Klassiker Weltreise: Tom Sawyer

Schon seit Juli kann man auf verschiedenen Blogs mit tollen Klassikern um die Welt reisen. Leider hatte ich bisher wenig Zeit dazu, die einzelnen Stationen zu besuchen, aber es lohnt sich auf jeden Fall. Einen guten Überblick der Klassiker Weltreise findet ihr auf Bücherstöberecke und Stöberkiste.

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Sehr gerne mache ich hier mit, denn ich mag nicht nur viele Klassiker gerne lesen, sondern viele Buchklassiker richten oder richteten sich ja auch an Kinder bzw. Jugendliche und passen somit gut auf die Geschichtenwolke.

Mein Mann und ich lesen uns abends immer gegenseitig ein Buch vor und dabei haben wir festgestellt, dass sich dazu Kinderbuchklassiker besonders gut eignen. Sie lassen sich häufig gut lesen und letztendlich wollten wir einige der Bücher sowieso immer schon mal lesen und ich bin froh, dass ich auf diese Weise ein paar tolle Klassiker kennen gelernt habe.

Besonders ins Herz geschlossen habe ich „Tom Sawyers Abenteuer“.

Wohin führt uns dieses Buch? Nach Amerika an den Mississippi. Und da dieser Fluss und die Abenteuer, die man an und auf ihm erleben kann, eine große Rolle spielen, kam mir, als ich nun an dieses Buch dachte, auch als erstes ein Floß in den Sinn, aber dann hatte ich noch ein anderes Bild im Kopf: Einen Zaun.

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Und dieser Zaun kann euch so einiges erzählen:

Eigentlich müsste ich mich ja ziemlich über diesen ungezogenen Bengel namens Tom ärgern. Immerhin hat er keinen liebevollen Blick für mich übrig. Im Gegenteil. Ich stehe hier stolz und schützend vor dem Haus der guten Tante Polly und hätte somit ein Anrecht darauf gut behandelt zu werden. Aber für Tom ist es eine große Strafe sich mit der lästigen Malerei zu beschäftigen. Ich verstehe das gar nicht. Mit mir kommt man doch gut aus und ich halte beim Anstreichen auch bestimmt ganz still. Doch dieser Tom hat einfach Hummeln im Hintern und ja, ich muss es leider so sagen, faul ist er oben drein. Wie gesagt, eigentlich gibt es keinen Grund, warum ich diesen Jungen mögen sollte, aber trotz seiner Streiche und seiner Unlust nützliche Arbeiten zu verrichten, hat er ein gutes Herz. Außerdem finde ich ihn geradezu pfiffig und aufgeweckt und ab und zu muss ich sogar über seine Ungezogenheiten schmunzeln. Aber verratet das bloß nicht Tante Polly, denn das würde nur ihr Herz betrüben. Die gute Frau wünscht sich so sehr, dass aus dem Kind ihrer verstorbenen Schwester ein guter Mensch wird und hat so ihre Mühen mit dem Lausbuben. Ach und dabei stecken so viele gute Eigenschaften in Tom. Ich jedenfalls hätte gerne einen so guten Freund, wie Tom es ist. Oh ja, mit einem wie Tom kann man richtige Abenteuer erleben und dabei kann man sich ganz und gar auf ihn verlassen. Ein Zaun wie ich kommt ja leider nicht weit. Da hat es das Holz, welches zu einem Floß gebaut wird, schon besser. Ich habe die Leute davon sprechen hören, dass Tom mit seinen Freunden Joe Harper und Huckleberry Finn auf einem Floß unterwegs ist. Was sie da wohl alles erleben? Aber ich freue mich für Tom, wenn er nun wieder viel Spaß hat. Ich hatte das Gefühl, dass er in letzter Zeit etwas betrübt herumlief. So als drücke ihn irgendetwas. Mir als Zaun hätte er sich ja mal anvertrauen können. Ich hätte auch nichts weiter gesagt, aber es scheint ein sehr großes Geheimnis zu sein. Hoffentlich steckt er da mal nicht ordentlich in der Patsche. Aber ich bin mir sicher, dass Tom schon seinen Weg gehen wird. Er hatte bisher doch für alles eine Lösung und wenn es nur darum ging, sich davor zu drücken mich streichen zu müssen…

 

Ja, dieser Tom Sawyer ist ein Lausbub und genau deshalb mag ich ihn und das Buch über ihn so gerne. Hier werden noch richtige Abenteuer erlebt, die ein Kinderherz höher schlagen lassen. Es geht spannend, freundschaftlich, gewitzt und wild zu, aber auch tiefergehende Dinge wie die Behandlung beispielsweise dunkelhäutiger Menschen werden kritisch angesprochen ohne dass der Charme dieser Geschichte darunter leidet. Es macht Spaß von Tom und seinen Freunden zu lesen und natürlich muss dem Buch von Tom Sawyers Abenteuern auch das Buch von Huckleberry Finns Abenteuern folgen.

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Tom Sawyers Abenteuer, Arena Kinderbuch-Klassiker, ISBN: 978-3-401-06524-3, 7,99€

Huckleberry Finns Abenteuer, Arena Kinderbuch-Klassiker, ISBN: 978-3-401-06620-2, 7,99€

Tolle Abenteuer mit Cowboys und Piraten für Grundschüler

Heute möchte ich euch dann nun zwei Bücher vorstellen, die prima für Kinder im Grundschulalter und erstem Lesealter geeignet sind und die auch mir als Erwachsene wirklich gut gefallen (das Verkaufsargument ist hier nicht mehr so spürbar). Natürlich kann man beide Bücher aber kleineren Kindern auch schon sehr gut vorlesen. Zumindest Bücherwürmchen hatte sehr viel Spaß an „Cowboy Klaus und die wüste Wanda“ und an „Käpt’n Donnerpaule jagt die Limodiebe“.

Das Buch „Cowboy Klaus und die wüste Wanda“ gehört zur Reihe Tulipan ABC, die tolle Bücher für Leseanfänger herausbringt. Die Cowboy Klaus-Bücher passen hervorragend in diese Reihe. Die Geschichten machen richtig viel Spaß, lassen sich aber schon gut selber lesen. Die Schrift ist leicht lesbar und die Sätze sind recht kurz und überschaubar. Die einzelnen Wörter sind nicht alle sooo einfach zu lesen für Kinder, so dass es eher ein Buch für Kinder ist, die nicht mehr allzu viel Mühe mit jedem einzelnen Wort haben. Aber allen, die ihre ersten Lesefähigkeiten ein wenig weiter ausbauen möchten, sei Cowboy Klaus ans Herz gelegt. Es sind wahnsinnig schräge Cowboy-Geschichten, bei denen alles ein wenig anders ist als man es vielleicht sonst von Cowboys gewöhnt ist, wobei Cowboy Klaus natürlich nichts lieber sein möchte als ein richtiger Cowboy. Und dazu braucht er ein Pony. Er hofft beim Pferdehändler Hänk Hafersack, bei dem sich im Übrigen die gesprochenen Sätze reimen, fündig zu werden, doch Cowboy Klaus ist eben ein besonderer Cowboy und so passt es auch prima, dass er am Ende statt mit einem Pony den Stall des Pferdehändlers mit einem Kamel verlässt… Passend zur Geschichte finden sich in dem Buch auf jeder Seite große, farbige Illustrationen, die die Komik und den Humor des Buches unterstreichen. Ich finde, jedes Schulkind, welches Spaß an Cowboy- und Abenteuergeschichten hat, sollte die Cowboy Klaus-Bücher mal in der Hand gehabt haben. Nicht alle Episoden eignen sich gleichermaßen auch schon für kleinere Kinder, aber gerade die Erzählung mit dem Kamel ist auch schon für Kindergartenkinder recht gut verständlich.

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Cowboy Klaus und die wüste Wanda von Eva Muszynski und Karsten Teich, Tulipan Verlag, ISBN: 978-3-86429-233-0, 8,95€

 

Das Buch „Käpt’n Donnerpaule jagt die Limodiebe“ richtet sich an etwas ältere Grundschulkinder, so dass auch nicht mehr alle Seiten von Illustrationen (in schwarz-weiß) geziert werden. Aber auch dieses Buch beinhaltet ein großes Lesevergnügen. Es kommt nicht ganz so komisch daher wie die Cowboy-Klaus-Bücher, aber auch hier ist einiges anders als auf einem gewöhnlichen Piratenschiff. Der Kapitän ist eine Robbe und seine Matrosin ist die Möwe Antonia. Gemeinsam sind sie auf der Polly unterwegs um herauszufinden, was mit dem Limoschiff passiert ist. Für Käpt’n Donnerpaule ist es nämlich ganz furchtbar, dass es keine Limo mehr zu kaufen gibt, denn nichts trinken Piratenrobben lieber als Zitronenlimo. Da muss man also auch mal ein kleines Abenteuer wagen und den Limodieben hinterherjagen. Hilfe erhalten sie ausgerechnet von den Heringen, die eigentlich auch auf der Speisekarte von Käpt’n Donnerpaule stehen. Aber in einer solchen Situation muss man offen für neues sein und so stellt der Käpt’n fest, dass so eine gemischte Fischplatte auch nicht schlecht ist. Gemeinsam mit alten und neuen Freunden gelingt es Käpt’n Donnerpaule und Antonia schließlich die Limo zurückzuerobern und ihrem eigentlichen Eigentümer zurück zu bringen.

Das Buch lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Es ist locker geschrieben und die Geschichte, in die man sich direkt hinein findet, geht flott voran. Mir gefällt, dass hier eine etwas andere Piratengeschichte (ohne Gewalt etc.) erzählt wird, die aber dennoch spannend ist und insbesondere durch die außergewöhnliche Besatzung viel Spaß macht. Auch die Namen der Figuren sind humorvoll gewählt. Bücherwürmchen hatte sehr viel Spaß an diesem Buch. Ich musste es ihm in einem Rutsch vorlesen und da er momentan immer Bücher von gleichen Autoren oder Verlagen identifiziert, mussten wir anschließend auch noch die Bücher von dem kleinen Ritter Apfelmus lesen (ebenfalls empfehlenswerte Lektüren für Grundschulkinder). Übrigens lässt sich das Buch auch im Schulunterricht gut einsetzen. Ein entsprechendes Schülerheft ist ebenfalls lieferbar. Und bei wem Käpt’n Donnerpaule nicht auf dem Stundenplan steht, dem empfehle ich es als tolle Lektüre für den Nachmittag oder als gemütliche Lesestunden abends im Bett.

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Käpt’n Donnerpaule jagt die Limodiebe von Stefan Schwinn, Edition Zweihorn, ISBN: 978-3-943199-10-9, 5,95€

Zur Vorstellung von Bilderbüchern mit echten Abenteuern geht es hier.

 

Abenteuer im Bilderbuch – Darüber freuen sich viele Jungs

Es gibt ein paar Themen, bei denen viele kleine Jungs gerne zu Büchern greifen, und zu denen ich euch heute ein paar Bücher für Kindergartenkinder (3-6 Jahre) vorstellen möchte. Immer wenn es um Abenteuer von Rittern, Piraten, Indianern und Cowboys geht fiebern sie gerne mit. Ja, ich weiß, es gibt auch andere Jungs und auch das eine oder andere Mädchen stürzt sich natürlich gerne in solche Abenteuer, aber mein Sohn entspricht in diesem Fall jedenfalls den Klischees . Insbesondere Ritter und Piraten kommen bei ihm sehr gut an, wobei er tatsächlich meist sogar die Sachbücher, um die es heute aber nicht gehen soll, den Geschichten vorzieht.

Die Verlage haben natürlich auch das Potential dieser Themen erkannt. Häufig gibt es ganze Buchreihen zu verschiedenen Figuren, zu denen es darüber hinaus weitere Produkte gibt. Man denke z.B. an Käpt’n Sharky. Eine weitere Figur, ebenfalls aus dem Coppenrath Verlag, die ähnlich vermarktet wird, ist der Ritter Vincelot. Ich weiß nicht so recht, was ich von diesen Büchern halten soll, aber fest steht auf jeden Fall, dass sie bei den Kindern sehr gut ankommen, und ich gebe zu, dass auch wir einige Merchandise-Produkte dazu besitzen. Bücherwürmchen hat eine Käpt’n Sharky-Augenklappe, im Adventskalender befanden sich dieses Jahr Vincelot-Schablonen zum Malen und seit letztem Jahr hängt ein Handtuch von Vincelot bei uns im Badezimmer. Und irgendwie sind die Figuren ja auch ganz nett und wirken vor allem sehr freundlich. Vielleicht kommen sie deshalb so gut bei Kindern und Eltern an. Kinder dürfen etwas von wilden Abenteuern lesen und die Erwachsenen sind froh, dass alles eigentlich sehr menschlich und ohne große Kämpfe abgeht.

Von Vincelot haben wir aktuell das Buch „Vincelot und das geheime Burgverlies“. Allein das Cover spricht Kinder sofort an. Es glitztert und leuchtet und Vincelot, sein Schwert und ein Drache sind darauf zu sehen. Da schlagen doch kleine Jungenherzen direkt höher! Im Buch geht es dann ziemlich spannend zur Sache. Vincelot und Paula fallen durch eine Falltür in ein Burgverlies unter Burg Drachenfels, indem sie einigen Vermissten begegnen. Doch kaum sind sie in die Falle getappt, kommen auch bereits drei Riesen, die im Auftrag des bösen Zauberers Fürst Finster arbeiten, herbei. Leider haben sie nicht nur ihren Auftrag im Sinn, sondern auch großen Hunger… Den Freunden muss also die Flucht gelingen und nicht nur das, sie müssen auch den Zauberer Fürst Finster überlisten. Aber natürlich gehen diese Abenteuer am Ende immer gut aus, so dass die kleinen Zuhörer am Ende erleichtert ausatmen können. Die Geschichte, die viele Elemente aus Märchen und Sagen übernommen hat und somit auf bewährtes zurückgreift, bleibt jedoch noch eine Weile in den Köpfen der Kinder. Bücherwürmchen hat den einen oder anderen Ausdruck aus dem Buch übernommen…

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Vincelot und das geheime Burgverlies von Ellen Alpsten und Andrea Hebrock, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-61691-7, 12,95€

Eine weitere bekannte Figur in der Kinderwelt ist Yakari. Ich weiß, dass viele Kinder ihn aus dem Fernsehen kennen. Wir haben jedoch noch nichts von ihm gesehen, kennen aber natürlich trotzdem sein Aussehen. Der kleine Indianerjunge ziert immerhin viele Gegenstände und diese können durchaus auch im Besitz von einem sein, ohne dass man die dazugehörigen Geschichten kennt. Genauso kann man sich auch das (Papp-)Wimmelbuch von Yakari ohne jegliches Vorwissen anschauen. Es zeigt Bilder aus dem Indianderleben von Yakari und seinen Freunden. Dabei gibt es natürlich eine Menge zu entdecken, wobei alles sehr spielerisch ist und sich nicht gerade an der Realität orientiert. Auf der Rückseite des Buches gibt es ein paar Suchanregungen, ansonsten kann man aber auch selber auf Entdeckerjagd gehen. Yakari und seine Freunde sind stets munter unterwegs, während man einen Indianermann (Fettauge) müde schlafend sieht. Es gibt Indianer, die mit Pfeil und Bogen unterwegs sind, andere sitzen am Feuer, Frauen kümmern sich um Essen und Kleidung. Tipis, Kanus, ein Lagerfeuer, Bisons und viele andere Tiere und Dinge, die für Kinder zum Indianerleben dazugehören, lassen sich auf den Seiten finden. Besonders schnell entdecken Kinder ihre Lieblingsfiguren, denn Yakari, Kleiner Dachs und Regenbogen sind farblich hervorgehoben. Dieses Wimmelbuch eignet sich für alle, die Spaß am Entdecken, an Abenteuern und an Indianern haben und dabei gerne die Fantasie ein bisschen spielen lassen.

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Yakari Wimmelbuch, Illustrationen von Madlen Frey, Wimmelbuchverlag, ISBN: 978-3942491358, 9,95€

Um Indianer geht es übrigens auch in dem Buch „Cowboy Sam – Endlich Cowboy!“ Nein, ich verwechsel hier nichts. Auch wenn im Titel etwas von einem Cowboy steht, kommt hier ebenfalls ein Indianer bzw. ein Indianermädchen vor. Ja, hier bekommt man direkt ein Buch, indem zwei Kinderhelden mitspielen: Cowboys und Indianer. Sam hat sein eigenes Lasso bekommen, so dass man ihn mit gutem Recht nun als echten Cowboy bezeichnen kann. Nun muss er nur noch zeigen, dass er damit auch richtig umgehen kann. Anfangs lacht seine heimliche Freundin, das Indianermädchen Flo, noch über seine Versuche, doch als es darum geht, einen kleinen Waschbären zu retten, kann Sam sich beweisen. Hier erhält man eine richtig flotte Geschichte und zwar sowohl inhaltlich als auch sprachlich. Mir persönlich gehen die sprachlichen Vergleiche und Ausdrücke („Sam ist platt wie ein Biberschwanz“, „totaler Bison-Unsinn“ etc.) etwas auf die Nerven, aber bei Kindern kommt so etwas gut an. Sie sind sehr empfänglich für diese Art von Humor, so dass es wirklich ein Buch für Kinder ist, auch wenn Erwachsene eher das Gefühl haben, dass hier ein Buch mit guten Verkaufsargumenten produziert wurde. Die Bilder sind fröhlich und bunt und passen gut zu dem klassischen Thema Cowboys und Indianer. Insgesamt eine tolle Abenteuergeschichte für Jungs UND Mädchen, bei der es auch um Freundschaft geht.

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Cowboy Sam – Endlich Cowboy! von Antje Szillat und Ute Simon, Coppenrath Verlag, ISBN:978-3-649-62090-7, 12,95€

Ein großer Spaß für Kinder ist auch das Pappbilderbuch „ABC der wilden Piraten“. Hier wird keine richtige Geschichte erzählt, sondern viel Quatsch mit der Sprache gemacht, wobei letztendlich doch kleine Geschichten heraus kommen. Buchstabe für Buchstabe gibt es witzige Piratenabenteuer zu lesen. Acht Abenteurer angeln nach Aalen. Bertram und seine Bande brauchen ganz viel Bekömmliches mit „B“. Entern Egon und seine Jungs wohl erfolgreich den Einmaster? Während der Halbmond am Himmel hängt, liegen die Piraten in ihren Hängematten, mal mit, mal ohne Heimweh und es gibt sogar einen Piraten, den langen Lulatsch, der laut lachend ein Buch liest. Hier werden nicht nur einfach irgendwelche Wörter mit demselben Buchstaben aneinandergereiht, nein, hier ergeben sich dabei wirklich lustige Sätze und kleinere Erzählungen. Dazu gibt es fröhliche und lustige bunte Bilder, die so richtig schnodderig und piratenhaft herüber kommen.

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ABC der wilden Piraten von Günther Jakobs, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-17052-1, 12,99€

Morgen geht es dann mit zwei Büchern für etwas größere Kinder im Lesealter weiter. Wieder stehen „wilde Gesellen“, aber vor allem auch Humor, im Vordergrund…

 

 

 

 

 

Paul & Papa – Geschichten aus dem Alltag

Im Alltag von Kindern passieren selten große, außergewöhnliche Dinge, aber dennoch ist fast jeder Tag spannend und es gibt viele kleine Erlebnisse, die letztendlich genauso erzählenswert sind wie beispielsweise der große Sommerurlaub. Genau diese Sichtweise macht sich das Buch „Paul & Papa – Vorlesegeschichten“ zu eigen. Im Vordergrund stehen Paul, ein Kindergartenkind, und sein Papa, die viel Zeit miteinander verbringen und zwar Zeit im ganz normalen Alltag, in dem der Bagger vor der Haustür und das Kochen des Abendessens zum Erlebnis werden können. Paul und Papa machen keine besonderen Dinge, aber dennoch gibt es genug von ihnen zu berichten, so dass man in dem Buch 20 kurze Geschichten findet. Paul und Papa unterhalten sich viel, sie schauen sich vom Dachfenster abends die Züge an, backen einen Kuchen für die Mama, räumen gemeinsam auf, gehen in den Zirkus, essen Eis und einiges mehr. Klingt langweilig? Ist es nicht, zumindest nicht bei Paul und Papa. Paul ist ein normales, aber aufgewecktes Kind mit einigen guten Ideen und Papa ist ein sehr geduldiger, liebevoller und verständnisvoller Papa, der auch schwierige Situationen spielerisch löst. Paul möchte nicht in den Kindergarten? Aber warum denn nicht, der Kindergarten ist doch so etwas wie ein Büro. Der Papa erzählt Paul, wie er im Kindergarten Büro spielen kann. Hm, klingt irgendwie nicht sonderlich spannende, da spielt Paul im Kindergarten lieber Feuerwehr, während der arme Papa Büro „spielen“ muss. So schnell ist die schlechte Laune von Paul vergessen und der erwachsene Leser staunt wie geschickt der Vater mit den Launen und Ideen des Sohnes umgeht.

Bücherwürmchen hat das Buch aber auch gut gefallen. Abend für Abend haben wir aus diesem Buch die Gute-Nacht-Geschichte gelesen, denn die Länge der einzelnen Geschichten passt dafür hervorragend!

Nicht auf jeder Doppelseite befinden sich Illustrationen, aber insgesamt ist das Buch recht reichlich mit bunten Bildern illustriert. Die Zeichnungen wirken erfrischend, bleiben dabei aber ebenfalls auf einer ruhigen Ebene. Es gibt keinen übertriebenen Witz oder ähnliches in ihnen zu entdecken. Sie begleiten die Geschichten unaufgeregt, aber sehr passend.

Insgesamt ist „Paul & Papa“ sehr zu empfehlen. Es werden tolle Geschichten aus der Welt von Kindern erzählt! In Paul wird man immer wieder seine eigenen Kinder widerentdecken und sein Papa ist einfach klasse! Paul & Papa sind ein super Gespann, an dem man Gefallen finden muss!

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Paul & Papa – Vorlesegeschichten von Susanne Weber und Susanne Göhlich, Mixtvision Verlag 2015, ISBN: 978-3-95854-027-9, 11,90€

Kreative Beschäftigungen, wenn das Sommerwetter mal ausbleibt

Wenn man in den Urlaub fährt, sollte man für die Kinder auch immer ein paar Beschäftigungsmaterialien einpacken, denn es kann ja auch sein, dass man von Regentagen überrascht wird und in der Ferienwohnung oder im Hotel festsitzt… Im Prinzip reichen oft auch schon einige Blätter Papier, Schere, Kleber und bunte Stifte, doch manchmal freuen Kinder sich auch, wenn sie ein paar Anregungen von außen bekommen und sie nicht von ganz alleine kreativ werden müssen.

Gefühlt gibt es immer mehr Angebote für kleine Künstler auf dem Markt, ein paar davon haben wir frisch getestet, denn zwischendurch setzt sich Bücherwürmchen gerne mit mir zusammen an den Tisch um zu malen und zu basteln.

Der Tessloff-Verlag lässt einen direkt durch mehrere Produkte in eine Piraten-Welt eintauchen. Für Kinder in Bücherwürmchens Alter (ca. 4 Jahre) eignet sich das bunte Malbuch besonders gut. Man muss zwar teilweise recht kleine Flächen anmalen, da auf den Bildern nicht nur einzelne große Motive wie z.B. ein Pirat oder eine Insel zu sehen sind, sondern ganze Szenen (beispielsweise das Tauchen nach einem Schatz oder das Abladen der Schätze auf einer Insel) gezeigt werden. Dafür wurde den Kindern auf einzelnen Seiten bereits einen Teil der Arbeit abgenommen. Einiges ist schon eingefärbt, so dass nicht mehr ganz so viel angemalt werden muss. Das ist gerade für Kinder, die noch nicht so viel Ausdauer besitzen sehr motivierend.

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Die Bilder selbst sind fröhlich gestaltet und natürlich sind überall Pirat Piet und Kakadu Kalle zu entdecken. Gerade an Pirat Piet finden Kinder schnell Gefallen, denn er ist ein Kind, so dass sie sich mit ihm identifizieren können.

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Noch spannender als das Malbuch ist für Kinder das Piraten-Bastelset, bei dem ein Boot samt Piraten und Kanonen gebastelt werden kann. Hierfür braucht man jedoch schon eine ganze Menge Ausdauer, damit am Ende auch tatsächlich alles steht. Wir haben jedenfalls mehrere Tage daran gesessen und ich musste Bücherwürmchen auch helfen, denn er hatte keine Lust Boot, sämtliche Piraten, Kanonen, Schatzkiste, den Hintergrund etc. alleine anzumalen. Allein um alles von einer Seite anzumalen, braucht man schon eine Weile und eigentlich müsste man dann auch noch die Rückseite anmalen, aber dazu hatten wir dann keine Lust mehr. Das Blöde ist nur, dass man am Ende entsprechend der Anleitung alles zusammen stecken muss und man vorher beim Schiff nur schlecht abschätzen kann, was letztendlich außen und somit zu sehen ist. Bevor man alles zusammen stecken kann, muss man alle Teile ausschneiden – ein weiterer Part den ich übernehmen musste. So genau ausschneiden kann Bücherwürmchen noch nicht. Über das Ergebnis haben wir uns dann aber beide gefreut: Alles blieb gut stehen, sah nach Etwas aus und es ließ sich sogar damit spielen!

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Die Mühe hat sich also doch gelohnt. Und wer im Urlaub mehrere Regentage am Stück hat, ist sicherlich auch froh, wenn eine Bastelei nicht bereits nach fünf Minuten komplett fertig auf dem Tisch liegt.

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Zu der Reihe „Meine Piratenwelt“ gehören noch weitere Produkte, die sich ebenfalls zum Mitnehmen auf eine Reise eignen.

Ein sehr schönes Malbuch haben wir auch beim Coppenrath Verlag entdeckt. Malbücher gibt es ja nun wirklich wie Sand am Meer und man findet auch immer mal wieder welche mit schönen Motiven, aber bei dem Malbuch aus dem Coppenrath Verlag gibt es noch eine Besonderheit: Es ist ein Punkt-zu-Punkt-Malbuch. Nein, hier muss man nicht Zahlen von Punkt zu Punkt miteinander verbinden, sondern an einigen Stellen auf den Bildern nahe beieinander liegende Punkte, die bereits eine Art Linie ergeben, nachspuren. Und das hat Bücherwürmchen schon gut geschafft. Da sich die Anzahl der Pünktchenlinien auf manchen Bildern auch sehr in Grenzen halten (das ist bei den Bildern je nach Motiv ein bisschen unterschiedlich), hatte er sogar richtig Spaß daran, während ich in dem Nachfahren der Linien eine tolle Übung zur Feinmotorik sehe.

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Wir besitzen das Malbuch mit dem Untertitel „Piraten, Autos, wilde Tiere“, welches sehr motivierende Bilder für Bücherwürmchen enthält (auch wenn ein Vögelchen oder ein Hündchen nicht gerade wilde Tiere sind…): Ritterburg, Dinosaurier, Fußballer, Feuerwehrmann…

Am Ende kann man die einzelnen Bilder sogar heraustrennen und aufhängen oder verschenken. Mich hat dieses Malbuch jedenfalls vollkommen überzeugt und ich freue mich darüber, wie gerne Bücherwürmchen darin malt.

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Selbstverständlich gibt es natürlich auch ein analoges Malbuch mit Prinzessinnen und ähnlichem.

 

Meine Piratenwelt: Buntes Malbuch, illustriert von Stefan Lohr, Tessloff Verlag, ISBN: 978-3-7886-3820-7, 3,95€

Meine Piratenwelt: Bastelbogen, illustriert von Stefan Lohr, Tessloff Verlag, ISBN: 978-3-7886-3817-7, 4,95€

Mini-Künstler: Punkt-zu-Punkt-Malbuch, Piraten, Autos, wilde Tiere, illustriert von Hartmut Bieber, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62157-7, 4,95€

Minimax – Tolle Klassiker in kleinem Format

Ein Bilderbuch in einem großen, auffälligen Format zieht natürlich Aufmerksamkeit auf sich, auch meine! So ein Buch beeindruckt und es macht Spaß es anzufassen. Auf der anderen Seite lerne ich gerade die Bücher im kleinen, handlichen Format zu schätzen, z.B. Pixi-Bücher (bzw. ähnliche Bücher aus anderen Verlagen) oder die Minimax-Bücher. Sie sind einfach äußerst praktisch. Kinder können sie gut selbst halten und selbst im vollen Urlaubskoffer finden sie immer noch ein Plätzchen. Gerade bei der Minimax-Reihe kann ich beinahe blind zugreifen, denn hier erscheinen viele schöne (neuere) Bilderbucklassiker („Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte“, „Freunde“, „Oh, wie schön ist Panama“, „Frederick“, „Adieu, Herr Muffin“ und einige andere). Zwei Bücher aus der Minimax-Reihe habe ich auch schon in diesem Blog vorgestellt: „Das große Gähnen“ und „Für Hund und Katz ist auch noch Platz“: Beide Bücher sind hier sehr beliebt, insbesondere das Buch von Axel Scheffler und Julia Donaldson. Nun habe ich zwei weitere Bücher aus der Reihe vor mir legen, bei denen ich allerdings nicht so recht weiß, was ich von ihnen halten soll. Sowohl „Oscars Autos“ als auch „Mama, ich mag dich…“ erzählen eine tolle Geschichte, die jeweils die Sichtweise bzw. die Fantasie von Kindern gut darstellt, aber ich frage mich, wie die Geschichten von Kindern wahrgenommen werden.

In dem Buch „Oscars Autos“ wird das Spiel mit Autos zur erlebten Wirklichkeit. Es ist Nacht, aber das Telefon von Oscar steht nicht still. Alle brauchen Oscars Hilfe. Oscar soll das Feuerwehrauto fahren und er koordiniert die Lösung des Kioskbrands, anschließend fährt er das Abschleppauto und holt viele kaputte Autos von einer Straße. Das Genörgel der Menschen, denen es nicht schnell genug gehen kann, macht ihm jedoch keinen Spaß und so legt er sich ins Bett. Doch auch dort hat er keine Ruhe, denn wer soll den Lastkran am Hafen bedienen? Aber das hat Zeit bis zum nächsten Morgen…

Da staunen die Kinder beim Lesen: Oscar darf all die großen Autos fahren und er allein bestimmt, wie alles zugeht. Klasse, das möchte doch jedes Kind einmal! Aber warum kann nur Oscar das Feuerwehrauto fahren? Diese Frage stellt sich Bücherwürmchen natürlich. Warum soll Oscar allen helfen? Ja, ihm gefällt die Geschichte, in der es auf den Bildern große Fahrzeuge zu sehen gibt und bei der die Massenkarambolage überspitzt dargestellt wird, aber so richtig einordnen kann er sie nicht. Das Cover zeigt, worum es in der Geschichte eigentlich geht: Oscar spielt mit seinen Autos und natürlich bestimmt er, wie es dabei zugeht. Betrachtet man die Geschichte als Spiel eines Kindes, so kann man sicherlich viel von dem Spielverhalten des eigenen Kindes darin entdecken. Auch Bücherwürmchen lässt die Feuerwehr zu vielen Bränden fahren und bei einem Unfall fliegen die Autos schnell mal wild durch die Gegend. Das Buch erzählt das Spiel eines Kindes mit Autos sehr treffsicher und passend. Allerdings nehmen Kinder dieses Buch wie auch ihr eigenes Spiel ernst. Was in dem Buch passiert, geschieht für sie wirklich, aber es wundert sie, wieso es so ist. Warum kann nur ein Junge all diese großen Autos fahren? Und man sollte ihnen bloß nicht sagen, dass es sich hier „nur“ um Oscars Fantasie handelt, denn das würden sie erstens nicht akzeptieren und zweitens würden sie dagegen protestieren, wenn man ihr Spiel auf diese Wiese herabsetzen würde. So bleibt „Oscars Autos“ eine schöne Geschichte, die ein wenig in der Luft hängt.

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Mama, ich mag dich…“ finde ich persönlich wunderschön. Die Bilder sind niedlich und die Geschichte ist äußerst humorvoll, inklusive einer überraschenden Wendung. Hasensohn erzählt, warum er seine Mama, die er eigentlich sehr lieb hat, nicht mag. Dabei nennt er neben Argumenten wie dass sie ständig keine Zeit hat, auch ein unerwartetes Argument, über das man lachen muss, indem aber auch viel Wahrheit steckt.

Mir gefällt dieses Buch so gut, weil es einfach die Beziehung zwischen Mutter und Sohn so herrlich skizziert und auf den Punkt bringt. Wirklich klasse gemacht! Aber verstehen auch Kinder, die gerade selbst voller widersprüchlicher Gefühle ihrer Mutter gegenüber sind, den Witz dieses Buches? Ich glaube eher nicht. Bücherwürmchen kann sich jedenfalls nicht mit dem Hasenkind identifizieren und meint, dass das bei uns nicht so wäre. Irgendwie scheint er mich verteidigen zu wollen. Das Buch gefällt ihm trotzdem: „Ich das schön, weil da jemand so wütend ist. Das mag ich.“ Hm, ich glaube, das ist zwar eigentlich nicht die Aussage des Buches, aber schön, wenn ihm dieses Buch gefällt. Ich mag es nämlich wirklich, aber aus anderen Gründen…

Übrigens kann ich mir gut vorstellen, dass dies ein schönes Muttertagsgeschenk ist und wie sagt man doch so schön: „Muttertag ist an jedem Tag!“

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Oscars Autos von Carl Johan de Geer und Jan Lööf, übersetzt von Andrea Lüthi, Beltz & Gelberg 2015, Minimax, ISBN: 978-3-407-76152-1, 5,95€

Mama, ich mag dich… von Komako Sakai, übersetzt von Ursula Gräfe, Beltz & Gelberg 2015, Minimax, ISBN: 978-3-407-76153-8, 5,95€

Für Kinder immer wieder faszinierend: Ritter und Drachen

Allein der Titel verrät schon, dass dies ein Buch ist, welches kleine Jungen lieben könnten: „Sieben kleine Ritter und jede Menge Drachen“. Ich wusste jedenfalls sofort, dass dies ein Buch für Bücherwürmchen ist. Immerhin spielt er tagein, tagaus Ritter. Jeder Stock wird zum Schwert umfunktioniert, jeder Kletterturm auf einem Spielplatz ist eine Ritterburg und der Rittername wird entsprechend der vorhandenen Utensilien und Gegebenheiten immer wieder neu angepasst (Ritter Einhorn, Ritter Drachenzahn, Burg Adlerstein etc.). Und dann so ein Buch, bei dem auf dem Cover gleich mehrere Ritter mit glänzenden Schwertern und einen furchteinflößenden Drachen sehen kann. Einfach nur super! Ganz schnell ist in dem Buch eine Lieblingsgeschichte gefunden. Bücherwürmchen möchte besonders gerne die Geschichte von Parzival, dem roten Ritter hören. Am liebsten lässt er sich aber direkt alle Geschichten nacheinander vorlesen. Und auch ich muss zugeben, dass sie wirklich nett gemacht sind. Hier werden berühmten Rittern aus Sagen Geschichten aus der Kindheit angedichtet, so dass Kinder sich gut mit den kindlichen Rittern identifizieren können. Natürlich sind Artus, Siegfried, Tristan und all die anderen bereits in ihrer Kindheit mutige Kerle, die es bereits mit Drachen aufnehmen. Das Thema erzeugt von sich aus viel Spannung, aber zum Glück können die Kinder die Drachen immer besiegen, auch wenn dafür zu Weilen Sahnebonbons benötigt werden. Die Drachen lösen bei Kindern dennoch einen gewissen Grusel aus, der jedoch durch die weich gezeichneten Bilder abgemildert wird. Die Art der Bilder mag ich persönlich ja sowieso gerne. Klar, gehen Eva Erikssons Bilder im Stil von Buntstiftzeichnungen ein wenig Richtung lieblich, aber für mich sind sie dennoch nie kitschig, sondern einfach schön gemalt. Die Drachen haben leuchtende Augen, Flügel, spitze Zähne und Stacheln auf dem Rücken – sie sehen so aus, wie Drachen aussehen müssen, aber verursachen keinesfalls Albträume bei Kindern. Die Ritter wirken sympathisch und kindlich und erfrischend auf einen.

Also, ich kann zumindest für alle Ritterfans nur eine Empfehlung für dieses Buch aussprechen! Der Textumfang ist zwar schon recht lang, aber Vierjährige schaffen es schon sehr gut, den Geschichten zu folgen.

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Sieben kleine Ritter und jede Menge Drachen von Christina Björk und Eva Eriksson, übersetzt von Birgitta Kicherer, Oetinger 2015, ISBN: 978-3-7891-7782-8, 12,99€

Unsere Highlights im Mai

Nun ist auch der Mai 2015 bereits wieder Vergangenheit und ich möchte euch kurz unsere Bücher-Highlights vorstellen.

Bücherwürmchen hatte Geburtstag und natürlich ein paar Bücher bekommen. Besonders gut fand er das Buch „Auf den Spuren von Römern, Rittern und Piraten“. Als ich das Buch entdeckt hatte, war mir direkt klar, dass das etwas für unser Bücherwürmchen ist.

Ansonsten war das Buch „E-le-fa, E-le-fee! Was macht der Elefant am See?“ unser absolute Favorit im Mai. Wir haben es häufig hervor genommen und hatten viel Spaß an den humorvollen Reimen. Ab und zu kam es sogar vor, dass wir spontan einen dieser Reime beim Abendessen oder unterwegs zitierten.

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Viel Interesse zeigte Bücherwürmchen auch an dem Buch „Der Atlas der Abenteuer“ (Verlag Kleine Gestalten). Die Übersichten über die Kontinente fand er zwar weniger interessant, da sollte ich dann immer schnell weiterblättern, aber die Abenteuer, die man in den einzelnen Ländern erleben kann, schaute er sich gerne mit mir ausführlich an. Später konnte er dann dem Papa erzählen, dass man gaaaaanz viele Tage braucht um sich alle Kunstwerke im Louvre anzuschauen, und er schlug dem Papa vor, dass wir doch auch mal so ein Farbenfest wie in Indien veranstalten könnten, bei dem man sich mit Farbe bewirft…

Abends waren die Dino-Wheelies ganz eindeutig die bevorzugte Gute-Nacht-Lektüre, so dass wir das Buch bereits mehr als einmal durchgelesen haben.

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Wer ein echter Cowboy sein will, muss Lasso werfen können

Die Zeit, in der Bücherwürmchen häufig Cowboy gespielt hat, ist irgendwie vorbei. Im Moment darf man nur zwischen Ritter und Römer wählen, wenn man mit ihm spielen möchte. Bei Büchern ist er dahingegen deutlich toleranter. Bücher, in denen Cowboys vorkommen, findet er weiterhin toll. Mein Thema ist das zwar nicht so ganz, aber es gibt ein Bilderbuch, welches auch ich klasse finde: „Der kleine Cowboy und der große Wurf“. Allein die Bilder sind schon super, aber dazu später mehr. Erst einmal ein wenig zu dem Cowboy, um den es hier geht: Ben ist noch ein Kinder, möchte aber eine echter Cowboy sein. Das Problem ist nur, dass er kein Lasso werfen kann und das muss ein echter Cowboy natürlich können. Also übt er! Blöd nur, dass sich das Lasso dabei in Mamas frisch gewaschener Wäsche verfängt. Die Straf ist da nur logisch: Waschtag für Ben. Aber erst einmal soll er den Cowboys Brote bringen und das riecht doch schon einmal ein wenig nach Abenteuer. Doch dass es sich am Ende zu einem echten Abenteuer entwickelt, kann Ben natürlich nicht ahnen. So viel nur: Ben begegnet mit seinem Pony Penny-Pony dem gesuchten Banditen Red John und manchmal ist es gar nicht so schlecht, wenn das Lasso nicht da landet, wo man es eigentlich haben wollte…

Das Buch erzählt eine erfrischende, heitere Cowboy-Geschichte, deren Witz durch die Bilder noch verstärkt wird. Die Bilder machen einfach Spaß! Sie sind humorvoll, lebendig und ausdrucksstark! Auf überwiegend einfarbigen Seiten (passend zur Prärie) stechen die handelnden Figuren hervor: Dünne Ärmchen und Beinchen, kleine hervorstechende Knie, lange Nasen, auffällige Köpfe mit klasse Ausdrücken. Im Prinzip könnte man den Stil teilweise naiv oder kindlich nennen, aber trotzdem entfalten die Bilder eine große Wirkung!

Insgesamt stimmt bei diesem Bilderbuch einfach alles. Bilder und Text harmonieren sehr gut und es wird eine humorvolle Geschichte erzählt. Bücherwürmchen findet natürlich die Ausdrücke „hässliche Mohrrübe“ und „stachelige Mohrrübe“ für Red John besonders lustig! Aber das kann ich gut verstehen! Ich muss da schließlich auch lachen…

Ein weiteres Buch, über das wir beide lachen müssen, stelle ich euch noch im Laufe dieses Tages vor, denn ich finde es einfach klasse, wenn ein Buch es schafft, den Humor verschiedener Generationen zu treffen und zwar einfach deshalb, weil es schlicht und ergreifend voller Witz steckt.

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Der kleine Cowboy und der große Wurf von Ulrike Fischer und Stefanie Jeschke, Magellan Verlag, ISBN: 978-3-7348-2006-9, 13.95€

Die Dino-Wheelies erobern Jungenherzen

Habt ihr schon von den „Dino-Wheelies“ gehört? Das ist eine neue Reihe für Kinder ab 5 Jahren, die eine Mischung aus Erstlesebuch und Comic darstellen soll. Ich stehe einem Buch ja schon direkt etwas kritisch gegenüber, wenn ich das Gefühl habe, dass es so hochgehypt wird und ehrlich gesagt, entsteht bei mir bei dieser Reihe der Eindruck, dass es einem besonders angepriesen wird und viel Werbung darum gemacht wird. Leider habe ich bisher die Erfahrung gemacht, dass solche Bücher, gerade im Kinderbereich, häufig eher billig gemacht sind. Es geht nur darum schnell eine Reihe auf den Markt zu bringen, die sich gut verkaufen lässt. Nun ist der erste Band der Dino-Wheelies bei uns eingezogen und ich konnte mich eingehend mit diesem Buch beschäftigen. Und wie lautet nun meine Meinung zu dem Buch? Hm, gar nicht so einfach… Einerseits habe ich weiterhin das Gefühl, dass es darum geht, ein Produkt zu entwerfen, welches vor allem gut verkauft werden soll. Klar, dieses Ziel hat jeder, der ein Buch herausbringt, aber nicht immer ist dies das Hauptanliegen. Andererseits ist mir aber auch klar, dass dieses Buch Kinder tatsächlich ansprechen wird.

Die Dino-Wheelies sind Dinosaurier auf Räder, die in der Zeit nach den Menschen auf Neo Pangea leben. Die Hauptcharaktere werden einem zu Beginn des Buches vorgestellt und kaum hat man verinnerlicht, wer alles dabei ist, geht das Abenteuer auch schon los. Im Band „Die Schatzsuche“ dreht sich alles um eine alte Schatzkarte, die angeblich den Weg zu einem alten Piratenschatz zeigen soll. Der Weg ist jedoch alles andere als einfach und teilweise sogar richtig gefährlich. Am Ende kommen die Freunde Bo, Tanka, Pukki und Pooni jedoch tatsächlich zu einer markierten Stelle. Aber ob dort wirklich ein alter Schatz vergraben liegt? Tanka hat da so ihre Zweifel…

Die Geschichte wird im normalen Text erzählt, während sich die Dialoge zum Teil in Bildern wie in einem Comic abspielen.

Die Dino-Wheelies sind bunt, vereinen Zukunft, Dinosaurier und Abenteuer miteinander und besitzen Comic-Elemente – alles Dinge, mit denen man viele Jungen ansprechen kann. Aber ist es schlimm, wenn man Kinder mit so einem Buch anspricht? Muss das Buch deshalb gleich billig gemacht sein? Nein, muss es nicht und ist es auch nicht. Vor allem ist ja nicht entscheidend, was ich über dieses Buch denke, sondern wie es bei der Zielgruppe ankommt. Ich gebe zu, ich persönlich kann mit diesem Buch nicht viel anfangen. Mir ist es zu hektisch und wild. Manche Dinge werden in dem Buch nur kurz angerissen, wie zum Beispiel der Schulbesuch, und kaum zu Ende geführt, so dass ich mich frage, warum es überhaupt erwähnt wurde. Insgesamt erinnert mich diese Erzählweise an schnelle Schnitte und Einstellungen im Fernsehen. Vermutlich sollte ich dazu sagen, dass ich grundsätzlich nicht so der Comic-Fan bin. Die Art der Bilder spricht mich nicht so sonderlich an. Soweit meine Meinung zu dem Buch, meine erwachsene Meinung wohlgemerkt. Kinder werden dieses Buch ganz anders wahrnehmen als ich. Bereits Bücherwürmchen hat sich das Buch begeistert vorlesen lassen, wobei er viele Sätze sicherlich noch nicht so ganz versteht. Auch dass zunächst die Kinder und später der Verkäufer Konrad, der sich häufig wie ein Gauner verhält, hereingelegt werden, musste ich ihm erklären. Aber egal, irgendwie fand er die Dino Wheelies trotzdem gut und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Grundschulkinder diese Bücher begeistert lesen werden. Ja, es sind Bücher, die bei Kindern wirklich gut ankommen und deshalb sollte man sie Kinder auch lesen lassen, egal, was die eigene Meinung dazu ist. Das Abenteuer in dem Buch ist spannend, aber es geht nicht gewalttätig zu. Die Dino Wheelies halten zusammen und helfen sich gegenseitig und selbst wenn mal jemand geärgert oder reingelegt wird, wird der Schaden am Ende doch abgemildert, denn die Dino Wheelies haben ein gutes Herz. Der Text lässt sich gut lesen und auch die Dialoge sind gut gemacht. Natürlich drücken sich die Dino Wheelies umgangssprachlich aus, aber so redet man nun einmal und es soll ja auch natürlich klingen. Sprachlich ist das Buch also gut gemacht und die Bilder sind voller Leben. Es spricht also absolut nichts gegen dieses Buch, höchstens das eigene Gefühl, aber das muss man manchmal auch vernachlässigen.

Ob es wirklich ein Erstlesebuch ist, weiß ich nicht. Kommt vielleicht auch drauf an, was man unter Erstlesern versteht. Für den ersten Einstieg finde ich den Text noch etwas zu lang und die Kinder müssen ja auch zwischen den Comic-Bildern und dem erzählten Text hin und her schwanken. Insgesamt ist dies zwar alles sehr übersichtlich gestaltet, aber Kinder, die gerade mit dem Lesen beginnen, kann dies dennoch irritieren. Wenn man jedoch auch Kinder, die schon erste Erfahrungen mit dem Lesen von Büchern gemacht haben, zu den Erstlesern zählt, könnte dieses Buch durchaus geeignet sein. Die Kapitel sind relativ kurz und durch die Comic-Bilder werden Kinder auch nicht von einer Seite mit durchgehendem Text erschlagen.

Der Anhang des Buches ist auch ganz nett und Kinder können dabei sogar noch etwas lernen. Die Dino-Wheelies finden nämlich alte Wracks und ähnliches aus der Zeit der Menschen. Im Dino-Wheelies Lexikon gibt es ein paar wissenswerte Informationen darüber, z.B. zur Titanic. Außerdem gibt es noch ein paar Leserätsel, die zeigen, ob man das Buch gut gelesen und verstanden hat.

Insgesamt kann ich also durchaus eine Empfehlung für das Buch aussprechen. Kinder, insbesondere Jungen, haben viel Spaß an den Dino-Wheelies und die Dino-Wheelies animieren sie dazu, zum Buch zu greifen und zu lesen – eine besseres Argument gibt es sicherlich nicht für Bücher.

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Dino-Wheelies – Die Schatzsuche von Matthias Weinert, Fischer Kinder- und Jugendbuch Verlag, ISBN: 978-3-7373-5191-1, 8,99€