganz persönlich Leserinnen und Lesern meine Wimmelbuchtipps nahe bringen und so habe ich diese Woche eine kleine Buchausstellung für Kindergarten- und Grundschuleltern veranstaltet. Dabei habe ich einen ganzen Schwung Wimmelbücher ausgestellt und diese in einem kurzen Vortrag vorgestellt. Natürlich hatte ich alle Wimmelbücher, die zur Zeit in dem Schaufenster zu sehen sind, im Gepäck, aber ich habe auch noch ein paar weitere mit eingepackt. Nachdem ich ein wenig über die Bücher erzählt habe, durften die Eltern selbstverständlich in den Büchern ausgiebig stöbern, was diese auch sehr gerne taten. Besonders großes Interesse hatten sie an regionalen Wimmelbüchern, aber auch „Das große Wimmelbuch der Kunst“ kam gut an. Meine Kritik an dem Tag und Nacht-Wimmelbuch wurde in Bezug auf die unrealistischen Nachtszenen geteilt, wobei man diese Umsetzung bedauert, da das Konzept mit den ausklappbaren Seiten an sich sehr gut ankam. Gelacht wurde über die Wimmelbücher, bei denen Fehler aufgedeckt werden müssen, und auch die Fotos in „Konrad Wimmel ist da“ wurden eingehend und staunend betrachtet. Das „Märchenwimmelbuch“ machte viele darauf aufmerksam, dass man sich leider nicht mehr gut mit Märchen auskennt und gemeinsam entdeckte man ein paar Märchen, von denen man noch die eine oder andere Szene im Gedächtnis hatte.

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Wimmelbücher, die zwar schön und ansprechend sind, aber in keiner Weise besonders hervorstechen, wurden beim Stöbern weniger beachtet. Dafür landeten die Wimmelbücher bekannter Figuren, wie z.B. „Benjamin Blümchen“ auf den Notizzetteln der Besucherinnen. Auch die Stadt-Wimmelbücher von Judith Drews wollte man für eine eventuelle Städtereise im Hinterkopf behalten.

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Sehr interessant fand ich es, dass Bücher, die für einen ganz selbstverständlich zu Wimmelbuchklassikern zählen (wie z.B. die Jahreszeiten-Wimmelbücher von Rotraut Susanne Berner), längst nicht allen Eltern bekannt sind und so war ich letztendlich froh, dass ich sie mitgenommen hatte. Zu Hause hatte ich mich nämlich noch kurz gefragt, ob das überhaupt Sinn mache. Wer sich sonst noch gerne etwas vertrauter mit der Welt der Wimmlinger machen möchte, kann dies auch anhand kleinerer Anregungen(Ideen zum Basteln, Spielen und Lernen) im Internet tun: www.wimmlingen.de

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Hier geht es zur Übersicht aller Wimmelbücher auf Geschichtenwolke.