Der Kölner Zoo für die Kleinsten

Neulich haben wir einen Ausflug in den Kölner Zoo gemacht. Besonders begeistert war Büchermäuschen von den Pavianen mit dem roten Po. Als ich dann im Zoo-Shop gesehen habe, dass sich in dem Pappbilderbuch „Mein 1. Kölner Zoo-Buch“ eine Doppelseite den Pavianen auf ihrem Affenfelsen widmet, musste ich es natürlich kaufen.

Überhaupt ist dieses Büchlein klasse um mit kleinen Kindern den Zoobesuch noch mal Revue passieren zu lassen. Dafür eignet sich natürlich auch das Zoowimmelbuch, aber hier nimmt man einzelne Tiere in Augenschein und kann so gut ein paar Tiernamen und Begriffe rund um den Zoo im Wortschatz des Kindes verankern. Die Beschriftungen der Bilder geben dazu Anregungen. Zum einen werden die Tiere benannt und zum anderen werden Wörter wie „klettern“, „Futter“ und „baden“ aufgegriffen.

Auf den Seiten begleiten wir ein Mädchen durch den Zoo, welches sich begeistert verschiedene Tiere anschaut. Die Tiere sin ein wenig niedlich und vermenschlicht gezeichnet, man erkennt sie aber sehr gut. Es ist ein fröhliches Buch, welches man sich gerne anschaut.

Schöne Tierauswahl für Kinder

Die Auswahl der Tiere gefällt mir sehr gut. Zwar sind hier auch etwas unbekanntere Tiere wie der Ameisenbär oder das Tapir abgebildet, aber vor allem sind hier viele Tiere vertreten, die im Zoo Eindruck auf die Kinder machen. Neben den Pavianen kann Büchermäuschen hier u.a. auch die Gorilla, die Elenfanten und die Seelöwen wiederentdecken. Dass bei den Bauernhoftieren auch das Maskottchen Hannes vom 1. FC Köln dabei ist, freut unseren Großen, da sein Freund Köln-Fan ist und er selbst gerade alles rund um Fußball spannend findet.

Als kleines Extra gibt es auf jeder Seite eine lustige Maus zu entdecken, die sogar im Aquarium taucht.

Insgesamt ist „Mein 1. Kölner Zoo-Buch“ ein sehr schönes Pappbilderbuch für alle kleinen Zoobesucher. Ich finde es klasse, wenn man sich mit einem Bilderbuch an einen Ausflug erinnern kann, so bleibt einem einerseits der Zoobesuch in lebendiger Erinnerung und andererseits hat das Buch eine besondere Bedeutung, was zum Anschauen und Sprechen motiviert.

Mein 1. Kölner Zoo-Buch von Gaby van Emmerich, J.P. Bachem Verlag, ISBN: 978-3-7616-3050-1, 6,95€

 

Mit dem Finger dem Schmetterling hinterher

Frühling – nun geht es wieder nach draußen. Die Natur wird langsam wieder grün, Blumen blühen und die ersten Schmetterlinge haben wir auch schon gesichtet. Zu dem schönen Frühlingswetter und der Lebensfreude, die wieder erwacht, passt wunderbar das Finger-Nachfahr-Buch „Durch die Natur“.

Hier fliegt ein freundlicher Schmetterling bei strahlendem Wetter zu einem Baum, einer Blume, vorbei an einem Teich und hoch in die Luft. Das Buch ist ein Buch voller guter Laune. Die Sonne strahlt, der Himmel ist blau, die Wiese flächig grün und man begegnet ein paar freundlichen Tieren.

Da Details und mehrschichtige Hintergründe fehlen, sind die Seiten nicht überladen, was sehr gut tut, da sich ja auch noch der Weg des Schmetterlings und der anderer Tiere als Nachfahrspur deutlich über die Seiten schlängeln. Kinder können dem Schmetterling auf diesen Spuren, die durch eine Struktur hervortreten, mit dem Finger folgen. Auch Ente und Frosch hinterlassen eine fühlbare, erhabene Spur. Durch die Nachfahrspur können die Kinder hier selbst aktiv werden, was einerseits motivierend ist und Spaß macht und andererseits die Feinmotorik schult.

Der Text ist recht kurz, aber schön und flott gereimt. Er hat für dieses Buch genau die richtige Länge. Auf längere Texte hätten Kinder hier sowieso keine Lust, da das Nachfahren zu verlockend ist. Die Flugwege des Schmetterlings eigenen sich natürlich besonders gut zum nachfahren. Manchmal hat mich die Position des Schmetterlings etwas irritiert. Eigentlich fliegt er wohl von links nach rechts, aber ab und zu befindet er sich auf der rechten Seite der Spur mit Blick auf die Schleifen und Kurven, so dass man intuitiv dort anfängt und so in die „falsche“ Richtung spurt. Wenn man dann jedoch am Ende angekommen ist, passt es dann doch, denn man soll ihn auch auf seinem Weg zurück begleiten.

Insgesamt gefällt mir dieses Buch und sein Konzept gut und auch Kinder verschiedenen Alters haben (zumindest kurzfristig) viel Spaß daran. Die Texte lassen sich auch von Leseanfängern gut erfassen und das Nachfahren ermöglicht ihnen willkommene Pausen vom Lesen. Es ist zwar sicherlich kein Buch, welches ich für einen 5- oder 6-Jährigen anschaffen würde, aber wenn es sowieso schon vorhanden ist, lässt es sich gut für verschiedene Dinge einsetzen.

Finger-Nachfahr-Buch: Durch die Natur von Johanna Fritz und Barbara Heinlein, Tessloff Verlag, ISBN: 978-3-7886-3925-9, 7,95€

Da können schon die Kleinen das Tanzbein schwingen

Mein kleines Büchermäuschen liebt Bücher mit Geräuschen und vor allem  mit Musik. Und gerade ist ein Buch der absolute Hit: „Hörst du die Musik zum Tanzen?

Stück per Knopfdruck abspielen lassen

Es ist ein kleines Pappbilderbuch mit glatten Seiten, bei dem auf sechs Doppelseiten in Bild und Ton verschiedene Tänze präsentiert werden. Durch einen Knopfdruck lässt sich die Musik zum jeweiligen Tanz abspielen, wobei man nicht einfach auf den nächsten Knopf drücken kann, bevor ein Lied zu Ende ist. Ein Lied lässt sich nur durch das Drücken auf den selben Knopf beenden oder man hört es sich eben bis zum Ende an. Meines Erachtens haben die Stücke eine angenehme Länge. Man bekommt einen guten Eindruck von dem Tanz, kann sogar ein wenig mittanzen, aber die Musik ist auch nicht so lange, dass die Kinder das Interesse verlieren. Sehr gut gefällt mir, wie einfach die Knöpfe sich drücken lassen. Das schaffen auch schon die ganz Kleinen sehr gut selber. Auch die Lautstärke der Musik fällt bei dem Buch positiv auf. Sie ist endlich mal  nicht zu laut, wie leider bei vielen ähnlichen Produkten. Am Ende des Buches kann  man die Musik sogar komplett ausschalten. Zwar verbirgt sich der Schalter hinter einer Klappe, aber die Kinder entdecken ihn natürlich dennoch sofort.

Sechs verschiedene Tänze

Vorgestellt werden folgende sechs Tänze: Walzer, Tango, Charleston, Salsa, Rock’n’Roll und Hip-Hop. Büchermäuschen findet die Salsa zur Zeit am besten. Die kann er sich immer und immer wieder anhören. Ist die Auswahl der Tänze gut getroffen? Es gibt eine Vielzahl an Tänzen auf der ganzen Welt. Da ist es schwer eine Auswahl zu treffen. Alles kann in einem solchen Buch nicht dargestellt werden. Ich hätte vielleicht andere Tänze gewählt, aber man muss auch daran denken, wer die Zielgruppe des Buches ist. Kinder mit 18 Monaten müssen noch keine bestimmten Tänze kennen lernen. Es reicht, wenn sie, wie in diesem Buch, verschiedene Tanzmusik wahrnehmen dürfen, die ihnen Freude an Musik und Tanz vermittelt. Dabei ist die Wahl der Tänze eher zweitrangig. Schön ist, dass es hier gut gelaunt und bunt zugeht. Das spricht die Kinder an.

Die Bilder sind fröhlich mit klaren, einfachen Strukturen. Die Tänzer sind verschiedene Tiere. Die angedeuteten Räumlichkeiten sowie die Kleidung der Tiere passen zu den jeweiligen Tänzen.

Leider stürzt die Musik zwischendurch mal ab und dann geht gar nichts mehr außer das Buch eine Weile ausschalten. Das ist natürlich für die Kinder ein wenig frustrierend, aber ansonsten ist das Buch einfach klasse.

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Hörst du die Musik zum Tanzen? Sauerländer (S. Fischer Verlage), ISBN: 978-3-7373-5481-3, 10,99€

Pappbilderbuch mit tierischen Ausscheidungen

Die Verdauung von Mensch und Tier löst immer wieder große Heiterkeit bei Kindern aus. Selbst die kleinen haben schon Spaß an dieser Thematik und so wird das Buch „Wer pupst denn hier, kleiner Stier?“ – kaum hier eingezogen – ständig angeschaut. Allerdings sind die Schiebeelemente für Büchermäuschen letztendlich das spannendste am Buch. Der Geschichte schenkt er noch nicht so große Aufmerksamkeit, was meines Erachtens auch daran liegt, dass hier nicht so ganz klar ausgedrückt wird, worum es geht.

Worum geht es in dem Buch?

Der kleine Stier Micki ist draußen mit seiner Freundin der Katze Kitty unterwegs. Auf seinem Weg trifft er immer wieder auf die Ausscheidungen verschiedener Tiere, die er neugierig beäugt. Zum Glück weiß die Katze Bescheid und sie weist Micki z.B. daraufhin, dass es sich bei den kleinen Kügelchen nicht  um Schokolinsen, sondern um kugelrunde Köttelchen handelt. Von wem? Das wird uns auf die stets wiederkehrende Frage „Wer pupst denn hier, kleiner Stier?“ verraten. In diesem Fall war es der Hase.

Insgesamt ist das Buch nett gemacht. Die Tiere, die das Häufchen, die Köttel etc. hinterlassen haben, werden durch das Schieben des Elements komplett sichtbar. Das Schieben funktioniert wirklich sehr gut. Büchermäuschen bewältigte dies von Anfang an ganz alleine und es machte ihm viel Freude.

Die Frage „Wer pupst denn hier, kleiner Stier?“ ist natürlich nicht so ganz korrekt und gerade die kleinen Kinder ab 18 Monate übersetzen sie sich noch nicht im Sinne des Buches. Ich hatte das Gefühl, dass Büchermäuschen gar nicht wusste, was da immer so auf der Wiese herumliegt, denn eigentlich zeigt er uns in Büchern immer das „Aa“ – zumindest dann wenn wir ihn darauf aufmerksam gemacht haben, dass z.B. ein Vogel gerade Aa macht. Das hat sich ihm hier nicht von alleine erschlossen. Ich musste es ihm erst explizit sagen.

Darüber hinaus finde ich es nicht so gelungen, dass im ersten Bild „Der kleine Spatz“ als Übeltäter ausgemacht wird, während auf dem Bild ein Vogel zu sehen ist, der auf keinen Fall ein Spatz ist. Es ist kein reeller Vogel, aber am ehesten würde er noch einer Blaumeise ähneln. Hier hätte ich mir etwas mehr Sorgfalt gewünscht, indem es z.B. im Text „kleiner Vogel“ heißt oder das Bild entsprechend gezeichnet wird.

Bunte Bilder

Insgesamt sind die Bilder in starken Farben gehalten. Sie wirken fröhlich und die Mimik von Stier und Katze spiegelt ihre Empfindungen bei den stinkenden Hinterlassenschaften gut wider. Es gibt ein paar kleinere Details im Hintergrund, wie z.B. ein Trecker, der auf dem Feld fährt, aber diese lenken nicht groß von den Hauptfiguren ab. Das Buch ist durch die Bilder und die Schiebelemente für kleine Kinder ansprechend gestaltet. Der Text passt von der Länge her ebenfalls gut für das Alter, allerdings hätte man sich vielleicht ein bisschen anders ausdrücken können. Gut gefällt mir die Wiederholung des immer gleichen Satzes „Wer pupst denn hier, kleiner Stier?“.

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Wer pupst denn hier, kleiner Stier? von Anna Taube und Antje Flad, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62300-7, 7,99€

Schnee – für die Kleinen besonders faszinierend!

Eigentlich ist es ein ganz einfaches Pappbilderbuch für die Kleinsten, aber durch die effektvollen Ausstanzungen in der Mitte des Buches wird es schnell zu einem Lieblingsbuch: „Hurra, es schneit!“ Auf den Seiten ist an sich tatsächlich nichts besonderes zu sehen: Schneeflocken und Schneemann, Schal und Pudelmütze, Fäustlinge und Schneebälle, Schlitten und Schlittschuhe sowie Tannen und eine Holzhütte. Alles ist sehr klar und plakativ dargestellt und kann von den Kindern gut erkannt werden. Gemeinsam mit den Kindern kann man die Bilder benennen und die Kinder werden sicherlich einiges aus ihrem eigenen Umfeld wiedererkennen. Selbst wenn sie vielleicht noch keinen Schnee kennengelernt haben, so dürften Mütze und Schal so langsam zur Standardausrüstung gehören, wenn es nach draußen gehen soll. Und auch wenn die Kleinen selbst noch keinen Schneemann gebaut haben, so ist der Schneemann mit seiner großen, dicken Bauchkugel sehr eindrucksvoll. Bücherwürmchen tippt auch gerne auf die ganzen Schneeflocken oder auf die Lichter der Lichterkette, die an der Holzhütte hängt. Allerdings meint er, dass dort Bälle zu sehen seien… Nun ja, sein Wortschatz beschränkt sich eben noch auf die typischen ersten Worte. Aber auch ohne selbst viel ausdrücken zu können, versteht er natürlich schon einiges und so deutet er beim Anblick der Mütze beispielsweise auf seinen Kopf und er kommentiert den Schlitten mit einem „Hui“. Ja, und dann sind da noch die Ausstanzungen, die das Buch rein äußerlich bereits hervorheben. Von außen sieht man eine große Schneeflocke, in deren Mitte – zunächst sechseckig und am Ende dann rund – weitere kleinere Ausstanzungen zu sehen sind. Die Wirkung ist toll und die Kinder haben viel Spaß daran, die Ränder nachzufahren oder in die Löcher hinein zu pieken.

Hurra, es schneit!“ ist wirklich ein Buch, welches gut ankommt. Der Inhalt ist überschaubar, aber es wird von kleinen Kindern sehr gerne angeschaut.

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Hurra, es schneit! von Virginie Graire, arsEdition, ISBN: 978-3-8458-1728-6, 5,99€

Ahoi, Piraten!

Kleine Kinder, die gerade erst die Bücherwelt kennen lernen, greifen besonders gerne zu Büchern, bei denen sie selbst ein wenig aktiv werden können, sei es beispielsweise durch Fühlelemente, einer Kugel, die sich drehen kann, oder Klappen, die sich öffnen lassen. Genauso beliebt sind aber auch Elemente, die sich ziehen oder schieben lassen und somit die eine oder andere Überraschung offenbaren. Solche Elemente gibt es auch in dem Pappbilderbuch „Hurra, ich bin Pirat“ für Kinder ab 18 Monate. In Reimen wird hier das Piratenleben vorgestellt: Anker einholen und segeln, Sturz ins Wasser und in den Ausguck klettern und natürlich Schätze finden. Die Reime sind an sich schon ganz nett zu lesen und die Bilder sind freundlich und ansprechend. Das Highlight sind aber natürlich die Schiebeelemente: Das Steuerrad lässt sich ein wenig drehen, der Anker kann aktiv hochgeschoben werden, man kann selbst die Piraten zu dem hungrigen Hai ins Wasser fallen und den Piraten aus dem Ausguck schauen lassen und richtig spannend wird es dann, wenn man die geheime Höhle gefunden hat und sie langsam nach oben hin öffnet und sich dann die Schätze vor einem ausbreiten. An solchen Dingen haben Kinder jede Menge Spaß. Bei kleinen Wildfängen muss man aber darauf achten, dass sie die Pappe nicht verbiegen. Eigentlich ist das Buch sehr stabil hergestellt, aber wenn dann Büchermäuschen begeistert an dem hervorstehenden Papageien zieht, weil es denkt, dass es ihn so abmachen kann, dann leidet es natürlich darunter. Noch ist Büchermäuschen ein wenig zu klein für dieses Buch. Es findet es zwar klasse, wenn der Pirat auf einmal oben auf dem Ausguck steht, aber bei ihm bleibt es dann nicht beim Angucken… Aber in ein, zwei Monaten sieht das Ganze vermutlich schon wieder anders aus. Den Papageien erkennt es aber schon, denn der große Bruder hat einen Papagei als Kuscheltier und so wird das Buch mit großer Freude auf der Suche nach dem Papagei auf jeder Seite durchblättert.

Mir gefällt das Buch insgesamt sehr gut. Alles passt gut zusammen und die Kinder haben Spaß am Schieben, allerdings finde ich, dass für Kinder im Alter von 18 Monaten andere Themen geeigneter sind als Piraten. Erst einmal sollte doch die eigene Umwelt entdeckt und erforscht werden…

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Hurra, ich bin Pirat! von Smriti Prasadam-Halls, illustriert von Sarah Ward, Lingen Verlag, ISBN: 978-3-945136-68-3, 7,95€

Sieben kleine Hasenkinder im Versteck

Die sieben kleinen Hasen sind so unglaublich knuddelig und haben in dem Buch „Wenn sieben müde kleine Hasen abends in ihr Bettchen rasen“ direkt mein Herz erobert. Natürlich ist mit diesen quirligen Hasenkindern nicht nur das Zu-Bett-Gehen eine große Aufgabe. Nein, auch wenn man gemeinsam Kuchen essen möchte, muss man die Bande erst einmal zusammen kriegen. In dem Buch „Wenn sieben freche kleine Hasen schnell in die Verstecke rasen“ sind auf einmal alle Häschen – schwuppdiwupp – verschwunden, aber natürlich findet Hasenpapa eins nach dem anderen im Schuppen, in der Hängematte, unter einer Holzkiste, hinter der Wäsche und schlafend auf dem Kartoffelsack wieder.

Der Text ist wieder flott gereimt und somit strahlen sowohl der Text als auch die Bilder eine fröhliche Lebendigkeit aus. Und süß sind die Häschen ja sowieso.

Schön, dass es ein weiteres, gelungenes Pappbilderbuch von der Hasenfamilie gibt.

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Wenn sieben freche kleine Hasen schnell in die Verstecke rasen von Sabine Praml und Christiane Hansen, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-7010-2, 7,99€

Eine wunderbare Geschichte rund um eine Wippe

In das Bilderbuch „So weit oben“ von Susanne Straßer habe ich mich direkt verliebt. Ich habe es im Kindergarten vorgelesen und verschenkt. Nun gibt es ein weiteres Buch von ihr: „So leicht, so schwer“ (ein Pappbilderbuch für Kinder ab 2 Jahren). Darauf war ich natürlich richtig neugierig. Und was muss ich sagen? Susanne Straßer weiß einfach, wie man wunderbare Bilderbücher macht, die man immer und immer wieder anschauen möchte. Diese kurzen, einprägsamen (Halb-)Sätze, die wiederkehrende Struktur, der Aufbau der Bilder und die Überraschung am Ende – einfach genial gemacht!

Auf grauen Steinen steht einladend eine rote Wippe. Da will der Elefant natürlich wippen, „doch die Wippe wippt nicht. Der Elefant ist so schwer. Kommt der Pinguin.“ Was passiert? Er hüpft mit einem „hops“ auf die Wippe, „doch die Wippe wippt nicht. Der Pinguin ist so leicht. Und der Elefant so schwer. Kommt der Affe.“ Er gesellt sich („zappzarapp“) zum Pinguin und das Spielchen geht auf diese Art mit einer Menge Tiere weiter. Die gleichbleibende Struktur ermöglicht es den Kindern schnell mitzusprechen, aber es gibt nicht so viele Wiederholungen, dass es langweilig wird. Außerdem sorgt die Art der Wippenbesteigung der unterschiedlichen Tierarten für Abwechslung – mal wird gehüpft, mal geklettert, mal gesprungen etc. und jedes Mal wird die Bewegung lautmalerisch unterstrichen. Daran haben Kinder viel Spaß. Aber in diesem Buch sorgt auch die bewusste Unterbrechung der Struktur für überraschende und spaßige Momente. So hat z.B. das gefräßige Krokodil zum Glück keine Zeit um sich zu den Tieren auf der Wippe zu gesellen. Nachdem das Nilpferd dann für ein ausgewogenes Gewichtsverhältnis gesorgt hat, wird das Ganze dann am Ende wieder mit einer Überraschung aufgelöst und die Wippe macht endlich „Flip flap, flip flap, flip flap…“ Toll“ Dieses Buch macht mindestens genauso viel Spaß wie „So weit oben“. Selbst größere Kinder sind noch gespannt darauf, was sich bei der Wippe so alles tut. Klasse sind auch die Bilder, die sich allein auf die Wippe und die Tiere beschränken, aber dabei dennoch jede Menge zeigen. Der Affe grinst erwartungsvoll, als er auf der Wippe sitzt, doch die Wippe bewegt sich trotzdem nicht. Selbst der Elefant ist beim Anblick des Krokodils nicht gerade begeistert und auch die Ratlosigkeit der Tiere, als die Wippe ausgeglichen stehen bliebt, ist nahezu greifbar.

Es ist erstaunlich wie man aus so wenigen Mitteln (sowohl bildlich als auch sprachlich) ein so ausgereiftes Bilderbuch erstellen kann, welches sowohl Kindern als auch Eltern Spaß macht. Ein Meisterwerk!

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So leicht, so schwer von Susanne Straßer, Peter Hammer Verlag, ISBN: 978-3-7795-0538-9, 14,90€

Erstaunlich, wie gut Fische Gefühle ausdrücken können

Das Buch „Heute bin ich“ ist sicherlich vielen bereits bekannt. Nun gibt es dieses Buch auch als Pappbilderbuch für die Kleinen.

In dem Buch verkörpern Fische verschiedene Gefühle und Stimmungen. In passenden bunten Farben werden die Fische dargestellt. Auch das dazugehörige Adjektiv, welches auf der gegenüberliegenden Seite zu lesen ist, spiegelt in der Art wie es geschrieben wird, die jeweilige Emotion wider.

Es ist unglaublich, wie treffend die Gefühle durch die recht einfachen Fischbilder dargestellt werden. Das kann man auch dadurch feststellen, wenn man größere Kinder die Gefühle benennen lässt ohne ihnen die Worte vorzulesen. Bei den meisten Bildern können die Kinder, die Emotionen tatsächlich sinngemäß richtig benennen. Auch man selbst kann die Stimmungen auf den Bildern beim bloßen Betrachten regelrecht spüren. So macht es viel Spaß mit Kindern über Gefühle zu sprechen.

Da die Bilder zwar genial gemacht sind, aber nicht allzu viel künstlerisches Talent voraussetzen, lassen sich die Bilder mit Kindern auch einfach nachmachen. Kinder könnten zum Beispiel einen Fisch malen, der ihre aktuelle Gefühlslage ausdrückt oder sie dürfen ihre eigene Vorstellung eines zornigen Fisches malen.

Ich finde dieses Buch wirklich toll, aber macht es Sinn dieses auch als Pappbilderbuch für die Kleinen herauszugeben? Können Kinder im Alter von ein bis drei Jahren überhaupt schon etwas mit diesem Thema anfangen? Als Bücherwürmchen in diesem Alter war, habe ich dieses Buch in der Bücherei gesehen, und es nicht ausgeliehen, da ich dachte, dass das noch etwas zu abstrakt für ihn ist, aber mittlerweile glaube ich, dass man hier ein wenig differenzieren muss. Einzelne Bilder und Begriffe kommen Kinder in diesem Alter natürlich erst einmal grundsätzlich entgegen und natürlich haben auch Kleinkinder schon viele verschiedene Emotionen. Sie können sie vielleicht noch nicht immer benennen, aber ich kann mir doch ganz gut vorstellen, dass sich hier viel im Unbewussten tut. Und genau hier setzt das Buch an. Man muss nicht alles komplett verstehen, es reicht wenn einem bestimmte Stimmungen vermittelt werden und Kinder dann nach und nach die Wörter dazu in ihrem Wortschatz aufnehmen. Vielleicht schaut man sich mit kleineren Kindern erst einmal die einfacheren Gefühle an, z.B. vergnügt (wobei ich hier für die Kleineren auch ein anderes Wort wählen würde). Begriffe wie z.B. stolz sind schon etwas schwieriger. Das ist selbst für Bücherwürmchen noch ein schwieriges Wort. Aber das Schöne ist ja, dass einem gerade diese einfachen Bilder irgendwie ein Gefühl für diese Wörter geben, ohne dass man das Wort erklären und in Worte fassen kann. Also, wie gesagt, ich glaube, man kann dieses Buch durchaus auch schon mit kleineren Kindern anschauen, aber vielleicht sollte man die Bilder dann erst einmal auf die Kinder wirken lassen ohne allzu viel zu erklären – es sei denn natürlich, die Kinder fragen nach. Um von der abstrakten Ebene ein wenig weg zu kommen, könnte man sich überlegen, was die Fische erlebt haben, was zu diesen Gefühlen geführt hat. Der verliebte Fisch ist vielleicht gerade an einem anderen Fisch vorbei geschwommen, den er ganz, ganz lieb hat und von dem er in den Arm genommen wurde. Deswegen ist er gerade so glücklich und am liebsten würde er noch ganz lange im Arm von dem anderen Fisch bleiben.

Ich selbst habe gerade kein Kind, das der Zielgruppe dieses Buches in der Pappausgabe entspricht, aber bald darf Bücherwürmchen dem Büchermäuschen erzählen, welcher Fisch erschrocken und welcher Fisch nervös ist.

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Heute bin ich von Mies van Hout, aracari Verlag, ISBN der Pappausgabe: 978-3-905945-56-0, 11,90€

 

Kuckuck, wer findet die Tiere hinter den reißfesten Klappen?

Zu Weihnachten hat Büchermäuschen das Buch „Kuckuck, wo bin ich?“ geschenkt bekommen – ein Papppbilderbuch mit reißfesten Klappen für Kinder ab 6 Monaten. Aus der gleichen Reihe haben wir nun auch noch das Buch „Kuckuck, wer quiekt da?“ bekommen. Zunächst war ich etwas irritiert, dass das Buch „Kuckuck, wer quiekt da?“ ein deutlich kleineres Format als das andere Buch hat. Ja, ich gebe zu, auch etwas enttäuscht war ich im ersten Augenblick, denn irgendwie wirken solch kleinen Bücher ein wenig unscheinbar, aber dann hat mich die Realität schnell wieder eingeholt: Kleine Kinder mit kleinen Händen mögen kleine Bücher! Ja, wirklich! Nicht umsonst sind schließlich auch Pixi-Bücher so beliebt. Kinder können diese Bücher schon gut selber halten und die Seiten besser umblättern als dies bei größeren Büchern oft der Fall ist. „Kuckuck, wer quiekt da?“ ist also perfekt für die Zielgruppe zugeschnitten.

Büchermäuschen ist übrigens der beste Tester für diese Bücher. Okay, die Bilder interessieren ihn noch nicht so wahnsinnig, aber die Klappen dafür umso mehr. Er testet sie wirklich auf Herz und Nieren auf ihre Reiß- und Speichelfestigkeit. Als ich gesehen habe, wie er stundenlang auf den Klappen herum gekaut hat, war ich ehrlich gesagt davon überzeugt, dass er es schafft die „unkaputtbaren Klappen“ zu zerstören. Aber, man staune: Sie sind immer noch völlig intakt! Okay, ein wenig zerknittert sind sie nun natürlich schon, aber sie haben keine Risse und Büchermäuschen ist es nicht gelungen Stücke herauszubeißen. Das Buch hält hier also, was es verspricht! Die Buchecken müssen dahingegen ein wenig leiden, aber die meisten Pappbücher für Kinder in diesem Alter verlieren wohl an diesen Stellen so nach und nach ihre Farbe…

Kuckuck, wer quiekt da

Die Bilder sind in klaren Farben gemalt und gut erkennbar, dennoch ist schon ein bisschen mehr zu sehen, als bei Büchern, die nur einzelne Tiere oder Gegenstände zeigen. Für die ganz Kleinen ist es sicherlich nicht so ganz einfach sich auf den Seiten zurecht zu finden, aber entweder die Kleinen kauen zufrieden alleine ein wenig auf den Klappen herum oder Erwachsene schauen sich die Bücher mit den Kindern an. Dabei liest man dann die kurzen Texte vor, die meist die Tiergeräusche beinhalten und auf das Tier, welches auf dem Bild zu sehen ist, sowie auf das Tier, welches sich im Versteck befindet, hinweisen, und zeigt beim Lesen auf das jeweilige Tier. Vielleicht liest man noch nicht einmal die Texte vor, sondern zeigt den Kindern nur die Tiere. Bei dem Buch „Kuckuck, wer quiekt da?“ handelt es sich um Bauernhoftiere und zwar immer um die Tierkinder. Diese sind natürlich besonders niedlich anzusehen, allerdings hätte ich dennoch nicht das korrekte Wort (z.B. Fohlen oder Kälbchen) verwendet, sondern den Oberbegriff, eventuell noch mit einem angehängten „Kind“ (also z.B. Pferde-Kind). Kinder im Alter von sechs Monaten verstehen noch nicht viele Wörter und für sie ist es erst einmal wichtig die ersten Begriffe im Tierreich zu lernen. Die Differenzierung innerhalb der Tierfamilien kann dann später kommen. Schlimm ist es aber natürlich nicht, dass hier die Namen der Tierkinder verwendet werden. Als Vorleser kann man sie ja schließlich ganz leicht ersetzen. Gerade bei den ganz Kleinen muss man als Vorleser flexibel sein und sich auf das Kind und sein Interesse einlassen können. Vielleicht hat das Kind bei diesen Büchern am meisten Spaß daran, die Klappen auf und zu zu machen oder es möchte immer wieder hören, wie die Mama als Schweinchen grunzt. Man sollte hier also nicht starr dem Buch und den Texten in dem Buch folgen, denn dann hat man mit seinem Kind sicherlich nur sehr kurz Spaß an einem Buch.

In dem Buch „Kuckuck, wo bin ich?“ kommen verschiedene Tiere vor (aus dem Garten, vom Teich etc.). Hier ist man ebenfalls als Vorleser gefragt, denn das Spiel mit den Tierlauten ist hier nicht ganz so einfach oder fällt euch direkt ein Geräusch für Maulwurf, Kaninchen oder Igel ein? Ich greife dann meistens auf Bewegungen oder ähnlichem zurück. Der Igel macht dann „pieks, pieks“, das Kaninchen hoppelt herum und der Maulwurf gräbt.

Insgesamt gefallen mir die Bücher gut: Tiere sind immer ein gutes Thema für kleine Kinder, die Bilder sind ansprechend und das Prinzip der reißfesten Klappen ist nicht nur eine tolle Idee, sondern funktioniert auch hervorragend.

Kuckuck, wo bin ich

Kuckuck, wer quiekt da? illustriert von Dorothea Ackroyd, Coppenrath, ISBN: 978-3-649-66796-4, 5,99€

Kuckuck, wo bin ich? illustriert von Dorothea Ackroyd, Coppenrath, ISBN: 978-3-649-61970-3, 9,95€