Osterhasen-Geburtstag

Es ist zwar schon eine Weile her, aber dennoch möchte ich euch gerne noch etwas von Bücherwürmchens Geburtstag erzählen. Das Motto der Feier war „Osterhasen“ – so wie es sich das Bücherwürmchen gewünscht hat. An sich hat es vielleicht nichts direkt mit Büchern oder Geschichten zu tun, aber ich habe den Kindern auch ein Buch vorgelesen, denn ich habe erlebt wie toll Kinder Vorlesestunden in Büchereien oder ähnlichem finden und mir gedacht, dass so etwas auch auf einem Kindergeburtstag seinen Platz hat. Außerdem kann man bei Themengeburtstagen auch immer gute Ideen für kleine Aktivitäten beim Vorlesen entsprechender Bücher finden.

Als Einladung haben wir natürlich Häschen ausgeschnitten. Die Deko war dieses Mal überhaupt kein Problem. Wir hatten ja alles schon von Ostern. Als Kuchen gab es dann einmal den Butterkeks-Kuchen mit Eier- und Hasen-Verzierung sowie ein Rührteig-Kuchen in Form eines bunten Ostereis.

     

Kleine Vorlesestunde

Während der Papa dann die Eier und ein kleines Oster-Pixibuch im Garten versteckte, habe ich es mir mit den Kindern zum Lesen gemütlich gemacht. Gestartet haben wir mit einem kleinen Lied (Idee vom Vorleseseminar):

Hey ho, heut‘ wird vorgelesen, von Hasenkindern und andren spannenden Wesen, hört neue Geschichten, hört neue Geschichten! (nach der Melodie: Hejo, spann den Wagen an)

Dann habe ich den Kindern ein verpacktes Buch gezeigt. Hm, worum geht es in dem Buch wohl? Ein paar Hinweise werden uns die Gegenstände aus dem Beutel geben. Einzelne Kinder durften nacheinander jeweils eine Sache heraus holen: Eine Tafel, ein Schultisch, einen Schulranzen, einen Fuchs und ein Häschen. Ui, ein Fuchs und ein Häschen, ob das wohl gut ausgeht? Und was sollen wohl die ganzen Schulsachen? Das Geburtstagskind durfte dann das Buch auspacken. Es war natürlich „Die Häschenschule“. Mit Bewegungen und Zeigen der Bilder habe ich den Kindern dann das Buch vorgelesen.

    

Das Osterhasen-Diplom

Anschließend ging es dann nach draußen, wo die Kinder die Eier suchen durften. Zum Glück blieb es die ganze Zeit trocken, obwohl es ansonsten kein schönes Wetter war. Aber wir mussten doch noch unser Hasendiplom machen. Drei Aufgaben mussten dafür erfüllt werden. Was müssen Osterhasen alles können? Eier vorsichtig transportieren (Eierlauf), hüpfen und dem Fuchs schnell entkommen (Sackhüpfen) und Verstecke finden (Topfschlagen). Alle Kinder haben natürlich das Osterhasendiplom geschafft und als Belohnung ein Ü-Ei bekommen (Bücherwürmchen hat sich so sehr gewünscht, dass jeder auf seinem Geburtstag ein Ü-Ei bekommt).

    

Kreativ beim Eier bemalen

Und dann durften die Kinder auch noch eine weitere Osterhasentätigkeit ausprobieren: Jeder bekam ein hartgekochtes Ei und konnte es bunt bemalen und damit man es auch schön auf den Tisch stellen kann, hat jeder noch aus Schwammlappen einen Eierbecher gebastelt.

  

Das war unser Osterhasengeburtstag. Wenn man nun ein entsprechendes Buch zur Osterzeit vorliest, lässt sich sicherlich eine der Aktivitäten als kleine Aktion einbauen. Es muss ja nicht immer gleich alles auf einmal sein. Eine weitere Idee wäre z.B. auch eine Hasenmaske wie Bücherwürmchen sie in einem Familienhotel gebastelt hat. Auf jeden Fall habe ich mit dem Vorlesen auf einem Kindergeburtstag gute Erfahrungen gemacht und auch das Osterhasen-Thema, welches ich zunächst etwas merkwürdig fand, ist durchaus empfehlenswert. Mal gucken, auf welche Idee Bücherwürmchen nächstes Jahr kommt…

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Der Osterklassiker: Stups, der kleine Osterhase

Spätestens in der Grundschulzeit lernt wohl jedes Kind Stups, den kleinen Osterhasen, aus dem Lied von Rolf Zuckowski kennen. Es ist ein fröhliches, spaßiges Osterlied, welches Kindern seit Jahren viel Freude bereitet. Und vielleicht können sie dieses Jahr den kleinen Osterhasen sogar in ihrem Osternest finden, denn der Coppenrath Verlag hat das Lied in einer ansprechenden Geschenkausgabe herausgebracht. In einer Geschenktüte befinden sich ein kleines Pappbilderbuch und ein munter lachender Stoffhase, Stups eben.

In dem Bilderbuch ist das Osterhasenlied abgedruckt, wobei die einzelnen Strophen herrlich in Bildern dargestellt werden. Die bunten, lebendigen Bilder passen sehr gut zu dem Lied, in dem Stups so viele Missgeschicke passieren. Auf der letzten Doppelseite ist dann noch einmal das komplette Lied mit Noten und Akkorden zu sehen.

Schön ist, dass der Stoffhase genauso wie Stups in dem Bilderbuch gekleidet ist, so dass Kinder ihn auch gut identifizieren können.

Insgesamt wurde hier ein nettes und sehr ansprechendes Oster-Geschenkset zusammengestellt, bei dem einfach alles passt.

Stups, der kleine Osterhase, Geschenkset: Buch mit Plüschfigur von Rolf Zuckowski, illustriert von Julia Ginsbach, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62288-8, 14,95€

Nostalgie: Die Häschenschule

In der Osterzeit haben Bilderbücher mit Häschen Hochkonjunktur. Warum also nicht auch der alte Klassiker „Die Häschenschule“? Vielleicht sogar in Form des großes Sammelbandes mit drei Geschichten: „Die Häschenschule“, „Der Häschen-Schulausflug“ und „Ein Tag in der Häschenschule“.

Am bekanntesten ist wohl der Band „Die Häschenschule“ (erstmals 1924 erschienen). Oh, ich mag dieses Buch ja wirklich gerne, auch wenn man natürlich das Rollenbild von Mädchen und Jungen sowie die Pädagogik in dem Buch kritisch sehen muss. Hasenmax wird vom Lehrer am Ohr gezogen und muss in der Ecke Buße tun (im allerersten Entwurf fehlte diese Szene übrigens). So etwas geht selbstverständlich gar nicht, aber dennoch finde ich es in diesem Bilderbuch nicht schlimm, denn man kann daraus mit Kindern durchaus einen historischen Exkurs machen. Wie ging es in der Schule früher zu? Auch die Urgroßeltern der Kinder wurden ja in der Schule oft noch geschlagen, zum Teil auch noch die Großeltern. Auch das Schreiben auf Tafeln oder die alte Schrift kann in diesem Zusammenhang und mit Hilfe des Buches und den Bildern aufgegriffen werden.

Insgesamt dürfen wir als Leser Einblick in einen Schulmorgen der vermenschlichten Häschen nehmen: Frühgebet, Pflanzen- und Tierkunde, Eier malen, Pausenspiele, Musikunterricht, Gartenarbeit und Sportstunde – all dies gehört zur Häschenschule. Die Bilder werden Liebhabern nostalgischer Bücher gefallen, während sie für andere Leser durchaus zu altmodisch sein dürften. Nicht jeder mag auch die Übertragung von menschlichem Verhalten auf die Tierwelt. Für mich bleibt es aber eine fröhliche, schöne Bilderbuchgeschichte, die sich vor allem aber auch durch die Reime gut lesen lässt und schnell im Ohr bleibt.

Vielleicht sollte man allerdings aufpassen, dass dieses Buch nicht das erste Buch für kleine Kinder ist, in dem die Schule thematisiert wird, da man ansonsten ein falschen Bild von der Schule aufbauen könnte und unnötige Ängste schürt. Wir waren vor einiger Zeit mal im Freilichtmuseum und haben uns dort auch eine alte Schule angeschaut und im Nachhinein habe ich überlegt, ob Bücherwürmchen dieses Bild nun von einer Schule hat, denn immerhin kannte er zu dem Zeitpunkt noch keine moderne Schule.

Bücherwürmchen findet „Die Häschenschule“ jedenfalls auf Grund des gefährlichen Fuchses spannend. Dieses Detail bringt er sofort mit dem Buch in Verbindung.

Das zweite Buch im Sammelband ist „Der Häschen-Schulausflug“ (1925). Hier stammen allerdings die Bilder von einem anderen Illustrator. Sie wirken etwas großflächiger und nicht ganz so liebevoll.

Auch hier wird ein Hasenkind am Ohr gezogen. Allerdings vom Vater auf Grund schlechter Noten. Das finde ich beinahe beängstigender als die mittlerweile verbotene Strafe des Lehrers im ersten Band, die man als historischen Aspekt behandeln kann, denn auch wenn natürlich elterliche Gewalt gegenüber Kindern ebenfalls gesetzlich verboten ist, müssen leider einige Kinder tatsächlich mit körperlichen Strafen ihrer Eltern wegen schlechter Schulnoten rechnen.

Ansonsten geht es in dem Buch aber munter zu. Es wird musizierend gewandert und gepicknickt. Auch die Spiele kommen nicht zu kurz. Die Hasenfamilien erleben mit ihrem Lehrer einen fröhlichen Schulausflug.

Der letzte Band in dem Buch „Ein Tag in der Häschenschule“ (1947) hat eigentlich gar nichts mehr mit dem Original zu tun, zumindest was die Autoren anbelangt. Verse und Bilder sind von Anne und Rudolf Mühlhaus. Sie orientieren sich allerdings ganz klar an dem Original und liefern eine würdige Ergänzung. Etwas schade finde ich es, dass im Vorwort nichts zur Entstehungsgeschichte dieses Buches steht, während es einen interessanten Text zur Häschenschule und ihrem Autor gibt. Hier wird auch deutlich, dass es bei diesem Buch nicht um ein pädagogisches, moralisches Anliegen geht und Kinder keineswegs gefügig gemacht werden sollten. Viel mehr erinnert das Buch den Autor an seine Häschen-Rollenspiele mit seinem Sohn, an denen die ganze Familie teilnehmen musste, was auch die Vermenschlichung der Tiere erklärt.

Nun aber zurück zum dritten Band: Hier wird von einem ganzen Tag im Häschenleben erzählt. Was passiert um 7 Uhr, um 8 Uhr, um 9 Uhr usw.? In Reimform geht es vom Aufstehen über den Schulmorgen und den Nachmittag mit Spielen und Hausaufgaben bis zum Zubettgehen. Dabei wird die Uhrzeit über dem Text auf einer großen Uhr mit Zeigern angezeigt. Teilweise befindet sich auf den Bildern zusätzlich eine Uhr. Man kann dieses Buch also auch dazu nutzen um mit Kindern ein wenig die Uhr zu üben. Da es nur um volle Stunden geht, schaffen es Kinder, die die Zahlen lesen können, schon gut, die Uhrzeiten selbst abzulesen.

Ein Buch aus der Häschen-Reihe fehlt freilich in dem Sammelband, der 2014 zum 90jährigen Jubiläum erschienen ist. Das Manuskript zu „Ferien in der Häschenschule“ wurde erst kürzlich entdeckt und ist in diesem Jahr beim Esslinger Verlag erschienen. Auch diese Fortsetzung stammt von Anne und Rudolf Mühlhaus und erzählt natürlich ebenfalls in Reimform von den Erlebnissen in den Ferien. Auf einer Wanderung lassen sich viele spannende Dinge erleben, aber Fritzchen muss auch erfahren, dass man sich bei zu viel Übermut verletzen kann und auf einer notdürftigen Krücke heimkehren muss. Zu Hause endet der Tag dann in heimeliger Atmosphäre. Insgesamt ist dies ein sehr harmonisches Buch, in dem eine liebevolle Hasenfamilie vorgestellt wird, was mir gut gefällt.

Ich bin mir nicht sicher, ob die Bilder vollendet wurden, denn sie wirken ein wenig blass und skizzenhaft, aber dennoch erkennt man den Stil der Häschenschule in ihnen. Mit den Bildern aus dem ersten Band können sie allerdings nicht mithalten.

Ja, die Bücher sind natürlich alt. Das merkt man Inhalt und Bildern an, aber wen das nicht stört, der erhält mit den Häschenschule-Bücher schöne, nostalgische Bücher, die sich gut lesen lassen.

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Die Häschenschule: Der große Sammelband von Albert Sixtus und Fritz Koch-Gotha u.a., Esslinger Verlag, ISBN: 978-3-480-40089-8, 15€

Ferien in der Häschenschule von Anne und Rudolf Mühlhaus, Esslinger Verlag, ISBN: 978-3-480-40106-2, 9,99€

Unsere Highlights im März

Es gab ein Buch, welches Bücherwürmchen im März sehr oft hervorgeholt hat: „Walross, Spatz und Beutelteufel – Das große Sammelsurium der Tiere“. Damit hätte ich gar nicht gerechnet, aber darüber habe ich ja bereits etwas geschrieben.

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Neben der Beschäftigung mit den Tieren in den außergewöhnlichsten Kategorien, haben wir uns im März auf Ostern vorbereitet: „David, Jona und die Geschichte von Ostern“. Bücherwürmchen kann es immer kaum erwarten, dass wir die Geschichte weiterlesen. Er findet alles sehr spannend und ich bin beeindruckt davon, wie genau er die Kernaussagen der jeweiligen Kapitel versteht. Der Verrat Judas oder das Verleugnen Jesu durch Petrus sind keine einfachen Sachverhalte, aber Bücherwürmchen hat verstanden, dass Judas den Feinden verrät, wo Jesus ist, und dass Petrus sagt, dass er nicht Jesu Freund ist, obwohl das doch gar nicht stimmt. Ich glaube, ich nehme die Ostergeschichte mal als Anlass demnächst ab und zu mal etwas aus der Kinderbibel vorzulesen.

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Da wir uns sowohl ein Buch von Käpt’n Sharky aus der Bücherei ausgeliehen haben als auch ein neues Buch erhalten haben, war Käpt’n Sharky in diesem Monat auch mal wieder ein großes Thema, welches dazu führte, dass morgens im Bett entweder Käpt’n Sharky oder Käpt’n Bücherwürmchen bei uns herumturnte und das Bett zu einem Piratenschiff umfunktionierte…

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Außerdem haben wir das Buch von „Pluck mit dem Kranwagen“ beendet, was jedoch nicht heißt, dass das Buch nun im Regal verschwindet. Dafür haben wir Pluck zu sehr ins Herz geschlossen!

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Schritt für Schritt erfahren, warum wir Ostern feiern

Ich liebe die Weihnachtszeit – mit allem was dazugehört, aber ich bin auch der Meinung, dass die Dinge, die die Weihnachtszeit so schön machen, auch dieser vorbehalten sein sollten. Und so sind Osterkalender, z.B. von Playmobil, analog zum Adventskalender für mich überflüssiger Quatsch, den kein Mensch braucht. Nun habe ich aber einen „Folien-Adventskalender zum Vorlesen und Gestalten eines Fensterbildes“ bekommen und muss zugeben, dass ich das Buch „David, Jona und die Geschichte von Ostern“ dieses Jahr auf jeden Fall anwenden werde. Vielleicht klingt es ein wenig nach billigen Ausreden, aber für mich ist dieses Buch etwas anderes als die Kalender mit Plastikfiguren. Vor allem gefällt es mir, dass durch das Fensterbild die Ostergeschichte mehr ins Bewusstsein gerückt wird, so dass auch Kinder Ostern nicht nur mit Hasen, Eiern und einem leckeren Osterfrühstück verbinden, sondern auch wissen, warum Ostern gefeiert wird. In dieser Verbindung gefällt mir die Idee eines Kalenders eigentlich ganz gut. Stück für Stück erliest man sich so die biblischen Geschehnisse rund um Ostern und klebt ein passendes Bild ans Fenster, so dass das gerade Gelesene nicht direkt in Vergessenheit gerät und auch am Osterfest selbst noch gegenwärtig ist. Ob man dann wirklich 12 Tage lang (= 12 Geschichten und Bilder) Tag für Tag eine Geschichte liest oder mehrere beispielsweise ab Palmsonntag zusammenfasst, ist einem, da es ja keinen traditionellen Osterkalender mit „vorgeschriebener“ Tagesanzahl gibt, selbst überlassen.

Die Geschichte wird, zumindest zu Beginn und am Ende, aus der Sicht von zwei Kindern erzählt: David und Jona gehen nach Jerusalem um die Ankunft Jesu mitzuerleben. Man merkt ihnen an, dass sie dieser Ankunft euphorisch entgegen sehen und dass es vielen anderen Menschen nicht anders geht. Während nun die Geschehnisse ihren Lauf nehmen, treten David und Jona eher in den Hintergrund: Jesus schmeißt die Händler aus dem Tempel, Judas bietet sich an, Jesus zu verraten, das letzte Abendessen Jesu findet statt, Jesus wird verhaftet, Petrus verleugnet Jesus drei Mal, Jesus wird verurteilt, stirbt am Kreuz und ist wieder auferstanden. In dieser Version wird im Übrigen die besondere Stellung Maria Magdalenas hervorgehoben, der Jesus nach seiner Auferstehung als erstes begegnet und der er aufträgt, diese Botschaft weiterzutragen. Die Kinder David und Jona werden während der ganzen Geschichte nur noch ab und zu am Rande erwähnt. Sie beobachten alles, was mit Jesus geschieht, wobei sie am Ende sogar direkten Kontakt zu den Jüngern, Maria Magdalena und zu Jesu Mutter Maria haben, was für mich etwas zu unvermittelt geschieht. Schön finde ich dann aber, dass die Jungen sich Kreuze aus Hölzchen basteln um immer daran erinnert zu werden, dass Jesus bei ihnen ist. In diesem Kontext ist es aber wiederum schade, dass das Kreuz nicht zu den Fensterbildern gehört. Klar, es ist ein Buch für Kinder, aber erstens wird ihnen hier auch die dazugehörige Geschichte erzählt, zweitens finden sie häufig gerade die Szenen, die sich um die Kreuzigung drehen spannend, so dass sie mehr darüber wissen wollen und drittens hätte ja auch ein Bild des Holzkreuzes der Jungen ausgereicht, ein einfaches Kreuz als Erinnerung. Ansonsten passen die Bilder gut zu der Geschichte und ich finde, dass die Ostergeschichte, die ja nicht ganz so einfach die Weihnachtsgeschichte ist, hier kindgerecht aufbereitet wurde.

Ich freue mich jedenfalls darauf sie bald mit Bücherwürmchen gemeinsam zu lesen. Er wird sich bestimmt freuen, wenn wir dann wieder ein Fensterbild zu einem Buch am Fenster haben werden und ich bin gespannt, was er noch von der Ostergeschichte weiß. Wenn er irgendwo ein Kreuz sieht (welches bei ihm im Übrigen überhaupt keinen Schrecken verbreitet), dann sagt er jedenfalls sofort, dass da Jesus gestorben ist, wobei er sich nun schon wundert, dass dann ja ganz schön viele Jesuse gestorben sein müssen, denn er meint ja, dass jedes Jahr Ostern einer stirbt… Die ganze Geschichte, die dazu gehört, findet er dann aber dennoch sicherlich interessant!

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David, Jona und die Geschichte von Ostern – Ein Folien-Osterkalender zum Vorlesen und Gestalten eines Fensterbildes von Karin Jäckel und Milada Krautmann, Kaufmann Verlag, ISBN: 9783780605849, 14,95€

Kindheitserinnerungen Teil 2

Heute bleibe ich noch einmal ein wenig in der Vergangenheit und schreibe etwas mehr zu meinen liebsten Büchern aus meiner Kindheit, die bei meinen Eltern noch im Regal stehen.

Es sind vier komplett verschiedene Bücher, aber alles Bücher, die ich immer noch liebe und die ich gerne meinem Sohn vorlese.

 

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Der Hasenfranz – Scheinbar gibt es vom Hasenfranz mehrere Geschichten und sie sind mittlerweile auch mit anderen Bildern versehen als in unserer Ausgabe. Vielleicht sind die Bilder jetzt moderner, aber ich ziehe natürlich, konservativ wie ich bei Büchern nun mal bin, unsere alte Ausgabe mit den Bildern von Martina Schloßmacher vor. Besonders die Bilder vom Hühnerstall mit den ganzen Eiern, die überall herumliegen, und von den Hasen, die die Eier färben, mag ich gerne. Die Geschichte ist kurz erzählt, aber es ist ein Buch, welches man sich schön in der Osterzeit angucken kann. Außerdem kann man so den fragenden Kindern, die sich immer wieder darüber wundern, wie denn der Hase an die Eier kommt bzw. felsenfest davon überzeugt sind, dass ein Osterhase auch Eier legen kann, eine Antwort geben: Der kleine Hasenfranz möchte Osterhase werden und muss dafür das Eierlegen lernen. Kein Tier kann ihm so richtig weiterhelfen und irgendwann muss er feststellen: „Kein Hase der Welt kann Eier legen!“ Zum Glück gibt es aber die Hühner, die dem Hasenfranz gerne helfen und so nimmt alles ein gutes Ende.

 

Der Hasenfranz von Ursel Scheffler und Martina Schloßmacher

Erhältliche Ausgabe: Die schönsten Geschichten vom Hasenfranz von Ursel Scheffler, Iskender Gider und Hermien Stellmacher, Ravensburger, ISBN: 978-3473324088, 9,95 €

 

 wurzelkinder

Etwas von den Wurzelkindern – Das Buch von den Wurzelkindern ist wohl eines der ältesten Kinderbücher, die heute noch verkauft werden, aber es geht hier ja auch um etwas, was Jahr für Jahr weiterhin Bestand hat: Der Kreislauf der Pflanzen. Im Frühling kommen die Blumen aus der Erde, tanzen fröhlich unter dem Sommerhimmel und kehren dann von Sturm und Wind getrieben im Herbst zurück zur „Mutter Erde“, wo dann die „kleine Schar“ den Winter über schläft, bis sie wieder von der Mutter geweckt werden um sich für den Frühling bereit zu machen. Ich liebe die lieblichen Bilder der Wurzelkinder und ich liebe die Reime in diesem Buch, die ich bis heute nicht vergessen habe. Beides zusammen hinterlässt einfach einen bleibenden Eindruck. Da ist der Inhalt eigentlich zweitrangig, obwohl der ja sogar recht lehrreich ist. Auch auf den Bildern kann man mit den Kindern viele bekannte Pflanzen entdecken. Mein Sohn findet allerdings den Hirschkäfer mit seinen Scheren am besten. Aber so ist für jeden etwas dabei und wir können uns dieses Buch oft gemeinsam angucken. So oft bis mein Sohn mir das Buch „vorlesen“ kann, denn die schönen Verse kann er sicherlich bald auswendig.

 

Etwas von den Wurzelkindern von Sibylle v. Olfers, Thienemann-Esslinger, ISBN: 978-3480225125, 12,99 €

 

 eselbenjamin

Mein Esel Benjamin – Wie gut, dass ein Verlag erkannt hat, welches Klassikerpotential in diesem Buch steckt. Fast jeder, der dieses Buch in seiner Kindheit kennen gelernt hat, bekommt doch sofort nostalgische Gefühle, wenn er dieses Buch sieht. Die Geschichte und die Fotos von dem kleinen Mädchen und dem Esel sind aber auch wirklich einfach zu süß. Eine tolle Freundschaftsgeschichte zwischen Kind und Tier, die man einfach mögen muss – auch heute noch! Vielleicht ist sie auch gerade heute ein Gegenpol zu den vielen Büchern mit bunten, hektischen Bildern und verrückten Geschichten. Hier wird in einem unaufgeregten Ton aus Susis Sicht erzählt, was sie mit ihrem Freund, dem Esel Benjamin auf einer Insel im Mittelmeer erlebt und die schönen schwarz-weiß Fotos zeigen uns, wie die zwei zusammen unterwegs sind, miteinander kuscheln und sich „unterhalten“ und miteinander spielen. Ja, hier wird eine heile Welt aufgezeigt, aber braucht nicht jeder Mal ein Buch, welches einfach nur schön ist?

 

Mein Esel Benjamin von Hans Limmer, FISCHER Sauerländer, ISBN: 978-3-7373-6477-5, 12,99 €

 

 nina

Nina – Dies ist das einzige Buch von den vier Büchern über die ich heute schreibe, welches nicht mehr neu erhältlich ist und ich kann es überhaupt nicht verstehen. Die Bilder sind doch auch für Kinder heute noch herrlich anzugucken und die Geschichte selbst ist auch sehr niedlich. Streit mit der Mutter, Trost beim Opa suchen und dort ein wenig verwöhnt werden – alles auch Themen, die heute genauso aktuell sind wie vor 30 Jahren. Ich habe gerade überlegt, was ich aus dem Buch besonders hervorheben möchte und noch einmal ein wenig darin geblättert, aber fast jede Seite ist so humorvoll und so wunderbar aus der Sicht eines Kindes geschrieben bzw. trifft es so genau den Alltag und das Leben mit Kindern, dass ich fast alles zitieren und erwähnen könnte: Der Streit mit der Mutter, weil Nina meint den Teig selbst machen zu können, wie sie sich dann selbst bemitleidet, zum Opa geht und sich dort gar nicht mehr daran erinnern kann, dass er ihr bereits etwas zum Geburtstag geschenkt hat, so dass sie dann gemeinsam in den Spielzeugladen gehen, in dem sich Nina kaum für etwas entscheiden kann, da sie ja eigentlich alles ganz dringend braucht… Das ist nur der Anfang des Buches. Es ist einfach toll gemacht. Auch die Bilder sind sehr schön und detailreich. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Bilder von Ninas Stoffkatze Würstchen: Einfach grandios wie sie mit ihrem über die Jahre platt gedrückten Hals über der Klappe des Spielzeugherds hängt. Es ist schon traurig, dass nur die Kinder, deren Eltern dieses Buch bereits besitzen, noch in den Genuss dieses schönen Buchs kommen können. Gut, dass meine Schwester, der das Buch gehört, noch keine Kinder hat und das Buch somit noch bei meinen Eltern steht und mein Sohn es sich noch ein paar Mal anschauen kann.

 

Nina von Gunilla Hansson, Ravensburger (Ringelfant), ISBN: 978-3473336562, gebraucht erhältlich