Weihnachtsgeschenke für die ganze Familie

Seid ihr noch auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken? Und am besten sollen es Geschenke sein, die gleich die ganze Familie glücklich machen? Da habe ich zwei ganz unterschiedliche Tipps für euch. Gerne möchte ich euch sowohl eine DVD-Sammlung als auch ein Buch ans Herz legen.

Die DVD-Sammlung richtet sich ausdrücklich an die ganze Familie: „Die Zeit-Edition – Die schönsten Familienfilme“. Hier hat wirklich jeder (ab 5 Jahren) etwas von. Nicht jeder Film ist schon etwas für die kleinsten Familienmitglieder, aber da die Sammlung ganze zehn Filme enthält, kann man sich ganz individuell die passenden Filme heraus suchen. Auf einem beiliegenden Leitfaden kann man auf einen Blick sehen, welche Filme ab welchem Alter (unabhängig von der FSK-Freigabe) empfohlen sind.

Nun seid ihr sicherlich neugierig, welche Filme man mit dieser Sammlung überhaupt bekommt. Das möchte ich euch gerne verraten:

Die Abenteuer des Huck Finn

Mein Freund Knerten

Wallace & Gromit

Ernest & Celestine

Alfie, der kleine Werwolf

Der Räuber Hotzenplotz

Pettersson & Findus

Wir Kinder aus Bullerbü

Der Mondmann

Ella und das große Rennen

Eine tolle Auswahl, oder? Da bekommt man doch direkt Lust darauf, eine DVD nach der anderen in den DVD-Player zu schieben und es sich auf dem Sofa gemütlich zu machen. Mir gefällt vor allem sehr gut, dass sowohl ältere als auch neuere Filme sowie Filme für Jungen und Filme für Mädchen dabei sind. Manche Filme haben eine sehr ruhige Handlung, während es in anderen auch schon mal etwas spannender wird. Auch die Art der Filme ist unterschiedlich. Vom Realfilm über den Trickfilm bis hin zum Animationsfilm ist alles dabei. Sehr gut gemacht sind auch die Informationen zu den Filmen auf der jeweiligen Hülle. Hier erfährt man kurz etwas zum Inhalt und zu der Art des Films. Auch eine kurze Einordnung in die Filmwelt sowie Charakteristika des Films werden genannt.

Die meisten Filme basieren übrigens auf Büchern. Etwas schade ist es, dass sich auf den DVDs leider nicht die Originalsprache befindet, aber das ist bei Kinderfilmen leider häufig so.

Alle Filme sind sowohl kindgerecht als auch familiengerecht. Kindern werden wichtige Werte wie z.B. Freundschaft und Zusammenhalt aufgezeigt. Sie dürfen bei Abenteuer mitfiebern und mitlachen und sich einfach gut unterhalten lassen und die Eltern können sich ohne sich langweilen zu müssen mit vor den Fernseher setzen. Das ist längst nicht bei allen Kinderfilmen so, aber bei diesen ganz bestimmt.

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Die Zeit-Edition – Die schönsten Familienfilme – 10 DVDs ausgewählt von der Zeit, Oetinger kino und terre des hommes e.V.

 

Das Buch „Die Welt der wilden Tiere im Norden“ ist kein ausdrückliches Familienbuch, aber es ist dennoch ein Buch, an dem sowohl die Kleinen, die Mittleren als auch die Großen ihre Freude haben werden. Dafür sorgen allein die beeindruckenden Bilder in dem Buch, die einen einfach immer weiter blättern lassen. In einer genialen Zeichentechnik, die an Collagen erinnert, mit ausdrucksstarken Farben und Details werden die Tiere der Nordhalbkugel dargestellt. Man sieht dem Wolf direkt in die Augen, die Bewegung des heranschleichenden Pumas ist klar erkennbar und man meint beinahe die donnernde Erde unter den Bisons zu spüren. Einfach nur beeindruckend! Bei jedem Tier steht sowohl die deutsche als auch die lateinische Bezeichnung dabei. Darüber hinaus stehen bei manchen Tieren weitergehende Informationen zu Besonderheiten, ihrem Lebensraum, Nahrung, Feinden etc. Diese Texte sind gut verständlich, in lockerem Umgangston geschrieben und lassen sich auch Kindern gut vorlesen. Etwas schade ist es, dass es sie nicht zu jedem Tier gibt. Auch Bücherwürmchen war etwas enttäuscht, dass es nicht zu allen Tieren etwas erfahren konnte. Dennoch ist dies ein Buch, welches man gerne anschaut. Allein die Dicke des Buches lässt es als etwas Besonderes erscheinen. Ja, es ist ein Buch, in das man gut mit der ganzen Familie hineinschauen kann, welches im Wohnzimmer im Bücherregal steht und in welches auch Gäste gerne mal einen Blick hinein werfen dürfen.

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Die Welt der wilden Tiere im Norden von Dieter Braun, Knesebeck, ISBN: 978-3-86873-822-3, 29,95€

Überall auf der Welt gibt es viele Abenteuer zu erleben

Durch das Buch „Kleine Hausgeister“ habe ich vor einiger Zeit den Verlag Kleine Gestalten kennen gelernt. Das Buch und die Idee, die dahinter steckt, haben mir direkt gefallen, aber erst jetzt habe ich durch das Frühjahrsprogramm das ganze Potential des Verlags entdeckt. Der Verlag und natürlich vor allem seine Bücher vermögen es, mich richtig zu begeistern. Die Bücher machen den Eindruck, dass sie sorgfältig und liebevoll gestaltet und hergestellt wurden, wobei sie durch ihre Bilder und ihre Aufmachung ein wenig aus dem Rahmen der Masse fallen. Dies geschieht in genau dem Maße, dass es zwar auffällt, aber nicht abschreckt, sondern neugierig macht. Und diese Neugier ist bei mir in Begeisterung umgeschlagen, zumindest bei dem Buch, welches ich euch heute vorstellen möchte: „Der Atlas der Abenteuer“. In diesem Atlas sieht man allerdings nicht in erster Linie die Umrisse von Ländern, auf denen man Symbole findet, die die Länder in ihren Besonderheiten vorstellen. Nein, hier werden einzelne Abenteuer vorgestellt, die man in ausgewählten Ländern erleben kann. Eine kleine Übersicht gibt es aber auch. Jeder Kontinent ist mit all seinen Ländern auf einer Doppelseite zu sehen. In einigen Ländern sieht man dort Bilder von Abenteuern, die einem in dem jeweiligen Land erwarten, z.B. deutet das Kanu in Schweden eine spannende Kanufahrt an, auf Sizilien kann man einen Vulkan bestaunen und vielleicht wag man sich ja sogar zu Draculas Schloss in Rumänien. Diese Übersichtsseiten findet Bücherwürmchen allerdings langweilig. Er möchte sich lieber mit den einzelnen Abenteuern ausführlich beschäftigen. Mir gefallen die Übersichten eigentlich ganz gut. Einerseits sieht man, was einen auf den nächsten Seiten erwartet (ein Hinweis in Form von Seitenzahlen wäre vielleicht hilfreich) und andererseits entdeckt man hier auch ein paar Abenteuer aus Ländern, die in dem Buch ansonsten nicht näher behandelt werden. Nicht aus jedem Land werden Besonderheiten vorgestellt. Klar, es ist schade, wenn gerade das Lieblingsland außer dem Landesnamen in dem Buch nicht erwähnt wird, aber auf diese Weise bleiben die Seiten letztendlich übersichtlich und werden nicht überladen.

So, nun aber zu dem Schwerpunkt des Buches: Die einzelnen Abenteuer, die man überall auf der Welt erleben kann. Und das wurde meines Erachtens wirklich toll gemacht!

Die Autoren haben sich einzelne Länder herausgepickt und stellen zu diesen Ländern jeweils eine Besonderheit vor, z.B. eine Sportveranstaltung, ein Naturereignis, eine Feierlichkeit oder ähnliches, also ein Abenteuer, welches man dort erleben kann. Sie laden einen dazu ein vom London Eye aus, sich die britische Hauptstadt anzuschauen, entspannt die Pferdeparade in Spanien auf der Feria del Caballo an sich vorbeiziehen zu lassen, mit dem Aquarell-Zug die Moskauer U-Bahn-Landschaft zu erkunden, sich von den Sambarhythmen beim Karneval in Rio de Janeiro hinreißen zu lassen und in ein Meer von Kirschblüten in Südkorea einzutauchen. Überall erwarten einen spannende Abenteuer, von denen man teilweise noch gar nichts gehört hat. Allerdings werden nicht alleine die Abenteuer vorgestellt. Geschickt bringen die Autoren einige landesspezifische bzw. ortsspezifische Informationen auf der Doppelseite, die sich einem Ereignis widmet, mit ein. Man erfährt so z.B. einiges über das Nordlicht in Finnland, aber auch die Tierwelt Lapplands findet hier Erwähnung. Diese Mischung aus spezielleren und allgemeineren Informationen finde ich sehr gut gemacht und sie kommt auch Kindern entgegen. Sie können ein konkretes Abenteuer entdecken und darüber hinaus so nach und nach bei Interesse mehr erfahren.

Ich gucke mir ja grundsätzlich gerne Kinderatlanten und Kinderbücher, in denen man Informationen zu anderen Ländern bekommt, an. Allerdings musste ich auch feststellen, dass Bücherwürmchens Interesse daran eher mäßig ist. Den Atlas der Abenteuer schaut er sich jedoch richtig gerne an, was mich zunächst etwas überraschte. Aber eigentlich ist es klar. Hier werden spannende, exotische Sachen vorgestellt, die Kinder reizen. Hier kann man staunen und andere Länder und Kulturen entdecken. Es werden nicht nur abstrakte Fakten genannt, mit denen Kinder nur wenig anfangen können, sondern es wird von einer konkreten, interessanten Sache ausgegangen. Das macht richtig viel Spaß und man bekommt Lust darauf, so manches wirklich mal zu erleben.

Bücherwürmchen reizt zum Beispiel das Holi-Fest in Indien, bei dem man sich mit Farbballons bewirft, während ihm eine Kanu-Safari auf dem Sambesi eher nicht so geheuer ist. Er hat sich gemerkt, dass man viele Tage braucht um alle Kunstwerke im Louvre zu sehen, ihn interessiert, dass Venedig im Mittelalter eine bedeutende Stadt war und natürlich möchte er wissen, warum das „Tote Meer“ diesen Namen trägt.

Wer sich nicht von selbst, so wie wir, stundenlang mit den einzelnen Seiten auseinandersetzt, kann sich den Suchaufgaben widmen oder überall nach den zwei Abenteurer (warum haben die eigentlich keine Namen?) Ausschau halten.

Die Bilder sind recht einfach gehalten, insbesondere was die Figuren angeht, die etwas steif wirken, aber dennoch vermitteln die Bilder viel Atmosphäre und man kann einiges entdecken. Durch das große Buchformat, welches typisch für einen Atlas ist, bekommt man schöne große doppelseitige Bilder voller Figuren, Tiere und allem was zu der Szene eben dazu gehört.

Insgesamt kann ich dieses Buch nur empfehlen. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass man mit diesem Buch viel Zeit verbringen kann. Und besonders schön ist, dass sowohl Bücherwürmchen als auch ich viel Spaß daran haben und wir beide dabei auch so einiges lernen.

Illustrationen von Lucy Letherland, Kleine Gestalten 2015

Illustrationen von Lucy Letherland, Kleine Gestalten 2015

Der Atlas der Abenteuer von Lucy Letherland (Illustrationen) und Rachel Williams (Texte), übersetzt von Elvira Willems, Kleine Gestalten 2015, ISBN: 978-3-89955-742-8, 29,90€

Laut Verlag ab 6 Jahren, meines Erachtens eignet es sich bereits für Kinder ab 4/5 Jahren.

So können Kinder, den Urlaub mitgestalten

Schade, dass es dieses Buch noch nicht gab, als ich ein Kind war: „Petronella Glückschuh – Deutschland – Umwelt –Tiere: Kinderatlas“. Das wäre genau ein Buch nach meinem Geschmack gewesen. Aber auch heute als Mutter kann ich das Buch noch gut gebrauchen, denn auch wenn sich dieser Atlas in erster Linie an Kinder richtet, kann ich hier ebenfalls ein paar gute Tipps für Familien-Ausflugsziele finden.

Es gibt zwei Kartenübersichten von Deutschland: Einmal als Bahnstreckenkarten und einmal als Straßenkarten. So können Kinder die Urlaubsfahrt sowohl in der Bahn als auch im Auto verfolgen und dabei entdecken, wo es lohnenswerte Ziele gibt. Auf der Karte ist jeweils eingezeichnet, wo es etwas gibt, was rund um Natur und Tiere für Kinder interessant sein könnte. So findet man hier wirklich alle Zoos und Tierparks (zumindest soweit ich das in bestimmten Gegenden Deutschlands sagen kann), Forschungs- und Technik-Museen, Ranger-Führungen, Unterkünfte, die auf Umweltschutz Wert legen und vieles mehr. Auch Freilichtmuseen sind teilweise mitaufgeführt. Allerdings ist mir bei geschichtlichen Museen nicht ganz klar nach welchen Kriterien sie aufgenommen oder außen vor gelassen wurden. Neben den Hinweisen zu möglichen Ausflügen findet man auf den Karten auch Bilder (inklusive Beschriftung) von Tieren, die in Deutschland frei oder in Bauernhofhaltung leben. Zu allen genannten Zielen findet man im Anhang die vollständige Adresse. Leider wird ansonsten auf die meisten Ziele nicht näher eingegangen. Hier hätte ich mir ein paar mehr Informationen gewünscht. Allerdings wird in dem Buch auf viele Links im Internet verwiesen, welche man mit einem QR-Code problemlos über das Smartphone aufrufen kann. So gibt es beispielsweise einen Link zu einer kompletten Zooübersicht. Auch zu wissenswerten Informationen gibt es weiterführende Links im Internet. Auf diese Weise können Kinder auch lernen, inwiefern man sich auf verschiedenen Wegen informieren kann.

Dem Kartenmaterial schließen sich einige Fahrtziele mit tiefergehenden Informationen an. Verschiedene National- und Naturparks werden näher vorgestellt. Dabei gibt es nicht nur Ausflugstipps, sondern es werden vor allem interessante Dinge, die Petronella herausgefunden hat, vorgestellt. Petronella, eine Buchfigur, begleitet den Leser durch das Buch. Sie agiert hier nicht direkt, sondern ist nur auf Bildern zu sehen und hält als kleine Forscherin her. So heißt es dann eben „Petronellas Forschungsergebnisse“, „Das gefällt mir“, „Das gefällt mir nicht“ (wenn mit der Umwelt auf bestimmte Art und Weise nicht sorgfältig umgegangen wird), „Petronellas Link-Tipps“ etc. Im Prinzip bräuchte man Petronella nicht für dieses auch ansonsten gut funktionierende Buch, aber sie lockert das Buch natürlich ein wenig auf.

Nach der Vorstellung einiger Fahrtziele wird es noch etwas allgemeiner. Man erfährt wissenswertes über Lebensräume wie das Meer, die Küste oder das Moor sowie über ein paar heimische Tiere. Auch in diesem Teil wird gelegentlich auf Ausflugsziele hingewiesen, allerdings muss man dann natürlich schon Glück haben, dass man überhaupt in der Nähe davon zufälligerweise Urlaub macht.

Damit man sich auf der Fahrt nicht all zu sehr langweilt, beinhaltet das Buch noch ein paar Quiz- und Spieleseiten. Dies wäre allerdings nicht unbedingt nötig gewesen, denn mit den Informationen in dem Buch kann man sich eine Weile gut beschäftigen.

Wichtig ist vor allem, dass man sich die Einleitung und die Einweisung ins Kartenlesen gut durchliest um das Buch auch angemessen nutzen zu können. Wer aufmerksam alles gelesen und verinnerlicht hat, sollte mit dem Buch gut klar kommen. Ansonsten ist es nicht ganz einfach zu verstehen, inwiefern die vorgestellten Fahrtziele mit den Karten zusammenhängen, zumindest wenn man im Kartenlesen noch nicht so geübt ist. Hat man sich aber eingehend mit dem Buch beschäftigt, kommt man prima zurecht und erhält über die verschiedenen Gegenden viele spannende Infos geliefert, wobei die Ausflugstipps wohl am anziehendsten sein dürften… Gerade deshalb hätte ich mir an dieser Stelle gewünscht, dass es ein wenig mehr über die Museen zu lesen gäbe. Ich weiß nicht, ob die pure Nennung eines Museums es für dien Kind interessant genug macht um es besuchen zu wollen. Klingt das „Klimahaus“ spannend? Nicht unbedingt, würde man aber erfahren, dass man hier eine Weltreise um den 8. Längengrad erleben kann, sähe das alles doch schon ganz anders aus.

Schön ist es aber, dass Kinder ein wenig mehr über die Flora und Fauna in Deutschland erfahren können. Die Informationen, die man in dem Buch erhält, sind kindgerecht und gut aufbereitet. Sie machen auch richtig Lust darauf, selbst etwas zu entdecken und zu unternehmen.

Insgesamt ist der Kinderatlas eine tolle Bereicherung für das Reisen innerhalb einer Familie! Ich freue mich schon darauf, das Buch Bücherwürmchen in ein paar Jahren zu geben und vielleicht gemeinsam mit ihm mehr über die Urlaubsregionen zu erfahren und Ausflüge zu planen.

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Petronella Glückschuh – Deutschland – Umwelt –Tiere: Kinderatlas von Dorothea Flechsig, Glückschuh Verlag, ISBN: 978-3943030143, 19,95€

Musik und Sprachen muss man hören

Ihr habt gestern sicherlich schon gemerkt, dass ich von den TipToi-Büchern durchaus angetan bin und heute werdet ihr nun ein paar Bücher etwas genauer kennen lernen. Besonders gelungen finde ich die Bücher „Die Welt der Musik“ und „Entdecke Musik aus aller Welt“.

Das Buch „Die Welt der Musik“ führt einen wirklich ausführlich in verschiedene Themen innerhalb der Musik ein. So werden nicht nur die verschiedenen Instrumente vorgestellt und Informationen zu Tönen, Rhythmen und Komponisten bereit gestellt, sondern auch dem Thema Alltagsgeräusche sowie dem Musizieren mit dem Körper und verschiedenen Gegenständen werden mehrere Seiten gewidmet. Gerade die Geräusche aus Natur und Umwelt irritierten Bücherwürmchen zunächst und er wunderte sich, dass sie in einem Buch über Musik zu finden sind, aber auf diese Weise wird die Bandbreite von Musik gut verständlich und Kinder lernen ihre Umwelt bewusster wahrzunehmen. Toll und passend sind in diesem Buch natürlich auch die Geräusch- und Suchspiele. Einerseits muss man Töne oder Geräusche Instrumenten oder z.B. Tieren zuordnen und andererseits soll man durch Beschreibungen das richtige Instrument herausfinden.

Auch die Informationen, die man in diesem Buch erhalten kann, gefallen mir gut. Sie sind teilweise schon sehr detailliert und erklären jede Menge, z.B. wie genau ein Instrument funktioniert, aber es werden auch Geschichten rund um die Instrumente erzählt. So erfährt man beispielsweise bei den Posaunen die biblische Geschichte, bei der durch den Klang der Posaunen die Mauern von Jericho einstürzten.

Für kleinere Kinder, die sich bisher noch nicht so viel mit Musik beschäftigt haben, sind manche Informationen schon etwas sehr anspruchsvoll, aber auch für sie ist es sicherlich interessant herauszufinden, wie welches Instrument klingt. Für so etwas ist so ein Stift natürlich wirklich genial! Wenn man nur etwas über Instrumente liest, kann man sich nur schwer vorstellen wie ein Instrument klingt und auch Begriffe wie hoch und tief sind für Kinder wenig konkret. Durch die Geräusche werden sie aber greifbar und verständlich.

Ein besonderes Extra ist das farbige Glockenspiel im Buch, auf dem man mit dem Stift kleine Liedchen spielen kann. Entweder man erfindet eine eigene Melodie oder man versucht die Noten der zwei abgedruckten Lieder zu spielen. Das ist natürlich reizvoll.

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Um Musik geht es auch in dem Buch „Entdecke Musik aus aller Welt“. Hier lernt man nichts über die typischen Orchesterinstrumente kennen, sondern man kann sich anhören zu welcher Musik man in Griechenland tanzt, wie die afrikanischen Trommeln klingen und wie unterschiedlich in Nord- und Südamerika Musik gemacht wird. Dabei lernt man selbstverständlich auch ein paar Instrumente kennen, die selbst Erwachsenen nicht unbedingt bekannt sind. Rund um die Welt wurden die erstaunlichsten Instrumente erfunden. Schön für Kinder ist, dass bei diesen exotischen Instrumenten darauf hingewiesen wird, welchen europäischen Instrumenten sie ähneln, so dass die Kinder einen Bezug zu den Instrumenten bekommen.

Bücherwürmchen hört sich gerne den Dudelsack sowie den jodelnden Mann an. Ich höre gerne die fröhliche irische Musik, finde aber auch die fremden Klänge aus Afrika oder Asien spannend.

Auch hier gibt es natürlich passende Spiele, die ähnlich wie in dem zuvor beschriebenen Buch sind.

Insgesamt ebenfalls ein tolles Buch, welches Lust auf Musik aus anderen Ländern macht. Überall auf der Welt wird gesungen, musiziert und getanzt. Mit Musik wird ein Lebensgefühl ausgedrückt. Sie gehört bei allen Kulturen zum Leben dazu und egal wie fremd sie auch klingen mag, man versteht sie dennoch sofort, so dass Musik ein einfacher Weg zur Völkerverständigung und zum Überwinden von Grenzen darstellt. Schön, wenn Kinder mit Hilfe dieses Buches nicht nur etwas über Musik lernen und erfahren können, sondern auch über andere Länder und Kulturen.

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Hier schließt sich auch das letzte Buch aus dieser Reihe an, welches ich bisher kennen lernen durfte: „Wir reisen durch Europa“.

Auf den ersten Blick gefiel es mir nicht ganz so gut, denn hier werden keine Landkarten mit Symbolen und Bildchen gezeigt, sondern von jedem vorgestellten Land wird nur ein Ausschnitt einer Stadt oder einer Landschaftsszene gezeigt. England, Frankreich und Italien werden durch ihre Hauptstädte präsentiert, während für Spanien ein Strand, für Österreich die Berge, für die Niederlande ein Campingplatz und für Deutschland die Nordseeküste gezeigt werden. Ist es in Ordnung, wenn ein Land auf wenige Details reduziert wird? Erst war meine Antwort eher nein, aber nach längerer Überlegung lautet sie eher ja! Ja, es ist für Kinder im Alter von 4-7 Jahren in Ordnung, denn auf diese Weise wird die Begegnung mit einem anderen Land für sie viel konkreter als wenn sie eine Karte des Landes sehen. Hier reisen sie mit verschiedenen Familien in den Urlaub und im Urlaub nimmt man nur einen Teil des Landes wahr. Man trifft Menschen aus dem Land, sieht ein paar Sehenswürdigkeiten, hört die Sprache und isst landestypisches Essen. Genauso geht es Kindern, die sie mit diesem Buch beschäftigen. Urlaub kennen sie aus eigener Erfahrung und so können sie sich schnell in die jeweilige Situation versetzen und gemeinsam mit den Familien den Urlaubsort erforschen. Das Buch stellt somit authentische Situationen vor und die Kinder können in einem altersgerechten Rahmen so einiges über ein paar ausgewählte Länder Europas erfahren. Besonders gut gefällt mir, dass man sich sogar Sätze und Dialoge in der jeweiligen Landessprache (inkl. der Möglichkeit der deutschen Übersetzung) anhören kann. Teilweise sind die Dialoge recht lang, aber so hat man eine gute Chance den Klang einer Sprache wahrzunehmen. Das englische Klatschspiel hat sich Bücherwürmchen bestimmt fünf Mal nacheinander angehört. Allerdings fand er auch das alberne „Spaghetti“ für ein Familienfoto äußerst lustig.

Neben Infos zu den gezeigten Städten und ihren Sehenswürdigkeiten erfährt man natürlich auch ein paar allgemeine Sachen über die Länder, z.B. etwas über die Nachnamenregelung in Spanien, über Schuluniformen in England oder übers Vespa fahren in Italien. Dazu kommen auch in diesem Buch Such-, Merk- und Wissensspiele, an denen die Kinder Spaß haben, wobei man Bücherwürmchen noch recht viel helfen muss. Aber die eine oder andere Quizfrage konnte er am Ende des Buches auch schon selbst richtig beantworten und so waren sowohl er als auch ich beim Zuklappen des Buches völlig zufrieden.

Ja, ich gebe es zu: Ich mag die TipToi-Bücher wirklich gerne! Die audiodigitalen Möglichkeiten wurden sehr gut genutzt und alles ist aufwendig und detailliert gestaltet.

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Der Stift muss separat erworben werden!

Die Welt der Musik, Wieso? Weshalb? Warum?, TipToi, Ravensburger, ISBN: 978-3-473-32902-1, 19,95€

Entdecke Musik aus aller Welt, Wieso? Weshalb? Warum?, TipToi, Ravensburger, ISBN: 978-3-473-32915-1, 19,99€

Wir reisen durch Europa, Wieso? Weshalb? Warum?, TipToi, Ravensburger, ISBN: 978-3-473-32914-4, 19,99€

Nachdem der Ting-Stift hier schon heimisch ist, folgt nun der TipToi-Stift

Digitales in der Bücherwelt? Erst einmal regte sich in mir eine gewisse Abwehr, aber dann habe ich letztes Jahr das Ting-System anhand der „Was ist Was-junior“-Bücher getestet. Und nun geht es mit den TipToi-Büchern von Ravensburger weiter. Eigentlich wollte ich damit nichts zu tun haben, da ich es blöd finde, dass man dafür den TipToi-Stift benötigt, der einzig und allein mit Büchern und Spielen aus dem Ravensburger Verlag kompatibel ist. So etwas mag ich nicht. Aber dann hat Bücherwürmchen zu Weihnachten das TipToi-Buch „Entdecke die Ritter“ bekommen und da konnte ich dann doch nicht länger widerstehen. Ich war ja schon neugierig auf die Funktionen des Stiftes und nun hatte ich einen Anlass den Stift zu besorgen…

Als der Stift dann bei uns ankam, war ich begeistert! Bücherwürmchen hat sich richtig lange mit dem Stift beschäftigt, wobei man natürlich sagen muss, dass dieses Thema ihn auch sehr interessiert.

Die Texte sind zum Teil ziemlich lang, aber er hörte sie sich konzentriert und geduldig an. Wenn ihn etwas interessierte oder er etwas lustig fand, hörte er sich die Texte auch häufig mehrfach an. Toll, wie er nun den Stift benutzte! So intensiv hat er den Ting-Stift nur selten benutzt… Allerdings kann dies erstens am Thema liegen und zweitens hielt die Begeisterung für den Stift nur ein, zwei Tage an… Danach nutzte er den Stift nur nach Aufforderung bzw. zog das alte Buch mit den Klappen aus der „Wieso? Weshalb? Warum?“-Reihe dem TipToi-Buch vor.

Schade eigentlich, denn mit dem Stift kann man wirklich jede Menge erfahren. Die Texte werden deutlich gesprochen und sind für Kinder im Vorschul- und Schulalter insgesamt gut verständlich. Toll ist auch die Mischung aus Wissen, Geschichten und Geräuschen. Für kleinere Kinder ist es allerdings nicht ganz einfach die Funktionen „Entdecken“, „Wissen“ und „Geschichten“ auseinander zu halten, wobei die Übergänge auch sehr fließend sind und manche Texte mehreren Funktionen zugeordnet sind und manches würde man selbst anders einteilen. Bücherwürmchen benutzt meist pro Seite auch nur eine der Funktionen. Alles andere beinhaltet für ihn noch zu viele Möglichkeiten und setzt mehr Übersicht und gezielteres Vorgehen voraus.

Gut gefällt mir, dass man häufig von einem Bild zum nächsten geleitet wird. Das hat gleich mehrere Vorteile: Erstens bilden einzelne Infos so nach und nach ein Ganzes und das neu erworbene Wissen wird miteinander verknüpft, zweitens schauen sich die Kinder die Seite intensiv an, denn sie müssen das nachfolgende Bild suchen, wobei sie sich auch einen neuen Wortschatz aneignen bzw. den bereits vorhandenen festigen, denn wenn sie dazu aufgefordert werden als nächstes den Schmied oder das Kloster anzutippen, müssen sie wissen was diese Worte bedeuten, und drittens tippen die Kinder nicht wild auf dem Bild herum um den Stift irgendwie zum Sprechen zu bringen, sondern gehen etwas strukturierter vor. Natürlich kann man auch spontan auf die Dinge tippen, die einen gerade interessieren, aber Bücherwürmchen nimmt die Vorschläge dankbar an.

Die Bilder der „Wieso? Weshalb? Warum?“-Bücher sind ebenso wie die der „Was ist was-junior“-Bücher überaus ansprechend. Man schaut wirklich gerne in die Bücher rein. Allerdings sind die TipToi-Bücher so gestaltet, dass sie auch nur mit Stift Sinn machen. Auf jeder Doppelseite gibt es nur einen kurzen, einführenden Text, alles Weitere erfährt man nur durch den Stift. Das ist bei den „Was ist was-junior“-Büchern anders. Auch ohne Stift bekommt man durch geschriebene Texte viele Informationen, die dann durch den Stift eben noch ergänzt werden.

Spiele innerhalb der Bücher gibt es übrigens auch bei beiden Systemen. Teilweise sind diese in den TipToi-Büchern schon ganz schön herausfordernd und eher für größere Kinder geeignet, aber gerade die Such- und Geräuschspiele machen auch den Kleineren schon viel Spaß.

Das Ritter-Buch ist für Bücherwürmchen das perfekte Buch und auch ich schaue es mir gerne mit ihm an und lerne dabei noch so einiges, allerdings ist dies an sich kein Thema, bei dem unbedingt ein audiodigitaler Stift benötigt wird. Klar, er kann sehr viele Informationen liefern, aber dies ginge grundsätzlich natürlich auch in geschriebener Form. Es gibt dahingegen aber Themen, bei denen eine auditive Komponente nicht nur nett, sondern äußerst hilfreich ist und dies ist immer dann der Fall, wenn es um Musik und Instrumente sowie um Sprachen geht. Und bei diesen Themen wird man innerhalb der TipToi-Reihe (in Bezug auf Musik im Gegensatz zur Was ist Was-Reihe) auch fündig. Morgen werde ich euch ein paar dieser TipToi-Bücher hier vorstellen.

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Entdecke die Ritter, Wieso? Weshalb? Warum?, TipToi, Ravensburger, ISBN: 978-3-473-32910-6, 19,99 €

Die Ritter und das Mittelalter – immer wieder ein spannendes Thema

Es gibt so ein paar Themen, die üben auf viele Jungen einfach eine große Faszination aus. Eines davon sind die Ritter. Zumindest Bücherwürmchen findet es äußerst spannen zu erfahren, wie die Ritter gelebt haben, selbst mit einem Holzschwert und Ritterhelm herum zu laufen oder ausgiebig mit seiner Playmobil-Ritterburg zu spielen. Um ein wenig mehr über das Leben damals zu erfahren, eignet sich das handliche Büchlein „Julius der Troll im Mittelalter“. In kurzen Kapiteln erfährt man ein paar grundlegende Informationen, z.B. über den Adel, Burgfräulein oder Burgen. Sehr ausführlich ist das alles nicht und es finden sich auch nicht auf allen Seiten Illustrationen, aber die wichtigsten Dinge werden verständlich angesprochen, so dass interessierte Kinder einiges lernen und erfahren können.

Nett sind die Anregungen für eigene Aktivitäten, z.B. Kinderspiele aus dem Mittelalter spielen, mittelalterliches Essen selber kochen, sich eine Ritterrüstung basteln etc. Bücherwürmchen hat mit seinem Papa auch direkt ein Schild gebastelt. Ein cooles Ritterkostüm hatte ich ihm schon letztes Jahr Karneval hergestellt (nach einer Anleitung aus der Eltern-Zeitschrift).

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Warum die letzten drei Kapitel mit „Nur für Kinder“ überschrieben sind, ist mir nicht so ganz klar. Das ganze Buch richtet sich doch an Kinder?! Allerdings schwankt die Ansprache in dem Buch. Mal wird über Kinder gesprochen und mal wird das Kind (oder ein Erwachsener?) direkt angesprochen. Leider finden sich in dem Buch auch einige Flüchtigkeitsfehler…

Den Titel finde ich übrigens auch etwas irreführend. Julius der Troll ist zwar auf den Bildern zu sehen, aber ansonsten hat er mit der ganzen Sache nichts zu tun…

Als Ideenbörse für Eltern und Kinder und als erste Informationen über das Mittelalter(auch zum selber lesen für etwas größere Kinder) ist dieses Buch gut geeignet, für mehr aber auch nicht. Aber da mein Sohn ein kleiner Geschichts-, Mittelalter- und Ritterfan ist, werde ich mir hier wohl noch die eine oder andere Anregung für Spiele oder Basteleien holen. Und wenn er etwas größer ist, darf er gerne mal ein Rezept aus dem Buch ausprobieren und mir eine bäuerliche Brotsuppe auftischen. 🙂

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Julius der Troll im Mittelalter von Martin Nyenstad, Books on Demand, ISBN: 978-3735739681, 12,90 €

So macht medizinisches Wissen tatsächlich Spaß

So, nun habe ich zunächst einmal die letzte Rezension zu einer Leserunde bei lovelybooks geschrieben. In den nächsten Monaten möchte ich nicht mehr an Leserunden teilnehmen, denn das stresst mich doch zu sehr. Gerade das Buch „Der kleine Medicus“, welches ich als letztes für eine Leserunde bekommen habe, hat zu viel Zeit verschlungen, denn es ist schon ein recht dickes Buch. Bücherwürmchen ist noch zu klein für das Buch, also musste ich dieses Kinderbuch für mich selber lesen. Grundsätzlich war ich auf den kleinen Medicus auch sehr gespannt, denn natürlich habe ich auch schon von diesem Buch mal gehört, bisher aber noch nie hineingeschaut. Aus diesem Interesse heraus habe ich mich auch für die Leserunde beworben. Als das Buch dann aber ankam und dick und groß vor mir lag, hatte ich eigentlich viel mehr Lust darauf mal wieder ein Buch zu lesen, welches wirklich für mich als Erwachsene wäre. „Der kleine Medicus“ nahm mir einfach zu viel meiner Zeit weg und es störte mich, dass ich gerade in der schönen und gemütlichen Vorweihnachtszeit nicht selbst bestimmen konnte, was ich lesen wollte. Hinzu kommt dann ja auch noch, dass man zu bestimmten Abschnitten eine Rückmeldung geben soll und am besten relativ zeitgleich mit den anderen Lesern. Und natürlich schreibe ich auch nicht irgendetwas, sondern das, was ich wirklich denke und dafür muss ich dann selbstverständlich auch das Buch intensiv lesen. Das alles hat mir zu viel Stress verursacht und ich hatte keine Lust, für meine Rückmeldungen immer wieder an den Computer zu gehen, so dass ich mich nun dazu entschlossen habe, mich nicht mehr für Leserunden zu bewerben. Das Buch „Der kleine Medicus“ kann nichts dafür, auch davor haben diese Runden schon viel meiner Zeit gefressen, aber irgendwie habe ich mich gerade mit diesem Buch, zumindest am Anfang, ein wenig gequält. Die animierten Bilder sprechen mich nicht an, die Namen und teilweise auch die Sprache ist mir zu modern und englisch – puh, was klinge ich alt und konservativ. Während ich diese Abneigung bei mir wahrgenommen habe, war mir aber auch gleichzeitig durchaus bewusst, dass dies vielen Kindern ab circa 8-10 Jahren wohl gefallen wird. Durch diese erste leichte Abneigung und den Stress dieses ganze dicke Buch lesen zu müssen, brauchte ich eine ganze Weile um mich mit diesem Buch anfreunden zu können, aber je weiter ich im Text fortschritt, desto besser gefiel mir dieses Buch. Nach einer Weile, in der es mir ein wenig so vorkam, als wenn es in erster Linie darum geht, möglichst viel Wissen irgendwie zu vermitteln, nahm die Geschichte ordentlich Fahrt auf:

Der zwölfjährige Nano will später Arzt werden. Da trifft es sich gut, dass er Dr. X und seine Assistentin Micro Minitec kennen lernt, denn mit ihrer Hilfe hat er sogar die Möglichkeit als verkleinerter Bodynaut den Körper von innen kennen zu lernen. Leider muss er dies einmal zu einem weniger erfreulichen Zwecke tun. Sein Opa Erwin wird durch einen Roboter im Körper von dem Bösewicht Professor von Schlotter ferngesteuert. Die einzige Möglichkeit ihm zu helfen, ist, dass im Körper von Opa Erwin Jagd auf den Roboter Gobbot gemacht wird…

Das Buch ist insgesamt wirklich gut und spannend zu lesen und vor allem lernt man bei diesem Abenteuer von Nano und seiner Schwester Marie wirklich eine ganze Menge. Die Informationen sind gut und kindgerecht erklärt, aber dennoch auch für Erwachsene interessant – vor allem die Infos und Behandlungsmöglichkeiten bei Krankheiten, die sich im Anhang befinden. Hier kann man auch als Eltern durchaus das eine oder andere nachschlagen und lernen wie man verschiedene Heilkräutertees zubereitet. Bisher habe ich nur die Hausmittel und Tricks angewandt, die ich noch aus meiner eigenen Kindheit kenne, aber hier bekommt man wirklich eine gute Übersicht über die Wirkung verschiedener Kräuter. Auch die Waden- und Brustwickel, die ich als Kind gehasst habe, sind hier natürlich beschrieben. Besonders gelungen finde ich die Mischung aus Hausmitteln und Schulmedizin. Für kleinere Beschwerden sollten Hausmittel und Naturmittel die erste Wahl sein, aber auch die Schulmedizin wird hier keineswegs verteufelt, was ich persönlich vernünftig finde.

Insgesamt muss ich letztendlich sagen, dass mir das Buch wirklich gut gefällt, auch wenn ich am Anfang recht skeptisch war. Man lernt hier einfach so unglaublich viel über den eigenen Körper und wie man gut und gesund mit ihm umgeht. Das ist nicht nur sehr interessant, sondern letztendlich auch wichtig, denn so kann man sich besser selber helfen und lernt sich selbst und seinen Körper bewusster wahrzunehmen.

Nun, wo ich die Rezension geschrieben habe, bin ich dann doch froh darüber, dass ich dieses Buch nun besitze. Irgendwann kann Bücherwürmchen das Buch lesen und bis dahin werde ich sicherlich noch das eine oder andere Mal hineinschauen, mich über etwas informieren und vielleicht auch mal den einen oder anderen Tee für meine Familie bei verschiedenen Beschwerden zubereiten…

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Der kleine Medicus von Prof. Dietrich Grönemeyer, Dressler, ISBN: 978-3-7915-0742-2, 16,99 €

Hier werden Farben gemischt und geschüttelt

Wisst ihr was? Heute muss ich euch unbedingt eine Sensation vorstellen: Es gibt in der heutigen Zeit tatsächlich ein interaktives Bilderbuch ganz ohne digitale Mittel! Ist das nicht toll? Es ist wirklich toll! Das Buch „Farben Buch“ konnte mich rundum begeistern, was natürlich nicht daran liegt, dass keine digitalen Systeme verwendet werden, sondern einfach an dem Konzept des Buches selbst. Es stimmt aber, dass Kinder hier aktiv mitmachen können. Sie müssen Farben miteinander „vermischen“ und ineinander verlaufen lassen. Dafür streichen sie z.B. mit einem Finger über eine Farbe und „schmieren“ sie dann zu einer anderen Farbe. Dann wird die Seite umgeblättert und – schwuppdiwupp ist tatsächlich eine neue Farbe entstanden. Oder das Buch wird geschüttelt und auf der nächsten Seite verlaufen die Farben auf einmal ineinander. Das sind großartige und spannende Momente für ein Kind. Bücherwürmchen wundert sich jedes Mal über diese Effekte. Es macht richtig viel Spaß, das Buch mit ihm anzuschauen. Am witzigsten findet er es eine „Zauberhand“ zu erzeugen, denn dafür muss man nicht nur die Hand auf das Buch legen, sondern zusätzlich noch die Augen schließen und bis fünf zählen. Das findet er super!

Natürlich soll oder kann man mit diesem Buch auch etwas über Farben und insbesondere übers Mischen von Farben lernen und es regt dazu an, selber mal das Gelb und das Blau aus dem Farbkasten miteinander zu vermischen und zu schauen, was dabei heraus kommt. Ich denke, diesen Effekt hat das Buch automatisch. Bisher hat Bücherwürmchen sich jedoch noch keine Farbkombinationen gemerkt. Er hat einfach Spaß daran, den Anweisungen im Buch zu folgen und zu schauen, was dann passiert. Aber das ist auch völlig in Ordnung so. Für mich steht der Spaß bei Büchern im Vordergrund und unbewusst bekommt bei diesem Buch jedes Kind mit, was mit Farben alles machbar ist. Dieses Buch ist jedenfalls absolut gelungen – es macht einen Riesenspaß und ist zusätzlich auch noch lehrreich.

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Farben Buch von Hervé Tullet, Velber, ISBN: 978-3-8411-0190-7, 12,99 €

Warum? Wieso? Weshalb? – Die vielen Fragen der Kinder

Wieso? Weshalb? Warum? – Wenn man den ganzen Tag von einem fragenden Kind umgeben ist, kann es einem manchmal doch zu viel werden. Wenn innerhalb einer Stunde nicht nur gefühlt 50 Mal, sondern tatsächlich das Wort „Warum“ fällt, gibt man schon mal schnell die Antwort „Darum“ oder „Weiß ich auch nicht“. Leider wird insbesondere letzteres von unserem Sohn nicht akzeptiert: „Doch, das weißt du!“ Es klappt auch nicht den Spieß umzudrehen. Wenn man Bücherwürmchen die Frage „Warum?“ stellt, kommt gerne einmal die Antwort „Das weißt du doch. Das habe ich dir doch schon gesagt.“ Gibt man ihm dieselbe Antwort, wird dieser Einwurf einfach überhört und die Frage wiederholt. Ja, die lieben wissbegierigen Kinder können auch ganz schön anstrengend sein. Zum Glück gibt es Bücher, die einem hier weiter helfen und zumindest einen Teil der Fragen beantworten – nur sind es natürlich nicht unbedingt die Fragen, die Kinder gerade dann haben, wenn sie neben einem am Abendbrottisch sitzen, wenn man gerade ein Buch guckt oder wenn man auf dem Weg zum Kindergarten ist. Ich glaube diese Fülle an Fragen kann kein Buch der Welt aufnehmen und beantworten. Aber mit dem Buch „111 Warum-Fragen für neugierige Kinder“ wird zumindest mal ein Anfang gemacht. Ein ähnliches (sehr schönes) Buch, welches auch viele kindliche Fragen beantwortet, ist „Warum haben Tiger Streifen?“, welches ich hier bereits vorgestellt habe.

Nun, aber zu dem Buch „111 Warum-Fragen für neugierige Kinder“. Hier werden tatsächlich jede Menge Fragen aus den verschiedensten Wissensgebieten beantwortet: „Zu Hause“, „Der Körper“, „Es war einmal…“, „Im Wald“, „Unter Wasser“, „Im Packeis“ und noch einige mehr. Das Schöne ist, dass die Fragen tatsächlich von Kindern kommen könnten: „Warum hat Oma weiße Haare?“, „Warum muss man sich waschen?“, „Warum dürfen wir bei Rot nicht über die Straße gehen?“, „Warum haben Fische Schuppen?“

Die Fragen werden in wenigen kurzen Sätzen beantwortet, so dass die Kinder nicht mit Informationen überhäuft werden, aber dennoch eine für sie verständliche Antwort bekommen, mit der sie etwas anfangen können. Manches hätte man sogar noch ein bisschen einfacher ausdrücken können, aber insgesamt ist hier sehr kindgerecht gearbeitet worden. Und wenn es mal doch zu schwierig sein sollte, kann man anhand der hier gegebenen Informationen seinem Kind die Fragen immer noch mit eigenen Worten je nach Wissensstand des Kindes passend beantworten. Das Buch ist sehr bunt gehalten und es enthält viele Klappen und Laschen zum ziehen, öffnen, schieben etc. Es fordert Kinder also auf, aktiv zu schauen, sich mit dem Buch zu beschäftigen, einige lustige Effekte zu aktivieren und neugierig in kleinen Büchlein, die auf einigen Seiten aufgeklebt sind, zu blättern. Die Ideen, wie hier Wissen aufbereitet wird und wie Kinder dazu animiert werden sich mit diesem Buch zu beschäftigen sind toll, allerdings ist das Papier für die vielen Effekte leider etwas zu dünn. Bücherwürmchen lasse ich kaum etwas selber machen, da ich Angst habe, dass er sofort etwas kaputt reißen würde. Okay, er ist erst 3 Jahre und das Buch ist für Kinder ab 5 Jahren empfohlen, aber ich selbst habe schon an der einen oder anderen Stelle etwas leicht eingerissen, obwohl ich sehr vorsichtig gezogen habe. Das ist natürlich schade, wenn das Buch, selbst bei guter Behandlung, schnell kaputt geht und man sich kaum traut, die tollen Spielereien in dem Buch auszuprobieren.

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Neben Sachbilderbüchern, die sich der Flut der kindlichen Fragen stellen, gibt es auch Bilderbücher, die sich mit der Thematik der fragenden Kinder in einer Geschichte beschäftigen – auch sehr nett, vor allem für die Eltern, die wohl alle ihre eigenen Kinder dort wiederentdecken.

In dem Bilderbuch „Warum?“ ist es die kleine Lisa, die ihren Vater manchmal mit ihrer Fragerei wahnsinnig macht. Dann antwortet auch er nur noch „Darum Lisa, einfach darum!“ Egal, was Lisa mit ihrem Vater gerade unternimmt, sie muss ihn einfach immer fragen: Warum hat es die ganze Nacht geregnet? Warum fallen aus den großen Wolken Tropfen? Warum, warum, warum? Am Ende ist der Vater jedoch sehr stolz auf seine Tochter, denn allein ihre Fragerei und Nachbohrerei hat sie davor bewahrt, dass die außerirdischen Tharagonier die Erde zerstört haben. Das zeigt, dass alle Kinder im Recht sind. Es ist gut nachzufragen und nicht alles einfach nur so hinzunehmen – auch wenn die Eltern dann manchmal verzweifeln und nur noch ein „Darum“ als Antwort parat haben. Das Buch ist einfach klasse. Es zeigt genau auf, was alle Eltern mit etwa dreijährigen Kindern tagtäglich erleben. Man freut sich beim Lesen, dass es auch anderen so geht, wie einem selbst – zumindest so lange bis Bücherwürmchen die entscheidende Frage stellt: „Warum sagt die immer warum???“ – „DARUM!“ Oder: „Warum sagt der Papa immer ‚Darum, Lisa, einfach darum?‘“ Bücherwürmchen findet einfach die Wiederholungen in dem Buch lustig. Er spricht gerne Lisas „Warum?“ mit und meint nun manchmal, wenn er mal wieder eine Frage stellt, dass er doch nur so wie Lisa „Warum?“ frage und beantwortet sich die Frage dann mit einem Lachen selber: „Darum, Lisa, einfach darum.

Übrigens ein witziges Detail am Rande: Die Tharagonier sprechen natürlich Tharagonisch untereinander. Keiner kann sie verstehen und dies wird auch durch die Schriftzeichen in den Sprechblasen deutlich. Aber sie sagen tatsächlich etwas! Am Ende des Buches findet man einen Code zu den Schriftzeichen, so dass man alle Sprechblasen richtig lesen kann! Das finde ich lustig.

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Wie bei allen anderen Kindern vermutlich auch, sind aber die „Warum-Fragen“ nicht die einzigen Fragen, die Bücherwürmchen hat und auf die man eine angemessene Antwort finden muss. Gerne fragt er auch, was die Frau oder der Mann da gerade macht, gerne auch in der Formulierung „Was macht die dicke Frau da?“…

Auch der Sohn der Autorin Franziska Gehm stellt gerne solche Fragen und um nicht ständig „Weiß ich nicht“ darauf antworten zu müssen, hat die Autorin ein Spiel daraus gemacht. Auf die Frage „Was macht der Mann denn da?“ folgt eine verrückte und absurde Erklärung. Schließlich entstand daraus ein gleichnamiges Buch, in dem Mutter und Sohn sich überlegen, was Menschen mit einem Stadtplan, eine schwangere Frau, ein tätowierter Mann und viele andere denn da machen. Die Antworten entstammen alle der Fantasie. So überlegen sie sich zum Beispiel, dass die Frau, die im Altglascontainer wühlt, nach dem Glück sucht, oder dass ein Mann, der raucht, ein verzauberter Drache ist, der gleich Feuer spuckt. Es ist ein herrlich fantasievolles Buch und regt dazu an, selbst Geschichten zu erfinden. Allerdings sollte man es nur lesen und sich davon zu eigener Kreativität anregen lassen, wenn man bereit ist, den ein oder anderen peinlichen Moment auszuhalten. Und vielleicht wird nicht jeder Passant die Geschichten, die das Kind natürlich lauthals kundtun wird, lustig finden…

Obwohl wir uns das Buch nur einmal angeguckt haben und das auch schon vor einiger Zeit, fragte Bücherwürmchen mich vor ein paar Tagen als wir im Wimmelbuch eine Nonne gesehen haben, ob das eine Pinguinforscherin sei – denn das war die Erklärung der Mutter in dem Buch. Bücherwürmchen hatte auf jeden Fall Spaß an den witzigen Erklärungen. Außerdem konnte er auch seine Lieblingsfrage mit einbringen: „Warum sagt die immer genau?“ Mit diesem Wort beendet nämlich die Mutter jedes der Gespräche, so dass sie die absurden Ideen noch einmal bekräftigt. Die Welt ist voller Merkwürdigkeiten! Genau so ist es, ist doch ganz klar.

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Ob Sachbilderbuch, erzählte Geschichte oder lustige Erklärungen – mit Fragen lässt sich so manches Bilderbuch füllen. Die Bücher machen alle Spaß, aber eins schaffen auch sie nicht – alle Fragen der Kinder zu beantworten! Es ist egal, ob man diese Bücher oder andere schaut, Fragen haben Kinder immer und das ist auch gut so. Und manchmal darf man auch „Darum“ oder „Ich weiß es nicht sagen!“. Genau!

 

111 Warum-Fragen für neugierige Kinder von Sylvie Baussier und Didier Balicevic, Boje, ISBN: 978-3414823151, 16,99€

Warum? von Lindsay Camp und Tony Ross, Lappan, ISBN: 978-3-8303-1212-3, 12,95€

Was macht der Mann denn da? von Franziska Gehm und Horst Klein, Klett Kinderbuch, ISBN: 978-3-95470-102-5, 12, 95€

Von Vivaldi über Mozart bis zu Mussorgski – ein Hausbuch über klassische Musik

Bilderbücher über Komponisten und Musik mit dazugehöriger CD ziehen mich ja immer magisch an. Nun ist mal wieder ein entsprechendes Buch bei uns eingezogen: „Klassik-Hits für Kinder – Auf den Spuren großer Komponisten“. Eigentlich ist Bücherwürmchen für dieses Buch noch ein wenig zu klein, aber nachdem er mit noch nicht 2 Jahren bereits 20 Minuten der „Peter und der Wolf“-CD gelauscht hat und immer brav gewartet hat, bis er endlich die Bilderbuchseite umblättern durfte, dachte ich, dass es einen Versuch wert ist. Denn natürlich hat Bücherwürmchen auch dieses neue Buch im Bücherregal entdeckt und wollte es sich gerne anschauen. Ich war gespannt, wie lange er auf dem Sofa sitzen bleiben würde. Die Gesamtspielzeit der CD beträgt immerhin 82 Minuten, aufgeteilt auf 25 Bilderbuch-Doppelseiten. Und was meint ihr? Wie lange hat er durchgehalten? Leider kann ich euch keine richtige Antwort geben, denn irgendwann musste das Buch leider beiseitegelegt werden, da es Abendbrot gab… Aber über die Hälfte war da schon geschafft. Bücherwürmchen hat sich tatsächlich die bunten Bilder im Buch angeschaut und dabei ganz in Ruhe der CD mit ihren Erklärungen und Musikstücken zugehört. Ab und zu hat er zwar gefragt, ob er jetzt umblättern dürfe, aber letztendlich hat er dann doch gewartet bis es soweit war. Für ihn ist es immer schwierig zu verstehen, dass die Menschen, also die Komponisten, die auf den Bildern zu sehen sind, nicht mehr leben. Wenn er sie dann auf der nächsten Seite wieder sieht, meint er, dass sie doch noch leben. Besonders spannend fand er das Kind am Klavier (Mozart), und dass Beethoven taub war. Da spricht er noch viel von.

Mir gefällt gut, dass man hier ein Buch zu ganz vielen unterschiedlichen Komponisten hat und dass viele bekannte Musikstücke, die den Kindern vielleicht sogar schon mal begegnet sind, ausgewählt wurden. Aber auch die nicht so bekannten Stücke passen sehr gut in dieses Buch, denn sie haben oft Motive und Themen, die Kindern etwas sagen, z.B. der „Wilde Reiter“ von Robert Schumann. Die Hintergründe zu den Komponisten wurden in wenigen Worten kindgerecht ausgeführt. Natürlich bekommt man neben ein paar Lebensdaten und den bekanntesten Werken nur einige wenige Informationen zu den einzelnen Stücken und Komponisten, aber alles andere würde dieses Buch auch sprengen.

Insgesamt ein schönes Buch um mit seinen Kindern ein paar Komponisten und deren Werke kennen zu lernen. Es ist wirklich, wie auf dem Cover angekündigt, ein musikalisches „Hausbuch“. Hier gibt es für jeden interessante Infos und schöne Musik. Man muss ja auch nicht das ganze Buch auf einmal anschauen, sondern kann sich immer mal wieder den ein oder anderen Komponisten herauspicken. Ich glaube, ich werde Bücherwürmchen demnächst noch mal fragen, ob er nicht Lust hat noch einmal etwas von dem tauben Musiker zu hören. Da springt er bestimmt drauf an…

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Klassik-Hits für Kinder: Auf den Spuren großer Komponisten – Ein musikalisches Hausbuch von Marko Simsa und Silke Brix, Jumbo, ISBN: 978-3833733086, 24,99 €