Coole Musik für Kinder

Wow, cool, eine Kinder-CD von den besten deutschen Singer-Songwritern: Unter meinem Bett. Genau das dachte ich, als ich die CD das erste Mal gesehen habe und auch, als ich sie mir anhörte, denn hier gibt es keine liebliche Kindermusik zu hören, sondern Musik in verschiedenen Musikstilen. Hinzu kommen klasse Texte, welche keineswegs kindlich, aber dennoch aus der Sicht von Kindern geschrieben sind. Manchmal erscheinen sie ein wenig anspruchsvoll, aber eigentlich geben sie nur die Lebenswelt und die Gedanken von Kindern wider. Welches Kind stöhnt zum Beispiel nicht darüber, dass es ständig irgendetwas tun muss („Immer muss ich alles sollen“ von Gisbert zu Knyphausen)? Was heißt eigentlich dieses abstrakte Wort „Urlaub“ („Große Pause“ von Desiree Klaeukens)? Und ganz unrealistisch ist auch das Chaos nicht, welches in dem Titellied „Unter meinem Bett“ (von Nils Koppruch) besungen wird. Auf der CD tummeln sich nachdenkliche und lustige Lieder, ruhige und rockige – insgesamt eine tolle Mischung und Sammlung verschiedenster Lieder, die man sich gut anhören kann. Das finde zumindest ich, die sich darüber freute, ihrem Sohn so eine coole CD anbieten zu können. Doch was sagte mein Sohn nach den ersten Liedern: „Mach die CD wieder aus! Das ist Musik für Erwachsene…“ Hm, bei ihm kam die CD leider gar nicht gut an, aber er möchte auch nie Musik aus dem Radio hören. So kann ich diese CD dennoch allen empfehlen, die mit ihren Kindern mal etwas anderes als die typischen Kinderlieder hören möchten. Es gibt ja auch viele Kinder, die sich gerne mal die Musik ihrer Eltern anhören…

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Audio-CD: Unter meinem Bett, Oetinger Audio, ISBN: 4260173788136, 16,99€

Auch heute kommen die altbekannten Reiselieder noch gut an

„Schön ist die Welt, drum Brüder lasst uns reisen“ – diesem Motto folgen wohl gerade in der Sommerzeit viele Menschen. Und während in NRW die Ferien nun zu Ende sind, können die Süddeutschen endlich ihre Koffer packen. Aber auch wir hier in NRW können uns noch ein wenig Reisestimmung ins Haus holen und zwar mit dem Bilderbuch „Schön ist die Welt“, welches 16 Reiselieder enthält. Natürlich ist die dazugehörige CD der perfekte Reisebegleiter auf langen Urlaubsfahrten – nur so als Tipp für alle, die sich noch auf ihren Urlaub freuen dürfen. Nein, ich bin gar nicht neidisch…

Die Lieder in dem Buch sind einfach klasse und sie lassen einen nicht nur in Urlaubsstimmung kommen, sondern auch in Erinnerungen schwelgen. Viele Lieder aus diesem Buch kenne ich nämlich aus der guten alten Mundorgel, dem kleinen, roten Liederbüchlein, aus dem mein Vater früher mit Gitarre mit uns Kindern gesungen hat: „My Bonnie“, „Wir lieben die Stürme“, „Alle die mit uns auf Kaperfahrt fahren“, „In einen Harung jung und stramm“…

Präsentiert werden die Lieder von dem Landfunk-Reporter Eddi Eichhorn, der das Archipel der 16 Liederinseln entdeckt hat, so dass die 16 Lieder von einer Geschichte umrahmt werden. Das ist soweit in Ordnung, allerding hatte ich etwas anderes erwartet, da ich bereits das Buch „Herzlichen Glückwunsch, kleines Huhn“ aus dieser Reihe kenne, bei dem die Lieder auf der CD durch die Kommentare von Eddi Eichhorn zu einer Geschichte verknüpft werden. Das geschieht hier nicht. Die CD beinhaltet nur die 16 Lieder hintereinander, was ich etwas schade finde und mich auch verwundert. Gerade aus Reiseliedern hätte man doch gut eine Geschichte stricken können. So frage ich mich, warum man bei dem Archipel der 16 Liederinsel Reiselieder ausgewählt hat. Zu dieser Grundidee hätte man meines Erachtens jedes beliebige Lied nehmen können.

Abgesehen von meinen falschen Erwartungen ist das Buch aber richtig klasse. Bücherwürmchen liebt es. So viel wie mit diesem Buch hat Bücherwürmchen schon lange nicht mehr gesungen. Okay, man darf sich fragen, warum auch heute noch von den „Wilden“ im Lied „Ein Mann, der sich Kolumbus nannt‘“ gesprochen werden muss (was i m Übrigen sogar meinen Sohn irritierte), aber ansonsten habe ich absolut nichts gegen die Liederauswahl und freue mich darüber, dass Bücherwürmchen diese Lieder nun ebenfalls kennen lernt. Die Texte sind nicht gerade kindgerecht und lieblich – es sind ja auch keine Kinderlieder und dennoch hatte bereits ich als Kind an „Bolle reiste jüngst zu Pfingsten“ Spaß… Bücherwürmchen hat besonders viel Freude an „Eine Seefahrt, die ist lustig“, bei der man Matrosen in Unterhosen sehen kann und es Matschi-Matschi mit Kakao vom Koch gibt.

Die Bilder in dem Buch sind fröhlich, bunt und humorvoll. Es macht Spaß sie anzuschauen und man kann jede Menge auf ihnen entdecken, u.a. auch wer Eddi und seine Mannschaft von den einzelnen Inseln auf der Weiterfahrt begleitet. Bücherwürmchen hat sogar Spaß an der Bildcollage, auf der man alle Mitwirkenden sehen kann…

Das Tempo der Lieder auf der CD gefällt mir besser als bei dem vorhin genannten Buch. Als wir uns vor einiger Zeit die CD anhörten, kam sie uns sehr schnell vor. Das ist dieses Mal nicht der Fall, auch wenn die Lieder durchaus flott daher kommen. Sie wurden interessant und kreativ arrangiert und man kann sich die CD gut anhören. Leider wurden zwei Liednummern in der Reihenfolge vertauscht.

Mein Fazit: Das Buch kann nichts für meine falschen Erwartungen und das was faktisch vor mir liegt, hat uns bereits einige fröhliche Singstunden bereitet. Was will man mehr? „Schön ist die Welt“ ist ein Gute-Laune-Buch, welche tolle Reiseklassiker enthält. Absolut zu empfehlen.

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Schön ist die Welt – Die 16 schönsten Reiselieder zum Anschauen, Hören und Mitblubbern, mit CD, von Franziska Biermann und Nils Kacirek, Terzio 2015, ISBN: 978-3-551-27134-1, 19,99€

Ein Jazz-Abenteuer: Matze mit der blauen Tatze

Es gibt ja einige Bücher und CDs, die Kinder an klassische Musik und Instrumente heranführen. Nun habe ich eine CD kennen gelernt, die Kinder anhand einer Geschichte mit dem Jazz bekannt machen: „Matze mit der blauen Tatze“. Dabei sollte man wissen, dass es hier außer dem Lied „Matze hat ´ne Tatze“ und „Matze ist nicht mehr allein“ keine Lieder gibt, sondern ausschließlich Instrumentalstücke. Es handelt sich also weniger um eine Art Musical als um eine Geschichte mit passender Musik á la „Peter und der Wolf“. Mir war das vorher nicht ganz klar, aber es gefällt mir durchaus. Die Musikstücke sind auch gerade nur so lang, dass die Aufmerksamkeit der Kinder nicht abschweift und sie nicht die Lust am Hören verlieren.

In der Geschichte geht es um Matze, einem Straßenkater aus New York. Matze ist ein besonderer Kater, denn er hat eine blaue Tatze. Diese Tatze ist nicht einfach nur ungewöhnlich farbig, sondern auch – ohne dass Matze es weiß – eine Zaubertatze. Sie hinterlässt nämlich nicht nur Spuren, sondern auch Töne und so trifft Matze auf seinem Weg nach einem Schatz, von dem er in einem Traum erfahren hat, einige Tiere, die sich ihm anschließen: Leo Lässig, ein Löwe, Swinguru, das Känguru, Affe Nicolo und Bossa Bär. Und aus dieser buntgemischten Gruppe werden gute Freunde – der Schatz ist also gefunden worden!

Bücherwürmchen war zunächst etwas enttäuscht, dass es gar keinen „richtigen“ Schatz zu suchen gibt, doch später erzählte er seinem Papa stolz wissend, dass Matze keinen Schatz aus Gold, sondern Freunde gefunden hat. Letztendlich hat ihn das dann doch irgendwie fasziniert. Spannend fand er aber auf jeden Fall die Figuren, die in der Geschichte vorkommen. Positiv ist in diesem Zusammenhang auch, dass sie alle kurz mit Bild und Text im Booklet vorgestellt werden. Wir haben sie uns vor dem Hören angeschaut und so wartete Bücherwürmchen darauf, dass sie auftauchen. Das Interesse war geweckt und auch zwischendurch schaute er sie sich immer noch mal wieder gerne an. Ich hätte es übrigens gut gefunden, wenn es von jedem Instrument der Jazz-Musik ebenfalls je ein Bild mit Beschriftung gegeben hätte. Dann könnten die Kinder die Musik nicht nur hören, sondern auch erfahren, mit welchem Instrument sie erzeugt wird bzw. wie diese Instrumente überhaupt aussehen.

Insgesamt ist „Matze mit der blauen Tatze“ ein nettes „Jazz-Abenteuer“ für Kinder. Es ist irgendwie einfach mal etwas anderes, die Figuren sind sympathisch und eine Reise mit unerwarteten Begegnungen ist immer spannend.

Die Tatze von Matze ist übrigens natürlich nicht zufällig blau… blau – blaue Töne – Blues…, aber diesen Zusammenhang werden Kinder wohl nicht verstehen…

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CD: Matze mit der blauen Tatze – ein Jazz-Abenteuer für Kinder, Konzept und Moderation Uta Sailer und Alex Naumann, Gestaltung Lisa Frühbeis, Tonmischung Nikolaus Reichel, nasswetter music group 2014, in Kooperation mit mini.musik e.V.

Lieder für das ganze Jahr

Wer mit Kindern singt, ist immer wieder auf der Suche nach Liedern, die gut zu bestimmten Gelegenheiten oder einfach zu den jeweiligen Jahreszeiten passen. Hilfreich bei dieser Suche können die Jahreszeiten-Hits von Reinhard Horn sein. Auf 4 CDs sowie in einem gleichnamigen Buch sind zahlreiche Lieder zu Frühling, Sommer, Herbst und Winter in „Meine Jahreszeiten-Hits“ zusammengestellt worden.

Im Prinzip erwartet einen hier rein musikalisch nichts Neues oder Überraschendes. Es ist die Art von Kindermusik, die man häufig zu hören bekommt. Viele fröhliche Lieder, von Kindern und Reinhard Horn eingesungen, begegnen einem auf den CDs. Für Eltern können diese CDs durchaus manchmal etwas nervig werden, aber Kinder mögen diese Lieder natürlich. Die Mischung der Lieder gefällt mir allerdings ganz gut. Man findet hier sowohl neuere Lieder von Reinhard Horn selbst, als auch einige traditionelle Lieder wie „Alle Vögel sind schon da“, „Heut ist ein Fest bei den Fröschen am See“, „Hejo, spann den Wagen an“ oder „Schneeflöckchen, Weißröckchen“. Es fehlen natürlich jahreszeitliche Lieder von anderen Kindermusikern, so dass es letztendlich keine komplette Jahreszeiten-Liedersammlung darstellen kann.

In den Liedern von Reinhard Horn werden verschiedene Aspekte und mögliche Aktivitäten der Jahreszeiten hervorgehoben. Mit Gummistiefeln in Pfützen platschen, Koffer für den Urlaub packen, Drachen fliegen fröhlich im Wind und der Schneemann tanzt Rock `n‘ Roll. Ganz nett ist auch die Idee, dass ein Lied in jeder Jahreszeit leicht abgeändert gesungen werden kann: Vom kleinen braunen Bär gibt es ein Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Winterlied.

Sehr gut gefällt mir, dass jede Jahreszeit ihre eigene CD bekommen hat, so dass man es als Eltern gut steuern kann, dass man bei sommerlicher Hitze keine Weihnachtslieder hören muss. Momentan läuft bei uns also die Sommer-CD, von der wir ständig „Drei Schweine saßen an der Leine, saßen an der Leine, saßen an der Leine…“ als Ohrwurm im Kopf haben. Die einzelnen CDs sind nicht besonders umfangreich, ca. 40 Minuten Spielzeit. Hier hätte man vielleicht noch ein paar Lieder mehr drauf packen können. Schön ist aber, dass sich die Liedtexte komplett in den Booklets befinden. Dem Mitsingen steht also auch wenn man das Buch nicht besitzt, nichts im Wege. Das Buch liefert einem dann jedoch noch zusätzlich die Noten sowie die dazugehörigen Akkorde, so dass man bei entsprechenden Kenntnissen, die Lieder auf Klavier und mit Gitarre begleiten und selber singen kann. Dabei muss man sagen, dass die Tonarten so gewählt sind, dass die Lieder sich gut spielen und singen lassen. Die Lieder sind alle in einer angenehmen Tonhöhe bzw. in einem angenehmen Tonumfang geschrieben, der sowohl Kindern als auch mitsingenden Erwachsenen entgegen kommt. Im Übrigen werden in dem Buch zu einigen Liedern Spiel- und Tanzideen vorgestellt, die sich gut in Gruppen und für Vorführungen umsetzen lassen.

Das Cover, bei dem jede Jahreszeit mit einem Foto vertreten ist, kann mich leider überhaupt nicht überzeugen, was aber natürlich letztendlich für den Inhalt völlig egal ist. Auf mich macht es den Eindruck, als wäre es vor 20 Jahren oder so erstellt worden. Mein Mann kann diesen Eindruck jedoch keineswegs bestätigen. Für ihn werden eher SuperRTL-Assoziationen geweckt… Naja, wie gesagt, das ist nur etwas Äußerliches, aber natürlich ist der erste Eindruck auch nicht ganz unbedeutend. Die Illustrationen in dem Buch wirken ein wenig Clip-Art-mäßig, sind aber soweit in Ordnung und lockern das Ganze ein wenig auf. Passend zu den Liedern gibt es ein paar kleinere Bildchen rund um die Noten und Strophen: Blümchen, Schneeflocken, Muscheln, Eis etc. Im Gegensatz zu dem bunten Cover sind die Illustrationen in dem Buch in schwarz-weiß gehalten.

Insgesamt erhält man mit „Meine Jahreszeiten-Hits“ eine nette Sammlung an Liedern für alle Gelegenheiten, allerdings gefallen mir andere Werke von Reinhard Horn doch noch ein bisschen besser (z.B. Klassenhits, Bibelhits oder aber auch die Bücher für die ganz Kleinen). Die Jahreszeiten-Hits sind mir persönlich dann doch ein wenig zu „überdreht gut gelaunt“.

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Meine Jahrezeiten Hits von Reinhard Horn

4 CDs, Kontakte Musikverlag 2015, 25,90€ (die CDs können übrigens auch einzeln erworben werden)

Buch, Kontakte Musikverlag 2015, ISBN: 978-3-89617-279-2, 15,80€

 

Kunterbunte, unterhaltsame Musik für Kinder

Ich muss gestehen, dass ich Kinderlieder richtig gerne mag. Ich lasse sie nicht nur meines Sohnes wegen über mich ergehen, sondern ich habe selbst viel Spaß daran mit ihm Kinderlieder zu singen. Schon immer mochte ich Kinderlieder gerne. Ich mag es mich mit Kindern mit Musik zu beschäftigen, so dass ich auch in der Schule mit meiner Klasse jeden Morgen ein Lied gesungen habe. Als Bücherwürmchen dann auf der Welt war, habe ich ihm jede Menge Lieder vorgesungen, in erster Linie die traditionellen Kinderlieder. Aber letztendlich bin ich da offen für vieles. Besonders toll ist es aber, wenn in den Liedern ein gewisser Pfiff steckt, wenn sie den Humor von Kindern aufgreifen, fröhlich klingen und sich vielleicht sogar von der Masse ein wenig abheben. Ja, denn auch wenn ich gerne Kinderlieder höre und singe, so sind mir manche dann doch zu pseudo-fröhlich und klingen letztendlich so wie viele andere. Bei manchen Liedern hat man das Gefühl, dass es hauptsächlich um Spaß, Action und Bewegungen geht. Für gewisse Veranstaltungen und beispielsweise beim Kinderturnen sind solche Lieder auch angebracht, aber es tut sehr gut, wenn man dann auch mal eine andere CD entdeckt. So eine andere CD ist die „Krümelmucke“. Nachdem ich mir die CD nach einer Empfehlung einer Freundin gekauft hatte, habe ich mich sofort in sie verliebt und direkt „Krümelmucke 2“ nachgeordert. Das ist wirklich richtig tolle Musik für Kinder. Es sind keine Lieder, die man sofort mitsingen kann. Dafür sind die Melodien teilweise zu ungewohnt und es gibt zu wenige Wiederholungen, aber dennoch hat man die Lieder irgendwie nach dem Hören im Kopf und möchte sie vor allem immer wieder hören. Leider wird es keine weiteren Krümelmucke CDs geben, da die Musikerin viel zu früh gestorben ist. Dieser Gedanke macht mich immer wieder sehr traurig, obwohl ich Christiane Weber ja gar nicht gekannt habe, aber irgendwie fällt es mir schwer zu ertragen, dass es dieser Frau, die so tolle Musik für Kinder gemacht hat, verwehrt geblieben ist, eigene Kinder zu haben. Denn Christiane Weber hatte ein wunderbares Gespür für das, was Kinder interessiert. Der Humor von Kindern wird in den Liedern sehr gut aufgegriffen, so dass die Lieder einfach nur Spaß machen.

In den erfrischenden und unterhaltsamen Liedern geht es zum Beispiel um 17 kleine Elefanten, die Apfelmus essen möchten, aber die Gläser mit ihren Rüsseln nicht aufbekommen, wir erfahren, dass Wind die Pupse von Wolken sind, können mit dem Känguru durch die Pfützen hüpfen, Tante Teewursts Suche nach ihrem Hund Schinkenspeck verfolgen und nach Tillerbullerknickknack reisen und der Kuh dort im Garten Gesellschaft leisten. Auf der zweiten CD begegnen wir dem Piraten Peng, der seine Zähne mit Krakensalat putzt, wir bekommen durch das Lied „Schokokokolores“ Lust auf Schokolade und würden gerne den Beruf von Professor Doktor Eiskrem ausüben. Wir vermuten, dass auch in unseren Zimmern Rumpumpeldum für die Unordnung verantwortlich ist, wir verstehen, dass die Eule sich „Schuhuuu“ wünscht und kleine Jungs freuen sich natürlich auch über das Lied vom Feuerwehrmann.

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Bücherwürmchen hört sich die CDs gerne an. Er merkt jedes Mal an, dass es doch gar nicht stimmt, dass Wolken pupsen, er freut sich immer über Tante Teewurst, lacht darüber, dass beim Lied „Quatsch mit Soße“ ein Pudding an die Wand genagelt werden soll und vor einiger Zeit mussten wir mal im Auto bestimmt über eine Stunde lang immer wieder das „Kartoffellied“ hören, in dem Oma Kartoffeln für Tom und Fritz und „mich“ kocht, damit wir groß und stark werden. Mittlerweile ist Bücherwürmchen da etwas kritischer und meint, dass man ja auch mal etwas anderes als immer nur Kartoffeln essen müsse, da das doch sonst auch nicht gesund wäre… Auf der zweiten CD kommt natürlich das Lied von Peng dem Piraten besonders gut bei ihm an.

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Die einzige Kritik, die ich an den CDs habe, ist, dass es leider kein Heftchen mit Liedtexten gibt. Klar, die Kinder können die Texte schnell mitsingen, aber ich selbst bin da irgendwie nicht mehr so schnell lernfähig und hätte es schön gefunden, wenn ich die Texte nachlesen könnte. Für die erste CD gibt es allerdings Abhilfe. Alle Lieder dieser CD befinden sich in dem gleichnamigen Liederbuch, welches jedoch einen stolzen Preis hat. In erster Linie ist das Buch zur Liedbegleitung auf Klavier oder Gitarre gedacht, so dass man hier sowohl Klaviernoten als auch die dazugehörigen Akkorde findet. Sehr angenehm für die Klavierbegleitung ist, dass das Buch eine Ringfassung hat, so dass einem das Buch nicht ständig zufällt und man die Seiten leicht umblättern kann. Durch die gut zu lesenden Noten, die sich pro Lied über mehrere Seiten ziehen, kann man beim Spielen leider nur die erste Strophe sehen, die direkt unter den Noten steht. Die anderen Strophen muss man dann doch wieder auswendig lernen. Bei der Klavierbegleitung finde ich das soweit auch in Ordnung. Für die Begleitung auf der Gitarre hätte ich mir gewünscht, dass auch bei den weiteren Strophen die Akkorde über dem Text stehen. Gerade nicht so geübteren Musikern würde das, das gleichzeitige Singen und Spielen erleichtern. Auch wenn man sich an die Melodien vielleicht erst ein wenig herantasten muss, so kommt man bei der Gitarrenbegleitung mit den gängigsten Akkorden aus, so dass man die Lieder gut begleiten kann. Ich würde allerdings dazu raten, sich nicht allein das Liederbuch anzuschaffen. Zum Kennenlernen der Lieder sind die CDs doch sehr hilfreich. Wenn man die Lieder bereits kennt, ist es einfacher die Melodien auf dem Klavier nachzuspielen und Pausen und Tonlängen einzuhalten. Trotz der kleinen Kritikpunkte bin ich froh, dass ich das Liederbuch zusätzlich zu der ersten CD besitze und ich hoffe, dass es irgendwann auch ein Buch zur zweiten CD gibt. So kann man die Lieder auch mal unabhängig von der CD singen und spielen und man singt sie letztendlich dann doch mal öfter. Zu Beginn eines Liedes gibt es übrigens auch noch ein kleines buntes Bildchen, die sich zum Teil auch auf der CD-Hülle befinden.

Notenbuch

Meines Erachtens sollte bei keinem Kind die Krümelmucke im CD-Regal fehlen! Auch Eltern werden dankbar sein, wenn diese Musik im Auto läuft, denn sie lässt sich wirklich sehr gut hören und man hört keine nervigen, allzeit gutgelaunte Singstimmen. Jedes Lied hat etwas Besonderes und man hat nicht das Gefühl, alles schon zig mal so oder so ähnlich gehört zu haben. Krümelmucke ist also Musik, von der die ganze Familie profitiert.

CD Krümelmucke von Christiane Weber, 15€

CD Krümelmucke 2 von Christiane Weber, 15€

Krümelmucke Liederbuch von Christiane Weber, Klavierbearbeitung von Thomas Guthoff, 29,00€

Krümelmucke Homepage

Vier Mal im Jahr tolle musikalischen Ideen für die Praxis

Normalerweise richten sich die Buchtipps in meinem Blog an alle, die etwas mit Kindern zu tun haben, in erster Linie natürlich an kinderliteratursuchende Eltern. Heute habe ich allerdings mal eine Empfehlung an ErzieherInnen bzw. an alle, die mit Kindern im Alter von 0-6 Jahren Musik machen. Ich möchte euch gerne eine Zeitschrift vorstellen, die mir so gut gefällt, dass ich direkt Lust darauf bekomme, mal wieder mit Kindern zu musizieren. In „Musik, Spiel und Tanz“ bekommt man einfach richtig viele tolle Ideen für die Praxis geliefert. Es gibt auch immer etwas zu aktuellen Diskussionen oder theoretischen Hintergründen zu lesen (z.B. zum Thema Inklusion, zum Orff-Schulwerk, zur musikalischen Förderung von Kindern, Tipps aus dem Alltag einer Musikschullehrerin, Musik als Therapie für frühgeborene Kinder etc.), aber der Schwerpunkt liegt auf der Vorstellung von Praxismaterialien. Gerade diese Mischung gefällt mir sehr gut. Man bekommt ein paar interessante Denkanstöße, muss sich aber nicht durch ewig lange Texte durchwühlen, die einen dann letztendlich für die Arbeit im Kindergarten oder in der Musikschule doch nichts bringen. Die Praxismaterialien sind toll aufbereitet, so dass sie sich sehr einfach umsetzen lassen. Vorgestellt werden Klanggeschichten, Finger- und Körperspiele, Lieder und Tänze, einfache Liedbegleitungen, die Beschäftigung mit Instrumenten und einiges mehr. Dabei werden nicht einfach nur Lieder oder ähnliches abgedruckt, sondern man bekommt ein komplettes Paket rund um ein Thema (z.B. Piraten, Frühling, Hexen, Bauernhof, Indianer…): Es werden Vorschläge gemacht, wie man ein Lied einführt, es wird auf Besonderheiten und pädagogische bzw. didaktische Prinzipien aufmerksam gemacht, man bekommt Spielvorschläge, Bastelideen und andere weiterführende Aktionen genannt und letztendlich erhält man nicht nur die Noten eines Liedes, sondern auch eine Version zum Anhören auf der beiliegenden CD, die ebenfalls einen CD-ROM-Teil mit Bastelvorlagen, Bildern und ähnlichem beinhaltet. Zusätzlich liegen der Zeitschrift auch noch Bildkarten bei, die man zu bestimmten Angeboten sehr gut einsetzen kann, und wer möchte, kann sogar einen Elternbrief kopieren und austeilen, der Eltern dazu animiert zu Hause ein paar Ideen zu einem Lied umzusetzen.

Die Spannbreite der musikalischen Werke ist sehr groß. So werden neue Ideen zu den traditionellen Kinderliedern vorgeschlagen, es gibt neue, unbekannte Lieder, aber auch die Beschäftigung mit klassischer Musik wird angeregt.

Manchmal liegt der Zeitschrift auch noch ein kleines Extra bei (z.B. eine weitere CD oder ein Jahresplaner). Ich mag solche Extras in Zeitschriften ja immer, vor allem wenn man sie auch noch so gut gebrauchen kann.

Neben den ausführlichen Praxisvorschlägen bekommt man übrigens auch noch ein paar interessante, aktuelle Meldungen zu Neuerscheinungen, Seminaren und anderen Dingen.

Wer ständig auf der Suche nach neuen Ideen für Kindergarten und Musikgruppe ist, ist mit dieser Zeitschrift bestens bedient! Man erhält einfach so viele tolle Ideen, die hier gut verständlich präsentiert werden, und die Lust darauf machen, mit Kindern musikalisch aktiv zu werden.

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Musik, Spiel und Tanz, Schott Verlag, erscheint 4x im Jahr, Abo: 49€

www.musikspielundtanz.de

Ein Buch, welches einen ein Leben lang begleiten kann

Es gibt einfach viel zu viele tolle Lieder- und Reimebücher für die ganze Familie. Ein paar habe ich bereits auf meinem Blog vorgestellt – eine Übersicht findet ihr HIER. Irgendwie sind alle schön, aber wirklich parallel kann man sie auch nicht gebrauchen, da der Inhalt sich natürlich naturgemäß überschneidet. Gerade habe ich ein weiteres schönes Buch dieser Kategorie kennen gelernt: „Die ganze Welt der Lieder und Reime – Das Hausbuch für Große und Kleine“. Klar, auch das darf gerne neben den anderen Büchern einen Platz in meinem Regal einnehmen, denn auch dieses ist einfach sehr schön gemacht. Allein der Leinenrücken macht natürlich schon etwas her, aber viel entscheidender sind die tollen Illustrationen in dem Buch. Sie stammen von Yayo Kawamura und begeistern mich immer wieder. Im Prinzip sind es einfache, naive Bilder, die an Buntstiftzeichnungen erinnern, aber sie sind fröhlich, bunt und stecken voller Leben. In ihnen steckt ein gewisser Witz und sie machen einfach viel Spaß, so dass man gerne in dem Buch blättert.

Aber nicht nur äußerlich, sondern auch inhaltlich kann dieses Buch überzeugen. Lieder und Reime wurden bestimmten Oberthemen zugeordnet und so findet man hier Verse zu „Bei mir zu Hause“, „Draußen in der Natur“, „Spaß und Unsinn“, „Singen, Spielen, Tanzen“, „Die Welt um mich herum“, „Handwerk, Essen und Trinken“, „Der Sandmann ist da“, „Feste im Jahreslauf“ und „Erzähl mir was“. Es werden also alle relevanten Bereiche abgedeckt. Dabei sind natürlich viele alte, traditionelle Lieder aufgenommen worden. Schön finde ich aber, dass auch ein paar neuere Lieder, die mittlerweile zum Liederkanon von Kindern und Familien gehören, Berücksichtigung gefunden haben, z.B. „Anne Kaffeekanne“, „Hörst du die Regenwürmer husten?“ oder Halloween-Reime. Das macht meines Erachtens eine gute Mischung aus, wobei in dieser Hinsicht aktuellere Lieder noch stärker vertreten sein könnten. Aber wer seine Liedkenntnisse traditioneller Kinderlieder auffrischen möchte, der macht mit diesem Buch nichts falsch. Und egal, woran es beim Erinnern hapert, hier bekommt man sowohl alle Strophen als auch Noten inklusive Akkorde geliefert und zwar durchweg in einer angenehmen, singbaren Tonhöhe (für Eltern, aber auch für Kinder). Zwischen den Liedern finden sich viele, thematisch passende, Reime. Auch hier wurde eine gute Auswahl getroffen.

Beim Durchblättern des Buches kamen einige Spielgruppenerinnerungen auf. Bücherwürmchen konnte sich an die Reime natürlich nicht mehr erinnern, aber er hatte Spaß daran, Fingerreime und ähnliches noch einmal auszuprobieren. Vor allem das Fingerspiel, bei dem alle Finger zu Tieren werden, fand er sehr lustig. Das mochte er aber auch schon als kleiner Knirps. Ganz begeistert war er davon, dass der Tischreim, der auf seinem Tischset steht, auch in dem Buch zu finden ist („Viele kleine Fische“).

Insgesamt ist „Die ganze Welt der Lieder und Reime“ ein toller Schatz in der Familienbibliothek. Es ist ein Buch, welches man immer wieder gut gebrauchen und welches einen ein Leben lang begleiten kann. Spätestens wenn die Enkelkinder da sind, ist es wieder höchst aktuell!

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Die ganze Welt der Lieder und Reime – Das Hausbuch für Große und Kleine von Yayo Kawamura und Gerlinde Wiencirz, arsEdition, ISBN: 978-3-8458-0516-0, 19,99€

Tolle Beschäftigung für Kinder: Malen, Basteln, Rätseln rund ums Thema Musik

So langsam kommt unser Bücherwürmchen in das Alter, in dem er sich ab und zu auch gerne kreativ betätigt und Mal- und Rätselbücher immer interessanter werden. Im Urlaub in den Osterferien hat er einige Seiten in einem Malbuch angemalt, wobei er noch nicht sonderlich genau malt und sich zu den Bildern gerne noch etwas ausdenkt. So musste ich dann lauter merkwürdige Namen zu den Schweinen dazu schreiben und der Hahn sollte das Lied von Caruso dem Hahn von Pettersson und Findus singen. Auch kleinere Rätsel macht er nun ganz gerne und manchmal staune ich dann schon, wie gut er bei diesen Suchbildern die Fehler im zweiten Bild entdeckt.

Häufig sind solche Beschäftigungsbücher recht einfach und teilweise auch billig gemacht. Bücherwürmchen ist das im Prinzip egal, aber ich finde es nicht so schön, wenn man beispielsweise bei einem Malbuch schon die Konturen des Bildes von der Rückseite durchsehen kann.

Nun habe ich einen Malblock gefunden, der mir insgesamt gut gefällt: „Mein Musik-Malblock“ aus dem Schott Verlag. Hier dreht sich alles rund um Musik. Schön ist, dass es sogar eine CD mit Liedern dazu gibt. Auf vielen Seiten kann man dann passend zu den Liedern Bilder anmalen, basteln oder Bilder ausschneiden und in die richtige Reihenfolge bringen. Einige Lieder wurden von einem Chor eingesungen, während andere Lieder instrumental von verschiedenen Instrumenten eingespielt wurden. Hier sehen die Kinder dann auf der entsprechenden Seite im Block auch das gehörte Instrument und können eine kleine Aufgabe dazu bearbeiten, z.B. das Instrument anmalen, es ausschneiden, Linien nachfahren um den Musiker des Instrumentes zu finden etc. Auf diese Weise bekommen Kinder nicht nur ein Bild von den Instrumenten, sondern können auch direkt erfahren, wie diese klingen. Das gefällt mit gut. Schön wäre aber trotzdem, wenn auch diese Lieder zusätzlich noch eingesungen gewesen wären. So sind Kinder doch wieder darauf angewiesen, dass ihnen die Eltern die Lieder noch vorsingen um auch den Text zu erfahren. Allerdings handelt es sich bei fast allen Liedern um bekannte traditionelle Kinderlieder. Das finde ich wiederum sehr schön, denn ich finde es gut, wenn auch die heutigen Kinder diese Lieder, die schon die Großeltern gesungen haben, noch kennen lernen und singen können. Über die Lieder hinaus gibt es auch Rätsel, Mal- und Suchaufgaben rund um Instrumente. Im Musikzimmer müssen die Kinder herausfinden, wie viele Instrumente dort versteckt sind, der Gitarre sollen die fehlenden Saiten gemalt werden, auf Bildausschnitten sollen Instrumente identifiziert werden, Fragen wie „Wie sehen die Geschwister der Geige aus?“ können anhand von Bildern beantwortet werden und einiges mehr. Leider gibt es keine Auflösung der Rätsel, aber mit Hilfe der Eltern sollten die richtigen Lösungen in den meisten Fällen gefunden werden. Auf manchen Seiten fehlen die Arbeitsanweisungen, allerdings kann man sie sich zum Beispiel bei den Teilen des Fagotts und dem Kleber- und Schere-Symbol selbst erschließen.

Die Altersangabe von 4 bis 7 Jahre ist sicherlich angemessen. Teilweise werden auch ältere Kinder noch Spaß an den Aufgaben haben. 4-Jährigen muss man sicherlich an vielen Stellen noch helfen. Bücherwürmchen wird in einer Woche 4 Jahre alt. Er malt wie gesagt bereits ganz gerne Bilder an, aber man darf dann nicht erwarten, am Ende ein ordentlich angemaltes Bild zu bekommen. Die Teile für das Mond und Sterne Mobile könnte er noch nicht selbst ausschneiden, aber mit der Prickelnadel könnte er da zumindest schon ein bisschen mithelfen. Andere Aufgaben könnte er dahingegen schon gut selbst bewältigen, beispielsweise das Aufkleben eines Watte-Fells bei den „Schäfchen des gold’nen Mondes“. Die Suchbilder mit den Fehlern haben wir uns auch schon zusammen angeschaut. Manches hat er tatsächlich sofort gefunden, bei anderen Fehlern habe ich ihm kleine Tipps gegeben, da die Motivation sie alleine zu finden, schnell sank… Er wollte sich dann aber dennoch direkt die nächsten Rätsel anschauen.

Da es sich hier um einen Block und nicht um ein Buch handelt, kann man aber auch gut einzelne Seiten zum Bearbeiten raussuchen und aus dem Block trennen, so dass man die schwierigeren Aufgaben dann für später aufbewahrt.

Mir gefällt der Musik-Malblock insgesamt sehr gut. Kinder können sich gut mit ihm beschäftigen, wobei die Eltern für kleinere Hilfestellungen immer bereit stehen sollten. Toll finde ich, dass Kinder hier nicht nur sinnvolle Mal- und Rätselaufgaben erhalten, sondern gleichzeitig einen ersten Einblick in die Welt der Instrumente bekommen und Lieder aufgefrischt bzw. kennen gelernt werden. Die Kombination aus spielerischer Wissensvermittlung und einem Beschäftigungsmaterial für Kinder ist hier gut gelungen.

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Mein Musik-Malblock mit CD von Alexandra Kumant, Schott Verlag, ISBN: 978-3-7957-0720-0, 12,50€

Wie man Kinder in den Bann einer Geschichte ziehen kann

Vorhin bin ich mal wieder vom Vorlesen aus dem Kindergarten wiedergekommen. So langsam wird das eine regelmäßige Veranstaltung – sehr schön! Heute waren dann wieder die „Kleinen“ dran (3-4-Jährige), allerdings waren es dieses Mal mehr Kinder als die letzten Male, da noch Kinder aus einer weiteren Gruppe dazugekommen sind. Hui, das war schon eine ganz schöne Menge, aber letztendlich hat es dann doch genauso gut geklappt wie die letzten Male und die Kinder haben interessiert zugehört. Ich lerne aber auch von Mal zu Mal ein bisschen dazu. Man denkt ja, man könne vorlesen und eigentlich bin ich auch davon überzeugt, dass ich dies recht gut mache, aber in einer Gruppe ist das doch wieder etwas anderes und man muss auf andere Dinge achten, als wenn man auf dem Sofa seinem eigenen Kind vorliest. Und es ist auch wieder etwas anderes, ob man Grundschulkinder oder Kindergartenkinder in den Bann eines Buches ziehen möchte.

Was habe ich bisher für mich herausgefunden?

  • Klar, das Thema muss erst einmal stimmen. Das Buch muss die Kinder ansprechen und am besten ist es, wenn es für den einen oder anderen Lacher sorgt.
  • Die Kinder müssen beim oder kurz nach dem Lesen einer Sequenz Bilder zum Anschauen haben.
  • Man muss natürlich lebendig und abwechslungsreich vorlesen.
  • Es ist nicht schlecht, wenn Kinder an der einen oder anderen Stelle Wiederholungen in einer Geschichte mitsprechen können und man sollte die Kinder beim Vorlesen mit Fragen oder Such- und Höraufträgen mit einbeziehen. Allerdings darf man auch nicht zu viele Fragen stellen, denn dann kommt in der Gruppe doch schnell wieder Unruhe auf. Die Geschichte darf nicht zu sehr unterbrochen werden, einfacher ist es, wenn man kurze Fragen stellt, die die Aufmerksamkeit der Kinder auf das Geschehen im Buch lenkt. Geht man zu sehr von dem Buch weg und lässt die Kinder von eigenen Erfahrungen berichten, möchten die Kinder alle auf einmal etwas sagen und kommen „von Höcksken auf Stöcksken“, während andere Kinder sich in dieser Zeit schon wieder mit anderen Dingen beschäftigen. Je kleiner die Gruppe ist, desto eher kann man mit den Kindern richtig in ein Gespräch kommen.

Heute habe ich zwei Bücher vorgelesen, welche beide gut ankamen: „Weggepustet“ (eine ausführliche Vorstellung des Buches erfolgt in den nächsten Tagen) und „Lullemu, wer bist du?

Die Pinguine und die anderen Tiere, die mit dem Drachen in die Luft abheben, finden Kinder einfach lustig. An einigen Stellen konnten sie gut überlegen, wer denn so alles im Dschungel wohnt, wie die Tiere von der Insel zurückkommen und welches Tier gut pusten kann. So waren die Kinder schnell in die Geschichte und ihren Verlauf mit einbezogen. Hier gibt die Geschichte, die gereimt erzählt wird, selbst einzelne Fragen vor, die die Kinder dazu animiert sich die Bilder genau anzuschauen, auf denen eigentlich gar nicht so viel zu sehen ist, die aber dennoch viel erzählen.

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Anschließend ging es dann mit „Lullemu“ auf Freundschaftssuche. Die Kinder hatten Spaß an Lullemus Verkleidungen und Versuche, den anderen Tieren zu ähneln, um ihr Freund zu werden. Eigentlich würde sich dieses Buch gut zu Gesprächen über Freundschaft anbieten bzw. drängt sich die Frage, ob man denn gleich sein muss, um miteinander befreundet zu sein, auf, aber in diesem Fall habe ich es einfach beim Vorlesen dieses Buches belassen. Wir sind nicht tiefer in diese Thematik eingedrungen, sondern haben uns einfach an den Verkleidungen Lullemus sowie an dem glücklichen Ende erfreut.

Zwischendurch waren ein, zwei Kinder ein bisschen unruhig, aber insgesamt waren die Kinder sehr aufmerksam und mit Bücherwürmchen hat es dieses Mal auch gut geklappt. Das Vorlesen war wieder eine gelungene Aktion und ich hoffe, dass auch die Kinder wieder viel Spaß an den Geschichten hatten. Eine Mutter hatte mir jedenfalls nach dem vorherigen Vorlesen erzählt, dass ihr Kind zu Hause gesagt hätte, dass Bücherwürmchens Mutter richtig gut lesen könne!

Neulich habe ich aber tatsächlich jemandem zugehört, der es richtig gut schafft, Kinder in seinen Bann zu ziehen: Helmut Meier! Innerhalb der Kindertheaterreihe in unserer Region war Helmut Meier in unserem Ort mit seinem Programm „Berti, der Detektiv“ zu Gast. Wow, der kann wirklich toll erzählen! Die Kinder auf den Bänken haben ihm eine Stunde lang zugehört, wobei ich dazu sagen muss, dass sie zwischendurch auch selbst aktiv werden durften. Helmut Meier hat ihnen eine Geschichte mitgebracht und eigentlich war es noch nicht einmal eine richtige Geschichte, sondern er hat nur ein wenig von vier Freunden erzählt, vier Freunde, die sich ausgetauscht und von ihren Berufswünschen gesprochen haben. John wollte Astronaut werden, aber auch Berti hat einen besonderen Traumberuf: Er möchte Detektiv werden und da muss man so einiges können: Man muss Rätsel lösen können und vorsichtig sein, Geheimsprachen und Englisch sprechen. Die kleinen Zuhörer wurden mit vielen Fragen, aber vor allem durch die Lieder, die die gesamte Geschichte begleiteten, mit einbezogen. Bei den Liedern wurde dann mit geklatscht, es wurden Bewegungen gemacht, die den Text ersetzten und sogar auf der Bühne durften die Kinder als Tiere mitmachen. Alle Kinder waren begeistert bei der Sache und man konnte darüber staunen, wie toll Kinder einer einfachen Geschichte folgen können und wie sehr ein einziger Mann auf der Bühne allein mit einer Gitarre als Requisit Kinder in den Bann ziehen kann. Da kann man selbst noch einiges lernen, aber es macht auch Lust darauf weiterhin Kindern zu erzählen, vorzulesen und mit ihnen zusammen Geschichten zu erleben.

Die CD von „Berti, der Detektiv“ mussten wir dann am Ende der Vorstellung natürlich kaufen und wir hören sie nun gerne zu Hause, so dass wir auch noch eine Erinnerung an das tolle Programm haben, die Live-Aktion ersetzt sie aber nicht.

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Weggepustet von Rob Biddulph, Diogenes, ISBN: 978-3-257-01179-1, 16,90€

Lullemu, wer bist du? von Kerstin Schoene und Nina Gunetsreiner, Coppenrath, ISBN: 978-3-649-61247-6, 12,95€

Berti, der Detektiv (Audio-CD) von Helmut Meier, Verlag Gefühl + Stärke, ISBN: 978-3-933-59606-2, 12,70€ (Bestellbar im Buchhandel oder auf der Internetseite von Helmut Meier)

Musik und Sprachen muss man hören

Ihr habt gestern sicherlich schon gemerkt, dass ich von den TipToi-Büchern durchaus angetan bin und heute werdet ihr nun ein paar Bücher etwas genauer kennen lernen. Besonders gelungen finde ich die Bücher „Die Welt der Musik“ und „Entdecke Musik aus aller Welt“.

Das Buch „Die Welt der Musik“ führt einen wirklich ausführlich in verschiedene Themen innerhalb der Musik ein. So werden nicht nur die verschiedenen Instrumente vorgestellt und Informationen zu Tönen, Rhythmen und Komponisten bereit gestellt, sondern auch dem Thema Alltagsgeräusche sowie dem Musizieren mit dem Körper und verschiedenen Gegenständen werden mehrere Seiten gewidmet. Gerade die Geräusche aus Natur und Umwelt irritierten Bücherwürmchen zunächst und er wunderte sich, dass sie in einem Buch über Musik zu finden sind, aber auf diese Weise wird die Bandbreite von Musik gut verständlich und Kinder lernen ihre Umwelt bewusster wahrzunehmen. Toll und passend sind in diesem Buch natürlich auch die Geräusch- und Suchspiele. Einerseits muss man Töne oder Geräusche Instrumenten oder z.B. Tieren zuordnen und andererseits soll man durch Beschreibungen das richtige Instrument herausfinden.

Auch die Informationen, die man in diesem Buch erhalten kann, gefallen mir gut. Sie sind teilweise schon sehr detailliert und erklären jede Menge, z.B. wie genau ein Instrument funktioniert, aber es werden auch Geschichten rund um die Instrumente erzählt. So erfährt man beispielsweise bei den Posaunen die biblische Geschichte, bei der durch den Klang der Posaunen die Mauern von Jericho einstürzten.

Für kleinere Kinder, die sich bisher noch nicht so viel mit Musik beschäftigt haben, sind manche Informationen schon etwas sehr anspruchsvoll, aber auch für sie ist es sicherlich interessant herauszufinden, wie welches Instrument klingt. Für so etwas ist so ein Stift natürlich wirklich genial! Wenn man nur etwas über Instrumente liest, kann man sich nur schwer vorstellen wie ein Instrument klingt und auch Begriffe wie hoch und tief sind für Kinder wenig konkret. Durch die Geräusche werden sie aber greifbar und verständlich.

Ein besonderes Extra ist das farbige Glockenspiel im Buch, auf dem man mit dem Stift kleine Liedchen spielen kann. Entweder man erfindet eine eigene Melodie oder man versucht die Noten der zwei abgedruckten Lieder zu spielen. Das ist natürlich reizvoll.

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Um Musik geht es auch in dem Buch „Entdecke Musik aus aller Welt“. Hier lernt man nichts über die typischen Orchesterinstrumente kennen, sondern man kann sich anhören zu welcher Musik man in Griechenland tanzt, wie die afrikanischen Trommeln klingen und wie unterschiedlich in Nord- und Südamerika Musik gemacht wird. Dabei lernt man selbstverständlich auch ein paar Instrumente kennen, die selbst Erwachsenen nicht unbedingt bekannt sind. Rund um die Welt wurden die erstaunlichsten Instrumente erfunden. Schön für Kinder ist, dass bei diesen exotischen Instrumenten darauf hingewiesen wird, welchen europäischen Instrumenten sie ähneln, so dass die Kinder einen Bezug zu den Instrumenten bekommen.

Bücherwürmchen hört sich gerne den Dudelsack sowie den jodelnden Mann an. Ich höre gerne die fröhliche irische Musik, finde aber auch die fremden Klänge aus Afrika oder Asien spannend.

Auch hier gibt es natürlich passende Spiele, die ähnlich wie in dem zuvor beschriebenen Buch sind.

Insgesamt ebenfalls ein tolles Buch, welches Lust auf Musik aus anderen Ländern macht. Überall auf der Welt wird gesungen, musiziert und getanzt. Mit Musik wird ein Lebensgefühl ausgedrückt. Sie gehört bei allen Kulturen zum Leben dazu und egal wie fremd sie auch klingen mag, man versteht sie dennoch sofort, so dass Musik ein einfacher Weg zur Völkerverständigung und zum Überwinden von Grenzen darstellt. Schön, wenn Kinder mit Hilfe dieses Buches nicht nur etwas über Musik lernen und erfahren können, sondern auch über andere Länder und Kulturen.

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Hier schließt sich auch das letzte Buch aus dieser Reihe an, welches ich bisher kennen lernen durfte: „Wir reisen durch Europa“.

Auf den ersten Blick gefiel es mir nicht ganz so gut, denn hier werden keine Landkarten mit Symbolen und Bildchen gezeigt, sondern von jedem vorgestellten Land wird nur ein Ausschnitt einer Stadt oder einer Landschaftsszene gezeigt. England, Frankreich und Italien werden durch ihre Hauptstädte präsentiert, während für Spanien ein Strand, für Österreich die Berge, für die Niederlande ein Campingplatz und für Deutschland die Nordseeküste gezeigt werden. Ist es in Ordnung, wenn ein Land auf wenige Details reduziert wird? Erst war meine Antwort eher nein, aber nach längerer Überlegung lautet sie eher ja! Ja, es ist für Kinder im Alter von 4-7 Jahren in Ordnung, denn auf diese Weise wird die Begegnung mit einem anderen Land für sie viel konkreter als wenn sie eine Karte des Landes sehen. Hier reisen sie mit verschiedenen Familien in den Urlaub und im Urlaub nimmt man nur einen Teil des Landes wahr. Man trifft Menschen aus dem Land, sieht ein paar Sehenswürdigkeiten, hört die Sprache und isst landestypisches Essen. Genauso geht es Kindern, die sie mit diesem Buch beschäftigen. Urlaub kennen sie aus eigener Erfahrung und so können sie sich schnell in die jeweilige Situation versetzen und gemeinsam mit den Familien den Urlaubsort erforschen. Das Buch stellt somit authentische Situationen vor und die Kinder können in einem altersgerechten Rahmen so einiges über ein paar ausgewählte Länder Europas erfahren. Besonders gut gefällt mir, dass man sich sogar Sätze und Dialoge in der jeweiligen Landessprache (inkl. der Möglichkeit der deutschen Übersetzung) anhören kann. Teilweise sind die Dialoge recht lang, aber so hat man eine gute Chance den Klang einer Sprache wahrzunehmen. Das englische Klatschspiel hat sich Bücherwürmchen bestimmt fünf Mal nacheinander angehört. Allerdings fand er auch das alberne „Spaghetti“ für ein Familienfoto äußerst lustig.

Neben Infos zu den gezeigten Städten und ihren Sehenswürdigkeiten erfährt man natürlich auch ein paar allgemeine Sachen über die Länder, z.B. etwas über die Nachnamenregelung in Spanien, über Schuluniformen in England oder übers Vespa fahren in Italien. Dazu kommen auch in diesem Buch Such-, Merk- und Wissensspiele, an denen die Kinder Spaß haben, wobei man Bücherwürmchen noch recht viel helfen muss. Aber die eine oder andere Quizfrage konnte er am Ende des Buches auch schon selbst richtig beantworten und so waren sowohl er als auch ich beim Zuklappen des Buches völlig zufrieden.

Ja, ich gebe es zu: Ich mag die TipToi-Bücher wirklich gerne! Die audiodigitalen Möglichkeiten wurden sehr gut genutzt und alles ist aufwendig und detailliert gestaltet.

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Der Stift muss separat erworben werden!

Die Welt der Musik, Wieso? Weshalb? Warum?, TipToi, Ravensburger, ISBN: 978-3-473-32902-1, 19,95€

Entdecke Musik aus aller Welt, Wieso? Weshalb? Warum?, TipToi, Ravensburger, ISBN: 978-3-473-32915-1, 19,99€

Wir reisen durch Europa, Wieso? Weshalb? Warum?, TipToi, Ravensburger, ISBN: 978-3-473-32914-4, 19,99€