Buchkönig: Ich bin für dich da!

Die Liste der Buchkönige wird langsam immer länger. Heute kommt bereits der neunte Preisträger hinzu. Dagmar von Buchkind-Blog, Wenke von Kinderbibliothek und ich haben die Ehre ihn dieses Mal an folgendes Bilderbuch zu verleihen, über welches sich auch Erwachsene noch freuen:

Ich bin für dich da! von Zapf und Jochen Till, Tulipan Verlag

Herzlichen Glückwunsch an Zapf und Jochen Till und an den Tulipan Verlag!

Worum geht es in dem Buch?

In dem Buch gibt es  zwei Figuren: Das Stachelschwein und die Giraffe. Während das Stachelschwein vor Glück pfeifend durch die Welt läuft, tropfen aus den Augen der Giraffe dicke Tränen. Und da das Stachelschwein und die Giraffe dicke Freunde sind, bemüht sich das Stachelschwein sofort herauszufinden, was mit der Giraffe los ist. Den Grund erfährt es nicht, aber es kann trotzdem helfen, denn eine Umarmung und das Nichtalleinlassen ist äußerst tröstend und wärmend.

Was ist das Besondere an diesem Buch?

Hier stimmt einfach alles: Die warmen Zeichnungen machen unglaublich viel Freude. Jedes Bild schaut man sich gerne an. Das Buch enthält eine wichtige Botschaft: Man kann seinen Freunden helfen, in dem man Trost spendet und für sie da ist. Der Text ist kurz und kann auch von Erstlesern prima gelesen werden. Ansonsten richtet sich das Buch an kleine Zuhörer und an Erwachsene, die Freunde mit diesem Buch aufmuntern möchten. Es ist einfach ein Buch für alle!

Mehr dazu könnt ihr auch in meiner Rezension lesen.

Weitere schöne Bücher aus dem Tulipan Verlag

Natürlich ist „Ich bin für dich da!“ nicht das einzige empfehlenswerte Buch aus dem Tulipan Verlag. Der Verlag zeichnet sich unter anderem durch schön aufgemachte Bilderbücher und spannende und lesenswerte Erstlesebücher aus. Alles, was ins Verlagsprogramm aufgenommen wird, scheint eine besondere Note zu haben: Die Bücher sind durchgehend originell, witzig und ansprechend und lebendig illustriert. In manchen Büchern wird interessantes Wissen vermittelt und alter Erzählstoff wird aufgegriffen, aber auch an neue digitale Möglichkeiten wagt man sich in dem Verlag heran.

Diese Bücher habe ich bisher aus dem Tulipan Verlag rezensiert. Ich denke sie zeigen die Bandbreite des Verlags bereits ganz gut:

Ich bin für dich da!

von Zapf (Illustrationen) und Jochen Till (Text)

Tulipan Verlag

ISBN: 978-3-86429-371-9

10,00€

Rezensionen: Buchkind-Blog, Kinderbibliothek

 

 

 

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Rezension: Ich bin für dich da!

Ihr braucht etwas zum Wohlfühlen und Glücklichmachen? Dann ist das Bilderbuch „Ich bin für dich da!“ genau das richtige für euch!

Glückliches Stachelschwein – Traurige Giraffe

Es ist ein herrliches Bilderbuch für Kleine und Große, das einem tatsächlich – wie im Klappentext versprochen – ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Dafür sorgen alleine schon die wunderbaren Illustrationen vom Stachelschwein und seiner Freundin der Giraffe. Man wird schon fröhlich, wenn man sich die erste Seite des Buches anschaut und das fröhliche Stachelschwein sieht, welches pfeifend über die Bildseite läuft und einfach nur glücklich ist, als es auf der nächsten Seite einen Maiskolben entdeckt, den es anschließend unglaublich knuffig verdrückt. Aber nicht alle sind so glücklich wie das Stachelschwein. Dicke Tropfen landen auf dem Stachelschwein und ganz bedröppelt stellt es fest, dass die Giraffe weint. Es überlegt sich verschiedene Möglichkeiten, warum es dieser gerade nicht gut geht, aber auch wenn es den Grund nicht erfährt, so ist es einfach für die Giraffe da. Es tröstet sie, umarmt sie und hilft ihr, indem es ihr zeigt, dass sie nicht alleine ist.

Eine wärmende Geschichte

Ein wunderschönes Buch mit einer wärmenden Geschichte, die einfach humorvoll und freundlich dargestellt ist. Die Botschaft verstehen bereits Kinder. Jedem geht es besser, wenn er mit seinem Kummer nicht alleine ist. Freunde halten zusammen. Trost ist wichtig, ändert vieles und kann von Freunden gespendet werden. Natürlich lässt sich dieses Buch auch sehr gut als Geschenkbuch für gute Freunde zur Aufmunterung verwenden. Ich glaube, es kommt wirklich überall gut an.

Die Gesichtsausdrücke der Tiere, insbesondere des Stachelschweins, sind sehr gut getroffen. Kinder bekommen die Botschaft des Buches also nicht nur über den Text, sondern vor allem auch durch die Bilder vermittelt. Die Farben sind warm gehalten. Eine räumliche Gestaltung oder Details im Hintergrund gibt es nicht. Hier stehen wirklich das Stachelschwein und die Giraffe sowie deren Gefühle im Vordergrund.

Der Text ist sehr kurz gehalten. Pro Seite findet man nur einen (Teil-)Satz. Und da alles Dank des weißem, klaren Hintergrundes gut zu lesen ist, haben auch Erstleser an diesem Buch somit viel Freude. Wie bereits geschrieben: Es ist einfach wirklich ein Buch für alle!

Ich bin für dich da! von Zapf und Jochen Till, Tulipan Verlag, ISBN: 978-386429-371-9, 10€

Die Kinder aus Bullerbü – heute und früher

Habt ihr auch auf manche Bücher aus der Kindheit als Erwachsene auf einmal eine ganz andere Sicht? Manches, was man früher geliebt hat, ist auf einmal gar nicht mehr so wunderbar oder man entdeckt auf einmal den Zauber eines Buches, der einem als Kind verwehrt blieb?

Ich habe diese Erfahrung ein wenig bei den Kindern aus Bullerbü gemacht. Ja, ausgerechnet bei Büchern meiner Lieblingsautorin Astrid Lindgren. Als junge Erwachsene habe ich von anderen Erwachsenen ab und zu gehört, dass sie auf einmal ganz verwundert festgestellt hätten, wie langweilig eigentlich die Kinder aus Bullerbü seien. Das hätten sie als Kind ganz anders wahrgenommen, aber jetzt könnten sie die Bücher kaum noch lesen. Ich habe nicht viel dazu gesagt, sondern mir nur gedacht, dass das doch gar nicht sein könne. Das sind doch ganz tolle Bücher, geschrieben von Astrid Lindgren. Allein ihre Art zu schreiben, macht die Bücher zu etwas Besonderem.

Erwachsene und Kinder erleben Bücher unterschiedlich

Nun habe ich vor einiger Zeit meinem Sohn die Kinder aus Bullerbü vorgelesen. Und wisst ihr, was ich beim Vorlesen gedacht habe? Hoffentlich langweilt er sich nicht. So wirklich viel passiert ja nicht gerade. Aber das erstaunliche und wunderbare ist, dass mein Sohn sich überhaupt nicht gelangweilt hat. Er mochte die Bücher gerne, fand manche Stellen sogar ziemlich aufregend und spannend. Und daran merkt man tatsächlich, dass Astrid Lindgren eine Schriftstellerin für die Kinder war. Sie wusste, was Kindern wichtig ist und was sie interessiert.

Das Leben auf Bullerbü im Laufe der Jahreszeiten

In den Büchern von den Kindern aus Bullerbü wird aus dem Alltag der Kinder dreier Höfe berichtet. Lisa und ihre Brüder Lasse und Bosse wohnen zwischen Inga und Britta auf der einen Seite und Ole und seiner kleinen Schwester Kerstin auf der anderen Seite. Sie leben sehr ländlich und zu einer anderen Zeit. Wann genau die Geschichten spielen, kann ich nicht sagen, aber die Schule und das Leben auf dem Land unterscheiden sich deutlich von dem Leben heute. Zwar müssen die Kinder ab und zu auf dem Feld leben, sie gehen zu Fuß einen langen Weg zur Schule, aber sie leben sehr unbeschwert und glücklich. Sie haben sich gegenseitig zum Spielen. Immer ist jemand da, mit dem man etwas unternehmen kann. In den Büchern wird von ihren Spielen und den Festen des Jahres erzählt. Mal werden Hummer gefangen, mal muss ein  Kind von seinem Wackelzahn erlöst werden, mal verstecken sich die Kinder im Heu und erschrecken sich gegenseitig und mal spielen sie der Lehrerin in der Schule einen Streich. Es geht alles recht harmonisch und unaufgeregt zu, aber es ist die fantasievolle und lebendige Welt der Kinder, was vermutlich auf die zuhörenden Kinder anziehend wirkt. Sie erkennen vielleicht das eine oder andere aus ihrem Alltag wieder. Sicherlich kann man ein heutiges Kinderleben nicht unbedingt mit dem Leben der Kinder aus Bullerbü vergleichen, aber die Lust am Spielen mit Freunden besteht auch heute noch. Freundschaft ist auch für heutige Kinder ein wichtiges Thema.

Mädchen und Jungen in Bullerbü

Mir ist es auch erst jetzt beim Vorlesen aufgefallen, dass die Kinder in dem Buch sich häufig aufteilen. Die Mädchen und die Jungen bleiben immer  mal wieder  unter sich und es fallen Sprüche a la „Das ist nichts für Mädchen“. Davon lassen sich die Mädchen zwar nicht unbedingt beeindrucken, aber diese Sichtweise herrscht in dem Buch dennoch immer wieder vor. Ich fand es gar nicht so gut, meinem Sohn solche Sätze vorzulesen, denn ich wusste nicht, ob er versteht, dass das nur Sprüche sind oder ob er so etwas ernst nimmt, aber lustigerweise waren das mal wieder nur so erwachsene Gedanken. Mein Sohn fand jedenfalls die Mädchen in dem Buch cooler und schlauer als die Jungen, wobei er auch von dem frechen Lasse fasziniert war.

Ja, die Kinder aus Bullerbü wirken auf Erwachsene längst nicht mehr so spannend und schön wie auf Kinder, aber davon sollte man sich nicht abhalten lassen, diese Bücher vorzulesen, denn die Kinder mögen sie. Und es ist doch schön, wenn man ihnen eine Welt voller Spiel und Spaß in der Kindheit präsentieren kann. Vielleicht werden die eigenen Kinder durch die Bücher ja auch zu dem einen oder anderen Spiel angeregt.

Da es in den Büchern einmal durch die ganzen Jahreszeiten geht, lassen sich die Bücher das ganze Jahr über lesen. Trotzdem habe ich gerade jetzt im Sommer an sie gedacht, da sich bei den Kindern aus Bullerbü so viel draußen abspielt. Hoffentlich nehmen sich die heutigen Kinder daran ein Beispiel (und die Eltern auch, denn diese müssen den Kindern dazu den Freiraum ermöglichen).

Die Kinder aus Bullerbü (Gesamtausgabe) von Astrid Lindgren, illustriert von Ilon Wikland, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-2945-2, 16,90€

 

 

Jugendrezension zu „Wir beide wussten, es war was passiert“

Der bereits mit dem Deutschen Jugendpreis nominierte Roman „Wir beide wussten, es war was passiert“ ist abwechslungsreich, ungewohnt und mit wertvollen Botschaften zwischen den Zeilen gesegnet, einfach nur toll.

Das Buch besteht aus ein bis drei Seiten langen Texten, die aussehen wie Gedichte. Reimen tut sich hier jedoch nichts, die einzelnen Texte aus mehreren Erzählperspektiven sind kurz, knackig und schlichtweg ergreifend. Sobald man sich erst mal an den Schreibstil gewöhnt hat, liest sich der Roman flüssig und man will ihn kaum noch aus der Hand legen. Zwei der drei Personen, aus dessen Perspektiven geschrieben wird, sind äußerst charakterstark und treffen aufeinander. Die beiden verleihen dem Buch an manchen Stellen Pfeffer, Hoffnung, aber auch tiefschürfende Melancholie. Durch die dritte Perspektive, ein Mädchen, wird für alle potenziellen Leser, egal welchen Geschlechts, der Roman interessant und lesenswert.

Nach der bereits erwähnten kurzen Eingewöhnungszeit habe ich das Buch mit Freude und tiefem Ergreifen gelesen. Die verschiedenen Charaktere und ihre Geschichten haben mich begeistert und teilweise innerlich verstummen lassen. Ich empfehle das Buch jedem ab 14 Jahren und dem Zeitpunkt, an dem man bereit ist, Neues einzugehen und für kurze Zeit in eine andere Seite unserer doch so schönen Welt einzutauchen.

Lisa, 14 Jahre, Teilnehmerin der Schreibwerkstatt zu:

Wir beide wussten, es war was passiert von Steven Herrick, übersetzt von Uwe-Michael Gutzschhahn, Thienemann Verlag, ISBN: 978-3-522-20219-0, 14,99€

Mehr über den Inhalt des Buches findet ihr in meiner Rezension zu dem Buch.

Poetischer Jugendroman: Wir beide wussten, es war was passiert

Drei völlig unterschiedliche Personen und doch finden sie auf wundersame Wege zusammen. Billy, ein Junge, der von seinem alkoholkranken und gewalttätigen Vater davon gelaufen ist, Caitlin, ein Mädchen, das von seinen reichen Eltern auf eine Privatschule geschickt wird und Old Bill, ein scheinbar obdachloser Mann, der in seinem Leben viel Leid ertragen musste.

In dem Buch „Wir beide wussten, es war was passiert“ wird die Geschichte bzw. das Zusammentreffen dieser drei Figuren erzählt. Im Mittelpunkt steht Billy, der anfängt seine Geschichte zu erzählen, doch im Verlauf des Buches übernehmen auch Caitlin und Old Bill die Erzählerrolle. Auf seiner Flucht von zu Hause kommt Billy nach Bendarat, wo er in einem stillgelegten Eisenbahnwaggon Unterschlupf findet und so zum Nachbarn von Old Bill wird, der ebenfalls in einem alten Waggon untergekommen ist. Seinen Hunger stillt Billy mit den Resten, die andere Gäste bei McDonald’s liegen gelassen haben. Auf diese Weise lernt er Caitlin kennen, die sein Verhalten beobachtet hat, es aber beim Wischen des Bodens – und einem freundlichen Lächeln – belässt. Und obwohl alle drei Personen aus ganz anderen Welten kommen, so ist zwischen ihnen sofort eine Verbindung da, zwischen Billy und Old Bill und zwischen Billy und Caitlin. Verbindungen, die zu besonderen Beziehungen heranwachsen.

Außergewöhnliche Form eines Romans

Das Buch „Wir beide wussten, es war was passiert“ ist ein leises Buch. Die Geschehnisse werden von verschiedenen Personen in sehr kurzen Kapiteln erzählt, so dass kaum wörtliche Rede vorkommt. Jedes Kapitel ist in der Form eines Gedichtes niedergeschrieben, so dass alles eine poetische Form mit schönem Sprachklang annimmt, aber dennoch wird in aller Knappheit eine fortlaufende Geschichte erzählt. Die gewählte Form, die für den Text an sich nicht zwingend notwendig ist, macht das Buch zu etwas Besonderem. Es ist keine Geschichte, die einen direkt überwältigt, dafür ist alles zu knapp und ruhig geschrieben, aber dennoch beschäftigt man sich mit ihr auch über das Lesen hinaus.

Kommt es bei der Zielgruppe an?

Mir hat das Buch insgesamt gefallen, aber ich befürchte, dass die Versform der Erzählung ein Problem sein könnte. Das Cover des Buches, das nichts verrät, macht in Zusammenhang mit dem Titel „Wir beide wussten, es war was passiert“ neugierig und lässt Jugendliche nach diesem Buch greifen. Auch der Klappentext klingt verheißungsvoll. Er ist genau in der gleichen Form abgedruckt, wie er auch im Buch erscheint, aber diese besondere Form nimmt man an dieser Stelle nicht wahr. Dann aber schaut man in das Buch und sieht nur kurze Texte in Versform. Hm! Nicht unbedingt das, worauf man sich beim Lesen eines Buches freut. Und schon wird das Buch wieder zur Seite gelegt. Schade! Trotzdem hoffe ich, dass dieses Buch bei dem einen oder anderen Jugendlichen ab 13 Jahren eine Chance bekommt. Es ist eine schöne, kleine Geschichte über Liebe, Freundschaft und das Überwinden von Grenzen.

Und mein Wunsch erfüllt sich tatsächlich, denn eine Teilnehmerin der Schreibwerkstatt hat sich für dieses Buch entschieden. Morgen dürft ihr von ihren Eindrücken dazu lesen.

Wir beide wussten, es war was passiert von Steven Herrick, übersetzt von Uwe-Michael Gutzschhahn, Thienemann Verlag, ISBN: 978-3-522-20219-0, 14,99€

 

Ab in den Zoo zu Pia Pinselohr und ihren Freunden

Vor Kurzem habe ich die Edition Pastorplatz besucht und euch hier auf meinem Blog von dem Besuch berichtet. Ihr wisst also schon, dass ich die Bücher aus diesem Verlag besonders gerne mag, denn sie sind einfach wunderschön gemacht.  Aber nun habe ich DAS Buch in dem Verlag entdeckt, welches mein Herz sofort erobert hat: „Pia Pinselohr“.

Das Buch ist einfach sooo toll! Allein die drei Hauptfiguren, das Pinselohrschwein Pia, das Alpaka Alfred und das lispelnde Erdmännchen Eddie, sind schon genial. Erdmännchen sind unglaublich süß und mit Pinselohrschweinen verbinde ich unsere ersten Tierparkbesuche in Aachen mit Bücherwürmchen. Es steht auch für seine unglaubliche Sprachentwicklung. Während andere Kinder in seinem Alter im Tierpark noch auf irgendetwas zeigten und „Da!“ sagten, sagte Bücherwürmchen: „Ich möchte zu den Pinselohrschweinen.“ Wie schön also, dass es ein Kinderbuch mit einem Pinselohrschwein gibt. Okay, es gibt schon die Geschichten von Tafiti und seinem Freund dem Pinselohrschwein Pinsel und Bücherwürmchen dachte auch zunächst, dass dieses Buch von den beiden Freunden handelt, aber erstens kann es von diesen Tieren ruhig noch mehr Bücher geben und zweitens ist „Pia Pinselohr“ etwas ganz besonderes. Das zeigte sich allein daran, dass ich das Buch Bücherwürmchen direkt zwei Mal vorlesen durfte, was bei ihm in letzter Zeit nicht mehr so häufig vorkommt.

Wunderschöne Gestaltung

Die Bilder in dem Buch überzeugen in ihrer Liebenswürdigkeit. Man spürt beim Anblick der Bilder die Sorgfalt und Liebe, die in ihnen steckt. Die Tiere sind niedlich gezeichnet, aber sie wirken dabei überhaupt nicht kitschig. Ihre Gesichtsausdrücke und ihre Körperhaltung spiegelt das Geschehen in der Geschichte perfekt wider.

Schön ist auch in diesem Buch die farbliche Unterscheidung der Sprecher, die wir bereits aus den anderen Büchern des Verlags kennen. Das sieht nicht nur gut aus, es hilft auch ungemein beim Vorlesen des Textes, denn so kann man auch beim ersten Vorlesen die Sprecher direkt unterscheiden und mit unterschiedlichen Stimmen vorlesen.

Spannende Zoo-Geschichte

Aber auch die Geschichte ist rund und überzeugend. Pia, Alfred und Eddie sind gute Freunde. Sie halten immer zusammen und ertragen gemeinsam die Gemeinheiten der großen Tiere wie Elefant, Tiger und Eisbär. Aber sie haben auch noch jemanden auf ihrer Seite: Tierpfleger Theo gibt den Dreien bei der Fütterung immer noch eine Extra-Streicheleinheit. Allerdings ist Theo schon alt und er hat nun seinen letzten Arbeitstag. Die Tiere sind traurig, aber bestimmt wird der neue Tierpfleger auch nett sein. Ist er aber nicht. Er kümmert sich nur schlampig um das Allernotwendigste und zwingt den großen Tieren Kunststücke auf. Pia, Alfred und Eddie sind verzweifelt. Was sollen sie nur tun? Wenn doch nur Theo mal vorbei käme. Eines Tages erfährt Pia durch Zufall, dass sie als Pinselohrschwein schwimmen und tauchen kann und so steht ihr Entschluss fest: Über Bach und Fluss wird sie zu Theo gelangen und ihn in den Zoo bringen…

Das Buch bietet also einiges an Spannung. Bücherwürmchen wird richtig wütend auf den neuen Tierpfleger und fiebert ordentlich bei Pias Plan mit. In dem Buch geht es um Freundschaft, Verzeihen können und den Mut, Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Es spricht aber auch ansatzweise Themen wie Tierschutz und artgerechte Tierhaltung an. Die Tiere werden etwas vermenschlicht dargestellt, aber dennoch geht es um das richtige Futter und Eigenschaften der Tiere und es richtet sich ganz klar gegen Dressur von Tieren.

Uns hat das Buch „Pia Pinselohr“ voll und ganz überzeugt und wir können es nur weiterempfehlen. Auf den Seiten ist bereits recht viel Text, aber da es so reich farbig bebildert ist, würde ich es Kindern ab 4/5 Jahren genauso wie ein ausführliches Bilderbuch vorlesen. Es eignet sich aber natürlich auch für etwas ältere Kinder (ab circa 8 Jahren) zum Selberlesen.

Pia Pinselohr, Text von Gordon Detels, Illustrationen von Mele Brink, Edition Pastorplatz, ISBN: 978-3-943833-19-5, 16€

Pettersson im Pappbilderbuch suchen

Pettersson und Findus – oh ja, das waren lange Zeit die Lieblingsbuchhelden von uns. In letzter Zeit haben wir allerdings die Bücher von dem kauzigen Alten und seinem Kater Findus weniger in die Hand genommen. Da wirkt es überaus anregend, wenn ein neues Buch von den beiden ins Haus flattert. „Wo ist Pettersson?“ ist zwar nur ein kleines Pappbilderbuch, aber auch dieses Buch hat uns viel Spaß gemacht und uns wieder Lust auf Pettersson und Findus gemacht. Außerdem merkt man auch diesem Buch an, warum Pettersson und Findus so beliebt sind: Es steckt einfach unglaublich viel Humor in diesen Büchern. Der Text besteht in erster Linie aus Dialogen, was den Inhalt sehr lebendig macht. Pettersson und Findus sind Figuren, die man sofort liebgewinnt und zwar sowohl durch den Text als auch durch die Bilder, welche in diesem Buch etwas ruhiger gestaltet sind als in den anderen Bilderbüchern. Es gibt aber natürlich trotzdem noch genug zu entdecken, während es gleichzeitig kleineren Kindern erleichtert wird sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Das Buch ist für Kinder ab zwei Jahren und ich denke auch, dass Kinder ab diesem Alter Spaß an dem Buch und an der Geschichte haben, wobei sie sicherlich nicht jeden Witz verstehen werden. Der Schlagabtausch, den sich Findus mit den Hühnern und den Mucklas liefert, ist recht rasant und für kleinere Kinder sicherlich nur in Teilen verständlich, aber die Grundgeschichte ist gut zu verstehen:

Findus hat für Pettersson ein Bild gemalt, welches er nun Pettersson natürlich schenken möchte, doch der Alte ist nicht zu finden. Findus fragt die Hühner und verschiedene Muckla um Hilfe, die ihm jedoch wenig hilfreiche Antworten geben. Auch die Kühe sind in dieser Hinsicht nicht besser. Am Ende findet Findus Pettersson dann aber doch und dabei stellt sich heraus, dass auch Pettersson nach Findus gesucht hat, denn auch er hat eine Überraschung für den Kater.

Auch größere Kinder haben an dieser Geschichte noch viel Spaß. Sie lachen über die Witze und freuen sich darüber, dass Pettersson Findus so ein tolles Auto gebaut hat.

Insgesamt erzählt das Buch eine schöne runde Geschichte. Es lohnt sich auf jeden Fall die Pettersson und Findus-Sammlung mit diesem Buch zu erweitern.

Wo ist Pettersson? von Sven Nordqvist, übersetzt von Kerstin Behnken, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0496-1, 7,99€

Onno und Ontje – eine herrliche Freundschaft

Kennt ihr schon die beiden Freunde Onno und Ontje? Die zwei sind einfach nur liebenswert! Mittlerweile ist bereits das zweite Buch von ihnen herausgekommen: „Onno & Ontje – Ein Freund hilft dem anderen. Immer!

Ein kranker Freund braucht Aufmerksamkeit

Nachdem im ersten Buch der kleine Otter Ontje bei dem kauzigen Fischer Onno ans Land gespült wurde und sich die beiden angefreundet haben, obwohl Onno eigentlich am liebsten alleine ist, verbringen die zwei nun ganz selbstverständlich die Tage auf der Insel gemeinsam. Seitdem Onno auf dem Meer seekrank wurde, fährt nun seine Frau Olga mit dem Bott zum Fischen hinaus und Onno putzt, kocht, mäht den Rasen und tut eben alles, was es so auf der Insel zu tun gibt. Dazu gehört auch die Draisine zu reparieren, mit der sie manchmal zum Festland fahren. Onno macht sich mit Feuereifer an die Arbeit, doch Ontje liegt nur schlapp daneben. Es geht ihm nicht gut. Er meint, dass er krank sei und Onno sich um ihn kümmern muss. Onno tut alles, was Ontje sich von ihm wünscht, aber nachdem er dem Otter einen Kräutertee gebracht hat, flitzt er direkt wieder zu seiner Draisine um weiter zu arbeiten. Das gefällt Ontje gar nicht. So geht das nicht. Ein Freund muss sich richtig um seinen kranken Freund kümmern, sich zu ihm ins Bett legen, etwas vorlesen und die ganze Zeit für einen da sein. Und Onno sieht das letztendlich auch ein und so wird Ontje blitzschnell wieder gesund, doch am nächsten Tag ist Onno krank und die Rollen kehren sich um.

Freundliche Bilder mit witzigen Details

Onno und Ontje sind toll, wobei mir das erste Buch noch ein bisschen besser gefallen hat als das zweite. Die Geschichte hatte noch etwas mehr Gehalt. Dennoch ist das Gesamtpaket absolut empfehlenswert. Beim zweiten Buch haben die zwei mich letztendlich auch an Pettersson und Findus erinnert: Auch hier gibt es schließlich einen kauzigen Mann und ein aufgewecktes, munteres und pfiffiges Tierchen, das genau weiß, wie es mit dem menschlichen Freund umgehen muss. Außerdem gibt es in den Onno & Ontje-Büchern auf den Bildern ebenfalls sehr viel zu entdecken, wenn der Stil auch ein ganz anderer ist als bei Pettersson und Findus.

Die Bilder bei Onno und Ontje sind einfach klasse. Es gibt viele witzige Details und aus ihnen spricht unglaublich viel Wärme und Lebensfreude. Hier findet man eine heile Welt, die aber nicht kitschig wirkt, sondern fröhlich und ansprechend.

Mir gefallen diese Bücher insbesondere auf Grund der Bilder sehr gut. Außerdem lassen sie sich gut lesen und machen Spaß. Das sind die Gründe, warum ich persönlich zu diesen Büchern greife, aber letztendlich vermitteln sie auch wichtige Botschaften, z.B. wie man sich in einer Freundschaft verhält und was im Leben wichtig ist. Sehr schön ist auch, dass sich hier mal der Mann ums Haus etc. kümmert und die Frau die Arbeit auf dem Meer übernommen hat. Meines Erachtens ist Olga allerdings ein wenig außen vor und sie passt nicht so ganz in die Geschichte, auch wenn sich Onno und Ontje über ihre Rückkehr freuen. Ich weiß jedoch von anderen Leserinnen, dass sie Olga nicht so wie ich als überflüssig wahrgenommen haben.

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Onno & Ontje – Ein Freund hilft dem anderen. Immer! Von Thomas Springer und Matthias Derenbach, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-67154-1, 12,99€

 

25 Jahre Regenbogenfisch und ein neues Abenteuer

Ich glaube, jeder der Kinder hat oder mit ihnen zu tun hat, kennt ihn, den Regenbogenfisch. Und mittlerweile können viele sogar sagen, dass sie ihn noch aus ihrer eigenen Kindheit kennen, denn der Regenbogenfisch ist schon 25 Jahre alt. Eine Erfolgsgeschichte, die sich auch in einigen Folgebänden niederschlägt. Ganz aktuell ist das Buch „Der Regenbogenfisch lernt verlieren“ herausgekommen.

Ich muss sagen, dass ich dem Regenbogenfisch ein wenig skeptisch gegenüber stehe, da mir das Buch ein wenig zu lehrhaft herüber kommt. Ja, die Botschaften, die er vermittelt sind richtig und wichtig, aber diese Absicht kommt mir zu stark herüber. Dennoch wird der Regenbogenfisch gerade in Einrichtungen gerne eingesetzt und er hat dort sicherlich auch seinen berechtigten Platz. Kinder mögen den Regenbogenfisch, was sicherlich auch am Glitzer liegt. So etwas macht in einem Buch schon etwas her. Außerdem erlebt der Regenbogenfisch Situationen, die Kindern bekannt vorkommen.

Thema: Verlieren

Nun möchte ich mal einen Blick auf das neue Buch werfen: „Der Regenbogenfisch lernt verlieren“ Der Titel zeigt bereits, dass hier wieder eine Botschaft vermittelt werden soll, aber das kennt man ja vom Regenbogenfisch. Das Thema ist spannend. Es gibt viele Kinder (und auch Erwachsene, zu denen ich leider auch gehöre), die nicht gut verlieren können. Wie geht man damit um? Vielleicht präsentiert uns ja das Buch eine gute Lösung.

Die Fische spielen verstecken. Zuerst sucht der Regenbogenfisch, aber alle drei Fische haben sich so geschickt versteckt, dass er sie nicht finden kann, obwohl er doch die meisten Verstecke gut kennt. Und als dann der kleine Blaue mit suchen an der Reihe ist, findet er sofort den Regenbogenfisch. Das ist zu viel für ihn. Ärgerlich und schimpfend schwimmt er davon, was den kleinen Blauen traurig macht. Rotflosse schwimmt dem Regenbogenfisch hinterher und spricht mit ihm. Er zeigt Verständnis und erklärt dem Regenbogenfisch wie unfair er sich verhalten hat. Der Regenbogenfisch sieht das ein, entschuldigt sich und spielt wieder mit.

Auf den Bildern sieht man vor allem die Fische, umrahmt von ein paar Algen. Der Hintergrund ist mal weiß, mal farbig, wobei hier mehr Wert auf die Gefühle als auf Realität gelegt wurde. So ist der Hintergrund auf der Seite, auf der der Regenbogenfisch wütend wegschwimmt, in einem Rotton gehalten, was die Atmosphäre gut unterstreicht. Auch an den Gesichtsausdrücken der Fische kann man meistens gut ihre Gefühle ablesen. Ich finde allerdings, dass der Regenbogenfisch Rotflosse etwas sehr aufgeschlossen zuhört.

Realistisch gelöst?

Überhaupt muss ich sagen, dass mir die Lösung in dem Buch etwas zu einfach ist. Wenn mein Sohn sich ärgert, weil er verliert oder ein Spielzug nicht zu seinen Gunsten ausfällt, dann ist er längst nicht so einsichtig. Er bekommt dann seine Wut wieder in den Griff, da er gerne weiterspielen möchte, ich aber keine Lust habe nach seinen eigenen Regeln zu spielen, aber seine Mimik spiegelt dann weiterhin seinen Ärger wider. Ja klar, man kann mit ihm reden, ihm das alles erklären und vielleicht sieht er es sogar ein, aber es ändert nichts daran, dass er sich beim nächsten Mal wieder genauso ärgern wird. Die Lösung in dem Buch ist vernünftig, aber sie ist mir persönlich zu realitätsfern. Auch kommt sie ein wenig langweilig daher.

Schade, die Idee das Verlieren zu einem Regenbogenfisch-Thema zu machen, gefällt mir gut. Der Anfang des Buches ist vielversprechend, doch das Ende ist mir zu schwach.

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Der Regenbogenfisch lernt verlieren von Marcus Pfister, NordSüd Verlag, ISBN: 978-3-314-10381-0, 16€

Hilfe im kalten Winter erwärmt das Herz

Noch steht der Weihnachtsbaum und die Weihnachtsbücher werden durchaus noch gerne gelesen, aber bald verschwinden sie bis Ende November wieder im Regal. Aber auch wenn Weihnachten nun vorbei ist, so ist es der Winter noch lange nicht und natürlich gibt es für die diese Jahreszeit passende Bücher. Bücher, die bei uns zwar in der Nähe der Weihnachtsbücher stehen, welche aber unabhängig von Weihnachten noch eine ganze Weile gelesen werden können. Bücher, in denen Schnee, Eis und Kälte vorherrschen und in denen Schneemänner gebaut und mit dem Schlitten gerodelt wird. Und da es bei uns draußen gerade so richtig winterlich ist, werde ich euch heute, aber auch in den nächsten Wochen, passende Bücher vorstellen.

Zwei winterliche Bücher von Feridun Oral

Beginnen werde ich heute mit zwei schönen Büchern von Feridun Oral: „An einem kalten Wintermorgen…“ und „Ein Apfel für alle“. Bei beiden Büchern schneit es auf dem Cover und man kann die Kälte beinahe spüren.  Die Bücher kann man völlig unabhängig voneinander lesen, aber sie handeln von den gleichen vier Freunden: Hase, Maus, Fuchs und Bär.

Besonders überzeugend in den Büchern sind die Bilder, die einem einfach die Atmosphäre eines kalten, ungemütlichen Wintertages hervorragend vermitteln. Es sind Bilder, bei denen man ruhig wird, die man lange betrachten kann und die einen ganz mit in die Geschichte hinein nehmen. Natürlich sind die Bilder nicht schrill und bunt, sondern passenderweise sieht man viel weiß, bedeckte Bäume, verschneite Landschaften und eben die vier handelnden Tiere, die liebenswürdig dargestellt werden. Auch wenn sie hier vermenschlicht werden, indem sie unter anderem miteinander reden oder der Fuchs auf zwei Beinen läuft, wirken sie ziemlich realistisch.

Die Geschichten selbst verstärken einerseits ebenfalls den Eindruck des kalten Winters, sind aber andererseits auch Plädoyers für die Freundschaft und das Miteinander.

An einem kalten Wintermorgen

In „An einem kalten Wintermorgen…“ sucht die Maus Feuerholz für ihre Familie. Sie findet auch jede Menge Äste, die sie zusammenträgt, doch dann schafft sie es nicht den riesigen Haufen nach Hause zu schleppen. Sie fragt ihren Freund den Hasen, ob er ihr helfen kann. Das tut er gerne, aber selbst als sie es zu zweit versuchen, ist der Holzstapel noch zu schwer. Auch der Fuchs und sein Schlitten bekommen den Stapel nicht bewegt. Schließlich muss der Bär aus seinem Winterschlaf geweckt werden. Ganz langsam kommen die Tiere nun voran. Aber sie kommen nicht bis zum Mäusenest. Der Schlitten stößt gegen eine Baumwurzel, alles fällt zu Boden. Da der Schneesturm inzwischen immer schlimmer geworden ist, können die Tiere nicht mehr nach Hause zurückkehren, aber unter dem Holzstapel finden sie gemeinsam Schutz. Und als sich der Sturm dann gelegt hat, teilen sie die Äste untereinander auf und jeder schafft es nun problemlos seinen kleinen Haufen zu sich und seiner Familie zu tragen.

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Ein Apfel für alle

Auch in „Ein Apfel für alle“ ist alles unter einer Schneeschicht begraben. Es gibt kein Futter zu finden. Nur ein roter Apfel hängt an einem Baum. Der hungrige Hase hat ihn entdeckt und möchte ihn sich natürlich holen, doch er Apfel hängt viel zu hoch für ihn, so dass er Hilfe benötigt. Zunächst kommt die Maus, dann der Fuchs und schließlich der Bär. Was alleine nicht klappte, wird natürlich am Ende gemeinsam bewältigt und der mühsam heruntergeholte Apfel wird gerecht unter allen aufgeteilt.

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Gerade in dieser winterlichen Atmosphäre ist die Geschichte vom Zusammenhalt schön. Mich hatte zunächst irritiert, dass sich alle vier Tiere über den Apfel freuen und der Fuchs beispielsweise nicht lieber einen Hasenbraten hätte. Das passt natürlich nicht so ganz zur Natur der Tiere. Allerdings hatte ich auch erst das Buch „Ein Apfel für alle“ gelesen und anschließend das andere. Wenn man mit „An einem kalten Wintermorgen…“ beginnt, irritiert einen dies weniger. Dann ist eben einfach klar, dass es sich um vier Freunde handelt und man achtet weniger auf die Tierarten an sich.

Die Thematik der Bücher ist nicht neu und letztendlich ist es klar, worauf es jeweils hinausläuft. Dennoch gibt es im Verlauf der Geschichten kleine Spannungsmomente und man verfolgt durchaus interessiert, wie sich alles entwickelt. Und wie bereits geschrieben macht in diesen Büchern die Atmosphäre sehr viel aus. Sie passt zu den Geschichten und ihren Botschaften. Äußerlich ist alles kalt und wenig freundlich, aber die Tiere halten zueinander und helfen sich gegenseitig und erwärmen so auch unser Herz.

An einem kalten Wintermorgen… von Feridun Oral, übersetzt von Bruno Hächler, minedition, ISBN: 978-3-86566-304-7, 13,95€

Ein Apfel für alle von Feridun Oral, übersetzt von Christian Dreller, minedition, ISBN: 978-3-86566-344-3, 10,00€