Wer ist der kleine Ritter Trenk?

Hinter dem kleinen Ritter Trenk verbirgt sich eigentlich der Bauernsohn Trenk Tausendschlag. Ja, für Trenk ist eigentlich kein Ritterleben vorgesehen, denn er ist ein einfacher Bauernsohn, für den der Leitspruch „leibeigen geboren, leibeigen gestorben, leibeigen ein Leben lang“ gilt. Aber diese Ungerechtigkeit möchte Trenk nicht hinnehmen und so macht er sich auf in die Stadt und erlebt dort viele Abenteuer. Vor allem nimmt sein Leben die eine oder andere unerwartete Wende und so findet sich der Bauernsohn Trenk schneller als er gucken kann auf der Burg von Hans vom Hohenlob wieder. Und dort ist er ganz gewiss nicht als Gefangener gelandet, sondern er wird dort durch ein kleines Täuschungsmanöver der Page dieses freundlichen Ritters. Die Zeit der Abenteuer ist auf der Burg aber natürlich nicht vorbei, denn im Wald lauern Räuber, der gemeine Ritter Wertolt der Wüterich lebt in nicht allzu weiter Ferne und der gefährliche Drache treibt im Drachenwald sein Unwesen und es steht zu befürchten, dass er besonders gerne Jungfrauen verspeist. Trenk bewältigt alle neuen Aufgaben mit großem Mut, auch wenn er sich immer mal wieder zur Beruhigung ein kleines Liedchen vorsingen muss. Außerdem hat er gute Freunde an seiner Seite. Dazu zählen z.B. die Gaukler rund um Momme Mumm, aber vor allem die Ritterstochter Thekla, die Trenk bei vielen Aufgaben unterstützen wird.

Trenk löst alle Herausforderungen gut, aber Ritter Wertolt der Wüterich wird ihm immer wieder in die Quere kommen und so müssen immer wieder neue Abenteuer überstanden werden.

Trenk ist ein sehr freundlicher Junge mit vielen guten Eigenschaften. Er möchte niemandem etwas böses, er denkt an die Hilfsbedürftigen und Ehrlichkeit und Gerechtigkeit sind wichtige Werte für ihn.

Er ist ungefähr sieben Jahre alt, also so alt, dass er das perfekte Alter für einen Pagen hat, und er hat eine kleine Schwester, Mia-Mina, dessen Alter wir jedoch nicht erfahren. Aber das ist auch nicht so wichtig, denn so genau hat man sich damals die Geburtstage ja sowieso nicht gemerkt. Sein Vater heißt Haug und seine Mutter Martha.

Auf diesem Blog wurde bisher „Der kleine Ritter Trenk“ vorgestellt. Es gibt aber noch weitere Bücher von dem kleinen Ritter Trenk.

9783789131639

Doch, auch Kinder haben eine Meinung zu den Illustrationen

Na toll, Bücherwürmchen wiederlegt in schöner Regelmäßigkeit immer wieder meine gerade niedergeschriebenen Thesen. Eigentlich könnte ich mittlerweile fast drauf wetten, dass er einen Tag nachdem ich in einem Artikel geschrieben habe, dass er ein Buch kaum zur Hand nimmt, genau dieses Buch eine Ewigkeit lang anschaut. Nun habe ich gestern geschrieben, dass er Illustrationen in Büchern kaum bewertet und nun wurde ich natürlich eines anderen belehrt…

Wir haben auf dem Flohmarkt das „Ritterbuch“ von Ali Mitgutsch gekauft. Als Bücherwürmchen es sah, meinte er, dass er gar nicht gewusst habe, dass es davon (von den Ali Mitgutsch-Büchern) auch ein Ritterbuch gebe. Dann fügte er hinzu, dass er die Bücher nicht mag, wobei er für das Ritterbuch großzügig eine Ausnahme machte. Nun wollte ich natürlich wissen, warum er die Bücher nicht mag. Seine Antwort: „Weil ich die hässlich finde!“ Ausgerechnet die Bücher von Ali Mitgutsch! Bücher mit denen ich aufgewachsen bin und die ich immer noch sehr gerne mag! Sind in den Büchern nicht auch heute noch viele spannende Dinge zu entdecken? Doch, natürlich, aber der Bilderstil, der zugegebenermaßen recht markant ist, ist und bliebt Geschmackssache.

Vielleicht sieht Büchermäuschen dies ja später anders. Bis dahin bleibt mir zumindest das Ritterbuch, denn wenn es um Ritter geht, kann Bücherwürmchen nicht widerstehen. Und eventuell freundet er sich dabei ja sogar mit den Bildern an. Auch in diesem Buch gibt es auf den Bildern jede Menge zu entdecken. Allerdings ist dies keines der typischen Wimmelbücher, auch wenn die Bilder dies vermuten lassen, denn hier wird mit vielen Worten zusätzlich eine ganze Geschichte vom Knappen Wolflieb und seinem Ritter Frank von Fidelstein erzählt, die am Ende offen endet und somit die Fantasie der Kinder beflügeln möchte. Bücherwürmchen war davon allerdings eher etwas irritiert und enttäuscht.

Nicht nur auf den Bildern, sondern auch in der Geschichte passiert sehr viel. Hier bleibt es nicht nur bei einem spannenden Ritterturnier, sondern es kommt u.a. auch eine Auseinandersetzung zwischen Wolflieb und einem anderen Knappen hinzu, Feinde sind in Sicht, die Burg muss Instand gesetzt werden und Wolflieb freundet sich mit der Herzogentocher Lorin an.

Das Ritterbuch ist ein schönes Buch über die Welt der Ritter und natürlich kann man auch wieder einiges lernen, denn auch in diesem Buch gibt es (ähnlich wie in manchen der Wimmelbücher von Ali Mitgutsch) beschriftete Bilder, die z.B. Werkzeuge, Waffen und andere Dinge und Vorgänge übersichtlich und mit der üblichen Prise Humor zeigen. Ich vermute also, dass sich Bücherwürmchen trotz seiner Abneigung gegen die Bilder immer wieder in dieses Buch vertiefen wird, aber wer weiß, ich liege mit diesen Einschätzungen, wie bereits gesehen, längst nicht immer richtig.

Unabhängig von Bücherwürmchens Leseverhalten mit diesem Buch ist es aber auf jeden Fall schade, dass dieses Buch nicht mehr (neu) erhältlich ist.

Das Ritterbuch zwischen anderen Schätzen vom Flohmarkt.

Das Ritterbuch zwischen anderen Schätzen vom Flohmarkt.

Ritterbuch von Ali Mitgutsch, Ravensburger Verlag 1990, ISBN: 3-473-33510-X

Unterschiedlicher Blick auf Bilderbücher

Ist es nicht interessant, wie unterschiedlich Kinder und Erwachsene Illustrationen in Bilderbüchern wahrnehmen? Häufig fällt das gar nicht so deutlich auf, denn zumindest mein Sohn äußert sich meistens nicht großartig zu den Bildern. Er freut sich, wenn es Bilder in einem Buch zum Gucken gibt, aber letztendlich entscheiden das Thema und vielleicht unbewusst auch der Stil sowie der Witz einer Geschichte, ob ihm das Buch gefällt oder nicht. Es kommt ganz selten mal vor, dass er sagt, dass ihm die Bilder nicht gefallen. Dass Bilder ihm gefallen, merkt man hauptsächlich daran, dass er über bestimmte Dinge lacht, der Stil selbst ist für ihn da weniger entscheidend.

Diesen Unterschied zwischen meinem Sohn und mir habe ich gerade ganz deutlich bei dem Pappbilderbuch „Mittelalter Wimmelbuch“ feststellen können. Es tut mir leid, aber ich persönlich finde die Bilder einfach hässlich. Die Figuren in dem Buch stoßen mich regelrecht ab. Ob das Buch künstlerisch gelungen ist oder nicht, möchte ich gar nicht beurteilen. Es geht allein darum, wie die Bilder auf mich wirken und da ist es so, dass die Bilder in mir ein unangenehmes Gefühl erzeugen. Ich mag die fratzenhaften, überzogenen Gesichter nicht gerne sehen. Sicherlich kann man darin gerade den Witz in dem Buch sehen, aber ich kann mich nicht mit der Prinzessin mit den Hasenzähnen anfreunden.

Mein Sohn jedoch hat sich überhaupt nicht um das Aussehen der Figuren gekümmert. Das Thema findet er mehr als spannend und so hat er sich auch dieses Buch direkt eine ganze Weile lang angeschaut und großen Gefallen daran gefunden. Besonders toll und witzig fand er die kleinen Geschichten, die man von Seite zur Seite verfolgen kann, wobei er dabei in erster Linie darüber lachte, wie der Dieb die Wache überlistet und aus dem Verlies entkommt (Verliese sind bei ihm aber auch gerade ganz hoch im Kurs und sind auf jedem seiner Ritterburgenbilder zu finden…). Aber auch der Opa, der auf der Suche nach einem Klo ist, hat ihn natürlich erheitert. Darüber hinaus weckten das Ritterturnier sowie das anschließende Rittermahl sein Interesse. Ich muss aber auch zugeben, dass das Wimmelbuch thematisch einiges bietet: Ritter, Burgen, Ritterturnier, Bauern, Markt, Gaukler,… Hier finden Kinder wirklich all das wieder, was für sie zum Mittelalter dazu gehört. Ja, und alles wird eben auf humorvolle Art und Weise dargestellt. Für Bücherwürmchen ist das Buch ein großes Vergnügen, für mich eher nicht. Und ich könnte mir vorstellen, dass es anderen Erwachsenen ähnlich wie mir geht, denn das Buch wird nicht mehr aufgelegt. Eigentlich schade, dass Bücher dann letztendlich doch nach dem Geschmack der Eltern und nicht nach dem der Kinder gekauft werden. Wobei ich manche Bücher tatsächlich nicht gerne bei uns im Regal stehen haben würde, aber bei diesem Buch ist es nur eine Geschmacksfrage bezüglich des Stils und so gönne ich es Bücherwürmchen von ganzem Herzen, dass er sich hier ganz in der Welt des Mittelalter verlieren kann.

x3095e587d3ca5a291b07ca7bdda40b854e000c52.png.pagespeed.ic.25GwB_z_wo

Mittelalter Wimmelbuch von Anna Frenzel-Röhl, Wimmelbuchverlag 2011, ISBN: 978-3942491037

Abenteuer im Bilderbuch – Darüber freuen sich viele Jungs

Es gibt ein paar Themen, bei denen viele kleine Jungs gerne zu Büchern greifen, und zu denen ich euch heute ein paar Bücher für Kindergartenkinder (3-6 Jahre) vorstellen möchte. Immer wenn es um Abenteuer von Rittern, Piraten, Indianern und Cowboys geht fiebern sie gerne mit. Ja, ich weiß, es gibt auch andere Jungs und auch das eine oder andere Mädchen stürzt sich natürlich gerne in solche Abenteuer, aber mein Sohn entspricht in diesem Fall jedenfalls den Klischees . Insbesondere Ritter und Piraten kommen bei ihm sehr gut an, wobei er tatsächlich meist sogar die Sachbücher, um die es heute aber nicht gehen soll, den Geschichten vorzieht.

Die Verlage haben natürlich auch das Potential dieser Themen erkannt. Häufig gibt es ganze Buchreihen zu verschiedenen Figuren, zu denen es darüber hinaus weitere Produkte gibt. Man denke z.B. an Käpt’n Sharky. Eine weitere Figur, ebenfalls aus dem Coppenrath Verlag, die ähnlich vermarktet wird, ist der Ritter Vincelot. Ich weiß nicht so recht, was ich von diesen Büchern halten soll, aber fest steht auf jeden Fall, dass sie bei den Kindern sehr gut ankommen, und ich gebe zu, dass auch wir einige Merchandise-Produkte dazu besitzen. Bücherwürmchen hat eine Käpt’n Sharky-Augenklappe, im Adventskalender befanden sich dieses Jahr Vincelot-Schablonen zum Malen und seit letztem Jahr hängt ein Handtuch von Vincelot bei uns im Badezimmer. Und irgendwie sind die Figuren ja auch ganz nett und wirken vor allem sehr freundlich. Vielleicht kommen sie deshalb so gut bei Kindern und Eltern an. Kinder dürfen etwas von wilden Abenteuern lesen und die Erwachsenen sind froh, dass alles eigentlich sehr menschlich und ohne große Kämpfe abgeht.

Von Vincelot haben wir aktuell das Buch „Vincelot und das geheime Burgverlies“. Allein das Cover spricht Kinder sofort an. Es glitztert und leuchtet und Vincelot, sein Schwert und ein Drache sind darauf zu sehen. Da schlagen doch kleine Jungenherzen direkt höher! Im Buch geht es dann ziemlich spannend zur Sache. Vincelot und Paula fallen durch eine Falltür in ein Burgverlies unter Burg Drachenfels, indem sie einigen Vermissten begegnen. Doch kaum sind sie in die Falle getappt, kommen auch bereits drei Riesen, die im Auftrag des bösen Zauberers Fürst Finster arbeiten, herbei. Leider haben sie nicht nur ihren Auftrag im Sinn, sondern auch großen Hunger… Den Freunden muss also die Flucht gelingen und nicht nur das, sie müssen auch den Zauberer Fürst Finster überlisten. Aber natürlich gehen diese Abenteuer am Ende immer gut aus, so dass die kleinen Zuhörer am Ende erleichtert ausatmen können. Die Geschichte, die viele Elemente aus Märchen und Sagen übernommen hat und somit auf bewährtes zurückgreift, bleibt jedoch noch eine Weile in den Köpfen der Kinder. Bücherwürmchen hat den einen oder anderen Ausdruck aus dem Buch übernommen…

mar_img_9783649616917_2D

Vincelot und das geheime Burgverlies von Ellen Alpsten und Andrea Hebrock, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-61691-7, 12,95€

Eine weitere bekannte Figur in der Kinderwelt ist Yakari. Ich weiß, dass viele Kinder ihn aus dem Fernsehen kennen. Wir haben jedoch noch nichts von ihm gesehen, kennen aber natürlich trotzdem sein Aussehen. Der kleine Indianerjunge ziert immerhin viele Gegenstände und diese können durchaus auch im Besitz von einem sein, ohne dass man die dazugehörigen Geschichten kennt. Genauso kann man sich auch das (Papp-)Wimmelbuch von Yakari ohne jegliches Vorwissen anschauen. Es zeigt Bilder aus dem Indianderleben von Yakari und seinen Freunden. Dabei gibt es natürlich eine Menge zu entdecken, wobei alles sehr spielerisch ist und sich nicht gerade an der Realität orientiert. Auf der Rückseite des Buches gibt es ein paar Suchanregungen, ansonsten kann man aber auch selber auf Entdeckerjagd gehen. Yakari und seine Freunde sind stets munter unterwegs, während man einen Indianermann (Fettauge) müde schlafend sieht. Es gibt Indianer, die mit Pfeil und Bogen unterwegs sind, andere sitzen am Feuer, Frauen kümmern sich um Essen und Kleidung. Tipis, Kanus, ein Lagerfeuer, Bisons und viele andere Tiere und Dinge, die für Kinder zum Indianerleben dazugehören, lassen sich auf den Seiten finden. Besonders schnell entdecken Kinder ihre Lieblingsfiguren, denn Yakari, Kleiner Dachs und Regenbogen sind farblich hervorgehoben. Dieses Wimmelbuch eignet sich für alle, die Spaß am Entdecken, an Abenteuern und an Indianern haben und dabei gerne die Fantasie ein bisschen spielen lassen.

71a4a6bf4bc7c982b4f8f28df3e7aa562cf348bf Kopie

Yakari Wimmelbuch, Illustrationen von Madlen Frey, Wimmelbuchverlag, ISBN: 978-3942491358, 9,95€

Um Indianer geht es übrigens auch in dem Buch „Cowboy Sam – Endlich Cowboy!“ Nein, ich verwechsel hier nichts. Auch wenn im Titel etwas von einem Cowboy steht, kommt hier ebenfalls ein Indianer bzw. ein Indianermädchen vor. Ja, hier bekommt man direkt ein Buch, indem zwei Kinderhelden mitspielen: Cowboys und Indianer. Sam hat sein eigenes Lasso bekommen, so dass man ihn mit gutem Recht nun als echten Cowboy bezeichnen kann. Nun muss er nur noch zeigen, dass er damit auch richtig umgehen kann. Anfangs lacht seine heimliche Freundin, das Indianermädchen Flo, noch über seine Versuche, doch als es darum geht, einen kleinen Waschbären zu retten, kann Sam sich beweisen. Hier erhält man eine richtig flotte Geschichte und zwar sowohl inhaltlich als auch sprachlich. Mir persönlich gehen die sprachlichen Vergleiche und Ausdrücke („Sam ist platt wie ein Biberschwanz“, „totaler Bison-Unsinn“ etc.) etwas auf die Nerven, aber bei Kindern kommt so etwas gut an. Sie sind sehr empfänglich für diese Art von Humor, so dass es wirklich ein Buch für Kinder ist, auch wenn Erwachsene eher das Gefühl haben, dass hier ein Buch mit guten Verkaufsargumenten produziert wurde. Die Bilder sind fröhlich und bunt und passen gut zu dem klassischen Thema Cowboys und Indianer. Insgesamt eine tolle Abenteuergeschichte für Jungs UND Mädchen, bei der es auch um Freundschaft geht.

Endlich Cowboy

Cowboy Sam – Endlich Cowboy! von Antje Szillat und Ute Simon, Coppenrath Verlag, ISBN:978-3-649-62090-7, 12,95€

Ein großer Spaß für Kinder ist auch das Pappbilderbuch „ABC der wilden Piraten“. Hier wird keine richtige Geschichte erzählt, sondern viel Quatsch mit der Sprache gemacht, wobei letztendlich doch kleine Geschichten heraus kommen. Buchstabe für Buchstabe gibt es witzige Piratenabenteuer zu lesen. Acht Abenteurer angeln nach Aalen. Bertram und seine Bande brauchen ganz viel Bekömmliches mit „B“. Entern Egon und seine Jungs wohl erfolgreich den Einmaster? Während der Halbmond am Himmel hängt, liegen die Piraten in ihren Hängematten, mal mit, mal ohne Heimweh und es gibt sogar einen Piraten, den langen Lulatsch, der laut lachend ein Buch liest. Hier werden nicht nur einfach irgendwelche Wörter mit demselben Buchstaben aneinandergereiht, nein, hier ergeben sich dabei wirklich lustige Sätze und kleinere Erzählungen. Dazu gibt es fröhliche und lustige bunte Bilder, die so richtig schnodderig und piratenhaft herüber kommen.

ABC der wilden Piraten

ABC der wilden Piraten von Günther Jakobs, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-17052-1, 12,99€

Morgen geht es dann mit zwei Büchern für etwas größere Kinder im Lesealter weiter. Wieder stehen „wilde Gesellen“, aber vor allem auch Humor, im Vordergrund…

 

 

 

 

 

Schöne Geschichten mit dem sympathischen Nicki

Letztes Jahr habe ich euch hier auf dem Blog das Buch „Nicki“ vorgestellt. Zu dem Zeitpunkt war das Buch leider nicht mehr neu erhältlich, was sich zum Glück geändert hat. Seit Anfang des Jahres gibt es eine neue Auflage dieses schönen Buches. Und mindestens genauso toll ist es, dass in diesem Jahr noch weitere Nicki-Bücher auf Deutsch erschienen sind.

Während Nicki im gleichnamigen Buch erkennt, dass Unterschiede nicht schlimm sind, muss er in „Nicki und Mia“ lernen, dass auch gute Freunde manchmal Zeit für sich brauchen, und in „Nicki der Ritter“ führt die Fantasie Nicki und den Leser in eine andere Welt.

Nicki und Mia: Nicki kümmert sich gut um die Hühner, vor allem natürlich aber um Mia, denn sie ist nicht nur sein Lieblingshuhn, die beiden sind richtig gute Freunde. Gemeinsam sitzen sie häufig auf ihrem Lieblingsplatz. Doch eines Tages kann Nicki Mia zunächst nicht finden und als er sie dann hinten im Garten entdeckt, will sie sich gar nicht von ihm hochheben lassen. Nicki versteht die Welt nicht mehr. Als er aber erfährt, dass sie dort sitzt, um Eier auszubrüten und ihre Ruhe braucht, kümmert er sich wieder ganz lieb um sie und ist am Ende genauso stolz auf die kleinen Küken wie Mia selbst.

Die Geschichte ist sehr rührend erzählt und man kann sich gut in das Kaninchen Nicki hineinversetzen. Auf einmal spielt die Freundin nicht mehr mit ihm wie sonst. Was soll das? Das ist natürlich sehr schwer zu verstehen. Es gibt aber einen Grund dafür und sobald Nicki diesen verstanden hat, kann er seine eigenen Interessen zurückstellen und sich als besonders guter Freund beweisen. Auch bei Kindern kommt es immer wieder dazu, dass die beste Freundin, der beste Freund mal keine Zeit oder Lust zum Spielen haben, was einen dann durchaus sehr traurig machen kann, aber auch das muss man in einer Freundschaft akzeptieren. Der Verlauf der Geschichte von Nicki und Mia lässt sich allerdings nur schwer auf den Alltag der Kinder übertragen, da es sich um ein Vorkommnis (die kommende Ankunft vom Nachwuchs) handelt, die es so bei Kinderfreundschaften nicht gibt. Hier gibt es eher eine Parallele zu der schwangeren Mutter, die sich vielleicht mal schonen muss und deshalb eine Weile nicht mehr so wild mit dem Kind herumtoben kann. So ganz passt diese Geschichte also nicht zum Erleben von Kindern, aber dennoch ist sie schön und sie thematisiert durchaus verständlich, dass man manchmal auf andere Rücksicht nehmen muss.

9783219116335-300x410

Nicki der Ritter: Mit Nicki dem Ritter können sich Kinder gut identifizieren, denn Fantasie und Rollenspiele gehören zum Spiel der Kinder dazu. Zumindest Bücherwürmchen verwandelt sich fast täglich in einen Ritter, einen Feuerwehrmann, einen Polizisten oder ähnliches. Dieses Spiel ist Kindern nur allzu bekannt. Natürlich passiert in Nickis Vorstellung alles in Wirklichkeit. Unter der alten Eiche wird er zu einem tapferen Ritter, der mutig gegen die feuerspuckenden Drachen kämpft und Burgfräulein Annabelle süße Möhren serviert. Das Spiel geht auch weiter, als Nicki aus seinem Traum zurück in die Wirklichkeit kehrt. Er rettet Anna, Burgfräulein Annabelle, vor dem spielenden Nachbarshund, dem bösen Drachen, und schon klettern sie auf zwei Holzstöcke, ihre Rösser.

Fantasie, Wirklichkeit und Spiel werden hier toll miteinander verknüpft, wobei der Wechsel zwischen Traum und Wirklichkeit gut durch das Augen schließen an der alten Eiche markiert wird. Dennoch werden kleinere Kinder einen Moment brauchen um diesen Wechsel nachvollziehen zu können, denn thematisiert wird er letztendlich nicht, (was auch gut so ist, denn dies würde den Fluss der Geschichte stören.)

9783219116663-300x410

Die Geschichten verlaufen letztendlich recht ruhig. Pro Seite gibt es wenig Text, dem die Kinder folgen müssen, aber dennoch wird eine Geschichte mit ordentlichem Inhalt erzählt. Die Bilder zeigen in erster Linie das Geschehen um Nicki herum. Nicki und die Figuren, mit denen er agiert, sind groß zu sehen, während es kaum Landschaft und kleinere Details gibt. So wird der Blick auf das Wesentliche gelenkt und die Kinder können Nicki, der sympathischen Hauptfigur, gut von Seite zu Seite folgen. Nicki ist ein knuddeliges, liebes Kaninchen, welches meist fröhlich lacht und dessen Mimik sich nur selten ändert. Die Enttäuschung darüber, dass Mia nicht da ist, ist ihm somit umso deutlicher anzusehen, auch wenn sie nur durch einen nach unten zeigenden Mund, der sonst immer nach oben zeigt, angedeutet wird. Als Ritter kommen dann noch ein, zwei andere Ausdrücke hinzu, aber meistens ist Nicki einfach ein fröhliches, lachendes Kaninchen in gelber Hosenträgerhose.

Besonders gut an den Nicki-Geschichten gefällt mir, dass sie sich nicht eindeutig an ein Geschlecht wenden. Nicki ist zwar ein Junge, aber er ist beispielsweise mit Mia befreundet, und selbst das typische Jungenthema Ritter wird hier gut für beide Geschlechter aufbereitet. So kämpft Nicki nicht nur gegen wilde Drachen, sondern empfängt auch ein Burgfräulein und es wird gemeinsam gegessen. Das Ritterspiel in der Wirklichkeit führt er ebenfalls mit einem Mädchen durch. In einer Zeit, in der es Wundertüten speziell für Mädchen und Jungen gibt und selbst Kleinkinderklamotten in Geschäften eindeutig Mädchen oder Jungen zugeordnet werden, in der Prinzessin Lilllifee und Käpt’n Sharky nicht nur Bücherregale bevölkern, sondern auch Taschen und Freundschaftsbücher von Kindern des jeweiligen Geschlechts zieren, ist es sehr angenehm mal ein Buch vor sich zu haben, das nicht auf ein Geschlecht abzielt. Gut, dass es Nicki wieder gibt!

 

Nicki und Mia von Guido van Genechten, übersetzt von Meike Blatnik, Annette Betz Verlag 2015, ISBN: 978-3-219-11633-5, 12,95€

Nicki der Ritter von Guido van Genechten, übersetzt von Meike Blatnik Annette Betz Verlag 2015, ISBN: 978-3-219-11666-3, 12,95€

Für Kinder immer wieder faszinierend: Ritter und Drachen

Allein der Titel verrät schon, dass dies ein Buch ist, welches kleine Jungen lieben könnten: „Sieben kleine Ritter und jede Menge Drachen“. Ich wusste jedenfalls sofort, dass dies ein Buch für Bücherwürmchen ist. Immerhin spielt er tagein, tagaus Ritter. Jeder Stock wird zum Schwert umfunktioniert, jeder Kletterturm auf einem Spielplatz ist eine Ritterburg und der Rittername wird entsprechend der vorhandenen Utensilien und Gegebenheiten immer wieder neu angepasst (Ritter Einhorn, Ritter Drachenzahn, Burg Adlerstein etc.). Und dann so ein Buch, bei dem auf dem Cover gleich mehrere Ritter mit glänzenden Schwertern und einen furchteinflößenden Drachen sehen kann. Einfach nur super! Ganz schnell ist in dem Buch eine Lieblingsgeschichte gefunden. Bücherwürmchen möchte besonders gerne die Geschichte von Parzival, dem roten Ritter hören. Am liebsten lässt er sich aber direkt alle Geschichten nacheinander vorlesen. Und auch ich muss zugeben, dass sie wirklich nett gemacht sind. Hier werden berühmten Rittern aus Sagen Geschichten aus der Kindheit angedichtet, so dass Kinder sich gut mit den kindlichen Rittern identifizieren können. Natürlich sind Artus, Siegfried, Tristan und all die anderen bereits in ihrer Kindheit mutige Kerle, die es bereits mit Drachen aufnehmen. Das Thema erzeugt von sich aus viel Spannung, aber zum Glück können die Kinder die Drachen immer besiegen, auch wenn dafür zu Weilen Sahnebonbons benötigt werden. Die Drachen lösen bei Kindern dennoch einen gewissen Grusel aus, der jedoch durch die weich gezeichneten Bilder abgemildert wird. Die Art der Bilder mag ich persönlich ja sowieso gerne. Klar, gehen Eva Erikssons Bilder im Stil von Buntstiftzeichnungen ein wenig Richtung lieblich, aber für mich sind sie dennoch nie kitschig, sondern einfach schön gemalt. Die Drachen haben leuchtende Augen, Flügel, spitze Zähne und Stacheln auf dem Rücken – sie sehen so aus, wie Drachen aussehen müssen, aber verursachen keinesfalls Albträume bei Kindern. Die Ritter wirken sympathisch und kindlich und erfrischend auf einen.

Also, ich kann zumindest für alle Ritterfans nur eine Empfehlung für dieses Buch aussprechen! Der Textumfang ist zwar schon recht lang, aber Vierjährige schaffen es schon sehr gut, den Geschichten zu folgen.

 9783789177828

Sieben kleine Ritter und jede Menge Drachen von Christina Björk und Eva Eriksson, übersetzt von Birgitta Kicherer, Oetinger 2015, ISBN: 978-3-7891-7782-8, 12,99€

Unsere Highlights im Mai

Nun ist auch der Mai 2015 bereits wieder Vergangenheit und ich möchte euch kurz unsere Bücher-Highlights vorstellen.

Bücherwürmchen hatte Geburtstag und natürlich ein paar Bücher bekommen. Besonders gut fand er das Buch „Auf den Spuren von Römern, Rittern und Piraten“. Als ich das Buch entdeckt hatte, war mir direkt klar, dass das etwas für unser Bücherwürmchen ist.

Ansonsten war das Buch „E-le-fa, E-le-fee! Was macht der Elefant am See?“ unser absolute Favorit im Mai. Wir haben es häufig hervor genommen und hatten viel Spaß an den humorvollen Reimen. Ab und zu kam es sogar vor, dass wir spontan einen dieser Reime beim Abendessen oder unterwegs zitierten.

978-3-401-50142-0

Viel Interesse zeigte Bücherwürmchen auch an dem Buch „Der Atlas der Abenteuer“ (Verlag Kleine Gestalten). Die Übersichten über die Kontinente fand er zwar weniger interessant, da sollte ich dann immer schnell weiterblättern, aber die Abenteuer, die man in den einzelnen Ländern erleben kann, schaute er sich gerne mit mir ausführlich an. Später konnte er dann dem Papa erzählen, dass man gaaaaanz viele Tage braucht um sich alle Kunstwerke im Louvre anzuschauen, und er schlug dem Papa vor, dass wir doch auch mal so ein Farbenfest wie in Indien veranstalten könnten, bei dem man sich mit Farbe bewirft…

Abends waren die Dino-Wheelies ganz eindeutig die bevorzugte Gute-Nacht-Lektüre, so dass wir das Buch bereits mehr als einmal durchgelesen haben.

u1_978-3-7373-5191-1

Nachdem der Ting-Stift hier schon heimisch ist, folgt nun der TipToi-Stift

Digitales in der Bücherwelt? Erst einmal regte sich in mir eine gewisse Abwehr, aber dann habe ich letztes Jahr das Ting-System anhand der „Was ist Was-junior“-Bücher getestet. Und nun geht es mit den TipToi-Büchern von Ravensburger weiter. Eigentlich wollte ich damit nichts zu tun haben, da ich es blöd finde, dass man dafür den TipToi-Stift benötigt, der einzig und allein mit Büchern und Spielen aus dem Ravensburger Verlag kompatibel ist. So etwas mag ich nicht. Aber dann hat Bücherwürmchen zu Weihnachten das TipToi-Buch „Entdecke die Ritter“ bekommen und da konnte ich dann doch nicht länger widerstehen. Ich war ja schon neugierig auf die Funktionen des Stiftes und nun hatte ich einen Anlass den Stift zu besorgen…

Als der Stift dann bei uns ankam, war ich begeistert! Bücherwürmchen hat sich richtig lange mit dem Stift beschäftigt, wobei man natürlich sagen muss, dass dieses Thema ihn auch sehr interessiert.

Die Texte sind zum Teil ziemlich lang, aber er hörte sie sich konzentriert und geduldig an. Wenn ihn etwas interessierte oder er etwas lustig fand, hörte er sich die Texte auch häufig mehrfach an. Toll, wie er nun den Stift benutzte! So intensiv hat er den Ting-Stift nur selten benutzt… Allerdings kann dies erstens am Thema liegen und zweitens hielt die Begeisterung für den Stift nur ein, zwei Tage an… Danach nutzte er den Stift nur nach Aufforderung bzw. zog das alte Buch mit den Klappen aus der „Wieso? Weshalb? Warum?“-Reihe dem TipToi-Buch vor.

Schade eigentlich, denn mit dem Stift kann man wirklich jede Menge erfahren. Die Texte werden deutlich gesprochen und sind für Kinder im Vorschul- und Schulalter insgesamt gut verständlich. Toll ist auch die Mischung aus Wissen, Geschichten und Geräuschen. Für kleinere Kinder ist es allerdings nicht ganz einfach die Funktionen „Entdecken“, „Wissen“ und „Geschichten“ auseinander zu halten, wobei die Übergänge auch sehr fließend sind und manche Texte mehreren Funktionen zugeordnet sind und manches würde man selbst anders einteilen. Bücherwürmchen benutzt meist pro Seite auch nur eine der Funktionen. Alles andere beinhaltet für ihn noch zu viele Möglichkeiten und setzt mehr Übersicht und gezielteres Vorgehen voraus.

Gut gefällt mir, dass man häufig von einem Bild zum nächsten geleitet wird. Das hat gleich mehrere Vorteile: Erstens bilden einzelne Infos so nach und nach ein Ganzes und das neu erworbene Wissen wird miteinander verknüpft, zweitens schauen sich die Kinder die Seite intensiv an, denn sie müssen das nachfolgende Bild suchen, wobei sie sich auch einen neuen Wortschatz aneignen bzw. den bereits vorhandenen festigen, denn wenn sie dazu aufgefordert werden als nächstes den Schmied oder das Kloster anzutippen, müssen sie wissen was diese Worte bedeuten, und drittens tippen die Kinder nicht wild auf dem Bild herum um den Stift irgendwie zum Sprechen zu bringen, sondern gehen etwas strukturierter vor. Natürlich kann man auch spontan auf die Dinge tippen, die einen gerade interessieren, aber Bücherwürmchen nimmt die Vorschläge dankbar an.

Die Bilder der „Wieso? Weshalb? Warum?“-Bücher sind ebenso wie die der „Was ist was-junior“-Bücher überaus ansprechend. Man schaut wirklich gerne in die Bücher rein. Allerdings sind die TipToi-Bücher so gestaltet, dass sie auch nur mit Stift Sinn machen. Auf jeder Doppelseite gibt es nur einen kurzen, einführenden Text, alles Weitere erfährt man nur durch den Stift. Das ist bei den „Was ist was-junior“-Büchern anders. Auch ohne Stift bekommt man durch geschriebene Texte viele Informationen, die dann durch den Stift eben noch ergänzt werden.

Spiele innerhalb der Bücher gibt es übrigens auch bei beiden Systemen. Teilweise sind diese in den TipToi-Büchern schon ganz schön herausfordernd und eher für größere Kinder geeignet, aber gerade die Such- und Geräuschspiele machen auch den Kleineren schon viel Spaß.

Das Ritter-Buch ist für Bücherwürmchen das perfekte Buch und auch ich schaue es mir gerne mit ihm an und lerne dabei noch so einiges, allerdings ist dies an sich kein Thema, bei dem unbedingt ein audiodigitaler Stift benötigt wird. Klar, er kann sehr viele Informationen liefern, aber dies ginge grundsätzlich natürlich auch in geschriebener Form. Es gibt dahingegen aber Themen, bei denen eine auditive Komponente nicht nur nett, sondern äußerst hilfreich ist und dies ist immer dann der Fall, wenn es um Musik und Instrumente sowie um Sprachen geht. Und bei diesen Themen wird man innerhalb der TipToi-Reihe (in Bezug auf Musik im Gegensatz zur Was ist Was-Reihe) auch fündig. Morgen werde ich euch ein paar dieser TipToi-Bücher hier vorstellen.

 32910

Entdecke die Ritter, Wieso? Weshalb? Warum?, TipToi, Ravensburger, ISBN: 978-3-473-32910-6, 19,99 €

Die Ritter und das Mittelalter – immer wieder ein spannendes Thema

Es gibt so ein paar Themen, die üben auf viele Jungen einfach eine große Faszination aus. Eines davon sind die Ritter. Zumindest Bücherwürmchen findet es äußerst spannen zu erfahren, wie die Ritter gelebt haben, selbst mit einem Holzschwert und Ritterhelm herum zu laufen oder ausgiebig mit seiner Playmobil-Ritterburg zu spielen. Um ein wenig mehr über das Leben damals zu erfahren, eignet sich das handliche Büchlein „Julius der Troll im Mittelalter“. In kurzen Kapiteln erfährt man ein paar grundlegende Informationen, z.B. über den Adel, Burgfräulein oder Burgen. Sehr ausführlich ist das alles nicht und es finden sich auch nicht auf allen Seiten Illustrationen, aber die wichtigsten Dinge werden verständlich angesprochen, so dass interessierte Kinder einiges lernen und erfahren können.

Nett sind die Anregungen für eigene Aktivitäten, z.B. Kinderspiele aus dem Mittelalter spielen, mittelalterliches Essen selber kochen, sich eine Ritterrüstung basteln etc. Bücherwürmchen hat mit seinem Papa auch direkt ein Schild gebastelt. Ein cooles Ritterkostüm hatte ich ihm schon letztes Jahr Karneval hergestellt (nach einer Anleitung aus der Eltern-Zeitschrift).

ritter

Warum die letzten drei Kapitel mit „Nur für Kinder“ überschrieben sind, ist mir nicht so ganz klar. Das ganze Buch richtet sich doch an Kinder?! Allerdings schwankt die Ansprache in dem Buch. Mal wird über Kinder gesprochen und mal wird das Kind (oder ein Erwachsener?) direkt angesprochen. Leider finden sich in dem Buch auch einige Flüchtigkeitsfehler…

Den Titel finde ich übrigens auch etwas irreführend. Julius der Troll ist zwar auf den Bildern zu sehen, aber ansonsten hat er mit der ganzen Sache nichts zu tun…

Als Ideenbörse für Eltern und Kinder und als erste Informationen über das Mittelalter(auch zum selber lesen für etwas größere Kinder) ist dieses Buch gut geeignet, für mehr aber auch nicht. Aber da mein Sohn ein kleiner Geschichts-, Mittelalter- und Ritterfan ist, werde ich mir hier wohl noch die eine oder andere Anregung für Spiele oder Basteleien holen. Und wenn er etwas größer ist, darf er gerne mal ein Rezept aus dem Buch ausprobieren und mir eine bäuerliche Brotsuppe auftischen. 🙂

 julius

Julius der Troll im Mittelalter von Martin Nyenstad, Books on Demand, ISBN: 978-3735739681, 12,90 €

Dank Apfelmus: Kleiner Ritter ganz groß

Es gibt eine Sache, die Bücherwürmchen momentan am liebsten spielt: Ritter! Ritter, Ritter und nochmal Ritter! Egal, ob mit Playmobil- oder Legofiguren oder mit eigenem Holzschwert und Schild – ständig möchte er Ritter spielen, selbst in der Badewanne! Kein Wunder also, dass nun auch Ritter-Bücher bei uns einziehen… Die zwei Bücher vom kleinen Ritter Apfelmus, die sich aus diesem Genre als letztes ein kleines Plätzchen in unseren überfüllten Bücherregalen erkämpft haben, sind jedoch noch gar nichts für Bücherwürmchen, sondern eher Bücher für Grundschulkinder. Aber mit solchen Argumenten braucht man bei Bücherwürmchen gar nicht erst anzufangen. Er hat die Bücher entdeckt, also wollte er sie auch vorgelesen bekommen! Warum eigentlich nicht? Zumindest aus dem ersten Buch „ Der kleine Ritter Apfelmus“ habe ich ihm dann ein paar Kapitel vorgelesen und es gefiel ihm! Klar, es geht ja auch um Ritter, genauer gesagt um Raubritter. Naja, ob man hier wirklich von richtigen Raubrittern sprechen kann, ist noch die Frage. Sie fühlen sich jedenfalls als gefährliche Raubritter und der kleine Ritter Apfelmus soll auch einer werden. Allerdings macht ihre schäbige Burg nicht viel her, die Ritter um Rudolf Raubein sind nicht unbedingt die pfiffigsten und der kleine Ritter Apfelmus hat überhaupt kein Interesse daran Raubritter zu werden und bereitet lieber in der Küche leckere Gerichte mit Äpfeln zu. Außerdem spielt der kleine Ritter gerne auf seiner Laute. Zumindest tat er das gerne, bevor sie so schief klang. Woran das nur liegt? Vittorio Maus, Heldentenor aus Italien, hat es sich darin gemütlich gemacht! Die Maus faszinierte Bücherwürmchen fast noch mehr als die Ritter. Vor allem über ihr ausgerufenes „Mamma Mia!“ machte er sich viele Gedanken… Aber letztendlich hat Bücherwürmchen sein Augenmerk durchaus auf die richtigen Figuren gerichtet, denn am Ende sind es der kleine Ritter Apfelmus und sein neuer Freund Vittorio Maus, denen es gelingt den Grimmigen Gunther auszutricksen. Die beiden sind nämlich, im Gegensatz zu den restlichen vier Raubrittern, durchaus pfiffig und so schaffen sie es nicht nur, sich mit dem Bär im Wald anzufreunden (da sieht man mal wie überlebenswichtig Apfelmus sein kann….), sondern auch die Fahne von der Burg Donnerunddoria, auf der der Grimmige Gunther mit seinen Rittern lebt, zu entwenden, so dass am Ende die Kleinsten mal wieder die Größten sind! Ganz nach dem Geschmack der kindlichen Leser!

Das Buch lässt sich sehr gut lesen. Man kann es natürlich seinen Kindern vorlesen, aber durch die Schriftgröße und die geringe Länge der einzelnen Kapitel können es Grundschulkinder im zweiten oder dritten Schuljahr auch schon gut selber lesen. Hinzu kommen auch noch einige schöne Schwarz-Weiß-Illustrationen. Darauf wirken die Raubritter so richtig schön zottelig und ungehobelt, während der kleine Ritter Apfelmus sehr sympathisch herüber kommt. Klasse ist natürlich auch sein T-Shirt mit dem Apfel drauf!

Ritter-Apfelmus-U-1-final

Im zweiten Buch vom kleinen Ritter Apfelmus („Der kleine Ritter Apfelmus hilft dem Weihnachtsmann„) geht es dann weihnachtlich, aber auch spannend, zu. Der Weihnachtsmann landet im Burghof, eines der Rentiere kann nicht mehr fliegen und dann werden auch noch die Geschenke (von wem wohl?) geklaut. Nun sind der kleine Ritter Apfelmus und sein Freund Vittorio Maus, der zu Besuch auf der Burg ist, gefragt. Können sie dem Weihnachtsmann helfen, damit er doch noch rechtzeitig die Geschenke an alle Kinder verteilen kann? Natürlich haben sie jede Menge Ideen, aber einiges ist mir hier ein wenig zu absurd, z.B. dass das alte Pferd Benno lernt wie der geflügelte Pegasus zu fliegen. Insgesamt geht es mir hier ein wenig zu modern und zu wenig „rittertypisch“ zu. Mich irritiert der Weihnachtsmarkt, der im Burghof stattfinden soll und dass es in der Raubritterpostille, die so schön altmodisch klingt, Fotos gibt. Etwas merkwürdig fand ich auch die Vermischung von Weihnachtsmann und Christkind. Vordergründig ist der Weihnachtsmann hier präsent, aber vom Christkind ist dennoch auch die Rede. Die Verbindung habe ich nicht so ganz verstanden. Vielleicht ist die Idee, beide Weihnachtsboten hier einzubringen, aber gar nicht so schlecht. So wird wenigstens keinem Kind der weihnachtliche Glaube genommen.

Wenn man meinen Text über das zweite Buch so liest, könnte man meinen, dass das zweite Buch eher schlecht sei. Das ist es aber nun gewiss nicht! Der Text lässt sich ebenfalls gut lesen und es gibt wieder Illustrationen im gleichen Stil wie im ersten Buch. Besonders schön ist es auch, dass man alle Charaktere hier wieder trifft. Rudolf Raubein und seine Ritter sind natürlich dabei, aber auch der Grimmige Gunther treibt wieder sein Unwesen. Die Episoden über den Geschenkediebstahl und der Flucht im Wald haben mir besonders gut gefallen. Hier treffen wir auch unseren alten Freund den Bär wieder. Sehr schön!

Bild31_ml

Insgesamt finde ich den kleinen Ritter Apfelmus sehr sympathisch. Die Geschichten sind humorvoll und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Grundschulkinder bei diesen Büchern jede Menge zu lachen haben. Sie werden sich über die Ideen und Einfälle des kleinen Ritters sehr freuen und ihn gespannt bei seinen Abenteuern begleiten. Und vor allem ist es schön, dass sie diese Bücher auch schon so gut alleine lesen können und es sie sehr günstig zu erwerben gibt. Da kann man einer angehenden Leseratte gut mal eine Freude machen.

Wenn Bücherwürmchen mal ein, zwei Jahre älter ist, werde ich ihm die Bücher auch noch mal komplett vorlesen. Dann wird er auch alles gut verstehen können. Bis dahin kann er die Szenen, die ihn jetzt schon beeindruckt haben, noch ein wenig nachspielen. Dem Bär sind wir jedenfalls bei unserem Ritterspiel nun schon einige Male begegnet…

Übrigens gibt es zu dem ersten Buch auch ein passendes Schülerheft, so dass sich das Buch auch als Schullektüre anbieten würde.

 

Der kleine Ritter Apfelmus von Stefan Schwinn, Edition Zweihorn, ISBN: 978-3935265584, 5,95 €

Der kleine Ritter Apfelmus hilft dem Weihnachtsmann von Stefan Schwinn, Edition Zweihorn, ISBN: 978-3943199222, 5,95

Eine Übersicht zu weiteren in diesem Blog vorgestellten Weihnachtsbüchern gibt es hier.