Sportliche Wimmelbücher

Die olympischen Spiele 2016 sind zwar beendet, aber die Paralympics stehen noch an und eigentlich ist Sport was so dazugehört ja immer interessant. Vielleicht hat das eine oder andere Kind ja schon etwas von Olympia mitbekommen und interessiert sich nun für das Thema oder es geht selber gerne in den Sportverein.

Natürlich gibt es auch zu diesen Themen meine geliebten Wimmelbücher. Zwei davon, die sehr unterschiedlich sind, möchte ich euch heute vorstellen: „Meine Deutsche Olympiamannschaft – Bachems Wimmelbilder“ und „Kicken, Kopfstehn, Klettern – Das große Sportwimmelbuch“.

Da dieses Jahr olympische Spiele stattfanden, liegt es nahe einen Blick in das Buch „Meine Deutsche Olympiamannschaft“ zu werfen. Aber Achtung, wie es der Titel sagt, geht es nicht um die olympischen Spiele an sich, sondern um die deutsche Mannschaft, was durchaus einen großen Unterschied macht, was mir allerdings vorher nicht so bewusst war und worunter das Buch meines Erachtens u.a. auch leidet. Woran denkt man und was interessiert einen, wenn man an Olympia denkt? An die Sportarten und die Wettkämpfe natürlich und vielleicht an die Eröffnungsfeier. Leider liegt hierauf aber nicht der Schwerpunkt des Buches. Lediglich das Leichtathletik-Stadion mit verschiedenen Wettkämpfen ist in typischer Wimmelbildmanier zu sehen. Ansonsten sieht man auf einer Doppelseite einige der Sportarten (Sommer- und Winterspiele) in einzelnen Bildern, was nicht so ganz zu den sonstigen Wimmelbildern, auf denen häufig vielerlei Szenen zu sehen sind, passt. Außerdem sind Doppelseiten mit dem olympischen Dorf, dem Deutschen Haus und der Willkommensfeier zu sehen. Hm, okay, vielleicht interessant zu wissen, dass das eben auch alles dazugehört, aber gerade das Deutsche Haus und die Willkommensfeier sind auch nicht so wahnsinnig spannend.

Mir persönlich gefällt am besten die Leichtathletikseite, auf der verschiedene Wettbewerbe parallel laufen, eine Siegerehrung stattfindet, man das Publikum sieht und auf der man ein paar witzige Szenen entdecken kann.

In dem Buch gibt es ein paar bekannte Sportler zu sehen. Die Idee finde ich nett. Allerdings wirken ihre markanten Gesichtszüge stilistisch völlig anders als die vielen anonymen Gesichter. Das passt einfach nicht zusammen. Außerdem wäre es schön, wenn man irgendwo lesen könnte, wen es denn so zu entdecken gibt. Den Trikot zerreißenden Robert Harting habe ich zwar auch so erkannt, aber bei anderen Persönlichkeiten bin ich mir da deutlich weniger sicher.

Schön sind die Informationen auf der Rückseite des Buches zum olympischen Feuer, den olympischen Ringen etc.

Ich weiß, dass der Herausgeber der Deutsche Olympische Sportbund ist und auch die Partner der deutschen Olympiamannschaft das Projekt unterstützt haben, aber dennoch finde ich Werbung in einem Bilderbuch deplatziert. Mir gefallen die Logo der Marken im Deutschen Haus und bei der Willkommensfeier überhaupt nicht. Das gibt dem  Buch einen unschönen Beigeschmack.

Leider kann mich dieses Buch aus genannten Gründen nicht überzeugen. Schade!

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Meine Deutsche Olympiamannschaft – Bachems Wimmelbilder, Hrsg: Deutscher Olympischer Sportbund, illustriert von Heiko Wrusch, J.P. Bachem Verlag, ISBN: 978-3-7616-2943-7, 14,95€

 

Bei dem Buch „Kicken, Kopfstehn, Klettern“ geht es nicht um ein sportliches Großereignis. Im Gegenteil – hier betätigen sich Kinder spielerisch und völlig natürlich sportlich. Es wird auf Parkbänken balanciert, gerutscht, Skateboard gefahren, Seil gesprungen, verstecken gespielt, jongliert, geschwommen, Floß gefahren, geritten und vieles mehr. In vielen der Szenen werden sich aktive Kinder wiederfinden können. Neben den vielen Möglichkeiten, die der Alltag zu Bewegungen bietet, ist aber auch auf dem Sportplatz oder auf der Eisbahn in dem Buch jede Menge los und auch in der Turnhalle gibt es viele verschiedene, spannende Stationen. In diesem Buch steckt jede Meine Leben. Es macht richtig viel Spaß! Vor allem gefällt mir gut, dass das Buch aufzeigt, wie einfach tolle Sportmöglichkeiten gefunden werden können: Egal, ob man im Wald, im Park, am Meer/im Schwimmbad oder an einem Schneehügel ist – überall kann aktiv gespielt und sich bewegt werden. Um Sport zu treiben muss man nicht unbedingt in einen Verein gehen, sondern man kann z.B. auch mal mit Hilfe von großen Steinen einen Bach überqueren. Gerade für kleinere Kinder, an die sich Wimmelbücher ja wenden, gefällt mir diese spielerische Sicht auf Sport sehr gut.

Wer nicht einfach schon so genug Spaß am erforschen der wimmeligen Bilder hat, kann auch auf jeder Seite noch nach sieben Kindern mit Nummern-T-Shirts suchen oder den Weg von Hund Hugo, der immer dünner wird, verfolgen.

Dieses Sportwimmelbuch gefällt mir wirklich gut, aber hier werden natürlich nicht so deutlich spezifische Sportarten vorgestellt, sondern es geht hier bunt, spielerisch und lebendig zu.

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Kicken, Kopfstehn, Klettern – Das große Sportwimmelbuch von Marc Locatelli, Orell füssli, ISBN: 978-3-280-03492-7, 12,95€

 

 

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Digital ist nicht gleich schlecht

Bücher sind heilig. Ein paar Seiten Papier, ein schöner Einband, Bilder und Text und schon ist der Buchliebhaber glücklich. An diesem über Jahre erfolgreichen Konzept muss nichts geändert werden. Muss nicht, aber darf es auch nicht? Darf und kann Technologie ein Buch bereichern? Zerstört ein sprechender Stift nicht das gemütliche Beisammensitzen und gemeinsame Schmökern? So geht doch ein Stück Lesekultur verloren. Kinder haben doch genug andere Medien um sich herum, die sie ablenken und ihre Fantasie nicht fördern. Ja, so habe ich lange Zeit gedacht und bin den sprechenden Stiften der verschiedenen Verlage sehr skeptisch begegnet. Andererseits war ich aber auch neugierig, denn einen gewissen Reiz hat das Ganze ja schon. Außerdem, so sagte ich mir, ist es ja eine ganz gute Möglichkeit Kinder, die stundenlang vor dem Fernseher oder Computer sitzen, ans Lesen und an Bücher heranzuführen. Also vielleicht doch nicht ganz so schlecht, wie zunächst gedacht, aber nichts für uns. Unser Kind liebt Bücher ja sowieso schon.

Irgendwann konnte ich es dann einfach nicht lassen und habe in einer Buchhandlung mal ein Tiptoi-Buch von Ravensburger ausprobiert. Ach ja, das hatte schon irgendwie was…

Aber irgendwie finde ich es blöd, dass der Tiptoi-Stift nur bei Büchern vom Ravensburger Verlag verwendet werden kann. Andererseits gefallen mir die Bücher des Verlags sehr gut.

Hm, und was ist mit dem Ting-System an dem mehrere Verlage beteiligt sind? Gibt es da denn auch schöne Bücher? Ich wusste es nicht.

Vielleicht dann doch ein Tiptoi-Starterset zu Weihnachten für unseren Sohn? Oder ist das doof, da wir schon jede Menge klassische Bücher aus der „Wieso? Weshalb? Warum?“-Reihe mit Klappen besitzen?

Eigentlich brauchen wir solche Bücher doch gar nicht. Man muss ja nicht immer alles haben.

Wobei… die Bücher haben ja schon etwas und ich habe auch bereits gehört, dass andere Kinder ganz begeistert davon waren…

Ein ewiges Hin und Her. Jeden Tag hatte ich mich für eine andere Richtung entschieden und dann kam der Zufall dazwischen: Ich erhielt zwei Bücher aus dem Ting-System, die ich rezensieren sollte: „Komm mit in den Zoo!“ Und „Auf geht’s zum Fußball!“ aus der Was ist was-Junior-Reihe. Jetzt war ich aber mal gespannt, wie die nun sind und was der Stift alles kann. Ich habe herausgefunden: Der Stift kann jede Menge! Es gibt unglaublich viele Geräusche und Dialoge und der Stift ist dabei sehr genau. Fast jede Person auf den Bildern sagt etwas anderes, man bekommt noch zusätzliche Informationen und sogar die Texte kann man sich komplett vorlesen lassen. Letztendlich waren mein Mann und ich ziemlich begeistert. Bei unserem Sohn hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Natürlich hatte er erst einmal Spaß daran, den Stift überall hin zu halten und er hörte auch wirklich gut zu, was der Stift so erzählte, aber irgendwann wollte er dann, dass ich ihm das Buch ohne Stift vorlese. Das hat mich innerlich ja schon ein wenig stolz gemacht: Noch wird das Vorleseerlebnis mit der Mama einem sprechenden Stift vorgezogen! Und ich habe festgestellt, dass sich das gemeinsame Blättern in einem Buch wunderbar mit dem Stift kombinieren lässt. Wir schauen uns zusammen das Buch an, ich lese ein wenig vor, wir sprechen über das, was wir sehen und tippen zusätzlich mit dem Stift auf einzelne Bilder. So kann man Bücherwürmchens Fragen „Was sagt der?“, “Was macht die?“, “Was hat der Löwe da?“ mal getrost vom Stift beantworten lassen. Gerade Bücherwürmchen und seiner Fantasie kommt der Stift entgegen, denn er verbindet durch die Dialoge etc. die Informationen eines Sachbuchs mit erlebten Geschichten der Besucher im Zoo. Das Zoo-Buch hat mir persönlich unter anderem auch durch die Bilder und den sinnvollen Einsatz des Stiftes besonders gut gefallen.

Zoo

Bücherwürmchen hat sich zunächst einmal auf das Fußball-Buch gestürzt, was mich wunderte, da er selbst noch wenig Interesse am Spiel mit dem Ball hat. Nachdem ich ihm jedoch erzählt habe, dass der Schiedsrichter gelbe und rote Karten verteilt, wenn jemand „Unfug“ macht, suchte er immer den Schiedsrichter im Buch und ließ sich dutzendfach hintereinander vom Stift den Satz „Das war’s jetzt aber: Gelb-rot!“ sagen. Daran hatte er einen riesen Spaß. Wieder einen Vorteil des Stiftes entdeckt: Das Kind kann sich selbst seinen geliebten Wiederholungen hingeben. Die nerven einen als Erwachsenen, zumindest beim vierten, fünften Mal, ja doch manchmal… Außerdem werden die Fußballsituationen und die Atmosphäre im Stadion gerade für Kinder, die sich damit noch nicht so auskennen, durch die Äußerungen und die Geräusche konkreter und nachvollziehbarer.

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Mittlerweile besitzen wir noch ein drittes Buch aus dieser Reihe: „Im Einsatz! Polizei & Feuerwehr“, ein Geschenk der Oma. Anfangs waren wir ein wenig enttäuscht, – wir, das heißt mein Mann und ich -, denn in dem Buch wurden die Möglichkeiten des Stiftes nicht ganz so ausgiebig genutzt wie in den anderen Büchern. Man bekommt hier längst nicht bei jeder Person etwas anderes gesagt und häufig gibt es nur Geräusche statt Dialoge oder weiterer Informationen. Außerdem nervt uns der Zeuge mit seinem Verdrehen der Buchstaben… Furchtbar!

Aber vielleicht sollte derjenige, für den das Buch gedacht ist, es auch bewerten. Bücherwürmchen schaut sich das Buch sehr gerne an. Das Thema interessiert ihn und er findet es klasse, den Polizei- oder Feuerwehralarm zu hören. Er spielt den Verkehrspolizisten nach, weiß jetzt genau, was ein Feuerwehrmann alles anziehen muss, erkennt das Muster des Fingerabdrucks und hört sich gerne den Turmwächter aus dem Mittelalter an, der die Stadtbewohner auf einen Brand aufmerksam macht. Die Geräusche und Dialoge dieses Buches sind eigentlich völlig ausreichend. Vielleicht ist es für den Einstieg mit dem Stift sogar besser, wenn es nicht ganz so viele Punkte zum Antippen gibt.

polizei

Nachdem ich mich nun auf diese neue Technologie eingelassen habe, sieht mein Fazit folgendermaßen aus: Der Stift kann gerade Sachbücher durchaus bereichern und es macht Spaß ihn zu benutzen. Und vor allem ist er keine Konkurrenz zum normalen Vorlesen, sondern nur eine kleine Zusatzoption bei einigen Büchern. Die Geschichten, das Erzählen und Betrachten der Bilder bleiben weiterhin im Vordergrund und so soll es ja auch sein!

 Was ist was

Komm mit in den Zoo! Was ist was-Junior, Tessloff,ISBN: 978-3788620158, 19,95 €

Auf geht’s zum Fußball! Was ist was-Junior, Tessloff, ISBN: 978-3788620165, 19,95 €

Im Einsatz! Polizei & Feuerwehr, Was ist was-Junior, Tessloff, ISBN: 978-3788620127, 19,95€