Erst 127 Jahre alt, aber trotzdem eine richtige Hexe

Seit einem halben Jahr etwa lesen wir Bücherwürmchen nun ganz fleißig die ersten Bücher, die man nicht mehr zu den Bilderbüchern zählt, vor. Dabei kommen zur Zeit vor allem alte Kinderbuchklassiker zum Zuge. Nachdem wir mit dem Räuber Hotzenplotz, den Bücherwürmchen über alles liebt, angefangen haben, folgten nun so langsam die anderen Bücher von Otfried Preußler: Der kleine Wassermann, das kleine Gespenst und nun eben die kleine Hexe. Die zwei letztgenannten haben wir uns aus der Bücherei ausgeliehen und Bücherwürmchen hat dann zu Hause immer ganz begeistert dem Papa von unserer neuen Ausleihe berichtet. Ja, er freute sich schon richtig auf diese Bücher. Aber sie gruseln ihn gleichzeitig auch immer ein wenig. Allein dass die kleine Hexe am Freitag hext, obwohl dies doch den Hexen verboten ist, war für ihn aufregend genug, um unruhig durchs Zimmer zu laufen. Ich habe mich übrigens auch sehr gefreut, dass wir diese Bücher nun gemeinsam lesen, denn ehrlich gesagt, konnte ich mich an die kleine Hexe auch gar nicht mehr so richtig erinnern. Vermutlich habe ich ebenfalls bei der Hälfte der Geschichte unter einem schützenden Kissen gelegen… Dabei ist das Buch gar nicht so gruselig, aber die bösen Hexen wirken auf Kinder natürlich schnell furchteinflößend wie das Thema Hexen selbst vermutlich auch. Sowohl Bücherwürmchen, der immer sehr mit einer Figur mitfiebert, als auch ich waren am Ende des Buches regelrecht empört darüber, dass die kleine Hexe für ihre guten Taten verurteilt wird. Denn gerade für ihr gutes Herz liebt man die kleine Hexe doch. Ja, die kleine Hexe, die sich so sehr bemüht eine gute Hexe zu werden um an der Walpurgisnacht teilnehmen zu dürfen, ist einem sehr sympathisch. Sie hilft den Armen und Schwachen und ist dabei dennoch nicht langweilig, sondern immer wieder für einen kleinen Schabernack zu haben. Sie hilft auch nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern erteilt auf humorvolle Art und Weise ihre Lektionen. Es macht einfach viel Spaß dieses Buch zu lesen und auch nach der Lektüre haben wir uns noch gerne mit den Charakteren aus dem Buch beschäftigt. Bücherwürmchen und ich haben den Raben Abraxas sowie die kleine Hexe gebastelt.

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Allerdings fand Bücherwürmchen dann, dass die Hexe so hässlich aussähe, dass es nur die Muhme Rumpumpel sein könnte. Die gemeine Muhme Rumpumpel hat ordentlich Eindruck auf ihn gemacht, was meines Erachtens nicht nur an ihrem Verhalten liegt, sondern auch an ihrem Namen in Kombination mit dem alten Wort „Muhme“, welches heute nicht mehr gebräuchlich ist und somit für Bücherwürmchen besonders spannend klingt.

Die kleine Hexe“ ist ein toller Kinderbuchklassiker. Otfried Preußler kann einfach sehr gut und mit der richtigen Prise Humor und Spannung erzählen. Hinzu kommt das diese Hexengeschichte alle klassischen Zutaten enthält: Böse Hexen, Raben, Walpurgisnacht, Blocksberg, Hexenbesen… Herrlich! Und natürlich geht dann am Ende doch noch alles gut aus – so wie es sich für ein Kinderbuch eben gehört!

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Die kleine Hexe von Otfried Preußler, Illustrationen von Winnie Gebhardt-Gayler, Thienemann Verlag, ISBN: 978-3-522-10580-4, 11,99€

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Wer ist da wohl bei Herrn Lotti gelandet?

Manchmal ist es richtig schön, wenn man einfach Bilderbücher liest und anschaut, weil sie schön sind und nicht, weil sie eine besondere Botschaft beinhalten. Ich finde, dass „Herr Lotti findet ein Paket“ so ein Buch ist. Es mutet von den Bildern und auch von dem Verlauf der Geschichte her, ein wenig ältlich an, aber das macht letztendlich den Charme dieses Buches aus.

Herr Lotti ist ein äußerst sympathischer Briefträger, der vielleicht ein wenig kauzig erscheint, aber er ist sowohl vom Text als auch von den Bildern her ein Mann, den man von Beginn an als sehr freundlich und nachsichtig wahrnimmt. Herr Lotti geht seinem Beruf gerne nach und das nimmt man ihm auch sofort ab. Eines Tages findet er auf seinem Weg ein Paket, wie es der Titel bereits verrät. Ihm ist klar, dass dies kein normales Paket ist, denn sowohl Luftlöcher als auch Kratzen und Fauchen deuten auf ein Tier hin. Da nun kein Name auf dem Paket steht, nimmt er es mit nach Hause. Das Tier in dem Paket scheint zunächst eine große Katze zu sein, die sich dann so nach und nach als waschechter Tiger entpuppt. Ein Tiger kann natürlich nicht bei Herrn Lotti bleiben, auch wenn die zwei sehr gute Freunde geworden sind und so sucht der Briefträger eine Lösung, die er am Ende auch findet. Wieder reist der Tiger als Paket. Dieses Mal geht es aber zu seinen Artgenossen nach Indien. Etwas traurig ist so ein Abschied immer, aber Herr Lotti lächelt dabei und das passt genau zu ihm.

Letztendlich bleibt mir nicht viel mehr zu sagen, dass es sich bei „Herr Lotti findet ein Paket“ um eine äußerst liebenswürdige Geschichte handelt. Insbesondere durch die Bilder, die den Witz der Geschichte, z.B. wenn sich die beiden ein Bett teilen oder gemeinsam durch die Stadt spazieren gehen, aber niemand die Katze streicheln möchte, hervorheben, wird das Buch zu einem tollen Vorleseerlebnis. Auch Herr Lotti wächst einem nicht zuletzt durch die Bilder ans Herzen.

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Herr Lotti findet ein Paket von Martin Gülich und Amélie Jackowski, Thienemann Verlag, ISBN: 978-3-522-43784-4, 12,99€

Tilda Apfelkern versteckt sich sehr gut

Nachdem ich euch neulich bereits ein Wimmelbuch vorgestellt habe, welches mich nicht so ganz überzeugen konnte („Mein Tag & Nacht Wimmelbuch Stadt„), gibt es auch bei dem heutigen Wimmelbuch eine Schwachstelle. Schade, denn eigentlich finde ich Tilda Apfelkern total süß, aber leider kann ich in dem Buch „Tilda Apfelkern – Das große Wimmelbuch“ die holunderblütenweiße Kirchenmaus nicht immer ausmachen. Natürlich soll man sie in jedem Wimmelbild suchen, aber ich weiß ehrlich gesagt manchmal nicht, woran ich sie von anderen weißen Mäusen unterscheiden kann. Kenne ich Tilda Apfelkern dazu so wenig oder geht es anderen genauso? Zum Glück gibt es am Ende des Buches eine Auflösung, aber so richtig befriedigend ist das nicht. Auf den Bildern geht es jedenfalls sehr wimmelig und sehr „mäusig“ zu. Kein Wunder, die Mäuse und ihre Freunde sind ja auch sehr beschäftigt um das alljährliche Gartenfest noch zu retten. Da gibt es natürlich einiges zu tun. Gar nicht so einfach sich auf den Bildern zurecht zu finden. Da muss man manchmal schon ein wenig blinzeln. Hilfreich ist, dass dies kein Wimmelbuch ohne Text ist und es eine Geschichte gibt, die einen ein wenig Orientierung gibt. Außerdem gibt es auf jeder Seite kleine Suchaufträge, so dass man besser in die Bilder hineinkommt, welche, wie es sich für Tilda Apfelkern gehört, sehr niedlich sind. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es hier für den einen oder anderen zu wimmelig ist, aber so ist das bei einer großen Mäusefamilie eben. Entdecker und Tilda Apfelkern-Fans werden hier jedenfalls ihre große Freude haben!

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Tilda Apfelkern – Das große Wimmelbuch von Andreas H. Schmachtl, Arena Verlag, ISBN: 978-3-401-70451-7, 12,99€

Eine Stadt bei Tag und Nacht

Eigentlich zählt der Oetinger Verlag zu einem meiner Lieblingsverlage, denn immerhin werden hier viele Bücher skandinavischer KinderbuchautorInnen herausgebracht. Jetzt war ich aber mal ein wenig enttäuscht von einem Buch aus diesem Verlag und zwar von „Mein Tag & Nacht Wimmelbuch Stadt“. Die Idee des Buches fand ich erst einmal klasse. Durch große Ausklappseiten kann man eine Stadt bei Tag und Nacht kennen lernen. Das ist doch spannend. Was passiert wohl nachts auf dem Marktplatz, der tagsüber so belebt ist? Gibt es im Museum auch nachts etwas zu entdecken?

Tagsüber lernt man die Stadt gemeinsam mit der Familie von Ben und Sofie kennen, während die Stadt nachts von anderen Figuren und Tieren bevölkert wird. Bücherwürmchen berührte besonders das Schicksal von Pit, der auf der Straße lebt. Auch über das Buch hinaus war das für ihn noch lange ein Thema. Die anderen Figuren, um die es hier vornehmlich geht, haben ihn weniger beeindruckt. Sie bleiben letztendlich auch recht unspektakulär. Genauso wenig sind die Bilder etwas besonderes. Man kann viel auf ihnen entdecken, sie sind bunt und freundlich gehalten, aber sie haben nur geringen Wiedererkennungswert. Angucken kann man sie sich aber natürlich dennoch ganz gut. Mich stört jedoch, dass nachts teilweise so unrealistische Szenen gezeigt werden. Man sieht eben nicht, was in einer Stadt am Tag und in der Nacht geschieht. Die Szenen tagsüber orientieren sich an realistischen Erlebnissen einer Familie, während nachts auf einmal Katzen mit Luftmatratze den Brunnen bevölkern und sowohl die ausgestopften Tiere im Museum als auch das Spielzeug im Geschäft lebendig werden. Ja, man kann das Ganze auch einfach als fantasievolle Anregungen zum Weiterspinnen sehen und sich gemeinsam mit dem Kind weitere spannende nächtliche Szenen überlegen und über das nächtliche Leben im Buch staunen und jede Menge Spaß daran haben, aber mir persönlich hätte es besser gefallen, wenn auch nachts realistischere Szenen aufgezeigt werden würden.

Abschließend noch ein paar Worte zu dem Wimmelbuch an sich, welches neben den Bildern von einem kurzen Text, welches einen Teil der Geschehnisse kurz erwähnt, begleitet wird. Es gibt auf den Aufklappseiten einige Suchaufträge und Fragen, die zum genauen Hinschauen auffordern. Zunächst fand ich es ein wenig umständlich, dass diese Aufträge nur auf den Innenseiten zu finden waren und man für das Suchen die Seite wieder umschlagen muss, aber letztendlich fördert dies nur umso mehr das Gedächtnis und die Konzentration der Kinder und es ist interessant zu sehen, welche Fragen Kinder auch direkt beantworten können ohne das Bild vor sich zu haben. Auf der ersten Doppelseite wird das Viertel von Sofie und Ben gezeigt, während auf den nächsten Seiten einzelne Ecken aus dem Viertel in Augenschein genommen werden. Es geht also meistens um eine recht begrenzte Örtlichkeit, die dann aber recht voll von Begebenheiten, Details und Szenen ist. In den Nachtszenen ist es etwas einfach sich zu orientieren, da sich hier u.a. die einzelnen Figuren etc. farblich besser abheben als am Tag.

Ob einem die Mischung aus realistischen und fantasievollen Szenen gefällt, muss jeder selbst entscheiden. Wichtig ist nur, dass man beim Kauf dieses Buches eben weiß, dass gerade in der Nacht der Fantasie freien Lauf gelassen wird.

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Mein Tag & Nacht Wimmelbuch Stadt von Kerstin M. Schuld, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-7172-7, 9,99€

Die wichtigsten Dinge im Leben kann man sich nicht kaufen

Manchmal lohnt es sich wirklich, sich mal in den Programmen kleinerer oder unbekannterer Verlage umzuschauen. Auch hier gibt es nämlich wirklich einige tolle Bücher zu entdecken (von denen das eine oder andere ja auch mit dem Buchkönig ausgezeichnet wird). Ganz aktuell habe ich das Buch „PAPA HOPPE gibt nicht auf“ aus dem Buchecker-Verlag entdeckt. Auffällig sind hier zunächst die Bilder, die vielleicht ein wenig ungewohnt erscheinen. Sie sind sehr farbkräftig und besonders die etwas groben Gesichtszüge der Figuren stechen ins Auge. Auf diese Weise bleiben die Bilder aber im Gedächtnis hängen. Sobald man nach der Lektüre den Buchtitel hört, fallen einem die dazugehörigen Bilder ein. Sie strahlen jede Menge Leben aus und sind trotz des ernsten Themas des Buches durchaus humorvoll.

Ja, es geht in dem Buch um ein ernsthaftes Thema. Es geht um den Verlust des Arbeitsplatzes, der sich auf die ganze Familie auswirkt. Der Vater weiß nichts mit sich anzufangen und ist einfach nur sehr traurig und die Tochter Marie leidet darunter, dass ihre Mitschüler über sie lachen, da sie nicht die neusten Klamotten etc. hat. Nein, es ist nicht schön, wenn einen niemand braucht und man der geliebten Familie nichts mehr bieten kann. Aber an dieser Stelle bleibt das Buch nicht stehen, denn Papa Hoppe gibt schließlich nicht auf. Er fängt an seine Zeit sinnvoll zu nutzen und im Haushalt zu helfen und vor allem verbringt er seine Zeit nun mit seiner Familie. Es ist nicht einfach mit wenig Geld auszukommen, aber es gibt wichtigere Dinge im Leben. Es gibt eine andere Art von Reichtum und diesen kann jeder finden, der mit seiner Familie wunderbare Erlebnisse teilt. Marie und ihr Vater verbringen erstmals ein ganzes Wochenende miteinander und stellen dabei fest, wie wunderbar und wie wertvoll diese Zeit ist.

Das Buch gefällt mir aus mehreren Gründen sehr gut. Zum einen finde ich es gut, dass das Thema Arbeitslosigkeit in einem Bilderbuch verarbeitet wird und zum anderen gefällt es mir, dass ebenfalls gezeigt wird, was einem ein erfülltes, aufmerksames Familienleben alles geben kann. Der Blick wird auf unbezahlbare, wichtige Dinge im Leben gerichtet, wobei das Buch nie Gefahr läuft, die harte Realität außen vor zu lassen. Sehr gut gelungen ist auch die Art der Erzählung. Die Gefühle der Figuren werden klar, aber behutsam genannt. Sowohl Ängste und Traurigkeit als auch Hoffnung und Freude kommen zur Sprache.

Übrigens finde ich den Namen Papa Hoppe gut gewählt. Das Schriftbild erinnert mich an das englische Wort für Hoffnung: Hope.

Ich kann dieses Buch nur jedem (ab circa 5 Jahren) empfehlen, auch wenn Arbeitslosigkeit in der Familie kein Thema ist, denn letztendlich geht es um alle Krisensituationen im Leben und dem, was das Leben ausmacht. Ganz so wie Papa Hoppe es seiner Tochter mit auf den Weg gibt: „Es kommt immer darauf an, was man daraus macht…“

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PAPA HOPPE gibt nicht auf von Rainer M. Osinger, Buchecker Verlag, ISBN: 978-3-936156-21-8, 12,80€

Ratzdifatz auf Mäusepfoten durchs Kinderzimmer

Ratzdifatz“, schnell das Buch aufgeschlagen, denn der Titel macht neugierig auf das Buch. Er klingt fröhlich und nach einer flotten Geschichte. Und genauso ist es dann auch. Die Mäusekinder Ratz und Fatz flitzen fröhlich durch die Gegend und spielen besonders gerne nachts in Peters Kinderzimmer. „Ratzdifatz, da sind wir schon.“ – „Ratzdifatz, ab ins Versteck.“ Nacht für Nacht huschen sie unbemerkt ins Zimmer und probieren all das schöne Spielzeug aus. So lange bis die Mäuse mit Peters neuen roten Flitzer im Mausloch verschwinden und Peter ausgerechnet dieses Auto vermisst. Da hilft alles nichts. Ratz und Fatz müssen das Auto zurückbringen und oh weh, dabei werden sie von Peter beobachtet. Hoffentlich geht es den beiden Mäusekindern nun nicht an den Kragen?! Wer will schon gerne Mäuse bei sich haben? Zum Glück endet dann doch alles glimpflich und die Mäusekinder haben einen neuen Freund gefunden…

Die Geschichte hat ordentlich Schwung und wird toll gereimt erzählt. Man hat viel Spaß an Ratz und Fatz und drückt ihnen die Daumen, dass sie die Sache mit dem Auto ohne Probleme in Ordnung bringen können, aber natürlich sieht man auch sofort das geöffnete Auge Peters, während sich die Mäuse darüber freuen, dass die Rückgabe anscheinend erfolgreich vonstatten ging…

Die Bilder in dem Buch sind übrigens auch klasse. Eigentlich sind sie recht einfach gezeichnet, aber sie haben dennoch viel Aussagekraft und kommen wirklich niedlich daher. Meist wird wenig von den Räumlichkeiten gezeigt, einzig die Mäuse und Peter stehen im Vordergrund. Bilder und Text ergänzen sich in dem Buch auf tolle Art und Weise und durch dieses Zusammenspiel bekommt der Leser teilweise bereits einen kleinen Vorsprung in der Geschichte. Das wurde hier wirklich sehr gut gemacht.

Insgesamt erhält man mit „Ratzdifatz“ ein sehr schönes, kleines Büchlein, das sich toll vorlesen lässt. Es ist keine große, bedeutungsschwere Geschichte, aber eine gute Unterhaltung für Kinder ab etwa drei Jahren.

Übrigens dachte Bücherwürmchen, als er das Buch aus der Kiste holte, dass es eine Geschichte vom Mond sei. Der kugelrunde Kopf Peters, der auf dem Titelbild zu sehen ist, erinnert tatsächlich ein wenig daran… Aber als ich ihm das Buch dann vorgelesen habe, war er dann auch zufrieden!

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Ratzdifatz von Katja Kauffeldt, ISBN: 978-3-00-050874-5, 11,50€

Tolle Abenteuer mit Cowboys und Piraten für Grundschüler

Heute möchte ich euch dann nun zwei Bücher vorstellen, die prima für Kinder im Grundschulalter und erstem Lesealter geeignet sind und die auch mir als Erwachsene wirklich gut gefallen (das Verkaufsargument ist hier nicht mehr so spürbar). Natürlich kann man beide Bücher aber kleineren Kindern auch schon sehr gut vorlesen. Zumindest Bücherwürmchen hatte sehr viel Spaß an „Cowboy Klaus und die wüste Wanda“ und an „Käpt’n Donnerpaule jagt die Limodiebe“.

Das Buch „Cowboy Klaus und die wüste Wanda“ gehört zur Reihe Tulipan ABC, die tolle Bücher für Leseanfänger herausbringt. Die Cowboy Klaus-Bücher passen hervorragend in diese Reihe. Die Geschichten machen richtig viel Spaß, lassen sich aber schon gut selber lesen. Die Schrift ist leicht lesbar und die Sätze sind recht kurz und überschaubar. Die einzelnen Wörter sind nicht alle sooo einfach zu lesen für Kinder, so dass es eher ein Buch für Kinder ist, die nicht mehr allzu viel Mühe mit jedem einzelnen Wort haben. Aber allen, die ihre ersten Lesefähigkeiten ein wenig weiter ausbauen möchten, sei Cowboy Klaus ans Herz gelegt. Es sind wahnsinnig schräge Cowboy-Geschichten, bei denen alles ein wenig anders ist als man es vielleicht sonst von Cowboys gewöhnt ist, wobei Cowboy Klaus natürlich nichts lieber sein möchte als ein richtiger Cowboy. Und dazu braucht er ein Pony. Er hofft beim Pferdehändler Hänk Hafersack, bei dem sich im Übrigen die gesprochenen Sätze reimen, fündig zu werden, doch Cowboy Klaus ist eben ein besonderer Cowboy und so passt es auch prima, dass er am Ende statt mit einem Pony den Stall des Pferdehändlers mit einem Kamel verlässt… Passend zur Geschichte finden sich in dem Buch auf jeder Seite große, farbige Illustrationen, die die Komik und den Humor des Buches unterstreichen. Ich finde, jedes Schulkind, welches Spaß an Cowboy- und Abenteuergeschichten hat, sollte die Cowboy Klaus-Bücher mal in der Hand gehabt haben. Nicht alle Episoden eignen sich gleichermaßen auch schon für kleinere Kinder, aber gerade die Erzählung mit dem Kamel ist auch schon für Kindergartenkinder recht gut verständlich.

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Cowboy Klaus und die wüste Wanda von Eva Muszynski und Karsten Teich, Tulipan Verlag, ISBN: 978-3-86429-233-0, 8,95€

 

Das Buch „Käpt’n Donnerpaule jagt die Limodiebe“ richtet sich an etwas ältere Grundschulkinder, so dass auch nicht mehr alle Seiten von Illustrationen (in schwarz-weiß) geziert werden. Aber auch dieses Buch beinhaltet ein großes Lesevergnügen. Es kommt nicht ganz so komisch daher wie die Cowboy-Klaus-Bücher, aber auch hier ist einiges anders als auf einem gewöhnlichen Piratenschiff. Der Kapitän ist eine Robbe und seine Matrosin ist die Möwe Antonia. Gemeinsam sind sie auf der Polly unterwegs um herauszufinden, was mit dem Limoschiff passiert ist. Für Käpt’n Donnerpaule ist es nämlich ganz furchtbar, dass es keine Limo mehr zu kaufen gibt, denn nichts trinken Piratenrobben lieber als Zitronenlimo. Da muss man also auch mal ein kleines Abenteuer wagen und den Limodieben hinterherjagen. Hilfe erhalten sie ausgerechnet von den Heringen, die eigentlich auch auf der Speisekarte von Käpt’n Donnerpaule stehen. Aber in einer solchen Situation muss man offen für neues sein und so stellt der Käpt’n fest, dass so eine gemischte Fischplatte auch nicht schlecht ist. Gemeinsam mit alten und neuen Freunden gelingt es Käpt’n Donnerpaule und Antonia schließlich die Limo zurückzuerobern und ihrem eigentlichen Eigentümer zurück zu bringen.

Das Buch lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Es ist locker geschrieben und die Geschichte, in die man sich direkt hinein findet, geht flott voran. Mir gefällt, dass hier eine etwas andere Piratengeschichte (ohne Gewalt etc.) erzählt wird, die aber dennoch spannend ist und insbesondere durch die außergewöhnliche Besatzung viel Spaß macht. Auch die Namen der Figuren sind humorvoll gewählt. Bücherwürmchen hatte sehr viel Spaß an diesem Buch. Ich musste es ihm in einem Rutsch vorlesen und da er momentan immer Bücher von gleichen Autoren oder Verlagen identifiziert, mussten wir anschließend auch noch die Bücher von dem kleinen Ritter Apfelmus lesen (ebenfalls empfehlenswerte Lektüren für Grundschulkinder). Übrigens lässt sich das Buch auch im Schulunterricht gut einsetzen. Ein entsprechendes Schülerheft ist ebenfalls lieferbar. Und bei wem Käpt’n Donnerpaule nicht auf dem Stundenplan steht, dem empfehle ich es als tolle Lektüre für den Nachmittag oder als gemütliche Lesestunden abends im Bett.

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Käpt’n Donnerpaule jagt die Limodiebe von Stefan Schwinn, Edition Zweihorn, ISBN: 978-3-943199-10-9, 5,95€

Zur Vorstellung von Bilderbüchern mit echten Abenteuern geht es hier.

 

Abenteuer im Bilderbuch – Darüber freuen sich viele Jungs

Es gibt ein paar Themen, bei denen viele kleine Jungs gerne zu Büchern greifen, und zu denen ich euch heute ein paar Bücher für Kindergartenkinder (3-6 Jahre) vorstellen möchte. Immer wenn es um Abenteuer von Rittern, Piraten, Indianern und Cowboys geht fiebern sie gerne mit. Ja, ich weiß, es gibt auch andere Jungs und auch das eine oder andere Mädchen stürzt sich natürlich gerne in solche Abenteuer, aber mein Sohn entspricht in diesem Fall jedenfalls den Klischees . Insbesondere Ritter und Piraten kommen bei ihm sehr gut an, wobei er tatsächlich meist sogar die Sachbücher, um die es heute aber nicht gehen soll, den Geschichten vorzieht.

Die Verlage haben natürlich auch das Potential dieser Themen erkannt. Häufig gibt es ganze Buchreihen zu verschiedenen Figuren, zu denen es darüber hinaus weitere Produkte gibt. Man denke z.B. an Käpt’n Sharky. Eine weitere Figur, ebenfalls aus dem Coppenrath Verlag, die ähnlich vermarktet wird, ist der Ritter Vincelot. Ich weiß nicht so recht, was ich von diesen Büchern halten soll, aber fest steht auf jeden Fall, dass sie bei den Kindern sehr gut ankommen, und ich gebe zu, dass auch wir einige Merchandise-Produkte dazu besitzen. Bücherwürmchen hat eine Käpt’n Sharky-Augenklappe, im Adventskalender befanden sich dieses Jahr Vincelot-Schablonen zum Malen und seit letztem Jahr hängt ein Handtuch von Vincelot bei uns im Badezimmer. Und irgendwie sind die Figuren ja auch ganz nett und wirken vor allem sehr freundlich. Vielleicht kommen sie deshalb so gut bei Kindern und Eltern an. Kinder dürfen etwas von wilden Abenteuern lesen und die Erwachsenen sind froh, dass alles eigentlich sehr menschlich und ohne große Kämpfe abgeht.

Von Vincelot haben wir aktuell das Buch „Vincelot und das geheime Burgverlies“. Allein das Cover spricht Kinder sofort an. Es glitztert und leuchtet und Vincelot, sein Schwert und ein Drache sind darauf zu sehen. Da schlagen doch kleine Jungenherzen direkt höher! Im Buch geht es dann ziemlich spannend zur Sache. Vincelot und Paula fallen durch eine Falltür in ein Burgverlies unter Burg Drachenfels, indem sie einigen Vermissten begegnen. Doch kaum sind sie in die Falle getappt, kommen auch bereits drei Riesen, die im Auftrag des bösen Zauberers Fürst Finster arbeiten, herbei. Leider haben sie nicht nur ihren Auftrag im Sinn, sondern auch großen Hunger… Den Freunden muss also die Flucht gelingen und nicht nur das, sie müssen auch den Zauberer Fürst Finster überlisten. Aber natürlich gehen diese Abenteuer am Ende immer gut aus, so dass die kleinen Zuhörer am Ende erleichtert ausatmen können. Die Geschichte, die viele Elemente aus Märchen und Sagen übernommen hat und somit auf bewährtes zurückgreift, bleibt jedoch noch eine Weile in den Köpfen der Kinder. Bücherwürmchen hat den einen oder anderen Ausdruck aus dem Buch übernommen…

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Vincelot und das geheime Burgverlies von Ellen Alpsten und Andrea Hebrock, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-61691-7, 12,95€

Eine weitere bekannte Figur in der Kinderwelt ist Yakari. Ich weiß, dass viele Kinder ihn aus dem Fernsehen kennen. Wir haben jedoch noch nichts von ihm gesehen, kennen aber natürlich trotzdem sein Aussehen. Der kleine Indianerjunge ziert immerhin viele Gegenstände und diese können durchaus auch im Besitz von einem sein, ohne dass man die dazugehörigen Geschichten kennt. Genauso kann man sich auch das (Papp-)Wimmelbuch von Yakari ohne jegliches Vorwissen anschauen. Es zeigt Bilder aus dem Indianderleben von Yakari und seinen Freunden. Dabei gibt es natürlich eine Menge zu entdecken, wobei alles sehr spielerisch ist und sich nicht gerade an der Realität orientiert. Auf der Rückseite des Buches gibt es ein paar Suchanregungen, ansonsten kann man aber auch selber auf Entdeckerjagd gehen. Yakari und seine Freunde sind stets munter unterwegs, während man einen Indianermann (Fettauge) müde schlafend sieht. Es gibt Indianer, die mit Pfeil und Bogen unterwegs sind, andere sitzen am Feuer, Frauen kümmern sich um Essen und Kleidung. Tipis, Kanus, ein Lagerfeuer, Bisons und viele andere Tiere und Dinge, die für Kinder zum Indianerleben dazugehören, lassen sich auf den Seiten finden. Besonders schnell entdecken Kinder ihre Lieblingsfiguren, denn Yakari, Kleiner Dachs und Regenbogen sind farblich hervorgehoben. Dieses Wimmelbuch eignet sich für alle, die Spaß am Entdecken, an Abenteuern und an Indianern haben und dabei gerne die Fantasie ein bisschen spielen lassen.

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Yakari Wimmelbuch, Illustrationen von Madlen Frey, Wimmelbuchverlag, ISBN: 978-3942491358, 9,95€

Um Indianer geht es übrigens auch in dem Buch „Cowboy Sam – Endlich Cowboy!“ Nein, ich verwechsel hier nichts. Auch wenn im Titel etwas von einem Cowboy steht, kommt hier ebenfalls ein Indianer bzw. ein Indianermädchen vor. Ja, hier bekommt man direkt ein Buch, indem zwei Kinderhelden mitspielen: Cowboys und Indianer. Sam hat sein eigenes Lasso bekommen, so dass man ihn mit gutem Recht nun als echten Cowboy bezeichnen kann. Nun muss er nur noch zeigen, dass er damit auch richtig umgehen kann. Anfangs lacht seine heimliche Freundin, das Indianermädchen Flo, noch über seine Versuche, doch als es darum geht, einen kleinen Waschbären zu retten, kann Sam sich beweisen. Hier erhält man eine richtig flotte Geschichte und zwar sowohl inhaltlich als auch sprachlich. Mir persönlich gehen die sprachlichen Vergleiche und Ausdrücke („Sam ist platt wie ein Biberschwanz“, „totaler Bison-Unsinn“ etc.) etwas auf die Nerven, aber bei Kindern kommt so etwas gut an. Sie sind sehr empfänglich für diese Art von Humor, so dass es wirklich ein Buch für Kinder ist, auch wenn Erwachsene eher das Gefühl haben, dass hier ein Buch mit guten Verkaufsargumenten produziert wurde. Die Bilder sind fröhlich und bunt und passen gut zu dem klassischen Thema Cowboys und Indianer. Insgesamt eine tolle Abenteuergeschichte für Jungs UND Mädchen, bei der es auch um Freundschaft geht.

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Cowboy Sam – Endlich Cowboy! von Antje Szillat und Ute Simon, Coppenrath Verlag, ISBN:978-3-649-62090-7, 12,95€

Ein großer Spaß für Kinder ist auch das Pappbilderbuch „ABC der wilden Piraten“. Hier wird keine richtige Geschichte erzählt, sondern viel Quatsch mit der Sprache gemacht, wobei letztendlich doch kleine Geschichten heraus kommen. Buchstabe für Buchstabe gibt es witzige Piratenabenteuer zu lesen. Acht Abenteurer angeln nach Aalen. Bertram und seine Bande brauchen ganz viel Bekömmliches mit „B“. Entern Egon und seine Jungs wohl erfolgreich den Einmaster? Während der Halbmond am Himmel hängt, liegen die Piraten in ihren Hängematten, mal mit, mal ohne Heimweh und es gibt sogar einen Piraten, den langen Lulatsch, der laut lachend ein Buch liest. Hier werden nicht nur einfach irgendwelche Wörter mit demselben Buchstaben aneinandergereiht, nein, hier ergeben sich dabei wirklich lustige Sätze und kleinere Erzählungen. Dazu gibt es fröhliche und lustige bunte Bilder, die so richtig schnodderig und piratenhaft herüber kommen.

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ABC der wilden Piraten von Günther Jakobs, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-17052-1, 12,99€

Morgen geht es dann mit zwei Büchern für etwas größere Kinder im Lesealter weiter. Wieder stehen „wilde Gesellen“, aber vor allem auch Humor, im Vordergrund…

 

 

 

 

 

Wie würde die Weihnachtsgeschichte ohne Menschlichkeit ausgehen?

Die Weihnachtsgeschichte ist wohl den meisten bekannt. Auch wenn sie Jahr für Jahr wieder erzählt wird, lässt man sich von ihr immer wieder berühren. Es ist eine schöne Geschichte, die gut endet und die für das Christentum eine große Bedeutung hat. Was aber wäre, wenn das Ende ein wenig umgeschrieben werden würde, wenn die Geschichte anders ausginge? Das wäre erst einmal sehr irritierend. Stellt euch vor, wie empört der eine oder andere reagieren würde, wenn im Weihnachtsgottesdienst die Geschichte anders vorgelesen werden würde. Dem einen oder anderen würde es sicherlich nicht gefallen, wenn man diese biblische Geschichte drastisch ändern würde, aber eine große Wirkung würde man so bestimmt erreichen. Oft öffnet man nur auf eine solche Art und Weise die Augen (und hoffentlich auch die Herzen) der Menschen. Eine gute Vorlage bietet das heute erscheinende Buch „Die Weihnachtsgeschichte?“. Allein das Fragezeichen im Titel lässt aufmerken. Warum wird diese Geschichte in Frage gestellt? Was wird hier wohl erzählt? Alles geht wie bekannt los. Beinahe das ganze Buch hält sich an die biblischen Fassungen. In Worten und mit tollen, atmosphärischen Bildern, die wie Tonpapier-Collagen aussehen, wird die bekannte Geschichte erzählt: Die Reise nach Bethlehem, die erfolglose Herbergssuche, die Unterkunft im Stall, die Hirten, die als erstes von dem Kind erfahren, die Heiligen Drei Könige, die sich mit kostbaren Geschenken auf den Weg machen, Herodes, dem dies alles gar nicht gefällt und der das Kind töten lassen will. Josef und Maria fliehen mit Jesus. Aber nun kommt das Ende, das einen aufschrecken lässt. Weit kommen Josef und Maria nicht, denn an der Grenze stehen Menschen, die sie nicht weiter lassen, die kein Interesse am Problem der heiligen Familie haben. Josef, Maria und Jesus müssen in großer Angst um ihr Leben umkehren. Sie finden keinen Schutz vor den Soldaten des Königs. „Und die Nacht wurde dunkel und kalt“ sowie auch die entsprechende Bilderbuchseite in dem Buch.

Ja, das berührt und wirft unweigerlich die Frage auf, was dann aus Jesus und seinem Wirken auf Erden geworden wäre. Gäbe es dann überhaupt das Christentum? Was ist mit Ostern und der Vergebung der Sünden? Das lässt einen nachdenken und zeigt einem noch einmal wieder auf, wie wichtig Nächstenliebe und Menschlichkeit, die wahren Botschaften von Weihnachten, sind. Nicht nur zur Weihnachtszeit sollte man an andere denken. Menschlichkeit ist täglich wichtig, für viele Menschen sogar überlebenswichtig. Lasst uns daran denken, wenn viele Menschen auf der Flucht sind und einen sicheren Ort suchen. Lasst uns Weihnachten daran denken, aber auch an jedem anderen Tag und lasst uns nicht nur daran denken, sondern auch dementsprechend handeln.

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Die Weihnachtsgeschichte? von Tobias Holland, Timm Weber, Andreas Brunsch, mit Illustrationen von Daniel Ernle, Christina Ernle und Corinna Becher, Baumhaus Verlag, ISBN: 978-3-8339-0403-5, 12,99€

Immer noch zu viele Tage bis endlich Weihnachten ist…

Das Buch „Wann ist endlich Weihnachten?“ ist die logische Fortsetzung des Buches „Wann habe ich endlich Geburtstag?“ Die Frage nach Weihnachten kommt ja als tolle Pointe im letzten Buch schon auf. Nun geht es aber tatsächlich auf Weihnachten zu und natürlich steht der Bär Klein-Pip wieder jeden Morgen am Bett seines Vaters Papa Brumm, denn irgendwie glaubt er stets, dass nun wirklich Weihnachten ist. Papa Brumm muss ihn aber zunächst enttäuschen, aber die beiden verbringen dennoch spannende Tage, denn vor Weihnachten muss schließlich einiges erledigt werden: Ein Baum muss gefällt werden, Weihnachtskarten sollen geschrieben und verschickt werden, die Geschenke sind noch nicht verpackt und natürlich muss man auch einmal nach draußen gehen und im Schnee spielen. Und dann, ja, dann ist endlich Weihnachten!

Auch dieses Buch kommt wieder direkt aus der Welt der Kinder. Es macht Spaß, die Bilder sind lustig und man kann einiges auf ihnen entdecken und am Ende freut man sich mit Klein-Pip und Papa Brumm, dass nun Weihnachten ist, dass es schneit und alles weihnachtlich aussieht. Die Weihnachtsfreude kommt beim Leser direkt an. Ein tolles Buch über die Warterei auf Weihnachten, die wohl jedem äußerst vertraut ist, allerdings kommt der Witz, wenn man bereits das erste Buch kennt, nicht mehr ganz so unvermittelt bei einem an. Aber es ist dennoch schön, den beiden Bären noch einmal zu begegnen. Außerdem vollendet es tatsächlich auf gewisse Art und Weise das Erleben von Kindern: Entweder warten sie auf ihren Geburtstag oder auf Weihnachten (oder gleich auf beides, egal, welche Jahreszeit gerade herrscht…)…

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Wann ist endlich Weihnachten? von Mark Sperring und Sébastien Braun, übersetzt von Seraina Maria Sievi, Orell Füssli Verlag, ISBN: 978-3-280-03510-8, 12,95€