Pixibücher für Jungen und Mädchen

Bald geht es los mit der Pixibuch-Challenge. Ich bin schon sehr gespannt, welche Pixis die TeilnehmerInnen alle so lesen werden. Natürlich werde auch ich dieses Jahr dazu nutzen, um euch ein paar Pixibücher vorzustellen und beginnen möchte ich heute mit zwei Pixibüchern von dem Autor Rüdiger Paulsen, den ihr im Übrigen in den nächsten Tagen noch in einem sehr interessanten Interview kennen lernen dürft.

Die Themen der beiden Pixibücher „Billy Schwarzbart“ und „Freche Frieda Hütchenblau“ stehen beinahe exemplarisch für die Pixibücher überhaupt. Das eine wendet sich mit einer Piratengeschichte in erster Linie an Jungen, das andere wird mit einer Hauptperson in rosa Kleidung wohl hauptsächlich Mädchen interessieren.

Billy Schwarzbart

Bücherwürmchen mag „Billy Schwarzbart“. Es ist eine Piratengeschichte ganz nach seinem Geschmack. Billy Schwarzbart soll geschnappt werden, aber das gelingt niemandem. Im Gegenteil, Billy Schwarzbart lässt das Rauben nicht. Auch vor dem Schiff mit der Ladung vom Zoo in Duisburg-Nord macht er nicht halt, dann werden eben die Tiere geraubt. Und diese sind darüber sogar richtig froh, denn auf einer Pirateninsel lebt es sich doch deutlich besser als in den Gehegen eines Zoos.

Billy Schwarzbart“ ist eine runde Geschichte. Wir lernen den Piraten Billy Schwarzbart genau kennen und dürfen ihn bei dem Überfall auf das Schiff vom Zoo in Duisburg-Nord begleiten. Der Text ist gereimt. Am Anfang gefällt mir der Rhythmus sehr gut, am Ende gibt es dann aber doch ein paar Stellen über die man beim Lesen ein wenig stolpert und die nicht so ganz passen. Aber da Bücherwürmchen das Büchlein immer wieder vorgelesen haben wollte, kam man so nach und nach immer besser mit diesen einzelnen Stellen klar und konnte die Betonung irgendwann so setzen, dass dann doch alles wieder gut passte.

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Freche Frieda Hütchenblau

Freche Frieda Hütchenblau“ ist ein munterer Text über ein aufgewecktes, neugieriges Mädchen, das viele Fragen hat. Es ist an sich kein Prinzessinnen- oder Mädchenbuch, aber da die aufgeweckte Friea Hütchenblau scheinbar rosa gerne mag, sagen Jungen beim Anblick des Buches wohl schnell „Ihh, Mädchenfarbe!“ Da hilft kein elterliches Zureden, dass es keine Mädchen- und Jungenfarben gibt. Für Jungs im Kindergartenalter ist ganz klar, dass rosa und pinke Sachen nur mit der Kneifzange angefasst werden. Schade eigentlich, denn an dem frischen Text hätten sie sicherlich auch viel Spaß. Es ist wieder ein gereimter Text, der überwiegend überzeugen kann und im flotten Tempo daher kommt. Sicherlich ist Frieda durch ihre Neugier auch anstrengend, aber letztendlich ist einem dieses lebenslustige und wissbegierige Mädchen sofort sympathisch. In dem Buch wird allerdings keine Geschichte im eigentlichen Sinne erzählt, sondern es stellt uns Frieda vor. Nun könnte man meinen, dass es schade ist, dass hier eine richtige Geschichte fehlt, dem ist in diesem Fall aber nicht so. Durch die Reime und die frische Art des Buches macht es einfach Spaß den Text zu lesen und sich vorzustellen, wie Frieda in der Bäckerei und anderswo ihre lustigen Fragen stellt.

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Billy Schwarzbart“ (von Rüdiger Paulsen, illustriert von Vitali Konstantinov) gehört zur Pixi-Serie 229 „Große Abenteuer für kleine Kerle“ und „Freche Frieda Hütchenblau“ (von Rüdiger Paulsen, illustriert von Angela Glökler) ist Teil der Serie 241 „Pixis starke Prinzessinnen“. Über den Kinderbuchversand Gokid hat  man die Möglichkeit Einzelexemplare zu erwerben.

10 Jahre Käpt’n Sharky

Nachdem ich neulich Kinderbuchhelden aus dem Carlsen Verlag vorgestellt habe, geht es nun mit einem anderen Kinderbuchheld weiter: Käpt’n Sharky aus dem Coppenrath Verlag.

Seit 10 Jahren macht Käpt’n Sharky die Kinderzimmer unsicher. Zunächst wollte ich schreiben, dass es Käpt’n Sharky mittlerweile schon 10 Jahre gibt, aber dann habe ich mich gewundert, dass es erst 10 Jahre sind, denn gefühlt gibt es Käpt’n Sharky bereits mein ganzes Erwachsenenleben. Käpt’n Sharky fällt eben auf, denn es gibt die verschiedensten Sachen mit Käpt’n Sharky-Motiv – vom Bleistift bis zum Fahrrad. Und genau dieser Hype und diese Omnipräsenz hat mich gestört, so dass ich mit den Büchern, die ich erst im zweiten Schritt kennengelernt habe, nicht gerade positiv genährt habe. Damit tut man dem Buch allerdings Unrecht. Dies konnten wir nun auch noch mal mit dem Buch feststellen, welches zum 10-jährigen Jubiläum erschienen ist: „Käpt’n Sharkys wildeste Piratenabenteuer“. Hier kann man zu Bücherwürmchens Freude direkt noch mal drei bekannte Geschichten von Käpt’n Sharky lesen (Käpt’n Sharky und das Geheimnis der Schatzinsel, Käpt’n Sharky und das Seeungeheuer und Käpt’n Sharky – Abenteuer in der Felsenhöhle). Natürlich wurde seine Freude von der beiliegenden Augenklappe noch zusätzlich gesteigert. Ja, das ist so ein Artikel, dem ich kritisch gegenüberstehe, aber Kinder freuen sich darüber. Und so eine Augenklappe kann man selbstverständlich für die nachgespielten Piratenabenteuer sehr gut gebrauchen. Pirat wird hier zwar nicht ganz so gerne gespielt wie Ritter, aber das Buch muss ich dennoch rauf und runter lesen. Bücherwürmchen gesteht mir dann immer ganz großzügig die Wahl der Geschichte zu, um mich dafür  entschädigen, dass wir schon wieder dasselbe Buch lesen. Aber das ist schon okay, denn eigentlich finde ich den kleinen Piraten Käpt’n Sharky mittlerweile ganz sympathisch.

Ja, er ist ein Pirat mit Piratenschiff und kleinster Mannschaft (Ratte, Papagei Coco und später Michi, Schildkröte Isi und Affe Fips). Und natürlich erlebt er Abenteuer und muss sich mit anderen Piraten, Seeungeheuern und den Soldaten des Admirals, die Piraten auf die Gefängnisinsel bringen möchten, auseinandersetzen. Aber eigentlich ist Käpt’n Sharky ganz harmlos und vor allen Dingen sehr hilfsbereit.

In der Geschichte „Das Geheimnis der Schatzinsel“ lernt er Michi, seinen neuen Freund und von da an Teil der Besatzung, kennen. Naja, kennenlernen ist vielleicht etwas zu positiv ausgedrückt. Eigentlich entert Käpt’n Sharky Michis Schiff, fesselt Michi mit seinem Gürtel und nimmt ihn auf dem eigenen Schiff mit. Wie ein wirklicher Überfall fühlt sich das Ganze dennoch nicht an. Dafür ist Käpt’n Sharky zu freundlich und Michi fürchtet sich auch keinen Augenblick lang, sondern freut sich viel mehr endlich mal ein Abenteuer zu erleben. Klar, dass er sich freut, dass Käpt’n Sharky ihn nach dem ersten gemeinsamen Abenteuer, bei dem sie auf der Such nach einem Schatz sind, wieder mitnehmen möchte. Außerdem gibt es ja noch jemanden auf dem Boot, der auf Michi wartet: Isi, das Schildkrötenbaby, welches aus dem Ei geschlüpft ist, das Michi sich auf der Schildkröteninsel in die Tasche gesteckt hat. In dieser Geschichte kommt der Affe Fips noch nicht vor, aber ansonsten haben wir hier bereits die Besatzung von Käpt’n Sharky kennengelernt, mit der noch einige Abenteuer bestanden werden.

Bei einer Fahrt auf dem Meer begegnet ihnen das Seeungeheuer Sepio, welches ihnen zunächst einen großen Schrecken einjagt, sich später dann aber als guter und hilfreicher Freund erweist. Es hilft ihnen beim Überfall vom alten Bill und in der Geschichte „Abenteuer in der Felsenhöhle“ zeigt sich, dass Sepio sich im Meer gut auskennt. So findet er das Schiff von Lis Vater. Li wurde von den Rotröcken, den Soldaten des Admirals, festgenommen und befürchtete seinen Vater nie wieder zu sehen.

Ja, bei Käpt’n Sharky geht es immer wieder um Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt, verpackt in spannende Abenteuer – perfekt also für kleine Jungs! Und ich muss zugeben, dass mir diese Kombination auch gut gefällt. Die Bilder sind großflächig und mit kräftigen Farben gemalt. Es sind keine besonderen Bilder oder Bilder mit einem speziellen künstlerischen Anspruch, aber es sind Bilder auf denen man einiges entdecken kann. Sie stecken voller Leben und Action, wobei die Bilder, selbst wenn es um Kämpfe geht, nicht bedrohlich wirken, so dass Kindergartenkinder sie sich gerne anschauen.

Bücherwürmchens Kommentar, als er mitbekam, dass ich gerade über Käpt’n Sharky schreibe: „Ich finde das auf jeden Fall schön!“

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Käpt’n Sharkys wildeste Piratenabenteuer von Jutta Langreuter und Silvio Neuendorf, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3649669630, 14,95€

Krötig! Die Olchis bei den Piraten! – Mit olchigem Gewinnspiel!

Nun wo Bücherwürmchen ein Vorschulkind ist, sind die Olchis bei uns so richtig angekommen. Beim Käsefuß, die Stinkerlinge haben es uns so richtig angetan. Und besonders krötig findet Bücherwürmchen es natürlich, wenn er dann hier zu Hause noch mit Olchi-Augenklappe sowie passendem Säbel und Fernrohr herum rennen kann. Zum Glück hat er noch nie probiert in Blech zu beißen und Fischgräten aus dem Müll zu holen, aber dafür schmückt er sich gerne mit einem olchigen Zungentattoo. Die Merchandise-Artikel sind wohl etwas für jeden Olchi-Fan, aber besonders gut passen sie zu dem neuen Olchi-Band „Die Olchis – Gefangen auf der Pirateninsel“, der bei uns mit großer Spannung gelesen wurde.

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Bücherwürmchen hatte viel Spaß an den Eigenheiten und Ausrufen der Olchis, aber für die aufregende Geschichte hat er sich ab und zu sicherheitshalber gerne ein Kissen zum Verstecken auf den Schoß genommen. Wenn die Olchis von Piraten entführt werden, dann gibt es natürlich zwangsläufig einige gruselige Momente, aber die Olchis, wissen sich natürlich letztendlich immer zu helfen. Zum einen können sie sich mit Stinkerspray wehren und zum anderen treffen sie auf der Insel, auf der sie nach ihrer Flucht vom Piratenboot landen, einen merkwürdigen grauen Olchi. Ob man Olchison Crusel wohl trauen kann? So ganz sicher sind sich die Olchis da nicht, doch nachdem der Drache, der nur auf Olchison Crusel hört, Olchi-Oma und Olchi-Opa nicht aus seiner Höhle entkommen lässt, bleibt den Olchi-Kindern keine andere Wahl als Olchison Crusel um Hilfe zu bitten. Gleichzeitig kommt aber auch Unterstützung aus Schmuddelfing: Olchi-Papa und Feuerstuhl eilen zur Rettung der Abenteurer, die eigentlich eine Kreuzfahrt – spendiert vom Bürgermeister – unternehmen wollten, dann aber unwissentlich auf einem Piratenschiff landeten… Es geht spannend zu in dem Buch „Gefangen auf der Pirateninsel“ und wir haben es dementsprechend in einem Rutsch durchgelesen. Übrigens gibt es zu dem Buch auch Fragen bei Antolin.de, welche Bücherwürmchen komplett beantworten konnte. Er ist dieser aufregenden Lektüre also sehr aufmerksam gefolgt, was zeigt, dass dieses Buch durchaus für mutige Olchi- und Piratenfans ab fünf Jahren zum Vorlesen geeignet ist.

Die Olchis – Gefangen auf der Pirateninsel von Erhard Dietl, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0440-4, 12,99€

Wagt ihr euch an dieses Abenteuer heran? Dann habt ihr nun die Chance auf diesem Blog ein kleines Olchi-Päckchen zu gewinnen, welches nicht nur das Buch „Gefangen auf der Pirateninsel“, sondern auch ein Olchi-Spiel („Wanken über Planken“) sowie ein Piraten-Guckrohr beinhaltet.

Der Gewinn:

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Was müsst ihr dafür tun? Ja, da habe ich mir zusammen mit Bücherwürmchen etwas ausgedacht: Wir wünschen uns olchige Bilder von euch! Malt uns ein Bild von den Olchis und schickt uns dieses per Mail an geschichtenwolke [at] web . de. Das Bild, welches Bücherwürmchen am besten gefällt, gewinnt! Wir berücksichtigen aber auch das Alter der Künstler, also nennt uns dieses bitte ebenfalls in der Mail.

Teilnahmebedingungen: Wohnsitz in Deutschland, Einsendung des Bildes durch einen Erziehungsberechtigten, der damit ausdrücklich der Teilnahme am Gewinnspiel zustimmt

Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr euch bereit, dass die Bilder auf dem Blog mit Angabe des Vornamens sowie des Alters veröffentlicht werden!

Teilnahmeschluss: 23.10.2016

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ich hafte nicht für auf dem Postweg verlorengegangene Artikel.

 

Ahoi, Piraten!

Kleine Kinder, die gerade erst die Bücherwelt kennen lernen, greifen besonders gerne zu Büchern, bei denen sie selbst ein wenig aktiv werden können, sei es beispielsweise durch Fühlelemente, einer Kugel, die sich drehen kann, oder Klappen, die sich öffnen lassen. Genauso beliebt sind aber auch Elemente, die sich ziehen oder schieben lassen und somit die eine oder andere Überraschung offenbaren. Solche Elemente gibt es auch in dem Pappbilderbuch „Hurra, ich bin Pirat“ für Kinder ab 18 Monate. In Reimen wird hier das Piratenleben vorgestellt: Anker einholen und segeln, Sturz ins Wasser und in den Ausguck klettern und natürlich Schätze finden. Die Reime sind an sich schon ganz nett zu lesen und die Bilder sind freundlich und ansprechend. Das Highlight sind aber natürlich die Schiebeelemente: Das Steuerrad lässt sich ein wenig drehen, der Anker kann aktiv hochgeschoben werden, man kann selbst die Piraten zu dem hungrigen Hai ins Wasser fallen und den Piraten aus dem Ausguck schauen lassen und richtig spannend wird es dann, wenn man die geheime Höhle gefunden hat und sie langsam nach oben hin öffnet und sich dann die Schätze vor einem ausbreiten. An solchen Dingen haben Kinder jede Menge Spaß. Bei kleinen Wildfängen muss man aber darauf achten, dass sie die Pappe nicht verbiegen. Eigentlich ist das Buch sehr stabil hergestellt, aber wenn dann Büchermäuschen begeistert an dem hervorstehenden Papageien zieht, weil es denkt, dass es ihn so abmachen kann, dann leidet es natürlich darunter. Noch ist Büchermäuschen ein wenig zu klein für dieses Buch. Es findet es zwar klasse, wenn der Pirat auf einmal oben auf dem Ausguck steht, aber bei ihm bleibt es dann nicht beim Angucken… Aber in ein, zwei Monaten sieht das Ganze vermutlich schon wieder anders aus. Den Papageien erkennt es aber schon, denn der große Bruder hat einen Papagei als Kuscheltier und so wird das Buch mit großer Freude auf der Suche nach dem Papagei auf jeder Seite durchblättert.

Mir gefällt das Buch insgesamt sehr gut. Alles passt gut zusammen und die Kinder haben Spaß am Schieben, allerdings finde ich, dass für Kinder im Alter von 18 Monaten andere Themen geeigneter sind als Piraten. Erst einmal sollte doch die eigene Umwelt entdeckt und erforscht werden…

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Hurra, ich bin Pirat! von Smriti Prasadam-Halls, illustriert von Sarah Ward, Lingen Verlag, ISBN: 978-3-945136-68-3, 7,95€

Tolle Abenteuer mit Cowboys und Piraten für Grundschüler

Heute möchte ich euch dann nun zwei Bücher vorstellen, die prima für Kinder im Grundschulalter und erstem Lesealter geeignet sind und die auch mir als Erwachsene wirklich gut gefallen (das Verkaufsargument ist hier nicht mehr so spürbar). Natürlich kann man beide Bücher aber kleineren Kindern auch schon sehr gut vorlesen. Zumindest Bücherwürmchen hatte sehr viel Spaß an „Cowboy Klaus und die wüste Wanda“ und an „Käpt’n Donnerpaule jagt die Limodiebe“.

Das Buch „Cowboy Klaus und die wüste Wanda“ gehört zur Reihe Tulipan ABC, die tolle Bücher für Leseanfänger herausbringt. Die Cowboy Klaus-Bücher passen hervorragend in diese Reihe. Die Geschichten machen richtig viel Spaß, lassen sich aber schon gut selber lesen. Die Schrift ist leicht lesbar und die Sätze sind recht kurz und überschaubar. Die einzelnen Wörter sind nicht alle sooo einfach zu lesen für Kinder, so dass es eher ein Buch für Kinder ist, die nicht mehr allzu viel Mühe mit jedem einzelnen Wort haben. Aber allen, die ihre ersten Lesefähigkeiten ein wenig weiter ausbauen möchten, sei Cowboy Klaus ans Herz gelegt. Es sind wahnsinnig schräge Cowboy-Geschichten, bei denen alles ein wenig anders ist als man es vielleicht sonst von Cowboys gewöhnt ist, wobei Cowboy Klaus natürlich nichts lieber sein möchte als ein richtiger Cowboy. Und dazu braucht er ein Pony. Er hofft beim Pferdehändler Hänk Hafersack, bei dem sich im Übrigen die gesprochenen Sätze reimen, fündig zu werden, doch Cowboy Klaus ist eben ein besonderer Cowboy und so passt es auch prima, dass er am Ende statt mit einem Pony den Stall des Pferdehändlers mit einem Kamel verlässt… Passend zur Geschichte finden sich in dem Buch auf jeder Seite große, farbige Illustrationen, die die Komik und den Humor des Buches unterstreichen. Ich finde, jedes Schulkind, welches Spaß an Cowboy- und Abenteuergeschichten hat, sollte die Cowboy Klaus-Bücher mal in der Hand gehabt haben. Nicht alle Episoden eignen sich gleichermaßen auch schon für kleinere Kinder, aber gerade die Erzählung mit dem Kamel ist auch schon für Kindergartenkinder recht gut verständlich.

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Cowboy Klaus und die wüste Wanda von Eva Muszynski und Karsten Teich, Tulipan Verlag, ISBN: 978-3-86429-233-0, 8,95€

 

Das Buch „Käpt’n Donnerpaule jagt die Limodiebe“ richtet sich an etwas ältere Grundschulkinder, so dass auch nicht mehr alle Seiten von Illustrationen (in schwarz-weiß) geziert werden. Aber auch dieses Buch beinhaltet ein großes Lesevergnügen. Es kommt nicht ganz so komisch daher wie die Cowboy-Klaus-Bücher, aber auch hier ist einiges anders als auf einem gewöhnlichen Piratenschiff. Der Kapitän ist eine Robbe und seine Matrosin ist die Möwe Antonia. Gemeinsam sind sie auf der Polly unterwegs um herauszufinden, was mit dem Limoschiff passiert ist. Für Käpt’n Donnerpaule ist es nämlich ganz furchtbar, dass es keine Limo mehr zu kaufen gibt, denn nichts trinken Piratenrobben lieber als Zitronenlimo. Da muss man also auch mal ein kleines Abenteuer wagen und den Limodieben hinterherjagen. Hilfe erhalten sie ausgerechnet von den Heringen, die eigentlich auch auf der Speisekarte von Käpt’n Donnerpaule stehen. Aber in einer solchen Situation muss man offen für neues sein und so stellt der Käpt’n fest, dass so eine gemischte Fischplatte auch nicht schlecht ist. Gemeinsam mit alten und neuen Freunden gelingt es Käpt’n Donnerpaule und Antonia schließlich die Limo zurückzuerobern und ihrem eigentlichen Eigentümer zurück zu bringen.

Das Buch lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Es ist locker geschrieben und die Geschichte, in die man sich direkt hinein findet, geht flott voran. Mir gefällt, dass hier eine etwas andere Piratengeschichte (ohne Gewalt etc.) erzählt wird, die aber dennoch spannend ist und insbesondere durch die außergewöhnliche Besatzung viel Spaß macht. Auch die Namen der Figuren sind humorvoll gewählt. Bücherwürmchen hatte sehr viel Spaß an diesem Buch. Ich musste es ihm in einem Rutsch vorlesen und da er momentan immer Bücher von gleichen Autoren oder Verlagen identifiziert, mussten wir anschließend auch noch die Bücher von dem kleinen Ritter Apfelmus lesen (ebenfalls empfehlenswerte Lektüren für Grundschulkinder). Übrigens lässt sich das Buch auch im Schulunterricht gut einsetzen. Ein entsprechendes Schülerheft ist ebenfalls lieferbar. Und bei wem Käpt’n Donnerpaule nicht auf dem Stundenplan steht, dem empfehle ich es als tolle Lektüre für den Nachmittag oder als gemütliche Lesestunden abends im Bett.

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Käpt’n Donnerpaule jagt die Limodiebe von Stefan Schwinn, Edition Zweihorn, ISBN: 978-3-943199-10-9, 5,95€

Zur Vorstellung von Bilderbüchern mit echten Abenteuern geht es hier.

 

Abenteuer im Bilderbuch – Darüber freuen sich viele Jungs

Es gibt ein paar Themen, bei denen viele kleine Jungs gerne zu Büchern greifen, und zu denen ich euch heute ein paar Bücher für Kindergartenkinder (3-6 Jahre) vorstellen möchte. Immer wenn es um Abenteuer von Rittern, Piraten, Indianern und Cowboys geht fiebern sie gerne mit. Ja, ich weiß, es gibt auch andere Jungs und auch das eine oder andere Mädchen stürzt sich natürlich gerne in solche Abenteuer, aber mein Sohn entspricht in diesem Fall jedenfalls den Klischees . Insbesondere Ritter und Piraten kommen bei ihm sehr gut an, wobei er tatsächlich meist sogar die Sachbücher, um die es heute aber nicht gehen soll, den Geschichten vorzieht.

Die Verlage haben natürlich auch das Potential dieser Themen erkannt. Häufig gibt es ganze Buchreihen zu verschiedenen Figuren, zu denen es darüber hinaus weitere Produkte gibt. Man denke z.B. an Käpt’n Sharky. Eine weitere Figur, ebenfalls aus dem Coppenrath Verlag, die ähnlich vermarktet wird, ist der Ritter Vincelot. Ich weiß nicht so recht, was ich von diesen Büchern halten soll, aber fest steht auf jeden Fall, dass sie bei den Kindern sehr gut ankommen, und ich gebe zu, dass auch wir einige Merchandise-Produkte dazu besitzen. Bücherwürmchen hat eine Käpt’n Sharky-Augenklappe, im Adventskalender befanden sich dieses Jahr Vincelot-Schablonen zum Malen und seit letztem Jahr hängt ein Handtuch von Vincelot bei uns im Badezimmer. Und irgendwie sind die Figuren ja auch ganz nett und wirken vor allem sehr freundlich. Vielleicht kommen sie deshalb so gut bei Kindern und Eltern an. Kinder dürfen etwas von wilden Abenteuern lesen und die Erwachsenen sind froh, dass alles eigentlich sehr menschlich und ohne große Kämpfe abgeht.

Von Vincelot haben wir aktuell das Buch „Vincelot und das geheime Burgverlies“. Allein das Cover spricht Kinder sofort an. Es glitztert und leuchtet und Vincelot, sein Schwert und ein Drache sind darauf zu sehen. Da schlagen doch kleine Jungenherzen direkt höher! Im Buch geht es dann ziemlich spannend zur Sache. Vincelot und Paula fallen durch eine Falltür in ein Burgverlies unter Burg Drachenfels, indem sie einigen Vermissten begegnen. Doch kaum sind sie in die Falle getappt, kommen auch bereits drei Riesen, die im Auftrag des bösen Zauberers Fürst Finster arbeiten, herbei. Leider haben sie nicht nur ihren Auftrag im Sinn, sondern auch großen Hunger… Den Freunden muss also die Flucht gelingen und nicht nur das, sie müssen auch den Zauberer Fürst Finster überlisten. Aber natürlich gehen diese Abenteuer am Ende immer gut aus, so dass die kleinen Zuhörer am Ende erleichtert ausatmen können. Die Geschichte, die viele Elemente aus Märchen und Sagen übernommen hat und somit auf bewährtes zurückgreift, bleibt jedoch noch eine Weile in den Köpfen der Kinder. Bücherwürmchen hat den einen oder anderen Ausdruck aus dem Buch übernommen…

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Vincelot und das geheime Burgverlies von Ellen Alpsten und Andrea Hebrock, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-61691-7, 12,95€

Eine weitere bekannte Figur in der Kinderwelt ist Yakari. Ich weiß, dass viele Kinder ihn aus dem Fernsehen kennen. Wir haben jedoch noch nichts von ihm gesehen, kennen aber natürlich trotzdem sein Aussehen. Der kleine Indianerjunge ziert immerhin viele Gegenstände und diese können durchaus auch im Besitz von einem sein, ohne dass man die dazugehörigen Geschichten kennt. Genauso kann man sich auch das (Papp-)Wimmelbuch von Yakari ohne jegliches Vorwissen anschauen. Es zeigt Bilder aus dem Indianderleben von Yakari und seinen Freunden. Dabei gibt es natürlich eine Menge zu entdecken, wobei alles sehr spielerisch ist und sich nicht gerade an der Realität orientiert. Auf der Rückseite des Buches gibt es ein paar Suchanregungen, ansonsten kann man aber auch selber auf Entdeckerjagd gehen. Yakari und seine Freunde sind stets munter unterwegs, während man einen Indianermann (Fettauge) müde schlafend sieht. Es gibt Indianer, die mit Pfeil und Bogen unterwegs sind, andere sitzen am Feuer, Frauen kümmern sich um Essen und Kleidung. Tipis, Kanus, ein Lagerfeuer, Bisons und viele andere Tiere und Dinge, die für Kinder zum Indianerleben dazugehören, lassen sich auf den Seiten finden. Besonders schnell entdecken Kinder ihre Lieblingsfiguren, denn Yakari, Kleiner Dachs und Regenbogen sind farblich hervorgehoben. Dieses Wimmelbuch eignet sich für alle, die Spaß am Entdecken, an Abenteuern und an Indianern haben und dabei gerne die Fantasie ein bisschen spielen lassen.

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Yakari Wimmelbuch, Illustrationen von Madlen Frey, Wimmelbuchverlag, ISBN: 978-3942491358, 9,95€

Um Indianer geht es übrigens auch in dem Buch „Cowboy Sam – Endlich Cowboy!“ Nein, ich verwechsel hier nichts. Auch wenn im Titel etwas von einem Cowboy steht, kommt hier ebenfalls ein Indianer bzw. ein Indianermädchen vor. Ja, hier bekommt man direkt ein Buch, indem zwei Kinderhelden mitspielen: Cowboys und Indianer. Sam hat sein eigenes Lasso bekommen, so dass man ihn mit gutem Recht nun als echten Cowboy bezeichnen kann. Nun muss er nur noch zeigen, dass er damit auch richtig umgehen kann. Anfangs lacht seine heimliche Freundin, das Indianermädchen Flo, noch über seine Versuche, doch als es darum geht, einen kleinen Waschbären zu retten, kann Sam sich beweisen. Hier erhält man eine richtig flotte Geschichte und zwar sowohl inhaltlich als auch sprachlich. Mir persönlich gehen die sprachlichen Vergleiche und Ausdrücke („Sam ist platt wie ein Biberschwanz“, „totaler Bison-Unsinn“ etc.) etwas auf die Nerven, aber bei Kindern kommt so etwas gut an. Sie sind sehr empfänglich für diese Art von Humor, so dass es wirklich ein Buch für Kinder ist, auch wenn Erwachsene eher das Gefühl haben, dass hier ein Buch mit guten Verkaufsargumenten produziert wurde. Die Bilder sind fröhlich und bunt und passen gut zu dem klassischen Thema Cowboys und Indianer. Insgesamt eine tolle Abenteuergeschichte für Jungs UND Mädchen, bei der es auch um Freundschaft geht.

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Cowboy Sam – Endlich Cowboy! von Antje Szillat und Ute Simon, Coppenrath Verlag, ISBN:978-3-649-62090-7, 12,95€

Ein großer Spaß für Kinder ist auch das Pappbilderbuch „ABC der wilden Piraten“. Hier wird keine richtige Geschichte erzählt, sondern viel Quatsch mit der Sprache gemacht, wobei letztendlich doch kleine Geschichten heraus kommen. Buchstabe für Buchstabe gibt es witzige Piratenabenteuer zu lesen. Acht Abenteurer angeln nach Aalen. Bertram und seine Bande brauchen ganz viel Bekömmliches mit „B“. Entern Egon und seine Jungs wohl erfolgreich den Einmaster? Während der Halbmond am Himmel hängt, liegen die Piraten in ihren Hängematten, mal mit, mal ohne Heimweh und es gibt sogar einen Piraten, den langen Lulatsch, der laut lachend ein Buch liest. Hier werden nicht nur einfach irgendwelche Wörter mit demselben Buchstaben aneinandergereiht, nein, hier ergeben sich dabei wirklich lustige Sätze und kleinere Erzählungen. Dazu gibt es fröhliche und lustige bunte Bilder, die so richtig schnodderig und piratenhaft herüber kommen.

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ABC der wilden Piraten von Günther Jakobs, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-17052-1, 12,99€

Morgen geht es dann mit zwei Büchern für etwas größere Kinder im Lesealter weiter. Wieder stehen „wilde Gesellen“, aber vor allem auch Humor, im Vordergrund…

 

 

 

 

 

Herzlichen Glückwunsch, Ali Mitgutsch!

Mittlerweile gibt es ja unzählige tolle Wimmelbücher, aber dennoch klingt bei dem Begriff „Wimmelbuch“ auch immer ein Name mit: Ali Mitgutsch. Kaum ein anderer Illustrator hat das Wimmelbuch so bekannt gemacht und vor allem so geprägt, ja, man kann ihn sogar als „Vater der Wimmelbücher“ bezeichnen. Ich glaube, die meisten haben bei seinem Namen direkt die Bilder aus seinen bekannten Büchern vor Augen, denn sein Stil ist sehr charakteristisch.

Heute wird Ali Mitgutsch 80 Jahre alt. Zeit also, um nicht nur herzlich zu gratulieren, sondern auch um noch einmal einen Blick auf seine Wimmelbücher, die ich bereits aus meiner eigenen Kindheit kenne, zu werfen. Was machen sie aus und können sie auch heute noch die Kinder begeistern?

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Die Bilddarstellung ist nicht realistisch, da die räumliche Perspektive fehlt. Manches wird aus der Vogelperspektive und anderes aus der Frontalansicht dargestellt. Die Figuren an sich sind im Prinzip vereinfacht gezeichnet, was aber durch die vielen Szenen, die in einem Bild gezeigt werden, dennoch stark wirkt und viel Ausdruck besitzt. Auf den Bildern ist viel zu sehen ohne dass sie überladen sind. Auffällig sind vor allem die vielen Bewegungen und Aktionen, die auf den Bildern stattfinden.

Häufig kommen Kinder gerade mit Wimmelbüchern schon früh in Kontakt. Sie können sich die Bilder anschauen und Dinge benennen, müssen aber noch keiner zusammenhängenden Geschichte folgen. Die Wimmelbücher von Ali Mitgutsch sind meines Erachtens allerdings eher für etwas ältere Kinder ab circa 4 Jahren geeignet. Klar, sie können sich die Bücher auch schon früher anschauen, aber vieles versteht man dann noch nicht so ganz, denn in den Büchern steckt viel Interaktion, die Figuren reagieren aufeinander und so mancher Witz wird auch erst klar, wenn man selbst schon die Welt ein wenig erkundet hat.

Bei den Büchern wird übrigens kein Platz verschenkt, denn schon außen begegnet einem das erste erzählende Bild, welches im Inneren auch nicht wiederholt wird. Oftmals finde ich, dass dieses Bild den Titel am besten widergibt und so ist es etwas schade, dass es auf dem Umschlag zwischen Titel und Vorder- und Rückseite ein wenig untergeht.

Natürlich merkt man den Büchern ihr Alter an. So sind die Preise noch in „DM“ angegeben (z.B. bei Eintrittspreisen beispielsweise bei der Geisterbahn) die Klamotten der Figuren sind nicht der neueste Schrei (wobei das bei dem Zeichenstil nicht allzu sehr ins Auge sticht), man trifft kaum auf Figuren aus anderen Kulturkreisen, Fotoapparate hängen groß vor den Bäuchen, während man natürlich nirgendwo ein Smartphone erblickt, die Kinder fahren statt Inline Skates Rollschuhe etc. Aber das macht nichts. Auch die heutigen Kinder können die Bücher ohne Hilfe verstehen. Denn in Ali Mitgutschs Büchern gibt es vor allem viele Kinder und alle Kinder spielen gerne. Daran hat sich nichts geändert, auch wenn man heute vielleicht nicht mehr ganz so viel draußen und fantasievoll spielt, wie es die Kinder in den Büchern tun. Ja, da kann man fast neidisch werden, wenn man sieht auf welch tollen Spielplätzen, die letztendlich häufig nur aus Bäumen, Wasser, Sand, Hügeln sowie einfachen Dingen wie Stöcke, Seile und Pappe bestehen, die Kinder Abenteuer erleben. Aber vielleicht können die Bücher ja sogar zu eigenen Spielen anregen…

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Gerade bei dem Buch „Mein großes Spielplatz-Wimmelbuch“ lacht doch das Kinderherz: Hier gibt es einen Märchenspielplatz, einen riesigen Sandspielplatz, eine grüne Wiese, Spielflugzeuge, -boote und andere Fahrzeuge, einen Ritterspielplatz, einen Abhang mit jeder Menge Spielmöglichkeiten und einen zugefrorenen See. Und überall wird gespielt, gespielt und gespielt. Kinder klettern auf Dinosauriern herum, aus Pappe entsteht eine kleine Stadt, während im Sand gleichzeitig eine Murmelbahn gebaut wird, ein altes Auto darf bunt angemalt werden, kleine Indianer, Piraten und Ritter liefern sich Gefechte, begeistert rutschen Kinder einen Abhang auf dem Hintern hinunter und am Rande des zugefrorenen Sees bauen Kinder tolle Eiskunstwerke. Da bekommt man direkt Lust darauf, selbst noch mal als Kind in die Welt der Spiele und Abenteuer einzutauchen.

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Aber auch bei den bekanntesten Wimmelbüchern von Ali Mitgutsch (u.a. „Auf dem Lande, „Hier in den Bergen“, „Rundherum in meiner Stadt“, „Komm mit ans Wasser“) gibt es überall spielende Kinder zu entdecken: durch den Park geht es auf Rollschuhen, im Freibad und am Strand ist immer jede Menge los, Kirmes und Rodelberg ziehen natürlich Kinder an und an Bächlein und Bergseen lässt es sich ebenso gut spielen wie auf dem Bauernhof. Typisch für die Bücher von Ali Mitgutsch sind aber auch die Missgeschicke des Lebens und Lausbubenverhalten. So gibt es immer jemanden zu sehen, der jemanden nass spritzt, der sich mit einem anderen Kind prügelt, der eine Schneeballschlacht veranstaltet, der irgendwohin pinkelt (sowohl Menschen als auch Tiere), der beim Rodeln, Ski fahren, Berg steigen oder Einkaufen auf die Nase fällt oder jemanden der auf einem Kuhfladen ausrutscht. Für mich sind diese Szenen ganz typisch Ali Mitgutsch! Aber genau durch diese Lebendigkeit machen die Bücher so viel Spaß und genau diese Szenen sind es, die erst von den Größeren voll und ganz wahrgenommen werden und sie zum Lachen bringen.

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Ich mag aber auch das Hochhaus in der Stadt, bei dem man in viele verschiedene Zimmer schauen kann und die Fähre, bei der man ebenfalls Einblicke in verschiedene Räume (angefangen bei den Treibstofftankes bis hin zur Toilette, Wäscherei und Kommandobrücke) bekommt. Es gibt einfach überall so viel zu entdecken und so regen der blinde Passagier und der seekranke Mitfahrer, der schon ganz grau im Gesicht ist, jedes Mal wieder zu Gesprächen an.

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In den Büchern „Auf dem Lande“ und „Komm mit ans Wasser“ gibt es auch Übersichtsseiten, auf denen verschiedene Geräte und Menschen in Bild und Wort vorgestellt werden, z.B. Fahrzeuge wie Mähdrescher und Ballenpresse oder Lebewesen im Meer (z.B. Krabbe, Seeaal, Steinbutt etc.). Aber auch hier geht es nicht langweilig zu und der Witz Ali Mitgutschs taucht überall auf: So macht der „freche Hund“ gerade einen Haufen, „der schnelle Willi“ entkommt der „Gülle“, die gerade aus dem „Vakuumfass“ gespritzt wird, die „besorgte Mutter“ findet es nicht so toll, dass ihre Kinder im „Frontlader“ sitzen und ein „alter Besen“ steht neben einem „neuen Besen“ – der Unterschied ist klar erkennbar.

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Bücherwürmchen hat an allen diesen Büchern zur Zeit viel Spaß, aber am allerliebsten guckt er sich „Mein Piraten-Wimmelbuch“ an, welches neben den Übersichtsseiten sogar auf den großen Bildern jeweils einen kurzen Text bereithält. In diesem Buch geht es schon ziemlich wimmelig und zudem recht wild zu. Beim Thema Piraten dürfen Waffen, Kämpfe etc. aber natürlich auch nicht fehlen. Gut gefällt mir, dass am Ende des Buches die Piraten verhaftet werden, so dass eben auch gezeigt wird, dass die Piraten, die für Kinder ja doch sehr faszinierend sind, nicht richtig handelten.

Gerade dieses Buch würde ich auf jeden Fall nicht mit all zu kleinen Kindern gucken. Selbst bei Bücherwürmchen fällt es mir nicht immer leicht alles zu erklären. Warum sind dort Affen angekettet, warum sind die Leute unten im Schiff gefesselt, warum fallen die ins Wasser, warum brennt das Schiff… Ein sehr spannendes und aufregendes Buch!

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Um zu meiner Frage zu Beginn zurück zu kommen: Ja, Ali Mitgutsch ist auch heute noch absolut empfehlenswert! Ganz tolle Wimmelbücher, bei denen es viel zu entdecken gibt, die Spaß machen und die voller Lebensfreude stecken! Außerdem sind sie sehr gut dazu geeignet, mit größeren Kindern noch einmal zu den Wimmelbüchern zurückzukehren.

Wir haben jedenfalls sehr viel Spaß an den Büchern und sagen: „Danke, Ali Mitgutsch für die Bücher und Ideen. Wir wünschen alles Gute zum Geburtstag und weiterhin viel Fantasie und Lebensfreude!

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Mein großes Spielplatz-Wimmelbuch von Ali Mitgutsch, Ravensburger Verlag, ISBN: 978-3-473-43436-7, 9,99€

Mein Wimmelbuch: Auf dem Lande von Ali Mitgutsch, Ravensburger Verlag, ISBN: 978-3-473-43491-6, 12,99€

Mein Wimmelbuch: Hier in den Bergen von Ali Mitgutsch, Ravensburger Verlag, ISBN: 978-3-473-43489-3, 12,99€

Mein Wimmelbuch: Rundherum in meiner Stadt von Ali Mitgutsch, Ravensburger Verlag, ISBN: 978-3-473-43488-6, 12,99€

Mein Wimmelbuch: Komm mit ans Wasser von Ali Mitgutsch, Ravensburger Verlag, ISBN: 978-3-473-43490-9, 12,99€

Mein Piraten-Wimmelbuch von Ali Mitgutsch, Ravensburger Verlag, ISBN: 978-3-473-32415-6, 9,95€

 

Kreative Beschäftigungen, wenn das Sommerwetter mal ausbleibt

Wenn man in den Urlaub fährt, sollte man für die Kinder auch immer ein paar Beschäftigungsmaterialien einpacken, denn es kann ja auch sein, dass man von Regentagen überrascht wird und in der Ferienwohnung oder im Hotel festsitzt… Im Prinzip reichen oft auch schon einige Blätter Papier, Schere, Kleber und bunte Stifte, doch manchmal freuen Kinder sich auch, wenn sie ein paar Anregungen von außen bekommen und sie nicht von ganz alleine kreativ werden müssen.

Gefühlt gibt es immer mehr Angebote für kleine Künstler auf dem Markt, ein paar davon haben wir frisch getestet, denn zwischendurch setzt sich Bücherwürmchen gerne mit mir zusammen an den Tisch um zu malen und zu basteln.

Der Tessloff-Verlag lässt einen direkt durch mehrere Produkte in eine Piraten-Welt eintauchen. Für Kinder in Bücherwürmchens Alter (ca. 4 Jahre) eignet sich das bunte Malbuch besonders gut. Man muss zwar teilweise recht kleine Flächen anmalen, da auf den Bildern nicht nur einzelne große Motive wie z.B. ein Pirat oder eine Insel zu sehen sind, sondern ganze Szenen (beispielsweise das Tauchen nach einem Schatz oder das Abladen der Schätze auf einer Insel) gezeigt werden. Dafür wurde den Kindern auf einzelnen Seiten bereits einen Teil der Arbeit abgenommen. Einiges ist schon eingefärbt, so dass nicht mehr ganz so viel angemalt werden muss. Das ist gerade für Kinder, die noch nicht so viel Ausdauer besitzen sehr motivierend.

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Die Bilder selbst sind fröhlich gestaltet und natürlich sind überall Pirat Piet und Kakadu Kalle zu entdecken. Gerade an Pirat Piet finden Kinder schnell Gefallen, denn er ist ein Kind, so dass sie sich mit ihm identifizieren können.

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Noch spannender als das Malbuch ist für Kinder das Piraten-Bastelset, bei dem ein Boot samt Piraten und Kanonen gebastelt werden kann. Hierfür braucht man jedoch schon eine ganze Menge Ausdauer, damit am Ende auch tatsächlich alles steht. Wir haben jedenfalls mehrere Tage daran gesessen und ich musste Bücherwürmchen auch helfen, denn er hatte keine Lust Boot, sämtliche Piraten, Kanonen, Schatzkiste, den Hintergrund etc. alleine anzumalen. Allein um alles von einer Seite anzumalen, braucht man schon eine Weile und eigentlich müsste man dann auch noch die Rückseite anmalen, aber dazu hatten wir dann keine Lust mehr. Das Blöde ist nur, dass man am Ende entsprechend der Anleitung alles zusammen stecken muss und man vorher beim Schiff nur schlecht abschätzen kann, was letztendlich außen und somit zu sehen ist. Bevor man alles zusammen stecken kann, muss man alle Teile ausschneiden – ein weiterer Part den ich übernehmen musste. So genau ausschneiden kann Bücherwürmchen noch nicht. Über das Ergebnis haben wir uns dann aber beide gefreut: Alles blieb gut stehen, sah nach Etwas aus und es ließ sich sogar damit spielen!

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Die Mühe hat sich also doch gelohnt. Und wer im Urlaub mehrere Regentage am Stück hat, ist sicherlich auch froh, wenn eine Bastelei nicht bereits nach fünf Minuten komplett fertig auf dem Tisch liegt.

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Zu der Reihe „Meine Piratenwelt“ gehören noch weitere Produkte, die sich ebenfalls zum Mitnehmen auf eine Reise eignen.

Ein sehr schönes Malbuch haben wir auch beim Coppenrath Verlag entdeckt. Malbücher gibt es ja nun wirklich wie Sand am Meer und man findet auch immer mal wieder welche mit schönen Motiven, aber bei dem Malbuch aus dem Coppenrath Verlag gibt es noch eine Besonderheit: Es ist ein Punkt-zu-Punkt-Malbuch. Nein, hier muss man nicht Zahlen von Punkt zu Punkt miteinander verbinden, sondern an einigen Stellen auf den Bildern nahe beieinander liegende Punkte, die bereits eine Art Linie ergeben, nachspuren. Und das hat Bücherwürmchen schon gut geschafft. Da sich die Anzahl der Pünktchenlinien auf manchen Bildern auch sehr in Grenzen halten (das ist bei den Bildern je nach Motiv ein bisschen unterschiedlich), hatte er sogar richtig Spaß daran, während ich in dem Nachfahren der Linien eine tolle Übung zur Feinmotorik sehe.

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Wir besitzen das Malbuch mit dem Untertitel „Piraten, Autos, wilde Tiere“, welches sehr motivierende Bilder für Bücherwürmchen enthält (auch wenn ein Vögelchen oder ein Hündchen nicht gerade wilde Tiere sind…): Ritterburg, Dinosaurier, Fußballer, Feuerwehrmann…

Am Ende kann man die einzelnen Bilder sogar heraustrennen und aufhängen oder verschenken. Mich hat dieses Malbuch jedenfalls vollkommen überzeugt und ich freue mich darüber, wie gerne Bücherwürmchen darin malt.

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Selbstverständlich gibt es natürlich auch ein analoges Malbuch mit Prinzessinnen und ähnlichem.

 

Meine Piratenwelt: Buntes Malbuch, illustriert von Stefan Lohr, Tessloff Verlag, ISBN: 978-3-7886-3820-7, 3,95€

Meine Piratenwelt: Bastelbogen, illustriert von Stefan Lohr, Tessloff Verlag, ISBN: 978-3-7886-3817-7, 4,95€

Mini-Künstler: Punkt-zu-Punkt-Malbuch, Piraten, Autos, wilde Tiere, illustriert von Hartmut Bieber, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62157-7, 4,95€

Neu entdeckt: Der Inselkinder Verlag

Zu dem Buch, welches ich euch heute vorstellen möchte, bin ich auf eine ganze besondere Art und Weise gekommen.

Es ist Sommer. Klar, da macht man gerne Urlaub, unter anderem an der deutschen Ostsee. Das haben sich auch meine Eltern gedacht und fuhren auf die Insel Rügen, wo sie zwei Wochen in einer Ferienwohnung verbringen wollten. Und wie es der Zufall so wollte, hat die Vermieterin der Wohnung in diesem Jahr einen Kinderbuchverlag gestartet. Na, da war ich natürlich neugierig. Allein den Namen des Verlags finde ich toll gewählt: Inselkinder Verlag. Da klingen doch direkt die Wörter Sommer, Strand, Meer, Ferien etc. mit, oder? Gerne möchte ich euch heute nun ein Pappbilderbuch aus diesem Verlag vorstellen: „Muschel Moni und der Schatz“. Leider habe ich bisher noch keinen Urlaub auf Rügen gemacht, aber meine Eltern können in dem Bilderbuch sicherlich die Seebrücke und das Kurhaus Binz wieder erkennen. Es ist also schon einmal ein schönes Buch für alle, die auf der Insel Urlaub machen und sich gerne daran zurück erinnern möchten. Auch die typischen Kreidefelsen, die auch Nicht-Urlaubern bekannt sein dürften, sind in dem Buch natürlich zu sehen.

Robbe Rollo und Muschel Moni sind ganz aufgeregt, denn Qualle Kalle hat scheinbar eine Flaschenpost mit Schatzkarte gefunden. Schon träumen die beiden von den größten Schätzen und machen sich schnell auf den Weg um den Schatz zu bergen. Doch, oh, nein, auch Pirat Pumpel hat Kurs auf die Schatzkiste genommen. Beim Öffnen der Kiste erwartet ihn jedoch eine kleine Überraschung…

Die Geschichte ist kurz und knapp fröhlich in Reimen erzählt. Dazu gibt es fröhliche Bilder mit liebenswerten Figuren. Insgesamt ist „Muschel Moni und der Schatz“ eine schöne Geschichte, die an einem realen Ort spielt, was in Bilderbüchern gar nicht so oft vorkommt. Das lustige Ende, welches der Geschichte einen besonderen Pfiff gibt, verwundert Kinder zunächst einmal und so richtig begeistert ist zumindest Bücherwürmchen nicht darüber, dass in der Kiste kein funkelndes Gold zu finden ist. Allerdings ist er auf der anderen Seite in einem Alter, in dem es unglaublich lustig ist, andere zu veräppeln und so hat er dann doch Spaß daran, dass ausgerechnet der „böse“ Pirat, der allerdings gar nicht so fürchterlich aussieht, hereingelegt worden ist. Nicht ganz so einfach für kleinere Kinder ist es, dass sich manches nur in den Gedanken und Träumen von Moni und ihren Freunden abspielt. Das ist für sie noch sehr abstrakt und sie können noch nicht zwischen dem, was tatsächlich in der Geschichte passiert und dem, was sich die Freunde nur ausmalen, unterscheiden. Etwas älteren Kindern kann man das jedoch schon ganz gut erklären und sich vielleicht sogar gemeinsam überlegen, was man selbst für einen Schatz erwarten und was man mit ihm machen würde.

Ich freue mich jedenfalls, dass ich durch diesen Zufall auf den Inselkinder Verlag aufmerksam geworden bin und ich bin gespannt, was uns in Zukunft von diesem Verlag noch so alles erwarten wird. Es ist schön, wenn es schöne, spannende und lustige Bilderbücher aus Urlaubsregionen gibt, mit denen man den Urlaub ein bisschen mit nach Hause nehmen kann…

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Muschel Moni und der Schatz von Janet Lindemann, Bilder von Janni Feuser, Inselkinder Verlag 2015, ISBN: 978-3-99817217-0-6, 9,95€

 

 

Vorlesebücher bieten jede Menge Vorlesestoff

Bisher war es für mich kaum Thema, aber ich habe durch meinen Bekanntenkreis mitbekommen, dass Vorlesebücher sehr beliebt sind. So langsam ist Bücherwürmchen jetzt in dem Alter, in dem diese Bücher interessant werden und ich lerne sie auch immer mehr zu schätzen. Ein paar besitzen wir bereits und wir haben auch wirklich viel daraus vorgelesen. Das Schöne daran ist, dass man mit einem Schlag eine Menge Vorlesestoff hat. Es gibt allerdings verschiedene Arten von Vorlesebüchern. Zum einen gibt es Bücher, in denen es einfach eine Sammlung an verschiedenen Geschichten gibt, dann gibt es Bücher, in denen es Geschichten zu einem bestimmten Thema gib, Bücher mit einzelnen Geschichten von einer beliebten Figur und Bücher, in denen eine Geschichte in mehreren Kapiteln erzählt wird (z.B. „Pluck mit dem Kranwagen“). Einige Vorlesebücher habe ich euch bereits vorgestellt: zum Beispiel „Fantastische Vorlesegeschichten – Hexen, Drachen, Zauberer„, „GECKOs bunte Geschichtenwelt“ und „Die besten Pixi Gutenacht-Geschichten“ Heute möchte ich euch noch zwei weitere aus dem Ellermann-Verlag, bei dem die Vorlesebücher ein wichtiger Bestandteil des Verlagprogramms sind, vorstellen. Das eine Buch, „Lieblingsgeschichten für kleine Helden“, stellt eine bunte Sammlung dar, während es in dem anderen Buch um Geschichten von einer Figur, dem kleinen König, geht: „Der kleine König – Das große Geschichtenbuch“. Was für eine Art von Vorlesebuch man bevorzugt, ist natürlich eine Geschmacksfrage, aber vielleicht kann diese Buchvorstellung eine kleine Orientierung sein.

Die Geschichten in dem Buch „Lieblingsgeschichten für kleine Helden“ stammen von so bekannten Autoren wie Isabel Abedi, Kirsten Boie, Cornelia Funke, Astrid Lindgren, Paul Maar und einigen anderen. Teilweise kann der Leser hier sogar neue Geschichten von ihnen entdecken. Illustriert ist es von Yayo Kawamura, deren Bilder mir in letzter Zeit immer häufiger begegnen. Dieses Buch ist allerdings ein richtiges Vorlesebuch, das heißt, dass der Text im Vordergrund steht und die Bilder in den Hintergrund rücken. Teilweise sieht man größere Bilder, in denen eine kleine Szene aus der Geschichte dargestellt wird, aber auf vielen Seiten sieht man auch nur ein paar bunte Gegenstände, die zu der jeweiligen Geschichte passen. Auf jeden Fall aber lockern die bunten, fröhlichen Zeichnungen, die manchmal wie Kinderzeichnungen wirken, die Seiten auf. Allein äußerlich macht das Buch einen guten und schönen Eindruck, egal wie klein die Bilder sind. Sie sind da und Kinder haben beim Vorlesen etwas zum Anschauen. Auch 4-Jährige können so schon gut den Geschichten, die auch eine angenehme Länge haben, folgen.

Ich glaube, bei den Geschichten kann jeder seine eigene Lieblingsgeschichte finden, denn hier ist wirklich für jeden etwas dabei: Es gibt einen Drachen, der sich vor Menschen fürchtet, einen Piraten, dem es gar nicht gefällt, dass alle Angst vor ihm haben, Lorenz, der glaubt, dass im Wasser ein Seeungeheuer lauert, so dass er sich kaum hinein traut, mit Hilfe von Paula sein Seepferdchen dann aber doch schafft, Hexen, Könige und Engel – lauter verschiede Wesen, aber immer geht es darum Ängste zu besiegen, Aufgaben zu schaffen, etwas zu lernen und mit sich selbst zufrieden zu sein. Wirklich eine schöne Geschichtensammlung und ich frage mich, warum ich vieler dieser tollen Geschichten Bücherwürmchen noch nicht vorgelesen habe. Die Antwort ist eigentlich ganz einfach. Die erste Geschichte, die ich ihm vorgelesen habe („Der kleine Pirat“ von Kirsten Boie) gefiel ihm so gut, dass er keine andere mehr vorgelesen haben wollte. Stattdessen musste es immer wieder eine Wiederholung der gleichen Geschichte sein. So schnell kann die Lieblingsgeschichte feststehen!

Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass von jedem verkauften Buch 1€ als Spende an das Kinder-Hospiz Sternenbrücke geht.

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Der kleine König – Das große Geschichtenbuch“ ist von der Art her ein ganz anderes Vorlesebuch. Hier dreht sich natürlich alles um den kleinen König und zwar in genau 30 Geschichten! Bücherwürmchen findet den kleinen König klasse! Und ich kann auch gut verstehen warum. Erstens findet er Könige sowieso super, weil die bestimmen dürfen, zweitens hat er lauter (Tier-)Freunde und drittens erlebt er viele kleine Abenteuer, die aber immer überschaubar bleiben. Der kleine König ist ein lieber Kerl, der meistens gut gelaunt ist. Er lebt in einer kleinen heilen Welt und nimmt Dinge so wahr, wie Kinder das tun würden. Jedes kleine Abenteuer wird ernst genommen und wird zu einer großen Sache.

Die Texte sind insgesamt recht einfach gehalten, wobei einem als Erwachsener nach einer Weile die Sprache der Tiere ein wenig auf die Nerven gehen kann: „Kecker“, „Waff-Waff“, „Tiriliii“ und vor allem das Wiehern von Grete, in dem Worte angedeutet werden („WieherjaaaAA“ – ja, „Wieherochen“ – versprochen), allerdings halten sich diese Redeanteile auf das ganze Buch gesehen dann doch in Grenzen. Eigentlich soll man die kleine Prinzessin mit einem Sprachfehler vorlesen (sie kann keine weichen Konsonanten sprechen), aber ob einem das Spaß macht oder ob man diesen Sprachfehler den Hörspielen überlassen soll, muss jeder für sich entscheiden.

Die Geschichten wurden drei Hauptthemen zugeordnet: Geschichten vom Spielen, Lachen und Entdecken, Geschichten vom Miteinander und Gutenachtgeschichten.

Das Buch ist bunt illustriert, wobei sich nicht auf jeder Doppelseite Bilder befinden, was ein wenig schade ist. Die Bilder an sich sind so, wie man den kleinen König eben kennt: Große Figuren stehen im Vordergrund und es gibt wenige Details. Man merkt, dass „Der kleine König“ eine Trickfilmserie ist, die ich allerdings nicht kenne.

Insgesamt ist dieses Buch eine tolle Sammlung für alle Fans vom kleinen König. Aber auch Kinder, die den kleinen König bisher nicht kannten, werden ihm mit diesem Buch schnell ins Herz schließen. Und irgendwie lese auch ich, trotz der Tiere und der Prinzessin mit dem Sprachfehler, das Buch gerne vor…

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Lieblingsgeschichten für kleine Helden mit Geschichten verschiedener KinderbuchautorInnen und Illustrationen von Yayo Kawamura, Ellermann Verlag 2015 in Kooperation mit dem Kinder-Hospiz Sternenbrücke in Hamburg, ISBN: 978-3-7707-4023-9, 12,99€

Der kleine König – Das große Geschichtenbuch von Hedwig Munck, Ellermann Verlag 2015, ISBN: 978-3-7707-2953-1, 12,99€