Rezension: City Crime – Strichcode in Stockholm

Die Geschwister Finn und Joanna besuchen ihren Cousin Oscar in Stockholm. Und natürlich werden es bei ihnen mal wieder keine normalen Ferien. Gleich bei ihrem ersten Besuch in der Stadt kommen sie mit einem Obdachlosen in Kontakt, der scheinbar tot ist. Doch als sie kurz danach mit einem Polizisten an die gleiche Stelle kommen, ist er verschwunden. Dieser Sache möchte Joanna auf den Grund gehen und mit Oscar hat sie da gleich einen Verbündeten, der es aufregend findet, auf Verbrecherjagd zu gehen. Da bleibt Finn gar nichts anderes übrig, als mit den beiden anderen quer durch Stockholm den Obdachlosen ausfindig zu machen. Doch dabei bleibt es nicht, denn dabei können sie beobachten, wie der Obdachlose entführt wird. Jetzt wird es richtig spannend und auch ein wenig gefährlich. Weitere Unterstützung bekommen sie von Ronja, einem obdachlosen Mädchen, welches Finn zunächst nicht ganz geheuer ist.

Die Figuren und ihre Charaktere sind in dem Buch „City Crime – Strichcode in Stockholm“ schön ausgearbeitet. Jeder hat seine Eigenarten und ist in seinem Handeln authentisch. Mir fehlt lediglich eine Aufklärung über Ronjas Herkunft und ihr Leben auf der Straße. Zudem erscheint mir das Ende etwas unrealistisch und zu positiv.

Stockholm und Schweden

Mir gefällt gut, dass hier ein Kinderkrimi in einer europäischen Hauptstadt spielt, welche gut in das Buch mit einbezogen wird. Stockholm bietet hier mehr als nur eine Kulisse für die Geschichte. Man erfährt beim Lesen einiges über Schweden und Stockholm, unter anderem kann man in dem Buch etwas über Essgewohnheiten und Sehenswürdigkeiten lernen.

An manchen Stellen ist mir das Bemühen darum, schwedische Eigenarten bzw. Sehenswürdigkeiten aus Stockholm vorzustellen, zu stark ausgeprägt. Klar, es macht mir als Schweden- und Stockholm-Fan viel Freude, über solche Dinge in einem Buch zu lesen, aber es ist mir ab und zu ein wenig zu künstlich.

Die ausgewählten Sehenswürdigkeiten gefallen mir insgesamt gut und ich denke, dass Kinder gerade am Vasa Museum und an Junibacken tatsächlich Interesse haben. Etwas unrealistisch ist es, dass keines der Kinder den Wunsch äußert den Vergnügungspark Gröna Lund zu besuchen.

Nett ist, dass ab und zu schwedische Wörter und Aussagen in den Text mit einfließen, wobei mir an einzelnen Stellen die Sätze leider fehlerhaft erscheinen. Am Ende des Buches findet man darüber hinaus noch ein kleines Schwedenvokabular.

Das Buch lässt sich insgesamt sehr gut lesen und es wird viel Spannung erzeugt, die dazu beiträgt, dass man das Buch rasch durchgelesen hat.

Ein paar Bilder illustrieren die Geschichten an wenigen Stellen und es gibt vorne und hinten eine Karte von Stockholm, mit der man die Geschichte ganz gut nachvollziehen kann.

City Crime – Strichcode in Stockholm von Andreas Schlüter, Tulipan Verlag, ISBN: 978-3-86429-386-3, 12€

 

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Rezension: Kuschel ist weg!

Ihr wisst ja, dass ich mich sehr für die Schreib- und Leseförderung von Kindern einsetze. Es ist toll, wenn ihnen die Möglichkeit gegeben wird, in diesen Bereichen gefördert zu werden. Richtig klasse ist es natürlich, wenn aus einem solchen Projekt dann sogar ein richtiges Buch herauskommt, insbesondere wenn eigene Bücher für die Kinder keine Selbstverständlichkeit sind. Und so bin ich wirklich beeindruckt von dem Projekt des Autors Günter von Lonski, der gemeinsam mit Kindern zwischen 6 und 14 Jahren aus dem NaDu Kinderhaus in Hannover, einen Krimi entwickelt hat. Das Buch „Kuschel ist weg! Ein Kinderkrimi aus Hannover“ beeinhaltet viele Ideen der Kinder, die genannten Orte und Personen sind ihnen bekannt beziehungsweise spielen sie sogar selber in der Geschichte mit. Herausgekommen ist ein lesenswertes Buch, egal ob man aus Hannover kommt oder nicht. Der Regionalbezug ist zwar vorhanden, aber man kann das Buch genauso gut lesen, ohne die Orte zu kennen.

Wo ist Kuschel nur?

In dem Buch ist das Kaninchen Kuschel vom Stadtteilbauernhof abhanden gekommen – ganz klar eine Aufgabe für die NaDu-Detektive. Ab und zu lässt ihr Interesse an der Suche nach dem Kaninchen zwar nach, aber ansonsten tragen sie mit vielen Ideen dazu bei, Spuren von Kuschel zu verfolgen. Immer wieder haben sie neue Ideen, was mit Kuschel passiert sein könnte, oder wie sie ihn wiederfinden könnten. Dabei geht zwar ab und zu etwas schief und der wenig sympathische Herr Meiderich landet sogar im Krankenhaus, doch die NaDu-Detektive geben so schnell nicht auf. Sind sie am Ende auf der richtigen Fährte und können Kuschel zurück zum Bauernhof bringen?

Authentische Geschichte

Die Personen in der Geschichte kommen sehr authentisch herüber und man sieht sie förmlich vor sich. Die Ideen, die hier verarbeitet wurden, kennt man eher nicht aus anderen Büchern, aber sie wirken dennoch überhaupt nicht fehlplatziert. Im Gegenteil, sie entstammen aus der Welt und den Gedankengängen der Kinder, aber wurden so verarbeitet, dass man sie nicht als „Kinderkram“ abtut, sondern sie als erfrischend und „wie aus dem Leben genommen“ empfindet. Das ganze Buch lässt sich gut lesen und es ist interessant, wie die NaDu-Detektive vorgehen und zusammenhalten.

Die Illustrationen in dem Buch kommen übrigens auch von den Kindern. Schön, dass sie an so vielen Stellen miteinbezogen wurden, so dass es nun wirklich ihr Buch ist.

Auch wenn dieses Buch von Kindern mitentwickelt wurde, so ist es dennoch ein Buch, das ich kleinen Krimifreunden empfehlen kann. Vielleicht sogar gerade aus diesem Grund. Es ist auf jeden Fall lesenswert!

Kuschel ist weg! Ein Kinderkrimi aus Hannover von Günter von Lonski und die NaDU-Detektive, Verlag Monika Fuchs, ISBN: 978-3-947066-01-8,