Bücher für Groß und Klein

Letzte Woche war Vatertag. Naja, irgendwie ist ja eigentlich Christi Himmelfahrt, aber eben auch Vatertag und da soll der Papa bei uns natürlich auch nicht leer ausgehen. Dieses Mal gab es zwei Bilderbücher, zwei Bilderbücher, die für Väter und ihre Söhne sind: „Stark! – Ein Buch für Väter und Söhne“ und „ich groß – du klein“. Ersteres Buch habe ich bei einem Gewinnspiel von Kinderbuchlesen.de gewonnen und letzteres habe ich, nachdem ich es am Dienstag kennen gelernt habe, direkt bestellt. Zu ersterem haben mein Mann und ich keinen richtigen Zugang, dafür gefällt es unserem Sohn, letzteres finden sowohl mein Mann als auch ich sehr süß, während unser Sohn den Witz in dem Buch erst so nach und nach entdeckte.

Stark!“ ist ausdrücklich ein Buch für Väter und ihre Söhne. Auf je einer Doppelseite werden verschiedene typische männliche Berufe, die bestimmte Eigenschaften wie stark, hilfsbereit, mutig etc. verkörpern, dargestellt. Überall befinden sich Personen, die in gewisser Weise Hilfe benötigen, die dann in Form von Polizei, Sanitäter, Bauarbeiter, Rettungsschwimmer usw. kommt. Die Kinder werden in dem Buch mit einer direkten Frage angesprochen, z.B. „Hilfst du mir vom Baum?“ Das heißt also, dass die Kinder wohl selbst in die Rolle des Feuerwehrmannes schlüpfen sollen. Oder identifizieren sie sich mit den Kindern in dem Buch, die vielleicht Hilfe holen. Hm, wir Erwachsene sind zumindest über diesen Stil gestolpert.

Bücherwürmchen fand es toll, dass in dem Buch Polizei und Feuerwehr sind – Rollenspiele, die er eben oft mit seinen Freunden macht. Allein deswegen gefällt ihm das Buch schon. Für Bauarbeiter etc. interessiert er sich eigentlich nicht so sonderlich. Richtig klasse fand er dann die Spiegelfolie auf der letzten Seite, auf der dann Papas mutiger und schlauer Junge zu sehen ist. Die Idee finde ich allerdings auch super.

Mir persönlich ist das Buch zu typisch männlich, aber das ist auch das Konzept des Buches und ich schaue es mir selbstverständlicher aus weiblicher Perspektive an. Ich bin nicht die Zielgruppe dieses Buches. Den Autoren des Buches liegt es am Herzen Kindern in Zeiten, in denen Frauen beim Aufwachsen von Kindern überall präsent sind, Jungen klare, typische Rollenbilder aufzuzeigen. Das ist in dem Buch tatsächlich gelungen, aber ich frage mich, ob das Buch damit allen Jungen gerecht wird. Andererseits gefällt wohl den meisten Jungen einer dieser Berufe und vor allem steht auch nicht nur das körperliche im Vordergrund, sondern auch Eigenschaften wie beispielsweise schlau.

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Während also Bücherwürmchen sich direkt auf den Feuerwehrmann und den Polizisten stürzte, fiel meinem Mann und mir der Zugang zu „ich groß – du klein“ deutlich leichter. Die Bilder sind einfach so unglaublich niedlich. Überall geht es um die Beziehung zwischen einem Elternteil und einem Kind, wobei die Figuren von knuffigen Wieseln verkörpert werden. Das Wiesel ist groß, das Kind natürlich klein, aber es gibt noch viele weitere Unterschiede zwischen dem Großen und dem Kleinen, welche in diesem Bilderbuch zauberhaft durch die Bilder und kleine Reime dargestellt wird. Das große Wiesel kriegt einen ordentlichen Schuss beim Fußball spielen hin, während das kleine Wiesel nur ein Schüsschen zu Stande bringt, das große Wiesel hat richtig Durst und trinkt einen Krug in einem Zug leer, während das kleine Wiesel sein Dürstchen mit kleinen Schlücken aus einem Strohhalm löscht. Allein diese Vergleiche sind schon sehr niedlich, aber es wird noch viel besser und richtig lustig und zwar lustig aus dem Grund, weil die Realität so haargenau getroffen wird. Das Große ist müde, aber leider ist das Kleine überaus wach. Das Große verstaut eine Dose mit Leckereien ganz schlau hoch oben auf dem Schrank, aber das Kleine ist noch schlauer und baut sich einen wackeligen Turm, der ihn an die Dose gelangen lässt. Mein persönlicher Favorit ist das Bild von den Nikolaussocken, bei dem man erst einmal stutzt, wenn der Blick zunächst nur den Text erfasst: „ich Söckchen – du Socken“. Hm, trägt nicht das große Wiesel die Socken? Nein, ums Tragen geht es hier nicht. Die Wiesel tragen mehr oder weniger gefüllte Nikolaussocken und da passt der Text natürlich hervorragend. Wirklich toll gemacht!

Bücherwürmchen hat dieses Buch, nachdem er es alleine kurz durchgeblättert hat, zunächst zur Seite gelegt. Es hat ihn nicht direkt angesprochen. Niedliche Bilder sind für ihn nicht ausschlaggebend. Aber als der Papa ihm das Buch dann vorgelesen hat, musste er auch immer wieder lachen. Klar, er wird dieses Buch auf eine andere Weise wahrnehmen als wir Erwachsene, aber er findet es einfach witzig, wenn das Kleine oben auf dem unten liegenden Großen herum turnt oder wenn das Große einen ordentlichen Strahl Pipi macht, während beim Kleinen nur ein paar Tröpfchen heraus kommen. Das Buch kommt also dann doch sowohl bei Großen als auch bei Kleinen an. Ich jedenfalls bin direkt ein großer Fan dieses Buches geworden und ich freue mich, dass auch Bücherwürmchen Spaß an den Vergleichen hat, obwohl hier keine spannende Geschichte erzählt wird. Das ist mittlerweile gar nicht mehr so einfach und somit ein großes Kompliment an dieses Buch.

 

Stark! Ein Buch für Vater und Söhne von Armin und Philip Scheuer, illustriert von Christiane Eger, Armin Scheuer, ISBN: 9783000514999, 12,99€

ich groß – du klein von Lilli L’Arronge, Jacoby & Stuart, ISBN: 978-3-942787-20-8, 14,95€

Wie man Kinder in den Bann einer Geschichte ziehen kann

Vorhin bin ich mal wieder vom Vorlesen aus dem Kindergarten wiedergekommen. So langsam wird das eine regelmäßige Veranstaltung – sehr schön! Heute waren dann wieder die „Kleinen“ dran (3-4-Jährige), allerdings waren es dieses Mal mehr Kinder als die letzten Male, da noch Kinder aus einer weiteren Gruppe dazugekommen sind. Hui, das war schon eine ganz schöne Menge, aber letztendlich hat es dann doch genauso gut geklappt wie die letzten Male und die Kinder haben interessiert zugehört. Ich lerne aber auch von Mal zu Mal ein bisschen dazu. Man denkt ja, man könne vorlesen und eigentlich bin ich auch davon überzeugt, dass ich dies recht gut mache, aber in einer Gruppe ist das doch wieder etwas anderes und man muss auf andere Dinge achten, als wenn man auf dem Sofa seinem eigenen Kind vorliest. Und es ist auch wieder etwas anderes, ob man Grundschulkinder oder Kindergartenkinder in den Bann eines Buches ziehen möchte.

Was habe ich bisher für mich herausgefunden?

  • Klar, das Thema muss erst einmal stimmen. Das Buch muss die Kinder ansprechen und am besten ist es, wenn es für den einen oder anderen Lacher sorgt.
  • Die Kinder müssen beim oder kurz nach dem Lesen einer Sequenz Bilder zum Anschauen haben.
  • Man muss natürlich lebendig und abwechslungsreich vorlesen.
  • Es ist nicht schlecht, wenn Kinder an der einen oder anderen Stelle Wiederholungen in einer Geschichte mitsprechen können und man sollte die Kinder beim Vorlesen mit Fragen oder Such- und Höraufträgen mit einbeziehen. Allerdings darf man auch nicht zu viele Fragen stellen, denn dann kommt in der Gruppe doch schnell wieder Unruhe auf. Die Geschichte darf nicht zu sehr unterbrochen werden, einfacher ist es, wenn man kurze Fragen stellt, die die Aufmerksamkeit der Kinder auf das Geschehen im Buch lenkt. Geht man zu sehr von dem Buch weg und lässt die Kinder von eigenen Erfahrungen berichten, möchten die Kinder alle auf einmal etwas sagen und kommen „von Höcksken auf Stöcksken“, während andere Kinder sich in dieser Zeit schon wieder mit anderen Dingen beschäftigen. Je kleiner die Gruppe ist, desto eher kann man mit den Kindern richtig in ein Gespräch kommen.

Heute habe ich zwei Bücher vorgelesen, welche beide gut ankamen: „Weggepustet“ (eine ausführliche Vorstellung des Buches erfolgt in den nächsten Tagen) und „Lullemu, wer bist du?

Die Pinguine und die anderen Tiere, die mit dem Drachen in die Luft abheben, finden Kinder einfach lustig. An einigen Stellen konnten sie gut überlegen, wer denn so alles im Dschungel wohnt, wie die Tiere von der Insel zurückkommen und welches Tier gut pusten kann. So waren die Kinder schnell in die Geschichte und ihren Verlauf mit einbezogen. Hier gibt die Geschichte, die gereimt erzählt wird, selbst einzelne Fragen vor, die die Kinder dazu animiert sich die Bilder genau anzuschauen, auf denen eigentlich gar nicht so viel zu sehen ist, die aber dennoch viel erzählen.

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Anschließend ging es dann mit „Lullemu“ auf Freundschaftssuche. Die Kinder hatten Spaß an Lullemus Verkleidungen und Versuche, den anderen Tieren zu ähneln, um ihr Freund zu werden. Eigentlich würde sich dieses Buch gut zu Gesprächen über Freundschaft anbieten bzw. drängt sich die Frage, ob man denn gleich sein muss, um miteinander befreundet zu sein, auf, aber in diesem Fall habe ich es einfach beim Vorlesen dieses Buches belassen. Wir sind nicht tiefer in diese Thematik eingedrungen, sondern haben uns einfach an den Verkleidungen Lullemus sowie an dem glücklichen Ende erfreut.

Zwischendurch waren ein, zwei Kinder ein bisschen unruhig, aber insgesamt waren die Kinder sehr aufmerksam und mit Bücherwürmchen hat es dieses Mal auch gut geklappt. Das Vorlesen war wieder eine gelungene Aktion und ich hoffe, dass auch die Kinder wieder viel Spaß an den Geschichten hatten. Eine Mutter hatte mir jedenfalls nach dem vorherigen Vorlesen erzählt, dass ihr Kind zu Hause gesagt hätte, dass Bücherwürmchens Mutter richtig gut lesen könne!

Neulich habe ich aber tatsächlich jemandem zugehört, der es richtig gut schafft, Kinder in seinen Bann zu ziehen: Helmut Meier! Innerhalb der Kindertheaterreihe in unserer Region war Helmut Meier in unserem Ort mit seinem Programm „Berti, der Detektiv“ zu Gast. Wow, der kann wirklich toll erzählen! Die Kinder auf den Bänken haben ihm eine Stunde lang zugehört, wobei ich dazu sagen muss, dass sie zwischendurch auch selbst aktiv werden durften. Helmut Meier hat ihnen eine Geschichte mitgebracht und eigentlich war es noch nicht einmal eine richtige Geschichte, sondern er hat nur ein wenig von vier Freunden erzählt, vier Freunde, die sich ausgetauscht und von ihren Berufswünschen gesprochen haben. John wollte Astronaut werden, aber auch Berti hat einen besonderen Traumberuf: Er möchte Detektiv werden und da muss man so einiges können: Man muss Rätsel lösen können und vorsichtig sein, Geheimsprachen und Englisch sprechen. Die kleinen Zuhörer wurden mit vielen Fragen, aber vor allem durch die Lieder, die die gesamte Geschichte begleiteten, mit einbezogen. Bei den Liedern wurde dann mit geklatscht, es wurden Bewegungen gemacht, die den Text ersetzten und sogar auf der Bühne durften die Kinder als Tiere mitmachen. Alle Kinder waren begeistert bei der Sache und man konnte darüber staunen, wie toll Kinder einer einfachen Geschichte folgen können und wie sehr ein einziger Mann auf der Bühne allein mit einer Gitarre als Requisit Kinder in den Bann ziehen kann. Da kann man selbst noch einiges lernen, aber es macht auch Lust darauf weiterhin Kindern zu erzählen, vorzulesen und mit ihnen zusammen Geschichten zu erleben.

Die CD von „Berti, der Detektiv“ mussten wir dann am Ende der Vorstellung natürlich kaufen und wir hören sie nun gerne zu Hause, so dass wir auch noch eine Erinnerung an das tolle Programm haben, die Live-Aktion ersetzt sie aber nicht.

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Weggepustet von Rob Biddulph, Diogenes, ISBN: 978-3-257-01179-1, 16,90€

Lullemu, wer bist du? von Kerstin Schoene und Nina Gunetsreiner, Coppenrath, ISBN: 978-3-649-61247-6, 12,95€

Berti, der Detektiv (Audio-CD) von Helmut Meier, Verlag Gefühl + Stärke, ISBN: 978-3-933-59606-2, 12,70€ (Bestellbar im Buchhandel oder auf der Internetseite von Helmut Meier)

Unsere Highlights im September

So, der September geht nun zu Ende – Zeit für einen literarischen Rückblick.

Welche Bücher waren im September unsere Highlights?

Zuerst sind da die Pixi-Bücher zu nennen, insbesondere die neu gekauften, in denen Pixi selbst Abenteuer erlebt. Die hat Bücherwürmchen immer wieder sehr gerne angeschaut. Spannend fand er besonders „Pixi und die kleinen Gespenster“. Seit er dieses Buch kennt, möchte er auch immer Gespenst spielen. Leider hängt er sich dabei auch gerne ein Tuch über den Kopf – denn sonst ist man ja kein Gespenst – und läuft so los… Schade nur, dass sein Tuch keine Löcher für die Augen hat und Bücherwürmchen nicht daran gedacht hat, dass er so Hindernisse wie eine Tür nicht sehen kann. Als Lösung dieses Problem kommt seit der ersten Beule nun ein durchsichtiges Chiffon-Tuch zum Einsatz…

(Zu den Pixi-Büchern läuft übrigens noch bis zum 3. Oktober ein Gewinnspiel)

Pixi-Bundle

Ein weiteres Buch, welches gerne angeschaut wurde, war „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“ über welches ich demnächst noch mehr berichten werde. Da stimmte einfach das Thema. Bücherwürmchen spielt schon seit langem Feuerwehr und da kam ein Buch mit diesem Thema natürlich genau richtig. Meistens ist er zwar immer noch „Feuerwehrmann Sam“, aber gerne spielt nun auch Wachtmeister Meier oder Löschmeister Wasserhose aus der neuen Geschichte. Und wir bekommen dann natürlich auch die entsprechenden Rollen zugeteilt…

Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt

In den letzten Tagen holte Bücherwürmchen dann noch ein weiteres Buch häufig hervor: „Ole Unsichtbar“ (auch hierzu demnächst mehr…). Er findet einfach das neue Kind, Kim, welches in die Gruppe kommt, und mit Stäbchen Bulgogi isst, total spannend. Mal schauen, ob wir uns demnächst auch mal an dieses koreanische Essen wagen müssen. Mein Mann hat schon mal ein Rezept herausgesucht…

Ole Unsichtbar

Ach, und gerade fällt mir noch ein Buch ein, welches hier in letzter Zeit ein richtiges Highlight war: Der alte Klassiker „Karius und Baktus“! Mein Mann hat eine alte Kassette von Karius und Baktus gefunden, welche sich jedoch leider nicht mehr abspielen lässt. Daraufhin haben wir uns das Buch aus der Bücherei ausgeliehen und seitdem spielt Bücherwürmchen ständig Karius und Baktus und ich muss der arme Jens sein und „Au, aua!“ rufen. Gerne wehrt sich Bücherwürmchen auch als Karius oder Baktus mit folgendem Satz vor der drohenden Zahnbürste: „Du musst nicht auf deine Mutter hören!“ Ja ja, manchmal hat man es als Mutter nicht einfach mit seinen Kindern. Aber immerhin putzt Bücherwürmchen nach jedem Essen ganz eifrig Karius und Baktus weg, damit sie im Abfluss davon schwimmen.

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Welche Bücher wurden bei euch im September viel gelesen?

 

Pixi-Bundle 8er Serie 226: Alles Gute zum Geburtstag, Pixi!, Carlsen, ISBN: 978-3551044273, 7,92 €

Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt von Hannes Hüttner, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3407770820, 9,95 €

Ole Unsichtbar von Trudy Ludwig, Coppenrath, ISBN: 978-3649617013, 12,95 €

Karius und Baktus von Thorbjörn Egner, cbj, ISBN: 978-3570016947, 7,95 €

Digital ist nicht gleich schlecht

Bücher sind heilig. Ein paar Seiten Papier, ein schöner Einband, Bilder und Text und schon ist der Buchliebhaber glücklich. An diesem über Jahre erfolgreichen Konzept muss nichts geändert werden. Muss nicht, aber darf es auch nicht? Darf und kann Technologie ein Buch bereichern? Zerstört ein sprechender Stift nicht das gemütliche Beisammensitzen und gemeinsame Schmökern? So geht doch ein Stück Lesekultur verloren. Kinder haben doch genug andere Medien um sich herum, die sie ablenken und ihre Fantasie nicht fördern. Ja, so habe ich lange Zeit gedacht und bin den sprechenden Stiften der verschiedenen Verlage sehr skeptisch begegnet. Andererseits war ich aber auch neugierig, denn einen gewissen Reiz hat das Ganze ja schon. Außerdem, so sagte ich mir, ist es ja eine ganz gute Möglichkeit Kinder, die stundenlang vor dem Fernseher oder Computer sitzen, ans Lesen und an Bücher heranzuführen. Also vielleicht doch nicht ganz so schlecht, wie zunächst gedacht, aber nichts für uns. Unser Kind liebt Bücher ja sowieso schon.

Irgendwann konnte ich es dann einfach nicht lassen und habe in einer Buchhandlung mal ein Tiptoi-Buch von Ravensburger ausprobiert. Ach ja, das hatte schon irgendwie was…

Aber irgendwie finde ich es blöd, dass der Tiptoi-Stift nur bei Büchern vom Ravensburger Verlag verwendet werden kann. Andererseits gefallen mir die Bücher des Verlags sehr gut.

Hm, und was ist mit dem Ting-System an dem mehrere Verlage beteiligt sind? Gibt es da denn auch schöne Bücher? Ich wusste es nicht.

Vielleicht dann doch ein Tiptoi-Starterset zu Weihnachten für unseren Sohn? Oder ist das doof, da wir schon jede Menge klassische Bücher aus der „Wieso? Weshalb? Warum?“-Reihe mit Klappen besitzen?

Eigentlich brauchen wir solche Bücher doch gar nicht. Man muss ja nicht immer alles haben.

Wobei… die Bücher haben ja schon etwas und ich habe auch bereits gehört, dass andere Kinder ganz begeistert davon waren…

Ein ewiges Hin und Her. Jeden Tag hatte ich mich für eine andere Richtung entschieden und dann kam der Zufall dazwischen: Ich erhielt zwei Bücher aus dem Ting-System, die ich rezensieren sollte: „Komm mit in den Zoo!“ Und „Auf geht’s zum Fußball!“ aus der Was ist was-Junior-Reihe. Jetzt war ich aber mal gespannt, wie die nun sind und was der Stift alles kann. Ich habe herausgefunden: Der Stift kann jede Menge! Es gibt unglaublich viele Geräusche und Dialoge und der Stift ist dabei sehr genau. Fast jede Person auf den Bildern sagt etwas anderes, man bekommt noch zusätzliche Informationen und sogar die Texte kann man sich komplett vorlesen lassen. Letztendlich waren mein Mann und ich ziemlich begeistert. Bei unserem Sohn hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Natürlich hatte er erst einmal Spaß daran, den Stift überall hin zu halten und er hörte auch wirklich gut zu, was der Stift so erzählte, aber irgendwann wollte er dann, dass ich ihm das Buch ohne Stift vorlese. Das hat mich innerlich ja schon ein wenig stolz gemacht: Noch wird das Vorleseerlebnis mit der Mama einem sprechenden Stift vorgezogen! Und ich habe festgestellt, dass sich das gemeinsame Blättern in einem Buch wunderbar mit dem Stift kombinieren lässt. Wir schauen uns zusammen das Buch an, ich lese ein wenig vor, wir sprechen über das, was wir sehen und tippen zusätzlich mit dem Stift auf einzelne Bilder. So kann man Bücherwürmchens Fragen „Was sagt der?“, “Was macht die?“, “Was hat der Löwe da?“ mal getrost vom Stift beantworten lassen. Gerade Bücherwürmchen und seiner Fantasie kommt der Stift entgegen, denn er verbindet durch die Dialoge etc. die Informationen eines Sachbuchs mit erlebten Geschichten der Besucher im Zoo. Das Zoo-Buch hat mir persönlich unter anderem auch durch die Bilder und den sinnvollen Einsatz des Stiftes besonders gut gefallen.

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Bücherwürmchen hat sich zunächst einmal auf das Fußball-Buch gestürzt, was mich wunderte, da er selbst noch wenig Interesse am Spiel mit dem Ball hat. Nachdem ich ihm jedoch erzählt habe, dass der Schiedsrichter gelbe und rote Karten verteilt, wenn jemand „Unfug“ macht, suchte er immer den Schiedsrichter im Buch und ließ sich dutzendfach hintereinander vom Stift den Satz „Das war’s jetzt aber: Gelb-rot!“ sagen. Daran hatte er einen riesen Spaß. Wieder einen Vorteil des Stiftes entdeckt: Das Kind kann sich selbst seinen geliebten Wiederholungen hingeben. Die nerven einen als Erwachsenen, zumindest beim vierten, fünften Mal, ja doch manchmal… Außerdem werden die Fußballsituationen und die Atmosphäre im Stadion gerade für Kinder, die sich damit noch nicht so auskennen, durch die Äußerungen und die Geräusche konkreter und nachvollziehbarer.

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Mittlerweile besitzen wir noch ein drittes Buch aus dieser Reihe: „Im Einsatz! Polizei & Feuerwehr“, ein Geschenk der Oma. Anfangs waren wir ein wenig enttäuscht, – wir, das heißt mein Mann und ich -, denn in dem Buch wurden die Möglichkeiten des Stiftes nicht ganz so ausgiebig genutzt wie in den anderen Büchern. Man bekommt hier längst nicht bei jeder Person etwas anderes gesagt und häufig gibt es nur Geräusche statt Dialoge oder weiterer Informationen. Außerdem nervt uns der Zeuge mit seinem Verdrehen der Buchstaben… Furchtbar!

Aber vielleicht sollte derjenige, für den das Buch gedacht ist, es auch bewerten. Bücherwürmchen schaut sich das Buch sehr gerne an. Das Thema interessiert ihn und er findet es klasse, den Polizei- oder Feuerwehralarm zu hören. Er spielt den Verkehrspolizisten nach, weiß jetzt genau, was ein Feuerwehrmann alles anziehen muss, erkennt das Muster des Fingerabdrucks und hört sich gerne den Turmwächter aus dem Mittelalter an, der die Stadtbewohner auf einen Brand aufmerksam macht. Die Geräusche und Dialoge dieses Buches sind eigentlich völlig ausreichend. Vielleicht ist es für den Einstieg mit dem Stift sogar besser, wenn es nicht ganz so viele Punkte zum Antippen gibt.

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Nachdem ich mich nun auf diese neue Technologie eingelassen habe, sieht mein Fazit folgendermaßen aus: Der Stift kann gerade Sachbücher durchaus bereichern und es macht Spaß ihn zu benutzen. Und vor allem ist er keine Konkurrenz zum normalen Vorlesen, sondern nur eine kleine Zusatzoption bei einigen Büchern. Die Geschichten, das Erzählen und Betrachten der Bilder bleiben weiterhin im Vordergrund und so soll es ja auch sein!

 Was ist was

Komm mit in den Zoo! Was ist was-Junior, Tessloff,ISBN: 978-3788620158, 19,95 €

Auf geht’s zum Fußball! Was ist was-Junior, Tessloff, ISBN: 978-3788620165, 19,95 €

Im Einsatz! Polizei & Feuerwehr, Was ist was-Junior, Tessloff, ISBN: 978-3788620127, 19,95€