Mit dem Finger dem Schmetterling hinterher

Frühling – nun geht es wieder nach draußen. Die Natur wird langsam wieder grün, Blumen blühen und die ersten Schmetterlinge haben wir auch schon gesichtet. Zu dem schönen Frühlingswetter und der Lebensfreude, die wieder erwacht, passt wunderbar das Finger-Nachfahr-Buch „Durch die Natur“.

Hier fliegt ein freundlicher Schmetterling bei strahlendem Wetter zu einem Baum, einer Blume, vorbei an einem Teich und hoch in die Luft. Das Buch ist ein Buch voller guter Laune. Die Sonne strahlt, der Himmel ist blau, die Wiese flächig grün und man begegnet ein paar freundlichen Tieren.

Da Details und mehrschichtige Hintergründe fehlen, sind die Seiten nicht überladen, was sehr gut tut, da sich ja auch noch der Weg des Schmetterlings und der anderer Tiere als Nachfahrspur deutlich über die Seiten schlängeln. Kinder können dem Schmetterling auf diesen Spuren, die durch eine Struktur hervortreten, mit dem Finger folgen. Auch Ente und Frosch hinterlassen eine fühlbare, erhabene Spur. Durch die Nachfahrspur können die Kinder hier selbst aktiv werden, was einerseits motivierend ist und Spaß macht und andererseits die Feinmotorik schult.

Der Text ist recht kurz, aber schön und flott gereimt. Er hat für dieses Buch genau die richtige Länge. Auf längere Texte hätten Kinder hier sowieso keine Lust, da das Nachfahren zu verlockend ist. Die Flugwege des Schmetterlings eigenen sich natürlich besonders gut zum nachfahren. Manchmal hat mich die Position des Schmetterlings etwas irritiert. Eigentlich fliegt er wohl von links nach rechts, aber ab und zu befindet er sich auf der rechten Seite der Spur mit Blick auf die Schleifen und Kurven, so dass man intuitiv dort anfängt und so in die „falsche“ Richtung spurt. Wenn man dann jedoch am Ende angekommen ist, passt es dann doch, denn man soll ihn auch auf seinem Weg zurück begleiten.

Insgesamt gefällt mir dieses Buch und sein Konzept gut und auch Kinder verschiedenen Alters haben (zumindest kurzfristig) viel Spaß daran. Die Texte lassen sich auch von Leseanfängern gut erfassen und das Nachfahren ermöglicht ihnen willkommene Pausen vom Lesen. Es ist zwar sicherlich kein Buch, welches ich für einen 5- oder 6-Jährigen anschaffen würde, aber wenn es sowieso schon vorhanden ist, lässt es sich gut für verschiedene Dinge einsetzen.

Finger-Nachfahr-Buch: Durch die Natur von Johanna Fritz und Barbara Heinlein, Tessloff Verlag, ISBN: 978-3-7886-3925-9, 7,95€

Wild, aber glücklich

Es gibt ein Buch, welches ich schon allein auf Grund des Covers mag: „Wild“. Das Cover ist einfach nur beeindruckend! Aber auch die Bilder im Buch sind toll und machen viel her. Der Blick des Betrachters fällt dabei immer vor allem auf das wilde Mädchen, welches sich harmonisch in die Bilder des Waldes einfügt und im Leben der Menschen nur Chaos anrichtet.

Das Mädchen, das im Text nur „sie“ heißt, wächst im Wald auf und lernt alles von den Tieren: Sprechen („Krah“), essen und spielen. Nichts fehlt ihr. Sie ist glücklich. Doch dann wird sie von Menschen in die Stadt gebracht. Auf einmal soll sie anders sprechen, spielen und essen als bisher, denn die Menschen versuchen ihr ein zivilisiertes Benehmen beizubringen. Doch aus Sicht des Mädchens machen die Menschen alles falsch und es ist völlig unglücklich. Am Ende geht es zurück zu den Tieren, denn nur dort ist es wirklich glücklich.

Das Leben in Wald und Zivilisation ist einfach zu unterschiedlich. Glückliches, wildes und unschuldiges Leben kann sich nicht Zwängen von außen unterwerfen.

Die Geschichte nimmt ein gutes Ende, aber trotzdem stimmt mich der Satz „Es war gut, dass sie fort war“ irgendwie traurig. Klar, das Mädchen war wieder frei und glücklich und darum geht es, aber für mich klingt auch ein Aufgeben, eine Nicht-Akzeptanz des Kinder oder ein Nicht-Lieb-Gewinnen des Mädchens darin mit, auch wenn vielleicht gerade das Fortgehenlassen für eine Akzeptanz spricht. Es ist ein Satz, der nachdenklich stimmt und der mich lange über die Geschichte nachdenken lässt.

Bücherwürmchen mag das Buch, auch wenn er es vielleicht noch nicht so ganz versteht. Er ist beeindruckt von dem wilden Spiel des Mädchens mit den Füchsen und vom natürlichen Fischfang mit den Bären. Aber er nimmt auch bereits selbst die zivilisierte Blickrichtung ein und meint, dass das Kind in der Stadt alles falsch macht, während im Buch aus Sicht des Mädchens gesagt wird, dass die Menschen falsch sprachen, aßen und spielten. Wie schnell doch ein Kind die Werte und Normen von Erwachsenen übernimmt. Würde sich ein Kind ohne die Beeinflussung von Eltern und Erziehern an einem chaotischen Zimmer stören? Vermutlich nicht! Bücherwürmchen war jedenfalls entsetzt über die zerstörten Gardinen und Möbel im Wohnzimmer, die das Mädchen zurück ließ. Interessanterweise wechselt er seine Sichtweise aber noch. Bei den Waldseiten ist er ganz bei dem Mädchen und freut sich über seine Wildheit und bei den Stadtseiten nimmt er die Position der Gesellschaft ein und meint, dass das Kind richtig sprechen müsse.

Insgesamt ist „Wild“ auf jeden Fall ein tolles Buch, welches einiges offenbart, zum Nachdenken anregt und welches vor allem dank der Kraft der Bilder einfach beeindruckend ist.

 u1_978-3-7373-5121-8

Wild von Emily Hughes, Sauerländer, ISBN: 978-3-7373-5121-8, 14,99€

Vorleseaktion „Hör zu – Mach mit“: Entdecke die Natur

In unserer Gemeindebücherei findet regelmäßig die Aktion „Hör zu – Mach mit!“ statt. Hier wird Kindern zu einem bestimmten Thema etwas vorgelesen und die Kinder können beispielsweise bei einer kleinen Bastelei oder ähnlichem selbst aktiv werden. Eigentlich ist diese Aktion für Kinder von 5 bis 7 Jahre (und eine weitere für ältere), aber ich habe mit Bücherwürmchen schon zwei Mal daran teilgenommen und er wollte von sich aus auch immer wieder dorthin. Gestern hatten wir wieder einen Besuch der Aktion geplant, allerdings kam dann am Montag ganz überraschend ein Anruf der Bücherei und ich wurde gefragt, ob ich die Aktion dieses Mal spontan übernehmen könne, da die üblichen Vorleserinnen beide verhindert seien. Kurz überlegt, aber dann direkt zugesagt, denn ich liebe es ja Kindern vorzulesen. Allerdings habe ich auch direkt gesagt, dass ich es wohl nicht schaffen werde, mir so schnell auch noch eine passende Aktivität zu überlegen. Kein Problem, ich solle einfach aus meinem Lieblingsbuch vorlesen, alles andere sei ja zu viel verlangt. Ich müsse mich auch nicht an das Thema halten. Es wäre schon toll, wenn ich ihnen durchs Vorlesen aus der Patsche helfen könnte. Na, dann, das sollte ich doch schaffen! Aber ich bin dann ja doch auch ein bisschen ehrgeizig und möchte das Ganze so gut wie möglich machen, also habe ich mir erst einmal das Thema vorgenommen: „Entdecke die Natur“ hieß es zum zweiten Mal in Folge. Da wir letztes Mal dort waren und ich mitbekommen hatte, in welche Richtung das Thema ging, konnte ich also darauf aufbauen. Die Kinder hatten festgehalten, was alles zur Natur gehört (Tiere, Pflanzen etc.), Tier- und Naturgeschichten gehört und Kressesamen gepflanzt. Ein paar Bücher zu diesem Thema habe ich natürlich auch in meinen Regalen stehen. Letztendlich habe ich mich für folgende Geschichten/Bücher entschieden: „Mama Muh betrachtet den Sonnenuntergang“, „Professor Pfeffers tierisches Abenteuer“, „…das verspreche ich dir“, „Etwas von den Wurzelkindern“ und „Aufruhr im Gemüsebeet“. Insgesamt war die Auswahl nicht schlecht, allerdings habe ich noch einmal festgestellt, dass man auch für Kinder in diesem Alter am besten Bücher mit Bildern nimmt. Das reine Zuhören fällt ihnen doch noch recht schwer.

9783789158643

Bei dem Buch „Professor Pfeffers tierisches Abenteuer“ konnten die Kinder immer das Tier suchen, welches nicht in die Gegend (Wald, Savanne etc.) passt. Daran hatten die Kinder viel Spaß und es war eine gute Auflockerung zwischendurch.

9783407795915

Das Buch „…das verspreche ich dir“ mag ich persönlich sehr gerne und ich habe es auch schon ein paar Mal im Schulunterricht verwendet. Es geht um das Murmeltier Bruno und um einen Löwenzahn. Die beiden freunden sich im Frühjahr an, doch irgendwann fragt die Blume das Murmeltier, ob es ihre vertrauen würde. Klar, schließlich sind sie doch Freunde. Nun soll das Murmeltier kräftig pusten, der Blume vertrauen und alles würde gut werden. Die Samen der Pusteblume fliegen davon und das Murmeltier ist ganz traurig, dass es seine Blume zerstört hat und es fragt sich, was die Blume gemeint hat, als sie sagte, dass alles gut werden würde. Im nächsten Frühjahr, als es aus dem Winterschlaf erwacht, weiß es, was die Blume meinte: Vor seiner Höhle leuchtet ein gelbes Meer an Löwenzahnblüten. Der Anblick dieser Seite ist jedes Mal wieder beeindruckend und zaubert regelmäßig ein staunendes Lächeln in das Gesicht der Kinder.

mne_DE_A Promise 2nd ed cov z

Im Anschluss an diese Geschichte habe ich mir dann sogar eine kleine Aktion überlegt: Die Kinder durfte Postkarten gestalten. Zunächst sollten sie mit Bunt- und Wachsmalstiften Gras und Stängel auf die Karte malen und anschließend konnten sie mit dem Finger bunte, leuchtende Blüten in das Grün stempeln. Daran hatten alle viel Spaß und einige Kinder haben sogar zwei Karten gemacht.

IMG_9800

Passend zu den Blumen ging es dann mit den Wurzelkindern weiter. Ich hatte ein wenig befürchtet, dass die Kinder diese alte Geschichte langweilig finden würden, aber sie waren irgendwie ganz beeindruckt davon. Nur Bücherwürmchen meinte, als ich das Buch auspackte: „Oh nein, nicht die Geschichte. Die ist langweilig.“ Aber auch er hat dann doch gut zugehört. Insgesamt hat es mit ihm gut geklappt, wobei es ihm wieder sehr wichtig war, dass er viel sagte, viel wusste und von mir dabei gelobt wurde. Das ist immer etwas anstrengend, aber er fand es letztendlich schön, dass ich dort vorgelesen habe.

wurzelkinder

Am Ende hatten wir dann noch etwa eine Viertelstunde Zeit (insgesamt dauert die Veranstaltung eine Stunde). Ich hatte nur noch „Aufruhr im Gemüsebeet“ dabei, eine recht lange Geschichte, und ich war mir etwas unsicher, ob sie nicht vielleicht für die Kinder zu lang sei. Trotzdem habe ich sie dann hervor genommen und angefangen sie vorzulesen und die Kinder haben wirklich sehr gut zugehört. Die langen Texte störten sie überhaupt nicht, denn sie hatten ja auch die Bilder zum Anschauen und außerdem waren  ihnen auch Pettersson und Findus bekannt. Ich habe versucht das Buch beim Lesen neben mich zu halten, so dass ich während des Lesens den Kindern die Bilder zeigen konnte. Zwischendurch habe ich die Kinder immer mit kleinen Fragen oder Suchaufträgen ein wenig mit einbezogen und so waren alle ganz bei der Sache. Da die Zeit für dieses Buch etwas knapp war, habe ich die letzten Zeiten dann nur noch erzählt, aber das ging auch gut.

9783789169021

Insgesamt würde ich sagen, dass ich das Ganze so auf die Schnelle gut hinbekommen habe. Es hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht!

Aus diesem Buch spricht das wahre Kinderglück

Neulich schrieb ich von einer besonderen Art der Bilderbücher, die es in meiner Kindheit häufiger gab: Fotobilderbücher. Heute sehe ich solche Bücher seltener, aber es gibt sie dennoch auch in der heutigen Zeit. Ein ganz neues Buch dieser Art ist „Lulu & Pip“ – ein Bilderbuch über das Mädchen Lulu und seine Puppe Pip in farbigen Fotos. Lulu ist ein fröhliches, aufgewecktes Mädchen, welches gerne etwas erleben möchte, aber immer muss ihre Puppe Pip dabei sein. So freut sie sich auch sehr als es in die „Wildnis“ zum Zelten geht. Dort trifft Lulu Pedro, den Esel, sie spielt am Wasser, sitzt am Lagerfeuer, klettert auf Bäume und hat einfach den lieben, langen Tag Spaß draußen in der Natur. Ein richtiges Kinderabenteuer eben.

Lulu ist ein sympathisches Mädchen mit Sommersprossen und Pip ist eine von Jess Brwon genähte Puppe, welcher man ansieht, dass sie geliebt wird. Man hat also direkt Lust darauf, den beiden durch das Buch zu folgen. Die Eltern werden zwar im Text erwähnt, auf den Fotos sieht man sie allerdings  nicht. Das Kind und sein Spiel stehen im Vordergrund. Die Bilder zeigen nur Lulu, Pip und Pedro.

Man spürt das Leben, das Abenteuer und den Sommer auf den Fotos und man bekommt sofort Lust darauf, selbst noch einmal das Leben so ungezwungen wahrzunehmen und zu erleben.

Es ist ein schönes, leichtes Buch, welches an sich keine große Geschichte erzählt, aber in welchem dennoch die ganz große Geschichte des Glücks und des kindlichen Spiels und Erlebens steckt.

Die Sätze sind kurz und einfach, beinahe etwas zu einfach für Kinder ab 3 Jahren, aber dafür sind auch einige Seiten zu bewältigen.

Mein Sohn hat sich das Buch gerne angeschaut. Am interessantesten fand er den Esel Pedro und so freut er sich jedes Mal, wenn er am Ende wieder auftaucht und Lulu zurück zum Zelt begleitet. Die anderen Seiten möchte er dahingegen schnell weiterblättern und er fragt dann immer nur, wo denn Pedro sei…

Ich finde es immer wieder spannend, was Kinder sich aus so einem Buch herauspicken. Oft sind es gar nicht die Dinge, die im Vordergrund stehen oder die uns Erwachsenen auffallen, sondern eine Randfigur, ein bestimmtes Bild, eine Kleinigkeit, die sie interessiert, bewegt oder irritiert… Aber genau deshalb macht es ja auch so viel Spaß sich mit Kindern Bücher anzugucken und sich mit ihnen auszutauschen! Durch Bücherwürmchen ist mir der Esel in diesem Buch besonders ans Herz gewachsen und er hat nun auch Freude an dem Bild, auf dem Lulu und Pip mit den Füßen im Wasser stehen, denn auf diese Szene habe ich ihn aufmerksam gemacht. So bereichern wir uns beim Bücher lesen gegenseitig und freuen uns immer wieder auf unsere gemütlichen Lesemomente auf dem Sofa, bei denen wir uns nicht nur körperlich ganz nah sind.

mar_img_9783855815593

Lulu & Pip von Nina Gruener und Stephanie Rausser, Bohem Verlag, ISBN: 978-3855815593, 14,95 €

Weihnachten im Wald

Ich habe euch ja schon das Buch „Stille Nacht – Das leise Weihnachtsbuch“ vorgestellt. Heute möchte ich euch ein weiteres Bilderbuch vorstellen, welches ebenfalls viel Ruhe und Frieden ausstrahlt: „Weihnachtsspuren im Winterwald“.

Eigentlich hat das kleine Mädchen gar keine Lust nach draußen zu gehen. Es ist kalt, aber es liegt kein Schnee – was soll es da schon draußen zu entdecken geben? Doch Mutter und Kind begeben sich dennoch auf einen Spaziergang durch den Winterwald: „Die Bäume standen still und groß. Wir gingen durch den Winterwald“. Dieser Satz zieht sich durch das ganze Buch und seine Wiederholung trägt schön zu der Atmosphäre des Buches bei. Und auf einmal, als Mutter und Tochter ganz genau hinschauen, entdecken sie jede Menge: ein kleines Tännchen, eine große Tanne mit Tannenzapfen, einen Baum mit Rissen in der Rinde und Marienkäfer, die an Blättern schlafen. Bei all ihren Entdeckungen stellen sie sich vor, wie die Tiere im Wald Weihnachten feiern. Sie sehen das kleine Tännchen geschmückt mit Beeren und Flechten vor sich und sie überlegen sich, wie der Hirsch sein Geweih am Baum für das Weihnachtsfest putzt. Auf einmal ist Leben im ganzen Wald. Die Bäume sind nicht mehr still und groß, sondern sie sind wichtige Requisiten für das Weihnachtsfest der Tiere, der Hirsche, Vögel und Hasen und vielleicht auch der Marienkäfer, wenn sie zum großen Fest aus ihrem Winterschlaf erwachen.

Die Geschichte ist ganz ruhig, es passiert nichts großartiges, aber dennoch nimmt einen das Buch ganz für sich ein. Man folgt der Mutter und der Tochter durch den Wald und lauscht ihren leisen Gesprächen, bei denen sie erst gemeinsam überlegen, was sie dort sehen und anschließend Mutmaßungen anstellen, wie die Tiere es in ihr Weihnachtsfest einbinden. Der Winterspaziergang entfaltet seinen ganz eigenen Zauber. Und auch der Leser kann in die Bilder noch etwas hinein interpretieren. Die Mutmaßungen im Buch erfolgen immer erst auf der nächsten Seite, so dass man sich selbst überlegen kann, inwiefern zum Beispiel die Tannenzapfen ein Weihnachtsessen sein können. Hinzu kommt, dass die Bilder ganz sparsam gezeichnet wurden. Man sieht nur das von dem Wald, auf das Mutter und Kind gerade aufmerksam werden. Alles andere bleibt der eigenen Fantasie überlassen, aber gerade diese Art der Bilder, die ganz behutsam das Weihnachtsfest in Szene setzen, tragen zum Zauber dieses Buches bei. Und vielleicht entdeckt man ja beim nächsten Spaziergang durch den Wald selbst ein paar Dinge, die auf das große Fest der Tiere hindeuten. Ich freue mich jedenfalls schon darauf, mit Bücherwürmchen im Wald nach Weihnachtsspuren zu suchen…

0676_Weihnachten im Wald_Cover_z.indd

 

Weihnachtsspuren im Winterwald von Narisa Togo, atlantis, ISBN: 978-3715206769, 14,95€

 

Eine Übersicht zu weiteren in diesem Blog vorgestellten Weihnachtsbüchern gibt es hier.

Eine Geschichte über Mut und Zusammenhalt mit wunderschönen Bildern

Eigentlich völlig absurd, aber das Buch „Chacha-Casha – Das kleine Chamäleon“ fand ich allein deswegen schon sympathisch, weil es in einem Verlag mit dem schönen Namen „Glückschuh Verlag“ erschienen ist. Außerdem sieht das Buch natürlich auch schon von außen toll aus. Es besticht einfach durch seine bunten Farben, die dennoch nicht aufdringlich wirken und auch wenn sie klar voneinander abgegrenzt sind, dennoch miteinander verschmelzen. Die Farbgestaltung des Buches passt hervorragend zu dem Wesen eines Chamäleons. Das ist wirklich gut gemacht und vor allem vermitteln die Bilder eine schöne, freundliche Atmosphäre – vor allem diejenigen, die im Garten, in der Freiheit, spielen.

Es ist gar nicht so einfach dieses Buch vorzulesen. Zumindest mir hat der Name des kleinen Chamäleons einige Schwierigkeiten bereitet und ich habe mich das eine oder andere Mal bei der Aussprache von „Chacha-Casha“ verhaspelt. Aber irgendwie passt der Name einfach zu diesem Tier. Chacha-Casha hat es gar nicht so einfach zwischen den anderen Chamäleons, denn er ist, so wie es seine Mutter wünscht, immer sehr vorsichtig und ängstlich. Er kann sich hervorragend verstecken. Die anderen Chamäleons machen sich deswegen gerne über Chacha-Casha lustig. Doch eines Tages sollte sich dies grundlegend ändern, denn am Ende ist es Chacha-Casha, der mutig und geschickt, so dass ihn keiner sieht, die anderen Chamäleons rettet.

Das Buch beinhaltet also nicht nur tolle Bildern, sondern auch eine schöne Geschichte über Mut, Akzeptanz von anderen, Zusammenhalt und die Talente eines jeden. Jedes Chamäleon kann etwas anderes besonders gut und wenn sie alle zusammenhalten, dann sind sie am stärksten und können sich sogar vor den großen Menschen schützen. Gerade für Kinder ist es immer besonders schön, wenn jemand Kleines am Ende der Held ist, denn oft identifizieren sie sich mit den Kleinen und Schwachen. Mit ihnen fiebern sie besonders mit und so freute sich auch Bücherwürmchen über das Ende der Geschichte. Außerdem hatte er in dem Buch ein neues Wort kennen gelernt, welches ihn sehr beeindruckt hat: „Zweibeiner“. Zunächst fand er dieses Wort etwas merkwürdig und er konnte damit nicht viel anfangen, aber dann betonte er immer wieder, dass er auch ein Zweibeiner ist. Aus seiner Sicht ist er aber natürlich nicht gefährlich. Also kommt bei der Warnung der Chamäleon-Mutter auch wieder sein Lieblingsfragewort zum Tragen: Warum! „Warum sind die Zweibeiner besonders gefährlich?“ Dies kann man zum Glück anhand der Geschichte gut erklären…

Mir persönlich gefällt die Harmonie in dem Bilderbuch sehr gut. Diese wird sowohl durch die Bilder, die Geschichte und die Art des Textes erzeugt. Gerade dadurch, dass in kurzen Abschnitten mit vielen Pausen die Geschichte erzählt wird, strahlt sie eine große Ruhe aus. Toll ist auch die Verbindung des Anfangs und des Endes mit ähnlichen Sätzen. Mein Lieblingssatz des Buches ist „Mal schaut er mit dem linken Auge rechts herum, mal mit dem rechten Auge links herum.“ Diesen Satz findet man sowohl zu Beginn als auch zum Schluss. Sehr schön! Das gefällt mir.

chacha

 

Chacha-Casha: Das kleine Chamäleon von Dorothea Fechsig und Alaa El-Bundegji, Glückschuh Verlag, ISBN: 978-3-943030-09-9, 9,95€

Den Top Ten Thursday als Idee genutzt: Bücher mit mehreren Enden

Top Ten Thursday

Heute lautet das Thema des „Top Ten Thursdays“: „10 Bücher, deren Ende du gerne umschreiben würdest“. Puh, da muss ich ehrlich sagen, dass mir da bisher kein Kinder- oder Bilderbuch so spontan eingefallen ist, wobei es da sicherlich auch einige gibt… Meine Schweigermutter hat mal ein Buch beim Aldi gekauft: „Emil Elefantenkind“. Das war mir zu traurig, so dass ich das geringfügig ändern würde, damit der kleine Elefant Emil wenigstens den Onkel (?), der ihm wichtig ist, ab und zu mal treffen kann. So genau kann ich mich allerdings nicht mehr an die Geschichte erinnern.

Da ich es dieses Mal nicht geschafft habe, eine Liste zu erstellen, nenne ich heute mal zwei Bücher, die zumindest ein wenig mit dem Thema zu tun haben. Und zwar sind dies Bücher, bei denen man zwischen verschiedenen Enden wählen kann. Man hat also auch selbst einen Einfluss auf das Ende des Buches, auch wenn es ein vorgegebenes ist.

Es handelt sich um die Bücher „Mats und die Wundersteine“ und „Alexandra, wohin fährst du?

In beiden Büchern wird durch die unterschiedlichen Ausgänge aufgezeigt, welche Folgen das eigene Handeln haben können.

Bei Mats und den Felsmäusen geht es darum, wie die Mäuse mit den Ressourcen der Umwelt umgehen. Gehen sie rücksichtsvoll vor oder denken sie nur an sich und vergessen, was sie der Insel zu verdanken haben? Natürlich sind die leuchtenden Steine äußerst verlockend. Sie verändern sofort die ungemütliche Atmosphäre in den Mäusehöhlen, während draußen der Sturm tobt. Kein Wunder also, dass jede Maus so einen Wunderstein haben möchte. Das ist soweit auch alles in Ordnung. Jede Maus kann ihren Stein haben, wenn sie der Insel dafür einen anderen zurück gibt. Auf diese Weise bleibt alles im Gleichgewicht. Wenn aber aus der Suche nach den schönsten Steinen ein Wettstreit entsteht und jeder nur noch sein eigenes Wohl im Sinn hat, dann ist nicht nur das Fortbestehen der Insel, sondern auch das eigene Leben bedroht.

Diese zwei Handlungsvarianten werden in einem „glücklichen“ und einem „traurigen“ Ende aufgezeigt. Ich persönlich bin natürlich immer für ein „Happy End“, aber genauso klar war es eigentlich auch, dass Bücherwürmchen erst einmal das traurige Ende ausgewählt hat. Alles was irgendwie in Richtung gruselig und erschreckend geht, zieht ihn an. Natürlich musste dann trotzdem anschließend noch das positive Ende gelesen werden. Ich glaube, wenn man die Wahl bei einer Geschichte hat, ist es besonders spannend, die andere Möglichkeit ebenfalls kennen zu lernen.

Übrigens sind die Bilder in dem Buch „Mats und die Wundersteine“ ganz bezaubernd und gerade für Kinder sind natürlich die glitzernden Steine der Hit (ähnlich wie die Schuppen bei dem Regenbogenfisch vom selben Autor).

U1_978-3-314-01726-1_2D-NSV

In dem Buch „Alexandra, wohin fährst du?“ kann das Kind für Alexandra entscheiden, ob sie, wie abgesprochen mit dem Fahrrad auf dem Wanderweg zur Oma fährt. Zwei andere Möglichkeiten sind aber auch verlockend: Da ist zum einen die Landstraße, auf der Alexandra mit dem Fahrrad so richtig entlang sausen könnte, und zum anderen kommt sie an Tims Haus vorbei: Vielleicht könnte sie ihn besuchen und mit ihm spielen? Wofür entscheidet sich Alexandra/das Kind? Je nachdem, welchen Weg Alexandra nimmt, wird sie etwas anderes erleben. Der Leser kann hier also aus drei verschiedenen Enden wählen.

alexandra

Die Idee, den Leser auf diese Weise mit ein zu beziehen gefällt mir gut. So wird die Geschichte auch ein wenig die Geschichte des Lesers und es wird deutlich, dass ein bestimmtes Ende nicht unausweichlich ist. Es gibt immer mehrere Möglichkeiten für ein Ende, auch bei Büchern, bei denen man nicht wählen kann. Da muss man dann allerdings selbst kreativ werden.

Bei welchen Büchern würdet ihr das Ende gerne umschreiben? Kennt ihr Bücher, bei denen man die Geschichte mit beeinflussen kann?

Mats und die Wundersteine – Eine Geschichte mit einem glücklichen und einem traurigen Ende von Marcus Pfister, Nord-Süd Verlag, ISBN: 978-3314017261, 14,95 €

Alexandra, wohin fährst du? von Felix Sonnenschein und Wolfgang Slawski, Hamburger Kinderbuch, ISBN: 978-3866310049, 14,95 €

So macht „Öko“ Spaß!

Ich rezensiere ehrenamtlich für die Ajum der GEW Bücher. Immer wenn wieder ein Päckchen mit Rezensionsexemplaren kommt, bin ich beim Öffnen ganz aufgeregt und schaue neugierig nach, welche Bücher ich denn dieses Mal bekommen habe. Ich liebe diesen Moment, in dem ich jedes Buch einzeln heraus nehme, kurz betrachte und dann auf den Stapel neuer Bücher lege. Später am Tag gönne ich mir dann ein paar Minuten um ein wenig in den neuen Büchern zu blättern oder das ein oder andere schon einmal Bücherwürmchen zu zeigen. Oft ist ein kleines Bücherschätzchen dabei. Auch dieses Mal habe ich mich über ein Buch sehr gefreut: „Mein kleiner Dschungel“. Warum ließ ausgerechnet dieses Buch mein Herz sofort höher schlagen? Auch wenn ich mich noch nicht dazu entschlossen habe, ein Abo bei librileo abzuschließen, so habe ich doch mal gelinst, welche Bücher denn dieses Mal in der Bücherbox gewesen wären. Für die 3-4jährigen waren es zwei Bücher, die ich tatsächlich noch nicht kannte. Am liebsten hätte ich diese zwei Bücher sofort bestellt, denn sie klangen durchaus sehr interessant. Eins davon war „Mein kleiner Wald“. Ja, das hätte mich, nachdem ich es mir im Internet etwas genauer angeguckt hatte, schon gereizt… Aber ich habe mich brav zurückgehalten. (Den zweiten Titel des Librileo-Päckchens „Was schmeckt den Tieren“ habe ich freundlicherweise vom Beltz & Gelberg Verlag erhalten um ihn euch passend zum Herbst vorzustellen.)

Und nun lag in meinem Rezensionspäckchen ein Buch aus der gleichen Reihe! Was für ein glücklicher Zufall! Nun war ich natürlich richtig neugierig auf das Buch und Bücherwürmchen durfte es gleich mit testen und unser Urteil lautet: Es ist ein sehr, sehr schönes Buch. Thema, Bilder und Material bilden bei diesem Buch einen wunderbaren Einklang. Das Buch, welches etwas über die Natur, in diesem Fall über den Dschungel, erzählt ,ist auch äußerlich ein „Naturbuch“, denn es wurde auf Recyclingpapier mit Ökofarben gedruckt. Und genau diese Kombination macht das Buch so unwiderstehlich. Es ist einfach schön. Schön anzugucken und schön anzufassen. Drei Tiere (Jaguar, Affe und Papagei) führen den Leser durch den Dschungel und zeigen ihm Tiere, Pflanzen und Früchte ihres Lebensraumes. Auf den einzelnen Seiten sind die Tiere und Pflanzen übersichtlich und beschriftet dargestellt, so dass man schnell die Begrifflichkeiten lernen kann. Eigentlich ist Bücherwürmchen, auch wenn die Altersangabe für dieses Buch ab 3 Jahre lautet, schon viel zu alt für „Mein kleiner Dschungel“. Solche Bücher haben wir uns vor ein bis zwei Jahren angeschaut, aber dennoch mag er dieses Buch irgendwie. Er freut sich, wenn er die Zeichnungen richtig benennen kann und irgendwie kommt einem dieses Buch auch nicht „nur“ wie ein Sachbuch vor. Man taucht richtig in den Dschungel ein und wird ein Begleiter von Affe, Papagei und Jaguar. Mich freut es jedenfalls, denn ich hatte mich allein durch das Konzept schon in dieses Buch verliebt. Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass auch Bücherwürmchens Begeisterung für dieses Buch noch ein wenig anhält, ansonsten ergänzt es eben einfach meine Sammlung schöner Bilderbuchschätze.

 

Ach, übrigens, vielleicht kann uns jemand noch die letzte Seite erklären. Uns ist die Bedeutung „Augen auf!“ und der Fingerzeig der Tiere nach rechts nicht klar geworden. Sollen wir aufmerksam durch die Natur gehen? Lauert eine für uns nicht sichtbare, gut getarnte Gefahr im Dschungel? Wer kann es uns verraten?

Mein kleiner Dschungel

 

Mein kleiner Dschungel von Katrin Wiehle, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3407795786, 8,95 €

Der Herbst im Jahreszeitenreigen

Häufig gehören Herbst-Bücher in eine Jahreszeitenreihe. So gibt es ebenso zu dem Herbst-Wimmelbuch Bücher zu den anderen Jahreszeiten wie auch bei dem Herbst-Pappbuch von Eva-Maria Ott-Heidmann und bei den Büchern „So schön ist der Herbst“ und „Der Maulwurf im Herbst“.

Im Herbst-Wimmelbuch ist nun endlich der neue Kindergarten fertig gebaut und wird mit einem Laternenumzug eingeweiht. Die Gänse machen sich auf den Weg in den Süden, es gibt einen Kürbiswettbewerb und ein Herbstfest, Drachen steigen in den Himmel und natürlich liegen auf der Straße bunte Blätter. Auch der Bauernhof hat sein Angebot dem Herbst angepasst: nun gibt es Pilze, Kürbisse, Nüsse und Birnen zu kaufen. Neben vielen herbsttypischen Details trifft man in dem Buch natürlich auch auf die bereits bekannten Bewohner aus Wimmlingen: Susanne hat mal wieder ein Problem mit ihrer Kopfbedeckung, Elke und Manfred planen ihre Hochzeitsreise, Oskars Laternenwahl fällt natürlich auf eine Gans und der Papagei Niko ist erneut ausgebüxt. Auch im Herbst gibt es also wieder viel zu entdecken!

9783836951012

Das Buch mit dem einfachen Titel „Herbst“ ist ebenfalls ein Pappbilderbuch ohne Text. Auf fünf Doppelseiten werden herbstliche Situationen gezeigt: Obsternte, Wind und Drachensteigen lassen, Sankt Martin, Regenwetter und Nebel. Eigentlich guckt sich Bücherwürmchen so einfache Bilderbücher kaum noch an, aber wir haben es uns dennoch einige Male angeschaut und viel zum Herbst erzählt. Vor allem konnte mit Hilfe dieses Buches der Nebel noch einmal in Bücherwürmchens Bewusstsein gerufen werden. Und jeden Morgen, an dem es nun neblig ist, kann ich nun auf dieses Buch hinweisen und den Nebel als Beweis, dass nun tatsächlich Herbst ist, anführen, was mir wiederum Recht gibt, dass die kurze Hose morgens im Schrank bleibt… Die Bilder sind recht einfach und sie erinnern ein wenig an ältere Bilderbücher. Aber das macht nichts, denn die herbstliche Stimmung wird in den Bildern gut eingefangen, die auch durchaus als schön zu bezeichnen sind. Besonders gut gefällt mir das Bild vom Laternenumzug. Hier leuchten die Laternen, der Mond und die Sterne richtig schön in der Dunkelheit.

9783825170103_6239

Auch im Buch „So schön ist der Herbst“ kommen die spezifischen Herbstfarben gut zur Geltung. Hier finde ich besonders die untergehende, rote Sonne beeindruckend. Und auch Bücherwürmchen hat sie nachhaltig angesprochen: Ein paar Tage nach der Buchlektüre malte er eine gelbe und eine orange Sonne – einmal die aufgehende und einmal die untergehende Sonne. Aber auch der Rest des Buches ist überzeugend. Die Eichhörnchenkinder Matz, Fratz und Lisettchen laufen in ihren neuen roten Pullovern durch den Herbstwald und entdecken dabei Pilze, Beeren, bunte Blätter und einen Bär, der sich auf den Winter vorbereitet. Auf allen Bildern spürt man förmlich den Herbst. Ein weiterer positiver Aspekt des Buches ist der gereimte Text, der sich gut lesen lässt. Die Eichhörnchen und die anderen Tiere, die in dem Buch vorkommen, sind vielleicht ein wenig zu niedlich dargestellt, aber alles in allem ist dies ein schönes Herbstbuch, welches in einer netten Geschichte verpackt einige Aspekte des Herbstes vorstellt.

NSV_Lisettchen_So_schön_Herbst_Cvr.indd

Der Maulwurf im Herbst“ konzentriert sich dahingegen auf die Pflaumenernte und die Verarbeitung der leckeren Früchte. Am Bildrand sieht man aber dennoch auch die bunten Blätter sowie Kastanien und Nüsse. Natürlich erzeugt dieses Beiwerk eine herbstliche Stimmung, ansonsten wirkt dies in den Bildern etwas unmotiviert, da es nicht zum eigentlichen Bild dazugehört.

Für Kinder ist es schön, wenn sie ihren Helden den kleinen Maulwurf und seine Freunde auch im Herbst antreffen können. Die Pappseiten werden von den Bildern dominiert, bei denen in erster Linie der Maulwurf, die Meise und die Pflaumen groß zu sehen sind. Die Obsternte und –Verarbeitung als herbstliches Thema gefällt mir gut. Auch schön, wenn mal ein Aspekt des Herbstes etwas genauer behandelt wird. Natürlich ist die Geschichte recht einfach und in wenigen Sätzen erzählt, aber allein der Maulwurf ist für viele Kinder Anreiz genug, das Buch immer mal wieder anzuschauen. Bücherwürmchen ist es jedoch fast schon zu langweilig. Er freute sich zwar, als er den Maulwurf auf dem Titelbild sah und wollte dann auch das Buch direkt anschauen, doch danach hat er es kaum noch hervor geholt.

mw-herbst

Herbst-Wimmelbuch von Rotraut Susanne Berner, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3836951012, 12,90 €

Herbst von Eva-Maria Ott-Heidmann, Urachhaus, ISBN: 978-3825170103, 8,00 €

So schön ist der Herbst! Im bunten Wald mit Matz, Fratz und Lisettchen von Rose Pflock und Iwamura Kazuo, NordSüd Verlag, ISBN: 978-3314017025, 14,95 €

Der Maulwurf im Herbst von Haha Doskocilova, Zdenek Miler und Katerina Miler, LeiV, ISBN: 978-3896032898, 5,50 €

Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da

Als ich neulich unseren Jahreszeitentisch herbstlich dekoriert habe, habe ich mir die Frage gestellt, ob es nicht eigentlich auch schöne Herbst-Bilderbücher gibt. Weihnachts- und Winterbücher gibt es zu Hauf, auch bei Frühlings- oder Sommerbüchern fallen mir einige ein, aber Herbstbücher? Da musste ich erst einmal eine Weile stöbern gehen…

Aber ich kann euch nun tatsächlich ein paar Bücher vorstellen, die man sich im Herbst hervorragend anschauen kann. Zum einen Bücher, in denen es vorrangig um den Herbst geht und zum anderen Bücher über Jahreszeiten oder den Wald. Sogar von Pettersson und Findus habe ich ein Herbstbuch gefunden: „Armer Pettersson“. Weitere mir bekannte Herbstbücher sind das Herbst-Wimmelbuch, das Pappbilderbuch mit dem klaren Titel „Herbst“ sowie die Bilderbücher „So schön ist der Herbst“, „Der Maulwurf im Herbst“, „Was schmeckt den Tieren“ und „Der Herbst steht auf der Leiter“. Auf all diese Bücher werde ich in dieser Woche noch genauer eingehen, so dass ihr vielleicht auch für euch ein passendes Bilderbuch für den Herbst findet.

IMG_7617

Während ich mich mit diesem Thema beschäftigt habe, habe ich festgestellt, dass es doch mehr Bücher gibt, die im Herbst spielen, als ich zunächst dachte. Lieselotte ist in dem Buch „Lieselotte ist krank“ natürlich im Herbst erkältet und auf ein weiteres Buch, welches den Herbst zwar nicht als Thema hat, aber in dieser Jahreszeit spielt, hat mich Bücherwürmchen aufmerksam gemacht: „Das Schaf Charlotte“! Als wir gemeinsam das Haus herbstlich dekorierten, sagte Bücherwürmchen: „Jetzt ist Herbst. So wie bei dem Schäfer, der sich verletzt hat.“ Die Assoziation hätte ich selbst gar nicht gehabt, aber es stimmt: Der Schäfer hat sich in den Tagen verletzt, an denen es abends schon früher dunkel wird. Ansonsten wird der Herbst in dem Buch jedoch nicht groß erwähnt.

Passend zum Herbst sind natürlich immer Wald- und Jahreszeiten-Bücher. Im Wald-Buch der „Wieso? Weshalb? Warum?-junior“-Reihe wird z.B. unter anderem auch auf die Dinge, die man im Wald sammeln kann, eingegangen: Kastanien, Bucheckern (bei Bücherwürmchen heißen die meist „Nussecken“), Eicheln, Blätter… Im Jahreszeiten-Buch der selben Reihe wird über typische Naturphänomene (bunte Blätter, Kastanien) und Tätigkeiten (Sankt Martin) hingewiesen.

33298         32730

In dem Buch „Mein erstes großes Buch von der Natur“ findet man – wie auch zu den anderen Jahreszeiten – eine ganze Menge zum Herbst. Hier gibt es tolle Bilder, die die Atmosphäre des Herbstes genau erfassen. In poetischer Sprache und Gedichten wird vom Wind, vom Laub, von den Gänsen, die es in wärmere Regionen zieht, von Spinnenweben, die man in dieser Zeit überall entdecken und leuchten sehen kann, von Äpfeln, Pilzen und frisch gebackenem Brot, von der Ernte und vielem mehr gesprochen. Dieses Buch kann man immer mal wieder hervor nehmen und ein bisschen darin blättern und lesen, wenn es draußen stürmt.

 12051-f7eb48e9669f2b60562b6c5163b73cb2

Welche Herbstbilderbücher kennt ihr?

 

Der Wald, Wieso? Weshalb? Warum?-junior, Ravensburger Buchverlag, ISBN: 978-3473332984, 9,99 €

Die Jahreszeiten, Wieso ? Weshalb? Warum-junior, Ravensburger Buchverlag, ISBN: 978-3473327300, 9,99 €

Mein erstes großes Buch von der Natur von Nicola Davies und Mark Hearld, Aladin Verlag, ISBN: 978-3848900060, 24,90 €