Leipziger Lesekompass: Hase, Fuchs und Reh fahren… LKW!

Von der Buchmesse in Leipzig habe ich ein Buch mit nach Hause genommen, welches mich vom ersten Moment an begeistert hat: „HASE, FUCHS und REH fahren… LKW!“ Wie auch die anderen Bücher, die den Leipziger Lesekompass 2018 erhalten haben, hatte ich dieses Buch auch bei der Buchausstellung im Kindergarten mit dabei und war ehrlich gesagt ein wenig irritiert, dass niemand dieses Buch bestellt hat. Allerdings muss ich dazu auch sagen, dass insgesamt kaum Bücher für die Kleineren bestellt wurden. Aber gewundert hat es mich dennoch, denn meines Erachtens gibt es so viele Punkte, die absolut für dieses Buch sprechen. Im Übrigen kam es bei meinem Kleinen auch sehr gut an und es war eine ganze Weile lang unsere Gute-Nacht-Geschichte.

Noch mal!

So, nun aber zum Inhalt des Buches: 36 Tiere machen sich in 12 Fahrzeugen auf den Weg. Wohin? Natürlich zur Achterbahn. Und nachdem sie dann alle nach der wilden Fahrt wieder ausgestiegen sind, rufen sie – in der Regel gemeinsam mit dem zuhörenden Kind – „Noch mal!“

Reime finden, Wortschatz erweitern

In jedes Fahrzeug steigen drei Tiere ein. Das Besondere an diesem Buch ist, dass  man immer erst auf der nächsten Seite erfährt, welches Fahrzeug bestiegen wird. Allerdings kann man es schon erahnen, denn dieses reimt sich auf das zuletzt genannte Tier. Also fahren Hase, Fuchs und Reh natürlich LKW und „Luchs und Wal und Krokodil reisen mit dem Wohnmobil“. Da die Lösung nicht direkt zu sehen ist, können Kinder hier aktiv mitreimen und raten. Beim ersten Anschauen werden die Kinder nicht immer auf die richtige Lösung kommen, denn manchmal muss man die Wörter ein wenig anders betonen um den Reim richtig hinzubekommen, manchmal sind die Fahrzeuge Kindern nicht direkt bekannt und manchmal würde auch ein anderer Reim passen. Trotzdem sind die Kinder richtig gespannt darauf, mit welchem Fahrzeug die Tiere denn nun fahren und beim Wiederholten Anschauen haben sie die Reime dann auch ganz schnell drauf und dabei häufig einige neue Wörter gelernt wie z.B. Diesellok, Wohnmobil, Cabrio, Zeppelin und Limousine (das ist bei uns jetzt laut Definition des Kindes ein Auto, in dem man etwas trinkt). Durch den Reim erweitert sich hier der Wortschatz der Kinder fast unbemerkt. Sie können sich diese neuen Wörter sofort merken. Beim gemeinsamen Betrachten kann man die Kinder auch die Tiere nennen lassen. Es ist also ein Buch, welches zum Spiel und zum aktiven Umgang mit Sprache anregt und das alles ganz intuitiv und mit großer Freude.

Die Bilder sind fröhlich, bunt und humorvoll und zudem mit einigen netten Details versehen. Auch hier kann man gemeinsam viel entdecken und erzählen.

Kleinere Schwächen

Ein paar kleinere Details fände ich noch verbesserungswürdig. So hebt sich z.B. der weiße Segelflieger kaum vor dem hellen Berg ab und am Ende werden alle Tiere in der Achterbahn noch einmal aufgezählt. Leider werden die Tiere hier nicht in der Reihenfolge genannt, wie sie in den Autos der Achterbahn sitzen, so dass es für die Kinder kaum möglich ist, auf die genannten Tiere beim Vorlesen zu zeigen, denn man braucht wirklich eine ganze Weile bis man das jeweilige Tier ausfindig gemacht hat. Dies sind aber wirklich nur kleinere Anmerkungen am Rande. Insgesamt haben wir jede Menge Spaß mit diesem Buch und ich kann es wirklich nur weiterempfehlen.

Tiere und Fahrzeuge – immer spannend für Kinder

Meines Erachtens ist dies tatsächlich ein Buch für alle Kinder ab zwei Jahren. Die Interessen von Kindern in diesem Alter (Tiere und Fahrzeuge) werden aufgegriffen und durch die Bilder und die Reime macht das Buch einfach viel Freude. Und das Sprachspiel ergibt sich ganz von selbst, ohne dass sich die Eltern etwas zur Sprachanregung einfallen lassen müssen.

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „HASE, FUCHS, und REH fahren… LKW!“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 2-6 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 2-6 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Hase, Fuchs und Reh fahren… LKW! von Dunja Schnabel, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-17100-9, 9,99€

 

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Bücher von Dully und Dax

Kennt ihr eigentlich schon Bilderbücher von Dully & Dax? Nein? Dann wird es höchste Zeit, denn es sind herrlich humorvolle Bücher, die richtig viel Spaß machen. Die Bilder sind voller Leben und die Texte sind humorvoll gereimt.

Zwei Bücher von Dully & Dax möchte ich euch heute vorstellen: „Poff, Paff, Pau! Wir machen heut Radau!“ und „Eddie Meisterdieb – Eine rasante Verfolgungsjagd mit Verschwinde-Klappen!

Poff, Paff, Pau! Wir machen heut Radau!

Poff, Paff, Pau! Wir machen heut Radau!“ ist ein kleines Pappbilderbuch, in dem ein paar Tiere lauter Quatsch machen. Pro Doppelseite gibt es dazu einen gereimten Vers. Schabernack und Quatsch machen, im Matsch herumspringen und herumflitzen – das ist genau die Welt der Kinder. Das macht ihnen Spaß und es ist schön, wenn diese Seite mal so richtig ausgelebt werden kann und keiner dabei schimpft. Hier im Buch geht es drunter und drüber und keiner sagt etwas dazu. Die pure Lebensfreude darf einfach ausgelebt werden und die Kinder können sie Seite für Seite miterleben und mitlachen.

Ein Buch mit etwas Schadenfreude

An sich mag ich es nicht so sehr, wenn auf Kosten anderer Späße gemacht werden, vor allem dann nicht, wenn sich andere dabei auch noch weh tun. Auch solche Streiche kommen in diesem Buch vor. Hm, ich habe es in diesem Fall einfach mal nicht mit Zeigefinger bewertet, sondern die Kinder die kleine Schadenfreude mal ausleben lassen. Ab und zu muss man auch einfach mal grenzenlosen Spaß haben und Kinder können sehr wohl zwischen Buch und Wirklichkeit unterscheiden.

Text und Bilder ergänzen sich in dem Buch hervorragend. Insbesondere der Text erklärt sich nur durch die Bilder, die den Spaß humorvoll darstellen.

POFF, PAFF, PAU! Wir machen heut Radau! von Dully & Dax, Tulipan Verlag, ISBN: 978-3-86429-335-1, 12€

Eddie Meisterdieb

Auch „Eddie Meisterdieb – Eine rasante Verfolgungsjagd mit Verschwinde-Klappen“ ist wieder herrlich illustriert. Die Gesichtsausdrücke der Tiere sind klasse und man kann viele nette Details auf den Bildern entdecken. Ein großes Highlight sind natürlich die Klappen bei diesem  Buch. Die Tiere sind nämlich auf der Suche nach Eddie Meisterdieb, einem Waschbären. Fuchs, Ratte, Tintenfisch, Papagei und Krokodil wurden Sachen geklaut und sie alle ahnen, dass Eddie Meisterdieb dahintersteckt. Doch so einfach ist dieser nicht zu fassen. Nach einem „Trippeln“ und „Trappeln“, einem „Ziehn und ein Zappeln“ waren sowohl die Sachen als auch der Meisterdieb verschwunden. Nun können die Kinder den Tieren beim Suchen helfen. Wo ist der Waschbär entkommen? Hinter welcher Klappe liegt sein Fluchtweg? Es ist toll, dass die Kinder hier so ins Geschehen integriert werden. Das erhöht die Motivation dieses schöne Buch anzuschauen ungemein.

Witzig ist übrigens auch, was so alles weggekommen ist. Denn nicht nur die Decke vom Fuchs wird entwendet, sondern auch ein stinkiger Käse und ein alter Fisch.

Am Ende müssen dann alle feststellen, dass nicht immer alles so ist, wie es auf den ersten Blick erscheint – auch eine schöne Botschaft, die Kinder hier lernen können. Man sollte nicht so schnell andere einer bösen Tat verdächtigen und erst einmal nachforschen, wie sich die Dinge verhalten.

Der Text ist gekonnt gereimt und lässt sich sehr gut vorlesen. Schön sind hier auch die Wiederholungen der vermeintlichen Diebesszene. Die Geschichte geht rasant vorwärts, so dass es ein tolles Buch für alle kleinen Abenteurer und Detektive ist. Hier wird keinem so schnell langweilig.

Eddie Meisterdieb – Eine rasante Verfolgungsjagd mit Verschwinde-Klappen! von Dully & Dax, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0801-3, 15€

 

Sieben kleine Hasenkinder im Versteck

Die sieben kleinen Hasen sind so unglaublich knuddelig und haben in dem Buch „Wenn sieben müde kleine Hasen abends in ihr Bettchen rasen“ direkt mein Herz erobert. Natürlich ist mit diesen quirligen Hasenkindern nicht nur das Zu-Bett-Gehen eine große Aufgabe. Nein, auch wenn man gemeinsam Kuchen essen möchte, muss man die Bande erst einmal zusammen kriegen. In dem Buch „Wenn sieben freche kleine Hasen schnell in die Verstecke rasen“ sind auf einmal alle Häschen – schwuppdiwupp – verschwunden, aber natürlich findet Hasenpapa eins nach dem anderen im Schuppen, in der Hängematte, unter einer Holzkiste, hinter der Wäsche und schlafend auf dem Kartoffelsack wieder.

Der Text ist wieder flott gereimt und somit strahlen sowohl der Text als auch die Bilder eine fröhliche Lebendigkeit aus. Und süß sind die Häschen ja sowieso.

Schön, dass es ein weiteres, gelungenes Pappbilderbuch von der Hasenfamilie gibt.

9783789170102

Wenn sieben freche kleine Hasen schnell in die Verstecke rasen von Sabine Praml und Christiane Hansen, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-7010-2, 7,99€

Der Grüffelo – Ein beliebter Kinderbuchklassiker

Wer kennt ihn nicht, den Grüffelo? Ja, ich wage es mal wieder zu behaupten, dass diese Kinderbuchfigur wohl jedem bekannt ist, zumindest jedem, der Kinder hat. „Der Grüffelo“ – ein überaus beliebtes Bilderbuch, aber warum ist es so erfolgreich und beliebt? Was ist sein Geheimnis?

Es ist pfiffig und überraschend. Der Text ist toll gereimt und man kann ihn (zumindest in Teilen) schnell mitsprechen. Die Bilder stellen alles ansprechend dar und machen Spaß. Und vor allem gibt es ein „Monster“, welches ganz genau beschrieben wird und somit durchaus bedrohlich wirkt, aber letztendlich tut es keiner Seele etwas zu Leide, denn es wird von einer kleinen Maus, die eigentlich nur selber überleben möchte, an der Nase herum geführt. Hier kommen zwei Aspekte zum Tragen, die den Kindern gut gefallen. Die kleine Maus, die auf dem ersten Blick vielleicht etwas schwach und hilflos wirken könnte, ist am Ende diejenige, die sozusagen gewinnt. Kinder finden es immer toll, wenn die Kleinen sich als die Großen herausstellen. Der zweite Aspekt, der dieses Buch für Kinder so anziehend macht, ist der Gruselfaktor. Ja, irgendwie macht der Grüffelo schon auch ein wenig Angst. Immerhin hat er feurige Augen, eine giftige Warze, grässliche Tatzen und Stacheln am Rücken. Da läuft einem schon mal ein Schauer über den Rücken. Aber die Spannung ist auszuhalten, denn der Grüffelo, dessen Lieblingsschmaus ein Butterbrot mit kleiner Maus ist, flieht am Ende ohne irgendetwas böses oder gefährliches unternehmen zu können. Der gruselige Grüffelo tut niemandem etwas. Klugheit siegt über Kraft und Größe.

Das Buch wird bereits von kleinen Kindern ab zwei Jahren geliebt, auch wenn sie den Inhalt zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht richtig verstehen können. Die Tricks der Maus werden Kindern erst viel später bewusst, aber das macht nichts. Auf diese Weise bleibt dieses Buch über einen langen Zeitraum interessant.

Zunächst wird die Maus eben einfach bei ihrem spannenden Abenteuer begleitet. Man trifft gemeinsam mit ihr Fuchs, Eule und Schlange, die noch nie etwas vom Grüffelo gehört haben, welcher der Maus als Ausrede dient um die gefährlichen Einladungen der hungrigen Tiere ausschlagen zu können. Da die Tiere noch nie etwas vom Grüffelo gehört haben, beschreibt die Maus den Grüffelo in allen Details und so lernen auch die kleinen Leser den Grüffelo so nach und nach kennen und fürchten. Die Tiere verschwinden bei einer solchen Gefahr lieber und die Kinder sehen den Grüffelo immer präziser vor sich. Die Maus dahingegen lacht über die ängstlichen Tiere, denn den Grüffelo gibt es doch gar nicht. Den gibt es nicht? Oh, doch! Auf einmal steht er direkt vor der Maus und behauptet, dass gerade sie sich am liebsten auf seinem Butterbrot befinden sollte… Zum Glück fasst sich die Maus schnell und behauptet kess, dass alle Tiere im Wald vor ihr Angst hätten, was sie ihm gerne beweisen würde und so dürfen wir noch einmal mit der Maus durch den Wald gehen. Dabei begegnen wir noch einmal allen Tieren, die beim Anblick des gefährlichen Grüffelos sofort Reißaus nehmen. Für Maus und Grüffelo ein Beweis, dass die Tiere Angst vor der Maus haben. Und auch die kleineren Kinder werden dies noch so auslegen, aber je älter sie dann werden, desto mehr kommen sie dahinter, was hier wirklich passiert. Aber egal, wie sie die Geschichte auslegen, die Maus ist der Held der Geschichte und das ist das Entscheidende, wobei mir auch gut gefällt, dass sich das Verständnis der Geschichte im Laufe der Jahre bei den Kindern verändert und „Der Grüffelo“ somit ein Buch zum Mitwachsen ist.

Mir persönlich gefallen die Reime in diesem Buch besonders gut. Sie lassen sich einfach toll sprechen und prägen sich gut ein. Ja, sie schleichen sich manchmal sogar an der einen oder anderen Stelle in die Alltagssprache mit ein. An dieser Stelle muss man der Übersetzerin ein großes Lob aussprechen!

Der Grüffelo“ ist ein Buch, welches oft vorgelesen werden muss und das bei den Kindern häufig nachwirkt. So habe ich schon bei dem Geräusch eines Flugzeugs Kinder rufen hören, dass der Grüffelo komme oder Bücherwürmchen hat vor ein paar Jahren beim weihnachtlichen Sauerbraten von „Grüffelofleisch“ gesprochen. Das Plakat vom Grüffelo durfte allerdings trotz der Begeisterung für die Geschichte eine ganze Weile nicht in seinem Zimmer hängen, da es ihm nachts Angst machte. Aber diese Zeiten sind mittlerweile auch vorbei und er schläft nun gerne in Grüffelo-Bettwäsche. Aber wir haben dieses Jahr ja auch einen Grüffelo-Geburtstag veranstaltet, von dem ich euch bald noch berichten werde…

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Der Grüffelo von Axel Scheffler und Julia Donaldson, übersetzt von Monika Osberghaus, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3-407-79291-4, 8,95€ (Ausgabe Pappbilderbuch)

Selbst das gefährliche Krokodil bekommt einen Kuss!

Was macht ein Prinz in einem Bilderbuch, der in einen Frosch verwandelt wurde? Ist doch ganz klar: Er bittet seine Leser um Hilfe und wie man einen Frosch in einen Prinzen zurück verwandelt, das weiß doch wohl jeder: Man küsst ihn. Also küsst der Leser ganz brav den Frosch im Buch. Leider hat die Verwandlung beim ersten Versuch noch nicht ganz geklappt. Aus dem Frosch ist ein Tiger geworden, es muss also noch einmal geküsst werden. Hm, anschließend steigt ein schmuddeliges Schweinchen aus dem Matsch… Das war also immer noch nicht richtig und so gibt es einen Schmatzer auf den Schweinerüssel. Bis der Prinz wieder erscheint, darf der Leser noch einige Male küssen, aber irgendwann ist es endlich geschafft: Der Prinz ist „von Kopf bis Fuß“ zurück und bedankt sich seinerseits beim Leser mit einem Kuss. Aber ob das so eine gute Idee war?

Das Buch „Sei kein Frosch und küss mich!“ ist ein Riesenspaß! Die Kinder haben große Freude am Küssen und Verwandeln der Tiere und als erwachsener Vorleser kann man sich gar nicht satt sehen an den niedlichen Szenen, wenn die Kinder, die Bilder in dem Buch küssen. Herrlich! Bücher, in denen Kinder aktiv werden können, gibt es ja einige, aber hier wird dieses Konzept einfach ganz wunderbar umgesetzt. Selbst mein fünfjähriger Sohn hat an diesem Pappbilderbuch für Kinder ab zwei Jahren noch sehr viel Spaß und es sich bereits mehrfach angeschaut. Natürlich stellt er erst einmal wissend klar, dass die Tiere sich beim Umblättern der Seite ja auch ohne die Küsse verändern, aber letztendlich lässt er sich dann doch gerne auf die lustige Küsserei ein. Nein, er lässt sich nicht komplett darauf ein, denn den Kuss vom Prinzen am Ende verweigerte er nach dem ersten Anschauen, denn nun wusste er ja, welches Unglück durch diesen Kuss passieren würde… Ja, so denken dann die großen Kinder eben schon sehr gut mit.

Die Bilder in dem Buch sind sehr fröhlich und humorvoll. Hinzu kommt ein gut gereimter Text. So ein Bilderbuch kann einfach nur gefallen, vor allem, wenn dann eben noch die feuchten Kinderküsse hineingedrückt werden.

Übrigens blättert auch Büchermäuschen schon gerne in diesem Buch mit den bunten Bildern. Er versteht natürlich noch nichts von dem Gesehen in dem Buch, aber man kann ihm natürlich bereits die Tiere, die sich gut hervorheben und gut zu erkennen sind, zeigen und benennen. So wird dieses Buch gleich ein Buch für alle Geschwisterkinder.

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Sei kein Frosch und küss mich! von Nastja Holtfreter, Magellan Verlag, ISBN: 978-3-7348-1518-8, 8,95€

Viele tolle Anregungen für Babys

In den ersten Tagen und Wochen im Leben eines Babys hat man manchmal den Eindruck, dass das Kleine ja wirklich noch gar nichts kann und so fragt man sich, wie man dieses kleine Wesen, das tagsüber immer weniger schläft, denn bloß den ganzen Tag über beschäftigen soll. Lieder und Fingerspiele kommen von Anfang an gut an und es gibt auch jede Menge Spiele und Anregungen für Babys im ersten Lebensjahr.

Eine gute Sammlung findet man in dem Buch „Zehn kleine Krabbelfinger“. Dieses Buch ist bereits ein richtiger Klassiker, immerhin ist es bereits über 25 Jahre alt. 2015 gab es eine neue und überarbeitete Auflage, doch der Inhalt ist gleich geblieben. Lediglich das Layout und die Fotos wurden erneuert und modernisiert, was gut gelungen ist. Warum sollte man auch den Inhalt ändern? Die Babys der heutigen Generation lieben schließlich die gleichen Lieder und Spiele wie die Babys in anderen Generationen. Was früher gut ankam, kommt auch heute noch gut an.

Der Inhalt des Buches wurde so ausgewählt, dass Babys in ihrer Entwicklung spielerisch gefördert werden. Das mag in einigen Ohren nach den häufig angesprochenen Förderwahn vieler Eltern klingen, ist aber letztendlich nur die theoretische Grundlage der Auswahl. Die Spiele passen also zu den Interessen von Babys. Sie lassen die Kinder neugierig und aktiv werden. In einigen kurzen Texten gibt es Hintergrundinformationen, aber die praktischen Ideen und Anregungen stehen ganz klar im Vordergrund. Dieses Buch beinhaltet wirklich eine wahre Fundgrube und das Schöne ist, dass man hier sowohl Lieder, Fingerspiele, Reime, aber auch Spiele und Anleitungen für selbst hergestelltes Spielzeug findet. Die Lieder sind mit Noten abgedruckt und es gibt Anregungen wie man die Lieder mit den Kindern singen und spielen kann. Durch die Vielzahl der unterschiedlichen Spiele werden alle Sinne der Babys angesprochen und die Kinder können verschiedene Materialien und Elemente kennen lernen. Mal darf im Wasser geplanscht werden, auch Laub ist für die Kleinen interessant (leider wandert er bei meinem Büchermäuschen regelmäßig in den Mund), einfache Instrumente werden eingesetzt, auf den elterlichen Knien wird geritten und im Spiegel dürfen sich die Kinder mit Staunen selber entdecken. Zu jeder Art von Spielen gibt es Verse und Lieder, wobei hier auf traditionelles Gut zurückgegriffen wird, z.B. „Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann“.  Teilweise wurden dann neue Strophen hinzugedichtet oder der gesamte Liedtext wurde geändert, so dass die Lieder zu bestimmten Bewegungen oder Spielen passen, aber die Melodien sind wohl den meisten bekannt.

Wer mit seinem Kind einen PEKiP-Kurs besucht, wird hier viel wieder erkennen (auch wenn Lieder eher nicht zum PEKiP-Programm (PEKiP = Prager-Eltern-Kind-Programm) gehören). Aber einige der selbstgebastelten Spielsachen hält die Kursleitung vielleicht ebenfalls bereit oder regt dazu an, sie zu Hause selbst herzu stellen. Die Autorinnen haben selbst PEKiP-Kurse abgehalten und die Ideen aus diesem Programm in ihrem Buch mit einfließen lassen.

Mir gefällt das Buch sehr gut. Man bekommt viele gute und abwechslungsreiche Ideen auf einmal, welche man ohne größere Probleme umsetzen kann. Und den Kindern machen die Lieder und Spiele Spaß – ganz egal, ob sie dabei nun in ihrer Entwicklung gefördert werden oder nicht.

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Zehn kleine Krabbelfinger. Spiel und Spaß mit unseren Kleinsten von Marianne Austermann und Gesa Wohlleben, Kösel Verlag 2015, ISBN: 978-3-466-31045-6, 15,99€

Wintergedicht: Die drei Spatzen

Im Großen und Ganzen bin ich nicht so der Lyrik-Fan. Gedichte sprechen mich selten an und sie sagen mir meist wenig. Es gibt aber dennoch einige Kindergedichte, die ich bereits ewig kenne und die ich auch gerne mag. Kindergedichte muss man nicht erst kompliziert analysieren und man kann sie meist mit toller Betonung sprechen. Eines dieser Gedichte, das ich auswendig aufsagen kann, ist „Die drei Spatzen“ von Christian Morgenstern, der im Übrigen sowieso sehr tolle Kindergedichte geschrieben hat (s. auch „Der Nachtschelm und das Siebenschwein“). Es ist ein kleines, feines Gedicht, welches aber dennoch ein ganzes Pappbilderbuch füllt. Der Eulenspiegel Kinderbuchverlag widmet diesem Gedicht ein eigenes, gleichnamiges Buch. Seite für Seite liest man sich von einem gereimten Zweizeiler zum anderen. Auf diese Weise können auch Kinder den Text ganz schnell mitsprechen und schon können sie ihr erstes Gedicht aufsagen. Begleitet wird der Text natürlich von bunten Bildern. Die drei Vögel sitzen auf ihrem Haselstrauch im Vordergrund und sehen auf den Bildern nur minimal anders aus. Wer genau hinschaut, sieht, dass sie am Ende viel enger aneinandergekuschelt sind, als auf dem ersten Bild, auf dem die ersten Schneeflocken fallen. Und natürlich ist es der freche Hans in der Mitte, der als einziger bei diesem kalten Wetter, einmal kurz die Augen öffnet. Im Hintergrund dahingegen ist so einiges los. Je mehr Schnee fällt, desto mehr Kinder finden sich am Rodelberg ein, bauen Schneemänner und veranstalten eine Schneeballschlacht. Erst ganz am Ende wird es wieder ganz ruhig. Es wird Abend, dicker Schnee fällt, die Schlitten stehen verlassen im tiefen Schnee – nur das leise Pochen der Vogelherzen ist noch zu hören.

Die drei Spatzen“ ist ein wunderbares, kleines Bilderbuch, das sehr gut zum Winter passt und eine tolle winterliche Atmosphäre aufbaut. Dieses Jahr haben wir es leider bisher kaum gelesen, aber letztes Jahr hatten wir es oft hervorgeholt. Auf Grund des kurzen Textes eignet es sich bereits gut für Kinder ab drei Jahren, aber auch für ältere Kinder ist dies sicherlich noch ein schönes Buch. Immerhin wird dieses Gedicht auch noch gerne in der Grundschule behandelt.

Die drei Spatzen

Die drei Spatzen von Christian Morgenstern, Bilder von Anke am Berg, Ekulenspiegel Kinderbuchverlag, ISBN: 978-3-359-02336-4, 5,95€

 

Kleine Kinder wollen Tiere in einem Buch auch fühlen

Was gehört bei einem Buch für die ganz Kleinen dazu? Etwas aus ihrer näheren Umgebung, ansprechende Bilder, die nicht überladen sind und vielleicht die ersten einfachen Texte. All dies beinhaltet das Buch „Auf dem Bauernhof“ von Sabine Nielsen und Barbara Jelenkovich. Und darüber hinaus gibt es hier sogar einige Fühlelemente – insgesamt also ein geeignetes Buch für Kinder ab einem Jahr. Und dieser erste Eindruck bestätigt sich grundsätzlich bei diesem Buch auch auf den zweiten Blick. Es ist alles nichts besonderes, aber durchaus ansprechend. Auf den Bildern gibt es Tiere vom Bauernhof zu sehen, wobei hier nicht mehr einzelne Tiere eine komplette Seite einnehmen, sondern diese bereits in eine Bauernhofumgebung mit Bauer, Trecker, kleinem Teich etc. gesetzt werden. Dies geschieht allerdings sehr zurückhaltend, so dass Bilderbuchanfänger hier nicht überfordert werden. Die Tiere schauen allesamt sehr freundlich. Begleitet werden die Bilder durch einen gereimten Text, der sich insgesamt gut lesen lässt und kindgerecht ist. Hier wird noch keine Geschichte erzählt, sondern jeweils auf die dargestellte Situation, die auf dem Bild zu sehen ist, eingegangen, was für die kleinen Kinder gut geeignet ist. Leider ist gerade das Extra des Buches für mich der Punkt, an dem ich das Buch ein wenig bemängeln muss. Es handelt sich bei diesem Buch um ein „Fühlbuch zum Streicheln und Staunen“. Gerade die Fühlelemente sind es, die ein Kind beim Betrachten des Buches als erstes interessieren. Oft verschwenden die Kinder beim ersten Anschauen kaum Zeit für die Bilder, sondern gehen zunächst von Seite zu Seite mit den Händen über die Streichelflächen. Und an dieser Stelle werden sie bei diesem Buch enttäuscht, denn es gibt zwar Fühlelemente, aber nicht auf jeder Seite, was ich sehr schade finde. Kinder suchen irritiert nach den fehlenden Fühlflächen und verstehen nicht, warum es nicht die Federn vom Huhn fühlen können, während man sogar über die „Schweinehaut“ streichen kann. Von einem „Fühlbuch“ hätte ich hier mehr erwartet. Als normales Pappbilderbuch und an den Stellen, an denen Fühlelemente eingefügt wurden, kann das Buch aber insgesamt überzeugten.

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Auf dem Bauernhof – Fühlbuch zum Streicheln und Staunen! von Sabine Nielsen und Barbara Jelenkovich, Schwager & Steinlien Verlag, ISBN: 978-3-8499-0601-6, 4,99€

 

 

Gecko Nummer 51

Ein ganzes Jahr bekommt Bücherwürmchen nun schon die Bilderbuchzeitschrift „Gecko“ und nun hat gerade das zweite Jahr mit ihr begonnen. Alle zwei Monate gibt es eine neue Ausgabe und so könnt ihr ab nun alle zwei Monate ein paar Worte von mir zur aktuellen Ausgabe (heute geht es um die Nummer 51) lesen.

Sehr gerne mochte Bücherwürmchen immer das Farbengedicht und so versuchte er in letzter Zeit herauszufinden, über welche Farbe gedichtet wurde. Auch dieses Mal schlug er die neue „Gecko“ mit dieser Absicht auf und vermutete, dass es dieses Mal um die Farbe „weiß“ ginge. Leider gibt es jedoch keine Farbgedichte mehr und er hatte nur eine Seite der ersten Geschichte, die im Schnee spielt aufgeschlagen. Das Huhn Gundel versucht durch selbst betriebenen Wintersport ihre menschliche Freundin auf sich aufmerksam zu machen, Herr Schmitz versucht im Konzert eine Maus daran zu hindern, die Musiker zu stören und Paul verkleidet sich zu Karneval als schleichender Indianer. Ich weiß nicht, ob Bücherwürmchen die Geschichte von Herrn Schmitz ganz versteht, denn sie ist von der Wortwahl her recht schwierig (dafür aber schön gereimt und auffallend illustriert), aber die anderen Geschichten haben ihm gut gefallen. Besonders hat er sich darüber gefreut, dass ihm eine Figur bereits bekannt war. Paul kennen wir bereits aus dem Buch „Paul & Papa“.

Den Wortsport mit ähnlich klingenden Wörtern versteht er immer besser und auch die meisten Fremdwörter konnte er mit Hilfe der genannten Multiple-Choice-Antworten richtig bestimmen.

Richtig viel Spaß hat er immer an den Missverständnissen von Horst und Helga, die durch Doppelbedeutungen von Wörtern aneinander vorbei reden. Dieses Mal konnte Bücherwürmchen sogar selbst zwei Assoziationen zu dem Wort „Wachsen“ nennen: „Wenn das Gras wächst“ und „der Wachs von einer Kerze“.

Die neue Kategorie „Das ausgelassen ABC“ ist noch etwas schwierig für ihn, aber trotzdem muss ich ihm bei jedem Durchschauen der Zeitschrift auch hier immer alles vorlesen. Was ruft wohl der Angler, der auf einmal eine Boje an der Angel hat, wenn das „B“ verschwunden ist?

Da Bücherwürmchen das Alphabet noch nicht aufsagen kann, machte auch das „Geckodicht“ „Schneegestöber von A bis Z“ für ihn nur wenig Sinn, aber er fand es dennoch lustig: „Das ist Quatsch, oder?“

Die Idee, ein Kunstwerk mit Hilfe von Spielzeugautos herzustellen, haben wir bisher noch nicht getestet.

Wir haben die aktuelle Ausgabe bereits ein paar Mal durchgelesen und freuen uns schon jetzt wieder auf die nächste!

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Die Bilderbuchzeitschrift Gecko, erscheint alle zwei Monate, Heft 6,50€, Jahresabo 36,90€

Ratzdifatz auf Mäusepfoten durchs Kinderzimmer

Ratzdifatz“, schnell das Buch aufgeschlagen, denn der Titel macht neugierig auf das Buch. Er klingt fröhlich und nach einer flotten Geschichte. Und genauso ist es dann auch. Die Mäusekinder Ratz und Fatz flitzen fröhlich durch die Gegend und spielen besonders gerne nachts in Peters Kinderzimmer. „Ratzdifatz, da sind wir schon.“ – „Ratzdifatz, ab ins Versteck.“ Nacht für Nacht huschen sie unbemerkt ins Zimmer und probieren all das schöne Spielzeug aus. So lange bis die Mäuse mit Peters neuen roten Flitzer im Mausloch verschwinden und Peter ausgerechnet dieses Auto vermisst. Da hilft alles nichts. Ratz und Fatz müssen das Auto zurückbringen und oh weh, dabei werden sie von Peter beobachtet. Hoffentlich geht es den beiden Mäusekindern nun nicht an den Kragen?! Wer will schon gerne Mäuse bei sich haben? Zum Glück endet dann doch alles glimpflich und die Mäusekinder haben einen neuen Freund gefunden…

Die Geschichte hat ordentlich Schwung und wird toll gereimt erzählt. Man hat viel Spaß an Ratz und Fatz und drückt ihnen die Daumen, dass sie die Sache mit dem Auto ohne Probleme in Ordnung bringen können, aber natürlich sieht man auch sofort das geöffnete Auge Peters, während sich die Mäuse darüber freuen, dass die Rückgabe anscheinend erfolgreich vonstatten ging…

Die Bilder in dem Buch sind übrigens auch klasse. Eigentlich sind sie recht einfach gezeichnet, aber sie haben dennoch viel Aussagekraft und kommen wirklich niedlich daher. Meist wird wenig von den Räumlichkeiten gezeigt, einzig die Mäuse und Peter stehen im Vordergrund. Bilder und Text ergänzen sich in dem Buch auf tolle Art und Weise und durch dieses Zusammenspiel bekommt der Leser teilweise bereits einen kleinen Vorsprung in der Geschichte. Das wurde hier wirklich sehr gut gemacht.

Insgesamt erhält man mit „Ratzdifatz“ ein sehr schönes, kleines Büchlein, das sich toll vorlesen lässt. Es ist keine große, bedeutungsschwere Geschichte, aber eine gute Unterhaltung für Kinder ab etwa drei Jahren.

Übrigens dachte Bücherwürmchen, als er das Buch aus der Kiste holte, dass es eine Geschichte vom Mond sei. Der kugelrunde Kopf Peters, der auf dem Titelbild zu sehen ist, erinnert tatsächlich ein wenig daran… Aber als ich ihm das Buch dann vorgelesen habe, war er dann auch zufrieden!

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Ratzdifatz von Katja Kauffeldt, ISBN: 978-3-00-050874-5, 11,50€