Psst! Geburtstagsüberraschungen werden nicht verraten!

Gibt es eigentlich Kinder, die ihren Geburtstag nicht mögen? Ich kann es mir kaum vorstellen. Dementsprechend kommen natürlich Bilderbücher, die dieses Thema beinhalten erst einmal gut an. Aber ist das Thema allein schon ein Garant für ein gutes Buch? Natürlich nicht, doch Interesse weckt so ein Buch schon. So zum Beispiel auch „Psst! Geheimnis!“ Hier fallen einem sofort die Bilder so wie die liebevolle Gestaltung des Buches auf. Die Bilder sind richtig herzig! Alles erkennt man ganz klar, es gibt einiges zu entdecken, die Tiere drücken mit ihrer Gestik toll aus wie es ihnen geht und sind dabei irgendwie einfach zum Knuddeln. Es sieht so aus, als wären die Bilder mit Buntstiften gemalt und man kann sich förmlich vorstellen, wie die Autorin, die das Buch selbst illustriert hat, mit liebevoller Hingabe die Bilder mit feinen Strichen ausgemalt hat. Hinzu kommt, dass der erste Buchstabe auf jeder Seite, so wie in alten Büchern, bunt und groß geschrieben ist und dass es eine farbige Umrahmung der Seiten gibt. Die Gestaltung des Buches lässt also schon einmal nichts zu wünschen übrig! Leider kann ich dieses überaus positive Urteil nicht komplett für die Geschichte übernehmen, obwohl die Idee sehr schön ist.

Eigentlich haben der große braune Bär und der kleine weiße Hase keine Geheimnisse voreinander. Klar, denn sie sind schließlich die allerbesten Freunde. Doch dann weiß der Hase auf einmal etwas, was der Bär nicht weiß und das ärgert den Bären natürlich. So geht er spazieren und denkt darüber nach, was der Hase wohl weiß und er nicht. Alle Tiere, die er trifft, fragt er, ob sie vielleicht Bescheid wüssten. Doch keiner kann ihm etwas sagen und erzählen ihm darüber hinaus sogar, dass sie unterwegs zu einer Geburtstagsfeier, auf der es Honigkuchen geben soll, sind. Ausgerechnet Honigkuchen! Den isst der Bär doch so gerne. Natürlich weiß der (erwachsene) Leser sofort, dass es sich um den Geburtstag von Bär handelt und dass der Hase eine Feier für ihn organisiert hat. Und so endet das Buch auch mit einer fröhlichen Feier und einem glücklichen „Geburtstagshonigkuchenbärenkönig“.

Die Geschichte an sich gefällt mir und ich mag es auch, wenn sich Struktur und Sätze so wie hier zum Beispiel „und er denkt und geht und denkt und geht…tapp, tapp, tapp, tapp…“ wiederholen. So können sich Kinder toll beim Vorlesen mit einbringen. Warum also hat mich die Geschichte nicht so begeistern können, wie die Gestaltung des Buches? In diesem Fall sind mir die Wiederholungen zum Teil zu lang und nicht ganz so einprägsam. Der Dialog, den man hier von Seite zu Seite verfolgen kann, ist zum Mitsprechen recht lang. Letztendlich wird er dann auch etwas abgeändert, bleibt aber inhaltlich das Gleiche. Auf diese Weise zieht sich das Buch zu sehr. Man wartet schon auf die Auflösung, muss dann aber wieder durch das ganze Altbekannte hindurch. Grundsätzlich lieben Kinder ja Wiederholungen, aber hier sind sie leider nicht griffig genug um sie schnell mitsprechen zu können. Mir persönlich war auch zu viel, dass „der große braune Bär“ und „der kleine weiße Hase“ immer komplett mit beiden Adjektiven benannt wurden.

Bücherwürmchens Meinung zu dem Buch kann ich nicht so ganz einschätzen. Einerseits hat er sich zwar beim Vorlesen nicht zum Mitsprechen animieren lassen, andererseits hat er später dann doch mal den einen oder anderen Satz zitiert. Er hat also schon einiges mitbekommen und sich auch im Nachhinein noch mit dem Buch beschäftigt. Aus dem Regal genommen, hat er es dann allerdings nicht mehr.

Insgesamt ist „Psst! Geheimnis! Eine hasenfrohe & bärenstarke Freundschaftsgeschichte“ ein schönes Buch. Die Bilder sind klasse und die Idee der Geschichte stimmt auch. Aus meiner Sicht ist es leider nur etwas langatmig geworden.

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Psst! Geheimnis! Eine hasenfrohe & bärenstarke Freundschaftsgeschichte von Christa Lippich, Verlag Monika Fuchs 2010, ISBN: 978-3-940078-18-6, 12,90€ (Softcover: 5,90€)

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Immer ein Thema für Kinder: Der eigene Geburtstag

Es gibt ein Thema, welches die meisten Kinder vermutlich ausgiebig beschäftigt: Der eigene Geburtstag! Eigentlich habe ich das Gefühl, dass der Geburtstag das ganze Jahr über Thema ist. Egal, ob er gerade war oder ob er noch in weiter Ferne liegt: „Wann habe ich wieder Geburtstag?“, „Warum habe ich nicht im Winter Geburtstag?“, „Ich lade dich zu meinem Geburtstag ein“ oder alternativ „Ich lade dich nicht zu meinem Geburtstag ein. Nur der Papa ist eingeladen.“, „Ich habe in einer warmen Jahreszeit Geburtstag. Ich möchte mit Papa draußen feiern.“, „Ich werde vier Jahre alt, denn jetzt bin ich drei Jahre alt.“ und viele ähnliche Sätze haben uns das Jahr über begleitet. Mittlerweile geht es seit ein paar Wochen in die konkretere Planung: „Ich möchte ein Feuerwehrfest machen.“, „Du sollst mir einen Gummibärchenkuchen backen.“, „Meine Geburtstagsfreunde dürfen auch alle bei mir schlafen.“, „Ich schneide Schnipsel aus. Die möchte ich mir dann zu meinem Geburtstag schenken. Wo soll ich sie so lange verstecken?“, „Ich möchte ein Clownfest machen.“, „Mein Geburtstag soll ein Polizei-Geburtstag sein.“, „Alle Mädchen sollen als Fee verkleidet kommen.“, „Wir müssen noch die Einladungen schreiben.“ – Planungen über Planungen, aktuell sind wir gerade bei einem Königsgeburtstag, bei dem alle eine Krone tragen sollen und sich einen Königsnamen aussuchen dürfen, während Bücherwürmchen Kaiser Karl ist… Mal schauen, was es dann im Mai tatsächlich für ein Geburtstag wird…

Für Bücherwürmchen ist der Geburtstag (im Übrigen aber auch nicht nur der eigene, sondern auch der von Freunden oder von jemanden aus der Familie) sehr wichtig und so passt das Buch „Wann habe ich endlich Geburtstag?“ haargenau zu uns. Klein-Pip aus der Geschichte könnte auch Bücherwürmchen sein, nur dass er uns nicht morgens mit dieser Frage weckt, aber dafür sie über den Tag verstreut gerne immer wieder einwirft. Klein-Pip muss damit direkt morgens herausrücken. Kaum hat er die Augen auf läuft er zu Papa Brumm um ihm zu verkündigen, dass er heute Geburtstag hat. Papa Brumm springt aus dem Bett, doch dann fällt ihm ein, dass man noch drei Mal schlafen muss, bis Klein-Pip Geburtstag hat. Auch am nächsten Morgen glaubt Klein-Pip, dass er Geburtstag hat. Nein, noch zwei Mal schlafen. Am Morgen darauf wird Klein-Pip von seinem Vater mit einer Nachricht daran erinnert, dass er noch nicht Geburtstag hat, aber das hält den kleinen Bären nicht davon ab, den Papa zu wecken, denn er muss doch genau wissen, wie oft er noch schlafen muss, bis er Geburtstag hat. Ein Mal! Nur noch ein Mal schlafen und dann hat Klein-Pip endlich Geburtstag. Da Papa Brumm an den Tagen vor Klein-Pips Geburtstag so früh von dem kleinen Bären geweckt wurde, hatte er jede Menge Zeit für geheimnisvolle Geburtstagsvorbereitungen und so kann dann am Ende ein schöner Geburtstag gefeiert werden. Und von an kann Papa Brumm am Morgen endlich wieder ausschlafen. Oder doch nicht? Denn eine Frage gibt es da ja noch: „Wievielmal muss ich noch schlafen bis Weihnachten?“

Ob auch wir diese Frage im Mai schon gestellt bekommen? Ich bin gespannt, aber ich glaube, dass Bücherwürmchen weiß, dass erst noch der Sommer inklusive Sommerurlaub ansteht…

Ich mag dieses Buch, weil es einfach so aus dem Leben eines Kindes ist und dieses mit Witz widergibt. Jedes Kind wird die Situation von Klein-Pip genau nachvollziehen können, denn diese Frage drängt sich ihnen selbst ja immer wieder auf. Gleichzeitig verstehen sie aber auch schon den Spaß daran, dass Klein-Pip seinen Vater jeden Morgen unnötig weckt. Und leider animiert es sie auch dazu, direkt nach der Lektüre des Buches noch ein paar Mal öfter diese Frage mit einem glucksenden Lachen zu stellen… 😉

Die Bilder sind fröhlich und bunt, aber nicht zu unruhig. Sowohl Klein-Pip als auch Papa Brumm kommen sehr sympathisch herüber und man kann ihnen ihre Laune und Stimmung gut aus Körperhaltung und Gesichtsausdruck ablesen. Darüber hinaus gibt es einige nette Details zu entdecken. So gibt das aufgeschlagene Werkbuch neben dem Bett von Papa Brumm beispielsweise schon einen Hinweis auf das Geburtstagsgeschenk und das Holzspielzeug des kleinen Bären gefällt mir auch gut.

Insgesamt ist „Wann habe ich endlich Geburtstag?“ ein schönes Buch aus der Welt der Kinder. Das Thema wurde hier durch Bilder und Text kindgerecht und spaßig aufgegriffen, so dass es Spaß macht dieses Buch zu lesen und zwar sowohl mir, die dabei immer ihr eigenes Kind vor Augen hat, als auch Bücherwürmchen, der mit dieser Geschichte etwas anfangen kann und über die ständige Störung am Morgen lachen muss.

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Wann habe ich endlich Geburtstag? von Mark Sperring und Sébastien Braun, Orell Füssli, ISBN: 978-3-280-03487-3, 12,95€

Für jeden Kindergeburtstag eine gute Idee

Habt ihr schon mal etwas von meinen Mottotagen gelesen? Das sind schöne Tage zu einem bestimmten Thema, die ich zusammen mit meinem Sohn erlebe. Wirklich großartige Erlebnisse, die nach Wiederholung schreien. Bisher haben wir erst einen Herbst– und einen Hexentag sowie einen Tag zum Bilderbuch „Der rote Regenschirm“ veranstaltet, aber es gibt genug Themen, die nur darauf warten, dass wir sie in Angriff nehmen. Und nun besitze ich ein Buch, in dem ich vielleicht noch ein paar gute Anregungen finde. Eigentlich gibt das Buch „Bloß kein Stress!“ lauter Ideen für gelungene Kindergeburtstage, da man neben vielen allgemeinen Spielen und Bastelideen hier jedoch auch über 40 Mottogeburtstage finden kann, bekomme ich in dem Buch auch einige Anregungen rund um Indianer, Piraten, Feuerwehr, Ägypten und vieles mehr. Es handelt sich dabei nicht nur um Spielideen, sondern auch um Bastelvorschläge, Mottogeschichten, thematisch passendes Essen und passende Dekoration. Möchte man zum Geburtstag einladen, so bekommt man ebenfalls Einladungsideen und Vorschläge zu möglichen Gastgeschenken.

Klar, für unsere kleinen Mottotage ist nicht alles relevant, aber als Ideenbörse werde ich das Buch sicherlich mal nutzen. Außerdem stehen ja auch noch einige Geburtstagsfeiern an, die natürlich toll werden sollen. Bücherwürmchen ist ja erst drei Jahre alt…

Besonders begeistert bin ich von der Fülle der Ideen und der klaren und übersichtlichen Struktur des Buches. Ich verstehe zwar nicht alle Bastelanleitungen so ganz, aber als erste Idee reichen mir die genannten kreativen Tätigkeiten trotzdem. Für eine genauere Beschreibung kann ich notfalls woanders nachschauen. Ich finde es übrigens auch toll, dass in dem Buch viele alte, klassische Kindergeburtstagsspiele erwähnt werden. Für uns sind diese Spiele natürlich nichts neues, aber unsere Kinder spielen sie ja trotzdem zum ersten Mal und das eine oder andere Spiel hat sich sicherlich nicht ohne Grund bewährt.

Wenn ich in dem Buch blättere, freue ich mich schon richtig auf die zu planenden Geburtstage. Man bekommt Lust darauf, so manches mal auszuprobieren und da der nächste Geburtstag noch etwas hin ist, kann ich demnächst mal wieder Ideen für einen schönen Mottotag sammeln…

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Bloß kein Stress! Ideenbuch für den erfolgreichen Kindergeburtstag von Susanne Endres, Books on Demand, ISBN: 978-3735794581, 19,90 €