Viele Missgeschicke am Strand

Herrlich! Ein tolles Buch! Wunderbar poetisch? Weiß ich nicht, aber auf jeden Fall sehr gut gemacht! Die Rede ist von „Monsieur Hulot am Strand“. Im Klappentext wird von „wunderbar poetischen Bildern“ gesprochen. Warum diese Bilder nun poetisch sind, kann ich persönlich nicht sagen, aber ich kann dem Klappentext insofern zustimmen, dass ich in Monsieur Hulot ebenfalls einen „liebenswürdigen und zugleich tollpatschigen Helden“ sehe. Bisher ist mir Monsier Hulot noch nicht über den Weg gelaufen, auch wenn es scheinbar Filme über ihn gibt, doch mit diesem Buch bin ich direkt ein Fan von ihm geworden.

Wie der Titel es bereits verrät, verbringt Monsieur Hulot hier einen Tag am Strand. Gut gelaunt betritt er mit voller Ausrüstung (Liege, Sonnenschirm, Kescher etc.) den Strand, doch bereits beim Aufstellen der Liege gibt es die ersten Probleme. Schließlich liegt Monsieur Hulot verkehrt herum auf dieser und schon bekommt er einen Ball ins Gesicht. Beim Versuch diesen dem Jungen zurück zu schießen, folgt dem Ball ein Schuh Monsieur Hulots. Er landet im Wasser. Ein Missgeschick reiht sich an das nächste und so gibt es viel zu gucken und zu lachen.

Nicht jeder Witz wird von den Kindern auf demnersten Blick erkannt, aber im großen und ganzen wird die Geschichte von Monsieur Hulot mehr als verständlich allein durch die schwarz-weißen Bilder erzählt. Texte fehlen hier völlig, so dass Eltern und Kinder hier selbst zu Erzählern werden und vor allem gemeinsam über die vielen lustigen Szenen lachen. Überall gilt es zu entdecken, was Monsieur Hulot hier nun wieder passiert ist. Gerade diese kleinen Missgeschicke (eine Möwe, die den Schuh mopst, der Drachen, der die Zeitung mitnimmt, die Verwechslung einer Muschel mit der Pfeife etc.), die aber letztendlich nicht weiter schlimm sind und niemandem weh tun, treffen genau den Humor von Kindern, aber auch ich finde diese Geschichte einfach herrlich. Ja, Monsieur ist wirklich äußerst liebenswert und man kann ihn beinahe bedauern, aber letztendlich macht er einem dafür einfach viel zu viel Freude.

Dieses Buch, das ein bisschen wie ein Stummfilm wirkt, kann man sich jederzeit sehr gut anschauen. Es macht immer Spaß, aber gerade jetzt in der Sommerzeit ist es genau die passende, vergnügliche Lektüre, die man am Strand doch gerne dabei hat.

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Monsieur Hulot am Strand von David Merveille nach Jacques Tati, NordSüd Verlag, ISBN: 978-3-314-10338-4, 16,99€

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Wie wird man nur ein Stinktier wieder los?

Welch geniales Buch! Welch herrlich skurriles Buch! Kurze, aber treffende Zusammenfassung des Inhalts von Bücherwürmchen: „Ein Stinktier rennt hinter einem Mann her und später läuft der Mann hinter dem Stinktier her.“ Diese Aussage traf Bücherwürmchen nachdem er sich das Buch „Das Stinktier“ zum ersten Mal angeschaut hat und den Text noch nicht kannte, aber eigentlich ist damit tatsächlich schon alles gesagt.

Eines Tages sitzt auf einmal ein Stinktier vor der Tür des  Mannes und egal, wohin der Mann geht – das Stinktier folgt ihm. Nicht einmal mit einem Taxi kann der Mann das Stinktier austricksen. Es nimmt einfach das nächste Taxi. Selbst in der Oper taucht es neben dem Mann auf. Erst auf der Flucht durch die Kanalisation kann der Mann das Stinktier loswerden. Es verschwindet aus seinem Leben, dafür tauch mit der Zeit Fragen wie „Was es [das Stinktier] wohl macht?“ auf. Und so macht sich der Mann auf die Suche nach dem Stinktier…

Die Idee dieses Buches hat mir von Anfang an gefallen, aber ich war mir nicht ganz sicher, wie das Buch bei meinem Sohn ankommen würde. Die Illustrationen kommen für ein Bilderbuch wenig bunt daher und erinnern fast an einen Comic bzw. an einen Zeichentrickfilm. Geht es um den Mann und das Stinktier werden nur die Farben schwarz, weiß, rot und eine Art „Fleischfarbe“ verwendet. Das Stinktier ist von Natur aus schwarz-weiß, der Mann trägt einen entsprechenden Anzug mit Hemd. Die Nase des Stinktiers und die Fliege des Mannes sind rot.

Die ganze Geschichte wird zwar auch mit Worten, aber auch anhand der Bilder, die alle Szenen darstellen, erzählt. Die Sätze sind sehr kurz und bestehen häufig nur aus Hauptsätzen. Viele Sätze beginnen entweder mit „das Stinktier“ oder „ich“, so dass die Wechselbeziehung zwischen den beiden unterstrichen wird. Rennt der Mann, so tut es eben auch das Stinktier.

Ich habe an diesem Buch einen Riesenspaß. Und wie sieht es nun bei meinem Sohn aus? Auch er findet das Buch richtig klasse. Über die Stinktier-Verfolgung muss er an vielen Stellen herzhaft lachen. Das Buch trifft genau seinen Humor, was mich riesig freut.

Das Stinktier“ ist einfach ein herrliches Buch für Große und Kleine!

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Das Stinktier von Mac Barnett und Patrick McDonnell, Tulipan Verlag, ISBN: 9783864292781, 13€

Ein großer Spaß: Lauter verrückte Berufe

Letztes Jahr hat Bücherwürmchen zu Weihnachten ein Jahres-Abo der Bilderbuchzeitschrift Gecko bekommen. Jedes Mal war natürlich die Freude groß, wenn eine neue Ausgabe im Briefkasten gelandet ist. An vielen Geschichten darin hatte er viel Spaß, unter anderem auch an den Beschreibungen der „verrückten Berufe“ und so haben wir uns sehr darüber gefreut, dass diese Geschichten mit weiteren Geschichten in dem Buch „Der Wolkenkratzer schwingt die Bürste. Wirklich verrückte Berufe“ herausgekommen sind. Hier wird toll mit Sprache gespielt. Der Autor hat sich einige Wörter herausgepickt, die durchaus wie die Bezeichnung eines Berufes klingen könnten, und sich einen Beruf und die dazugehörigen Aufgaben ausgedacht. Was macht wohl ein Wolkenkratzer? Klar, er kratzt die Wolken, die es juckt. Bevor man in einem See schwimmen geht, sollte man darauf achtgeben, dass dieser nicht zuvor einem Seeräuber zum Opfer gefallen ist, und wenn man einen Regenschauer in seiner Nähe hat, dann kann man auf die Wettervorhersage im Fernsehen gut verzichten. Das Buch macht einfach nur Spaß. Natürlich wurden die Berufe auch toll verbildlicht, wobei der Spaß an den ganzen verrückten Ideen, auch den Bildern anzumerken ist. Es ist ein Buch, in dem die Fantasie groß geschrieben wird, ein Buch, in dem verrückte Gedanken zugelassen werden, ein Buch, das geradezu dazu auffordert, selbst mit Sprache zu spielen und kreativ zu werden und natürlich ist es ein Buch, das einen beim Lesen laut lachen und schmunzeln lässt. Ja, an diesem Buch haben sowohl Kinder als auch Erwachsene Spaß. Nicht alles ist für kleinere Kinder direkt zu verstehen. Es ist eher ein Buch für Kinder im Vorschul- und Grundschulalter, aber Bücherwürmchen hat von Anfang an gemerkt, dass hier jede Menge Witz drin steckt. Oftmals kannte er nicht die Originalbedeutung der verwendeten Begriffe, so dass der Wortwitz nicht so deutlich herauskam, aber nach kurzer Aufklärung hatte er insbesondere am Zitronenfalter und am Regenschauer sehr viel Spaß.

Dieses Buch macht Kindern umso mehr Spaß desto fitter sie bereits in der Sprache sind. Ein großer Wortschatz ist hier durchaus von Vorteil, aber wer sich gerne auf kleine Sprachspielereien einlässt und Spaß an verrückten Ideen und einem schrägen Humor hat, für den ist dieses Buch einfach genial!

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Der Wolkenkratzer schwingt die Bürste. Wirklich verrückte Berufe von Hubert Schirneck und Ina Hattenhauer, Annette Betz Verlag, ISBN: 978-3-219-11646-5, 12,95€