Tolle Bilder von den vier Jahreszeiten

Das Schöne an Jahreszeiten-Büchern ist, dass man sie jederzeit vorstellen kann, denn sie passen ja schließlich immer. Frühling, Sommer, Herbst und Winter – irgendetwas davon passt immer (oder eine Mischung aus verschiedenen Jahreszeiten…). Momentan ist noch Winter. Dieser findet sich zwar in dem Buch „Alle vier Jahreszeiten“ ganz am Ende, aber wenn man dann dort hin blättert, sieht man dort einiges, was einem aus dem momentanen Alltag bekannt vorkommen dürfte. Zunächst sieht  man dort allerdings einen schönen Übergang vom Herbst in den Winter. Man sieht wie die Tiere sich auf die kalte Jahreszeit vorbereiten. Wintervorräte werden angelegt und einige Vögel fliegen in den warmen Süden. Dann kommt der Schnee, den manche Tiere aktiv begrüßen, während andere sich verstecken und schlafen. Wir Menschen brauchen warme Jacken und Mützen und dann können wir Schneemänner bauen, Schlittschuhfahren und Schneebälle formen. Jetzt hängt bei den meisten Menschen wohl kein Kranz aus Tannengrün mehr an der Haustür, aber auch Weihnachten gehört natürlich zum Winter dazu. Das Buch ist an dieser Stelle zu Ende, aber ganz unten links steht „Bald wird es wieder Frühling“. Ja, auf den Winter folgt der Frühling. Das Ganze fängt wieder von vorne an wie es auch so schön in dem Lied „Die Jahresuhr“ heißt. Und so können wir auch bei dem Buch wieder von vorne beginnen und es wieder und wieder durchblättern und den Jahreszeiten folgen. So sehen wir, was sich im Laufe des Jahres so ändert. In jeder Jahreszeit wird uns eine Doppelseite mit der gleichen Landschaft gezeigt, bei der sich Aktivitäten sowie die Natur den Jahreszeiten anpassen. Außerdem gibt es noch zusätzliche Seiten, auf denen man ein paar Phänomene der jeweiligen Jahreszeit zu sehen bekommt. Hier sieht man dann jedoch kein großes Bild mit verschiedenen Szenen wie auf den wimmelbuchtypsichen Doppelseiten, sondern es geht hier eher wie im Bilderlexikon zu. Zum Beispiel sieht man im Frühlingsteil lauter einzelne Frühlingsblumen, die beschriftet sind oder es gibt eine Seite mit Tieren und ihren Kindern, ebenfalls beschriftet. Auch auf den großen Bildern auf den Doppelseiten findet man übrigens ein paar Beschriftungen, was sicherlich dazu animiert, die Dinge zu benennen.

Mir gefällt die Mischung in diesem Buch sehr gut. Auf der einen Seite hat man Wimmelbilder, die zum Betrachten und Erzählen anregen, und auf der anderen Seite erhält man Informationen zu den Jahreszeiten, die kurz und bündig in Text und Bild dargestellt werden.

Ganz toll finde ich auch die Illustrationen von Katrin Wiehle. Die Bilder sind auf das Wesentliche konzentriert. Man sieht also z.B. keine Tannennadeln bei den Nadelbäumen oder das Gras wird einfach als grüne Fläche dargestellt. Wenn man die einzelnen Teile betrachtet, würde man vielleicht sagen, dass ein Kind Wolken oder Bäume ähnlich darstellen würde, aber dennoch wirkt das Bild als Ganzes gesehen überhaupt nicht naiv oder einfach gezeichnet. Es strahlt etwas ganz eigenes aus. Die Bilder sind lebensfroh, sie machen Freude und man wird direkt in die Atmosphäre des Frühlings, des Sommers, des Herbsts oder des Winters hineingezogen.

Auch die Aufmachung des Buches an sich gefällt mir gut. Es ist zu 100 % aus Recyclingpapier und wurde mit Ökofarben gedruckt. Es sieht durchaus anders aus, als Bücher aus anderem Papier, aber auch dies macht das Besondere des Buches aus. Man nimmt es einfach unheimlich gerne in die Hand.

Dieses Buch ist übrigens auch ganz toll für die Klassenbibliothek einer ersten Klasse. Die Jahreszeiten oder Teilbereiche davon sind immer mal wieder Thema in der Schule und hier können sich auch kleine Leseanfänger ganz selbstständig schlau machen. Das Meiste wird über die Bilder erzählt und die kurzen Texte (in Großdruckbuchstaben) beherrschen sie sicherlich auch schon.

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Alle vier Jahreszeiten von Katrin Wiehle, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3-407-82143-0, 12,95€

 

Tolle Freunde: Kosmo und Klax

In der Kinderbuchwelt gibt es zwei neue, süße Helden: Kosmo & Klax! Kennt ihr die beiden schon? Wenn nicht, dann stelle ich sie euch schnell vor: Kosmo ist ein Eichhörnchen und Klax ist ein kleiner roter Ball. Das sollen Kinderbuchfiguren sein? Ja, klar, die beiden sind einfach knuffig und vor allem sind die beiden sehr gute Freunde und sie erleben gerne lauter spannende Dinge, am liebsten mit ihren anderen Freunden Herrn Mümmelmann, einem ängstlichen Hasen, der pfiffigen Lili Graumaus, der vornehmen Frau Gans, den reimenden Bibo Biber und Kosmos Cousin dem Siebenschläfer Knabba.

Mit den Freunden kann man literarisch ein ganzes Jahr mit Sommer, Herbst, Winter und Frühling in dem Buch „Kosmo & Klax – Jahreszeiten – Geschichten“ erleben. Immer erleben sie kleine Abenteuer. Es sind immer nur kurze Episoden rund ums Schwimmen, Äpfel pflücken, Drachen steigen lassen, Weihnachten und Silvester feiern, Aprilscherze und ähnliches und man könnte beinahe behaupten, dass nicht sonderlich viel passiert, aber in den Geschichten steckt viel mehr: Zum einen wachsen einem die Charaktere schnell ans Herzen. Jeder bleibt seiner Linie treu und hat somit einen hohen Wiedererkennungswert (wobei es ein wenig unlogisch ist, dass Bibo Biber zunächst den Freunden im Wald eine Tanne für Weihnachten abnagt und er sich ein paar Kapitel später Kosmo und Klax auf einmal vorstellt, aber da gehen Kinder großzügig drüber hinweg). Es macht Spaß die Freunde zu begleiten. Zum anderen kommen in den Geschichten viele Aspekte einer Freundschaft zum Tragen: Man scherzt miteinander, man hält zusammen, man streitet und verträgt sich, man unterstützt sich und macht sich gegenseitig Mut, Schwierigkeiten werden gelöst usw. Und dann kommen natürlich noch die farbkräftigen, lebensfrohen Bilder hinzu, die einem den Spaß der Tiere und des Balls ganz nahe bringen.

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Allerdings funktionieren die Geschichten auch gut ohne die Bilder, denn vom anderen Teil mit dem Titel „Gute-Nacht-Geschichten“ besitzen wir nur das Hörbuch, welches bei Bücherwürmchen ebenfalls gut ankommt. Hier werden dann die fröhlichen Bilder durch die passende Stimme zu den jeweiligen Tieren ersetzt – ebenfalls ein Vergnügen! Bücherwürmchen findet Kosmo und Klx einfach klasse, egal ob als Buch oder als CD. Ich muss zugeben, dass ich befürchtet habe, dass Bücherwürmchen Kosmo und Klax vielleicht ein wenig zu langweilig und lieblich finden würde, aber das ist überhaupt nicht der Fall. Auf der CD gibt es auch ein paar Lieder, die direkt von Bücherwürmchen nachgesungen wurden. Die Geschichten selbst sind übrigens ebenfalls schön und es geht keinesfalls nur um Geschichten, die am Abend oder in der Nacht spielen, was ich gut finde, denn so ist genügend Abwechslung vorhanden.

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Übrigens haben alle Geschichten – egal, ob sie zu den Gute-Nacht-Geschichten oder zu den Jahreszeiten-Geschichten gehören – die perfekte Länge für eine Gute-Nacht-Geschichte. Bei den wenigen Seiten Text wird man immer fertig und kann vielleicht sogar noch eine zweite Geschichte hinten dran hängen.

Falls ihr Kosmo & Klax bisher noch nicht kanntet, schaut sie euch doch mal genauer an. Vielleicht macht es euch ja auch Spaß einem Eichhörnchen und einem kleinen roten Ball bei ihren Erlebnissen zu begleiten.

Kosmo & Klax – Jahreszeiten-Geschichten von Alexandra Helmig, illustriert von Timo Becker, Mixtvision Verlag, ISBN: 978-3-95854-062-0, 9,90€

CD: Kosmo & Klax – Gute-Nacht-Geschichten von Alexandra Helmig, Mixtvision Verlag, ISBN: 978-3-95854–087–3, 9,90€

Es gibt aber auch die Jahreszeiten-Geschichten als Hörbuch sowie die Gute-Nacht-Geschichten als gebundenes Buch!

Im Wald gibt es das ganze Jahr über viel zu entdecken

Zwölf Seiten – für jeden Monat eine – beinhaltet das Wimmelbuch „Ein Jahr im Wald“, zwölf wunderbar gestaltete, wimmelige Seiten, auf denen man sehen kann, was die Tiere so das ganze Jahr über im Wald treiben. Die Bilder sind sehr liebevoll gestaltet. Die Tiere kann man sehr gut erkennen, auch wenn sie nicht ganz realistisch und etwas verniedlicht und teils vermenschlicht (z.B. hat die Ameisenkönigin eine Krone auf dem Kopf) dargestellt werden. Mir gefallen die Bilder jedenfalls sehr gut und ich könnte sie mir stundenlang ansehen. Auf jedem einzelnen Bild gibt es unheimlich viel zu entdecken. Das Leben im Wald wird sowohl informativ, als auch humorvoll dargestellt. So ist es beispielsweise richtig, dass dem Elch im Januar sein Geweih fehlt. Dies kann man gut auf dem Bild erfahren. Gleichzeitig kommt durch die Gedankenblase, in der sich der Elch über das fehlende Geweih wundert, ein wenig Spaß dazu. So gibt es mehrere kleine Szenen über die man schmunzeln kann und man wird beim wiederholten Anschauen noch oft etwas neues entdecken. Besonders spannend wird das Buch dadurch, dass man nun das Leben vieler Waldtiere von Monat zu Monat verfolgen kann. Dem Elch wachsen natürlich nach und nach Schaufeln, der Fuchs ist froh, wenn er in den wärmeren Monaten endlich wieder leichter Futter finden kann, der Bär schlägt sich im Frühjahr den Bauch mit Honig voll, während der Förster einen Monat vorher noch einen eher unangenehmen Zusammenstoß mit den Bienen hatte, man kann die Arbeit der Biber an ihrer Burg hervorragend verfolgen, Tierjunge wachsen heran und Blätter verfärben sich und fallen schließlich zu Boden. Hier gibt es einfach unglaublich viele kleine Tiergeschichten zu entdecken, über die es natürlich auch jede Menge zu erzählen gibt. Auch Kinder können hier schon viel sehen und auch lernen. Sie können sehr lange in den einzelnen Bildern versinken, aber besonders schön ist es dennoch, wenn man sich dieses Buch gemeinsam mit ihnen anschaut und über das Leben im Wald mit ihnen spricht. Dabei kann man dann darüber Staunen, wieviel Kinder aus den Bildern bereits herauslesen können und wie gut sie Zusammenhänge erkennen, man kann den Kindern zuhören, ihnen selbst Informationen geben und etwas erzählen und sich gemeinsam an den schönen Bildern erfreuen.

Witzig und humorvoll, aber gleichzeitig informativ (so wie das ganze Buch eben) sind die Vorstellungen der Tiere des Waldes sowie des Försters auf dem vorderen Vorsatzpapier. Allein damit kann man schon eine Weile verbringen und die Texte finden auch größere Kinder noch spannend. Auf dem hinteren Vorsatzpapier können Kinder selbst ein wenig aktiv werden und die Wege einiger Tiere in einem Labyrinth unter der Erde verfolgen. Diese beiden Doppelseiten runden das Buch toll ab.

Ein Jahr im Wald“ ist ein tolles Bilderbuch, welches sehr viel Spaß macht, sensibel für das Leben im Wald macht und bei dem man einiges über den Wald und seine Bewohner lernen kann.

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Ein Jahr im Wald von Emilia Dziubak, übersetzt von Victoria Lach, arsEdition, ISBN: 978-3-8458-1324-0, 12,99€

Frühling mit lauter fröhlichen Wichteln

Im Dezember war nichts von der weißen Pracht zu sehen und Anfang März ist dann auf einmal genug Schnee da um im Garten Iglus zu bauen und rodeln zu gehen. Ja, es ist ja für die Kinder schön, dass es noch mal so richtig geschneit hat, aber nun darf sich der Frühling dennoch so langsam sehen lassen. Und dann geht es bei uns hoffentlich genauso bunt und fröhlich zu wie bei den Wichteln in dem Buch „Mein Frühlingswichtel-Wimmelbuch“. Oh ja, hier steckt jede Menge Leben drin, was natürlich nicht zuletzt an den überall herumwuselnden Wichteln liegt. Auf dem ersten Blick fallen einem nur die vorwitzigen roten Zipfelmützen auf, doch dann merkt man schnell, dass jeder Wichtel seinen ganz eigenen Charakter hat. Da sind z.B. Lissy, die alles kann (Sachen reparieren, das Beet durchharken, einen Bollerwagen ziehen etc. – sehr schön, dass ein Mädchen diese Rolle zugeteilt bekommen hat!) und Mats, der sich so manchen Schabernack einfallen lässt. Kalle hat überdurchschnittlich viel Pech und so ist er es natürlich, der von Mats Pfützenspritzern getroffen wird oder dem ein Ei bei den Ostervorbereitungen herunter fällt. Wichtel gehören traditionell zum europäischen Norden (weshalb mich natürlich so ein Buch direkt interessiert…) und so haben sie auch die passenden Namen. Neben den bereits erwähnten Wichtelkindern kann man noch Nisse, Pontus, Ole und Peer auf jeder Seite entdecken. Etwas merkwürdig ist es allerdings, dass das Baby Nisse im Buch andere Kleidung trägt als auf der Außenseite, auf der die Wichtel vorgestellt werden. Das hat mich am Anfang zunächst etwas irritiert, aber letztendlich haben wir ihn dann doch überall finden können.

Ja, was machen die Wichtel denn nun im Frühling? Ist doch eigentlich ganz klar: Sie färben Ostereier, machen Frühjahrsputz, sie richten den Garten wieder her und sausen den Hügel mit Roller und anderen Fahrzeugen hinab, sie kaufen auf dem Markt ein, suchen Ostereier, arbeiten auf dem Bauernhof und an einem schönen warmen Frühlingstag machen sie Picknick und spielen am See. Sogar ins Wasser wagen sie sich mit nackten Füßen. Ja, die Wichtel machen eben das, was man im Frühling so macht und wir dürfen es mit ihnen gemeinsam erleben. Dieses Buch lässt einen den Frühling beinahe spüren. Man spürt, wie das Leben wieder erwacht, wie es in den Füßen kribbelt und man wieder heraus und etwas erleben möchte.

Die Bilder sind niedlich und machen Spaß und natürlich kann man auf ihnen jede Menge entdecken. Besonders viel Spaß machen die vielen humorvollen Details, wobei gerade kleinere Tiere eine große Rolle spielen. Auf dem Schaukelbaum findet die Vogelhochzeit statt, die Vogelkinder tragen bei ihren ersten Flugversuchen einen Helm und eine Spinne wagt sich daran einen Schal statt ein Netz zu stricken.

Auf den Seiten finden man auch kurze Texte, die uns mit der Szene vertraut machen und die dazu auffordern den Quatschmacher Mats zu suchen. Die Texte sind nett vorzulesen, aber letztendlich geht es in dem Buch um die Bilder und die können auf jeden Fall überzeugen. Allein die glitzernden roten Zipfelmützen auf dem Cover machen Lust auf dieses Buch.

Insgesamt ist „Mein Frühlingswichtel-Wimmelbuch“ ein sehr fröhliches Wimmelbuch, welches wohl Eltern und Kindern viel Freude macht.

Mein Frühlingswichtelwimmelbuch

Mein Frühlingswichtel-Wimmelbuch von Outi Kaden, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-66830-5, 9,99€

Mit Wimmelbüchern durch das ganze Jahr

Vor circa einem Jahr habe ich auf meinem Blog ein paar Herbstbilderbücher vorgestellt. Darunter war natürlich auch das „Herbst-Wimmelbuch“ von Rotraut Susanne Berners. Heute möchte ich auf diese Wimmelbuchreihe noch einmal etwas genauer eingehen, denn erstens war es ein Wimmelbuch aus dieser Reihe, welches eine wahre Wimmelbuchlust in mir ausgelöst hat und zweitens finde ich diese Reihe auch äußerst empfehlenswert. Mittlerweile habe ich zwar viele sehr schöne und richtig tolle Wimmelbücher kennengelernt (siehe auch die Wimmelbuch-Übersicht auf meinem Blog), aber dennoch möchte ich euch auch weiterhin die Jahreszeitenwimmelbücher ans Herz legen.

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In dieser Reihe gibt es 5 Bücher, die sich auf die vier Jahreszeiten und ein Nacht-Wimmelbuch aufteilen. Das Besondere ist, dass es sich bei allen Bücher im Prinzip um die gleichen Bilder handelt. Auf der ersten Doppelseite befindet sich ein Wohnhaus, auf der zweiten ein Bauernhof und eine Tankstelle, weiter geht es mit dem Bahnhof, worauf das Kulturzentrum und der Kindergarten bzw. die Baustelle des neuen Kindergartens folgen, man bekommt den Marktplatz und anschließend das Kaufhaus zu sehen und am Ende des Buches darf man einen Blick auf den Park mit Spielplatz, Café und Teich werfen. Natürlich sind die Bilder jeweils den Jahreszeiten angepasst, so dass man erfahren kann, wie sich das Leben im Wimmlingen das Jahr über verändert. Aber nicht nur der Ort wird einem von Buch zu Buch vertrauter, man lernt auch die Figuren immer besser kennen. Bei Susanne spielt zum Beispiel jedes Mal die Kopfbedeckung eine Rolle. Sie liebt Mützen und Hüte, muss sich allerdings häufig neue kaufen, da sie öfter mal Pech mit ihnen hat. Petra liest immer ein Buch und vergisst dabei alles um sich herum. Oskar hat eine besondere Beziehung zu einer Gans, auf die es auch der Fuchs abgesehen hat und bei Sieglinde geschieht immer wieder etwas rund um ihr Auto. Jede Figur hat ihren eigenen Charakter, dem sie von Buch zu Buch treu bleibt. Man begegnet den Figuren nicht nur in jedem Buch wieder, sondern man kann auch in jedem einzelnen Buch viele Geschichten von ihnen verfolgen. Von Seite zur Seite rückt die Uhrzeit ein Stück vor und so kann man zum Beispiel den Weg von Lene zum Kindergarten verfolgen oder man sieht immer mehr Kinder, die sich auf dem Weg zum Laternenumzug machen. Auf diese Weise kann man sich jedes Mal eine andere Figur herauspicken, deren Geschichte man sich genauer anschauen will oder aber man betrachtet einfach die Seiten als Ganzes und guckt, was so alles am Bahnhof los ist. Eigentlich reicht auch schon ein Wimmelbuch aus dieser Reihe um sich lange mit den Bildern und Geschichten der Wimmlinger auseinanderzusetzen, doch wenn man einmal festgestellt hat, dass die Geschichten in den anderen Büchern fortgesetzt werden, dann muss man einfach alle fünf Bücher haben.

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Alles beginnt mit dem Winter-Wimmelbuch. Hier ist Tanja noch schwanger und die Bagger beginnen gerade erst mit den Erdarbeiten an der Stelle, an der der neue Kindergarten errichtet werden soll. Im Frühling ist dann schon die kleine Barbara auf der Welt, die ersten Mauern des Kindergartens stehen , Manfred und Elke lernen sich durch einen Zufall kennen und die Elster hat eine Mütze gefunden, die sie zu einem Nest umfunktioniert. Bis zum Herbst haben sich dann schon einige Dinge in diesem Netz gefunden, im Nacht-Wimmelbuch, welches im darauffolgenden Sommer spielt und die Reihe abschließt, sieht man, dass aus der Beziehung zwischen Manfred und Elke mehr geworden ist…

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Gerade wir Erwachsene haben bei jedem neuen Buch erst einmal geschaut, was es neues zu entdecken gibt und wie es mit den Figuren, die einem so langsam ans Herz gewachsen sind, weitergeht. Wir hatten richtig viel Freude beim Herausfinden der ganzen Details. Kindern sind diese Zusammenhänge nicht direkt bewusst. Sie sehen noch nicht, dass hier innerhalb der Bücher und über die Bücher hinaus Geschichten erzählt werden, aber sie erkennen natürlich die Figuren wieder, worüber sie sich freuen. Die Wimmelbücher sind auch schon für kleinere Kinder gut geeignet. Mit ihnen schaut man sich einfach die Seiten an und benennt Dinge und später kleinere Handlungen. So nach und nach kann man dann auch die eine oder andere Geschichte verfolgen, so dass die Bücher über einen längeren Zeitraum immer wieder interessant sind. Bücherwürmchen mochte eine ganze Zeit lang besonders gerne das Nacht-Wimmelbuch, welches gar nicht so wimmelig ist, bei dem aber die Polizei eine große Rolle spielt. Erst stoppt die Polizei Frank, der ohne Licht Fahrrad fährt und später wird sie noch zu einem Einbruch gerufen. Für Kinder reichen kleine Dinge aus, um ein Buch für sie spannend zu machen. Als Bücherwürmchen kleiner war, haben wir zum Beispiel einfach den Papagei Nico, der im Winter und im Herbst aus seinem Käfig ausgebüxt ist, auf jeder Seite gesucht.

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Mittlerweile gehören die Wimmelbücher von Rotraut Susanne Berners bereits zu den Klassikern unter den Wimmelbüchern und das zu Recht! Sie zeigen genau das auf, was ein gutes Wimmelbuch ausmacht und man hat lange Spaß an ihnen. Von mir gibt es eine ganz klare Empfehlung für diese Reihe!

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Winter-Wimmelbuch von Rotraut Susanne Berners, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5033-6, 12,90€

Frühlings-Wimmelbuch von Rotraut Susanne Berners, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5057-2, 12,90€

Sommer-Wimmelbuch von Rotraut Susanne Berners, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5082-4, 12,90€

Herbst-Wimmelbuch von Rotraut Susanne Berners, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5101-2, 12,90€

Nacht-Wimmelbuch von Rotraut Susanne Berners, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5199-9, 12,90€

Lieder für das ganze Jahr

Wer mit Kindern singt, ist immer wieder auf der Suche nach Liedern, die gut zu bestimmten Gelegenheiten oder einfach zu den jeweiligen Jahreszeiten passen. Hilfreich bei dieser Suche können die Jahreszeiten-Hits von Reinhard Horn sein. Auf 4 CDs sowie in einem gleichnamigen Buch sind zahlreiche Lieder zu Frühling, Sommer, Herbst und Winter in „Meine Jahreszeiten-Hits“ zusammengestellt worden.

Im Prinzip erwartet einen hier rein musikalisch nichts Neues oder Überraschendes. Es ist die Art von Kindermusik, die man häufig zu hören bekommt. Viele fröhliche Lieder, von Kindern und Reinhard Horn eingesungen, begegnen einem auf den CDs. Für Eltern können diese CDs durchaus manchmal etwas nervig werden, aber Kinder mögen diese Lieder natürlich. Die Mischung der Lieder gefällt mir allerdings ganz gut. Man findet hier sowohl neuere Lieder von Reinhard Horn selbst, als auch einige traditionelle Lieder wie „Alle Vögel sind schon da“, „Heut ist ein Fest bei den Fröschen am See“, „Hejo, spann den Wagen an“ oder „Schneeflöckchen, Weißröckchen“. Es fehlen natürlich jahreszeitliche Lieder von anderen Kindermusikern, so dass es letztendlich keine komplette Jahreszeiten-Liedersammlung darstellen kann.

In den Liedern von Reinhard Horn werden verschiedene Aspekte und mögliche Aktivitäten der Jahreszeiten hervorgehoben. Mit Gummistiefeln in Pfützen platschen, Koffer für den Urlaub packen, Drachen fliegen fröhlich im Wind und der Schneemann tanzt Rock `n‘ Roll. Ganz nett ist auch die Idee, dass ein Lied in jeder Jahreszeit leicht abgeändert gesungen werden kann: Vom kleinen braunen Bär gibt es ein Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Winterlied.

Sehr gut gefällt mir, dass jede Jahreszeit ihre eigene CD bekommen hat, so dass man es als Eltern gut steuern kann, dass man bei sommerlicher Hitze keine Weihnachtslieder hören muss. Momentan läuft bei uns also die Sommer-CD, von der wir ständig „Drei Schweine saßen an der Leine, saßen an der Leine, saßen an der Leine…“ als Ohrwurm im Kopf haben. Die einzelnen CDs sind nicht besonders umfangreich, ca. 40 Minuten Spielzeit. Hier hätte man vielleicht noch ein paar Lieder mehr drauf packen können. Schön ist aber, dass sich die Liedtexte komplett in den Booklets befinden. Dem Mitsingen steht also auch wenn man das Buch nicht besitzt, nichts im Wege. Das Buch liefert einem dann jedoch noch zusätzlich die Noten sowie die dazugehörigen Akkorde, so dass man bei entsprechenden Kenntnissen, die Lieder auf Klavier und mit Gitarre begleiten und selber singen kann. Dabei muss man sagen, dass die Tonarten so gewählt sind, dass die Lieder sich gut spielen und singen lassen. Die Lieder sind alle in einer angenehmen Tonhöhe bzw. in einem angenehmen Tonumfang geschrieben, der sowohl Kindern als auch mitsingenden Erwachsenen entgegen kommt. Im Übrigen werden in dem Buch zu einigen Liedern Spiel- und Tanzideen vorgestellt, die sich gut in Gruppen und für Vorführungen umsetzen lassen.

Das Cover, bei dem jede Jahreszeit mit einem Foto vertreten ist, kann mich leider überhaupt nicht überzeugen, was aber natürlich letztendlich für den Inhalt völlig egal ist. Auf mich macht es den Eindruck, als wäre es vor 20 Jahren oder so erstellt worden. Mein Mann kann diesen Eindruck jedoch keineswegs bestätigen. Für ihn werden eher SuperRTL-Assoziationen geweckt… Naja, wie gesagt, das ist nur etwas Äußerliches, aber natürlich ist der erste Eindruck auch nicht ganz unbedeutend. Die Illustrationen in dem Buch wirken ein wenig Clip-Art-mäßig, sind aber soweit in Ordnung und lockern das Ganze ein wenig auf. Passend zu den Liedern gibt es ein paar kleinere Bildchen rund um die Noten und Strophen: Blümchen, Schneeflocken, Muscheln, Eis etc. Im Gegensatz zu dem bunten Cover sind die Illustrationen in dem Buch in schwarz-weiß gehalten.

Insgesamt erhält man mit „Meine Jahreszeiten-Hits“ eine nette Sammlung an Liedern für alle Gelegenheiten, allerdings gefallen mir andere Werke von Reinhard Horn doch noch ein bisschen besser (z.B. Klassenhits, Bibelhits oder aber auch die Bücher für die ganz Kleinen). Die Jahreszeiten-Hits sind mir persönlich dann doch ein wenig zu „überdreht gut gelaunt“.

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Meine Jahrezeiten Hits von Reinhard Horn

4 CDs, Kontakte Musikverlag 2015, 25,90€ (die CDs können übrigens auch einzeln erworben werden)

Buch, Kontakte Musikverlag 2015, ISBN: 978-3-89617-279-2, 15,80€

 

Top Ten Thursday: 10 Bücher, die im Sommer spielen

Top Ten Thursday

Auch wenn wir gerade mitten im Frühjahr sind, ist es nicht schlecht, wenn man sich schon mal überlegt, welche Bücher passend zum Sommer sind. Somit kommt auch die Aufgabe des Top Ten Thursdays genau richtig: 10 Bücher, die im Sommer spielen

Es war gar nicht so einfach, die Bücher zusammen zu bekommen. Ein paar Bücher kamen mir sofort in den Sinn, aber dann musste ich doch in meinem Bücherregal ein wenig stöbern, wobei mich dabei vor allem die Bücher, in denen es um Strand und Meer geht, anzogen. Auch wenn ich schon zu allen Jahreszeiten am Meer war, gehört für mich Sommer und Meer untrennbar zusammen. In einigen Büchern wird die Jahreszeit gar nicht groß thematisiert, aber durch die getragene Kleidung der Figuren habe ich dann einfach mal auf eine warme, sommerliche Jahreszeit geschlossen…

 

Hier nun meine Liste (Über viele der Bücher habe ich bereits etwas geschrieben. Klickt einfach auf den Titel und ihr werdet zu der Buchvorstellung geleitet.):

1. Ferien auf Saltkrokan von Astrid Lindgren – Eine tolle Sommer-Feriengeschichte, die auf einer der wunderbaren Schären-Inseln vor Stockholm spielt.

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2. Ronja Räubertochter von Astrid Lindgren – Das Buch spielt nicht nur im Sommer, aber gerade der Sommer, in dem Ronja gemeinsam mit Birk in einer Bärenhöhle verbringt, ist so sommerlich und voller sommerlicher Zutaten, dass mir dieses Buch einfach direkt eingefallen ist.

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3. Sommer-Wimmelbuch von Rotraut Susanne Berner – Klar, hier geht es eindeutig um den Sommer und wir dürfen erfahren, was die Bewohner von Wimmlingen im Sommer so alles treiben.

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4. Stinas Sommer von Lena Anderson – Eine herrliche Sommergeschichte, in der ein Kind den Sommer mit ihrem Opa genau so erlebt, wie jedes Kind dies gerne tun würde.

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5. Lulu & Pip von Nina Gruener und Stephanie Rausser – Ein kindliches Sommerabenteuer mit zelten, Lagerfeuer, auf Bäume klettern etc., erzählt durch wunderschöne Fotos.

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6. Mein Esel Benjamin von Hans Limmer– Ein alter Klassiker, aber immer noch wunderschön!

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7. Wie Mücke Micha rettete – Auch dies ist ein altes Buch mit schwarz-weiß Fotos. Dass dieses Buch im Sommer spielt ist ganz klar: Micha fährt in den Ferien mit seinen Eltern und seinen Hund Mücke ans Meer.

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8. Heiner und seine Hähnchen von Benno Pludra – In der Geschichte von Heiner (in kurzen Sachen gekleidet) und seinen Hähnchen geht es ebenfalls an den Strand und ans Meer und die tollen Bilder lassen einen das Meer beinahe riechen.

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9. Emily, der Wind und die Wellen von Andrea Reitmeyer – Dieses Buch wirkt nicht direkt sommerlich, aber Emily ist bei ihrem Ausflug an den Strand sommerlich gekleidet. Und dass sie dort von starkem Wind und Regen überrascht wird, kann am Meer auch im Sommer passieren. Ein Buch mit lehrreichem Inhalt und vor allem wunderschönen Bildern!

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10. Mein Insel-Wimmelbuch Norderney von Joachim Krause – Wann fahren die meisten Touristen nach Norderney? Im Sommer! Also spielen sich die Szenen auf den Wimmelbuchseiten auch im Sommer ab, was unter anderem auch durch die Kleidung ersichtlich wird.

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Welche Kinderbücher fallen euch direkt ein, wenn ihr an den Sommer denkt?

Weitere Listen, die im Rahmen des Top Ten Thursdays entstanden sind, findet ihr HIER.

Das Buch macht Lust auf Frühling und Unternehmungen

Wir durften bereits ei ersten richtig warmen Tage in diesem Jahr erleben. Warme, frühlingshafte Tage, die Lust auf Aktivitäten draußen machen. Auch Familie Maus möchte da etwas unternehmen und so machen sich alle Mäuse direkt an die Vorbereitungen, als Papa Maus vorschlägt, ein Picknick zu machen. Und wie es dann zugeht, wenn 14 Mäuse durch Wald und Feld ziehen, können wir in dem Buch „Familie Maus macht Picknick“ sehen. Es gibt nicht nur viele Tiere und Pflanzen zu entdecken, sondern auch das eine oder andere kleine Abenteuer zu erleben. So klettern und springen die Mäuse um die Wette und einige versuchen selbst den Bach mit einem mutigen Sprung zu überwinden, was jedoch nicht allen gelingt, so dass einen Maus den weiteren Weg in Unterwäsche zurücklegen muss. Das Picknick im Gras ist dann natürlich besonders schmackhaft. Oh ja, da bekommt man selbst Lust darauf ein paar Leckereien in den Rucksack zu packen und in die Natur hinaus zu ziehen.

Die Geschichte von Familie Maus ist eine fröhliche, einfache Erzählung, die uns eine schöne Unternehmung innerhalb einer Familie zeigt. Hier wird kein großes, außergewöhnliches Abenteuer erzählt, sondern es geht um einen Ausflug, den jeder ohne aufwändige Vorbereitungen durchführen kann und der dennoch viele besondere Momente bereit hält. Und gerade das macht die Geschichte besonders. Aus einer kleinen Sache, einem Picknick im Grünen, wird ein fröhlicher Tag voller Lebensfreude und Entdeckungen, der mit Geld nicht zu bezahlen ist.

Hinzu kommt natürlich, dass die Bilder von Familie Maus wie immer äußerst bezaubernd sind und lange in einem nachwirken. Ich weiß, dass in meiner Kindheit meine Schwester mal ein Buch von Familie Maus hatte. An die Geschichte kann ich mich nicht mehr erinnern, aber die Bilder habe ich noch vor Augen und die Gefühle, die daran geknüpft sind, sind durchweg positiv.

Die vermenschlichten Mäuse sind niedlich und putzig dargestellt, passend zum Frühling herrschen auf vielen Seiten Grüntöne vor und Blüten und Blätter von Pflanzen sind recht ausdifferenziert. Auch wenn einzelne Bildelemente klar voneinander abgegrenzt sind, wirken die Bilder insgesamt sehr weich und die Mäuse heben sich teilweise nur leicht vor dem Wald und der Wiese ab.

Der kurze Text, der die Geschichte erzählt, ist in einer angenehmen Reimform geschrieben, aber die Seiten werden in erster Linie von den Bildern dominiert.

Ich freue mich jedenfalls, dass ich nun nach vielen Jahren mal wieder der Familie Maus begegnet bin! Vielleicht habt ihr ja auch Lust auf ein Frühlingspicknick – mit Familie Maus oder im nächsten Wald!

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Familie Maus macht Picknick von Kazuo Iwamura und Rose Pflock (Reime), NordSüd-Verlag, ISBN: 978-3-314-10266-0, 14,99€

Reime und Bilder bringen Kindern die Monate näher

Nachdem ich euch gestern bereits drei Pappbilderbücher vorgestellt habe, bleibe ich heute mal bei diesem Thema und stelle euch ein weiteres Buch vor: „Reim dich durch den Januar und den Rest vom ganzen Jahr“. Dass ich dieses Buch mögen würde, war mir eigentlich schon von Anfang an klar, denn auch die ähnlich aufgebauten Bücher der Autorin Daniela Kulot „Reim dich nett ins Bett“ und „Zähl dich nett ins Bett“ haben mir wirklich gut gefallen. Nun also ein Buch mit Reimen zu den Monaten, also auch noch ein Buch für Bücherwürmchen, auch wenn der Text nur aus Zweizeilern besteht. Das gefällt mir an diesen Büchern sowieso so gut: Sie eignen sich durch ihren einfachen Aufbau und die Bilder, die die Seiten dominieren, bereits für Zweijährige, sind aber vom Inhalt her (Reime, Zahlen, Monate/Jahreszeiten) auch noch für Vierjährige interessant. Bücherwürmchen schaut sich dieses Buch, wie gesagt, noch gerne an, erfreut sich an den Reimen und Bildern und versteht immer mehr, wie sich das Jahr zusammensetzt. Die Jahreszeiten kennt er mittlerweile sowieso schon sehr gut und mit Hilfe dieses Buches wird ihm von Mal zu Mal nicht nur klarer, was in ihnen passiert, sondern auch welche Monate zu ihnen gehören. Am Rand jeder Seite steht die dazugehörige Jahreszeit, welche farblich hinterleg ist, so dass auch Kinder sie erkennen können. Der Winter ist blau hinterlegt, der Frühling grün, der Sommer rot und der Herbst gelb. Ich hatte mit meinem kritischen Blick natürlich direkt zu meckern, dass das rot für mich eher herbstlich als sommerlich aussieht, aber mein Mann fand es durchaus passend und auch Bücherwürmchen hat die Farbgebung protestlos so hingenommen. Er hat auf jeden Fall sehr schnell verstanden, dass er durch den Rand erkennen kann, um welche Jahreszeit es sich handelt. Besonders freut er sich ansonsten über die verliebten Maikäfer, denn diese flitzen in seinem Geburtstagsmonat durch die Gegend, er will jedes Mal wissen, warum der Kater im August von Himbeereis träumt, er vermutet, dass der Herbst auf der Leiter, die Bäume im September angemalt hat und sich bei dem einem Baum mit der Farbe (blau) vertan hat (hier hat er noch das Buch/Gedicht „Der Herbst steht auf der Leiter“ im Kopf) und er freut sich darüber, dass es im Dezember auch einen Mäuse-Nikolaus gibt. Es gibt in dem Buch also einiges zu entdecken und im Fall meines Sohnes auch zu besprechen und zu diskutieren…

Die Bilder, die sehr klar und nicht überladen sind, stecken wieder voller Witz, sind fröhlich und bunt und veranschaulichen die Reime auf humorvolle Art und Weise. Ich kann also nur sagen: Wieder ein sehr schönes, empfehlenswertes Buch der Autorin Daniela Kulot.

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Reim dich durch den Januar und den Rest vom ganzen Jahr von Daniela Kulot, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5851-6, 9,95€

Mottotag mit Geschichte: Herbst

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Gestern habe ich mit Bücherwürmchen einen tollen „Herbsttag“ gemacht. Wir haben ganz viel zum Thema Herbst unternommen. Es war ein richtig schöner Tag, zum Nachmachen zu empfehlen. 🙂

Eigens für diesen Tag habe ich eine kleine Geschichte geschrieben, die uns den Tag über begleitet hat. Gerne möchte ich euch hier die Geschichte und unseren Tag ein wenig vorstellen:

Kennst du schon Anton? Nein? Dann wird es aber höchste Zeit. Anton ist nämlich ein pfiffiger, kleiner Junge, der jede Menge Abenteuer erlebt.

Neulich war es wieder mal soweit. Anton langweilte sich schon eine ganze Weile und wollte endlich mal wieder etwas Spannendes erleben. Er saß im Wohnzimmer auf dem Sessel und wackelte mit seinen Füßen hin und her. „Was kann ich denn nur machen?“ überlegte er. Auf einmal sprang er auf. „Jetzt weiß ich es!“ rief Anton begeistert. „Heute werde ich den Herbst kennen lernen!“ Vor ein paar Tagen hatte Anton das Buch „Der Herbst steht auf der Leiter“ gelesen und nun war er neugierig, wo der Herbst war, wie er aussah und wer der Herbst eigentlich ist. Kennst du das Buch „Der Herbst steht auf der Leiter“? Vielleicht hast du ja Lust es noch einmal zu lesen und dann kannst du gemeinsam mit Anton auf die Suche nach dem Herbst gehen.

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Wo suchte man am besten nach dem Herbst? „Das ist doch einfach!“ Anton lief rasch in den Flur, riss die Jacke vom Haken und schlüpfte schnell in seine Gummistiefel. „Der Herbst ist natürlich draußen! Da werde ich ihn bestimmt finden.“ Nur mit Mühe bekam Anton die Tür auf. Ein Windstoß kam gerade vorbei und drückte sie beinahe wieder zu, aber Anton lehnte sich mit dem ganzen Körper gegen die Tür und schob sie mit ganzer Kraft auf. Endlich war er draußen. Etwas suchend sah er sich um und lief dann erst einmal durch die Pfützen, die sich auf der Straße gebildet hatten. Hui, und durch die nächste Pfütze. Das spritzte ordentlich! Wie gut, dass er Gummistiefel anhatte! Anton spielte eine ganze Weile an den Pfützen bis ihm wieder einfiel, was er draußen machen wollte. „Herbst!“ rief er so laut er konnte. „Herbst, wo bist du?“ Obwohl Anton richtig laut rief, konnte man ihn kaum hören, denn der Wind pfiff durch die Straßen. Er wirbelte die Blätter auf und schüttelte einige kleine Zweige von den Bäumen. Anton sah hinauf zum großen Kastanienbaum. Vielleicht stand der Herbst ja dort auf seiner Leiter um die Blätter anzumalen? Nein, die Blätter waren schon bunt und weit und breit war keine Leiter zu sehen. Enttäuscht bückte Anton sich und steckte eine Kastanie in seine Jackentasche. Wo konnte er jetzt noch nach dem Herbst suchen? Er antwortete ihm ja nicht.

Geh doch auch nach draußen und hilf Anton beim Suchen. Vielleicht entdeckst du ja auch ein paar Pfützen und kannst dort ein wenig spielen.

Nachdem Bücherwürmchen ordentlich durch die Pfützen gelaufen ist, haben wir natürlich auch nach dem Herbst gesucht. Wir haben ganz viele schön „angemalte“ Blätter entdeckt und überall nach einer Leiter Ausschau gehalten. Und einmal dachten wir schon, dass wir den Herbst gefunden hätten. Aber leider war es nur ein Mann, der seine Hecke geschnitten hat… Bücherwürmchen rief auch laut nach dem Herbst, dennoch blieb unsere Suche erfolglos. Am Ende meinte Bücherwürmchen, dass es den Herbst ja auch eigentlich gar nicht gibt. Als ich ihn dann fragte, wer denn dann die Blätter anmale, sagte er: „Das geht von alleine. Das macht der echte Herbst, der auch die Zweige runter schüttelt. Der Baum ist eigentlich der echte Herbst.“

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Als es anfing zu regnen, lief Anton zurück nach Hause. Vielleicht war es dem Herbst draußen ja auch zu ungemütlich und er hatte sich ins Haus verkrochen. Anton wollte sich jetzt jedenfalls erst einmal aufwärmen. Er rieb seine Hände aneinander: „Brrr, ganz schön kalt draußen. Wie gut, dass Mama und Papa im Ofen ein Feuer angemacht haben.“ Seine Mama kam in den Flur und räumte seine nassen Sachen weg. „Komm rein, Schatz. Ich habe eine gute Idee, wie wir dich wieder warm bekommen!“

„Wie denn?“ fragte Anton neugierig.

Mama hielt eine große Flasche hoch: „Kinderpunsch! Den mache ich dir jetzt auf dem Herd warm und dann kannst du ihn gemütlich auf dem Sofa trinken und dir ein paar Bücher anschauen.“

„Jaaa!“ rief Anton. „Und ich weiß auch schon, welche Bücher ich mir dann anschaue: Herbstbücher! Vielleicht weiß ich dann, wo und wie ich den Herbst finden kann!“

Möchtest du es genauso wie Anton machen? Einen Kinderpunsch trinken und Herbstbücher anschauen? Ich bin gespannt, was du dabei so alles über den Herbst herausfinden wirst.

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Auf den Kinderpunsch hat Bücherwürmchen sich schon seit Tagen gefreut und ihn auch ganz in Ruhe auf dem Sofa getrunken.

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Wir haben uns sehr viele Herbstbilderbücher angeschaut, u.a. das Herbst-Wimmelbuch, das herbstliche Buch von Pettersson und Findus und auch den entsprechenden Teil im Jahreszeitenbuch. Da wir dann noch etwas Zeit hatten, haben wir noch Herbst- und Sankt Martin-Lieder gesungen und anschließend in Bücherwürmchens Zimmer mit Playmobil, Duplo und Schleichtieren einen Herbstwald aufgebaut. Bei Bücherwürmchen durften jedoch auch ein Hai und eine Seerobbe mit in den Wald, denn schließlich war es ein „besonderer Herbstwald“.

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Mmm, der Kinderpunsch schmeckte richtig lecker. Anton leckte sich die Lippen ab. Vor ihm lag ein ganzer Stapel Herbstbücher, die er sich alle angeschaut hatte. Leider konnte er sich jetzt kein weiteres Buch mehr anschauen, denn Papa hatte ihn bereits drei Mal zum Mittagessen gerufen. „Aber ich wollte doch noch ein Buch gucken“ jammerte Anton. „Wie soll ich denn sonst den Herbst finden?“

„Vielleicht kannst du ihn beim Mittagessen entdecken. Es gibt heute Kürbis. Das passt doch auch zum Herbst.“ meinte Papa.

Guck doch mal, in deine Küche. Gibt es dort auch ein richtiges Herbstessen zu essen?

Klar, gab es richtiges Herbstessen: Der Papa hat mit Hackfleisch gefüllte Kürbisse gekocht!

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Nach dem Mittagsschlaf wollte Anton weiter nach dem Herbst suchen. Irgendwo musste er sich doch verstecken. „Mama, hast du eine Idee, wo ich nach dem Herbst suchen kann? Ich habe schon überall geguckt, aber ihn nirgendwo entdeckt!“

„Hm, da muss ich mal überlegen. Aber weißt du was? Bevor wir weiter suchen, backen wir jetzt erst einmal Maronenmuffins, damit wir uns bei der Suche nachher ein wenig stärken können.“ schlug Mama vor.

„Maronen? Was ist denn das?“ wollte Anton wissen.

„Das sind Esskastanien. Die passen ja auch gut zum Herbst. Vielleicht bringen sie uns sogar auf seine Spur.“

Hast du auch Lust Maronenmuffins zu backen? Wie die wohl schmecken?

Rezept aus: „Das große Wimmel-Kochbuch

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Das leckere Ergebnis:

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„Mama, kannst du auch schon die Muffins riechen?“ Anton schaute hungrig auf den Backofen. „Das riecht schon richtig lecker.“

„Stimmt, aber bis wir sie essen können, dauert es noch ein bisschen.“ meinte Mama und räumte die letzten Sachen in der Küche auf.

„Am besten gehe ich nachher noch mal nach draußen um nach dem Herbst zu suchen. Eigentlich ist der Herbst doch draußen, oder?“ überlegte Anton erneut.

„Da hast du wohl recht. Gleich wird es aber schon dunkel. Lass uns doch eine Laterne basteln, dann kann sie dir den Weg leuchten.“

„Au ja, dann können wir Sankt Martin spielen.“ rief Anton begeistert und summte sofort die Melodie von „Sankt Martin“ vor sich hin.

Bastelst du dir auch eine Laterne?

Klar, dass wir uns auch eine Laterne gebastelt haben. Die Blätter dafür haben wir schon vor ein paar Tagen gesammelt und gepresst. Der Käse von der Käseschachtel liegt noch zum Teil imKühlschrank. 😉

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Stolz betrachtete Anton die fertige Laterne: „Die sieht toll aus!“ Mama und Papa fanden das auch. Aber jetzt gab es erst einmal die Muffins, die schon warm und duftend auf dem Tisch standen.

„Jetzt bin ich aber mal gespannt, was ihr hier leckeres gebacken habt.“ sagte Papa und nahm sich einen Muffin. Nachdem er abgebissen hatte, nickte er: „Mmm, lecker!“

Auch Mama und Anton schmeckten die Muffins. Aber dann wollte Anton nicht länger drinnen bleiben. Er wollte nun endlich seine Laterne ausprobieren, Lieder singen und draußen noch einmal nach dem Herbst schauen. Mama und Papa sollten dieses Mal aber mitkommen. Vielleicht würden sie zu dritt, den Herbst besser entdecken.

Was meinst du, haben sie den Herbst gefunden? Geh doch auch mit deiner Laterne nach draußen und sing ein paar Sankt Martins- und Herbstlieder. Vielleicht findest du den Herbst ja?

Leider nieselte es ein wenig, als wir unterwegs waren. Das hielt uns jedoch nicht davon ab lauthals mehrfach hintereinander „Sankt Martin“ zu singen. 😉

„Weißt du was, Mama?“ fragte Anton, als er am Abend ins Bett gehen sollte. „Ich habe den Herbst zwar nicht richtig gesehen, aber ich glaube, ich kenne ihn jetzt trotzdem.“

„Ja? Magst du mir denn auch erzählen, wer der Herbst ist?“ wollte Mama wissen, denn natürlich war auch sie neugierig auf den Herbst.

Anton nickte: „Ja, der Herbst ist nass und windig und bunt und der Herbst hat ganz viele Blätter und Kastanien und Bucheckern. Ich glaube, die Blätter sind die Haare vom Herbst und die Kastanien sind sein Geld.“

„Das ist ja interessant.“ Gespannt hörte Mama Anton zu.

„Ja, aber der Herbst hat noch viel mehr. Er hat auch Kürbisse und Obst und er braucht ein warmes Feuer, da er sonst friert. Überall, wo der Herbst ist, ist es nämlich ein bisschen kalt.“

Mama nickte. Wenn sie an den kalten Tag dachte, konnte sie es gut verstehen, wenn sich der Herbst über ein Feuer freute.

„Manche Leute denken vielleicht, dass der Herbst nicht so fröhlich ist, weil um ihn herum manchmal so grauer Nebel ist, aber eigentlich stimmt das gar nicht. Der Herbst kann nämlich auch ganz toll feiern, Sankt Martin zum Beispiel. Und er freut sich immer, wenn wir die Lieder von ihm singen. Singst du noch mal ein Herbstlied mit mir?“ bat Anton seine Mama. Mama strich ihrem Jungen kurz über den Kopf und lachte: „Klar, das machen wir. Das ist schön, wenn wir dem Herbst eine kleine Freude machen können!“

Und du? Weißt du nun auch, wer der Herbst ist?

Bücherwürmchens Antwort: „Ja, der Papa!“

Am Schluss wurde der schöne Tag noch kurz dokumentarisch in unserem „Familienbuch“ festgehalten:

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