Hauswichtel Lasse kam durch die Wichteltür

Kennt ihr schon die Wichtel- oder Feentüren? Bei Bücherwürmchen ist nun seit fast zwei Wochen eine Wichteltür im Zimmer und wir haben damit unglaublich viel Freude.

Buch zur Wichteltür

Zunächst haben wir das Buch „Das Geheimnis der Wichteltür“ gelesen. Es ist ein recht kurzes, einfaches Buch, welches uns aber auf die Spur der Wichtel und ihrer Türen bringt:

Die Geschwister Laura und Felix werden von dem Hauswichtel Dröm bewacht. Nachts kommt er durch eine Tür in ihr Zimmer und vertreibt durch seinen Zauberstaub die schlechten Träume der Kinder. Allerdings dürfen ihn die Kinder dabei nicht erwischen, denn dann würde er seine Zauberkraft verlieren. Eines Tages kommt es jedoch beinahe zu diesem Unglück. Dröm kann gerade noch rechtzeitig hinter seiner Tür verschwinden. Die Kinder haben etwas huschen gesehen und sind nun neugierig. Am nächsten Tag erhalten sie von Dröm einen Brief, in dem steht, dass er ein Hauswichtel ist und dass er seinen Zauber verlieren würde, wenn sie versuchen würden ihn zu sehen.

Auf den Bildern sieht man den Zauberstaub, der Wichtel ist auch auf einem zu sehen, genauso wie ein sanft schlummerndes Kind. Alles wirkt ein bisschen geheimnisvoll. Nur das Bild zum Traum von Felix, auf dem man einen Drachen sieht, gefällt  mir nicht so gut. Insgesamt finde ich auch die Geschichte recht knapp, aber für Bücherwürmchen reicht sie völlig aus.  Vielleicht ist es auch ganz gut, dass das Buch nicht sonderlich ausgestaltet wurde, denn so bleibt mehr Platz für eigene Geschichten und Ideen. Im Anschluss ans Lesen haben wir jedenfalls  gemeinsam die Wichteltür in einer Ecke seines Zimmers angebracht und seitdem müssen wir das Buch nun ständig lesen. Am liebsten hätte Bücherwürmchen es, wenn unser Hauswichtel ebenfalls Dröm heißen würde, aber Tomte Tummetott wäre ihm auch recht.

Unsere Wichteltür

Unsere Wichteltür ist eine blaue Holztür. Dazu hatten wir von Anfang an ein paar Gegenstände dazu gestellt: Eine kleine Bank (mit Klappe), eine Leiter (damit der Wichtel auch die Fußleiste überwinden kann) und einen kleinen Holzschlitten. Wichteltür, Accessoires und das Buch sind über den Onlineshop www.wandmotive.de erhältlich.

img_5096

Dann hieß es natürlich abwarten, ob tatsächlich ein Wichtel kommen würde. Bücherwürmchen lief an diesem Tag immer wieder in sein Zimmer um zu schauen, ob schon ein Wichtel da sei. Einmal behauptete er, dass er unter seinem Bett ein Hosenbein entdeckt hätte und einmal sah er die Jacke (schwarz mit Knöpfen in der Mitte!). Ich wüsste ja gerne, ob er tatsächlich meint, dass er etwas gesehen hat oder ob er das ganze selbst fantasievoll weiterspinnt.

Briefe vom Hauswichtel

Am nächsten Morgen war jedenfalls die Aufregung groß. Auf der Bank lag ein kleiner Wichtelbrief in einem Miniumschlag und ein paar glitzernde Sterne führten zur Treppe. Im Brief stellte sich der Wichtel kurz vor: Er hieße Lasse und komme aus dem hohen Norden und er wolle mehr über sich schreiben, nachdem er die neue Gegend ein wenig erkundet habe. Wie Bücherwürmchen sich gefreut hat! Den Brief hat er den ganzen Tag immer wieder aufgefaltet und gelesen. Er wird nun in einer kleinen Holzkiste als kostbarer Schatz aufbewahrt. Mittlerweile liegen noch drei weitere Briefe darin. Wir wissen nun unter anderem, dass Lasse im hohen Norden als Weihnachtswichtel beim Weihnachtsmann gearbeitet hat.

img_5171   img_5098

Kreativ rund um die Wichtelgeschichte

Bücherwürmchen findet das alles unglaublich spannend. Und mir macht das alles auch sehr viel Freude. Neulich haben wir dann gemeinsam ein wenig für den Wichtel gebastelt. Er hat nun eine Wimpelkette über seiner Tür hängen, neben der Tür befindet sich ein kleiner Briefkasten und Bücherwürmchen hat ihm aus Papier ein Bett gebastelt. Man kann zwar auch über den Shop unter anderem Wandsticker bestellen um es um die Tür herum ein wenig zu dekorieren, aber viel mehr Spaß macht es, wenn man diese einfachen Dinge selber herstellt. Letztendlich könnte man natürlich sogar die Tür selber machen, aber mir gefällt unsere Tür sehr gut und ich bin froh sie fertig bekommen zu haben, denn wer weiß, ob ich mich sonst hingesetzt und eine angefertigt hätte.

img_5101

Im Nachhinein war ich mir etwas unsicher, ob ich schlau vorgegangen bin. Wir haben ja die Tür (die sich nicht öffnen lässt) gemeinsam angeklebt. Bücherwürmchen wundert sich, wie das funktionieren soll, aber ich habe eben gesagt, dass Wichtel auf diese Weise irgendwie ins Zimmer kommen. Vielleicht wäre es auch schön, wenn die Tür einfach auf einmal da wäre und man gemeinsam überlegt und herausfindet, was es mit dieser Tür auf sich hat und erst dann das Buch liest. Ich weiß es nicht. Letztendlich ist es aber auch nicht so schlimm, wenn Kinder das Anbringen mitbekommen. Sie haben genügend Fantasie um daraus eine tolle Sache zu machen. Auch wenn Bücherwürmchen es noch nicht versteht, habe ich ihm beiläufig bereits gesagt, dass der Wichtel nur durch seine Fantasie leben kann. Ich weiß nicht, was er darüber denkt, aber er sagte neulich, dass die Frau, die das Buch „Das Geheimnis der Wichteltür“ geschrieben hat, genauso viel Fantasie habe wie er und ich.

Für Bücherwürmchen ist der Hauswichtel eine große Sache. Ich bin gespannt, was sich daraus so alles entwickeln wird. Wir werden bestimmt noch mal die eine oder andere Sache für ihn basteln, ab und zu kommt wohl Post von ihm an und vielleicht hinterlässt er ja auch noch andere Spuren. Passende Requisiten findet man sehr gut in der Puppenstube oder bei Krippenzubehör. Gut möglich, dass der kleine Lasse mal ein kleines Körbchen auf der Bank vergisst oder mal ein kleiner Besen an der Wand lehnen wird.

Ich danke Wandmotive.de für die Bereitstellung der Testprodukte.

set-dasgeheimnisderwichteltuer-bild21

Das Geheimnis der Wichteltür von Kristin Franke, Kreativshops, ISBN: 978-3-00-052677-0, 14,95€ (erhältlich aber auch im Set mit Wichteltür)

 

Advertisements

Für die ganze Familie: Jede Menge Vorlesestoff

Sehr schön für die ganze Familie sind Vorlesebücher. Sie eignen sich auch gut als Lektüre für den Urlaub, denn so hat man mit einem einzigen Buch gleich viele verschiedene Geschichten eingepackt. Allerdings gibt es auch einige Bücher mit langweiligen, nichtssagenden Geschichten und so lohnt es sich bei der Auswahl genauer hinzuschauen.

Ein paar Bücher, die sich natürlich auch gut als Geschenk für Weihnachten eignen, möchte ich heute vorstellen.

Ein ganz besonderes Vorlesebuch ist sicherlich „Im Affenzahn mit der Bimmelbahn – Das große James Krüss Vorlesebuch“, denn hier finden sich neben normalen Geschichten, viele in gereimte Gedichte verpackte Geschichten. Ich bin nicht unbedingt ein Gedichte-Fan, aber ich mag James Krüss unheimlich gerne. Vor allem sind es nicht einfach nur Gedichte, die schön gereimt sind und sich nett anhören, sondern sie erzählen ganze Geschichten. Bei James Krüss geht es lustig und fantasievoll zu und man bekommt Spaß an der Sprache und am Reimen.

Ich gebe zu, dass mir bei „Henriette Bimmelbahn“ die Bilder von Lisl Stich ein wenig fehlen, aber ansonsten bin ich mit großer Freude auf Entdeckungstour quer durch das Buch gegangen. Besonders spannend fand ich es, dass ich einige Texte gefunden habe, die mir aus der Kindheit bekannt waren, von denen ich aber nicht wusste, dass sie von James Krüss waren. Ich bin mir ganz sicher, dass meine Mutter uns „Die Weihnachtsmaus“ früher aus einem Weihnachtsbuch vorgelesen hat und die „Hundertzwei Gespensterchen“ soll ich angeblich bei der musikalischen Früherziehung kennen gelernt haben. Ich kann mich daran und auch an den Text nicht mehr erinnern, aber ich war dennoch hoch erfreut, dass ich dieses Gedicht nun James Krüss zuordnen kann und ich den ganzen Text noch einmal lesen konnte. Die bekannte Geschichte von „Ladislaus und Annabella“ findet man hier natürlich auch, wie so viele, viele andere Geschichten und Gedichte.

In diesem Buch kann man wirklich stundenlang blättern, selber lesen, vorlesen und es immer wieder hervor holen. Dieses Buch gehört einfach in jede Familie.

Die Seiten sind farbig und mit Illustrationen gestaltet. Auch auf diese Weise wird deutlich, wie bunt diese Vielfalt, die Sprache und Fantasie von James Krüss sind. Hier kann einfach nichts weiß bleiben.

9783789103728

Im Affenzahn mit der Bimmelbahn – Das große James Krüss Vorlesebuch, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0372-8, 16,99€

Liest du  mir was vor?“ fällt alleine durch das „Vorleseglücksrad“ auf dem Cover positiv auf. Kinder haben einfach großen Spaß daran, das Glücksrad zu drehen und zu schauen, wo der Pfeil stehen bleibt, wobei sie da ganz schnell ein wenig nachhelfen und so der Pfeil immer wieder bei den Lieblingsgeschichten landet. Die Bilder, die jeweils für eine Geschichte stehen, verraten noch nicht all zu viel von dem Inhalt, was es einerseits spannend macht, aber andererseits sind manche Bilder Kindern erst einmal zu langweilig oder nichtssagend, so dass sie die Geschichte nicht auswählen möchten. Dies muss im Umkehrschluss jedoch nicht heißen, dass sie die Geschichte selbst nicht spannend fänden.

Die Geschichten selber können auf jeden Fall überzeugen. Sie sind sehr kindgerecht und stammen einerseits aus dem Alltag der Kinder und andererseits gibt es Piraten-, Räuber- und Marsmännchengeschichten – insgesamt eine schöne Mischung. Es geht einfach um Dinge, die Kinder bewegen: Es werden Pommes angebaut und mit Ketchup gedüngt, der Papa zeigt dem Sohn ein paar Fußballtricks, es geht um Streit und Spaß zwischen Geschwistern, im Traum läuft das Karussellpferd über Wiesen und Felder und vieles mehr. Bücherwürmchen möchte jedenfalls eine Geschichte nach der anderen hören.

Illustriert ist das Buch natürlich auch. Die Bilder sind frisch und fröhlich.

9783770742967

Liest du mir was vor? von Maren von Klitzing, illustriert von Barbara Korthues, ellermann im Dressler Verlag, ISBN: 978-3-7707-4296-7, 14,99€

Ebenfalls überzeugen kann das Buch „Die Welt bei uns zu Hause – Vorlesegeschichten über andere Kulturen“. Kinder können hier spielerisch und ganz nebenbei etwas über Traditionen und Bräuche aus anderen Ländern erfahren. Besonders gut gefällt mir, dass das alles ohne erhobenen Zeigefinger geschieht. Sie wirken nicht angestrengt und man hat nicht das Gefühl, dass hier unbedingt etwas vermittelt werden soll. Im Gegenteil, die Geschichten kommen ganz natürlich daher, sie greifen kindliche Erlebnisse auf und lassen sich gut lesen. Die Begegnungen mit Sprachen, Traditionen und Menschen aus anderen Ländern finden im deutschen Alltag statt, z.B. im Kindergarten oder beim besten Freund zu Hause. So lernt Tim beim Kindergeburtstag seiner Freundin Lupita die mit Süßigkeiten gefüllte Pinata kennen und mit Samba aus dem Senegal dürfen die Kinder aus dem Kindergarten einmal in der Woche trommeln. Außerdem lernen die Kinder im Kindergarten das schwedische Luciafest kennen, Lilly darf bei ihrer chinesischen Freundin An das Essen mit Stäbchen ausprobieren und Lena darf sich mit ihrer Oma eine Aufführung von „Schwanensee“ anschauen. Sinterklaas, das kurdische Neujahrsfest, italienisches Essen, eine finnische Sauna spielen in diesem Buch neben einigen anderen Ländern und Bräuchen ebenfalls eine Rolle. Insgesamt gibt es 20 Geschichten aus ganz unterschiedlichen Kulturen in dem Buch, welches ebenfalls mit bunten Bildern illustriert ist.

9783770734238

Die Welt bei uns zu Hause – Vorlesegeschichten über andere Kulturen von Susanne Orosz, illustriert von Stefanie Scharnberg, ellermann im Dressler Verlag, ISBN: 978-3-7707-3423-8, 14,99€

Vielleicht wirken sie auf den ersten Blick etwas unspektakulär, aber zum Vorlesen und insbesondere abends eignen sich die Geschichten aus dem Buch „Wunderbare Gute-Nacht-Geschichten“ dennoch sehr gut. Die Geschichten verlaufen insgesamt sehr ruhig und sie sind meist auch kaum länger als 1 ½ Seiten, aber gerade deswegen sind sie als Gute-Nacht-Geschichte genau das richtige. Denn abends brauchen Kinder nichts aufregendes mehr, was sie dann nicht schlafen lässt. Besonders schön ist es für Kinder, dass es hier stets ein Bild zu jeder Geschichte gibt, welches über eine ganze Seite geht. Der Stil von Erwin Moser ist in den Bildern klar erkennbar und macht sie so unwiderstehlich. Das Buch lässt uns durch Texte und Bilder in eine warme, zu meist freundliche und fantasievolle Welt eintreten, in der sich Mäuse um den kranken Elefanten Bolo kümmern, die Maus Aline ihren Freund, den Dachs Norbert, in seiner eingeschneiten Blockhütte besucht, der lärmgeplagte Uhu Erwin sich ein neues Zuhause sucht, damit die Mäuseeltern ihre Kinder nicht mühsam immer wieder zur Ruhe bringen zu müssen und Katzen bei den Maulwürfen ins Notquartier ziehen.

Ganze 77 kurze Geschichten findet man in diesem Buch, doch allzu lange wird dieses Vorlesebuch sicherlich dennoch nicht als Gute-Nacht-Geschichten-Buch her halten können, denn schon bald werden die Kinder fordern, dass mehr als eine Geschichte gelesen wird oder das man sich während des Tages noch einmal mit diesem Buch hinsetzt.

Moser_Gute-Nacht_COVER_ok.indd

Wunderbare Gute-Nacht-Geschichten von Erwin Moser, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3-407-82168-3, 14,95€

Wenn der Affe zum Löwen wird…

Die Tiere im Zoo langweilen sich. Da kommt es dem kleinen Affen sehr gelegen, dass der Löwe ihn bittet, ihn im Löwengehege zu vertreten, doch dies ist nur der Beginn einer großen Gehege-Tauschaktion. Die Affenagentur regelt, wer in welches Gehege ziehen und die entsprechenden Aufgaben übernehmen darf, denn natürlich muss man sich der neuen Umgebung angemessen anpassen. Seite für Seite kann man nun Tiere in merkwürdigen Positionen betrachten. Flamingos hängen in der Fledermaushöhle, Krokodile klettern in den Affenbaum und die Kängurus testen ihre Trompeter-Fähigkeiten. Ein großer Spaß, zumindest zu Beginn. Leider machen die neuen Aufgaben, die Tiere auf Dauer krank, so dass es in Folge dessen nur noch einen Tauschtag in der Woche gibt. Doch, gewisse Aussagen hat das Buch „Die Affenagentur“ durchaus: Man sollte das tun, was man gut kann, aber dennoch offen für neues sein. Alltagstrott erzeugt Langeweile und für die Lebenslust ist es wichtig, ab und zu aus diesem Trott heraus zu kommen. Soweit so gut. Letztendlich ist „Die Affenagentur“ aber einfach ein richtig fröhliches und lustiges Bilderbuch, an dem Kinder Spaß haben. Kinder brauchen keine wichtigen Botschaften um ein Buch gut zu finden, ihnen reichen verdrehte und lustige Begebenheiten aus um sich ein Buch gerne anzugucken. Sie lachen darüber, wenn ein Löwe mit Taucherbrille in den Krokodiltümpel steigt oder wenn der schwere Elefant sich als eleganter, auf einem Bein stehender Flamingo ausgibt. Das Buch „Die Affenagentur“ kommt dem kindlichen Humor sehr gut entgegen. Aber nicht nur der Humor wird hier angesprochen, auch der Spaß, den Kinder häufig an Rollenspielen haben, wird hier aufgegriffen und die letzte Seite, auf der die Tiere erneut neue Rollen einnehmen, lädt dazu ein, selbst weitere Tauschgeschäfte zu erspinnen. Wie würde sich wohl der Elefant im Affengehege machen, traut sich das Känguru auch in einen Tümpel und würde ein springender Löwe nicht Angst machen? Überhaupt lädt dieses Buch neben lauten Lachern zu vielen Gesprächen ein. Gemeinsam kann man überlegen, was die Tiere gut können, welche Gehege sich für sie eignen und welche besonders großer Quatsch sind.

Die Bilder können überzeugen. Sie heben sich durch den Collagenstil deutlich von anderen Bilderbüchern ab, was sehr erfrischend ist.

Die Affenagentur“ ist ein tolles Buch, welches von vorne bis hinten überzeugen kann: Jede Menge Witz, tolle Bilder, Gesprächsanlässe, die eigene Fantasie wird in Gang gesetzt, liebevolle Gestaltung – klasse!

Bezug_Affenagentur.indd

Die Affenagentur: Tauschtag im Tierpark von Till Penzek und Julia Neuhaus, Hinstorff Verlag, ISBN: 978-3-356-01996-4, 14,99€

Es lohnt sich, sie kennen zu lernen: Die Mobbels

Ich habe ja schon mal geschrieben, dass ich doch – wie wohl viele Leser – in erster Linie Bücher kaufe, die von bekannten Verlagen herausgebracht worden sind. Auch das Buch „Die Mobbels“ hätte ich mir vermutlich nicht genauer angesehen. Die kleinen Gestalten in dem fliegenden Fisch auf dem Cover sehen zwar durchaus niedlich aus, aber man sieht eben auch, dass das Buch einfacher hergestellt aussieht als z.B. Bücher aus dem Oetinger Verlag. Ich kann gar nicht genau sagen, woran das liegt, aber es ist der Gesamteindruck.

Nun denkt man natürlich schnell, dass ein Buch, welches keinen großen Verlag gefunden hat, nicht besonders gut sein kann – aber das ich eine falsche Schlussfolgerung, vor der ich euch unbedingt warnen möchte. Zumindest bei dem Buch „Die Mobbels“ war ich schnell vom Gegenteil überzeugt. Die Sprache in dem Buch hat mir sofort gefallen. Die Geschichte lässt sich sehr gut und flüssig lesen und auch der Inhalt fesselt einen. Die Mobbels, maulwurfähnliche Gestalten mit Schlappohren, sind einem sofort sympathisch und auch der Fuchs Professor Fux nimmt den für sich ein. Besonders mit dem kleinen Kasimir, der ein wenig zurückhaltend, aber sehr mitfühlend ist, fiebert man mit.

Das Buch führt einen in eine spannende Welt mit außergewöhnlichen Wesen: Riesen, Nachtgespenster, Schrumpelhexen, Waldschraten, Trollen und vielen anderen Gestalten begegnet man hier. Die Mobbels leben im Hut des Riesen Braxomirs, der Fuchs fliegt in einem Flugzeug, das wie ein Fisch aussieht herum und erfindet besondere Maschinen. All das macht das Buch schon lesenswert und interessant, aber dann wird es auch noch richtig spannend.

Unbeabsichtigt machen sich die Kinder Flaps und Kasimir nämlich alleine zu großen Abenteuern auf. Ihr Weg führt sich auch in den gefährlichen Finsterwald und bald sind beide Gefangene der hungrigen Waldschrate… Oje, oje, wie soll das nur enden? Und Papa Paul und Professor Fux benötigen ausgerechnet die Hilfe des Gummidrachens um die Kinder aufspüren zu können. Am Ende geht es wirklich heiß her, doch gemeinsam ist man schließlich stark. Und selbst der kleine Mobbel Kasimir und das ängstliche Nachtgespenst Spuki können etwas dazu beitragen, dass das Abenteuer noch einmal glimpflich ausgeht.

Ich kann dieses Buch wirklich nur empfehlen. Man sollte sich nicht dem einfach wirkenden Äußeren abschrecken lassen, denn in dem Buch erwartet einen eine Geschichte, die vor Fantasie nur so strotzt. Hinzu kommen sympathische Charaktere, Spannung, Witz und ein paar passende Zeichnungen – also alles, was ein gutes Buch ausmacht! Kinder werden übrigens auch an den fantasievollen Beschimpfungen der Riesen ihre Freude haben und da es nicht ins vulgäre abgleitet, können auch Eltern mit diesem Teil ganz gut leben… 😉

 MOB_3d_261x380

Die Mobbels von Jörg Petersen, CreateSpace Independent Publishing Platform, ISBN: 978-1496075680, 8,95 €

Es lebe die kindliche Fantasie

Bücherwürmchen kramt in unserer Bücherkiste mit den neuen Büchern und nimmt lachend ein Buch heraus: „Hahaha – das ist aber ein lustiges Buch.“ Jetzt bin aber gespannt, welches Buch ihn so erheitert hat und welches ich nun natürlich vorlesen darf. Es ist „Ein Dinosaurier in meiner Badewanne“.

Ich glaube, das ist ein Buch, welches tatsächlich genau den kindlichen Humor trifft. Ich, als Erwachsene, bin da schon wieder viel kritischer und finde manches einfach schon sehr absurd und abwegig. Erst einmal finde ich, dass der Dinosaurier viel zu wenig nach Dinosaurier aussieht und dann finde ich, dass man doch mit einem Dinosaurier genug in seinem normalen Umfeld erleben kann und nicht direkt auf den Mond fliegen oder an Bäumen aus Zuckerwatte entlang spazieren muss. Aber okay, es gibt auch einiges worüber ich schmunzele: Es ist klasse, dass der Dinosaurier aus Frankreich kommt, einen Schnurrbart hat und Pierre heißt. Dazu passt natürlich auch sein Lieblingsessen: Stinkekäse. Die Bilder sind fröhlich und bunt und es ist natürlich klasse, dass dies ein Buch ist, welches die Kinder anspricht. Vor allem Kinder mit Fantasie, die vielleicht im Geheimen auch die tollsten Abenteuer mit einem erfundenen Freund erleben, kommen bei diesem Buch voll auf ihre Kosten. Und ich gebe zu: Auch wenn Erwachsene für dieses Buch vielleicht nicht mehr genug Fantasie und Quatsch im Kopf haben, ist es für Kinder genau das Richtige. Es ist ein tolles Buch. Ja, für Kinder ist „Ein Dinosaurier in meiner Badewanne“ ein grandioses Buch. Es ist völlig schräg, witzig und Amelia, das Mädchen aus der Geschichte, erlebt lauter spannende Sachen, von denen Kinder nun einmal träumen. Es gibt einen speziellen und besonderen Freund, der Dinosaurier, man fliegt zum Mond, isst lauter Leckereien und ein riesen Eis, tanzt verrückt an der Zimmerdecke, segelt in ferne, fremde Länder und hat einfach jede Menge Spaß. Schade nur, dass französische Dinosaurier nur den Sommer über bleiben. Aber der nächste Sommer kommt bestimmt! Wobei Bücherwürmchen nicht davon überzeugt ist, dass der Dinosaurier wieder kommt… Vielleicht steht dann ja auch auf einmal ein spanisches Mammut vor der Tür. Der Fantasie sind hier jedenfalls keine Grenzen gesetzt.

Schön, dass es in Büchern auch einmal verrückt zu gehen kann, dass man von absurden Dingen träumen darf und dass mit der Fantasie gespielt wird. Im Alltag kommt das doch leider selbst bei Kindern oft viel zu kurz. Dieses Buch erinnert nicht nur die Kinder daran, wie viel Spaß es macht, wenn man einfach mal eine ganz verrückte und skurrile Geschichte erzählt, in der alles vorkommen kann, was einem gerade so einfällt. Ein Plädoyer für die Fantasie der Kinder!

imagedino

Ein Dinosaurier in meiner Badewanne von Catalina Echeverri, Magellan , ISBN: 978-3734820014, 13,95 €