Ein Buch voller Teekesselchen

Spätestens seit den Horst & Helga-Geschichten in der Gecko-Zeitschrift, bei denen es stets um Missverständnisse rund um ein Wort geht, haben wir Spaß an Teekesselchen. Als ich nun das Buch „Zwei Bilder – ein Wort“ gesehen habe, wusste ich direkt, dass dies genau das richtige Buch für Bücherwürmchen ist.

Auf einer Doppelseite befinden sich zwei Bilder, wobei sich das linke und das rechte Bild jeweils mit demselben Begriff bezeichnen lassen. Dieser Begriff steht jedoch nicht dabei, sondern soll von den Betrachtern herausgefunden werden. Wenn man wirklich mal gar nicht drauf kommen sollte, kann man aber am Ende in den Lösungen nachschauen.

Es macht sehr viel Spaß sich dieses Buch anzuschauen und zu rätseln. Dabei erlebt man so manchen Aha-Effekt.

Förderung des Wortschatzes

Zunächst habe ich in dem Buch nur ein tolles Buch rund um Spiele mit der Sprache gesehen, aber ich habe festgestellt, dass es auch klasse zur Förderung des Wortschatzes ist. Zum einen können sich Kinder manche Begriffe durch das bekannte Bild erschließen und zum anderen nehmen sie die neuen Wörter, die sie hier lernen ganz rasch auf. Durch die Verbindung der zwei unterschiedlichen Bedeutungen können sie sich die für sie neuen Bezeichnungen sehr schnell merken, denn die Wörter an sich sind für sie ja nicht neu. Nachdem wir das Buch angeschaut haben, hat Bücherwürmchen in einem Wimmelbuch zum ersten Mal Nonnen als „Schwestern“ bezeichnet und auf der Straße entdeckte er auf einmal ein Fahrzeug namens „Raupe“.

Die Bilder selber haben uns nicht so sehr angesprochen, denn sie wirken wenig lebendig und kraftvoll, aber letztendlich blieb auch dadurch der Spaß an den Rätseln ungetrübt.

Zwei Bilder – ein Wort von Mirja Winkelmann, Prestel, ISBN: 978-3-7913-7290-7, 12,99€

Basteln, Spielen, Malen, Lernen und Singen mit PHILIPP

Der Blick in Kinderzeitschriften ist spannender als ich gedacht hätte. Sicherlich gibt es auf dem Markt ziemlich viele billige Hefte, die sich vor allem wegen des bunten und verführerischen Plastikspielzeugs verkaufen lassen. Dennoch habe ich festgestellt, dass sich die Zeitschriften, die halbwegs für einen in Frage kommen, doch in ihrem Schwerpunkt stark unterscheiden. Man sollte also nicht nur auf die Qualität der Magazine achten, sondern auch wissen, wonach man eigentlich sucht. Soll es mehr in Richtung Informationen gehen oder sollen Rätsel und Beschäftigungsaufgaben im Vordergrund stehen? Wie wichtig sind einem Basteltipps? All das sollte man sich überlegen, bevor man sich für eine Zeitschrift entscheidet.

Für alle, die ihren Kindern Rätsel, Spiele, Basteleien und Malaufgaben an die Hand geben möchten, könnte die heutige Zeitschrift ein Tipp sein:

Heute stelle ich euch PHILIPP die Maus vor, ein Heft für Kinder ab vier Jahren. Hier würde ich die Zielgruppe auch tatsächlich in der Altersgruppe der vier- bis sechsjährigen sehen. Das ist keine große Spannbreite, hat aber auf jeden Fall den Vorteil, dass die Inhalte gut für die Kinder passen und wirklich alle Seiten für sie grundsätzlich in Frage kommen (wenn auch manche Aufgaben für das eine oder andere Kind vielleicht noch etwas schwer sind).

Der Schwerpunkt der Zeitschrift liegt im Rätseln und Basteln. Es gibt immer eine nette Vorlesegeschichte von Philipp, kleine Reimgeschichten und manchmal auch Informationen zu Tieren, aber grundsätzlich stehen die Sachtexte hier eher im Hintergrund. Den allergrößten Vorteil dieser Zeitschrift sehe ich in den vorgefertigten Bastelangeboten. In dem Heft findet man einige Bastelvorlagen, die von den Kindern nur noch ausgeschnitten und zusammengefügt werden müssen. Das erfordert zwar nicht gerade Kreativität macht den Kindern aber dennoch Spaß und lässt sich ohne größeren Aufwand bewältigen. Bücherwürmchen hat sofort mit seiner Schere losgelegt und begeistert Fuchsmaske und Schachteln gebastelt. (Mein Sohn liebt Masken und demenstprechend neigen sich meine Gummibandvorräte so langsam dem Ende zu….) Als nächstes stehen nun die Osterkörbchen an… Er hat großen Spaß daran und kann am Ende ein tolles Ergebnis vorweisen.

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Die Rätselseiten gefallen mir im Großen und Ganzen auch: Hier müssen z.B. in Suchbildern Fehler gefunden, Bilder nach bestimmten Zahlenangaben ergänzt, Labyrinthe nachgefahren, Bilder Texten zugeordnet und Muster fortgesetzt werden. Auflösungen finden sich am Ende des Heftes. Etwas schade ist es, dass einige dieser Aufgaben auf glatten Seiten abgedruckt sind, die sich mit Buntstiften kaum bearbeiten lassen.

PHILIPP die Maus sind schöne Beschäftigungshefte, die zu dem noch kleine Geschichten beinhalten. Es ist durchaus eine Zeitschrift, die ich Bücherwürmchen bei Gelegenheit immer mal wieder mitbringen werde.

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PHILIPP die Maus, pro Ausgabe 3,95€, im Abo 12 Hefte im Jahr, im Handel nur 6 Hefte im Jahr

 

Regionales Magazin: Schlaufuchs

Neben Kinderzeitschriften, die sich einfach an Kinder eines bestimmten Alters wenden, gibt es auch welche, die sich an Leser aus einer bestimmten Region wenden. Eine solche Zeitschrift ist „Schlaufuchs“. An Umfang und Inhalt steht sie anderen Zeitschrift absolut in nichts nach – im Gegenteil: Sie ist mit ihren 66 Seiten sogar sehr umfangreich. Allerdings richtet sie sich in erster Linie an Leser rund um Fulda. Woran merkt man das? Ganz einfach: Sie beinhaltet zum Beispiel Ausflugstipps aus der Region oder sie stellt Brauchtümer und Sagen aus dieser Gegend vor, wobei diese natürlich auch für Kinder aus anderen Ecken durchaus interessant sein können und die Anleitung wie man ein tolles Schneeiglu bauen kann, kann man selbstverständlich überall umsetzen, wo genug Schnee liegt. Hier seht ihr das Ergebnis von Bücherwürmchen und seinem Papa:

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Das Magazin wendet sich an Kinder zwischen fünf und zehn Jahren, wobei ich die Hauptzielgruppe bei Kindern im Grundschulalter mit Lesekenntnissen sehe. Gerade die Rätselseite ist ohne solche Kenntnisse nicht lösbar. Aber insgesamt sehe ich den Schwerpunkt dieses Magazins auch eher in informativen Texten und Geschichten, wobei die Informationen von Tieren über Naturphänomenen und Kindern aus anderen Ländern bis hin zu Brauchtümern, Sportarten und Berufen reichen. Darüber hinaus bekommt man Basteltipps, Rezepte und Ideen für draußen. Insgesamt hält der Schlaufuchs also eine interessante und schöne Mischung für Kinder bereit. Die Texte sind gut verständlich und lassen sich gut lesen. Allerdings ist keine extra große Schrift für Leseanfänger verwendet worden. Diese werden sich wohl noch vieles aus dem Heft vorlesen lassen müssen.

Mir gefällt das Schlaufuchs-Magazin gut. Leider ist es aber in erster Linie für Kinder aus der Region Fulda geeignet, (was auch eine gezielte Spezialisierung ist), da Kinder aus anderen Gegenden mit einigen Informationen nichts anfangen können, wenn natürlich auch die Sachtexte für alle interessant sind.

Kennt ihr aus eurer Region auch eine empfehlenswerte Zeitschrift? Mir ist aus meiner eigenen Region leider keine bekannt…

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Wenn ihr mal in die Zeitschrift hineinschnuppern möchtet, dann schaut euch doch die Leseprobe des aktuellen Frühlingsmagazins HIER an.

Schlaufuchs Magazin, pro Ausgabe 4,90€, erscheint vierteljährlich

Zeitschrift für neugierige Kinder: GEOmini

Die nächste Zeitschrift, die wir unter die Lupe genommen haben, war „GEOmini“. Auch diese Zeitschrift erscheint monatlich und richtet sich „an neugierige Erstleser“ bzw. an „Kinder von 4 bis 7 Jahren“. Hm, schwierig… Ja, es gibt Kinder, die mit vier Jahren bereits lesen können, aber dennoch finde ich das ein wenig hochgegriffen. Man kann die Zeitschrift zwar auch gut ohne Lesekenntnisse anschauen und sich vorlesen lassen, aber man merkt durchaus, dass sie sich an Kinder wendet, die mit Zahlen und Buchstaben umgehen können. Letztendlich ist aber die Zielgruppe auch schon mein größter Kritikpunkt an dieser Zeitschrift. Darüber hinaus sollte man aber auch wissen, was man sucht, denn als „Mitmachmagazin“, wie es auf dem Zettel für das Abo heißt, würde ich dieses Heft nicht unbedingt in erster Linie bezeichnen. Es gibt zwar schon einige Seiten, bei denen man aktiv werden kann (dazu gleich mehr), aber diese stehen nicht so sehr im Vordergrund wie beispielsweise die Vorschulseiten mit Aufgaben im Bussi Bär-Heft. Bei GEOmini fallen mir dahingegen viel mehr die Texte auf.

Ja, hier gibt es einiges zu lesen, was ich sehr positiv finde. Alle Texte sind recht kurz und übersichtlich gehalten, aber dennoch informativ. Sollte ein Erstleser diese Zeitschrift in den Händen halten, so kann er sich schon prima durch diese Texte hindurcharbeiten. Jüngere Kinder finden an ihnen aber auch durch einen Vorleser gefallen. Sehr gut gefällt mir das Themenspektrum. Es werden Tiere vorgestellt, Kinder aus aller Welt werden besucht und es gibt Wissenswertes zu verschiedenen Phänomenen, z.B. zum Wetter oder ähnliches, zu Technik, dem Körper und vielem anderen. Am Ende des Heftes gibt es dann noch eine ausführliche Vorlesegeschichte von dem Grashüpfer Georg, dessen Abenteuer ebenfalls als Buch im Oetinger Verlag heraus gekommen sind.

Auf einer Wimmelbildseite liegen lauter Gegenstände zu einem bestimmten Thema herum. Suchaufträge leiten einen durch das Bild. Ansonsten beschränken sich die Rätsel auf eine Seite. Hier können Kinder Linien verfolgen und Wege durch Labyrinthe finden, Kinder-Sudokus lösen, Sachen zählen, Unterschiede aufdecken etc. Die Aufgaben sind unterschiedlich schwer. Einige Aufgaben können auch ohne Probleme von vierjährigen gelöst werden, bei anderen Aufgaben braucht man darüber hinaus schon sehr gute Buchstaben- und Lesekenntnisse. Toll finde ich die „Weitermal-Seite“, bei der ein Bild angefangen ist und eine Frage dazu auffordert, es weiter zu gestalten. Bei Bücherwürmchen läuft der Jäger gleich vor drei Wesen davon: Der Räuber Hotzenplotz, ein Stier und ein Ritter jagen ihm Angst ein. Später ließ Bücherwürmchen dann noch Blitze über den Himmel zucken.

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Ebenfalls klasse sind die Bastel- und Experimentieranregungen, denn sie lassen sich meist mit normalen Haushaltsgegenständen sehr gut umsetzen. Wir haben direkt mal ausprobiert, wie man selber Nebel herstellen kann und wie gut ein gefaltetes Blatt Papier Dinge tragen kann. Die Experimente funktionierten einwandfrei und lösen bei den Kindern großes Staunen aus.

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Im Heft selbst gibt es keine Werbung. Es werden allerdings ein paar empfehlenswerte Medien (Bücher, CDs, Spiele etc.) vorgestellt.

Insgesamt kann mich GEOmini überzeugen, auch wenn die eigentliche Zielgruppe dieses Heftes Kinder sind, die bereits etwas lesen können. Aber auch kleinere Kinder haben an den meisten Seiten Spaß. Sie brauchen dann eben noch ein wenig die Unterstützung Erwachsener.

Wer Spaß an dem Heft gefunden hat, muss auch als älteres Kind nicht auf eine Zeitschrift dieser Art verzichten, denn für Kinder ab etwas 8 Jahren gibt es die Zeitschrift GEOlino. GEOlino setzt noch mehr auf Wissensvermittlung, ebenfalls zu Themen aller Art), hält aber daneben auch Bastelanregungen und Rätsel bereit.

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GEOmini, erscheint monatlich, 3,40€ pro Heft

Hausbücher für die ganze Familie mit Reimen, Liedern und Gedichten

Welche Art von Büchern mögt ihr gerne? Ich glaube, ich habe schon mal geschrieben, dass ich mir sehr gerne Kinderatlanten anschaue, aber es gibt noch eine andere Kinderbuchgattung, die mich beinahe magisch anzieht: Ich liebe Kinderliederbücher und Bücher mit Reimen und Gedichten. Ein paar dieser Bücher möchte ich euch heute vorstellen, denn ich finde, man braucht mindestens eins dieser Bücher. Es sind Bücher für die ganze Familie, Bücher, die man immer wieder hervornehmen kann, in denen man ein wenig herumblättert, mal dies und mal das liest und sich alte Reime, die man schon als Kind kannte, in Erinnerung ruft. Allerdings habe ich auch festgestellt, dass man mit Altersangaben oder den Begriffen „für die ganze Familie“ oder „für jedes Alter“ ein bisschen vorsichtig sein muss. Nicht immer ist so ein Buch für jedes Alter geeignet, auch wenn selbst die Kleinsten grundsätzlich schon Spaß an Reimen haben.

Das Buch „Muss man Miezen siezen?“ würde ich zum Beispiel trotz des Hinweises „Für jedes Alter“ eher für Familien mit Kindern ab dem Vorschulalter empfehlen. In dem Buch wird nicht nur lustig gereimt, sondern auch viel mit der Sprache, mit Sprichwörtern und mit Buchstaben gespielt. Vieles ist für die ganz Kleinen noch nicht nachvollziehbar und so fand Bücherwürmchen das Buch auch eher langweilig und er hatte keine Lust weiter dort drin zu lesen. Doch langweilig ist dieses Buch ganz gewiss nicht – zumindest nicht, wenn man das richtige Alter dafür hat. Hier geht es verrückt, lustig, verspielt und humorvoll zu. Es wird gereimt, gerätselt, das ABC wird von allen Seiten betrachtet und in verschiedenen Sprachspielen zum Einsatz gebracht, Sprichwörter werden neu gedeutet und man begegnet einigen außergewöhnlichen Katzen und anderen Tieren, wie z.B. nackten Nilpferddamen. Das Buch ist ein großer Spaß für alle, die gerne mit der Sprache spielen, Zungenbrecher sprechen und offen für jede Menge Quatsch sind. Übrigens findet man in diesem Buch zu jedem Buchstaben etwas. Es beginnt mit A wie „Aufwachen“ und endet mit Z wie „Zahlen, bitte!“ Mitten drin gibt es dann u.a. einen lustigen Jahresrückblick einer Katze, „Orte mit seltsamen Namen“ und ein Schimpfwörter-ABC.

Passend zum Inhalt ist das Buch auch nicht ganz gradlinig gestaltet. Es werden verschiedene Schriftarten und Farben verwendet, der Text wird teilweise in eine besondere, zu dem Inhalt passenden, Form gebracht und natürlich gibt es auch farbige Illustrationen.

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Ein schön anzuguckendes Buch ist aber auch „Schnick Schnack Schabernack – Das Hausbuch der Reime und Lieder für die Allerkleinsten“. Es ist allerdings insgesamt etwas ruhiger gestaltet, aber dennoch fröhlich und bunt. Mit dem Leinenrücken wirkt es hochwertig und so stellt man es sich gerne als richtiges Hausbuch ins Regal, denn dies ist wirklich ein Buch für die ganze Familie. Zwar heißt es im Titel, dass dies ein Buch für die „Allerkleinsten“ sei, allerdings gibt es hier auch genügend Reime, die Kinder noch bis in die Grundschulzeit begleiten werden. Für die ganz Kleinen findet man hier Fingerspiele, Kniereiter und Lieder wie z.B. die zehn kleinen Zappelmänner, „Hoppe, hoppe, Reiter“ oder „Häschen in der Grube“, aber auch unbekanntere Fingerspiele, bei denen im Stil von „Dies ist der Daumen“ jeder Finger einzeln angesprochen wird. Für die Größeren sind dann die Abzählreime oder Gedichte interessant, in denen Zahlen oder das ABC vorkommen. Auch die längeren Erzählgedichte sind für Grundschulkinder gut geeignet. Vielleicht lernen sie ja auch Goethes Hexen-Einmaleins auswendig. Bücherwürmchen wollte ganz oft nacheinander das Gedicht „Der Herbst steht auf der Leiter“ hören, denn das kannte er bereits aus einem anderen Buch. Mittlerweile kann er es auch auswendig.

Hier findet man jedenfalls Reime zu allen Anlässen und Themen: Verse beim Essen, Verse zum Einschlafen, Geburtstagsreime, Reime zum Tagesablauf und vieles mehr – eine tolle Sammlung klassischer Reime und Lieder zusammengefasst in einem schönen Buch!

Übrigens gibt es passend zu dem Buch auch eine CD, die man sich gut auf Autofahrten anhören kann, so dass man die Reime dann auch tatsächlich auswendig kann.

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Auch vom Tulipan-Verlag gibt es ein Hausbuch mit Reimen: „Ein Hut, ein Stock, ein Regenschirm“. Ich muss sagen, allein der Titel spricht mich an, denn diesen Vers kenne ich natürlich auch noch. Wenn Bücherwürmchen auf dem Weg zum Kindergarten nicht so recht vorwärts kommt, wende ich ihn auch ab und zu gerne an.

In dem Buch „Ein Hut, ein Stock, ein Regenschirm“ wird ebenfalls mit Sprache gespielt und es werden viele Reime und Quatschgedichte von namhaften Autoren sowie von Generationen überlieferte Verse vorgestellt. Inhaltlich ist es jedoch dennoch recht einfach und so finden sich hier viele kurze Reime, die sich schon als Fingerspiele mit ganz kleinen Kindern eignen. An den längeren Gedichten haben Kinder ab 3/4 Jahren jede Menge Spaß. Hinzu kommt, dass das Buch natürlich auch bunt und humorvoll illustriert ist. Ich persönlich freue mich übrigens nicht nur über das Titelgedicht, sondern auch über den Berliner Spruch: „Ich sitze da und esse Klops, uff eemol kloppts…“ Den hat meine Mutter früher nämlich oft zitiert. 😉 Und der Spruch „Ein Häuschen aus Zucker, von Zimt eine Tür, einen Riegel von Bratwurst, das wünsche ich dir“ steht in einem meiner Poesiealben. Darin steht übrigens auch das Gedicht von Christian Morgenstern „Das ästhetische Wiesel“. Damit hat sich meine damalige Deutschlehrerin in meinem Poesiealbum verewigt und ihr könnt das Gedicht nun in diesem schönen Sammelband nachlesen. Ob ihr die Gelegenheit habt, es in ein Poesiealbum einzutragen, weiß ich allerdings nicht, denn mittlerweile werden diese ja kaum noch herumgereicht… Oh, und dann habe ich auch noch das Gedicht „Die drei Spatzen“ von Christian Morgenstern entdeckt. Das stand in einem Buch, welches wir uns damals zur Weihnachtszeit aus der Bücherei ausgeliehen haben. Und gerade in den letzten Tagen habe ich es nun auch mit meinem Sohn mehrfach gelesen.

Ihr merkt schon, mit diesem Buch werden viele Erinnerungen geweckt. Es ist also genau das richtige für mich. Für euch auch? Ich kann es jedenfalls nur empfehlen.

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Muss man Miezen siezen? von Gerda Anger-Schmidt und Renate Habinger, Nilpferd in Residenz, 978-3701720095, 18,90 €

Schnick Schnack Schabernack – Das Hausbuch der Reime und Lieder für die Allerkleinsten von Renate Raecke; Monika Blume und Gerda Raidt, Gerstenberg, ISBN: 978-3836951982, 22 €

Ein Hut, ein Stock, ein Regenschirm – Schüttelreime, Zungenbrecher, Quatschgedichte und mehr, herausgegeben von Mascha Schwarz, Bilder von Eva Muggenthaler, Tulipan, ISBN: 978-3-86429-116-6, 24,95 €

Spannendes, witziges und kurioses Wissen über andere Länder – verpackt in einem tollen Bilderbuch!

Kennt ihr das auch, dass man von manchen Büchern nie genug bekommen kann? Wenn es in einem Buch um ein bestimmtes Thema geht, dann wird man direkt magisch von diesem Buch angezogen. Irgendwie geht es mir bei Kinderatlanten und Büchern über Länder immer so. Ich weiß gar nicht genau, warum, aber irgendwie mag ich solche Bücher gerne und finde sie sehr interessant. Nun habe ich wieder so ein Buch und bin natürlich ganz begeistert davon: „Ich kenn ein Land, das du nicht kennst…“. Das ist meiner Meinung nach wirklich ein äußerst empfehlenswertes Buch um ein paar andere Länder kennen zu lernen und vor allem macht es durch seinen Aufbau sehr neugierig auf die einzelnen Länder. Zunächst beginnt es auf einer Doppelseite immer gleich mit „Ich kenn ein Land, das du nicht kennst“. Dieser Satz wird dann noch durch eine Absurdität oder einer ausgefallenen Besonderheit ergänzt, bevor man dann die Auflösung auf der nächsten Seite erfährt. Und da wird jedes Kind interessiert die Seite umblättern, denn wer möchte nicht wissen, in welchem Land man aus „Elefantenkacke“ Briefpapier macht oder in welchem Land man Milch am Stück kaufen kann. Dieser Aufmacher ist wirklich genial gemacht. Die Kinder werden auf das Land neugierig gemacht, sie erfahren direkt etwas spannendes, was sie sich somit auch schnell merken können und erfahren anschließend noch ein paar weitere Dinge über das jeweilige Land.

Auch mit kleinen Kindern kann man sich dieses Buch schon sehr gut angucken. Natürlich kann man dann nicht die ganzen Texte über die Länder lesen, aber das Frage- und Antworte-Spielchen mit „Ich kenn ein Land […] und dieses Land heißt“ macht auch Drei- oder Vierjährigen schon Spaß. Bücherwürmchen denkt sich jedenfalls nun schon selber solche Sätze aus, wobei hinter seinen eigenen Sätzen im Gegensatz zu dem Buch keine wahren Aussagen stecken. Außerdem läuft es bei ihm immer entweder auf Griechenland, England oder Spanien hinaus…

An dem Buch „Ich kenn ein Land, das du nicht kennst“ gefällt mir darüber hinaus, dass es zu den vorgestellten Ländern nur ein paar wenige, aber dafür interessante und gut ausgeführte Informationen gibt. Die Kinder werden also nicht mit Daten und Fakten überhäuft, mit denen sie dann meist doch nur wenig anfangen können, sondern sie erfahren spannende und neue Dinge.

Die Bilder passen zu dem Text. Sie verbildlichen die gegebenen Informationen auf humorvolle Art und Weise. Realistische und naturgetreue Bilder sucht man hier vergeblich. Das Ganze könnte man natürlich kritisch sehen: Können Kinder auf diese Weise überhaupt vernünftig etwas über andere Länder lernen oder bekommen sie ein völlig falsches Bild von ihnen vermittelt? Ja, diese Frage kann sich einem sicherlich stellen, aber ich sehe dieses Buch von vorne bis hinten positiv – gerade weil es mal anders ist, als andere Sachbücher und weil es eben nicht nüchtern Wissen weitergibt. Kinder werden Spaß an diesem Buch haben, die gegebenen Informationen werden sie weiterhin neugierig auf die Länder sein lassen und durch diese positive Kombination aus Spaß und Neugierde werden sie sicherlich auch viel aus diesem Buch mitnehmen können. Und wenn nicht, ist das auch nicht weiter schlimm, dann haben sie aber zumindest ein paar schöne und spaßige Lesestunden gehabt. Allein das ist ein guter Existenzgrund für ein Buch!

Übrigens eignet sich das Buch auch sehr gut dazu um selbst, z.B. auch in der Grundschule, aktiv zu werden. Jeder sucht sich etwas spannendes zu einem Land heraus, formuliert einen „Ich kenn ein Land, das du nicht kennst…“-Satz und malt ein passendes Bild dazu und am Ende stellt man daraus sein ganz eigenes Buch mit erstaunlichem Länderwissen zusammen.

Welche spannenden „Ich kenn ein Land, das du nicht kennst…“-Sätze fallen euch ein?

Im Übrigen hat mich dieses Buch mal wieder darauf aufmerksam gemacht, dass es viele Dinge gibt, die für uns selbstverständlich sind, die Kinder aber nicht geläufig sind. In solchen Fällen ist es wahnsinnig spannend, wie Kinder versuchen dem, was sie gehört haben, einen Sinn zu geben… Über China heißt es in dem Buch: „Ich kenn ein Land, das du nicht kennst, da pinkeln Pandabären im Handstand“. Nachdem wir das Buch gelesen hatten, fragte ich Bücherwürmchen, ob er noch wisse, wie die Pandas in China Pipi machen.

Bücherwürmchens Antwort: „Im Markt“.

Häh? Was war denn das für eine komische Antwort? Hm, ich überging sie einfach mal und fragte noch einmal nach.

Nun war Bücherwürmchen verwirrt, da er merkte, dass ich irgendwie mit seiner Antwort nicht zufrieden war, und so wollte er wissen: „In welchem Geschäft denn?“

Ah, jetzt hatte ich seinen Gedankengang verstanden. Bücherwürmchen kannte das Wort „Handstand“ nicht und hat das Wort „Stand“ mit „Marktstand“ assoziiert…

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Ich kenn ein Land, das du nicht kennst von Martina Badstuber, Tulipan, ISBN: 978-3864292156, 16,95 €

Schöne Bücher, die auch mal im Regal bleiben dürfen

Es gibt ganz tolle Bilderbücher, die man sich jedoch nicht zu oft anschauen darf. Ein Widerspruch? Ja, eigentlich schon, in diesem Fall jedoch nicht, denn ansonsten hat man leider nicht all zu lange etwas von ihnen. Ich spreche von Büchern, in denen man etwas suchen muss. Keine klassischen Wimmelbücher, sondern Bücher, in denen man unter vielen ähnlichen Figuren Tiere mit einer bestimmten Eigenschaft finden soll. Wenn man dies zu oft tut, dann gelingt einem dies zu spielend.

Wir besitzen drei Bücher dieser Art: „Wer versteckt sich?“, „Wer ist dick und wer ist dünn?“ und „Wer sitzt oben und wer sitzt unten?

 

Wer versteckt sich?

Auf jeder Doppelseite sind die gleichen 18 Tiere abgebildet, doch manchmal verstecken sich welche, manchmal weint eines, mal ist jemand wütend oder einzelne Tiere zeigen dem Leser ihr Hinterteil. Der Leser soll nun genau hinschauen, um beantworten zu können, wer aus der Reihe tanzt. Beim ersten Schauen ist das teilweise gar nicht so einfach, doch anschließend hat man die Antworten schnell heraus. Trotzdem guckt sich mein Sohn dieses Buch hin und wieder gerne an. Er stellt sich dann selbst die Fragen und antwortet auch ganz gewissenhaft. Und die Seite im Dunkeln, auf der man nur die Augen der Tiere sieht, können wir immer noch nicht ganz korrekt beantworten. Wir müssen uns dieses Buch also doch noch einige Male anschauen, was aber auch Spaß macht, da die einfach gezeichneten Tiere irgendwie knuffig sind.

Es ist witzig, wie man ein ganzes Buch im Grunde mit denselben Bildern, die nur durch Kleinigkeiten verändert werden, gestalten kann. Ich finde diese Einfachheit so genial und faszinierend, dass ich dieses Buch allein deswegen mag.

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Wer ist dick und wer ist dünn? und Wer sitzt oben und wer sitzt unten?

Die Bücher sind beide von dem Autoren Guido van Genechten und auch nach dem selben Muster gestrickt. In dem einem Buch geht es um Gegensätze, im anderen um Präpositionen. Auf einer Doppelseite befinden sich immer viele Tiere einer Art, z.B. Eulen, und dann wird zunächst eine Frage wie „Wer schläft noch und wer ist schon wach?“ oder „Welche Schnecke krabbelt hinter der Mauer?“ gestellt. Also eine Frage, die auf die Gegensätze bzw. Präpositionen aufmerksam macht. Anschließend gibt es noch eine spezielle Frage, die zu dem Bild passt, und jede Seite in beiden Büchern endet mit der Frage „Und wer geht zu einer Party?“ Am Ende der Bücher kann man dann auch alle Tiere mit ihrem jeweiligen Schmuck, der sie als Partygänger auszeichnet, feiern sehen. Auch bei diesen Büchern liegt es natürlich in der Natur der Sache, dass die Fragen mit der Zeit immer leichter zu beantworten sind, aber trotzdem machen die Bücher Spaß. Einige Fragen kann mein Sohn auf Anhieb beantworten, bei manchen weiß er auch nach mehrfachem Anschauen des Buches die Antwort nicht sicher und am liebsten sucht er sowieso das Tier, welches auf eine Party geht. Doch auch dafür muss man schon genau hinsehen. Lustig ist auch das Zebra, das einen Haufen macht. Anfangs dachte mein Sohn übrigens immer, dass die Zebras kaputt seien, denn die schwarzen und weißen Streifen wechseln sich ab ohne am Rand begrenzt zu sein.

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Die Fragen sind nicht alle auf dem gleichen Niveau, aber das ist auch ganz gut so. So kann man die schwierigeren Fragen zu Beginn überspringen und hat dann später noch mal etwas, was das Suchen auch nach einiger Zeit noch spannend macht.

Die Bücher regen zum Fragen und Begründen an. Wenn mein Sohn auf ein falsches Tier zeigt, dann frage ich schon mal nach, warum er das denn meint. Manchmal ist die Antwort dann auch gar nicht so falsch oder er kommt durch die Frage selbst darauf, dass er noch mal genauer hinsehen muss.

Auch wenn Kinder hier viel lernen können, bleibt alles spielerisch. Besonders durch die abschließende Partyfrage wird alles wieder aufgelockert. Und das ist auch gut so. Auch die jeweils zweite Frage auf der Seite hilft dabei, dass das Ganze nicht zu einem Lernbuch wird. Hier muss man einfach genau hinschauen, welches Krokodil keine Zähne hat oder welches Schwein Schokolade nascht. Dabei wundert sich mein sohn dann wie das Krokodil seine Zähne verlor und dass es ja jetzt nicht mehr beißen kann und er freut sich über das verschmierte Schweinemäulchen.

Ich bereue es jedenfalls nicht, dass wir diese Bücher gekauft haben. Man muss es nur aushalten können, dass manche Bücher auch mal für längere Zeit im Regal bleiben müssen.

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Wer versteckt sich? von Satoru Onishi, Moritz Verlag, ISBN: 978-3895652202, 12,95€

Wer ist dick und wer ist dünn? von Guido van Genechten, ars Edition, ISBN: 978-3845801872, 7,99€

Wer sitzt oben und wer sitzt unten? von Guido van Genechten, arsEdition, ISBN: 978-3845801865, 7,99€