Wer ist der kleine Ritter Trenk?

Hinter dem kleinen Ritter Trenk verbirgt sich eigentlich der Bauernsohn Trenk Tausendschlag. Ja, für Trenk ist eigentlich kein Ritterleben vorgesehen, denn er ist ein einfacher Bauernsohn, für den der Leitspruch „leibeigen geboren, leibeigen gestorben, leibeigen ein Leben lang“ gilt. Aber diese Ungerechtigkeit möchte Trenk nicht hinnehmen und so macht er sich auf in die Stadt und erlebt dort viele Abenteuer. Vor allem nimmt sein Leben die eine oder andere unerwartete Wende und so findet sich der Bauernsohn Trenk schneller als er gucken kann auf der Burg von Hans vom Hohenlob wieder. Und dort ist er ganz gewiss nicht als Gefangener gelandet, sondern er wird dort durch ein kleines Täuschungsmanöver der Page dieses freundlichen Ritters. Die Zeit der Abenteuer ist auf der Burg aber natürlich nicht vorbei, denn im Wald lauern Räuber, der gemeine Ritter Wertolt der Wüterich lebt in nicht allzu weiter Ferne und der gefährliche Drache treibt im Drachenwald sein Unwesen und es steht zu befürchten, dass er besonders gerne Jungfrauen verspeist. Trenk bewältigt alle neuen Aufgaben mit großem Mut, auch wenn er sich immer mal wieder zur Beruhigung ein kleines Liedchen vorsingen muss. Außerdem hat er gute Freunde an seiner Seite. Dazu zählen z.B. die Gaukler rund um Momme Mumm, aber vor allem die Ritterstochter Thekla, die Trenk bei vielen Aufgaben unterstützen wird.

Trenk löst alle Herausforderungen gut, aber Ritter Wertolt der Wüterich wird ihm immer wieder in die Quere kommen und so müssen immer wieder neue Abenteuer überstanden werden.

Trenk ist ein sehr freundlicher Junge mit vielen guten Eigenschaften. Er möchte niemandem etwas böses, er denkt an die Hilfsbedürftigen und Ehrlichkeit und Gerechtigkeit sind wichtige Werte für ihn.

Er ist ungefähr sieben Jahre alt, also so alt, dass er das perfekte Alter für einen Pagen hat, und er hat eine kleine Schwester, Mia-Mina, dessen Alter wir jedoch nicht erfahren. Aber das ist auch nicht so wichtig, denn so genau hat man sich damals die Geburtstage ja sowieso nicht gemerkt. Sein Vater heißt Haug und seine Mutter Martha.

Auf diesem Blog wurde bisher „Der kleine Ritter Trenk“ vorgestellt. Es gibt aber noch weitere Bücher von dem kleinen Ritter Trenk.

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Unterschiedlicher Blick auf Bilderbücher

Ist es nicht interessant, wie unterschiedlich Kinder und Erwachsene Illustrationen in Bilderbüchern wahrnehmen? Häufig fällt das gar nicht so deutlich auf, denn zumindest mein Sohn äußert sich meistens nicht großartig zu den Bildern. Er freut sich, wenn es Bilder in einem Buch zum Gucken gibt, aber letztendlich entscheiden das Thema und vielleicht unbewusst auch der Stil sowie der Witz einer Geschichte, ob ihm das Buch gefällt oder nicht. Es kommt ganz selten mal vor, dass er sagt, dass ihm die Bilder nicht gefallen. Dass Bilder ihm gefallen, merkt man hauptsächlich daran, dass er über bestimmte Dinge lacht, der Stil selbst ist für ihn da weniger entscheidend.

Diesen Unterschied zwischen meinem Sohn und mir habe ich gerade ganz deutlich bei dem Pappbilderbuch „Mittelalter Wimmelbuch“ feststellen können. Es tut mir leid, aber ich persönlich finde die Bilder einfach hässlich. Die Figuren in dem Buch stoßen mich regelrecht ab. Ob das Buch künstlerisch gelungen ist oder nicht, möchte ich gar nicht beurteilen. Es geht allein darum, wie die Bilder auf mich wirken und da ist es so, dass die Bilder in mir ein unangenehmes Gefühl erzeugen. Ich mag die fratzenhaften, überzogenen Gesichter nicht gerne sehen. Sicherlich kann man darin gerade den Witz in dem Buch sehen, aber ich kann mich nicht mit der Prinzessin mit den Hasenzähnen anfreunden.

Mein Sohn jedoch hat sich überhaupt nicht um das Aussehen der Figuren gekümmert. Das Thema findet er mehr als spannend und so hat er sich auch dieses Buch direkt eine ganze Weile lang angeschaut und großen Gefallen daran gefunden. Besonders toll und witzig fand er die kleinen Geschichten, die man von Seite zur Seite verfolgen kann, wobei er dabei in erster Linie darüber lachte, wie der Dieb die Wache überlistet und aus dem Verlies entkommt (Verliese sind bei ihm aber auch gerade ganz hoch im Kurs und sind auf jedem seiner Ritterburgenbilder zu finden…). Aber auch der Opa, der auf der Suche nach einem Klo ist, hat ihn natürlich erheitert. Darüber hinaus weckten das Ritterturnier sowie das anschließende Rittermahl sein Interesse. Ich muss aber auch zugeben, dass das Wimmelbuch thematisch einiges bietet: Ritter, Burgen, Ritterturnier, Bauern, Markt, Gaukler,… Hier finden Kinder wirklich all das wieder, was für sie zum Mittelalter dazu gehört. Ja, und alles wird eben auf humorvolle Art und Weise dargestellt. Für Bücherwürmchen ist das Buch ein großes Vergnügen, für mich eher nicht. Und ich könnte mir vorstellen, dass es anderen Erwachsenen ähnlich wie mir geht, denn das Buch wird nicht mehr aufgelegt. Eigentlich schade, dass Bücher dann letztendlich doch nach dem Geschmack der Eltern und nicht nach dem der Kinder gekauft werden. Wobei ich manche Bücher tatsächlich nicht gerne bei uns im Regal stehen haben würde, aber bei diesem Buch ist es nur eine Geschmacksfrage bezüglich des Stils und so gönne ich es Bücherwürmchen von ganzem Herzen, dass er sich hier ganz in der Welt des Mittelalter verlieren kann.

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Mittelalter Wimmelbuch von Anna Frenzel-Röhl, Wimmelbuchverlag 2011, ISBN: 978-3942491037

Die Ritter und das Mittelalter – immer wieder ein spannendes Thema

Es gibt so ein paar Themen, die üben auf viele Jungen einfach eine große Faszination aus. Eines davon sind die Ritter. Zumindest Bücherwürmchen findet es äußerst spannen zu erfahren, wie die Ritter gelebt haben, selbst mit einem Holzschwert und Ritterhelm herum zu laufen oder ausgiebig mit seiner Playmobil-Ritterburg zu spielen. Um ein wenig mehr über das Leben damals zu erfahren, eignet sich das handliche Büchlein „Julius der Troll im Mittelalter“. In kurzen Kapiteln erfährt man ein paar grundlegende Informationen, z.B. über den Adel, Burgfräulein oder Burgen. Sehr ausführlich ist das alles nicht und es finden sich auch nicht auf allen Seiten Illustrationen, aber die wichtigsten Dinge werden verständlich angesprochen, so dass interessierte Kinder einiges lernen und erfahren können.

Nett sind die Anregungen für eigene Aktivitäten, z.B. Kinderspiele aus dem Mittelalter spielen, mittelalterliches Essen selber kochen, sich eine Ritterrüstung basteln etc. Bücherwürmchen hat mit seinem Papa auch direkt ein Schild gebastelt. Ein cooles Ritterkostüm hatte ich ihm schon letztes Jahr Karneval hergestellt (nach einer Anleitung aus der Eltern-Zeitschrift).

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Warum die letzten drei Kapitel mit „Nur für Kinder“ überschrieben sind, ist mir nicht so ganz klar. Das ganze Buch richtet sich doch an Kinder?! Allerdings schwankt die Ansprache in dem Buch. Mal wird über Kinder gesprochen und mal wird das Kind (oder ein Erwachsener?) direkt angesprochen. Leider finden sich in dem Buch auch einige Flüchtigkeitsfehler…

Den Titel finde ich übrigens auch etwas irreführend. Julius der Troll ist zwar auf den Bildern zu sehen, aber ansonsten hat er mit der ganzen Sache nichts zu tun…

Als Ideenbörse für Eltern und Kinder und als erste Informationen über das Mittelalter(auch zum selber lesen für etwas größere Kinder) ist dieses Buch gut geeignet, für mehr aber auch nicht. Aber da mein Sohn ein kleiner Geschichts-, Mittelalter- und Ritterfan ist, werde ich mir hier wohl noch die eine oder andere Anregung für Spiele oder Basteleien holen. Und wenn er etwas größer ist, darf er gerne mal ein Rezept aus dem Buch ausprobieren und mir eine bäuerliche Brotsuppe auftischen. 🙂

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Julius der Troll im Mittelalter von Martin Nyenstad, Books on Demand, ISBN: 978-3735739681, 12,90 €