Rezension: Suchen und Finden mit Kasimir

Von vielen beliebten Kinderbuchfiguren gibt es irgendwann ein Pappbilderbuch oder ein Wimmelbuch für die Kleinen. So auch von dem Biber Kasimir, der in verschiedenen Bilderbüchern u.a. Kuchen backt, Bohnen anpflanzt, tischlert und Reifen flickt.

Was bietet einem ein solches Buch?

Letztes Jahr kam nun das Wimmelbuch „Suchen und Finden mit Kasimir“ heraus. An sich eine nette Sache. Allerdings muss man bei diesen Büchern durchaus genau hinschauen, ob sie für die Kleinen überhaupt Sinn machen und ob z.B. Bilder aus bereits erschienenen Büchern verwendet werden. Bei diesem Wimmelbuch ist es tatsächlich sogar so, dass sowohl Bilder als auch die Texte, die sich auf den jeweiligen Doppelseiten befinden, übernommen wurden. Ich kenne nicht alle Bände von Kasimir, aber ich glaube, dass aus jedem Buch eine Seite für das Wimmelbuch verwendet wurde. Für Kasimir-Fans, die bereits die einzelnen Bilderbücher haben, lohnt sich dieses Buch also nicht.

Wimmelbuch mit Suchaufträgen

Für kleinere Kinder ist das Buch aber durchaus nett, wobei ich den Text etwas abgeändert hätte. Ausdrücke wie „am nächsten Morgen“ oder ähnliches machen den Eindruck, dass eine fortlaufende Geschichte erzählt wird, was jedoch nicht der Fall ist. Vielmehr werden verschiedene Räume von Kasimir präsentiert, in denen er etwas sucht – zum Teil zusammen mit seinem Freund Frippe.

Die Kinder werden – wie es sich für ein Wimmelbuch gehört – dazu aufgefordert einige Dinge mit zu suchen. Wo befindet sich in der Tischlerwerkstatt der Besen, wo werden die Pinsel aufbewahrt, wo stehen in der Küche die Teller und wo hängt im Schuppen der Gartenschlauch?

Auf den Bildern passiert kaum etwas. Von den Bibern sieht man sogar teilweise nicht mehr als ihr Hinterteil, da sie mit dem Gesicht in Schränken und Schubladen suchend verschwinden. Dafür können Kinder aber jede Menge Gegenstände entdecken und benennen, die sie zum Teil aus ihrem eigenen Alltag kennen. Mit Nadelkissen, Reifenheber und Sense gibt es aber vielleicht auch noch ein paar neue Wörter für den wachsenden Wortschatz.

Die Bilder sind freundlich und ansprechend gezeichnet und alles ist gut zu erkennen. Man kann in ganze, eingerichtete Räume blicken.

Das Buch ist ein schönes Wimmelbuch, mit dem man den Titelhelden und seinen Freund Frippe ein wenig kennen lernen kann. Man kann es aber auch einfach als ein normales Wimmelbuch betrachten ohne sich weiter in die Bücherwelt von Kasimir vertiefen zu müssen. Für Kasimir-Fans wäre es schöner gewesen, wenn das Buch auch etwas Neues zu bieten gehabt hätte.

Suchen und Finden mit Kasimir von Lars Klinting, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-2452-5, 9,99€

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Tolle Bilder von den vier Jahreszeiten

Das Schöne an Jahreszeiten-Büchern ist, dass man sie jederzeit vorstellen kann, denn sie passen ja schließlich immer. Frühling, Sommer, Herbst und Winter – irgendetwas davon passt immer (oder eine Mischung aus verschiedenen Jahreszeiten…). Momentan ist noch Winter. Dieser findet sich zwar in dem Buch „Alle vier Jahreszeiten“ ganz am Ende, aber wenn man dann dort hin blättert, sieht man dort einiges, was einem aus dem momentanen Alltag bekannt vorkommen dürfte. Zunächst sieht  man dort allerdings einen schönen Übergang vom Herbst in den Winter. Man sieht wie die Tiere sich auf die kalte Jahreszeit vorbereiten. Wintervorräte werden angelegt und einige Vögel fliegen in den warmen Süden. Dann kommt der Schnee, den manche Tiere aktiv begrüßen, während andere sich verstecken und schlafen. Wir Menschen brauchen warme Jacken und Mützen und dann können wir Schneemänner bauen, Schlittschuhfahren und Schneebälle formen. Jetzt hängt bei den meisten Menschen wohl kein Kranz aus Tannengrün mehr an der Haustür, aber auch Weihnachten gehört natürlich zum Winter dazu. Das Buch ist an dieser Stelle zu Ende, aber ganz unten links steht „Bald wird es wieder Frühling“. Ja, auf den Winter folgt der Frühling. Das Ganze fängt wieder von vorne an wie es auch so schön in dem Lied „Die Jahresuhr“ heißt. Und so können wir auch bei dem Buch wieder von vorne beginnen und es wieder und wieder durchblättern und den Jahreszeiten folgen. So sehen wir, was sich im Laufe des Jahres so ändert. In jeder Jahreszeit wird uns eine Doppelseite mit der gleichen Landschaft gezeigt, bei der sich Aktivitäten sowie die Natur den Jahreszeiten anpassen. Außerdem gibt es noch zusätzliche Seiten, auf denen man ein paar Phänomene der jeweiligen Jahreszeit zu sehen bekommt. Hier sieht man dann jedoch kein großes Bild mit verschiedenen Szenen wie auf den wimmelbuchtypsichen Doppelseiten, sondern es geht hier eher wie im Bilderlexikon zu. Zum Beispiel sieht man im Frühlingsteil lauter einzelne Frühlingsblumen, die beschriftet sind oder es gibt eine Seite mit Tieren und ihren Kindern, ebenfalls beschriftet. Auch auf den großen Bildern auf den Doppelseiten findet man übrigens ein paar Beschriftungen, was sicherlich dazu animiert, die Dinge zu benennen.

Mir gefällt die Mischung in diesem Buch sehr gut. Auf der einen Seite hat man Wimmelbilder, die zum Betrachten und Erzählen anregen, und auf der anderen Seite erhält man Informationen zu den Jahreszeiten, die kurz und bündig in Text und Bild dargestellt werden.

Ganz toll finde ich auch die Illustrationen von Katrin Wiehle. Die Bilder sind auf das Wesentliche konzentriert. Man sieht also z.B. keine Tannennadeln bei den Nadelbäumen oder das Gras wird einfach als grüne Fläche dargestellt. Wenn man die einzelnen Teile betrachtet, würde man vielleicht sagen, dass ein Kind Wolken oder Bäume ähnlich darstellen würde, aber dennoch wirkt das Bild als Ganzes gesehen überhaupt nicht naiv oder einfach gezeichnet. Es strahlt etwas ganz eigenes aus. Die Bilder sind lebensfroh, sie machen Freude und man wird direkt in die Atmosphäre des Frühlings, des Sommers, des Herbsts oder des Winters hineingezogen.

Auch die Aufmachung des Buches an sich gefällt mir gut. Es ist zu 100 % aus Recyclingpapier und wurde mit Ökofarben gedruckt. Es sieht durchaus anders aus, als Bücher aus anderem Papier, aber auch dies macht das Besondere des Buches aus. Man nimmt es einfach unheimlich gerne in die Hand.

Dieses Buch ist übrigens auch ganz toll für die Klassenbibliothek einer ersten Klasse. Die Jahreszeiten oder Teilbereiche davon sind immer mal wieder Thema in der Schule und hier können sich auch kleine Leseanfänger ganz selbstständig schlau machen. Das Meiste wird über die Bilder erzählt und die kurzen Texte (in Großdruckbuchstaben) beherrschen sie sicherlich auch schon.

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Alle vier Jahreszeiten von Katrin Wiehle, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3-407-82143-0, 12,95€

 

Da staunen die Freunde: Antonia war schon mal da!

Auch wenn der Titel ein wenig sperrig klingen mag, es lohnt sich in dieses Buch hineinzuschauen: „Antonia war schon mal da“. Wo war Antonia denn schon  mal? Sie war schon überall und deshalb möchte sie auch nicht mit ihren Freunden Biber, Buntspecht, Molch und Igel auf Reise gehen. Ob das denn stimmen kann? Die Freunde scheinen etwas skeptisch zu sein, doch die Beweise finden sie auf ihrer Reise, denn Antonia hat einige Spuren hinterlassen, die es in diesem schönen Buch, zu entdecken gibt. Beim Reprodukt Verlag wird das Bilderbuch unter „Kindercomics“ geführt, woran auch einzelne Sprechblasen erinnern. Man könnte es aber auch genauso gut in die Rubrik der Wimmelbücher stecken. Oder es einfach als tolles Bilderbuch ansehen.

Bilder, auf denen man immer wieder etwas Neues entdeckt

Das Buch ist in vielerlei Hinsicht gut gemacht. Die Bilder sind einfach toll anzusehen. Sie sind sehr ansprechend gestaltet, bunt, liebevoll und voller Details und natürlich ist man immer auf der Suche nach Antonias Spuren, die ebenfalls klasse in die Szenen integriert wurden. Manchmal entdeckt man ihre Spuren direkt, aber es gibt auch Seiten, auf denen wir etwas länger suchen mussten und uns dann über den Einfallsreichtum des Illustrators freuten. Und man darf dieses Buch auf keinen Fall zu früh zu schlagen, denn auch, wenn die Geschichte zu Ende ist und man die Freunde nur noch in gemütlicher Runde am Lagerfeuer sieht, kann man noch einen weiteren Ausflugsort von Antonia entdecken.

Aber es ist nicht nur die Suche nach Antonia, die einem auf den Bildern so viel Freude macht. Ich habe mich beispielsweise schon über das Langenscheidt Wörterbuch gefreut, das ebenfalls zum Reisegepäck gehört wie unter anderem fünf ordentlich gebügelt und gefaltete Pullis in verschiedenen Farben, die Flip-Flops und die Taucherbrille. Beim Molch gehört ein riesiger Stapel geschmierter Butterbrote zur Reisevorbereitung und der Specht hat sich vor der Abreise noch schnell ein leckeres Eis geholt. Es gibt einfach überall unwahrscheinlich viel zu entdecken, was unbedingt dafür spricht, sich dieses Buch immer wieder anzuschauen und dies gilt sicherlich sowohl für die Kleinen als auch für die Großen, die an diesem Buch nicht weniger Spaß haben als der Nachwuchs.

Geschickt gereimter Text

Text gibt es in dem Buch nicht sonderlich viel, aber die kurzen Sätze, die man hier findet, bringen alles in gereimter Form sehr gut auf den Punkt. In kurzen Reimen wird die Reise hier skizziert und zwar so, dass die Kinder sehr schön mitreimen können. Auf einer Doppelseite sieht man jeweils ein Reiseziel. Das nächste Reiseziel wird durch den Reim angekündigt, wobei das Ziel, welches dem Reimwort entspricht, erst auf der nächsten Seite genannt wird: „Über den Berg schallt laut Gegröle, noch lauter klingt’s in einer… (HÖHLE).“ Diese einfachen Reime, die sich im Übrigen auch bereits durch die Bilder ankündigen, sprechen Kinder gerne schnell mit und so werden sie sowohl durch den Text als auch durch die bildliche Suche nach Antonia beim Lesen und Betrachten klasse mit eingebunden.

Toll finde ich auch, dass in dem Buch das Thema Inklusion ganz natürlich ist. Es wird nicht thematisiert, kommt aber dennoch vor. Der Igel sitzt im Rollstuhl, was einem auch erst auffällt, wenn man genau hinschaut. Dass er an der Weltreise teilnimmt, ist ganz selbstverständlich. Er ist ein Freund und gehört einfach dazu. Bücherwürmchen merkte anerkennend an, dass er die schwierige Strecke mit seinem Rollstuhl aber ziemlich gut bewältigen würde. Das stimmt und wenn es für den Rollstuhl wirklich mal zu schwierig wird, dann springt eben einer der Freunde ein und trägt den Igel den Berg hinauf.

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Antonia war schon mal da von Max Fiedler und Patrick Wirbeleit, Reprodukt, ISBN: 978-3-95640-108-4, 16€

Wie aus einem langweiligen Haus, ein Haus voller Leben wird

Tolle Nachbarn“ – das ist scheinbar Interpretationssache. In Bezug auf das Buch mit diesem Titel würde ich dem Ich-Erzähler allerdings zustimmen, aber scheinbar gibt es auch Bewohner, denen das graue Mietshaus, welches man zu Beginn des Wimmelbuches sieht, besser gefällt, als ein Haus mit lauter verschiedenen, interessanten Bewohnern.

Zu Beginn des Buches wohnen ausschließlich Schafe in dem Haus. Eigentlich passiert nichts besonderes. Das einzige Erwähnenswerte ist das Geschimpfe von Frau Schopf über das Teppichausklopfen über ihrem Fenster. Das war es im Großen und Ganzen auch schon. Dass Frau Spätzle vor der Haustür fegt oder dass das eine Schaf ganz oben mal wieder Fernsehen guckt, ist nun wirklich eigentlich nicht aufregend genug, um es zu erzählen. Es geht also stinklangweilig zu in diesem Haus. Doch eines Tages passiert dann doch etwas. Die Wölfe kommen und ziehen ein. Der Erzähler ist begeistert, aber diese Begeisterung können nicht alle teilen. Manche Schafe sind sogar so verärgert, dass sie ausziehen. So  nach und nach kommen immer mehr neue Bewohner, während einige der alten das Haus verlassen. Das Haus leidet nicht darunter. Im Gegenteil – endlich ist hier mal Leben in der Bude, denn die neuen Bewohner sind alles andere als langweilig: Die Krokodile eröffnen eine Bar, die Wölfe machen Musik und fahren Motorrad, die Schweine greifen zu Pinsel und Maltopf und verändern die Fassade, die Störche bauen auf dem Dach ein Nest und alle machen mit bei Schneeballschlachten und Spielen auf der Straße. Im und um das Haus herum passiert etwas: Es wird bunt und fröhlich!  Und für  uns als Leser gibt es jede Menge zu entdecken: Was gibt es auf den Seiten alles zu sehen? Was hat sich getan  und verändert? Wo ist die Mütze des Polizisten? Wer wohnt jetzt alles in dem Haus? – Ein herrlicher Spaß!

Tolle Nachbarn“ ist ein tolles Wimmelbuch, welches bereits durch sein längliches Format auffällt. Die Bilder sind klasse und laden zum Anschauen ein.

Kurze Texte vom Ich-Erzähler leiten uns durch die Geschichte. Es ist also kein Wimmelbuch, welches ganz auf Text verzichtet, was manche Eltern zu schätzen wissen. Die Geschichte selbst erzählt sich aber auch recht gut durch die Bilder, wobei man dann vielleicht auf manche Dinge weniger achten würde.

Was sind also tolle Nachbarn? Schafe, die kaum Ideen haben, aber meckern, wenn ihnen etwas nicht passt, und die nur ihre täglichen, langweiligen Aufgaben vor Augen haben? Oder lauter verschiedene Tiere, die Spaß am Leben haben, etwas verändern und gemeinsam feiern? Die Antwort liegt wohl auf der Hand. Und natürlich lässt sich das ganze auch auf uns Menschen übertragen. Etwas schade finde ich es, dass kaum Schafe im Haus geblieben sind. Noch schöner wäre eine größere Akzeptanz, aber ganz am Ende sieht man dann doch wieder einige Schafe, die sogar aus den Fenstern des Hauses schauen. Sind sie vielleicht sogar zurück gekommen und haben eingesehen, dass das Leben im Haus zwar abwechslungsreicher, aber auch fröhlicher geworden ist? Es könnte sein…

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Tolle Nachbarn von Hélène Lasserre und Gilles Bonotaux, übersetzt von Edmund Jacoby, Jacoby & Stuart Verlag, ISBN: 978-3-946593-00-3, 14,95€

 

Im Wald gibt es das ganze Jahr über viel zu entdecken

Zwölf Seiten – für jeden Monat eine – beinhaltet das Wimmelbuch „Ein Jahr im Wald“, zwölf wunderbar gestaltete, wimmelige Seiten, auf denen man sehen kann, was die Tiere so das ganze Jahr über im Wald treiben. Die Bilder sind sehr liebevoll gestaltet. Die Tiere kann man sehr gut erkennen, auch wenn sie nicht ganz realistisch und etwas verniedlicht und teils vermenschlicht (z.B. hat die Ameisenkönigin eine Krone auf dem Kopf) dargestellt werden. Mir gefallen die Bilder jedenfalls sehr gut und ich könnte sie mir stundenlang ansehen. Auf jedem einzelnen Bild gibt es unheimlich viel zu entdecken. Das Leben im Wald wird sowohl informativ, als auch humorvoll dargestellt. So ist es beispielsweise richtig, dass dem Elch im Januar sein Geweih fehlt. Dies kann man gut auf dem Bild erfahren. Gleichzeitig kommt durch die Gedankenblase, in der sich der Elch über das fehlende Geweih wundert, ein wenig Spaß dazu. So gibt es mehrere kleine Szenen über die man schmunzeln kann und man wird beim wiederholten Anschauen noch oft etwas neues entdecken. Besonders spannend wird das Buch dadurch, dass man nun das Leben vieler Waldtiere von Monat zu Monat verfolgen kann. Dem Elch wachsen natürlich nach und nach Schaufeln, der Fuchs ist froh, wenn er in den wärmeren Monaten endlich wieder leichter Futter finden kann, der Bär schlägt sich im Frühjahr den Bauch mit Honig voll, während der Förster einen Monat vorher noch einen eher unangenehmen Zusammenstoß mit den Bienen hatte, man kann die Arbeit der Biber an ihrer Burg hervorragend verfolgen, Tierjunge wachsen heran und Blätter verfärben sich und fallen schließlich zu Boden. Hier gibt es einfach unglaublich viele kleine Tiergeschichten zu entdecken, über die es natürlich auch jede Menge zu erzählen gibt. Auch Kinder können hier schon viel sehen und auch lernen. Sie können sehr lange in den einzelnen Bildern versinken, aber besonders schön ist es dennoch, wenn man sich dieses Buch gemeinsam mit ihnen anschaut und über das Leben im Wald mit ihnen spricht. Dabei kann man dann darüber Staunen, wieviel Kinder aus den Bildern bereits herauslesen können und wie gut sie Zusammenhänge erkennen, man kann den Kindern zuhören, ihnen selbst Informationen geben und etwas erzählen und sich gemeinsam an den schönen Bildern erfreuen.

Witzig und humorvoll, aber gleichzeitig informativ (so wie das ganze Buch eben) sind die Vorstellungen der Tiere des Waldes sowie des Försters auf dem vorderen Vorsatzpapier. Allein damit kann man schon eine Weile verbringen und die Texte finden auch größere Kinder noch spannend. Auf dem hinteren Vorsatzpapier können Kinder selbst ein wenig aktiv werden und die Wege einiger Tiere in einem Labyrinth unter der Erde verfolgen. Diese beiden Doppelseiten runden das Buch toll ab.

Ein Jahr im Wald“ ist ein tolles Bilderbuch, welches sehr viel Spaß macht, sensibel für das Leben im Wald macht und bei dem man einiges über den Wald und seine Bewohner lernen kann.

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Ein Jahr im Wald von Emilia Dziubak, übersetzt von Victoria Lach, arsEdition, ISBN: 978-3-8458-1324-0, 12,99€

Sportliche Wimmelbücher

Die olympischen Spiele 2016 sind zwar beendet, aber die Paralympics stehen noch an und eigentlich ist Sport was so dazugehört ja immer interessant. Vielleicht hat das eine oder andere Kind ja schon etwas von Olympia mitbekommen und interessiert sich nun für das Thema oder es geht selber gerne in den Sportverein.

Natürlich gibt es auch zu diesen Themen meine geliebten Wimmelbücher. Zwei davon, die sehr unterschiedlich sind, möchte ich euch heute vorstellen: „Meine Deutsche Olympiamannschaft – Bachems Wimmelbilder“ und „Kicken, Kopfstehn, Klettern – Das große Sportwimmelbuch“.

Da dieses Jahr olympische Spiele stattfanden, liegt es nahe einen Blick in das Buch „Meine Deutsche Olympiamannschaft“ zu werfen. Aber Achtung, wie es der Titel sagt, geht es nicht um die olympischen Spiele an sich, sondern um die deutsche Mannschaft, was durchaus einen großen Unterschied macht, was mir allerdings vorher nicht so bewusst war und worunter das Buch meines Erachtens u.a. auch leidet. Woran denkt man und was interessiert einen, wenn man an Olympia denkt? An die Sportarten und die Wettkämpfe natürlich und vielleicht an die Eröffnungsfeier. Leider liegt hierauf aber nicht der Schwerpunkt des Buches. Lediglich das Leichtathletik-Stadion mit verschiedenen Wettkämpfen ist in typischer Wimmelbildmanier zu sehen. Ansonsten sieht man auf einer Doppelseite einige der Sportarten (Sommer- und Winterspiele) in einzelnen Bildern, was nicht so ganz zu den sonstigen Wimmelbildern, auf denen häufig vielerlei Szenen zu sehen sind, passt. Außerdem sind Doppelseiten mit dem olympischen Dorf, dem Deutschen Haus und der Willkommensfeier zu sehen. Hm, okay, vielleicht interessant zu wissen, dass das eben auch alles dazugehört, aber gerade das Deutsche Haus und die Willkommensfeier sind auch nicht so wahnsinnig spannend.

Mir persönlich gefällt am besten die Leichtathletikseite, auf der verschiedene Wettbewerbe parallel laufen, eine Siegerehrung stattfindet, man das Publikum sieht und auf der man ein paar witzige Szenen entdecken kann.

In dem Buch gibt es ein paar bekannte Sportler zu sehen. Die Idee finde ich nett. Allerdings wirken ihre markanten Gesichtszüge stilistisch völlig anders als die vielen anonymen Gesichter. Das passt einfach nicht zusammen. Außerdem wäre es schön, wenn man irgendwo lesen könnte, wen es denn so zu entdecken gibt. Den Trikot zerreißenden Robert Harting habe ich zwar auch so erkannt, aber bei anderen Persönlichkeiten bin ich mir da deutlich weniger sicher.

Schön sind die Informationen auf der Rückseite des Buches zum olympischen Feuer, den olympischen Ringen etc.

Ich weiß, dass der Herausgeber der Deutsche Olympische Sportbund ist und auch die Partner der deutschen Olympiamannschaft das Projekt unterstützt haben, aber dennoch finde ich Werbung in einem Bilderbuch deplatziert. Mir gefallen die Logo der Marken im Deutschen Haus und bei der Willkommensfeier überhaupt nicht. Das gibt dem  Buch einen unschönen Beigeschmack.

Leider kann mich dieses Buch aus genannten Gründen nicht überzeugen. Schade!

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Meine Deutsche Olympiamannschaft – Bachems Wimmelbilder, Hrsg: Deutscher Olympischer Sportbund, illustriert von Heiko Wrusch, J.P. Bachem Verlag, ISBN: 978-3-7616-2943-7, 14,95€

 

Bei dem Buch „Kicken, Kopfstehn, Klettern“ geht es nicht um ein sportliches Großereignis. Im Gegenteil – hier betätigen sich Kinder spielerisch und völlig natürlich sportlich. Es wird auf Parkbänken balanciert, gerutscht, Skateboard gefahren, Seil gesprungen, verstecken gespielt, jongliert, geschwommen, Floß gefahren, geritten und vieles mehr. In vielen der Szenen werden sich aktive Kinder wiederfinden können. Neben den vielen Möglichkeiten, die der Alltag zu Bewegungen bietet, ist aber auch auf dem Sportplatz oder auf der Eisbahn in dem Buch jede Menge los und auch in der Turnhalle gibt es viele verschiedene, spannende Stationen. In diesem Buch steckt jede Meine Leben. Es macht richtig viel Spaß! Vor allem gefällt mir gut, dass das Buch aufzeigt, wie einfach tolle Sportmöglichkeiten gefunden werden können: Egal, ob man im Wald, im Park, am Meer/im Schwimmbad oder an einem Schneehügel ist – überall kann aktiv gespielt und sich bewegt werden. Um Sport zu treiben muss man nicht unbedingt in einen Verein gehen, sondern man kann z.B. auch mal mit Hilfe von großen Steinen einen Bach überqueren. Gerade für kleinere Kinder, an die sich Wimmelbücher ja wenden, gefällt mir diese spielerische Sicht auf Sport sehr gut.

Wer nicht einfach schon so genug Spaß am erforschen der wimmeligen Bilder hat, kann auch auf jeder Seite noch nach sieben Kindern mit Nummern-T-Shirts suchen oder den Weg von Hund Hugo, der immer dünner wird, verfolgen.

Dieses Sportwimmelbuch gefällt mir wirklich gut, aber hier werden natürlich nicht so deutlich spezifische Sportarten vorgestellt, sondern es geht hier bunt, spielerisch und lebendig zu.

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Kicken, Kopfstehn, Klettern – Das große Sportwimmelbuch von Marc Locatelli, Orell füssli, ISBN: 978-3-280-03492-7, 12,95€

 

 

Riesiges Gewimmel auf einer Pinguinparty

Ich habe mal wieder einen Wimmelbuch-Tipp für euch und zwar geht es um ein richtig wimmeliges und verrücktes Wimmelbuch: „Poldi und Paulchen – Die große Pinguinparty“. Das Buch ist von Christian und Fabian Jeremies von denen auch „Mein Adventskalender-Wimmelbuch“ ist, von dem ich ebenfalls ganz begeistert bin. Und den Stil der beiden erkennt man auch direkt wieder. Witzig finde ich, dass Christian und Fabian Jeremies scheinbar eine Vorliebe für abgerissene Tapeten haben… Aber das ist natürlich nur ein winziges Detail in den großen, wimmeligen Bildern, in denen es drunter und drüber geht. Immerhin feiert Oma ihren 90. Geburtstag und jede Menge Pinguine sind angereist und toben durchs Haus. In all dem Chaos sucht sich Oma ihr Kostüm zusammen, wobei die gesuchten Sachen alle merkwürdigerweise in der Nähe von Tante Esmeralda auftauchen.

Zum Glück helfen der kleine Pinguin Poldi und sein neuer Freund Krokodil Paulchen der Oma, auch wenn sie meist an den falschen Stellen auf Suche gehen. Aber vielleicht können ja auch die kleinen Leser und Leserinnen weiterhelfen.

An den vielen Dingen und absurden Szenen, die man auf den Bildern entdecken kann, war Bücherwürmchen nur interessiert, wenn man ihn auf etwas hinwies, aber Tante Esmeralda und die gesuchten Teile für Omas Kostüm hat er gerne gesucht. Und da es in diesem Buch ordentlich wimmelt, hat diese Such auch bei den Wiederholungen noch Spaß gemacht und so nach und nach haben wir dann auch gemeinsam die Bilder etwas genauer erforscht. Bücherwürmchen findet Poldis Zimmer mit dem in der Luft hängendem Schiffsbett besonders klasse und ich freue mich über die vielen, vielen witzigen Kleinigkeiten, dies es überall zu entdecken gibt.

Bei diesem Wimmelbuch kann einem gar nicht langweilig werden. Und wer eben nicht so lange bei einzelnen Bildern verweilen möchte und es in Kauf nimmt jede Menge zu verpassen, der folgt eben der Geschichte rund um Oma, Poldi, Paulchen und ihre Suche. Dabei kann man sich bei dem Blick auf die Bilder vom Text leiten lassen und die genannten Szenen heraussuchen. Oder man hält auf jeder Seite Ausschau nach Poldi, Paulchen, Oma, Tante Esmeralda sowie dem Putzroboter Schluck und den Abenteurer Onkel Charly… Das Buch hält sehr viel bereit – ein toller, bunter Wimmel-Bilderbuch-Spaß!

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Poldi und Paulchen – Die große Pinguinparty von Christian und Fabian Jeremies, Boje Verlag, ISBN: 978-3-414-82396-0, 12,99€

Niederlande – wimmelig, bunt und informativ

Als ich entdeckt habe, dass es ein „Niederlande“-Wimmelbuch gibt (welches schlicht und ergreifend und im Übrigen äußerst passend „Niederlande“ heißt), war ich direkt interessiert daran. Die Niederland ist nicht weit weg von uns und man fährt ja doch ab und zu dort hin. Außerdem habe ich vor wenigen Jahren bei der VHS ein wenig Niederländisch gelernt. Ein Buch also, welches für mich durchaus von Interesse ist. Mir war aber gar nicht klar, was für ein Buch mich erwarten würde. Dieses Buch ist so viel mehr, als man vielleicht erwarten würde. Es ist nicht einfach nur ein nettes Buch, welches man sich gerne anschaut, weil es zu den eigenen Interessen passt. Nein, es ist ein wunderbares und geniales Bilderbuch, in dem unglaublich viel drin steckt. Klar, auf den Seiten werden verschiedene Gegenden der Niederlande dargestellt und direkt beim ersten Anschauen wird man einiges entdecken, was einem etwas sagt, doch Charlotte Dematons beschränkt sich in diesem Buch keineswegs auf die typischen Fahrräder, Mühlen oder Tulpenfelder. Natürlich sind auch diese Aspekte in dem Buch vertreten, aber dieses Buch ist viel tiefgründiger.

Auffällig ist direkt die hohe Anzahl an Seiten, die deutlich höher ist als bei den meisten Wimmelbüchern. In diesem Buch blättert man sehr gerne, denn die Bilder sind einfach schön. Man schaut sie sich gerne an und staunt, wie viele kleine Dinge es auf ihnen zu entdecken gibt. Außerdem stecken sie voller Leben und Atmosphäre. Charlotte Dematons zeigt in ihren Bildern nicht einfach wirklichkeitsgetreu verschiedene Gegenden der Niederlande, sondern sie hat in die Darstellungen von Amsterdam, Den Haag, Limburg etc. viele Dinge aus den verschiedensten Bereichen hineingewoben. Hier findet man wirklich alles: Kunst, bekannte Personen, geschichtliche Ereignisse, Traditionen, Essen, Feste und vieles mehr. Anne Frank kann man in dem Buch ebenso finden wie Szenen aus Gemälden berühmter Künstler, die Tradition die Geburt eines Kindes mit Zwieback mit Zuckerstreuseln zu feiern, durch Nebel ausgelöster Stau oder Wollnashörner, die in der Gegend von Texel vor 80000 bis 10000 Jahren gelebt haben. Sogar niederländische Kinderbuchhelden wurden in das Buch mit aufgenommen. Ja, wir haben tatsächlich auf einer Seite ganz klein Pluck mit dem Planwagen gesichtet.

Übrigens gibt es auch in diesem Buch die typische Wimmelbuchaufgabe: Es gibt ein paar Figuren und Dinge, die man auf jeder Doppelseite finden kann.

Sehr gut gefällt mir die Idee, das Buch mit einem informativen Booklet anzubieten. Das Buch selbst enthält überhaupt keinen Text, so dass die Bilder die gesamten Doppelseiten ungestört einnehmen können und sie ihre Wirkung besonders gut entfalten können. Man kann sich das Buch auch zunächst ganz ohne Informationen anschauen und wird auch so schon das eine oder andere erfreut entdecken. Wir haben z.B. direkt den LKW mit „Hagelslag“ auf der Autobahn entdeckt, denn vor kurzem haben wir noch zwei Packungen mit den Schokostreuseln aus den Niederlanden mit nach Hause gebracht. Hätte man aber gar keine Informationen zu den Bildern, so würde man wohl leider auch viele tolle Details gar nicht entdecken bzw. versteht man auch nicht jedes Detail in den Bildern, gerade wenn Orte oder Gegenden dargestellt werden, die man selbst nicht kennt. Toll, dass man diese Infos einfach in einem ziemlich umfangreichen Heft zur Verfügung stellt. Schaut man sich das Buch nun noch einmal (oder in der Realität noch viele Male) mit dem Booklet an, so kann man sehr viele interessante Dinge über die Niederlande erfahren, die man auch in den Bildern wiederfinden kann. Meines Erachtens bekommt man mit diesem Wimmelbuch ein sehr umfassendes Bild der Niederlande geliefert. Es ist echt unglaublich, wie viele Informationen in einem Bilderbuch stecken können. Ich bin immer noch ganz begeistert. Mit diesem Buch kann man auch als Erwachsener noch sehr viel über die Niederlande erfahren und lernen und auch wenn einen die Geschichte dieses Landes vielleicht vorher noch gar nicht so sehr interessiert hat, mit diesem Buch und dieser besonderen Kombination an Informationen und der Darstellung in wimmeligen Bildern, wird ganz bestimmt das Interesse geweckt.

Ein Buch für Niederlande-Urlauber, Länderexperten, Wimmelbuchliebhaber und alle anderen Bücherfreunde, die sich gerne wunderschöne Bilder, in denen jede Menge steckt, anschauen. Es ist ein Buch, an dem Kinder und Erwachsene gleichermaßen Spaß haben. Kinder können hier schon alleine einiges entdecken, man kann sie auf einen Urlaub vorbereiten oder nach dem Urlaub nach bestimmten Dingen in dem Buch suchen und man kann größeren Kindern zu den Bildern ganz viel erzählen. Und vor allem ist dies wirklich ein Buch, bei dem man bei jedem Anschauen wieder etwas Neues entdecken kann. Hier ist es wirklich einfach unmöglich direkt beim ersten Durchblättern direkt alles zu finden und ich finde, das macht ein richtig gutes Wimmelbuch erst aus.

Okay, ich glaube, ihr habt es bereits festgestellt: Für dieses Buch spreche ich eine ganz klare Empfehlung aus! Es ist ein rundum gelungenes Buch, welches viel Spaß macht und gleichzeitig auch noch unheimlich informativ ist.

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Niederlande von Charlotte Dematons, Bohem Verlag, ISBN: 978-3-95939-036-1, 24,95€

 

Unterschiedlicher Blick auf Bilderbücher

Ist es nicht interessant, wie unterschiedlich Kinder und Erwachsene Illustrationen in Bilderbüchern wahrnehmen? Häufig fällt das gar nicht so deutlich auf, denn zumindest mein Sohn äußert sich meistens nicht großartig zu den Bildern. Er freut sich, wenn es Bilder in einem Buch zum Gucken gibt, aber letztendlich entscheiden das Thema und vielleicht unbewusst auch der Stil sowie der Witz einer Geschichte, ob ihm das Buch gefällt oder nicht. Es kommt ganz selten mal vor, dass er sagt, dass ihm die Bilder nicht gefallen. Dass Bilder ihm gefallen, merkt man hauptsächlich daran, dass er über bestimmte Dinge lacht, der Stil selbst ist für ihn da weniger entscheidend.

Diesen Unterschied zwischen meinem Sohn und mir habe ich gerade ganz deutlich bei dem Pappbilderbuch „Mittelalter Wimmelbuch“ feststellen können. Es tut mir leid, aber ich persönlich finde die Bilder einfach hässlich. Die Figuren in dem Buch stoßen mich regelrecht ab. Ob das Buch künstlerisch gelungen ist oder nicht, möchte ich gar nicht beurteilen. Es geht allein darum, wie die Bilder auf mich wirken und da ist es so, dass die Bilder in mir ein unangenehmes Gefühl erzeugen. Ich mag die fratzenhaften, überzogenen Gesichter nicht gerne sehen. Sicherlich kann man darin gerade den Witz in dem Buch sehen, aber ich kann mich nicht mit der Prinzessin mit den Hasenzähnen anfreunden.

Mein Sohn jedoch hat sich überhaupt nicht um das Aussehen der Figuren gekümmert. Das Thema findet er mehr als spannend und so hat er sich auch dieses Buch direkt eine ganze Weile lang angeschaut und großen Gefallen daran gefunden. Besonders toll und witzig fand er die kleinen Geschichten, die man von Seite zur Seite verfolgen kann, wobei er dabei in erster Linie darüber lachte, wie der Dieb die Wache überlistet und aus dem Verlies entkommt (Verliese sind bei ihm aber auch gerade ganz hoch im Kurs und sind auf jedem seiner Ritterburgenbilder zu finden…). Aber auch der Opa, der auf der Suche nach einem Klo ist, hat ihn natürlich erheitert. Darüber hinaus weckten das Ritterturnier sowie das anschließende Rittermahl sein Interesse. Ich muss aber auch zugeben, dass das Wimmelbuch thematisch einiges bietet: Ritter, Burgen, Ritterturnier, Bauern, Markt, Gaukler,… Hier finden Kinder wirklich all das wieder, was für sie zum Mittelalter dazu gehört. Ja, und alles wird eben auf humorvolle Art und Weise dargestellt. Für Bücherwürmchen ist das Buch ein großes Vergnügen, für mich eher nicht. Und ich könnte mir vorstellen, dass es anderen Erwachsenen ähnlich wie mir geht, denn das Buch wird nicht mehr aufgelegt. Eigentlich schade, dass Bücher dann letztendlich doch nach dem Geschmack der Eltern und nicht nach dem der Kinder gekauft werden. Wobei ich manche Bücher tatsächlich nicht gerne bei uns im Regal stehen haben würde, aber bei diesem Buch ist es nur eine Geschmacksfrage bezüglich des Stils und so gönne ich es Bücherwürmchen von ganzem Herzen, dass er sich hier ganz in der Welt des Mittelalter verlieren kann.

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Mittelalter Wimmelbuch von Anna Frenzel-Röhl, Wimmelbuchverlag 2011, ISBN: 978-3942491037

Biblische Geschichten in einem Wimmelbuch

Ich gebe zu, ich war mir nicht so sicher, ob ich wirklich ein Bibel-Wimmelbuch haben wollte. Irgendwie ging ich davon aus, dass es vermutlich recht oberflächlich und bunt gestaltet sein würde. Aber ich wurde positiv überrascht. Das Pappbilderbuch „Mein großes Bibel-Wimmelbuch“ aus dem Coppenrath Verlag gefällt mir wirklich gut und vor allem möchte auch Bücherwürmchen sich dieses Buch immer wieder anschauen.

Sehr gut an dem Buch gefällt mir, dass hier nicht einfach nur Bilder von biblischen Geschichten präsentiert werden, sondern dass die Geschichten, die hier dargestellt werden, auch kurz auf einer ausklappbaren Seite erzählt werden. Zwar ist manches schon deutlich zusammengekürzt, aber der Inhalt der Geschichten kommt dennoch sinngemäß und kindgerecht gut herüber.

Die Bilder sind bunt und freundlich gestaltet und es gibt viele Szenen aus den vorgestellten Geschichten zu entdecken, aber man wird nicht von den Bildern erschlagen. Etwas schade finde ich es, dass sich die Bilder tatsächlich auch hauptsächlich auf die Texte beziehen und darüber hinausgehende Szenen nur teilweise zu entdecken sind. Eine Doppelseite widmet sich zum Beispiel der Ostergeschichte. Der Teil, in dem Petrus Jesus verleugnet, fehlt, was auch in Ordnung ist. Ich hätte es aber schön gefunden, wenn man Petrus und den Hahn dennoch auf dem Bild hätte finden können, was leider nicht der Fall ist.

Neben den Texten befinden sich kleine Bilder, die man dann im Wimmelbild suchen und finden kann. So bekommt man eine kleine Hilfe, wenn man die Bilder auf dem Wimmelbild, in dem ja viele verschiedene Szenen gleichzeitig dargestellt werden, nicht direkt den Geschichten zuordnen kann. Leider sind die kleinen Bilder nicht immer direkt neben der passenden Textstelle.

Es ist erstaunlich wie schön das Gesamtbild zusammengesetzt wurde. Es wirkt wie ein großes Bild, aber in Wirklichkeit kann man darin mehrere Szenen aus den einzelnen Geschichten entdecken. So befindet sich z.B. auf der ersten Doppelseite sowohl ein Bild von der Arche Noah im Bau, beim Regen auf dem Wasser und am Ende vor dem Regenbogen.

Die Auswahl der Geschichten gefällt mir gut. Viel Platz nehmen Josef, Mose und Jesus ein, aber auch der Turmbau zu Babel, David, Jona und Daniel in der Löwengrube sind in dem Buch zu sehen.

Wir haben uns dieses Buch schon oft angeschaut. Allerdings verbringen wir recht wenig Zeit damit die Bilder genau zu erforschen. Bücherwürmchen möchte die Geschichten vorgelesen bekommen, sich dabei die Bilder anschauen und dann soll es auch schon weiter gehen. Trotzdem ist das Buch auch für uns ein Gewinn. Wir lesen häufig die biblischen Geschichten, Bücherwürmchen spricht immer mal wieder darüber und die schönen Bilder können so nach und nach noch entdeckt werden.

Ich kann „Mein großes Bibel-Wimmelbuch“ nur empfehlen. Es eignet sich hervorragend um Kindern einen ersten Zugang zu biblischen Geschichten zu bieten.

Mein großes Bibel-Wimmelbuch

Mein großes Bibel-Wimmelbuch von Antonie Schneider und Melanie Brockamp, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-8157-2175-9, 12,95€