Lesen lernen mit Logicals

Beim Lesen lernen steigt die Motivation enorm, wenn die Aufgaben spannend sind. Ganz besonders gut geeignet sind hier die Lese-Logicals. Auch Bücherwürmchen hat schon viel Spaß an den Logicals aus dem Heft „Lesen, knobeln, logisch denken – Leseförderung mit Logicals“. Hier steht für die Kinder nicht das Lesenüben im Vordergrund, sondern das Rätseln und Knobeln.

Logicals in zwei Schwierigkeitsgraden

In dem Heft sind 16 Logicals jeweils in zwei Schwierigkeitsgraden vorhanden. Grundsätzlich geht es immer darum, herauszubekommen, wie bestimmte Figuren heißen, wer welche Kleidung trägt etc. Diese Informationen müssen den Sätzen entnommen werden. Bei der einfachen Variante können die erlesenen Informationen direkt umgesetzt werden, während bei der schwierigeren Variante erst alles gelesen werden muss, um dann nach und nach die Lösung herauszufinden.

Beim Logical „Hexen“ heißt beispielsweise der erste Satz des einfachen Logicals „Die Hexe mit der grünen Schürze fliegt auf dem Besen“. Da nur eine Hexe auf einem Besen fliegt, kann man nun direkt ihre Schürze grün anmalen. Bei der schwierigeren Variante lautet der erste Satz: „Xenia hat eine Warze auf der Nase und eine rote Schürze“. Da es jedoch zwei Hexen mit Warze auf der Nase gibt, braucht  man zunächst weitere Informationen um die Schürze anzumalen.

Die Kinder müssen hier genau lesen und jedes Wort verstehen, da manchmal kleine Wörter wichtig für die Lösung sind. Sie müssen Aussagen in Verbindung zueinander setzen und logisch denken. Außerdem müssen gelesene Sätze im Gedächtnis bleiben bzw. müssen die Sätze mehrfach gelesen werden. Es wird also eine ganze Menge gleichzeitig gefördert und vor allem ist es ein Aufgabentyp, der dabei noch viel Spaß macht – eine perfekte Kombination!

Bunte Themenmischung

Thematisch sind die Logicals bunt gemischt: Hexen, Ritterburgen, Weltraumwesen, Tiere, Clowns, Torten usw. Da dürfte für jedes Kind, egal ob Mädchen oder Junge, etwas dabei sein. Pro Logical sind 4-8 Informationen zu lesen. Die Sätze sind an sich nicht schwierig, aber die Informationen müssen dann ja noch richtig verarbeitet werden. Die Logicals sind alle gut und eindeutig gemacht und die Kinder finden meist ohne großen Frust die richtige Lösung heraus.

aus: Lesen, knobeln, logisch denken, BVK

In erster Linie ist das Heft für die Grundschule (1./2. Schuljahr) gedacht, aber man kann es auch prima zu Hause verwenden. Bücherwürmchen darf sich selber aussuchen, welche Logicals er gerne machen möchte. Bisher haben Hexen, Dinos, Räuber, Weltraumwesen, Vampire, Ritterburgen und Leuchttürme sein Interesse geweckt. Da es bei uns nicht um Schulaufgaben geht, bestehe ich auch nicht auf ordentliches Ausmalen. Es geht nur darum die Logicals erfolgreich zu lösen, was bereits sehr gut klappt. Wichtig ist, dass man nicht direkt eingreift und die Kinder selber knobeln lässt, was Eltern manchmal schwer fällt. Wenn ein Kind es dann aber alleine geschafft hat, ist die Freude umso größer und gerade bei Logicals können Eltern mal sehen, was die Kinder schon alles können.

Lesen, knobeln, logisch denken – Leseförderung mit Logicals (1./2. Klasse) von Barbara Peters und Katharina Joanowitsch, BVK (Buch Verlag Kempen), ISBN: 978-3-86740-138-8

Der Verein für Leseförderung vergibt jährlich einen Jugendsachbuch-Preis

Heute möchte ich euch eine weitere Seite im Internet vorstellen und zwar die Seite des Vereins für Leseförderung. Dieser Verein bietet verschiedene Projekte rund um die Leseförderung an, z.B. werden Schulen mit Büchern für Klassenbibliotheken unterstützt, aber es werden auch Fortbildungen u.ä. angeboten. Der Sitz des Vereins ist in Baden-Württemberg, doch auch überregional könnte der Verein von Interesse sein: Der Verein vergibt nämlich jährlich den JugendSachbuchPreis und zwar mittlerweile in vier Kategorien. Es gibt viele Buchpreise in Deutschland, aber selten geht es allein um Sachbücher. Ich denke aber, dass dieser Preis eine große Berechtigung hat, denn wer sich die Leseinteressen von Kindern anschaut, wird feststellen, dass es viele Jungen im Grundschulalter zu Sachbüchern hinzieht. Jungen sind nicht unbedingt Lesemuffel, aber sie lesen häufig anders als Mädchen. Aber welche Sachbücher sind empfehlenswert? Es ist gar nicht so einfach sich zwischen den vielen verschiedenen Sachbüchern zurecht zu finden, vor allem, wenn man sich nicht nur an bewährte Reihen wie beispielsweise „Was ist Was“ halten möchte. Dieser Preis kann eine erste Orientierung bieten und das Schöne an dem Preis ist, dass er in erster Linie von betroffenen verliehen wird. In der Jury sitzen zwar viele LehrerInnen und ErzieherInnen, die vielleicht bestimmte pädagogische Interessen haben, aber es werden auch viele Kinder und Jugendliche mit einbezogen, die mit den Lehrkräften oder mit einem (nicht unbedingt pädagogisch gebildetem) Elternteil sogenannte Tandems bilden. Dieses Prinzip gefällt mir sehr gut.

Etwas schade finde ich es, dass nur die Preisträger der letzten zwei Jahrgänge auf der Homepage zu finden sind, aber da kann man natürlich schon einmal mit dem Stöbern beginnen. Einen Gewinner aus dem letzten Jahr verrate ich euch schon einmal: „Richtig oder falsch? Große Fragen – unglaubliche Antworten“ (DK Verlag) Ich kenne das Buch nicht, aber wenn ich mir anschaue wie häufig in der Schulbücherei die „Guinness World Records“-Bücher verliehen sind, kann ich mir gut vorstellen, dass ein Buch, das interessante und außergewöhnliche Wahrheiten aufgreift, für Kinder sehr spannend ist. Die Begründung zur Preisverleihung sowie die weiteren Gewinnertitel könnt ihr auf der Homepage des Vereins für Leseförderung nachlesen. Vielleicht entdeckt ihr ja noch einen interessanten Titel für euch dort.

Hilfreiche Informationen zur Leseförderung

Als Lehrerin in einer Grundschule gibt es viele Sachen, die wichtig sind und die man den Kindern vermitteln muss. Dabei liegen einem bestimmte Themen und Bereiche immer besonders am Herzen. Für mich ist alles rund ums Lesen und Bücher so eine Angelegenheit. Einerseits finde ich es sehr wichtig, Kindern einen positiven Umgang mit Geschichten nahezubringen, sie ans Lesen und an Bücherheranzuführen und andererseits macht mir dies auch besonders viel Freude. Das Schöne ist, dass man dieses Ziel nicht nur in der Schule verfolgen kann. Auch zu Hause oder bei Veranstaltungen in der Bücherei oder im Kindergarten kann man einiges zur Leseförderung und zur Lust an Geschichten beitragen. Diese Arbeit – sowohl im schulischen als auch im privaten Bereich – wird durch das „Handbuch LeseFörderung“ erleichtert. In erster Linie wendet es sich an LehrerInnen, aber es ist sicherlich auch für andere Menschen, die sich in diesem Bereich engagieren, überaus hilfreich. Hier wurden nämlich viele interessante Informationen zusammengetragen, die man sich nun nicht mehr mühsam selbst zusammensuchen muss.

Der erste Teil in dem Buch richtet sich eindeutig an LehrerInnen: Es werden drei verschiedene Leseförderprogramme im Internet vorgestellt (Antolin.de, Onilo.de und Owlfinch.com), wobei insbesondere auf ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten eingegangen wird. Auch wenn man selbst vielleicht neueren Medien noch etwas skeptisch gegenübersteht, so wird man schnell feststellen, dass sich anhand dieser Programme gute Möglichkeiten bieten, Kinder zu erreichen und Leseerlebnisse zu verstärken. Ja, man bekommt sogar direkt Lust damit zu arbeiten. Allerdings stehen diese Programme einem nur als registrierte Lehrkraft zur Verfügung. Privat hat man leider keinen Zugang, was insbesondere bei Antolin schade ist. Nur Kinder, deren Klassen registriert sind, haben die Möglichkeit die Fragen zu den Büchern zu beantworten. Man kann also nur hoffen, dass viele Schulen und Klassen hier angemeldet sind.

Auch auf die Seite Lesezündstoff.de, auf der Bücher und Aktionen für hartnäckige Nichtleser vorgestellt werden, die von den Seitenbesuchern vorgeschlagen werden können, wird in dem Buch eingegangen – eine sehr sinnvolle Seite, wie ich finde, allerdings ist noch nicht all zu viel auf ihr zu lesen.

Besonders hilfreich und interessant – und zwar für alle, die Kindern Bücher nahe bringen möchten – ist der zweite Teil. Hier findet man jede Menge Kontakte und Adressen. Es gibt eine Übersicht mit Kontaktdaten von AutorInnen und IllustratorInnen sowie anderen Leseförderern, ein Übersicht deutschsprachiger Verlage (wobei Verlage, die mehrsprachige Bücher herausbringen, besonders hervorgehoben werden) und es werden einige Autoren kurz vorgestellt, wobei vor allem auch darauf eingegangen wird, inwiefern man sie für Veranstaltungen buchen kann. Hier bekommt man also sehr viele Informationen gut gebündelt, Informationen, die z.B. auch für mich als Kinderbuchbloggerin durchaus sehr interessant sind.

Die Autorenportraits sind richtig spannend, vor allem weil sie alle stilistisch sehr unterschiedlich geschrieben wurden. Durften die Autoren die Texte vielleicht selber schreiben? Hier sieht man direkt, welcher Autor für welche Art von Veranstaltung oder Workshop und welche Zielgruppe geeignet ist und man wird ganz nebenbei auf die AutorInnen aufmerksam und möchte vielleicht sogar neugierig in ihre Werke hineinschauen. Etwas schade ist es, dass der Großteil der AutorInnen aus Süddeutschland zu kommen scheint.

Die Liste der Verlage ist zwar sehr lang, aber leider fehlen kleinere Verlage. Kein Verlag, an den ein Buchkönig verliehen wurde, ist hier zu finden, was vor allem deswegen sehr schade ist, da z.B. der Südpol Verlag tolle Bücher für geübte Erstleser herausbringt. So schön es ist, mal ein Buch mit diesen Informationen in der Hand zu halten und sich nicht alle Daten etc. selbst im Internet zusammensuchen zu müssen – und das weiß ich wirklich sehr zu schätzen -, so lässt es sich natürlich auch nicht so schnell aktualisieren und es ist ein wenig schade, dass es dann eben doch nicht vollständig ist.

Insgesamt bin ich aber begeistert von diesem Handbuch. Meines Erachtens gehört es in jedes Lehrerzimmer und ich werde bestimmt auch noch häufig darin blättern und mich weiter in die Autoren- und Verlagslandschaft hineinarbeiten.

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Handbuch LeseFörderung von Theo Kaufmann, Edition Zweihorn, ISBN: 978-3-943199-30-7, 9,95€