Gemütliche Märchenzeit

Ab und zu lassen wir uns durch Bücher zu kreativen Aktionen anregen. So haben wir zum Beispiel eine Steinsuppe nachgekocht oder den Raben Abraxas und die kleine Hexe gebastelt. Manchmal ist es aber auch umgekehrt und eine Freizeitaktivität lässt uns im Anschluss in ein Buch gucken.

Neulich haben wir einen Ausflug in den Märchenwald (Sprookjesbos) in Valkenburg (Niederlande) gemacht. Dort waren mit Figuren in verschiedenen Häusern einige Märchenszenen aus bekannten Märchen nachgestellt.

Das Haus von Aschenputtel

Das Haus von Aschenputtel

Das fand Bücherwürmchen klasse. Besonders faszinierte ihn Ali Baba, der recht pompös dargestellt wurde. Ali Baba ist eines der wenigen Märchen, die man in dem Wald zu sehen bekommt, die Bücherwürmchen nicht bzw. nur vom Namen her kennt. Was also taten wir, als wir es uns zu Hause mit ein paar Leckereien bequem gemacht hatten? Klar, ich habe ihm das Märchen vorgelesen. Da es in keinem unserer Märchenbücher steht, wollte ich es schnell aus dem Internet ausdrucken. Naja, ganz so schnell ging das nicht, denn das Märchen füllte fast 16 DIN A4-Seiten. Puh, da hatten wir uns ja was vorgenommen. Und den Vorlesestoff auf mehrere Tage zu verteilen, hielt ich in diesem Fall auch nicht für sonderlich angemessen, denn das Märchen gruselte Bücherwürmchen doch ziemlich, so dass ich es besser fand, wenn wir schnell beim guten Ende ankamen. Ein wenig beruhigte es Bücherwürmchen noch, als ich ihm erzählte, dass ich früher als Schulkind mal mit dem Schulchor „Ali Baba und die 40 Räuber“ als Musical aufgeführt habe. Ich war damals einer der Räuber, die mit Öl überschüttet werden und sterben… Dennoch war Bücherwürmchen das Märchen die ganze Zeit über nicht geheuer und am Ende war er froh, dass Ali Baba noch am Leben war und der Räuberhauptmann ihn nicht überlisten konnte.

Kennt ihr das Märchen von Ali Baba und den 40 Räubern oder könnt ihr euch noch daran erinnern? Ansonsten findet ihr es HIER im Internet. Ich fand es jedenfalls sehr schön, nach einem Ausflug nach Hause zu kommen und es sich anschließend mit einem Märchen gemütlich zu machen. Sowohl Bücherwürmchen als auch ich haben diesen Ausklang des Tages sehr genossen! Demnächst müssen wir uns dann noch „Des Kaisers neue Kleider“ zu Gemüte führen, denn auch dieses Märchen haben wir noch nicht gelesen und ich bin erstaunt, wie gut sich Bücherwürmchen dennoch den Märchentitel gemerkt hat.

Schön, wenn man Bücher/Geschichten und Aktivitäten miteinander verknüpfen kann und schön, wenn man mal Zeit hat, es sich einfach gemütlich zu machen und Märchen zu lesen (oder sogar zu erzählen). So ist es dann auch nicht schlimm, wenn man ein völlig verregnetes Maiwochenende hatte.

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Durch ein Wimmelbuch im Märchen-Fieber

Es ist sicherlich nicht ganz fair, aber irgendwie stehe ich dem Schwager & Steinlein Verlag etwas skeptisch gegenüber. Warum? Weil es Bücher dieses Verlags als Aktionsware beim Discounter zu kaufen gibt. Ist das so schlimm bzw. heißt dies, dass die Bücher deswegen schlecht sein müssen? Darauf muss ich zwei Mal mit „nein“ antworten. Auch bei mir landeten im Discounter schon Bücher im Einkaufsladen und ich finde es grundsätzlich gut, wenn Bücher so niederschwellig wie möglich an die Menschen, insbesondere an Kinder, heran getragen werden. Und auch wenn nicht alle angebotenen Bücher beim Discounter hochwertig und schön illustriert sind, sondern teilweise recht billig daher kommen, gilt das natürlich nicht für alle Bücher und gerade beim Schwager & Steinlein Verlag kenne ich einige Bücher, die uns durchaus gefallen. So besitzen wir die klassische Max und Moritz-Ausgabe von diesem Verlag und die Wimmelbuch-Box von Anne Suess, ebenfalls bei Schwager & Steinlein erschienen, hat uns auch schon viel Freude gemacht.

Nun haben wir ein weiteres Wimmelbuch von Anne Suess aus diesem Verlag kennengelernt. Und ja, ich war wieder etwas skeptisch, und wenn diese Zweifel vielleicht in anderen Fällen angebracht sind, bei diesem Buch waren sie völlig überflüssig, es hat uns wirklich überzeugt: Das „Wimmelbuch Märchenland“ wird hier ständig angeguckt, immer wieder und sehr gerne.

Zwar beinhaltet das Buch lediglich vier Doppelseiten, aber auf diesen Seiten stecken unglaublich viele Geschichten. 50 Märchen kann man in den Bildern entdecken und es macht richtig viel Spaß. Es ist spannend zu gucken, welche Märchen und Szenen dargestellt werden. Man kann sehen wie die Königin Schneewittchen den vergifteten Apfel anbietet, wie sich Mutter Geiß von ihren sieben Kindern verabschiedet, wie Hänsel die Hexe mit dem Stöckchen überlistet, wie Hans im Glück sich für ein Schwein anstelle seiner Kuh entscheidet, wie bei Dornröschen alles einschläft, wie Rumpelstilzchen ums Feuer tanzt und vieles mehr. Dabei wird nicht nur auf die Märchen Grimms zurückgegriffen, auch Märchen von Hans Christian Andersen, aus Tausendundeiner Nacht und von Wilhelm Hauff (auch wenn dieser im Gegensatz zu den anderen im Klappentext nicht erwähnt wird) sind hier vertreten. Mir gefällt sowohl die Vielfalt als auch dass aus einzelnen Märchen auf mehreren Seiten verschiedene Szenen gezeigt werden.

Die Bilder von Anne Suess gefallen mir in diesem Buch uneingeschränkt gut. Aus den verschiedenen Märchen wurden tolle Gesamtbilder erstellt, bei denen sich alles wunderbar zusammenfügt. Es wurden Szenen ausgewählt, die wenig furchterregend sind und so fallen die Bilder eher lieblich aus. Es gibt sehr viel zu gucken und zu entdecken. Eine kleine Orientierung bietet die Aufzählung der jeweils dargestellten Märchen, wobei es insgesamt von Vorteil ist, wenn man sich in der Märchenwelt ein wenig auskennt. Kennt man die Märchen nicht, so erhält man einfach ein buntes Buch, in dem man spannende Sachen entdecken kann, richtig viel Spaß macht es aber erst, wenn man Geschichten wiedererkennt, wenn man sich erinnert und gemeinsam Teile eines Märchens nacherzählt. Da aber auch wir längst nicht alle Märchen kennen und bei anderen Unsicherheiten bei den Ereignissen auftauchten, wurde noch einmal das dicke Märchenbuch heraus geholt. Ja, dieses Buch regt dazu an, noch einmal richtig tief in die Märchenwelt einzutauchen. Wir lesen momentan ein Grimm-Märchen nach dem anderen, ein Hauff-Märchenbuch ist bei uns eingezogen und ganz aktuell haben wir ein Buch mit Märchen aus Tausendundeiner Nacht aus der Bücherei ausgeliehen. Und nach jeder Lektüre wird dann natürlich schnell wieder das Wimmelbuch aufgeschlagen und sich die entsprechenden Bilder angeschaut. Auf diese Weise sagen uns nach und nach immer mehr Bildausschnitte etwas und so langsam kennen wir uns sehr gut bei den verschiedenen Märchen aus.

Das „Wimmelbuch Märchenland“ konnte uns als solches überzeugen, aber besonders schön ist es, dass wir durch dieses Buch uns mal wieder Zeit für jede Menge Märchen genommen haben.

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Wimmelbuch Märchenland von Anne Suess, Schwager & Steinlein, ISBN: 978-3-8499-0218-6, 4,99€

Herbstzeit = Märchenzeit

So langsam wird es draußen wieder herbstlicher und man macht es sich gerne am Kamin und mit einem warmen Getränk gemütlich. Es ist also wieder die perfekte Zeit für Märchen. Ich finde es jedenfalls sehr schön mir gemeinsam mit Bücherwürmchen noch einmal das eine oder andere Märchen ins Gedächtnis zu rufen und so kamen mir die drei kleinen Märchenbücher, illustriert von Bernadette, gerade recht. „Rotkäppchen“, „Rumpelstilzchen“ und „Der Wolf und die sieben jungen Geißlein“ gibt es nun als „Märchenstunde“-Set zu kaufen. Die Bücher sind in einem kleinen Format gehalten, so dass sie sehr handlich sind.

Die Märchen sind bekannt und werden sowohl sprachlich als auch inhaltlich genauso erzählt wie sie in meiner alten, dicken Gebrüder Grimm-Gesamtausgabe stehen. Die schöne Märchensprache wir hier also nicht vernachlässigt.

Inhaltlich war ich dann doch manchmal überrascht, an welche Details man sich gar nicht mehr erinnert. So bekannt Rotkäppchen auch ist, es beinhaltet doch einiges mehr als die Sätze à la „Großmutter, was hast du für große Ohren?“, die einem natürlich noch im Ohr sind. Aber erinnert ihr euch an die Mahnung der Mutter, bei der Großmutter „nicht erst in allen Ecken herum“ zu gucken oder wisst ihr, wo die Großmutter genau wohnt? Ja, klar, im Wald, aber die Beschreibung ist deutlich ausführlicher: „unter den drei großen Eichbäumen, unten sind die Nusshecken“. Ich hatte nicht das Gefühl all diese Details jemals gehört zu haben und dachte bei mir, dass hier wohl jemand die Geschichte ganz schön ausgeschmückt hat. Ja, ich fand sogar, dass das Rotkäppchen-Märchen in dem Buch ein wenig umständlich klingt. Dann habe ich es aber mal in meiner alten Ausgabe nachgelesen und festgestellt, dass es dort genauso erzählt wird.

Gut, dass man sich nun noch einmal mit den Märchen beschäftigt. Dabei ist mir übrigens noch etwas anderes aufgefallen: Auf Märchenbildern wird der Wolf häufig schwarz dargestellt. Das war mir gar nicht bewusst, doch dann beschrieb Bücherwürmchen den Wolf in einem Tierrätsel als schwarzes Tier. Ich befürchte sowieso, dass seine Vorstellungen vom Wolf sehr von Märchen geprägt wurden. Ja, Wölfe sind ihm gar nicht geheuer, aber dennoch oder gerade deshalb liebt er Märchen, in denen ein Wolf vorkommt. Gerade vor ein paar Tagen nannte er noch „Der Wolf und die sieben jungen Geißlein“ auf die Frage nach seinem Lieblingsbuch.

Die Bilder erinnern an feine Buntstiftzeichnungen. Sie passen gut zu den Märchen und zu der besonderen Atmosphäre, die diese ausstrahlen.

Die Figuren sind mir teilweise etwas zu hölzern, aber insgesamt gefallen mir die ruhigen Bilder und vor allem die Gestaltung der Natur gut.

Rumpelstilzchen hatte ich mir irgendwie immer ganz anders vorgestellt. Oft hat man Märchen ja ohne Bilder gehört, so dass man eigene Vorstellungen und Bilder entwickelt hat. Sind Bilder bei Märchen überhaupt sinnvoll? Im ersten Moment dachte ich, dass es richtig klasse sei, die Märchen in den Büchlein so schön illustriert mal vor sich zu haben. Andererseits wird so natürlich die eigene Fantasie eingeschränkt und manchmal können Bilder Schrecken verbreiten. Getreu dem Motto „ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ sind es oft gerade die Bilder, die Kindern Angst machen und im Gedächtnis bleiben. Märchen bieten einigen Gruselstoff, aber hier wurde sehr behutsam gearbeitet. Natürlich kommt der Wolf nicht sympathisch herüber, aber er wird auch nicht fruchteinflößend dargestellt. Man sieht z.B. nicht, wie der Wolf die Geißlein verschluckt. Das hat die Illustratorin wirklich gut gemacht und so kann man sich die Bilder mit Kindern ohne Bedenken anschauen, sobald man ihnen den Inhalt zutraut. Man erhält hier also drei Märchen, bei denen eigentlich alles stimmt: Schöne Sprache, Inhalt nicht verfälscht und passende Bilder, die alles schön und angemessen illustrieren. Genau das richtige für die Herbstzeit!

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Märchenstunde – Drei Märchen der Gebrüder Grimm, illustriert von Bernadette, NordSüd-Verlag 2015, ISBN: 978-3-314-10316-2, 14,99€

Ein bekanntes Märchen mal anders erzählt

Letzte Woche waren wir mal wieder bei meinen Eltern. Da haben wir uns wie immer, wenn wir dort ein paar Tage bleiben, ein paar Bücher aus der Bücherei ausgeliehen. Das Highlight war dieses Mal das Buch „Wolfi und die 7 Geißlein“. Wir mussten es wieder und wieder lesen. Warum fand Bücherwürmchen es wohl so faszinierend? Erst einmal kommt ein Wolf darin vor und Wölfe sind für ihn nach wie vor äußerst spannend, da er ein bisschen Angst vor ihnen hat. Dann ist ihm das Märchen vom Wolf und den sieben Geißlein aus unserem dicken Märchenbuch bekannt und auch da war es schon eines seiner Lieblingsmärchen. Hier wird nun die Geschichte sowohl aus der Sicht des Wolfes als auch aus der Sicht der kleinsten Ziege erzählt und es wird dem Leser überlassen, welcher Sichtweise er Glauben schenken möchte. Und genau das übt einen großen Reiz auf die kleinen Leser aus. Ich glaube, Bücherwürmchen weiß einfach noch nicht so ganz, was er nun eigentlich von der ganzen Geschichte halten soll und muss sich deshalb die Geschichte immer wieder anhören. Die Zeichnungen sind bunt und fröhlich und somit wenig angsteinflößend. Trotzdem hält sich Bücherwürmchen kurz die Augen zu, wenn der Wolf ins Haus der Geißlein kommt. Die Seite bereitet ihm einen schaurig-schönen Moment, auf den er die ganze Zeit beim Lesen wartet.

Das Buch ist auch für den Vorleser eine kleine Herausforderung. Damit für die Kinder die unterschiedlichen Erzähler deutlich werden, ist es gut, wenn man diese stimmlich voneinander unterscheiden kann. Für das kleine Geißlein habe ich eine gute Stimmlage gefunden, mit meiner Vorlesestimme für den Wolf war ich allerdings nicht ganz zufrieden, was vielleicht auch daran lag, dass ich selbst keine richtige Vorstellung davon hatte wie der Wolf klingen sollte. Tiefe Stimme? Hm, ich weiß nicht, dazu war er irgendwie zu verspielt und sah auf den Bildern zu aufmüpfig und jung aus. Meine normale Stimme war zu langweilig, aber wie sollte man ihn dann vorlesen? Eine zufriedenstellende Antwort habe ich noch nicht gefunden…

Leider ist dies mal wieder ein sehr schönes Buch, welches schon wieder aus der deutschen Bilderbuchlandschaft verschwunden ist. Viele Bücher, scheinbar gerade auch im Bereich der Kinderbücher, sind nur eine kurze Zeit erhältlich. Wir haben uns schon häufig Bücher aus der Bücherei ausgeliehen, an denen wir viel Freude hatten und bei denen ich dann festgestellt habe, dass man sie gar nicht mehr neu kaufen kann. Schade, denn ich glaube, dass auch andere Kinder an dem Buch „Wolfi und die 7 Geißlein“ so viel Spaß wie Bücherwürmchen hätten.

 

Wolfi und die 7 Geißlein von Britta Schwarz und Birgit Antoni, Annette Betz Verlag, ISBN: 978-3-219-11287-0, nur noch gebraucht erhältlich

Andere Länder durch Rezepte und Geschichten kennen lernen

Wie gut, dass meine Büchereule Wanzi gerade unterwegs ist und so nicht gemeinsam mit uns einen Blick in das Buch „Im Kochtopf um die Welt“ geworfen hat. Oh, da wäre sie aber neidisch auf die Eule Emmi geworden! Emmi reist nämlich mit ihrem Freund Panjo (ein Panda) in einem fliegenden Kochtopf um die Welt und trifft dabei auf lauter Kinder in verschiedenen Ländern. Das wäre was für meine Wanzi! Aber vielleicht freut sie sich ja auch, wenn sie eine kulinarische Weltreise machen kann, sobald sie zurück ist. In dem Buch befinden sich nämlich jede Menge Rezepte aus acht Ländern, welche wir gerade schon fleißig ausprobieren.

Und ich bin ganz begeistert, nicht nur von den Rezepten, sondern von dem ganzen Buch. Hier stimmt einfach alles von der Idee und dem Konzept bis hin zur Umsetzung. Spannend ist der Hintergrund dieses Buches: Um Geld für Sprachfördermaßnahmen einzunehmen, hatten Eltern eines Kindergartens die Idee ein interkulturelles Kinderkochbuch zu gestalten und zu verkaufen. Die Fördermaßnahmen sollten in erster Linie Kindern mit Migrationshintergrund zu Gute kommen. Da sich viele Menschen äußerst engagiert an dem Projekt beteiligten, kam tatsächlich ein professionelles Buch dabei heraus. Ein Buch, das keine kommerziellen Interessen verfolgt, sondern bei dem der gesamte Gewinn in Integrationsmaßnahmen fließt. Durch Kochkurse lernen Eltern und Kinder sowohl Rezepte aus anderen Ländern kennen als auch sich auf Deutsch zu verständigen. Diese Arbeit finde ich auf jeden Fall unterstützenswert – vor allem da man mit dem Kauf des Buches nicht nur Geld für einen guten Zweck ausgibt, sondern auch ein richtig tolles Buch erhält!

Emmi und Panjo reisen mit dem Kochtopf nach Deutschland, Italien, Südafrika, Brasilien, Peru, Indien, Marokko und in die Türkei. Überall finden sie direkt Freunde, mit denen sie einen Tag verbringen und so ein wenig über das Leben in dem jeweiligen Land erfahren. Hinzu kommen ein paar länderspezifische Informationen, insbesondere zu der Esskultur. Und dabei ist es nicht nur für Kinder spannend zu erfahren, wie sich die Essgewohnheiten in den verschiedenen Ländern voneinander unterscheiden. Bevor man dann zu den Rezepten kommt, kann man noch ein Märchen aus dem Land lesen. Durch die Geschichten und Informationen bekommen die Kinder einen guten Bezug zu dem fremdartigen Essen. Sie sind neugierig, wie das Essen von Fatima aus Marokko oder das Essen von Saroja aus Indien schmeckt und probieren somit auch gerne einmal etwas, was sie sonst nur skeptisch betrachten würden.

Wir haben jedenfalls in den letzten Tagen Couscous aus Marokko, Kartoffeln nach Huancayo-Art aus Peru und Brötchensterne aus Deutschland zubereitet und mit Genuss verspeist. Und dazu haben wir dann immer passend die Erlebnisse von Emmi und Panjo sowie das Märchen aus dem jeweiligen Land gelesen, was Bücherwürmchen sehr spannend fand. Unabhängig davon mussten wir drei Abende nacheinander das Märchen davon wie die Affen flink wurden (aus Südafrika) als Gute-Nacht-Geschichte lesen…

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Unsere Brötchensterne aus Deutschland

Die meisten Rezepte lassen sich mit üblichen Zutaten, die man in den gängigen Geschäften bekommt, zubereiten. Manche Sachen muss man im Asia-Laden oder in einem türkischen Geschäft kaufen, aber in einer größeren Stadt dürfte auch das kein Problem sein.

Im Anhang des Buches findet man ein paar Ideen wie man sich noch intensiver mit den Ländern und dem Essen beschäftigen kann. Die Kinder können hierbei ihr Wissen einbringen, ihren Wortschatz erweitern und mehr über Ernährung und fremde Kulturen erfahren.

Gut gefällt mir auch, dass das Buch in Deutschland beginnt. So können die Kinder langsam von dem Bekannten aus neue Dinge entdecken bzw. lernen sie zunächst einmal etwas über die Esskultur aus dem Land, in dem sie leben, kennen.

Das Buch lässt sich sowohl innerhalb eines Projekts oder Kochkurses im Kindergarten oder in der Grundschule als auch im privaten Rahmen einsetzen. Besonders spannend wird das Ganze natürlich, wenn sich dabei Menschen aus verschiedenen Ländern mit ihren Erfahrungen und Rezepten einbringen.

Ich bin jedenfalls von dem Buch und der Mischung aus Geschichten und Rezepten begeistert. Auf meinem Kochplan für die nächste Woche steht auch schon das Hähnchencurry mit Mandel aus Indien…

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Im Kochtopf um die Welt von cookita, BoBo Verlag, ISBN: 978-3-9814448-0-3, 14,95€

 

Was eine Zaubermühle mit der Nordsee zu tun hat

Das Buch „Die Zaubermühle“ hat mich direkt interessiert. Hier wird erzählt, wie das Salz in die Nordsee gekommen ist. Es ist ein Märchen, eine Sage, so wie es auch zur Entstehung und den Namen vieler Orte und Inseln eigene Geschichten gibt, die gerne (von Einheimischen) erzählt werden. Ich mag solche Geschichten und gerade alles rund um die Nordsee und die ostfriesischen Inseln weckt in mir einige Erinnerungen. Als Kind und Jugendliche bin ich in den Sommerferien so einiges Mal mit einer Gruppe aus der Gemeinde auf die wunderschöne Insel Spiekeroog gefahren und natürlich wurde den Kindern die eine oder andere Geschichte über die Entstehung der Insel erzählt. Und was hatte man für einen Spaß dabei! Einerseits war man als Kind darüber empört, was einem da für Geschichten aufgetischt wurden – jaja, die Insel ist aus einem großen Topf voller Möhreneintopf entstanden, der von einem Bott geworfen wurde, jaja, alles klar – und andererseits wartete man begierig auf die nächste Quatschgeschichte. Oder waren es vielleicht sogar überlieferte Märchen?

Das Buch „Die Zaubermühle“ könnte auch genauso gut eine Erzählung der Betreuungspersonen auf dieser Freizeit sein – es entspricht genau den Geschichten, die einem früher erzählt wurden bzw. die man irgendwann dann selbst an die Kinder weitergegeben hat.

Ein Junge erhält von seiner Großmutter eine ururalte Mühle. Es ist eine Zaubermühle, die einem auf einen Zauberspruch hin alle Wünsche mahlt. Dazu gibt es natürlich auch einen Gegenspruch, der alles beendet. Mit dieser Mühle macht sich der Junge auf den Weg um auf einem Schiff zu arbeiten. Der Kapitän des Schiffes ist äußerst geizig und die Schiffsjungen hungern. Zum Glück hat der Junge seine Mühle dabei und sie wünschen sich gutes Essen herbei. Leider erfährt aber auch der Kapitän von dieser Mühle. Nachdem er den Jungen über Bord geworfen hat, will sich der Kapitän die Mühle ganz zu Eigen machen. Er wünscht sich Salzkörner herbei und da er den Schlusszauber nicht kennt, spuckt die Mühle ununterbrochen Salz aus. Das Schiff wird zu schwer und sinkt, doch die Mühle mahlt und mahlt. Und dank des Salzes im Wasser fällt das Schwimmen leichter und so kommt der Junge wieder glücklich nach Hause.

Es ist ein friesisches Märchen, welches hier in Reimform erzählt wird und so ist es toll, dass neben der hochdeutschen Fassung auch eine im ostfriesischen Platt zu finden ist. Das klingt so richtig schön nordisch und es mach Spaß diese Fassung zu lesen – auch wenn ich des Platts nicht mächtig bin. Allerdings kann ich Englisch und seit zwei Jahren Niederländisch und so versteht man auch ohne ständig auf den hochdeutschen Text zu schielen eine ganze Menge und ich finde es spannend, die Ähnlichkeiten zwischen dem Platt und dem Niederländischen zu entdecken.

Die Bilder in dem Buch sind nicht unbedingt als „schön“ zu bezeichnen“, aber sie sind ziemlich ausdrucksstark. Sie geben die Emotionen und Gedanken des Textes beeindruckend gut wieder und sie bleiben einem auch nach der Lektüre noch im Kopf.

Schade nur, dass ich nun nicht mehr als Betreuerin mit nach Spiekeroog fahre um den Kindern auf der Freizeit dieses Märchen vorzulesen. Aber vielleicht packt ja ein anderer Betreuer/eine andere Betreuerin im nächsten Sommer dieses Buch in seinen/ihren Koffer…

Neben dem Buch in ostfriesischem Platt/ Hochdeutsch gibt es auch noch die Variante Plattdeutsch/Hochdeutsch.

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Die Zaubermühle oder Wie das Salz in die Nordsee kam – Ein friesisches Märchen in ostfriesischem Platt und Hochdeutsch/De Tövermöhlen of Wo dat Solt in de Nordsee kweem – En freeske Märken in oostfreeske Platt un Hoogdüütsk von Linde Knoch, Ilse Gerdes und Meike Teichmann, Willegoos, ISBN: 978-3-9813907-1-1, 9,95 €

Top Ten Thursday: 10 Bücher zum Gruseln

Top Ten Thursday

So richtig gruselig sind Bilderbücher natürlich nicht. Immerhin sollen die Kinder keinen zu großen Schreck bekommen, aber in einigen Büchern gibt es doch kleine Stellen, die auch Kinder herrlich gruselig finden. Bücherwürmchen versteckt dann zum Beispiel sein Gesicht schnell auf einem Kissen. Der Moment des Gruselns darf bei Kindern nicht zu sehr ausgeweitet werden, so dass kurz darauf dann wieder alles gut wird und das Kind wieder übers ganze Gesicht strahlen kann – nur um gleich wieder die ganze Geschichte und insbesondere die gruselige Stelle zu hören. 🙂 Ich habe mal ein paar Bücher zusammengestellt, bei denen Bücherwürmchen regelmäßig zwischen den Sofakissen abtaucht. Manche Bücher sind an sich gar nicht so gruselig, aber sie beinhalten die besagten Stellen.

Hier meine Liste:

  1. Die Hexe und die sieben Fexe (Ali Mitgutsch und Irmgard Hailer, Ravensburger Buchverlag) – Die Hexe sieht hier auch wirklich ganz schön gruselig aus. (Mehr über das Buch hier.)
  2. Für Hund und Katz ist auch noch Platz (Axel Scheffler und Julia Donaldson, Beltz & Gelberg) – Hier ist die Hexe lieb, aber es gibt einen bösen Drachen, der für den Gruselmoment sorgt. (Blog-Beitrag hier.)
  3. Superwurm (Axel Scheffler und Julia Donaldson, Beltz & Gelberg) – Eigentlich geht es um den lieben und hilfsbereiten Superwurm, der einfach alles kann und der allen viel Spaß bringt, aber dann kommt die böse Echse, die den Wurm entführen lässt…
  4. Hamstermonster (Susanne und Henning Löhlein, NordSüd-Verlag) – Dieses Buch ist gar nicht gruselig, sondern total niedlich, aber es geht darum, wie die süßen Hamster gruselig und erschreckend sein möchten.
  5. Wer rief denn bloß die Feuerwehr? (James Krüss und Erika Meier-Albert, Boje) – Dies ist sicherlich ein Buch, welches man eigentlich nicht auf einer Liste mit Gruselbüchern suchen würde. Sobald jedoch der Professor Kunkelt mit seinen wirren Haaren und blauem Gesicht auftritt und über das Wasser in seinem Haus schimpft, verkriecht sich Bücherwürmchen jedes Mal. Und ich muss zugeben, dass dieser Professor wirklich etwas unheimlich aussieht.
  6. Wer hat Angst vor diesem Wolf? (Michael Escoffier und Kris di Giacomo) – Hier gruselt sich Bücherwürmchen eigentlich nicht, denn der Wolf ist auch gar nicht so gefährlich mit seinen stumpfen Zähnen und der kurzen Nase, aber Wölfe sind Bücherwürmchen nie ganz geheuer und so liebt er es, wenn er den Vorleser mit einer Hand auf der Brust vor dem Wolf beschützen kann.
  7. Kleine Hausgeister (Sonia Goldie und Marc Boutavant, Gestalten) – Okay, zählt nicht so ganz, da die Geister eigentlich recht niedlich sind, aber das Gespenst der Alpträume findet Bücherwürmchen doch ein bisschen gruselig… (Blog-Beitrag hier.)
  8. Märchen – Klar, da gibt es jede Menge gruseliger Gestalten: Der Wolf bei Rotkäppchen, die Hexe bei Hänsel und Gretel… (Blog-Beitrag zu einem von vielen schönen Märchenbüchern hier.)

 

Die Hexe und die 7 Fexe   hundundkatz   um_Superwurm.indd   U1_978-3-314-10167-0_2D_NSV    8_7_6_4_8_7_978-3-414-82244-4-Kruess-Wer-rief-denn-bloss-die-Feuerwehr-org      9783830312109-46d894e0  Kleine Hausgeister von Sonia Goldie & Marc Boutavant, Copyright Kleine Gestalten 2014   Schneewittchen

Wer ist der stärkste in der Kinderbuchwelt?

Der Wolf ist eine sehr beliebte Bilderbuchfigur von Bücherwürmchen. Wölfe sind ihm nicht so ganz geheuer, aber trotzdem üben sie eine große Faszination auf ihn aus. So auch der Wolf in dem Buch „Ich bin der Stärkste im ganzen Land“. Es war von vorne herein klar, dass Bücherwürmchen sich dieses Buch gerne anschaut. Nur als der Wolf mit dem „Quabbelwabbel“ schimpft, weil dieses nicht in ihm den Stärksten im ganzen Land sieht, wird es ihm ein wenig zu spannend, so dass er schnell auf die nächste Seite umblättert., während er sich aber andererseits an der unerwarteten und naseweisen Antwort des kleinen Kröterichs erfreut. Insgesamt verfolgt Bücherwürmchen auf jeden Fall freudig, wie der Wolf sich von allen Bewohnern des Waldes, die teilweise bekannten Märchen entstiegen sind (z.B. Rotkäppchen oder die drei kleinen Schweinchen), die Bestätigung holt, dass er der böse Wolf ist vor dem sich alle fürchten, da er der Stärkste im ganzen Land ist.

Das Ende des Buches, welches mir sehr gut gefällt, versteht Bücherwürmchen noch gar nicht so richtig. Die Pointe ist einfach wunderbar. Auf einmal erklärt ihm ein kleines grünes „Quabbelwabbel“, dass der Wolf gar nicht der Stärkste im ganzen Land ist und als der Wolf dann die riesige Mama des scheinbar so harmlosen Kröterichs sieht, wird aus dem starken, bösen Wolf ganz schnell ein lieber, kleiner Wolf. Durch diese Wendung wird das Buch erst so richtig gut. Trotzdem muss ich es zur Zeit hinnehmen, dass Bücherwürmchen den Inhalt noch nicht ganz durchdringt, denn erklären braucht man das Ende nicht. Das wäre so wie einen Witz zu erklären und damit macht man letztendlich nur alles kaputt. Aber eigentlich ist es auch egal, wer in diesem Buch am stärksten ist, denn Bücherwürmchen stellte nach der Lektüre sowieso erst einmal klar: „Pippi Langstrumpf ist noch stärker!

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Ich bin der Stärkste im ganzen Land von Mario Ramos, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3407760418, 5,95 € (Minimax)

Unsere Lieblingsthemen

Ich habe mir mal darüber Gedanken gemacht, welche Themen Bücherwürmchen momentan besonders gerne in Bilderbüchern hat und habe dann, als die Zusammenstellung fertig war, selbst ein wenig gestaunt. Irgendwie waren da doch schon einige sogenannte „Jungen-Themen“ dabei, obwohl ich eigentlich das Gefühl habe, dass wir grundsätzlich alles querbeet lesen. Nach kurzem Nachdenken war mir dann auch klar, dass wir tatsächlich auch geschlechtsneutrale oder vielleicht sogar typische Mädchenbücher lesen (z.B. sehr gerne die „Conni-Bücher“), allerdings sind die dann thematisch so breit gefächert, dass sie hier in dieser Auflistung keine Verwendung finden. Manche Jungenthemen wiederum kommen bei uns kaum vor, z.B. Bücher über Bagger, Trecker, Bauarbeiter oder über Fußball, wobei da das Interesse so langsam steigt.

Hier jetzt aber mal eine Auflistung unserer momentanen Lieblingsthemen:

    Die Hexe und die 7 Fexe

  • Wölfe: Auch Wölfe üben auf Bücherwürmchen eine große Faszination aus. Ich glaube dies fing schon vor 1 ½ Jahren an, als wir das erste Mal „Peter und der Wolf“ lasen und hörten. Irgendwann danach erzählt er dann, dass in seinem Bett nachts ein Wolf war, der seinen Schnuller geklaut hätte. Er hatte jedoch keine richtige Angst vor diesem Wolf, der ihm angeblich einen Besuch abgestattet hatte, sondern fand es eher spannend. Nun hört er zudem gerne das Märchen von Rotkäppchen und das Buch „Ich bin der stärkste im ganzen Land“ fand er auch super.

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  • Feuerwehr: Das ist momentan so richtig Bücherwürmchens Thema. Er spielt auch hier und im Kindergarten oft Feuerwehr und je mehr Bücher er zu diesem Thema liest, desto mehr Details fließen auch in sein Spiel ein. Zur Zeit schauen wir uns zwei Geschichten zu diesem Thema gerne an:„Wer rief den bloß die Feuerwehr?“ und „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“. Außerdem blättern wir gerne in Sachbüchern wie „Im Einsatz“.

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  • Piraten: Pirat spielt er auch ständig, aber irgendwie haben wir da, außer einem Sachbuch, noch kein Bilderbuch zu. Vielleicht muss ich noch mal im Büchergeschäft stöbern gehen… Mal schauen, was er so zu Capt’n Sharky sagt.
  • Polizei: Auch alles was mit Polizei zu tun hat, findet er spannend, allerdings ist es bisher meist eher so, dass die Polizei am Rande einer anderen Geschichte vorkommt und ihr dann besondere Aufmerksamkeit gezollt wird, z.B. in dem Nacht-Wimmelbuch.
  • Cowboys: Cowboys sind ebenfalls klasse und gehören zu Bücherwürmchens Spiele-Repertoire. Neben dem Sachbuch „Bei den Cowboys“ aus der Wieso? Weshalb? Warum?-Reihe von Ravensburger sind wir von den Büchern „Cowboy will nicht reiten“ und „Hier kommen die Cowboys“ begeistert. Beide werden häufig nachgespielt, wobei ich immer die doofen Rollen bekomme: Entweder bin ich der Cowboy, der keine Pferde mag, oder ich bin der „Grantige Greg“, der mit einem Fahndungsplakat vom Sheriff gesucht wird…

cowboy will nicht reiten

  • Freundschaft: Bücherwürmchen würde es natürlich nie so formulieren, dass er gerne ein Buch über Freundschaft gucken würde, aber wenn in einem Buch die Freundschaft zwischen zwei Figuren thematisiert wird, geht immer ein Lächeln über sein Gesicht. Dieses Thema liegt ihm durchaus am Herzen. Vermutlich weil er sich mittlerweile auch im Kindergarten damit auseinandersetzt und häufig von seinen ganzen Freunden spricht. Hier gibt es viele Bücher, bei denen das Thema zumindest am Rande vorkommt, ein ganz klassisches ist natürlich das Buch „Freunde“ von Helme Heine. Aber auch die Freundschaft zwischen Tier und Mensch wie in den Büchern „Der glückliche Löwe“ oder „Heiner und seine Hähnchen“ kommt bei Bücherwürmchen gut an.

Heiner und seine Hähnchen

  • Menschen früher, Steinzeit, Ägypten und ähnliches: Bücherwürmchen interessiert sich für alles, was „früher“ war. Es fing mit den Ägyptern und ihren Pyramiden an und schloss später auch die Menschen aus der Steinzeit mit ein. Richtig gerne schaut er sich alte Bauwerke mit uns an und fragt zuweilen auch schon mal, ob wir nicht wieder in ein Museum gehen könnten. Leider gibt es nur wenige Bücher, die bereits für sein Alter geeignet sind, da es ja doch recht schwierig zu erfassende Themen für kleine Kinder sind. Gerne leihen wir uns „Die Pyramide“ aus der Reihe Meyers kleine Kinderbibliothek aus der Bücherei aus und wir besitzen das Buch „Wir entdecken die Steinzeit“ aus der Wieso? Weshalb? Warum?-Reihe. Manchmal greifen wir auch schon auf Bücher für etwas ältere Kinder zurück, z.B. „Das will ich wissen: Das alte Ägypten“, und lesen Bücherwürmchen dann eben nur die Sachen vor, die für ihn schon relevant sind.

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  • Tiere, Natur: Wir schauen uns insgesamt sehr gerne viele Sachbücher aus den Reihen Meyers kleine Kinderbibliothek und Wieso? Weshalb? Warum? an. Dabei kann es dann um die unterschiedlichsten Dinge gehen. Ganz aktuell haben wir uns beispielsweise die Bücher „Das Wetter“, „Der Hirsch“, „Das Krokodil“ und „Tief im Meer“ (alle Meyers kleine Kinderbibliothek) ausgeliehen.

Übrigens stehen einige der hier genannten Bücher bereits auf meiner To-Do-Liste für neue Blog-Beiträge. 😉

Welche Themen sind bei euch gerade aktuell? Habt ihr auch erkennbare Lieblingsthemen? Gerne nehmen wir  natürlich auch Buchempfehlungen zu den oben genannten Themen entgegen! 🙂

Es war einmal…

Neulich habe ich unser dickes, altes Märchenbuch hervorgeholt. Ich mag dieses Buch sehr gerne. Es erinnert mich daran, wie uns früher auf der Ofenbank Märchen vorgelesen wurden. Allerdings scheint sich da in meiner Erinnerung einiges zu vermischen, denn meine Mutter erzählte neulich, dass wir gar nicht gerne Märchen hörten, da sie uns zu gruselig seien. Aber an eine Situation kann ich mich trotzdem erinnern: Wir sind im Winter vom Spielen im Schnee hereingekommen, haben uns auf die warme Ofenbank gesetzt, Kakao getrunken und ein Märchen gelesen. Vielleicht kam das tatsächlich nur einmal vor, aber dennoch ist das die typische „Märchenstunde“, an die ich immer denke, wenn ich dieses Märchenbuch sehe.

Jedenfalls benutze ich dieses Märchenbuch nun ab und zu mit meinem Sohn. Eigentlich sind die Texte, die nur mit wenigen Schwarz-weiß- Zeichnungen versehen sind, für ihn noch ein wenig lang, aber meistens hört er dennoch sehr gerne zu. Dieses Mal habe ich ihm „Hans im Glück“ vorgelesen, da wir uns ein Kindertheaterstück zu diesem Märchen anschauen wollten. Die Geschichte kannte er eigentlich schon ganz gut aus dem gleichnamigen Lied von Fredrik Vahle, welches wir uns schon oft im Auto angehört haben, und so konnte er der Erzählung auch gut folgen. Es war ihm auch ganz wichtig, dass ich den ganzen langen Text komplett vorlese.

Meistens benutze ich mit Bücherwürmchen jedoch das Märchenbuch „Schneewittchen und andere Märchen der Brüder Grimm“ – ein sehr schönes Märchenbuch für Kinder, nur natürlich eben nicht mit allen Märchen. Hier sind acht mehr oder weniger bekannte Märchen drin. Wichtig für meinen Kleinen: „Hänsel und Gretel“ mit der bösen Hexe sind dabei! Dieses Märchen hat er ebenfalls zunächst durch das Lied kennengelernt, von dem er alle drei Strophen auswendig kann. Ohne dass wir ihm das Märchen vorgelesen hatten, hat er auf Bildern das Knusperhäuschen und die Hexe sofort identifiziert. Mittlerweile kennt er natürlich auch den entsprechenden Text dazu. Gerne zitieren wir auch die Hexe auf dem Weg zum Kindergarten, wenn es besonders windig ist: „Der Wind, der Wind, das himmlische Kind.“ Und bücherwürmchen weiß dabei ganz genau, woher dieser Satz stammt.

Innenansicht aus "Schneewittchen und andere Märchen der Brüder Grimm"

Innenansicht aus „Schneewittchen und andere Märchen der Brüder Grimm“

Leider fehlen dafür zwei andere Lieblingsmärchen von Bücherwürmchen: „Rotkäppchen“ und der böse, faszinierende Wolf und die Bremer Stadtmusikanten, die es mit den Räubern zu tun kriegen (auf der CD von Fredrik Vahle gibt es übrigens auch zu diesem Märchen ein Lied).

Auch wenn die Auswahl der Märchen gering ist, lohnt sich dieses Buch als erstes Märchenbuch für Kinder. Wichtig ist mir, dass die Sprache und natürlich auch der Inhalt so wie in den alten Märchenerzählungen sind. Hier dürfen nach meinem Empfinden keine modischen Wörter auftauchen und Grammatik und Wortschatz können einen ruhig einmal irritieren und in alte Zeiten führen. Zum Glück trifft dies weitestgehend auf das Buch „Schneewittchen und andere Märchen der Brüder Grimm“ zu. Hinzu kommt noch, dass es bereits von außen schön anzusehen und anzufassen ist, denn die Ränder sind mit einem samtähnlichen Stoff versehen worden. Es sieht also schon nach einem besonderen Buch aus und das müssen Märchenbücher auch. Am besten ist es, wenn sie richtig schön dick sind und auch nur dann hervor genommen werden, wenn man es sich, vorzugsweise im Herbst oder Winter, richtig schön gemütlich macht und sich eine Märchenstunde gönnt, die meinen Kindheitserinnerungen entspricht. Vielleicht fällt in diesem Winter ja sogar ein wenig Schnee, wir brutzeln Bratäpfel im Backofen, machen heißen Kakao… ja, ich sehe meinen Sohn und mich schon bei gemütlichen Märchenstunden sitzen. Wenn allerdings viel Schnee liegt, muss gegebenenfalls doch das alte, dicke Märchenbuch herhalten…

Schneewittchen

Verratet ihr mir auch, welches euer Lieblingsmärchen ist?

 

Schneewittchen und andere Märchen der Brüder Grimm von Jacob und Wilhelm Grimm und Markus Zöller (Illustrator) , Coppenrath, ISBN: 978-3649608707, 16,95 €

Die 100 schönsten Lieder von Fredrik Vahle, Audio-CD, Sauerländer Audio