Rezension: Ein Sommer in Sommerby

Ich gebe zu, dass mir Kirsten Boie zwar immer natürlich in der Bücherwelt ein Begriff bzw. ein wichtiger Name war,  und dass ich auch Bücher wie „Der kleine Ritter Trenk“ richtig toll finde, aber dennoch war sie bisher eine gute Autorin unter anderen. Das hat sich mittlerweile geändert. Ja, sicherlich hat auch das persönliche Treffen auf der Buchmesse dazu beigetragen, dass ich diese Frau und Autorin immer mehr zu schätzen weiß, aber ich lese auch immer bewusster ihre Bücher und als absoluter Astrid Lindgren-Fan muss man eigentlich auch Kirsten Boie lieben, denn auch wenn sie anders schreibt, so kommt in ihren Büchern dennoch ein gewisses Astrid Lindgren-Gefühl auf.

So auch bei ihrem neuen Buch „Ein Sommer in Sommerby“, welches mich allein schon vom Titel her an Astrid Lindgren und Schweden denken lässt, auch wenn es in Norddeutschland spielt. Aber wisst ihr, dass „by“, das schwedische Wort für Dorf ist? Da ist es doch klar, dass ich bei Sommerby direkt an ein sommerliches Dorf denke. Und die Geschichte selbst lässt in dem Leser noch einmal die Bullerbü-Sehnsucht erwachen.

Sommerglück und Abenteuer

Die Mama von Martha (12), Mikkel (7) und Mats (4) hat in New York einen Unfall, so dass Papa zu ihr hinfliegen muss. Wohin aber mit den Kindern? Sie müssen zu ihrer Oma aufs Land, allerdings kennen sie diese Oma überhaupt nicht. Schnell stellen sie aber fest, dass diese Oma ganz anders als sie selbst lebt: Ihr Haus liegt abgelegen, es gibt weder Telefon noch Internet noch Fernsehen, dafür aber Hühner, selbstgekochte Marmelade und ein Ruderboot, mit welchem die Kinder alleine losfahren dürfen. Und ohne, dass Martha es eigentlich möchte, stellt sich nach und nach ein großes Sommerglück ein. Die Kinder genießen das ruhige Leben bei der Oma, allerdings ist es auf einmal gar nicht mehr so ruhig, wie es eigentlich sein sollte, denn verschiedene Gefahren treten auf, die sie gemeinsam bewältigen müssen.

Tolle Figuren

Die Figuren in dem Buch sind alle toll! Angefangen von Martha, die sich so liebevoll um ihre Geschwister kümmert, über Mikkel, der so gerne möchte, dass alle – Menschen und Tiere – lieb zu einander sind, bis hin zu dem kleinen Mats, der genauso aufgeweckt, bockig, wütend, neugierig, offen und ehrlich ist wie es Kinder in dem Alter nun einmal sind. Und dann natürlich die Oma, von Mats zunächst „Frau Oma“ genannt, da er sie ja nicht kennt. Auch sie ist eine herrliche Figur, der man sich immer mehr annähert und bei der man von Anfang an spürt, dass die Kinder hier eigentlich sehr gut aufgehoben sind.

Die Oma fordert von den Kindern einiges. Kartoffeln müssen geschält werden, wer Eier essen möchte, muss diese auch vorher einsammeln, aber dafür lässt sie ihnen auch viele Freiheiten. Selbst der kleine Mats darf am Wasser spielen, denn sie vertraut darauf, dass er nicht so blöd ist und als Nichtschwimmer hineinfällt. Ja, auch hier musst ich wieder an Astrid Lindgren denken, denn hat sie nicht immer so ihre eigene Kindheit beschrieben? Sie und ihre Geschwister mussten auf dem Hof, auf dem sie mit ihren Eltern lebten sehr viel mit anpacken, aber auf der anderen Seite haben die Eltern sie auch unbeaufsichtigt spielen lassen.

Ein Buch, das man liest und liest und liest

Man kann sich alles sehr gut und bildlich vorstellen. Die Sprache in dem Buch gefällt mir sehr gut, wobei ich mich anfangs ein wenig daran gewöhnen musste, dass hier teilweise so erzählt wird, als würden einem die Gedanken und Überlegungen mitgeteilt. An ganze Sätze werden somit manchmal nur einzelne erklärende Worte und weiterführende Gedanken drangehängt. Insgesamt ist das Buch aber sehr schön geschrieben und man bekommt das Gefühl, den Kindern ganz nahe zu sein. Gut gefällt mir auch, dass drohende Schwierigkeiten, aber auch das gute Ende, bereits mit kurzen Sätzen angedeutet werden. Man weiß also worauf es hinausläuft, aber genaueres möchte man natürlich gerne erfahren, so dass man weiter und weiter liest.

Wie können wir unsere Sehnsucht nach dem Glücksgefühl befriedigen?

Dieses Buch spricht die Sehnsüchte nach dem absoluten Glücksgefühl an und es stellt letztendlich auch die Frage, wann empfinden wir dieses Gefühl. Und über diese Frage sollten auch gerade wir Eltern, die dieses Buch ebenfalls lesen, nachdenken. Sicherlich ist heute eine Welt ohne digitale Medien nicht mehr vorstellbar. Wir nutzen alle diese Dinge und das ist in vielen Fällen auch hilfreich, aber dennoch ist es auch für uns heute nicht utopisch in Ferienzeiten in andere Welten einzutauchen, einfach nur zu sein, in der Natur herumzustreichen, die Zeit mit wenigen materiellen Dingen auszufüllen und den Sommer einfach zu genießen. Aber nutzen wir diese Zeit? Häufig möchten wir doch auch in den Ferien Kindern etwas „bieten“. Wir machen tolle Urlaube mit spannenden und actionreichen Ausflügen. Selten bleiben wir mehrere Wochen über nur an einem Ort und lassen die Zeit so vergehen, wie sie eben kommt und geht. Ganz bestimmt gefallen den  Kindern unsere Urlaube. Sie finden es toll, in den Zoo zu gehen, auf Abenteuerspielplätzen zu spielen oder sogar mal einen Ausflug in den Freizeitpark zu unternehmen. Sie werden auch an diese Urlaube gerne zurückdenken und sie vielleicht sogar später gerne mit ihren eigenen Kindern wiederholen. Aber haben wir bei diesen Urlauben wirklich die Chance auf dieses absolute, reine Glücksgefühl? Vielleicht, wenn wir mal zwischendurch innehalten, über die Dünen schauen und die Sonne im Meer versinken sehen, aber letztendlich verknüpfen wir doch diese Sehnsucht mit einem Ort wie Sommerby, in dem die Zeit still zu stehen scheint.

Sommerglück in der heutigen Zeit

Das Buch „Ein Sommer in Sommerby“ spricht sicherlich viele Erwachsene an, die auch schon die Bullerbü-Bücher von Astrid Lindgren gelesen haben, aber ich denke, dass auch Kinder diese Sehnsüchte haben und es auch für sie ein absolutes Lieblingsbuch werden kann. Auch die Bullerbü-Bücher würde ich heute noch meinen Kindern vorlesen, aber dieses Buch spielt in der heutigen Zeit. Trotz der Sommerromantik bleiben Sorgen, Ängste und Gefahren sowie die digitale Welt nicht außen vor. Sie spielen eine Rolle und beeinflussen die Figuren. Es ist nicht alles heile Welt, aber man kann dem Alltag zeitweise zumindest ein wenig entfliehen, auch wenn in der Sommeridylle ebenfalls Schwierigkeiten überwunden werden müssen. Gerade, dass dieses Sommerglück, welches die Kinder erleben, mit der heutigen Welt verknüpft ist, macht dieses Buch so besonders. Ja, auch wir und unsere Kinder können dieses Glück heute noch erleben und das macht doch Mut und vor allem Lust auf einen Urlaub in einem abgeschiedenen Haus ohne große Attraktionen. Und für wen sich ein solcher Urlaub gerade nicht anbietet, der kann sich zumindest mit diesem Buch an einen solchen Ort träumen. Diese Chance sollte sich niemand entgehen lassen!

Ein Sommer in Sommerby von Kirsten Boie, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0883-9, 14€

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Oetinger-Summer-Reading-Challenge: Monatsaufgabe August

Im August möchte Kathrineverdeen für die Oetinger-Summer-Reading-Challenge sommerlich fotografierte Bücher sehen. Dafür habe ich mir ein paar Sachen von meinem Jahreszeitentisch geholt, die für mich für den Sommer stehen, denn Sommer bedeutet für mich Urlaub am Meer: Muscheln, Leuchtturm, Segelboot etc. müssen also mit aufs Bild.

Nun musste noch das richtige Buch her, entweder Lieblinge oder die aktuelle Lektüre. Bei meinen Büchern trifft beides zu. „Jule und die Seeräuber“ habe ich gerade zum Geburtstag bekommen. Es ist ein Bilderbuch zu „Ferien auf Saltkrokan“ von Astrid Lindgren, welches ich liebe. Nachdem Bücherwürmchen nun das Bilderbuch sehr gut gefallen hat, wollen wir uns bald mal ans Vorlesen von „Ferien auf Saltkrokan“ machen. Ich freue mich jedenfalls darauf. Saltkrokan muss also mit auf das Sommerbild und ich finde, das passt hervorragend, denn das Buch verkörpert für mich das wahre Sommergefühl! Und zum Glück hat der Sommer hier auch mal kurz vorbeigeschaut, so dass ich das Foto auch draußen machen konnte.

Und hier ist das Bild:

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Passende Urlaubslektüre für die Kinder

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Heute bekommt ihr nun, wie versprochen, eine kleine Übersicht an Bilderbüchern, die thematisch prima zum Sommer passen und sich somit als perfekte Urlaubslektüre eignen. Die Buchvorstellungen findet ihr wieder, wenn ihr auf den Titel klickt.

Sommer, Sonne, Berge, Meer und Strand:

Komm, wir gehen näher ran: Das Meer

Hier in den Bergen

Bauer Benni fährt zum Strand

Jakob sucht Conni

Emily, der Wind und die Wellen

Sommer-Wimmelbuch

Muschel Moni und der Schatz

Lulu & Pip

Mein Esel Benjamin

Stinas Sommer

 

CoverMeer1-362x362   43489   9783219116397   9783551168412   ha2338_b   9783836950824   1-AVPageView_06.03.2015_094741   mar_img_9783855815593   eselbenjamin   Stinas Sommer von Lena Anderson

 

Reise, Abenteuer, rund um die Welt:

Klabautermann an Bord

Professor Knacks‘ verflixt-verrückte Reise um die Welt

Schön ist die Welt

Meine wunderbare Weltreise

Ferdinand auf großer Fahrt

Die unglaublichen Abenteuer von Peter und Hermann

 

   isb_klabauter      9783480231904      Schön ist die Welt    Meine wunderbare Weltreise von Lotta Nieminen         Cover_Ferdinand_Magellan   

Die unglaublichen Abenteuer von Peter und Hermann von Delphine Jacquot

  

Wenn ihr noch Kinderreiseführer oder Bilderbücher zu einer bestimmten Gegend/einem bestimmten Ort sucht, dann schaut doch mal in diese Übersicht. Vielleicht werdet ihr dort fündig.

Übersicht an informativer Urlaubslektüre für Familien

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Sommerzeit = Urlaubszeit – gilt dieses Motto auch bei euch? Fahrt ihr gemeinsam mit Kindern in den Urlaub? Dann ist vielleicht diese kleine Übersicht (welche nur auf diesem Blog bereits vorgestellte Bücher umfasst) an informativer Urlaubslektüre für euch interessant. Durch einen Klick auf den Buchtitel gelangt ihr zu der jeweiligen Buchvorstellung.

Zu einigen Städten, Inseln und Ländern gibt es (im Stil völlig unterschiedliche) Wimmelbücher, in denen man so wohl viel entdecken, aber auch einiges erfahren kann.

Paris, London, Stockholm, Norderney und Niederlande

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Es gibt Geschichten, die gleichzeitig Informationen vermitteln:

Abenteuer an der Mecklenburgischen Ostsee

Die Reise der blauen Perle nach Schweden

M-Ostsee-Cover-72       blaueperle    

Sachbücher und Kinderreiseführer verschiedenster Art:

Ebbe und Flut

Unterwegs in Schweden

Lilly und Anton entdecken den Bodensee

Wir reisen durch Europa

Kinderatlas

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Ich wünsche allen einen schönen Sommer! Demnächst wird es hier noch eine kleine Übersicht an schönen Sommer- und Urlaubsbüchern geben.

 

 

Mit Wimmelbüchern durch das ganze Jahr

Vor circa einem Jahr habe ich auf meinem Blog ein paar Herbstbilderbücher vorgestellt. Darunter war natürlich auch das „Herbst-Wimmelbuch“ von Rotraut Susanne Berners. Heute möchte ich auf diese Wimmelbuchreihe noch einmal etwas genauer eingehen, denn erstens war es ein Wimmelbuch aus dieser Reihe, welches eine wahre Wimmelbuchlust in mir ausgelöst hat und zweitens finde ich diese Reihe auch äußerst empfehlenswert. Mittlerweile habe ich zwar viele sehr schöne und richtig tolle Wimmelbücher kennengelernt (siehe auch die Wimmelbuch-Übersicht auf meinem Blog), aber dennoch möchte ich euch auch weiterhin die Jahreszeitenwimmelbücher ans Herz legen.

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In dieser Reihe gibt es 5 Bücher, die sich auf die vier Jahreszeiten und ein Nacht-Wimmelbuch aufteilen. Das Besondere ist, dass es sich bei allen Bücher im Prinzip um die gleichen Bilder handelt. Auf der ersten Doppelseite befindet sich ein Wohnhaus, auf der zweiten ein Bauernhof und eine Tankstelle, weiter geht es mit dem Bahnhof, worauf das Kulturzentrum und der Kindergarten bzw. die Baustelle des neuen Kindergartens folgen, man bekommt den Marktplatz und anschließend das Kaufhaus zu sehen und am Ende des Buches darf man einen Blick auf den Park mit Spielplatz, Café und Teich werfen. Natürlich sind die Bilder jeweils den Jahreszeiten angepasst, so dass man erfahren kann, wie sich das Leben im Wimmlingen das Jahr über verändert. Aber nicht nur der Ort wird einem von Buch zu Buch vertrauter, man lernt auch die Figuren immer besser kennen. Bei Susanne spielt zum Beispiel jedes Mal die Kopfbedeckung eine Rolle. Sie liebt Mützen und Hüte, muss sich allerdings häufig neue kaufen, da sie öfter mal Pech mit ihnen hat. Petra liest immer ein Buch und vergisst dabei alles um sich herum. Oskar hat eine besondere Beziehung zu einer Gans, auf die es auch der Fuchs abgesehen hat und bei Sieglinde geschieht immer wieder etwas rund um ihr Auto. Jede Figur hat ihren eigenen Charakter, dem sie von Buch zu Buch treu bleibt. Man begegnet den Figuren nicht nur in jedem Buch wieder, sondern man kann auch in jedem einzelnen Buch viele Geschichten von ihnen verfolgen. Von Seite zur Seite rückt die Uhrzeit ein Stück vor und so kann man zum Beispiel den Weg von Lene zum Kindergarten verfolgen oder man sieht immer mehr Kinder, die sich auf dem Weg zum Laternenumzug machen. Auf diese Weise kann man sich jedes Mal eine andere Figur herauspicken, deren Geschichte man sich genauer anschauen will oder aber man betrachtet einfach die Seiten als Ganzes und guckt, was so alles am Bahnhof los ist. Eigentlich reicht auch schon ein Wimmelbuch aus dieser Reihe um sich lange mit den Bildern und Geschichten der Wimmlinger auseinanderzusetzen, doch wenn man einmal festgestellt hat, dass die Geschichten in den anderen Büchern fortgesetzt werden, dann muss man einfach alle fünf Bücher haben.

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Alles beginnt mit dem Winter-Wimmelbuch. Hier ist Tanja noch schwanger und die Bagger beginnen gerade erst mit den Erdarbeiten an der Stelle, an der der neue Kindergarten errichtet werden soll. Im Frühling ist dann schon die kleine Barbara auf der Welt, die ersten Mauern des Kindergartens stehen , Manfred und Elke lernen sich durch einen Zufall kennen und die Elster hat eine Mütze gefunden, die sie zu einem Nest umfunktioniert. Bis zum Herbst haben sich dann schon einige Dinge in diesem Netz gefunden, im Nacht-Wimmelbuch, welches im darauffolgenden Sommer spielt und die Reihe abschließt, sieht man, dass aus der Beziehung zwischen Manfred und Elke mehr geworden ist…

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Gerade wir Erwachsene haben bei jedem neuen Buch erst einmal geschaut, was es neues zu entdecken gibt und wie es mit den Figuren, die einem so langsam ans Herz gewachsen sind, weitergeht. Wir hatten richtig viel Freude beim Herausfinden der ganzen Details. Kindern sind diese Zusammenhänge nicht direkt bewusst. Sie sehen noch nicht, dass hier innerhalb der Bücher und über die Bücher hinaus Geschichten erzählt werden, aber sie erkennen natürlich die Figuren wieder, worüber sie sich freuen. Die Wimmelbücher sind auch schon für kleinere Kinder gut geeignet. Mit ihnen schaut man sich einfach die Seiten an und benennt Dinge und später kleinere Handlungen. So nach und nach kann man dann auch die eine oder andere Geschichte verfolgen, so dass die Bücher über einen längeren Zeitraum immer wieder interessant sind. Bücherwürmchen mochte eine ganze Zeit lang besonders gerne das Nacht-Wimmelbuch, welches gar nicht so wimmelig ist, bei dem aber die Polizei eine große Rolle spielt. Erst stoppt die Polizei Frank, der ohne Licht Fahrrad fährt und später wird sie noch zu einem Einbruch gerufen. Für Kinder reichen kleine Dinge aus, um ein Buch für sie spannend zu machen. Als Bücherwürmchen kleiner war, haben wir zum Beispiel einfach den Papagei Nico, der im Winter und im Herbst aus seinem Käfig ausgebüxt ist, auf jeder Seite gesucht.

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Mittlerweile gehören die Wimmelbücher von Rotraut Susanne Berners bereits zu den Klassikern unter den Wimmelbüchern und das zu Recht! Sie zeigen genau das auf, was ein gutes Wimmelbuch ausmacht und man hat lange Spaß an ihnen. Von mir gibt es eine ganz klare Empfehlung für diese Reihe!

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Winter-Wimmelbuch von Rotraut Susanne Berners, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5033-6, 12,90€

Frühlings-Wimmelbuch von Rotraut Susanne Berners, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5057-2, 12,90€

Sommer-Wimmelbuch von Rotraut Susanne Berners, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5082-4, 12,90€

Herbst-Wimmelbuch von Rotraut Susanne Berners, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5101-2, 12,90€

Nacht-Wimmelbuch von Rotraut Susanne Berners, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5199-9, 12,90€

Wunderschönes, informatives Bilderbuch rund um das Thema Wind, Wellen und Deiche

Sommerzeit = Reisezeit. Trifft das bei euch zu? Fahrt ihr in den Urlaub und vielleicht sogar an die Nordsee? Dann packt auf jeden Fall noch schnell das Buch „Emily, der Wind und die Wellen“ in den Koffer, denn so können die Kinder direkt ein bisschen etwas über die Besonderheiten ihres Urlaubsortes erfahren. Was hat es mit dem Deich auf sich? Warum ist direkt neben dem Meer dieser grüne Hügel, auf dem häufig Schafe weiden? Auch Emily möchte dies herausfinden. Zunächst befragt sie die Tiere, die den Deich immerhin tagein, tagaus sehen, doch weder die Antwort der Kühe, der Schafe noch die der Möwe können Emily befriedigen. Erst als es zu einer Sturmflut kommt und der Seemann, ein guter Freund von Emily, sie mit auf den Leuchtturm nimmt, von dem aus sie die den Sturm gelassen beobachten können, erfährt Emily, welchen wichtigen Schutz die Deiche dem Land bieten.

Bereits der Seemann erklärt sehr informativ, wie die Menschen sich und das Land vor dem Hochwasser schützen können. Darüber hinaus bekommt der Leser im Anschluss an die Geschichte noch ein paar Informationen über den Zusammenhang von Mond und Ebbe und Flut.

Mit dieser Geschichte erwerben Kinder ein erstes Wissen über die Deiche, warum sie wichtig sind und was bei einer Sturmflut passiert. Aber nicht nur auf Grund des informativen Charakters dieses Buches gefällt es mir so gut. Die Geschichte ist trotz der sachlichen Informationen eine Erzählung geblieben, die sich gut lesen lässt und zu der wunderschöne Illustrationen hinzu kommen. Allein die Covergestaltung macht doch schon Lust auf dieses Buch, oder? Es wirkt sehr maritim, man sieht schon die Wellen, die am Strand ankommen, man spürt beinahe den Wind, der den Drachen steigen lässt und der Anblick eines Leuchtturms sowie die blau-weißen Streifen wecken in mir sowieso wieder die Sehnsucht nach Meer und Urlaub. Auch die Bilder in dem Buch versprühen sehr gekonnt die Atmosphäre am Meer. Das gefällt mir richtig gut!

Mit Bücherwürmchen habe ich dieses Buch natürlich auch gelesen. Er war dann allerdings ein wenig enttäuscht, dass in Cuxhaven keine Schafe auf dem Deich zu sehen waren, trotzdem hat er besonders viel Spaß an der Antwort der Möwe, die meint, dass die Deiche eigentlich nur ein großer Hügel an Schafsausscheidungen sind, denn „was vorne reinkommt, kommt auch hinten wieder raus“. Diesen Satz hat er gerne einige Male zitiert…

Die Zusammenhänge zwischen Mond und den Gezeiten sind natürlich noch ein bisschen schwierig für ihn, aber er hat zumindest schon einmal verstanden, dass dies etwas miteinander zu tun hat. Und da die Osterferien, in denen wir in Cuxhaven waren und in denen das Buch einen Teil unserer Urlaubslektüre darstellte, kurz nach der Sonnenfinsternis waren, über die ich mit ihm kurz gesprochen hatte, konnte ich ihm auch diese anhand des Buches und den Bildern, auf denen Sonne, Mond und Erde in verschiedenen Konstellationen zu sehen sind, noch einmal erklären und so kann Bücherwürmchen die Zusammenhänge immer besser einordnen.

Emily, der Wind und die Wellen“ ist nicht nur die perfekte Urlaubslektüre für alle Nordsee-Urlauber, sondern auch eine tolle Geschichte mit wunderschönen Bildern, die einfach viel Spaß macht. Übrigens habe ich erfahren, dass es von Emily bereits ein Vorgänger-Buch gibt, welches ich allerdings leider noch nicht kenne: „Emily und das Meer“, auf welches ich jedoch sehr neugierig bin…

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Emily, der Wind und die Wellen von Andrea Reitmeyer, Jumbo Verlag 2015, ISBN: 978-3-8337-3387-1, 14,99€

Neu entdeckt: Der Inselkinder Verlag

Zu dem Buch, welches ich euch heute vorstellen möchte, bin ich auf eine ganze besondere Art und Weise gekommen.

Es ist Sommer. Klar, da macht man gerne Urlaub, unter anderem an der deutschen Ostsee. Das haben sich auch meine Eltern gedacht und fuhren auf die Insel Rügen, wo sie zwei Wochen in einer Ferienwohnung verbringen wollten. Und wie es der Zufall so wollte, hat die Vermieterin der Wohnung in diesem Jahr einen Kinderbuchverlag gestartet. Na, da war ich natürlich neugierig. Allein den Namen des Verlags finde ich toll gewählt: Inselkinder Verlag. Da klingen doch direkt die Wörter Sommer, Strand, Meer, Ferien etc. mit, oder? Gerne möchte ich euch heute nun ein Pappbilderbuch aus diesem Verlag vorstellen: „Muschel Moni und der Schatz“. Leider habe ich bisher noch keinen Urlaub auf Rügen gemacht, aber meine Eltern können in dem Bilderbuch sicherlich die Seebrücke und das Kurhaus Binz wieder erkennen. Es ist also schon einmal ein schönes Buch für alle, die auf der Insel Urlaub machen und sich gerne daran zurück erinnern möchten. Auch die typischen Kreidefelsen, die auch Nicht-Urlaubern bekannt sein dürften, sind in dem Buch natürlich zu sehen.

Robbe Rollo und Muschel Moni sind ganz aufgeregt, denn Qualle Kalle hat scheinbar eine Flaschenpost mit Schatzkarte gefunden. Schon träumen die beiden von den größten Schätzen und machen sich schnell auf den Weg um den Schatz zu bergen. Doch, oh, nein, auch Pirat Pumpel hat Kurs auf die Schatzkiste genommen. Beim Öffnen der Kiste erwartet ihn jedoch eine kleine Überraschung…

Die Geschichte ist kurz und knapp fröhlich in Reimen erzählt. Dazu gibt es fröhliche Bilder mit liebenswerten Figuren. Insgesamt ist „Muschel Moni und der Schatz“ eine schöne Geschichte, die an einem realen Ort spielt, was in Bilderbüchern gar nicht so oft vorkommt. Das lustige Ende, welches der Geschichte einen besonderen Pfiff gibt, verwundert Kinder zunächst einmal und so richtig begeistert ist zumindest Bücherwürmchen nicht darüber, dass in der Kiste kein funkelndes Gold zu finden ist. Allerdings ist er auf der anderen Seite in einem Alter, in dem es unglaublich lustig ist, andere zu veräppeln und so hat er dann doch Spaß daran, dass ausgerechnet der „böse“ Pirat, der allerdings gar nicht so fürchterlich aussieht, hereingelegt worden ist. Nicht ganz so einfach für kleinere Kinder ist es, dass sich manches nur in den Gedanken und Träumen von Moni und ihren Freunden abspielt. Das ist für sie noch sehr abstrakt und sie können noch nicht zwischen dem, was tatsächlich in der Geschichte passiert und dem, was sich die Freunde nur ausmalen, unterscheiden. Etwas älteren Kindern kann man das jedoch schon ganz gut erklären und sich vielleicht sogar gemeinsam überlegen, was man selbst für einen Schatz erwarten und was man mit ihm machen würde.

Ich freue mich jedenfalls, dass ich durch diesen Zufall auf den Inselkinder Verlag aufmerksam geworden bin und ich bin gespannt, was uns in Zukunft von diesem Verlag noch so alles erwarten wird. Es ist schön, wenn es schöne, spannende und lustige Bilderbücher aus Urlaubsregionen gibt, mit denen man den Urlaub ein bisschen mit nach Hause nehmen kann…

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Muschel Moni und der Schatz von Janet Lindemann, Bilder von Janni Feuser, Inselkinder Verlag 2015, ISBN: 978-3-99817217-0-6, 9,95€

 

 

Wimmeliger Sommerurlaub mit Conni und Jakob

Fast jedes Kind mag die Conni-Geschichten, oder? Seit einiger Zeit gibt es ja auch einige Pappbilderbücher über Connis kleinen Bruder Jakob. Heute möchte ich euch nun ein Wimmelbuch von Conni und Jakob vorstellen, welches auch gut zur baldigen Sommerreisezeit passt. In dem Wimmelbuch „Jakob sucht Conni“ fährt die Familie von Conni und Jakob nämlich in den Urlaub. Da gibt es natürlich so einiges zu entdecken. Bereits bei der Pause auf dem Rastplatz begegnen wir vielen Urlaubern, die sich kurz stärken, die Autoscheibe wischen oder mit ihrem Hund Gassi gehen. Conni und Jakob testen derweil den Spielplatz der Gaststätte aus. In diesen Ferien wird auf einem Campingplatz gezeltet und natürlich ist die Familie dort nicht allein. Zwischen all den Zelten kann man viele Menschen entdecken, die am Strand baden gehen, sich sonnen, Geschirr spülen, grillen, etwas spielen und vieles mehr tun. Nachts kann man hier sogar einige Tiere beobachten. Aber auch im Schwimmbad, beim Piratentheater am Meer und im Zoo ist jede Menge los. Und bei allen Aktivitäten verliert Jakob Conni aus den Augen und wir als Leser können ihm dabei helfen, seine Schwester wieder zu finden.

Mir gefällt dieses Wimmelbuch sehr gut. Conni- und Jakob-Fans kommen hier natürlich auf ihre Kosten, aber das Buch ist ebenso gut für alle Wimmelbuchfreunde geeignet, die Conni und Jakob erst noch kennen lernen möchten. Es gibt einfach sehr viel zu entdecken. Dazu bietet sich das Thema Urlaub mit all seinen Ausflügen und besonderen Erlebnissen gut an. Und auch wenn Urlaub nichts alltägliches ist, können Kinder die Szenen gut nachvollziehen und vielleicht erinnert man sich beim Buch angucken ja auch an eigene Urlaubserlebnisse. Lust auf den nächsten Urlaub bekommt man auf jeden Fall.

Kurze, recht einfach gehaltene Texte führen uns durch den Urlaub und lenken unsere Aufmerksamkeit auf die Aktivitäten der Familie. Wer genau hinschaut, wird aber auch viele andere Figuren entdecken, die scheinbar ähnliche Wege in ihrem Urlaub gehen wie Connis Familie. Sie tauchen jedenfalls auf den verschiedenen Seiten immer wieder auf.

Auf den Bildern gibt es sehr viele Details zu sehen. Manchmal muss man auch eine Weile suchen bis man Conni und den Rest der Familie gefunden hat, aber dennoch überfordern einen die Bilder nicht. Sie sind nicht überladen, sondern trotz der vielen Szenen, die sich auf ihnen abspielen, gut ausbalanciert, was wohl daran liegt, dass alles sehr klar und gut erkennbar gezeichnet wurde. Die Autorin sowie den Illustrator und seinen Bilderstil kennen wir von den Jakob-Büchern. Das Buch reiht sich also eher bei den Jakob-Büchern als bei den Conni-Büchern ein, wobei es hier natürlich eine große Übereinstimmung gibt. Allerdings ist es durchaus logisch, dass dieses Buch letztendlich in die Jakob-Reihe gehört, da sich diese so wie dieses Papp-Wimmelbuch eher an die jüngeren LeserInnen wendet, wobei ich mir vorstellen kann, dass das Wimmelbuch über die „Jakob kann das alleine“- und „Jakob und sein Töpfchen“-Phase hinaus für Kinder interessant sein könnte.

Bücherwürmchen hat „Jakob sucht Conni“ mit circa 2 Jahren zum Tag des Buches geschenkt bekommen und war damit für dieses Buch in einem guten Alter. Die Bilder und Szenen lassen sich gut erfassen und verstehen. Es werden keine Abläufe gezeigt, die ein gewisses Humorverständnis oder das Erfassen von komplexen Handlungen voraussetzen. Überall kann man Bekanntes entdecken und das Piratentheater, welchen einem 2-Jährigen vielleicht noch nicht ganz so viel sagt, wird dann für den 3- oder 4-Jährigen interessant. Wir haben uns das Buch auf jeden Fall häufig und gerne angeschaut. Unabhängig davon, ob Bücherwürmchen 2, 3, oder 4 Jahre alt war.

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Jakob sucht Conni – Mein erstes Wimmelbuch von Sandra Grimm und Peter Friedl, Carlsen 2012, ISBN: 978-3-551-16841-2, 9,99€

 

Top Ten Thursday: 10 Bücher, die im Sommer spielen

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Auch wenn wir gerade mitten im Frühjahr sind, ist es nicht schlecht, wenn man sich schon mal überlegt, welche Bücher passend zum Sommer sind. Somit kommt auch die Aufgabe des Top Ten Thursdays genau richtig: 10 Bücher, die im Sommer spielen

Es war gar nicht so einfach, die Bücher zusammen zu bekommen. Ein paar Bücher kamen mir sofort in den Sinn, aber dann musste ich doch in meinem Bücherregal ein wenig stöbern, wobei mich dabei vor allem die Bücher, in denen es um Strand und Meer geht, anzogen. Auch wenn ich schon zu allen Jahreszeiten am Meer war, gehört für mich Sommer und Meer untrennbar zusammen. In einigen Büchern wird die Jahreszeit gar nicht groß thematisiert, aber durch die getragene Kleidung der Figuren habe ich dann einfach mal auf eine warme, sommerliche Jahreszeit geschlossen…

 

Hier nun meine Liste (Über viele der Bücher habe ich bereits etwas geschrieben. Klickt einfach auf den Titel und ihr werdet zu der Buchvorstellung geleitet.):

1. Ferien auf Saltkrokan von Astrid Lindgren – Eine tolle Sommer-Feriengeschichte, die auf einer der wunderbaren Schären-Inseln vor Stockholm spielt.

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2. Ronja Räubertochter von Astrid Lindgren – Das Buch spielt nicht nur im Sommer, aber gerade der Sommer, in dem Ronja gemeinsam mit Birk in einer Bärenhöhle verbringt, ist so sommerlich und voller sommerlicher Zutaten, dass mir dieses Buch einfach direkt eingefallen ist.

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3. Sommer-Wimmelbuch von Rotraut Susanne Berner – Klar, hier geht es eindeutig um den Sommer und wir dürfen erfahren, was die Bewohner von Wimmlingen im Sommer so alles treiben.

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4. Stinas Sommer von Lena Anderson – Eine herrliche Sommergeschichte, in der ein Kind den Sommer mit ihrem Opa genau so erlebt, wie jedes Kind dies gerne tun würde.

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5. Lulu & Pip von Nina Gruener und Stephanie Rausser – Ein kindliches Sommerabenteuer mit zelten, Lagerfeuer, auf Bäume klettern etc., erzählt durch wunderschöne Fotos.

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6. Mein Esel Benjamin von Hans Limmer– Ein alter Klassiker, aber immer noch wunderschön!

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7. Wie Mücke Micha rettete – Auch dies ist ein altes Buch mit schwarz-weiß Fotos. Dass dieses Buch im Sommer spielt ist ganz klar: Micha fährt in den Ferien mit seinen Eltern und seinen Hund Mücke ans Meer.

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8. Heiner und seine Hähnchen von Benno Pludra – In der Geschichte von Heiner (in kurzen Sachen gekleidet) und seinen Hähnchen geht es ebenfalls an den Strand und ans Meer und die tollen Bilder lassen einen das Meer beinahe riechen.

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9. Emily, der Wind und die Wellen von Andrea Reitmeyer – Dieses Buch wirkt nicht direkt sommerlich, aber Emily ist bei ihrem Ausflug an den Strand sommerlich gekleidet. Und dass sie dort von starkem Wind und Regen überrascht wird, kann am Meer auch im Sommer passieren. Ein Buch mit lehrreichem Inhalt und vor allem wunderschönen Bildern!

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10. Mein Insel-Wimmelbuch Norderney von Joachim Krause – Wann fahren die meisten Touristen nach Norderney? Im Sommer! Also spielen sich die Szenen auf den Wimmelbuchseiten auch im Sommer ab, was unter anderem auch durch die Kleidung ersichtlich wird.

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Welche Kinderbücher fallen euch direkt ein, wenn ihr an den Sommer denkt?

Weitere Listen, die im Rahmen des Top Ten Thursdays entstanden sind, findet ihr HIER.

Aus diesem Buch spricht das wahre Kinderglück

Neulich schrieb ich von einer besonderen Art der Bilderbücher, die es in meiner Kindheit häufiger gab: Fotobilderbücher. Heute sehe ich solche Bücher seltener, aber es gibt sie dennoch auch in der heutigen Zeit. Ein ganz neues Buch dieser Art ist „Lulu & Pip“ – ein Bilderbuch über das Mädchen Lulu und seine Puppe Pip in farbigen Fotos. Lulu ist ein fröhliches, aufgewecktes Mädchen, welches gerne etwas erleben möchte, aber immer muss ihre Puppe Pip dabei sein. So freut sie sich auch sehr als es in die „Wildnis“ zum Zelten geht. Dort trifft Lulu Pedro, den Esel, sie spielt am Wasser, sitzt am Lagerfeuer, klettert auf Bäume und hat einfach den lieben, langen Tag Spaß draußen in der Natur. Ein richtiges Kinderabenteuer eben.

Lulu ist ein sympathisches Mädchen mit Sommersprossen und Pip ist eine von Jess Brwon genähte Puppe, welcher man ansieht, dass sie geliebt wird. Man hat also direkt Lust darauf, den beiden durch das Buch zu folgen. Die Eltern werden zwar im Text erwähnt, auf den Fotos sieht man sie allerdings  nicht. Das Kind und sein Spiel stehen im Vordergrund. Die Bilder zeigen nur Lulu, Pip und Pedro.

Man spürt das Leben, das Abenteuer und den Sommer auf den Fotos und man bekommt sofort Lust darauf, selbst noch einmal das Leben so ungezwungen wahrzunehmen und zu erleben.

Es ist ein schönes, leichtes Buch, welches an sich keine große Geschichte erzählt, aber in welchem dennoch die ganz große Geschichte des Glücks und des kindlichen Spiels und Erlebens steckt.

Die Sätze sind kurz und einfach, beinahe etwas zu einfach für Kinder ab 3 Jahren, aber dafür sind auch einige Seiten zu bewältigen.

Mein Sohn hat sich das Buch gerne angeschaut. Am interessantesten fand er den Esel Pedro und so freut er sich jedes Mal, wenn er am Ende wieder auftaucht und Lulu zurück zum Zelt begleitet. Die anderen Seiten möchte er dahingegen schnell weiterblättern und er fragt dann immer nur, wo denn Pedro sei…

Ich finde es immer wieder spannend, was Kinder sich aus so einem Buch herauspicken. Oft sind es gar nicht die Dinge, die im Vordergrund stehen oder die uns Erwachsenen auffallen, sondern eine Randfigur, ein bestimmtes Bild, eine Kleinigkeit, die sie interessiert, bewegt oder irritiert… Aber genau deshalb macht es ja auch so viel Spaß sich mit Kindern Bücher anzugucken und sich mit ihnen auszutauschen! Durch Bücherwürmchen ist mir der Esel in diesem Buch besonders ans Herz gewachsen und er hat nun auch Freude an dem Bild, auf dem Lulu und Pip mit den Füßen im Wasser stehen, denn auf diese Szene habe ich ihn aufmerksam gemacht. So bereichern wir uns beim Bücher lesen gegenseitig und freuen uns immer wieder auf unsere gemütlichen Lesemomente auf dem Sofa, bei denen wir uns nicht nur körperlich ganz nah sind.

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Lulu & Pip von Nina Gruener und Stephanie Rausser, Bohem Verlag, ISBN: 978-3855815593, 14,95 €