Mit Wimmelbüchern durch das ganze Jahr

Vor circa einem Jahr habe ich auf meinem Blog ein paar Herbstbilderbücher vorgestellt. Darunter war natürlich auch das „Herbst-Wimmelbuch“ von Rotraut Susanne Berners. Heute möchte ich auf diese Wimmelbuchreihe noch einmal etwas genauer eingehen, denn erstens war es ein Wimmelbuch aus dieser Reihe, welches eine wahre Wimmelbuchlust in mir ausgelöst hat und zweitens finde ich diese Reihe auch äußerst empfehlenswert. Mittlerweile habe ich zwar viele sehr schöne und richtig tolle Wimmelbücher kennengelernt (siehe auch die Wimmelbuch-Übersicht auf meinem Blog), aber dennoch möchte ich euch auch weiterhin die Jahreszeitenwimmelbücher ans Herz legen.

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In dieser Reihe gibt es 5 Bücher, die sich auf die vier Jahreszeiten und ein Nacht-Wimmelbuch aufteilen. Das Besondere ist, dass es sich bei allen Bücher im Prinzip um die gleichen Bilder handelt. Auf der ersten Doppelseite befindet sich ein Wohnhaus, auf der zweiten ein Bauernhof und eine Tankstelle, weiter geht es mit dem Bahnhof, worauf das Kulturzentrum und der Kindergarten bzw. die Baustelle des neuen Kindergartens folgen, man bekommt den Marktplatz und anschließend das Kaufhaus zu sehen und am Ende des Buches darf man einen Blick auf den Park mit Spielplatz, Café und Teich werfen. Natürlich sind die Bilder jeweils den Jahreszeiten angepasst, so dass man erfahren kann, wie sich das Leben im Wimmlingen das Jahr über verändert. Aber nicht nur der Ort wird einem von Buch zu Buch vertrauter, man lernt auch die Figuren immer besser kennen. Bei Susanne spielt zum Beispiel jedes Mal die Kopfbedeckung eine Rolle. Sie liebt Mützen und Hüte, muss sich allerdings häufig neue kaufen, da sie öfter mal Pech mit ihnen hat. Petra liest immer ein Buch und vergisst dabei alles um sich herum. Oskar hat eine besondere Beziehung zu einer Gans, auf die es auch der Fuchs abgesehen hat und bei Sieglinde geschieht immer wieder etwas rund um ihr Auto. Jede Figur hat ihren eigenen Charakter, dem sie von Buch zu Buch treu bleibt. Man begegnet den Figuren nicht nur in jedem Buch wieder, sondern man kann auch in jedem einzelnen Buch viele Geschichten von ihnen verfolgen. Von Seite zur Seite rückt die Uhrzeit ein Stück vor und so kann man zum Beispiel den Weg von Lene zum Kindergarten verfolgen oder man sieht immer mehr Kinder, die sich auf dem Weg zum Laternenumzug machen. Auf diese Weise kann man sich jedes Mal eine andere Figur herauspicken, deren Geschichte man sich genauer anschauen will oder aber man betrachtet einfach die Seiten als Ganzes und guckt, was so alles am Bahnhof los ist. Eigentlich reicht auch schon ein Wimmelbuch aus dieser Reihe um sich lange mit den Bildern und Geschichten der Wimmlinger auseinanderzusetzen, doch wenn man einmal festgestellt hat, dass die Geschichten in den anderen Büchern fortgesetzt werden, dann muss man einfach alle fünf Bücher haben.

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Alles beginnt mit dem Winter-Wimmelbuch. Hier ist Tanja noch schwanger und die Bagger beginnen gerade erst mit den Erdarbeiten an der Stelle, an der der neue Kindergarten errichtet werden soll. Im Frühling ist dann schon die kleine Barbara auf der Welt, die ersten Mauern des Kindergartens stehen , Manfred und Elke lernen sich durch einen Zufall kennen und die Elster hat eine Mütze gefunden, die sie zu einem Nest umfunktioniert. Bis zum Herbst haben sich dann schon einige Dinge in diesem Netz gefunden, im Nacht-Wimmelbuch, welches im darauffolgenden Sommer spielt und die Reihe abschließt, sieht man, dass aus der Beziehung zwischen Manfred und Elke mehr geworden ist…

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Gerade wir Erwachsene haben bei jedem neuen Buch erst einmal geschaut, was es neues zu entdecken gibt und wie es mit den Figuren, die einem so langsam ans Herz gewachsen sind, weitergeht. Wir hatten richtig viel Freude beim Herausfinden der ganzen Details. Kindern sind diese Zusammenhänge nicht direkt bewusst. Sie sehen noch nicht, dass hier innerhalb der Bücher und über die Bücher hinaus Geschichten erzählt werden, aber sie erkennen natürlich die Figuren wieder, worüber sie sich freuen. Die Wimmelbücher sind auch schon für kleinere Kinder gut geeignet. Mit ihnen schaut man sich einfach die Seiten an und benennt Dinge und später kleinere Handlungen. So nach und nach kann man dann auch die eine oder andere Geschichte verfolgen, so dass die Bücher über einen längeren Zeitraum immer wieder interessant sind. Bücherwürmchen mochte eine ganze Zeit lang besonders gerne das Nacht-Wimmelbuch, welches gar nicht so wimmelig ist, bei dem aber die Polizei eine große Rolle spielt. Erst stoppt die Polizei Frank, der ohne Licht Fahrrad fährt und später wird sie noch zu einem Einbruch gerufen. Für Kinder reichen kleine Dinge aus, um ein Buch für sie spannend zu machen. Als Bücherwürmchen kleiner war, haben wir zum Beispiel einfach den Papagei Nico, der im Winter und im Herbst aus seinem Käfig ausgebüxt ist, auf jeder Seite gesucht.

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Mittlerweile gehören die Wimmelbücher von Rotraut Susanne Berners bereits zu den Klassikern unter den Wimmelbüchern und das zu Recht! Sie zeigen genau das auf, was ein gutes Wimmelbuch ausmacht und man hat lange Spaß an ihnen. Von mir gibt es eine ganz klare Empfehlung für diese Reihe!

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Winter-Wimmelbuch von Rotraut Susanne Berners, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5033-6, 12,90€

Frühlings-Wimmelbuch von Rotraut Susanne Berners, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5057-2, 12,90€

Sommer-Wimmelbuch von Rotraut Susanne Berners, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5082-4, 12,90€

Herbst-Wimmelbuch von Rotraut Susanne Berners, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5101-2, 12,90€

Nacht-Wimmelbuch von Rotraut Susanne Berners, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5199-9, 12,90€

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Ein typisches Kinderbuchthema: Freundschaften in der Nachbarschaft

Es gibt Inhalte in Kinderbüchern, die immer wieder, wenn sie gut erzählt werden, gut ankommen. Dazu gehört die Freundschaft von Kindern, die in einer Straße wohnen und gemeinsam eine Menge erleben. Ein bekanntes Beispiel für diese Art von Geschichten sind natürlich „Die Kinder aus Bullerbü“ von Astrid Lindgren. Eigentlich passiert hier nicht viel. Es werden nur die Erlebnisse der Kinder von den drei Bullerbü-Höfen im Verlauf des Jahres erzählt. Ähnlich ist dies bei den Kindern aus dem Möwenweg von Kirsten Boie und nun auch bei den Kindern aus dem Holunderweg. Alles letztendlich nichts neues, aber dennoch machen diese Bücher immer wieder viel Spaß. Warum? Weil es eben nah dran ist am Erleben der Kinder, weil viel aus ihrem Alltag erzählt wird bzw. weil man sich so ein Kinderleben einfach erträumt und gerne davon liest. „Die Kinder aus Bullerbü“ sind auch heute noch schön zu lesen und man bekommt durch diese Bücher einen verklärten Eindruck von Schweden und einer wunderbaren Kindheit, die es auf diese Art und Weise natürlich nicht (mehr) gibt. Von daher ist es gut, dass es auch Bücher gibt, die in einer ähnlichen Erzählstruktur näher an der heutigen Wirklichkeit dran sind. Ganz aktuell und auch noch jahreszeitlich passend ist das Buch „Herbst im Holunderweg“. Hier dürfen wir die Kinder Ida, Lennart, Ella, Malte und Bruno (und Klein-Olli und Lilly) durch den Herbst begleiten. Ich muss zugeben, dass es mir zunächst nicht so leicht fiel, die Kinder auseinander zu halten und in ihrer Art wieder zu erkennen, aber da muss man sich dann einfach einlesen. Ich glaube auch, dass Bücherwürmchen da tatsächlich schneller einen Durchblick hatte als ich. Jedenfalls ist diesem Buch deutlich anzumerken, dass es in einer anderen Zeit und an einem anderen Ort als die Bullerbü-Bücher spielt: Auch wenn die Freunde alle aus Deutschland kommen, so spielen auch Menschen aus anderen Kulturen in dem Buch eine Rolle, um die Ecke gibt es einen Tätowierladen, im Fernsehen läuft der Tatort, Klein-Ollis Eltern leben getrennt voneinander, die Familien leben in Wohnungen eines Hauses und Altglas- und Papiercontainer gehören ebenfalls in diese Welt wie Baustellenlärm, aber dennoch wird auch hier eine tolle Kindheit geschildert. Eine Kindheit, die zwar nicht unberührt von traurigeren Momenten wie der Tod eines Haustiers einer Bekannten oder der Liebeskummer der Tante bleibt, in der Kinder aber all das erleben dürfen, was im Herbst zu einer Kindheit einfach dazugehört: Martinsumzug, Kastanien sammeln, sich um einen Igel kümmern, Gruselgeschichten erzählen, Drachen steigen lassen und einiges mehr. Letztendlich wird auch hier nur vom Alltag einiger Kinder erzählt, wobei es durchaus auch spannendere Momente gibt, so dass man die Geschichten nicht unbedingt kleineren Kindern abends vorlesen sollte, zumindest dann nicht, wenn man es nicht bis zum guten Ende der Geschichten schafft, denn ansonsten könnte die Geschichte vom kopflosen Edgar, die sich die Kinder im Buch erzählen für den einen oder anderen unruhigen Schlaf sorgen.

Die Kinder in dem Buch sind sehr erfrischend und aufgeweckt, verhalten sich aber auf jeden Fall typisch für Kinder, so dass es viel Spaß macht dieses Buch zu lesen. So nach und nach kann man dann auch bestimmte Eigenschaften den einzelnen Kindern zuordnen. Der Erzählstil ist flott und flüssig. Langeweile kommt nicht auf und man ist immer wieder gespannt darauf, wie eine Geschichte enden und wie sich ein Ereignis weiter entwickeln wird bzw. was für eine Wende alles nimmt. Lassen sich die Regenwürmer auf dem Hofflohmarkt tatsächlich verkaufen? Welche Geräusche hören die Kinder nachts? Können die Kinder durch eine Demonstration verhindern, dass die Ahornbäume gefällt werden?

In den Geschichten steckt zwar viel Alltag drin, aber es ist dennoch immer viel los. Das Erleben von Kindern wird hier sehr gut aufbereitet.

Gut gefällt mir auch, dass das Buch bunt illustriert ist, allerdings finde ich die Verteilung der Illustrationen nicht ganz so geglückt. Während manchmal von Seite zu Seite bunte Bilder zu sehen sind, gibt es dann auch wieder Teile, bei denen man eine ganze Weile blättern muss bis man zum nächsten Bild kommt. Aber da es sich um ein Kinderbuch und nicht um ein Bilderbuch handelt, ist dies letztendlich natürlich in Ordnung so. Ich war aber nach den ersten recht reichlich illustrierten Seiten ein wenig verwundert, dass im dritten Kapitel dann auf einmal drei Doppelseiten ausschließlich mit Text bedruckt waren.

Richtig erstaunlich finde ich es, was Bücherwürmchen alles aus so einem Buch mitnimmt. So ganz ist es eigentlich noch nichts für sein Alter. Eigentlich ist es mehr etwas für Schulkinder, also für Kinder, die in einem ähnlichen Alter wie die Freunde aus diesem Buch sind, aber dennoch hat sich Bücherwürmchen die Geschichten gerne vorlesen lassen und er hat erstaunlich viel von ihnen behalten und über einiges auch nach der Lektüre noch nachgedacht. Die ganzen Einzelheiten habe ich teilweise kaum wahrgenommen. So sagte er auf einmal, dass er mehr redet als ein Radio. Wir haben ihn ganz verwundert angeschaut und ihn gefragt, woher er denn diesen Satz hat. „Na, aus dem Buch mit den Kindern aus dem Holunderweg.“ Und wer redet da mehr als ein Radio? „Dieses Kind, das den ganzen Tag redet, das gerade sprechen gelernt hat.“ Okay… Stimmt… Wusste ich aber schon gar nicht mehr. Außerdem wollte Bücherwürmchen auf einmal wissen, was ein Einzelkind und was ein Erdgeschoss ist. In diesen Fällen wusste ich aber direkt, dass es Wörter aus diesem Buch waren, die er scheinbar behalten hat und die ihn irgendwie beschäftigt haben.

Ich kann „Herbst im Holunderweg“ nur empfehlen. Es ist ein schönes Buch, welches man auch toll vorlesen kann – am besten dann, wenn es draußen ein wenig herbstlich ist und drinnen das Feuer im Kamin brennt. Dann wird aus diesem Buch ein richtiges Vorleseereignis für die ganze Familie.

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Herbst im Holunderweg von Martina Baumbach, Gabriel Verlag, ISBN: 978-3-522-30403-0, 12,99€

Top Ten Thursday: 10 Bücher, deren Cover zur Jahreszeit Herbst/Winter passen

Top Ten Thursday

Das Thema des heutigen Top Ten Thursdays war für mich mit meinem Kinderbuchblog natürlich nicht sonderlich schwer: 10 Bücher, deren Cover zur Jahreszeit Herbst/Winter passen

Klar, da gibt es so einige und ich habe mal ein paar Bücher herausgesucht, auf denen es durch Laub und die entsprechenden Farben etc. richtig nach Herbst aussieht bzw. auf denen der Schnee, den Winter anzeigt:

  • Herbst-Wimmelbuch – So ist es im Herbst in Wimmlingen! Mehr erfahrt ihr hier.

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  • So schön ist der HerbstHier habe ich bereits etwas über dieses Buch geschrieben. Dieses Buch ist besonders farblich richtig schön herbstlich.

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  • Mein erstes großes Buch von der NaturHier könnt ihr ein bisschen mehr über das Buch lesen – ein poetisches Sachbilderbuch über die Jahreszeiten

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  • Mama Muh fährt Schlitten – Ich glaube dies war das erste Mama Muh-Buch, welches wir uns aus der Bücherei ausgeliehen haben. Eigentlich verrät der Titel bereits alles: Mama Muh will so wie die Kinder Schlitten fahren. Natürlich ist die Krähe zunächst skeptisch, doch letztendlich treibt sie es dann noch wilder als Mama Muh…

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  • Tomte Tummetott – Ein wunderschönes Buch von Astrid Lindgren mit einem sehr schönen Sprachrhythmus, in dem sich Tier und Mensch den Frühling herbeisehen. Die Worte „Geduld nur, Geduld“ sind mir noch aus meiner Kindheit im Gedächtnis hängen geblieben.

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  • Ben der Schneemann … Können wir nicht teilen? – Was gehört eigentlich zu jedem Schneemann? Ganz klar die Kopfbedeckung! Allerdings taucht im Eisland auf einmal ein Fremder Schneemann auf, der seine Mütze verloren hat. Was soll man nun tun? Ben der Schneemann ist hilfsbereit und gibt seine Mütze ab, doch der Fremde möchte sie ihm nicht wieder zurückgeben. Zum Glück kommt Ben der Schneemann nach einiger Zeit auf eine gute Lösung: Alle Schneemänner teilen ihre Mützen und Hüte miteinander und so geht niemand leer aus.

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  • Lieselotte im Schnee – Ein winterlich-weihnachtliches Abenteuer von Lieselotte, bei dem einiges schief geht, aber am Ende gibt es ein schönes Weihnachtsfest und jeder ist mit seinem Geschenk zufrieden, auch wenn man mit diesen Geschenk bestimmt nicht hätte rechnen können…

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  • Das Geheimnis im Winterwald – Ein tolles Fotobilderbuch: Ein Fremder ist auf einmal im Wald. Wer ist das nur? Die Tiere sind neugierig und wagen sich so langsam näher heran und finden so heraus, dass der Fremde, der sich als Schneemann entpuppt, ihnen lauter Gaben mitgebracht hat…

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  • Winter-Wimmelbuch – Dieses Buch ist chronologisch das erste Buch in der Jahreszeiten-Wimmelbuchreihe: Hier beginnt alles und wir dürfen die Figuren, die uns von Buch zu Buch bekannter erscheinen, kennen lernen.

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  • Es klopft bei Wanja in der Nacht – Ein tolles, gereimtes Buch darüber, wie selbst Feinde in der Not zusammenhalten und somit überleben können.

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Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind…

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Sankt Martin ist für kleine Kinder sehr faszinierend. Nachdem Bücherwürmchen mit 1 ½ Jahren seinen ersten Martinszug erlebt hat, hat er wochenlag von Sankt Martin und Weckmännern gesprochen. Außerdem mussten wir uns lange Zeit jeden Morgen, wenn Bücherwürmchen bei uns im Bett war, das Buch „Mein erstes Buch von Sankt Martin“ anschauen und vor allem auch das Sankt Martins-Lied singen, alle Stropen und mehrfach hintereinander. Ich bin jetzt jedenfalls eine der wenigen Erwachsenen, die beim Martinszug das Lied komplett mitsingen kann.

Das Buch schaut Bücherwürmchen sich immer noch gerne an und Sankt Martin hat auch noch nichts von seiner Attraktivität verloren. Karneval hatte sich Bücherwürmchen dieses Jahr als Ritter verkleidet. Dazu hat er ein Holzschwert geliehen bekommen. Das erste was ihm einfiel, was man damit spielen könnte, war Sankt Martin. Bücherwürmchen war übrigens immer ein sehr netter Sankt Martin, der besonders großzügig war. Wenn ich der Bettler war, bekam ich zu dem Mantel meist auch noch Geld, damit ich mir ein Pferd kaufen konnte. Durch Sankt Martin konnte man ihm auch das Teilen immer schmackhaft machen. Man musste nur diesen Vergleich bringen und schon gab Bücherwürmchen gerne etwas ab: „Ich teile – so wie Sankt Martin!“ Kurz nach dem Sankt Martinszug war der Mantel als Gabe zwar ein wenig in Vergessenheit geraten („Sankt Martin teilt Weckmänner und Mandarinen“), aber spätestens beim Rollenspiel tauchte er dann in Form einer Decke wieder auf.

Ich persönlich finde die Bilder in dem Buch gar nicht so besonders schön, aber da allein das Thema so faszinierend ist, schaut Bücherwürmchen sich dieses Buch gerne an. Der Bettler ist gut zu erkennen. Er trägt zerrissene Kleidung und man sieht richtig, wie er friert. Das ist auch für die Kleinsten, an die sich dieses Buch ja richtet, ganz eindeutig. Den Text werden sie zu Beginn nicht ganz verstehen, da natürlich auch Begriffe wie „römische Soldaten“, „Heerlager“ etc. vorkommen, doch das macht den Kindern eigentlich wenig aus. Hauptsache „Marti“, wie Bücherwürmchen ihn mit seinen 1 ½ Jahren genannt hatte, kommt in dem Buch drin vor. Das Buch erzählt auch nicht nur die bekannte Szene, die in dem Lied besungen wird, sondern auch wie Martin von Jesus träumt, sich taufen lässt und schließlich Bischof wurde. Die Seite, auf der Martin schläft und träumt, hat Bücherwürmchen sich irgendwie auch immer gerne angeschaut. Zum Glück sieht man auch das Zelt, in dem die Pferde untergebracht sind, denn Bücherwürmchen achtete besonders auf die Dinge, die man vorher auf den Bildern gesehen hat und die jetzt anders sind: „Welches ist das Pferd von Sankt Martin? Warum hat der jetzt keine Schuhe an? Schläft das Pferd auch?“

Auf der Seite, auf der Martin sich bei den Gänsen im Gänsestall versteckt, hat Bücherwürmchen ihn zunächst nicht erkannt. Er hat dort etwas anderes an, das Pferd und der rote Mantel fehlen. Wahrscheinlich hat ihn deswegen diese Seite nie sonderlich interessiert.

Am Ende ist dann noch das Sankt Martins-Lied inklusive Noten abgedruckt.

Ich weiß nicht, ob es bessere und schönere Bücher über Sankt Martin gibt, wahrscheinlich schon, aber dieses ist jetzt unser Sankt Martins-Buch geworden. Es begleitet uns jetzt schon seit zwei Jahren sehr intensiv und gehört bei uns einfach zu Sankt Martin dazu. Ich finde, dass man zu diesem schönen Fest, an dem Kinder jedes Jahr wieder ihre Freude haben, einfach ein passendes Bilderbuch braucht und unseres ist „Mein erstes Buch von Sankt Martin“.

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Mein erstes Buch von Sankt Martin von Sylvia Müller und Magdalene Hanke-Basfeld, Herder, ISBN: 978-3-451-29079-4, gebraucht erhältlich

Mottotag mit Geschichte: Herbst

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Gestern habe ich mit Bücherwürmchen einen tollen „Herbsttag“ gemacht. Wir haben ganz viel zum Thema Herbst unternommen. Es war ein richtig schöner Tag, zum Nachmachen zu empfehlen. 🙂

Eigens für diesen Tag habe ich eine kleine Geschichte geschrieben, die uns den Tag über begleitet hat. Gerne möchte ich euch hier die Geschichte und unseren Tag ein wenig vorstellen:

Kennst du schon Anton? Nein? Dann wird es aber höchste Zeit. Anton ist nämlich ein pfiffiger, kleiner Junge, der jede Menge Abenteuer erlebt.

Neulich war es wieder mal soweit. Anton langweilte sich schon eine ganze Weile und wollte endlich mal wieder etwas Spannendes erleben. Er saß im Wohnzimmer auf dem Sessel und wackelte mit seinen Füßen hin und her. „Was kann ich denn nur machen?“ überlegte er. Auf einmal sprang er auf. „Jetzt weiß ich es!“ rief Anton begeistert. „Heute werde ich den Herbst kennen lernen!“ Vor ein paar Tagen hatte Anton das Buch „Der Herbst steht auf der Leiter“ gelesen und nun war er neugierig, wo der Herbst war, wie er aussah und wer der Herbst eigentlich ist. Kennst du das Buch „Der Herbst steht auf der Leiter“? Vielleicht hast du ja Lust es noch einmal zu lesen und dann kannst du gemeinsam mit Anton auf die Suche nach dem Herbst gehen.

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Wo suchte man am besten nach dem Herbst? „Das ist doch einfach!“ Anton lief rasch in den Flur, riss die Jacke vom Haken und schlüpfte schnell in seine Gummistiefel. „Der Herbst ist natürlich draußen! Da werde ich ihn bestimmt finden.“ Nur mit Mühe bekam Anton die Tür auf. Ein Windstoß kam gerade vorbei und drückte sie beinahe wieder zu, aber Anton lehnte sich mit dem ganzen Körper gegen die Tür und schob sie mit ganzer Kraft auf. Endlich war er draußen. Etwas suchend sah er sich um und lief dann erst einmal durch die Pfützen, die sich auf der Straße gebildet hatten. Hui, und durch die nächste Pfütze. Das spritzte ordentlich! Wie gut, dass er Gummistiefel anhatte! Anton spielte eine ganze Weile an den Pfützen bis ihm wieder einfiel, was er draußen machen wollte. „Herbst!“ rief er so laut er konnte. „Herbst, wo bist du?“ Obwohl Anton richtig laut rief, konnte man ihn kaum hören, denn der Wind pfiff durch die Straßen. Er wirbelte die Blätter auf und schüttelte einige kleine Zweige von den Bäumen. Anton sah hinauf zum großen Kastanienbaum. Vielleicht stand der Herbst ja dort auf seiner Leiter um die Blätter anzumalen? Nein, die Blätter waren schon bunt und weit und breit war keine Leiter zu sehen. Enttäuscht bückte Anton sich und steckte eine Kastanie in seine Jackentasche. Wo konnte er jetzt noch nach dem Herbst suchen? Er antwortete ihm ja nicht.

Geh doch auch nach draußen und hilf Anton beim Suchen. Vielleicht entdeckst du ja auch ein paar Pfützen und kannst dort ein wenig spielen.

Nachdem Bücherwürmchen ordentlich durch die Pfützen gelaufen ist, haben wir natürlich auch nach dem Herbst gesucht. Wir haben ganz viele schön „angemalte“ Blätter entdeckt und überall nach einer Leiter Ausschau gehalten. Und einmal dachten wir schon, dass wir den Herbst gefunden hätten. Aber leider war es nur ein Mann, der seine Hecke geschnitten hat… Bücherwürmchen rief auch laut nach dem Herbst, dennoch blieb unsere Suche erfolglos. Am Ende meinte Bücherwürmchen, dass es den Herbst ja auch eigentlich gar nicht gibt. Als ich ihn dann fragte, wer denn dann die Blätter anmale, sagte er: „Das geht von alleine. Das macht der echte Herbst, der auch die Zweige runter schüttelt. Der Baum ist eigentlich der echte Herbst.“

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Als es anfing zu regnen, lief Anton zurück nach Hause. Vielleicht war es dem Herbst draußen ja auch zu ungemütlich und er hatte sich ins Haus verkrochen. Anton wollte sich jetzt jedenfalls erst einmal aufwärmen. Er rieb seine Hände aneinander: „Brrr, ganz schön kalt draußen. Wie gut, dass Mama und Papa im Ofen ein Feuer angemacht haben.“ Seine Mama kam in den Flur und räumte seine nassen Sachen weg. „Komm rein, Schatz. Ich habe eine gute Idee, wie wir dich wieder warm bekommen!“

„Wie denn?“ fragte Anton neugierig.

Mama hielt eine große Flasche hoch: „Kinderpunsch! Den mache ich dir jetzt auf dem Herd warm und dann kannst du ihn gemütlich auf dem Sofa trinken und dir ein paar Bücher anschauen.“

„Jaaa!“ rief Anton. „Und ich weiß auch schon, welche Bücher ich mir dann anschaue: Herbstbücher! Vielleicht weiß ich dann, wo und wie ich den Herbst finden kann!“

Möchtest du es genauso wie Anton machen? Einen Kinderpunsch trinken und Herbstbücher anschauen? Ich bin gespannt, was du dabei so alles über den Herbst herausfinden wirst.

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Auf den Kinderpunsch hat Bücherwürmchen sich schon seit Tagen gefreut und ihn auch ganz in Ruhe auf dem Sofa getrunken.

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Wir haben uns sehr viele Herbstbilderbücher angeschaut, u.a. das Herbst-Wimmelbuch, das herbstliche Buch von Pettersson und Findus und auch den entsprechenden Teil im Jahreszeitenbuch. Da wir dann noch etwas Zeit hatten, haben wir noch Herbst- und Sankt Martin-Lieder gesungen und anschließend in Bücherwürmchens Zimmer mit Playmobil, Duplo und Schleichtieren einen Herbstwald aufgebaut. Bei Bücherwürmchen durften jedoch auch ein Hai und eine Seerobbe mit in den Wald, denn schließlich war es ein „besonderer Herbstwald“.

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Mmm, der Kinderpunsch schmeckte richtig lecker. Anton leckte sich die Lippen ab. Vor ihm lag ein ganzer Stapel Herbstbücher, die er sich alle angeschaut hatte. Leider konnte er sich jetzt kein weiteres Buch mehr anschauen, denn Papa hatte ihn bereits drei Mal zum Mittagessen gerufen. „Aber ich wollte doch noch ein Buch gucken“ jammerte Anton. „Wie soll ich denn sonst den Herbst finden?“

„Vielleicht kannst du ihn beim Mittagessen entdecken. Es gibt heute Kürbis. Das passt doch auch zum Herbst.“ meinte Papa.

Guck doch mal, in deine Küche. Gibt es dort auch ein richtiges Herbstessen zu essen?

Klar, gab es richtiges Herbstessen: Der Papa hat mit Hackfleisch gefüllte Kürbisse gekocht!

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Nach dem Mittagsschlaf wollte Anton weiter nach dem Herbst suchen. Irgendwo musste er sich doch verstecken. „Mama, hast du eine Idee, wo ich nach dem Herbst suchen kann? Ich habe schon überall geguckt, aber ihn nirgendwo entdeckt!“

„Hm, da muss ich mal überlegen. Aber weißt du was? Bevor wir weiter suchen, backen wir jetzt erst einmal Maronenmuffins, damit wir uns bei der Suche nachher ein wenig stärken können.“ schlug Mama vor.

„Maronen? Was ist denn das?“ wollte Anton wissen.

„Das sind Esskastanien. Die passen ja auch gut zum Herbst. Vielleicht bringen sie uns sogar auf seine Spur.“

Hast du auch Lust Maronenmuffins zu backen? Wie die wohl schmecken?

Rezept aus: „Das große Wimmel-Kochbuch

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Das leckere Ergebnis:

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„Mama, kannst du auch schon die Muffins riechen?“ Anton schaute hungrig auf den Backofen. „Das riecht schon richtig lecker.“

„Stimmt, aber bis wir sie essen können, dauert es noch ein bisschen.“ meinte Mama und räumte die letzten Sachen in der Küche auf.

„Am besten gehe ich nachher noch mal nach draußen um nach dem Herbst zu suchen. Eigentlich ist der Herbst doch draußen, oder?“ überlegte Anton erneut.

„Da hast du wohl recht. Gleich wird es aber schon dunkel. Lass uns doch eine Laterne basteln, dann kann sie dir den Weg leuchten.“

„Au ja, dann können wir Sankt Martin spielen.“ rief Anton begeistert und summte sofort die Melodie von „Sankt Martin“ vor sich hin.

Bastelst du dir auch eine Laterne?

Klar, dass wir uns auch eine Laterne gebastelt haben. Die Blätter dafür haben wir schon vor ein paar Tagen gesammelt und gepresst. Der Käse von der Käseschachtel liegt noch zum Teil imKühlschrank. 😉

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Stolz betrachtete Anton die fertige Laterne: „Die sieht toll aus!“ Mama und Papa fanden das auch. Aber jetzt gab es erst einmal die Muffins, die schon warm und duftend auf dem Tisch standen.

„Jetzt bin ich aber mal gespannt, was ihr hier leckeres gebacken habt.“ sagte Papa und nahm sich einen Muffin. Nachdem er abgebissen hatte, nickte er: „Mmm, lecker!“

Auch Mama und Anton schmeckten die Muffins. Aber dann wollte Anton nicht länger drinnen bleiben. Er wollte nun endlich seine Laterne ausprobieren, Lieder singen und draußen noch einmal nach dem Herbst schauen. Mama und Papa sollten dieses Mal aber mitkommen. Vielleicht würden sie zu dritt, den Herbst besser entdecken.

Was meinst du, haben sie den Herbst gefunden? Geh doch auch mit deiner Laterne nach draußen und sing ein paar Sankt Martins- und Herbstlieder. Vielleicht findest du den Herbst ja?

Leider nieselte es ein wenig, als wir unterwegs waren. Das hielt uns jedoch nicht davon ab lauthals mehrfach hintereinander „Sankt Martin“ zu singen. 😉

„Weißt du was, Mama?“ fragte Anton, als er am Abend ins Bett gehen sollte. „Ich habe den Herbst zwar nicht richtig gesehen, aber ich glaube, ich kenne ihn jetzt trotzdem.“

„Ja? Magst du mir denn auch erzählen, wer der Herbst ist?“ wollte Mama wissen, denn natürlich war auch sie neugierig auf den Herbst.

Anton nickte: „Ja, der Herbst ist nass und windig und bunt und der Herbst hat ganz viele Blätter und Kastanien und Bucheckern. Ich glaube, die Blätter sind die Haare vom Herbst und die Kastanien sind sein Geld.“

„Das ist ja interessant.“ Gespannt hörte Mama Anton zu.

„Ja, aber der Herbst hat noch viel mehr. Er hat auch Kürbisse und Obst und er braucht ein warmes Feuer, da er sonst friert. Überall, wo der Herbst ist, ist es nämlich ein bisschen kalt.“

Mama nickte. Wenn sie an den kalten Tag dachte, konnte sie es gut verstehen, wenn sich der Herbst über ein Feuer freute.

„Manche Leute denken vielleicht, dass der Herbst nicht so fröhlich ist, weil um ihn herum manchmal so grauer Nebel ist, aber eigentlich stimmt das gar nicht. Der Herbst kann nämlich auch ganz toll feiern, Sankt Martin zum Beispiel. Und er freut sich immer, wenn wir die Lieder von ihm singen. Singst du noch mal ein Herbstlied mit mir?“ bat Anton seine Mama. Mama strich ihrem Jungen kurz über den Kopf und lachte: „Klar, das machen wir. Das ist schön, wenn wir dem Herbst eine kleine Freude machen können!“

Und du? Weißt du nun auch, wer der Herbst ist?

Bücherwürmchens Antwort: „Ja, der Papa!“

Am Schluss wurde der schöne Tag noch kurz dokumentarisch in unserem „Familienbuch“ festgehalten:

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Noch mehr Herbstbücher

Heute geht es weiter mit den Herbstbüchern. Ich fange mal mit unseren Lieblingsbuchfiguren an: Pettersson und Findus.

In dem Buch „Armer Pettersson“ wird die typische trübe Herbststimmung eingefangen: Pettersson hat schlechte Laune und zu nichts Lust. Draußen ist es grau und nass. Findus ist natürlich trotzdem munter wie eh und je und möchte, dass Pettersson mit ihm spielt. Alle seine Versuche Petterssons Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, scheitern und machen Pettersson nur noch griesgrämiger. So griesgrämig, dass er sogar seinen kleinen Kater anbrüllt, obwohl er doch selber weiß, dass man das nicht macht. Bücherwürmchen ist es, glaube ich, auch gar nicht so recht, dass der kleine Kater so angeschrien wird, wohingegen er die Kasperei von Findus am Tisch leider gerne mal nachmacht… Jedenfalls lässt sich Findus zum Glück einen Trick einfallen, um ein wenig Leben in Pettersson zu bekommen und so gehen die beiden am Ende doch noch gemeinsam angeln. Dabei steigt Petterssons Laune und er nimmt sogar die leuchtend bunten Farben des Herbstes wahr.

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Das nächste Buch, über das ich schreiben möchte, „Was schmeckt den Tieren“, ist für mich ein kleiner Bücherschatz unter den Herbstbüchern. Es ist schon ein älteres (nun wieder aufgelegtes) Buch, was man auch an den Bildern sieht, aber gerade deswegen besitzt es einen gewissen Charme. Kai kommt mit einem Korb Eicheln nach Hause, doch welches Tier wird sich über die Leckerbissen freuen? Der Hund? Das Kaninchen? Die Katze? „Aber nein, aber nein“, natürlich nicht. Nur das Eichhörnchen freut sich über diesen Vorrat für den Winter.

Neben den Bildern, auf denen eigentlich nur die einzelnen Tiere groß zu sehen sind, gefällt mir auch der gereimte Text. Die wiederkehrende Antwort „aber nein, aber nein“ hat Bücherwürmchen schnell mitgesprochen und sich dabei darüber gefreut, dass er natürlich weiß, dass Eicheln nichts für Fische und Enten sind. Beim Eichhörnchen kann er dann kaum das gegensätzliche „Aber ja, aber ja“ erwarten. Nur das letzte Wort ist für ihn nicht so ganz verständlich („zwacken“ – „wenn Winterwinde zwacken“), aber da geht er einfach drüber hinweg und stellt lieber jedes Mal seine momentane Lieblingsfrage: Warum? Warum freut sich das Eichhörnchen? Die Antwort folgt dann jedoch sofort mit einem kleinen Grinsen, denn selbstverständlich weiß er, dass Eichhörnchen gerne Eicheln essen. – Immerhin spielt er das ja auch beim Turnen auf dem Barren (=Baum) sitzend nach, während die anderen Kinder darauf warten, dass endlich Platz gemacht wird, damit sie auch über den Aufbau klettern können…

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Das Pappbilderbuch „Der Herbst steht auf der Leiter“ widmet sich in dem illustrierten Gedicht den bunten Blättern im Herbst. Angeblich befindet sich dieses Gedicht in vielen Lesebüchern – ich kannte es allerdings bisher noch nicht… Aber egal, mir gefällt es. Es hat einen fröhlichen, kecken Ton und besonders die Tanne, die sich beschwert, dass sie nicht gefärbt wird, spricht so richtig toll flapsig daher. Auf der Rückseite des Buches gibt es sogar Noten zu dem Gedicht, so dass wir unser Herbstliederreportoire, dass in erster Linie aus „Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da“ und „In meinem kleinen Apfel“ besteht, erweitern können. Die  Bilder sind auch köstlich: Da steht der Herbst auf der Leiter und gibt sich ganz der Aufgabe des Blätter färbens hin und am Ende liegt sein Gehilfe müde und schlafend unter der Erde, während die Farbeimer an den Wurzeln hängen. Ich glaube, Bücherwürmchen irritiert es ein wenig, dass der Herbst als Figur daher kommt, aber er freut sich sein erworbenes Wissen bestätigt zu sehen: Die Nadelbäume verlieren ihre Blätter nicht und bleiben grün!

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Armer Pettersson von Sven Nordqvist, Oetinger, ISBN: 978-3789161735, 12,95 €

Was schmeckt den Tieren von Werner Lindemann und Gerhard Lahr, Beltz – Der Kinderbuchverlag, ISBN: 978-3407770899, 5,95 €

Der Herbst steht auf der Leiter von Peter Hacks und Annika Huskamp, Eulenspiegel Kinderbuchverlag, ISBN: 978-3359023722, 6,95 €

Der Herbst im Jahreszeitenreigen

Häufig gehören Herbst-Bücher in eine Jahreszeitenreihe. So gibt es ebenso zu dem Herbst-Wimmelbuch Bücher zu den anderen Jahreszeiten wie auch bei dem Herbst-Pappbuch von Eva-Maria Ott-Heidmann und bei den Büchern „So schön ist der Herbst“ und „Der Maulwurf im Herbst“.

Im Herbst-Wimmelbuch ist nun endlich der neue Kindergarten fertig gebaut und wird mit einem Laternenumzug eingeweiht. Die Gänse machen sich auf den Weg in den Süden, es gibt einen Kürbiswettbewerb und ein Herbstfest, Drachen steigen in den Himmel und natürlich liegen auf der Straße bunte Blätter. Auch der Bauernhof hat sein Angebot dem Herbst angepasst: nun gibt es Pilze, Kürbisse, Nüsse und Birnen zu kaufen. Neben vielen herbsttypischen Details trifft man in dem Buch natürlich auch auf die bereits bekannten Bewohner aus Wimmlingen: Susanne hat mal wieder ein Problem mit ihrer Kopfbedeckung, Elke und Manfred planen ihre Hochzeitsreise, Oskars Laternenwahl fällt natürlich auf eine Gans und der Papagei Niko ist erneut ausgebüxt. Auch im Herbst gibt es also wieder viel zu entdecken!

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Das Buch mit dem einfachen Titel „Herbst“ ist ebenfalls ein Pappbilderbuch ohne Text. Auf fünf Doppelseiten werden herbstliche Situationen gezeigt: Obsternte, Wind und Drachensteigen lassen, Sankt Martin, Regenwetter und Nebel. Eigentlich guckt sich Bücherwürmchen so einfache Bilderbücher kaum noch an, aber wir haben es uns dennoch einige Male angeschaut und viel zum Herbst erzählt. Vor allem konnte mit Hilfe dieses Buches der Nebel noch einmal in Bücherwürmchens Bewusstsein gerufen werden. Und jeden Morgen, an dem es nun neblig ist, kann ich nun auf dieses Buch hinweisen und den Nebel als Beweis, dass nun tatsächlich Herbst ist, anführen, was mir wiederum Recht gibt, dass die kurze Hose morgens im Schrank bleibt… Die Bilder sind recht einfach und sie erinnern ein wenig an ältere Bilderbücher. Aber das macht nichts, denn die herbstliche Stimmung wird in den Bildern gut eingefangen, die auch durchaus als schön zu bezeichnen sind. Besonders gut gefällt mir das Bild vom Laternenumzug. Hier leuchten die Laternen, der Mond und die Sterne richtig schön in der Dunkelheit.

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Auch im Buch „So schön ist der Herbst“ kommen die spezifischen Herbstfarben gut zur Geltung. Hier finde ich besonders die untergehende, rote Sonne beeindruckend. Und auch Bücherwürmchen hat sie nachhaltig angesprochen: Ein paar Tage nach der Buchlektüre malte er eine gelbe und eine orange Sonne – einmal die aufgehende und einmal die untergehende Sonne. Aber auch der Rest des Buches ist überzeugend. Die Eichhörnchenkinder Matz, Fratz und Lisettchen laufen in ihren neuen roten Pullovern durch den Herbstwald und entdecken dabei Pilze, Beeren, bunte Blätter und einen Bär, der sich auf den Winter vorbereitet. Auf allen Bildern spürt man förmlich den Herbst. Ein weiterer positiver Aspekt des Buches ist der gereimte Text, der sich gut lesen lässt. Die Eichhörnchen und die anderen Tiere, die in dem Buch vorkommen, sind vielleicht ein wenig zu niedlich dargestellt, aber alles in allem ist dies ein schönes Herbstbuch, welches in einer netten Geschichte verpackt einige Aspekte des Herbstes vorstellt.

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Der Maulwurf im Herbst“ konzentriert sich dahingegen auf die Pflaumenernte und die Verarbeitung der leckeren Früchte. Am Bildrand sieht man aber dennoch auch die bunten Blätter sowie Kastanien und Nüsse. Natürlich erzeugt dieses Beiwerk eine herbstliche Stimmung, ansonsten wirkt dies in den Bildern etwas unmotiviert, da es nicht zum eigentlichen Bild dazugehört.

Für Kinder ist es schön, wenn sie ihren Helden den kleinen Maulwurf und seine Freunde auch im Herbst antreffen können. Die Pappseiten werden von den Bildern dominiert, bei denen in erster Linie der Maulwurf, die Meise und die Pflaumen groß zu sehen sind. Die Obsternte und –Verarbeitung als herbstliches Thema gefällt mir gut. Auch schön, wenn mal ein Aspekt des Herbstes etwas genauer behandelt wird. Natürlich ist die Geschichte recht einfach und in wenigen Sätzen erzählt, aber allein der Maulwurf ist für viele Kinder Anreiz genug, das Buch immer mal wieder anzuschauen. Bücherwürmchen ist es jedoch fast schon zu langweilig. Er freute sich zwar, als er den Maulwurf auf dem Titelbild sah und wollte dann auch das Buch direkt anschauen, doch danach hat er es kaum noch hervor geholt.

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Herbst-Wimmelbuch von Rotraut Susanne Berner, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3836951012, 12,90 €

Herbst von Eva-Maria Ott-Heidmann, Urachhaus, ISBN: 978-3825170103, 8,00 €

So schön ist der Herbst! Im bunten Wald mit Matz, Fratz und Lisettchen von Rose Pflock und Iwamura Kazuo, NordSüd Verlag, ISBN: 978-3314017025, 14,95 €

Der Maulwurf im Herbst von Haha Doskocilova, Zdenek Miler und Katerina Miler, LeiV, ISBN: 978-3896032898, 5,50 €

Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da

Als ich neulich unseren Jahreszeitentisch herbstlich dekoriert habe, habe ich mir die Frage gestellt, ob es nicht eigentlich auch schöne Herbst-Bilderbücher gibt. Weihnachts- und Winterbücher gibt es zu Hauf, auch bei Frühlings- oder Sommerbüchern fallen mir einige ein, aber Herbstbücher? Da musste ich erst einmal eine Weile stöbern gehen…

Aber ich kann euch nun tatsächlich ein paar Bücher vorstellen, die man sich im Herbst hervorragend anschauen kann. Zum einen Bücher, in denen es vorrangig um den Herbst geht und zum anderen Bücher über Jahreszeiten oder den Wald. Sogar von Pettersson und Findus habe ich ein Herbstbuch gefunden: „Armer Pettersson“. Weitere mir bekannte Herbstbücher sind das Herbst-Wimmelbuch, das Pappbilderbuch mit dem klaren Titel „Herbst“ sowie die Bilderbücher „So schön ist der Herbst“, „Der Maulwurf im Herbst“, „Was schmeckt den Tieren“ und „Der Herbst steht auf der Leiter“. Auf all diese Bücher werde ich in dieser Woche noch genauer eingehen, so dass ihr vielleicht auch für euch ein passendes Bilderbuch für den Herbst findet.

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Während ich mich mit diesem Thema beschäftigt habe, habe ich festgestellt, dass es doch mehr Bücher gibt, die im Herbst spielen, als ich zunächst dachte. Lieselotte ist in dem Buch „Lieselotte ist krank“ natürlich im Herbst erkältet und auf ein weiteres Buch, welches den Herbst zwar nicht als Thema hat, aber in dieser Jahreszeit spielt, hat mich Bücherwürmchen aufmerksam gemacht: „Das Schaf Charlotte“! Als wir gemeinsam das Haus herbstlich dekorierten, sagte Bücherwürmchen: „Jetzt ist Herbst. So wie bei dem Schäfer, der sich verletzt hat.“ Die Assoziation hätte ich selbst gar nicht gehabt, aber es stimmt: Der Schäfer hat sich in den Tagen verletzt, an denen es abends schon früher dunkel wird. Ansonsten wird der Herbst in dem Buch jedoch nicht groß erwähnt.

Passend zum Herbst sind natürlich immer Wald- und Jahreszeiten-Bücher. Im Wald-Buch der „Wieso? Weshalb? Warum?-junior“-Reihe wird z.B. unter anderem auch auf die Dinge, die man im Wald sammeln kann, eingegangen: Kastanien, Bucheckern (bei Bücherwürmchen heißen die meist „Nussecken“), Eicheln, Blätter… Im Jahreszeiten-Buch der selben Reihe wird über typische Naturphänomene (bunte Blätter, Kastanien) und Tätigkeiten (Sankt Martin) hingewiesen.

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In dem Buch „Mein erstes großes Buch von der Natur“ findet man – wie auch zu den anderen Jahreszeiten – eine ganze Menge zum Herbst. Hier gibt es tolle Bilder, die die Atmosphäre des Herbstes genau erfassen. In poetischer Sprache und Gedichten wird vom Wind, vom Laub, von den Gänsen, die es in wärmere Regionen zieht, von Spinnenweben, die man in dieser Zeit überall entdecken und leuchten sehen kann, von Äpfeln, Pilzen und frisch gebackenem Brot, von der Ernte und vielem mehr gesprochen. Dieses Buch kann man immer mal wieder hervor nehmen und ein bisschen darin blättern und lesen, wenn es draußen stürmt.

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Welche Herbstbilderbücher kennt ihr?

 

Der Wald, Wieso? Weshalb? Warum?-junior, Ravensburger Buchverlag, ISBN: 978-3473332984, 9,99 €

Die Jahreszeiten, Wieso ? Weshalb? Warum-junior, Ravensburger Buchverlag, ISBN: 978-3473327300, 9,99 €

Mein erstes großes Buch von der Natur von Nicola Davies und Mark Hearld, Aladin Verlag, ISBN: 978-3848900060, 24,90 €