Michel war ein Lausejunge aus nem Dorf in Schweden…

Endlich kommt Bücherwürmchen in ein Alter, in dem ich ihm meine geliebten Astrid Lindgren-Bücher vorlesen kann. Vor kurzem haben wir mein altes, dickes Michel aus Lönneberga-Buch („Immer dieser Michel“) beendet, welches mehrere Michel-Bücher beinhaltet. Und ja, ich finde Michel aus Lönneberga immer noch toll und ich freue mich sehr, dass es Bücherwürmchen genauso geht.

Warum mag ich Michel aus Lönneberga? Weil alles so schön schwedisch ist (rote Holzhäuser etc.), weil Alfred so ein netter Kerl ist, weil ich Astrid Lindgrens Sprachstil mag und natürlich weil Michel so ein aufgewecktes, lebensfrohes Bürschchen ist, welches mir von Grund auf sympathisch ist. Warum mag Bücherwürmchen Michel aus Lönneberga? Weil er so viel Unfug macht! Klar, das gefällt einem Kind und am liebsten würde Bücherwürmchen Michel mit seinem Unfug noch übertrumpfen. Nächstes Karneval möchte er sich als Michel verkleiden und dann im Kindergarten jede Menge Unfug anstellen… Büsse und Müsse dazu haben wir sogar schon und das spitzbübische Aussehen mit wolligem blonden Haar bringt Bücherwürmchen selber mit.

Anmerkung: Im Original heißt Michel Emil, aber da es bereits Erich Kästners "Emil und die Detektive" gab, wurde Emil in Deutschland in Michel umbenannt.

Anmerkung: Im Original heißt Michel Emil, aber da es bereits Erich Kästners „Emil und die Detektive“ gab, wurde Emil in Deutschland in Michel umbenannt.

Ja, Michel aus Lönneberga macht viel Unfug, aber er plant keinesfalls so viel anzustellen. Es passiert einfach. Eigentlich ist Michel nur so wie Kinder sein sollen: Neugierig, experimentierfreudig, hilfsbereit, aufgeweckt, spielfreudig etc. Michel steckt einfach voller Ideen, die ausprobiert werden müssen. Dafür, dass dann vieles nicht so endet wie es seinen Eltern, vor allem seinem Vater, gefallen würde, kann er doch nichts. Hm, na gut, er hätte vielleicht ausprobieren sollen, ob die Straußenfedern auf dem Hut von Frau Pastor durch Lichteinfall durch die Lupe brennen und dass es nicht so eine gute Idee ist mit einem Pferd mitten ins Esszimmer des Bürgermeisters zu reiten, könnte man sich eigentlich auch denken. Aber als er seine Schwester Klein-Ida an der Fahnenstange hochzieht, tut er ihr doch nur einen Gefallen, und dass der Vater seinen Fuß genau in die gut platzierte Rattenfalle steckt – dafür kann doch Michel nichts! Er wollte nur die Ratte fangen, die nicht ins Haus gehört. Dem Vater sind die Gründe jedoch egal und Michel landet, wie bei jedem Unfug, mal wieder im Tischlerschuppen. Dort hat er dann wenigstens seine  Ruhe und kann ein weiteres Holzmännchen schnitzen.

Ist jemand bei uns frech so heißt es immer mal wieder aus Spaß: „Ab in den Tischlerschuppen!“ Ein kleines rotes Holzspielhaus stünde tatsächlich bereit, aber bis jetzt musste dann doch noch niemand dort Holzmännchen schnitzen.

Aber Michel ist nicht nur ein Lausbub, er ist zudem ein Kind mit dem Herz auf dem rechten Fleck und gerade die Geschichten, in denen er seine Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit zeigt, bringen ihm viele Sympathiepunkte. Auch die jungen Leser sind hier ganz auf Michels Seite, egal ob es um den Weihnachtsschmaus für die Menschen aus dem Armenhaus geht oder um die Rettung Alfreds, der unbedingt bei Schnee und Sturm so schnell wie möglich zum Arzt muss. Hier wird der Atem angehalten und mitgefiebert, dass alles gut geht.

Das Buch „Immer dieser Michel“ beinhaltet die Bücher „Michel in der Suppenschüssel“, „Michel muss mehr Männchen machen“ und „Michel bringt die Welt in Ordnung“. In allen Einzelbänden findet man tolle Geschichten. Für kleinere Kinder bietet es sich an mit „Michel in der Suppenschüssel“ zu beginnen.

3789119253

Insbesondere die Geschichte mit der Suppenschüssel und die Geschichte, in der Ida an der Fahnenstange hochgezogen wird und Michel aus dem Tischlerschuppen ausbüxt und die Wurst aus der Vorratskammer verspeist, sind recht einfach zu verstehen und dabei harmlos und witzig. Auch die Geschichte, in der Michel dreimal an einem Tag eingesperrt wird da er u.a. die Rattenfalle aufgestellt und dem Vater Teig ins Gesicht gekippt hat, passt ganz gut in diese Reihe. Sie befindet sich allerdings im zweiten Einzelband, der ebenfalls die Weihnachtsgeschichte mit den Menschen aus dem Armenhaus enthält. Diese ist schon auf einem anderen Niveau. Einerseits ist so ein Armenhaus bedrückend und andererseits ist die Geschichte auch etwas spannend, denn im Armenhaus kommandiert die boshafte Maduskan, die nur an sich selbst denkt und den anderen kein Vergnügen gönnt. Jüngere Kinder fürchten sich durchaus vor der Maduskan und davor, dass die armen Menschen, die Michels Gäste sein sollen, von dieser erwischt werden. Doch da ist ja auch noch die Wolfsgrube, ebenfalls ein Detail, das ein wenig Angst einjagen kann, und darin landet natürlich letztendlich diejenige, die es verdient hat: Die Maduskan.

Auch der dritte Einzelband ist ein tolles Buch, allerdings nicht unbedingt schon für die Kleinsten geeignet. In diesem Buch befindet sich die Geschichte, in der Michel, der Hahn und Knirpsschweinchen nichtsahnend vergorene Kirschen essen. Außerdem erfordert die Geschichte rund um Alfreds Blutvergiftung und Michels heldenhafte Rettung einige Nerven. Dahingegen ist die Geschichte, in der der Vater in der Trissebude, dem Plumpsklo, stecken bleibt, sehr spaßig – auch schon für die Jüngeren.

Hat man natürlich das dicke Michel-Buch, so hat man beim Lesen die freie Wahl. Wir haben direkt mal das ganze Buch gelesen, wobei wir Bücherwürmchen bei manch einer Geschichte vorab verraten mussten, dass sie gut endet…

img_4462

Immer dieser Michel von Astrid Lindgren, illustriert von Björn Berg, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-2946-9, 16,90€

Zupf mich an der Schwanzfeder – es gibt ein neues Mama Muh Abenteuer!

Ich freue mich ja so, dass es nun ein neues Mama Muh-Buch gibt, denn so kann ich endlich auf meinem Blog ein bisschen mehr über Mama Muh schreiben, die ich richtig gerne vorlese. Klar, ich könnte auch mal die ganzen alten Bücher von ihr vorstellen, würde ich auch eigentlich gerne machen, aber es fällt mir schwer über Bücher zu schreiben, die für mich so selbstverständlich sind, dass ich gar nicht weiß, was man über sie überhaupt noch interessantes erzählen könnte. Nun gibt es aber ein neues Buch, welches ihr vielleicht noch nicht kennt und so stelle ich es euch gerne vor: „Mama Muh fährt Boot“.

Der Titel ist ein wenig irreführend, denn in der ganzen Geschichte besteigt Mama Muh kein Boot. Sie spielt aber am Wasser. Erst taucht sie mit Lillebrors Taucherbrille und später spielt sie mit den Bötchen, die die Kinder selbst gebaut haben. Mama Muh ist ganz beeindruckt von den schönen Booten und zieht sie mit Begeisterung durch das Wasser. Die Krähe ist davon natürlich nicht sonderlich fasziniert. Sie findet es langweilig, aber trotzdem lassen sie die Boote nicht los und so plant sie ihr eigenes, rasantes Rennboot. Selbstverständlich setzt sie ihre Planungen auch in die Tat um und leiht sich dabei ebenso selbstverständlich ohne zu fragen Mama Muhs Fahrradschlauch aus. Die gutmütige Mama Muh lässt die Krähe gewähren und schaut ihr am Ende dabei zu, wie sie nicht nur wie eine Rakete in die Luft schießt, sondern auch elendig auf dem Steg aufschlägt…

Es geht hier also genauso zu, wie es bei Mama Muh und der Krähe  immer zu geht. Mama Muh hat eine Idee, die die Krähe erst einmal komplett ablehnt, aber natürlich ist die Krähe neugierig geworden und möchte alles besser und spannender machen als ihre Freundin. Sie werkelt, baut und tut und am Ende ist es dann doch Mama Muh, die besser aussieht als die Krähe, denn die Krähe hat es mal wieder übertrieben und so endet ihre Idee recht schmerzhaft. Eine typische Mama Muh-Geschichte eben. Und genau so wollen wir sie ja auch haben. Mama Muh und die Krähe bilden ein tolles Gegensatzpaar, was man auch beim Vorlesen sehr schön ausdrücken kann. Mama Muh lese ich immer ganz ruhig, aber positiv und begeisterungsfähig, während man bei der Krähe schön frech und beleidigt krächzen kann. Das macht so viel Spaß! Mama Muh ist ein perfektes Buch zum  Vorlesen.

Die Bilder können ebenfalls wieder überzeugen. Einerseits ist da Mama Muh: Fröhlich, aufgeweckt, offen für neues, aber auch einfach lieb und treu. Herrlich sind auch die Bilder mit der Taucherbrille. Andererseits ist da die Krähe: Beleidigt, wuselig, in Bewegung, immer in Aktion, zerzaust. Den Sturz auf den Steg kann man auf den Bildern regelrecht mitfühlen.

Mir gefällt Mama Muhs neues Abenteuer gut. Auch Bücherwürmchen hat es gefallen, wobei er dieses Mal das erste Mal gesagt hat, dass die Krähe immer so doof und nur Mama Muh nett sei. Das hat er vorher bisher noch gar nicht so realisiert. Hier findet er es gemein, dass sie Mama Muhs Freude an den Booten schlecht redet und so scheint er es als verdient anzusehen, dass ihre eigenen Pläne schief gehen. Über ihre wilden Flüge, mit denen sie den Bauern erschreckt, musste er herzhaft lachen. Ich finde den Einbezug des Bauern in diesem Buch etwas überflüssig, aber er schmälert den Spaß an dem Buch auch nicht.

Nachdem wir nun „Mama Muh fährt Boot“ gelesen haben und wieder gemerkt haben, wieviel Spaß uns diese Bücher machen, kann ich mir gut vorstellen, dass wir auch die anderen Bücher demnächst wieder häufiger lesen und bald kommen ja sowieso die Winterbücher („Mama Muh fährt Schlitten“ und „Mama Muh feiert Weihnachten“) wieder in unsere Weihnachtsbuchkiste!

9783789104305

Mama Muh fährt Boot von Jujja Wieslander und Sven Nordqvist, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0430-5, 12,99€

Wer ist Willi Wiberg?

In einer kleinen Reihe möchte ich von nun an, einige Kinderbuchfiguren auf meinem Blog vorstellen. Beginnen möchte ich mit Willi Wiberg, der, wie ich kürzlich erfahren habe, weniger bekannt ist, als ich angenommen habe:

Willi Wiberg ist ein schwedischer Junge zwischen vier und sieben Jahren (im Original: Alfons Ǻberg), der zusammen mit seinem Vater lebt. Von seiner Mutter erfährt man nichts. Dafür tritt manchmal seine Großmutter auf. Willis Freund heißt Viktor. Außerdem spielt Willi gerne mit Viktors Kusine Milla. Willi ist ein ausgesprochen lieber Junge, der zwar manchmal versucht seinen Vater ein wenig auszutricksen, damit er beispielsweise nicht ins Bett gehen muss, der aber auch etwas zurückhaltend ist und prügeln einfach nicht mag. Hat er sich mal nicht korrekt verhalten, dann quält ihn ein schlechtes Gewissen und er versucht es wieder gut zu machen. Mit Willi erlebt der Leser den ganz normalen Alltag eines Kindes mit all seinen Problemen und Besonderheiten. Einerseits taucht man mit Willi in Spielwelten mit großer Fantasie ein und man staunt über seine pfiffigen Ideen und andererseits werden Befindlichkeiten und Gedanken von Kindern zu verschiedenen Themen aufgegriffen: Wie bewältigt man den aufregenden ersten Schultag? Was macht man, wenn man gerne mit Milla spielt, aber alle Jungen sagen, dass Jungen nicht mit Mädchen spielen? Wann braucht man einen heimlichen Freund und wann kann man sich von ihm verabschieden?

Willi Wiberg ist einfach äußerst liebenswert. Er ist ein prima Kind, mit einem verständnisvollen, lieben Vater.

Auch die Bilder sind toll und haben einen großen Wiedererkennungswert. Besonders auffällig sind die großen Köpfe, insbesondere der ovale Kopf von Willi. Die Bilder selbst sind eine sehr interessante Mischung aus teils bunten Zeichnungen und collagenartigen Elementen.

9783789163487

Vorgestellte Bücher auf diesem Blog Die besten Geschichten von Willi Wiberg“ und „Die schönsten Geschichten von Willi Wiberg“.

Gedanken zur Autorin von Willi Wiberg (Gunilla Bergström)

 

 

Weihnachten mit Astrid Lindgren: Dieses Mal als Hörbuch

Habt ihr schon einmal ein Originalhörspiel von Astrid Lindgren gehört, eines bei dem Astrid Lindgren ihre Geschichten selber vorliest? Vermutlich eher nicht, denn natürlich ist nicht jeder der schwedischen Sprache mächtig, aber ich kann euch versichern, dass es ein absoluter Genuss ist. Es ist auch ganz klar, dass keine anderen Hörspiele ihrer Geschichten an diese Versionen heranreichen, aber dennoch ist die CD-Box „Die schönsten Weihnachtsgeschichten von Astrid Lindgren“ eine Bereicherung in unserem Haushalt. Ich bin nämlich die einzige, die die schwedischen CDs versteht und so ist es schön, dass ich auch mal mit den anderen zusammen den schönen, weihnachtlichen Geschichten Astrid Lindgrens lauschen kann.

Auf den drei CDs befinden sich einige der bekanntesten weihnachtlichen Geschichten. Mit dabei sind natürlich die zwei Geschichten von Tomte Tummetott, Michel und Pippi fehlen selbstverständlich ebenfalls nicht, aber auch die Geschichten von Polly, von den Kindern aus Bullerbü und die Weihnachtsfeste von Madita sowie den Kindern aus der Krachmacherstraße sind auf den CDs enthalten. Ja, vielleicht vermisst man die eine oder andere Geschichte, z.B. die von Pelle, der nach Herzhausen zieht oder die Geschichte von Michel aus Lönneberga, in der Michel den Leuten aus dem Armenhaus ein Weihnachtsessen bereitet, aber dennoch ist die Auswahl gelungen. Es geht weihnachtlich und winterlich zu und verschiedene beliebte Charaktere stehen im Mittelpunkt der Geschichten.

Eigentlich lese ich ja lieber selber, aber diese CDs höre ich mir auch wirklich gerne an. Sie passen gut zur ruhigen, gemütlichen Advents- und Kerzenstimmung. Als ich eine CD beim Kaffeetrinken am Adventskranz eingelegt habe, wurden alle ganz still und haben der Geschichte gelauscht. Das war richtig schön. Man muss allerdings auch sagen, dass die Geschichten richtig toll gelesen werden. Die Vorleser erzählen unaufgeregt, aber mit passenden Betonungen und einer sehr angenehmen Vorlesestimme. Toll ist auch, dass die Geschichten die aus Kinderperspektive erzählt werden, z.B. „Weihnachten in Bullerbü“, von Carla Sachse, Jahrgang 1998, gelesen werden, so dass alles sehr authentisch wirkt. Hier wurde wirklich an alles gedacht und gut umgesetzt, ein rundum gelungenes Hörvergnügen!

9783837308709

Audio-CDs: Die schönsten Weihnachtsgeschichten von Astrid Lindgren, 3 CD, ca. 140 min, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-8373-0870-9

Blogparade – Astrid Lindgren

Blogparade_Astrid Lindgren_zpsekrp35rl

Oh, was habe ich denn da gerade entdeckt?! Eine Blogparade zu Astrid Lindgren bzw. zu der Bedeutung ihrer Bücher für einen selbst, veranstaltet vom Blog Kielfeder. Na, wenn ich da nicht mitmache, wer dann? 😉 Ich habe nämlich eine riesige Astrid Lindgren-Sammlung, außer ein paar Bilderbüchern fehlt da kaum etwas. Viele Bücher habe ich sogar doppelt und dreifach, denn nachdem ich manche Bücher bereits auf Deutsch und auf Schwedisch besessen habe, kam der wunderschöne Astrid Lindgren-Schuber heraus, der bei einem echten Astrid Lindgren-Fan natürlich im Regal stehen muss und so habe ich ihn zu meinem zweiten Staatsexamen bekommen, obwohl mir fast kein Buch aus diesem Schuber in meiner Sammlung noch fehlte…

IMG_1215

So, nun aber mal ein wenig der Reihe nach, denn natürlich ist mir Astrid Lindgren bereits in meiner Kindheit begegnet. Viele Bücher, die wir hatten, gehörten sogar schon meinem Vater und seinen Geschwistern als Kinder. So hatten wir alte Pippi Langstrumpf-, Karlsson vom Dach– und Wir Kinder aus Bullerbü-Ausgaben im Haus. Karlsson mochte ich allerdings nicht so und auch Pippi Langstrumpf war nie mein allerliebster Favourit. Die Kinder aus Bullerbü dahingegen kamen bei uns gut an. Auch Madita, die Kinder aus der Krachmacherstraße und Michel aus Lönneberga mochte ich sehr gerne. Das erste Buch, welches ich als Erstklässlerin selbst gelesen habe, war „Als Klein-Ida auch mal Unfug machen wollte“ und somit war mein Astrid Lindgren-Favourit schnell festgelegt: Michel aus Lönneberga mag ich ganz besonders gerne. Ich hatte auch eine dicke Ausgabe mit ganz vielen Geschichten davon und da man bei uns auch gut von der Küche ins Wohnzimmer und wieder zurück laufen konnte, haben wir auch gerne Michels „Kickse Kickse Hu“-Spiel übernommen. Neben den Michel-Büchern besaß ich ein Buch von den Kindern aus der Krachmacherstraße, ein Buch über Astrid Lindgren für Kinder („Besuch bei Astrid Lindgren“) und „Mio mein Mio“, welches ich allerdings als Kind dennoch nicht gelesen habe. Nachdem ich gehört hatte, dass ein anderes Kind beim Lesen dieses Buches Angst hatte, war dies Grund genug für mich, die sich angeblich schon bei der Sesamstraße gruselte, dieses Buch nicht zu lesen… Sehr gut kann ich mich noch an die Leseerlebnisse von „Ronja Räubertochter“ und „Ferien auf Saltkrokan“ erinnern, welche ich mit einem Urlaub auf der Insel Bornholm in Verbindung bringe.

Tomte Tummetott“ hat uns im Winter meine Mutter vorgelesen und ich höre noch heute ihre Betonung bei den Worten „Geduld, nur Geduld“.

Lustigerweise hatten wir sogar Astrid Lindgren-Bücher, bei denen ich lange Zeit gar nicht wusste, dass sie von Astrid Lindgren sind. Von meinem Vater gab es ein paar Fotobilderbücher (Matti aus Finnland“, „Noriko-San aus Japan“ und „Japi aus Holland), bei denen Astrid Lindgren die Texte geschrieben hat.

IMG_0649

Einige Bücher von Astrid Lindgren habe ich erst als Erwachsene kennen gelernt, darunter „Kalle Blomquist“, „Die Brüder Löwenherz“, („Mio mein Mio“), „Rasmus und der Landstreicher“, die Mädchenbücher, z.B. „Kati in Amerika“ und einige der Märchen und Erzählungen.

IMG_1202   IMG_1200   IMG_1210   IMG_1201

Beeinflusst durch die Bücher von Astrid Lindgren bin ich nach dem Abitur für ein Jahr nach Schweden gegangen (Soziales Jahr) und seitdem bin ich eine richtige Sammlerin geworden. Von da an musste ich alles mögliche haben, was mit Astrid Lindgren zu tun hat: Postkarten, Bücher von und über sie (sowohl auf Deutsch als auch auf Schwedisch, außerdem besitze ich eine finnische Michel-Ausgabe und eine niederländische Pippi-Ausgabe, da ich beide Sprachen mal gelernt habe), DVDs, Musik-CDs, Plakate, Pippi-Schlüsselanhänger, Michel-Briefpapier, Lottas Teddy, Michels Büsse und Müsse… Ich war sogar in der „Astrid Lindgren-Sällskapet„, bei der man regelmäßig Informationen und Texte gesandt bekam. Allerdings wurden mir dann die Einzugsgebühren von einem deutschen Konto doch zu hoch…

IMG_1212   IMG_1204   IMG_1216    

Verschiedensprachige Ausgaben:

IMG_1211

Wenn ich mal keine gute Laune habe, helfen diese CD und dieses Video immer:

IMG_1206   IMG_1205

Natürlich war ich auch in Astrid Lindgrens Värld und in Junibacken, ich habe hier in Deutschland Ausstellungen und Veranstaltungen zu Astrid Lindgren besucht, war bei der Beerdigung in Stockholm und kam sogar in die Zeitung Expressen, die die Leute befragte, warum sie dort waren um Astrid Lindgren zu ehren und bei den Namen meiner Kinder habe ich mich ebenfalls an ihren Büchern orientiert. Sowohl meine erste Examensarbeit als auch meine Prüfungsstunde im Fach Deutsch (ich bin Grundschullehrerin) hatten Astrid Lindgren zum Thema und wenn es irgendwie passt, dann ist sie auch stets mein Thema bei Projektwochen.

IMG_1207   IMG_1208

Bilder von der Prüfungsstunde und einem Projekttag (alle Ausstellungsstücke sind mein Eigentum :-)):

IMG_0108   IMG_0102  

IMG_5233   IMG_5240   IMG_5237 

IMG_5251   IMG_5246

Nun kann ich die Bücher so langsam für meinen älteren Sohn wieder hervor holen, was ich natürlich mit großer Freude tue. Letztes Jahr zur Weihnachtszeit haben wir viele weihnachtliche Geschichten von Astrid Lindgren gelesen. Außerdem kommen Lotta, Michel aus Lönneberga und Pippi Langstrumpf bei ihm gut an. Gerade haben wir sehr viel Spaß mit dem Pippi Langstrumpf-Comic. Aber viele, viele Geschichten warten auch noch darauf von ihm entdeckt zu werden und ich freue mich schon sehr darauf, sie ihm so nach und nach vorzulesen.

9783789141904

Pettersson und Findus zum Hören

Pettersson und Findus gehören ja schon seit langem zu unseren Lieblingsbuchfiguren. Nun haben wir endlich auch ein bzw. gleich drei Hörspiele von ihnen. Endlich, denn als ich mir „Die neue große Hörspielbox“ angeschaut habe, habe ich festgestellt, dass es ja auch bereits „Die große Hörspielbox“ gibt. Wie gesagt, bei uns hat gerade erst die Hörspielzeit so richtig begonnen, aber nun wissen wir jedenfalls was bei uns wohl auf den Wunschzettel gehört…

Pettersson und Findus sind nämlich immer toll – egal, ob als Buch oder als Hörbuch. Klar, beim Buch hat man noch die herrlichen Bilder dabei, aber wenn man die Bücher in- und auswendig kennt, hat man den alten Pettersson und den quirligen Kater auch beim Hören stets vor Augen.

Die neue große Hörspielbox“ enthält die Geschichten „Findus zieht um“, „Pettersson zeltet“ und „Pettersson kriegt Weihnachtsbesuch“.

Wer die Bücher kennt, dem sind die Inhalte und auch der Wortlaut bekannt, denn hier werden die Bücher lebendig durch mehrere Personen vorgetragen. Jede Figur hat ihren eigenen Sprecher, so dass das Zuhören viel Spaß macht. Irgendwie hat es mich am Anfang ein wenig irritiert, dass der Text von einer Frau und nicht von einem Mann erzählt wird. Unbewusst hatte ich hier eine Männerstimme erwartet. Vielleicht weil die Bücher von einem Mann geschrieben worden sind und im Haushalt von Pettersson keine Frau vorkommt? Ich weiß es nicht. Nach einer Weile habe ich mich dann aber natürlich auch an Laura Maire als Erzählerin gewöhnt, denn man kann ihr gut folgen und auch Pettersson und Findus sind mit Fred Maire und Jens Wawrczeck gut besetzt.

Neben dem Text gibt es in der ersten und letzten Geschichte noch das „Findus und Pettersson“-Lied und „Pettersson zeltet“ beinhaltet natürlich sowohl das Lied der Hühner („Nein! Nein – oh nein!“), die die Freunde nicht alleine zelten gehen lassen wollen, als auch „Findus allein im Zelt“, welches davon erzählt, wie unheimlich es Findus auf einmal im Zelt ist.

Ein paar Worte zu den Inhalten:

Findus zieht um – Katzen können morgens nicht leise sein, nein, sie müssen sich bewegen. Das muss Pettersson doch verstehen. Aber irgendwie kann Pettersson das „Quie-bong“ auf dem Bett von Findus um vier Uhr morgens nicht sonderlich gut leiden. Aber was wäre, wenn Findus sein eigenes Häuschen hätte? Sofort wird das alte Plumpsklo wohnlich eingerichtet, doch richtig glücklich ist am Ende keiner mit dieser Lösung, denn irgendwie ist es so doch recht einsam…

Pettersson zeltet – Als Findus auf dem Dachboden eine komische Rolle entdeckt, wird seine Neugier entfacht. Was ist das und was kann man damit machen? Die grüne Wurst entpuppt sich als Zelt, welches natürlich sofort ausprobiert werden muss. Doch so eine Wanderung ist gar nicht so einfach, zumindest dann nicht, wenn einen lauter Hühner dabei begleiten wollen, und der riesige Hecht, der es sogar schafft sich von der Angel wieder loszureißen, ist Findus auch nicht ganz geheuer…

Pettersson kriegt Weihnachtsbesuch – Ausgerechnet einen Tag vor Weihnachten verstaucht Pettersson sich seinen Fuß und dabei wollten Pettersson und Findus doch gerade alles weihnachtlich vorbereiten. Muss Weihnachten nun ausfallen? Findus bangt jedenfalls um die Tanne, leckeres Essen, Pfefferkuchen und alles, was Weihnachten eben ausmacht, denn Pettersson kommt jedenfalls nicht mehr von der Stelle und die Vorräte im Haus sind so ziemlich aufgebraucht. Zum Glück haben die beiden dann doch sehr liebe Nachbarn, die Pettersson und Findus schöne Weihnachten bescheren…

Jede CD ist um die 30 Minuten lang, so lang eben ungefähr wie man auch zum Vorlesen eines Buches braucht. Bücherwürmchen hat sich die Geschichten in aller Ruhe auf dem Sofa angehört, sogar mehrere nacheinander und im Nachhinein habe ich mich gefragt, warum man sich eigentlich so gerne Hörbücher von Geschichten kauft, die man sowieso schon kennt? Warum braucht man zusätzlich zu den Büchern, die gleichen Geschichten noch einmal als Hörspiel und warum hört man sie sich auch tatsächlich gerne an? Zumindest Bücherwürmchen hat sich riesig über die Hörspielbox gefreut und sie sich sehr gerne angehört. Ich glaube, es ist einfach entspannend, etwas Bekanntem noch einmal in Ruhe zu lauschen. Man kann sich dabei entspannen, vielleicht legt man sich sogar hin und macht mal einen Moment die Augen zu. Bei Büchern sind dann ja doch mehr Sinne auf einmal gefragt. Kinder müssen nicht nur dem Vorleser folgen, sondern sie konzentrieren sich auch auf die Bilder und all das, was es dort zu entdecken gibt. Hören sie sich dann die CD an, rufen sie sich die bekannten Geschichten einfach noch mal in Erinnerung. Sie wissen genau, was sie erwartet und somit ist es auch nicht schlimm, wenn sie zwischendurch mal einen Augenblick nicht so genau zu hören und sich später wieder von der Geschichte einfangen lassen. Sicherlich ist es auch mal angenehm eine andere Erzählstimme als immer nur die Eltern zu hören und natürlich haben die CDs den großen Vorteil, dass man sie auch im Auto hören kann. Nun können wir also endlich die Lieder-CD von Pettersson und Findus ab und zu mal mit einer Geschichte abwechseln und zwar mit Geschichten, die auch wir gerne hören und die nicht so nervig sind, wie so manches andere Hörspiel…

9783837308693

Pettersson und Findus – Die neue große Hörspielbox, 3 CD von Sven Nordqvist, Oetinger Audio, ISBN:978-3-8373-0869-3, 14,99€

Hier könnt ihr noch mehr über unsere Lieblingsfiguren und über ein Pettersson und Findus-Buch für die ganz Kleinen lesen.

Mottotag Schweden

Bücherwürmchen und ich haben endlich mal wieder einen Mottotag veranstaltet. Dieses Mal sollte es rund um das Thema Schweden gehen. Ich gebe zu, dass der Ablauf dieses Tages vielleicht nicht ganz so rund ist wie bei den anderen Mottotagen und dass die eine oder andere Aktion vielleicht nicht direkt etwas mit dem Land Schweden zu tun hat, aber wir haben uns dieses Mal von Bilderbüchern, die von schwedischen AutorInnen geschrieben wurden, inspirieren lassen. Ich habe dieses Mal auch keine Geschichte geschrieben, die uns durch den Tag führt, aber das hat nichts daran geändert, dass wir einen tollen Tag hatten. Letztendlich ist es auch völlig egal, ob das Ganze irgendwie zusammenhängt oder nicht. Die Hauptsache ist, dass wir uns einen Tag füreinander Zeit nehmen und schöne Sachen miteinander machen. Wenn man sich dann ein Thema überlegt, hat man natürlich einen Ausgangspunkt und kommt so auf einige Ideen.

Nun ging es also, wie gesagt, um Schweden. Dazu hatten wir erst einmal einen ganzen Haufen an Bücher zurecht gelegt: Vor allem waren natürlich Bücher von Astrid Lindgren und von Sven Nordqvist dabei. Für Bücherwürmchen ist der Büchertisch ein wichtiges Element eines Mottotages. Wenn er weiß, dass wir einen Mottotag veranstalten, überlegt er schon, welche Bücher auf diesen Tisch kommen. Ich hatte mir am Abend vorher ein paar wenige Bücher zurechtgelegt, an die ich unbedingt denken wollte. Als Bücherwürmchen nun früh morgens aufstand und schon durchs Haus schlich, weil er so aufgeregt war, hat er diesen kleinen Stapel gefunden. Nachdem ich dann auch irgendwann aufgestanden war, erzählte er mir sogleich, dass er noch ein paar Bücher dazu getan hätte, da das doch viel zu wenig Bücher seien. Lustigerweise wusste er tatsächlich, welche Bücher aus Schweden kommen. So hat er noch ein paar Pettersson und Findus-Bücher und Michel aus Lönneberga geholt.

IMG_9984

Bevor es dann aber wirklich losgehen sollte, wollten wir erst einmal frühstücken. „Machen wir ein schwedisches Frühstück?“ wollte Bücherwürmchen wissen. Hm, für das Frühstück hatte ich mir eigentlich noch gar nichts überlegt, aber dann haben wir ganz spontan die Hafergrütze aus dem Kochbuch von Pettersson und Findus gemacht (alle Rezepte, die wir an diesem Tag gekocht/gebacken haben, stammen aus diesem Buch). Ja, Hafergrütze ist schön typisch schwedisch! Das war ein guter Start für unseren Tag.

9783789143212

IMG_9977

Anschließend haben wir unseren Büchertisch bestückt und danach musste natürlich noch die Schwedenflagge gehisst werden. Dabei haben wir Idas Sommerlied auf Schwedisch gesungen.

IMG_9980

Leider ruhen auch an einem solchen Tag nicht alle Haushaltsaufgaben und so mussten wir noch kurz einkaufen gehen, allerdings haben wir dabei einen Abstecher zum Bäcker gemacht, bei dem sich Bücherwürmchen ein paar Süßigkeiten für wenige Cent aussuchen durfte. In Schweden gibt es nämlich die „lördagsgodis“ (Samstagssüßigkeiten), die die Kinder jeden Samstag bekommen und anders als bei uns gibt es in fast allen Supermärkten diese losen Süßigkeiten, die man sich in einer Tüte selbst zusammentellen kann. Unser Schwedentag fand zwar an einem Freitag statt, aber das war uns jetzt einfach mal egal. Lördagsgodis gab es trotzdem!

IMG_9982

Als wir dann wieder zu Hause waren, konnte es endlich richtig losgehen. Zunächst haben wir uns ein wenig mit dem Land Schweden und seiner Hauptstadt beschäftigt. Dies ging wunderbar mit dem Wimmelbuch Stockholm und dem Reiseführer für Kinder „Unterwegs in Schweden“. In beiden Büchern sind uns einige Dinge begegnet, die uns bereits bekannt waren.

Anschließend habe ich Bücherwürmchen vorgelesen, wie die Kinder aus Bullerbü Mittsommer feiern, denn dies ist nun einmal eines der typischsten schwedischen Feste. Nach der Lektüre wollten wir natürlich auch selbst einen Hauch von Mittsommer erleben. Also ging es nach draußen, wo wir Bücherwürmchen einen Blumenkranz binden wollten.

IMG_9987

Dafür haben wir Butterblumen, Gänseblümchen, Klee und Löwenzahn gepflückt. Bücherwürmchen war ganz stolz, wenn er wieder eine Blume gefunden und abgepflückt hat. Leider pflückte er die Stängel nicht immer lang genug ab… Etwas problematisch war es, dass aus dem Löwenzahn meist schon Pusteblumen geworden sind und dass die Gänseblümchen dank der vielen Wolken am Himmel ihre Köpfchen zu ließen. Aber letztendlich hatten wir dann doch genug Blumen zusammen bekommen, so dass wir einen Kranz binden konnten. Mit dem Kranz auf dem Kopf haben wir uns dann an ein paar schwedische Mittsommertänze um die Fahnenstange herum gewagt. Leider steht die Stange vor unserem Haus, so dass es mir etwas unangenehm war, lauthals schwedische Lieder zu singen, aber zum Glück kam gerade niemand vorbei. Aber wer weiß, aus welchen Häusern wir beobachtet wurden… Egal, wir hatten jedenfalls beim Froschtanz und bei dem Lied der Musikanten jede Menge Spaß.

IMG_0009

Nun war es schon Zeit fürs Mittagessen, bei dem mir Bücherwürmchen ein wenig geholfen hat. Natürlich gab es Köttbullar (Fleischklößchen)! Lecker!

IMG_0018

Nach dem Essen haben wir dann direkt das Kaffeetrinken vorbereitet. Den Teig für die Kanelbullar (Zimtschnecken) hat Bücherwürmchen begeistert geknetet.

IMG_0027

IMG_0032

In der Zeit, in der der Teig gehen musste, haben wir es uns auf dem Sofa gemütlich gemacht und ein wenig in den Büchern gelesen, u.a. habe ich ihm die Geschichte von „Karlsson vom Dach“ vorgelesen, in der es gerade Fleischklößchen zu essen gab.

Ganz besonders neugierig war Bücherwürmchen auf das „Lilla Trollboken“ (Kleines Trollbuch). Die Bilder hatte er sich schon am Morgen angeschaut und mir daraufhin verkündet, dass da ganz witzige Bilder drin seien – mit Menschen, die einen Schwanz hätten. Passend zu den ganzen Wesen, die es in schwedischen Geschichten gibt (Trolle, Wichtel etc.), sind wir nun in den Wald gefahren und haben dort mit Stöckchen und Moos ein kleines Häuschen für Waldwichtel gebaut. Bücherwürmchen hat dann noch mit Moos einen Garten gemacht und ganz wichtig war ihm auch der Schornstein, damit die Wichtel, falls sie einen Ofen haben, auch Feuer machen können. Aus Zapfen haben wir dann sogar noch selbst kleine Wichtel hergestellt und an den Baum gestellt, damit die echten Wichtel auch den Weg zu dem Häuschen finden.

IMG_0056   IMG_0052

In Anlehnung an die Schnitzereien von Michel aus Lönneberga hatten wir uns auch Messer mit in den Wald genommen. Ich habe Bücherwürmchen an einem Stock gezeigt, wie man schnitzt – weit von Michels tollen Holzfiguren entfernt -, aber Bücherwürmchen traute sich nicht so recht, das Messer (mit mir zusammen) in die Hand zu nehmen.

IMG_0037

Stattdessen haben wir dann noch Sachensucher gespielt, denn alle Kinder, nicht nur Pippi Langstrumpf und Stina (aus „Stinas Sommer“), sind die geborenen Sachensucher (die Geschichten hatten wir uns natürlich auch durchgelesen, bevor wir in den Wald gefahren sind). Was haben wir gefunden? Natürlich jede Menge Stöcke! Stöcke findet Bücherwürmchen sowieso immer sehr gerne und wir haben immer eine gute Auswahl vor unserer Haustür liegen. Wir haben auch tatsächlich einige Stöcke mitgenommen, denn wir haben uns überlegt, dass wir zu Hause noch etwas Schönes daraus machen können.

IMG_0062

Aber erst einmal haben wir uns zu Hause mit den Zimtschnecken gestärkt, bevor wir dann die Stöcke bunt angemalt haben um sie später mit einer Schnur zu verbinden und draußen aufzuhängen (dieser Schritt konnte allerdings erst am darauffolgenden Tag erledigt werden, da ja die Farbe erst einmal trocknen musste).

IMG_0068

IMG_0103

Nach draußen ging es dann aber auch noch einmal, denn wir wollten so wie Pettersson und Findus ein Gemüsebeet anlegen. Möhren, Radieschen und Zucchini haben wir angepflanzt und nun warten wir ungeduldig darauf, dass die ersten Blättchen zu sehen sind. Übrigens haben wir noch eine zweite Geschichte gefunden, die gut passte: „Majas kleiner Garten

IMG_0072

Da wir nun schon draußen waren, haben wir noch eine Runde Kubb bzw. Wikingerschach gespielt. Okay, richtig gespielt haben wir es noch nicht, aber Bücherwürmchen durfte mit den Stäben schon einmal die Holzklötze sowie den König umwerfen, was er auch mit Begeisterung tat. Dabei stellte er sich gar nicht so ungeschickt an, so dass wir das Spiel demnächst vielleicht sogar mal richtig spielen können.

IMG_0080

Drinnen haben wir dann noch eine Geschichte von Pippi Langstrumpf gelesen um dann selbst mit Hilfe des „Pippi Langstrumpf-Spiels“ von Kosmos „Nicht-den-Boden-berühren“ zu spielen. Das hat Bücherwürmchen richtig viel Spaß gemacht, so dass wir es auch an den darauffolgenden Tagen ein paar Mal gespielt haben. Aber das Spiel ist auch wirklich toll und eignet sich übrigens auch gut für einen Kindergeburtstag…

IMG_0101

Leider war es danach schon Zeit fürs Abendbrot. Statt normalem Brot gab es, wie konnte es anders sein, natürlich Knäckebrot!

Eigentlich ging der Tag viel zu schnell um und wir stellten abends fest, dass wir noch gar nicht dazugekommen sind, schwedische Lieder zu singen, aber so war dann abends doch noch nicht alles vorbei und wir konnten am nächsten Tag noch ein bisschen weiter machen…

Insgesamt hatten wir wieder einen ganz tollen Tag! Bücherwürmchen war so glücklich darüber, dass wir einen ganzen Tag so schön zusammen verbracht haben, dass ich mir ganz fest vorgenommen habe, bis zum nächsten Mottotag nicht wieder so viel Zeit verstreichen zu lassen…

Eine Übersicht aller Mottotage findet ihr HIER.

Ein Wimmelbuch aus Schweden: Stockholm

Nachdem es gestern bei einer wimmeligen Verbrecherjagd durch mehrere Städte Europas ging, widmet sich das heutige Wimmelbuch einer einzigen europäischen Hauptstadt und zwar meiner persönlichen Lieblingsstadt: Stockholm. „Stockholm Vimmelboken“ ist ein schwedisches Wimmelbuch einer deutschen Illustratorin. Da jedoch bei einem Wimmelbuch es traditionell mehr um Bilder als um Texte geht, kann man dieses Buch auch ohne Probleme mit deutschsprachigen Kindern anschauen. Allein die anregenden Fragen auf der Rückseite des Buches sind in schwedischer Sprache verfasst, ansonsten braucht man keine Sprachkenntnisse bei diesem Buch. Dafür sieht man aber jede Menge aus der schwedischen Hauptstadt: Natürlich geht es in die Altstadt (Gamla Stan), wo das Königspaar vom Schloss aus winkt, es geht nach Södermalm, in einige Museen, z.B. Junibacken oder ins Vasa-Museum, auf Djurgården kann man einen Ausflug ins Freilichtmuseum Skansen machen und rund um den Segelstorg sind die Menschen auch auf den Straßen. Neben Sehenswürdigkeiten und Gebäuden aus Stockholm sieht man auch noch andere Dinge, die zu Schweden eben dazugehören: Selma Lagerlöf erhält den Nobelpreis, eine Lucia mit Kerzen auf dem Kopf geht durch die Stadt, Carl von Linné kümmert sich um die Blumen im Park, Pippi Langstrumpf, Herr Nilsson und das Pferd tauchen an den verschiedensten Stellen auf, typische Wagen mit erfolgreichen Studenten fahren um den Segelstorg und auch das Dalapferd hat es auf die Bilder geschafft. Vielen Figuren kann man über die ganzen Seiten folgen und dabei einige Geschichten entdecken. So bleibt das Königspaar beispielsweise nicht nur auf dem Schloss, sondern besucht mit seiner Enkeltochter Estelle die Museen.

Die Bilder sind einfach und kindlich, aber auch sehr fröhlich, bunt (abgesehen von den Gesichtern der Figuren, die weiß bleiben) und klar. Erst einmal fällt einem einfach eine lustige, wimmelige Seite auf, aber letztendlich kann man doch alles sehr gut erkennen und man wird von dem Gewimmel keinesfalls überfordert.

Das Buch „Stockholm Vimmelboken“ ist ein wunderbares Buch für alle Stockholm- und Schwedenliebhaber und vor allem für solche, die ihre Kinder ein wenig mit Schweden vertraut machen möchten. Besonders toll ist es natürlich, wenn man es in Kombination mit einem Stockholm-Trip anschaut. Meines Erachtens hat sich die Illustratorin Judith Drews sehr gut mit Stadt und Land auseinandergesetzt, so dass in dem Buch ein toller Eindruck Stockholms, eingebettet in das Land Schweden, entsteht. Es ist klasse, was hier allein in ein paar Bildern alles berücksichtigt wird.

Übrigens ist es auch nicht nur ein Buch für Touristen. Auch die Schweden selbst schätzen dieses Buch, wie ich soeben in einigen Rezensionen gelesen habe.

Falls ihr euch jetzt fragt, wie man denn in Deutschland an dieses Buch kommen kann, dann habe ich die passende Internetadresse für euch. Schaut mal bei Salta Grodan vorbei. Hier könnt ihr über ein deutsches Geschäft schwedische Bücher beziehen. Klasse, oder? Neben dem Wimmelbuch habe ich hier zum Beispiel auch schon schwedische Pixibücher gekauft… Das Buch eignet sich, wie bereits geschrieben, für alle, egal welcher Sprache sie nun mächtig sind. Für alle, die die schwedische Sprache beherrschen, gibt es dahingegen vielleicht sogar noch mehr Bücherschätze auf Salta Grodan zu entdecken…

 cover_final_1610-230x300

Stockholm Vimmelboken von Judith Drews, Lilla Piratförlaget, ISBN: 978-91-87027-27-7

HIER findet ihr jede Menge Wimmelbücher (aus Deutschland).

Für mich ist sie DIE Kinderbuchillustratorin: Ilon Wikland

Manchmal habe ich echt das Gefühl, dass ich am völlig falschen Ort lebe. Dabei wohne ich doch nur im äußersten Westen Deutschlands, aber alle tollen Veranstaltungen rund um Kinderbücher sind immer gaaaaanz weit weg. Auf jeden Fall zu weit weg um mal eben dort hinzufahren. Echt doof! Gerade habe ich wieder von einer sehr spannenden Ausstellung gelesen: „Über Tische und Bänke – Die Bilderwelt der Ilon Wikland“. Aber wo findet die Austellung natürlich statt? In Berlin! Also nicht gerade vor der Haustür. Sehr schade, denn gerade die Bilder der Illustratorin Ilon Wikland, die Jahre lang mit Astrid Lindgren zusammen gearbeitet hat, hätten mich wirklich sehr interessiert.

Neulich habe ich mir übrigens bei SVT (schwedisches Fernsehen) ein Interview mit Ilon Wikland angeschaut und natürlich war mir die Person, die hinter den vielen von mir geliebten Illustrationen der Lotta-Bücher, der Kinder aus Bullerbü, von Madita, Mio, mein Mio, Karlsson und vielen mehr, steht, sofort sympathisch.

9783789160332

Außerdem hat mich das Interview an meinen Artikel über Gunilla Bergström und Astrid Lindgren erinnert und nun ist mir auch klar, warum Astrid Lindgren und Ilon Wikland so gut zusammenarbeiten konnten. Beiden geht es um das wahre Leben, welches sie beide auf unterschiedliche Art und Weise kennen lernen mussten. Diese Erfahrungen schlagen sich in der Arbeit nieder. Und so wie Gunilla Bergström sagt, dass sie durch das Zeichnen Antworten auf ihre eigenen Fragen bekommt, sagt Ilon Wikland, dass sie zeichnet um zu überleben und zwar nicht nur in finanzieller Hinsicht.

Ilon Wikland kam als Kriegflüchtlingskind alleine von Estland nach Schweden. Sie hat also die Schattenseiten des Lebens hautnah mitbekommen. Ihren Bildern wird oft vorgeworfen, dass sie zu lieblich sind und eine heile Welt zeigen. Sicherlich stimmt es, dass ihre Bilder eine warme Atmosphäre ausstrahlen, aber dennoch sind sie lebendig und aus einer kindlichen, authentischen Perspektive heraus gemalt, so dass sie ebenfalls einen Teil des Lebens gut nachvollziehbar darstellen. Gerade für Menschen, die bereits unschöne Dinge erlebt haben, können solche Bilder auch tröstend und heilend sein.

9783789160356

Leider kenne ich ihre späteren Werke, die unabhängig von Astrid Lindgren erschienen sind, nicht. Sie selbst spricht davon, dass sie besser geworden ist. Nun, wo sie nicht mehr nur für Kinder malt, fühlt sie sich freier und hat das Gefühl, dass sie alles Mögliche zeichnen kann. Besonders neugierig bin ich persönlich ja auf ihre Illustrationen zu „Peter und der Wolf“. Klar, ich hänge an unserem alten Bilderbuch, welches für mich die „richtigen“ Bilder beinhaltet, aber sehr gerne würde ich mal einen Blick in das schwedische „Peter och vargen“ werfen…

Ilon Wikland hat ihr altes Heimatland Estland nicht vergessen und ihm 800 Originalzeichnungen geschenkt, die in einem Märchenland ausgestellt werden. Oh, da würde ich natürlich auch sehr gerne mal hin, aber das ist ja noch weiter weg als Berlin…

Was macht AutorInnen erfolgreich?

Vor ein paar Tagen habe ich mir im Internet auf der Seite vom schwedischen Fernsehen SVT ein Interview mit Gunilla Bergström, der Autorin von Willi Wiberg (bzw. Alfons Ǻberg wie er im Original heißt) angeschaut. Und dabei habe ich mich gefragt, warum es so viele tolle Kinder- und Bilderbücher aus Schweden gibt, die Kinder seit Jahren begeistern, wobei ich in erster Linie an die Bücher von Astrid Lindgren und an die von Gunilla Bergström gedacht habe. Hinzu kommen dann natürlich noch Autoren wie Sven Nordqvist, Elsa Beskow, Barbro Lindgren und einige andere… Auf die möchte ich jetzt jedoch nicht eingehen, da ich mich mit diesen Autoren bisher nicht beschäftigt habe. Zurück also zu Astrid Lindgren und in diesem Fall zu allem zu Gunilla Bergström . Für mich gibt es mehrere Gründe für ihren Erflog.

Astrid Lindgrens Persönlichkeit hat mich schon seit langem beeindruckt und auch Gunilla Bergström war mir in dem Interview überaus sympathisch. Man konnte gut heraus hören, dass sie das, worüber sie schreibt ernst nimmt. Auf die Frage, ob sie mit ihren Büchern eine gewisse Verantwortung hätte, antwortete sie, dass sie sich selbst gegenüber ehrlich bleiben wolle. Durch ihre Bücher und insbesondere durch das Zeichnen der Bilder beantworte sie sich selbst Fragen über das Leben, die sie bewegen würden. Sie schreibt also über das wahre Leben, über existenzielle Dinge, über echte Probleme und Gefühle. Für sie gibt es grundsätzlich keine Tabuthemen für Kinder, auch der Tod dürfe in einem Kinderbuch behandelt werden. Und genau das ist es, was Kinder auch spüren. Es geht um Dinge, die sie wirklich interessieren und die etwas mit ihnen und dem Leben zu tun haben. Die Bücher sind authentisch und glaubwürdig, u.a. sicherlich auch dadurch, dass eben nicht alles pädagogisch perfekt ist, was Kritiker Gunilla Bergström natürlich vorwerfen. Was ist das für ein Kinderbuch, in dem der Vater Pfeife raucht? So jemand kann doch kein Vorbild für kleine Leser sein. Und dann bekommt Willi auch noch nach dem Zähne putzen ein Glas Saft. Unerhört! So gehen doch die Zähne kaputt! Wenn das jetzt alle Kinder nachmachen würden!

Meine Güte, man kann sich scheinbar über alles aufregen. Der Vater soll laut Gunilla Bergström gar kein Vorbild, sondern eine glaubhafte Person sein und Personen sind nun mal nicht perfekt. Auch Erwachsene haben ihre Fehler. Und meine Meinung zu diesen Kritiken ist, dass Bilderbücher Kinder auch nicht erziehen, sondern Spaß machen sollen. Außerdem gucken sich Kinder diese Bücher gemeinsam mit einem Erwachsenen an, so dass man über diese Dinge mit seinem Kind ja auch reden kann.

9783789163487

Übrigens war Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf natürlich noch viel mehr Kritik ausgesetzt. Nicht auszudenken auf was für Ideen Kinder durch so eine freche Göre kommen könnten! Zum Glück haben sich aber Eltern und vor allem die Kinder durchgesetzt – sie lesen was ihnen Spaß macht, was sie berührt und was sie etwas angeht! Und was irgendwelche Kritiker dazu sagen, ist ihnen dabei ganz egal.

Ähnlich wie Gunilla Bergström, die in ihren Büchern ihrer eigenen Suche nach dem, was das Leben ausmacht, nachgeht, schrieb auch Astrid Lindgren erst einmal für das Kind in sich. Vor ihr selbst mussten ihre Werke bestehen. Sie schrieben und schreiben für sich und erreichen damit ein großes Publikum, denn letztendlich haben alle Menschen ähnliche Fragen, Gefühle und Bedürfnisse.

Astrid Lindgren und Gunilla Bergström nehmen das Schreiben, die Menschen und die Kinder ernst. Sie sind neugierig auf das Leben und auf die Menschen. Gunilla Bergström sagt von sich selbst, dass sie sich für den Menschen interessiert. Sie möchte alles wissen, vor allem die Wahrheit, und das gibt sie an ihre Leser weiter.

Sowohl Astrid Lindgren als auch Gunilla Bergström haben aber auch die Schattenseiten des Lebens kennengelernt. Während Astrid Lindgrens Sohn in den ersten Jahren in einer Pflegefamilie aufwuchs und bereits viele Jahre vor ihr selbst verstarb, kämpft Gunilla Bergström mit Depressionen. Außerdem musste sie lernen, damit umzugehen, dass ihre Tochter eine Behinderung hat. Damals wusste man nur wenig über Autismus und Entwicklungsstörungen und so machte sie sich selbst Vorwürfe, wurde von anderen komisch angeguckt und konnte erst später einsehen, dass es das wichtigste ist, dass ihre Tochter glücklich ist und man die Dinge nicht nur von außen und nach irgendwelchen Normen beurteilen kann.

Solche Erfahrungen prägen. Sie prägen einen als Menschen, aber auch als Autoren, denn nur wer die verschiedenen Seiten des Lebens kennen gelernt hat, kann über das Leben auch authentisch schreiben.

Im Übrigen sagte Astrid Lindgren selbst, dass sie wohl auch ohne die Erlebnisse mit ihrem Sohn, eine Schriftstellerin geworden wäre, aber wohl keine berühmte…

Für mich steht jedenfalls fest, dass Astrid Lindgren und Gunilla Bergström interessante und sympathische Persönlichkeiten waren und sind und dass sie wunderbare Bücher für Kinder geschrieben haben, die nicht nur Generationen, sondern auch Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen miteinander verbinden. Denn sowohl die Bücher von Astrid Lindgren als auch die über Willi Wiberg werden schon seit vielen Jahren in den verschiedensten Sprachen und Ländern immer und immer wieder gelesen.

Jedem der schwedisch kann, kann ich das Interview mit Gunilla Bergström, welches noch bis nächstes Jahr im Internet verfügbar ist, empfehlen. Ich fand es jedenfalls sehr interessant.