Zeitschrift für neugierige Kinder: GEOmini

Die nächste Zeitschrift, die wir unter die Lupe genommen haben, war „GEOmini“. Auch diese Zeitschrift erscheint monatlich und richtet sich „an neugierige Erstleser“ bzw. an „Kinder von 4 bis 7 Jahren“. Hm, schwierig… Ja, es gibt Kinder, die mit vier Jahren bereits lesen können, aber dennoch finde ich das ein wenig hochgegriffen. Man kann die Zeitschrift zwar auch gut ohne Lesekenntnisse anschauen und sich vorlesen lassen, aber man merkt durchaus, dass sie sich an Kinder wendet, die mit Zahlen und Buchstaben umgehen können. Letztendlich ist aber die Zielgruppe auch schon mein größter Kritikpunkt an dieser Zeitschrift. Darüber hinaus sollte man aber auch wissen, was man sucht, denn als „Mitmachmagazin“, wie es auf dem Zettel für das Abo heißt, würde ich dieses Heft nicht unbedingt in erster Linie bezeichnen. Es gibt zwar schon einige Seiten, bei denen man aktiv werden kann (dazu gleich mehr), aber diese stehen nicht so sehr im Vordergrund wie beispielsweise die Vorschulseiten mit Aufgaben im Bussi Bär-Heft. Bei GEOmini fallen mir dahingegen viel mehr die Texte auf.

Ja, hier gibt es einiges zu lesen, was ich sehr positiv finde. Alle Texte sind recht kurz und übersichtlich gehalten, aber dennoch informativ. Sollte ein Erstleser diese Zeitschrift in den Händen halten, so kann er sich schon prima durch diese Texte hindurcharbeiten. Jüngere Kinder finden an ihnen aber auch durch einen Vorleser gefallen. Sehr gut gefällt mir das Themenspektrum. Es werden Tiere vorgestellt, Kinder aus aller Welt werden besucht und es gibt Wissenswertes zu verschiedenen Phänomenen, z.B. zum Wetter oder ähnliches, zu Technik, dem Körper und vielem anderen. Am Ende des Heftes gibt es dann noch eine ausführliche Vorlesegeschichte von dem Grashüpfer Georg, dessen Abenteuer ebenfalls als Buch im Oetinger Verlag heraus gekommen sind.

Auf einer Wimmelbildseite liegen lauter Gegenstände zu einem bestimmten Thema herum. Suchaufträge leiten einen durch das Bild. Ansonsten beschränken sich die Rätsel auf eine Seite. Hier können Kinder Linien verfolgen und Wege durch Labyrinthe finden, Kinder-Sudokus lösen, Sachen zählen, Unterschiede aufdecken etc. Die Aufgaben sind unterschiedlich schwer. Einige Aufgaben können auch ohne Probleme von vierjährigen gelöst werden, bei anderen Aufgaben braucht man darüber hinaus schon sehr gute Buchstaben- und Lesekenntnisse. Toll finde ich die „Weitermal-Seite“, bei der ein Bild angefangen ist und eine Frage dazu auffordert, es weiter zu gestalten. Bei Bücherwürmchen läuft der Jäger gleich vor drei Wesen davon: Der Räuber Hotzenplotz, ein Stier und ein Ritter jagen ihm Angst ein. Später ließ Bücherwürmchen dann noch Blitze über den Himmel zucken.

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Ebenfalls klasse sind die Bastel- und Experimentieranregungen, denn sie lassen sich meist mit normalen Haushaltsgegenständen sehr gut umsetzen. Wir haben direkt mal ausprobiert, wie man selber Nebel herstellen kann und wie gut ein gefaltetes Blatt Papier Dinge tragen kann. Die Experimente funktionierten einwandfrei und lösen bei den Kindern großes Staunen aus.

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Im Heft selbst gibt es keine Werbung. Es werden allerdings ein paar empfehlenswerte Medien (Bücher, CDs, Spiele etc.) vorgestellt.

Insgesamt kann mich GEOmini überzeugen, auch wenn die eigentliche Zielgruppe dieses Heftes Kinder sind, die bereits etwas lesen können. Aber auch kleinere Kinder haben an den meisten Seiten Spaß. Sie brauchen dann eben noch ein wenig die Unterstützung Erwachsener.

Wer Spaß an dem Heft gefunden hat, muss auch als älteres Kind nicht auf eine Zeitschrift dieser Art verzichten, denn für Kinder ab etwas 8 Jahren gibt es die Zeitschrift GEOlino. GEOlino setzt noch mehr auf Wissensvermittlung, ebenfalls zu Themen aller Art), hält aber daneben auch Bastelanregungen und Rätsel bereit.

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GEOmini, erscheint monatlich, 3,40€ pro Heft

Basteln in der Weihnachtszeit

Nicht einmal mehr zwei Wochen bis zum ersten Advent, höchste Zeit also die Weihnachts-Deko vom Dachboden zu holen. Oder soll es dieses Jahr mal etwas neues Selbstgebasteltes sein? Dann schnell mal einen Blick in das Buch „Das bunte Weihnachts-Bastelbuch“ werfen. Am besten macht man dies jedoch zunächst ohne Kinder, denn ansonsten heißt es sowieso auf jeder Seite „Oh ja, das möchte ich machen!“. So war es zumindest bei uns… Da Bücherwürmchen jedoch erst vier Jahre alt ist, sich die Bastelideen aber an Kinder ab fünf Jahren wenden, sind viele Sachen für eine gemeinsame Bastelaktion noch ein wenig ungeeignet, aber wir haben dann doch etwas gefunden: „Hütchenglocken“. Aus Papier werden drei Hütchen gebastelt, die ineinander gehängt werden. Unten läutet dann noch ein kleines Glöckchen. Vieles musste ich auch hier erledigen, aber Bücherwürmchen konnte die Kreise aufmalen und ausschneiden und beim Zusammenkleben helfen. Alle Schritte der Bastelanleitung sind gut verständlich und nachvollziehbar, so dass Bücherwürmchen am Ende stolz seine Hütchenglocke in der Hand hielt und sie über sein Bett hing, damit sie von nun an böse Träume einfach wegklingelt.

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Die Glocke ist eher ein unspektakuläres Projekt aus diesem Buch, aber sie lässt sich sehr spontan herstellen. Viele andere Ideen haben aber ebenfalls mein Interesse geweckt und ich überlege schon, ob wir vielleicht mal eine bunte Foto-Glitzer-Kette für den Weihnachtsbaum basteln sollen und den Nikolausstiefel aus einem Schuhkarton fände ich für Nikolaus auch klasse. Mal gucken, ob wir das noch vor dem 6. Dezember schaffen. Die Materialien sind jedenfalls vorhanden. Grundsätzlich wird hier häufig auf gängige Bastelmaterialien zurückgegriffen, die sich in vielen Familienhaushalten befinden. Das finde ich sehr positiv. Leider fehlen mir für viele tolle Basteleien (nicht nur aus diesem Buch) Wein- und Sektkorken. Da kann man ja wirklich schöne Sachen raus machen, aber die Naturkorken werden ja bei den Flaschen immer seltener verwendet. Also, wenn einem mal einer begegnet: Gut aufbewahren! Irgendwann kann man ihn sicherlich gebrauchen, z.B. für einen süßen Tannen-Elch. Den würde ich wirklich gerne mal machen… Ach ja, aber auch die Sterne aus Aquarellpapier (habe ich so etwas in meiner Bastelkiste?) sehen toll aus und richtig klasse finde ich den kleinen Tannenbaum aus Holzleisten. Den kann ich mir sehr gut als Deko im Haus vorstellen, ein richtiger Blickfänger.

Hier findet man wirklich viele Ideen, die einen sofort ansprechen und die auch machbar erscheinen und an einigen Sachen könnte Bücherwürmchen zumindest in Teilen auch schon mitwirken. Bei den Kleinen müssen dann die Eltern zwar noch viel helfen und einige Bastelschritte auch alleine ausführen, aber wenn das für einen in Ordnung ist, dann sind mit diesem Buch einige schöne, gemeinsame Bastelnachmittage garantiert. Je älter die Kinder dann sind, desto eigenständiger können sie die Bastelanleitungen auch schon umsetzen, denn für diese Bastelideen muss man kein ausgebildeter Künstler sein um sie zu bewältigen. Mit Spaß an der Sache wird hier jeder schöne Ergebnisse erzielen.

Das Buch wird man sicherlich in mehr als einem Jahr gebrauchen können, denn meist schafft man ja in der Weihnachtszeit viel weniger als man sich vorgenommen hat. Das ist in diesem Fall gar nicht schlimm, denn so kann man Jahr für Jahr seine persönliche Weihnachtsdekoration ein wenig erweitern und dabei vielleicht darüber staunen, welche Arbeitsschritte die Kinder auf einmal alleine bewältigen.

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Das bunte Weihnachts-Bastelbuch von Tanja Engel-Kugler und Nina Schiefelbein, Tessloff, ISBN: 978-3-7886-3816-0, 12,95€

Tolle Stempelbilder aus verschiedenen Materialien

Fast jeder hat wohl irgendwann in seinem Leben mal den Kartoffeldruck kennen gelernt. Da wurden Herzen oder Sterne in die halbe Kartoffel geschnitzt und anschließend auf große Bögen Packpapier verteilt, so dass man am Ende seine Weihnachtsgeschenke in selbstgemachtem Geschenkpapier verpacken konnte. Irgendwie blieb es allerdings, zumindest bei mir, bei dieser Druckvariante. Komisch eigentlich, wenn man bedenkt, wie einfach man tolle Stempelergebnisse mit wenigen Materialien erzeugen kann. Wie einfach und beeindruckend dies möglich ist und wie viele Möglichkeiten sich ergeben, hat mir nun das Buch „Bunter Stempelspaß“ gezeigt. Viel braucht man nicht um kreative Bilder zu erzeugen: Farbe, Pinsel, einen Apfel, eine Kartoffel, Plastikgabeln, vielleicht Plastikbausteine, ein Radiergummi, Korken, Moosgummiteile – je nachdem, was man eben so machen möchte. Für den tollen Löwen, den Bücherwürmchen als erstes ausprobieren wollte, braucht man nur eine Plastikgabel für die Mähne und den Schwanz sowie Kartoffeln für Bauch und Kopf.

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Die Plastikgabel haben wir im Anschluss direkt für ein kleines Blumenbild genutzt.

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Außerdem haben wir uns ein wenig von dem Buch inspirieren lassen. Eigentlich wollten wir, wie es im Buch vorgeschlagen wurde, aus Bausteinen ein Haus stempeln, aber nachdem wir die ersten Stempel aufs Papier gesetzt hatten, hatten wir eine neue Idee: Wir machen daraus einen Roboter.Es gefällt mir sehr gut, wenn ein Buch es schafft, einen zu eigenen, kreativen Ideen zu animieren. So haben wir dann auch einfach mal ein wenig herumexperimentiert und ausprobiert, wie gut man mit verschiedenen Materialien stempeln kann. Unsere Erkenntnis: Die Zwiebel macht leider keine schönen Kreismuster, da kann man direkt eine runde Kartoffel benutzen. Manchmal haben wir uns aber auch ganz an die Vorgaben des Buches gehalten und weitere Apfelabdrücke auf die eine Seite gemacht und auf einer anderen Seite auf die Äste ein paar weitere Finger-Stempel-Vögel gesetzt. Auch ein paar weitere Finger-Stempeltiere haben wir ausprobiert. Sie sehen aber auch einfach zu niedlich aus.

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Bücherwürmchen hat dann aus den Dinosauriern direkt ein ganzes Bild mit Palmen, Sand und Himmel gemalt.

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Er war überhaupt richtig bei der Sache und hätte am liebsten gleich alles mögliche ausprobiert. Ganz spannend fand er es, dass dies ein Buch ist, in welches man sogar reinstempeln und malen darf. Das konnte er zunächst gar nicht richtig glauben. Auch für mich ist dies ungewohnt und irgendwie wage ich mich da auch nicht so ganz heran. Was ist, wenn es dann nicht schön wird oder die Farbe verläuft etc.? Eigentlich ja egal, aber mich stört so etwas in einem Buch. Ob man aber die Anregungen im Buch oder auf einem extra Papier umsetzt, bleibt einem letztendlich natürlich selbst überlassen. Wir haben eine Mischung aus beidem gemacht. Etwas nervig finde ich es, dass es kein richtiges Buch ist. Es hat zwar Seiten etc., allerdings findet sich im Anhang ein Umschlag mit Materialien und an der Seite befindet sich ein Fach für Stempel und Stempelkissen. Besser fände ich es, wenn das Buch und die Materialien getrennt voneinander wären, dann könnte man sich das schön gestaltete Buch am Ende einfacher anschauen bzw. es ins Regal stellen. So muss man, gerade beim Herausnehmen der Materialien, immer befürchten, dass die Rückseite des Buches abreißt. Die Materialien sind eine nette Zugabe (buntes Papier, Schablonen, Sticker), die man bei den tollen Ideen, die dieses Buch auf den Seiten liefert, jedoch außer den Stempelkissen und den Stempeln nicht unbedingt benötigt. Die Schablonen kann man noch ganz gut gebrauchen um z.B. Moosgummi-Stempel herzustellen.

Wie ihr sicherlich bereits bemerkt habt, bin ich von dem Buch wirklich begeistert. Allein die Übersicht, was man alles als Stempel benutzen kann, finde ich schon sehr hilfreich. Im Buch wird dies dann mit Beispielen konkretisiert, die zu eigener Aktivität auffordern. Neben den oben genannten Beispielen soll zum Beispiel das Federkleid eines Hahnes mit Hilfe einer Radiergummiseite vervollständigt werden, mit einer Selleriestange lassen sich Wellen für ein wildes Meer produzieren, mit Handabdrücken entstehen witzige Tiere wie Giraffe, Pfau und Elefant, und auch aus Wellpappe kann man richtig tolle Sachen machen, z.B. ein Strandhaus oder Muffins. Da bekommt man auch als Erwachsener noch einmal so richtig Lust kreativ zu werden.

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Bunter Stempelspaß, arsEdition, ISBN: 978-3-8458-1215-1, 12,99€

Hier findet ihr die Vorstellungen eines Bastelsets zum Fingerstempeln und eines Buches, in dem u.a. Ideen für Handabdrucks-Bilder zu finden sind.

Klasse Idee: Abenteuer per Post

Während neue Techniken und Medien immer weiter ausgereift werden, neue Produkte und Möglichkeiten entstehen, gibt es gleichzeitig die Sehnsucht wieder zu Altem zurück zu kehren, wieder mehr Ruhe in alles einfließen zu lassen und auch die heutigen Kinder an schönen Dinge, die früher allgegenwärtig und normal waren, teilhaben zu lassen. So eine Sache ist die Post. Wer bekommt schon noch richtige Post, die nicht aus Rechnungen und Werbung besteht? Kaum jemand, denn wenn man sich gegenseitig persönliche Zeilen schreibt, so landen diese mittlerweile meist im elektronischen Postfach. Schade eigentlich, denn fast jeder freut sich doch riesig, wenn draußen vor der Tür im Briefkasten Post für einen persönlich wartet und es ist erst recht schade, dass viele Kinder dieses Gefühl kaum noch kennen. Durch die Postabenteuer von Knisterkiste können sie nun eine Ahnung davon bekommen. Ganz bewusst setzt Markus Fischer, der Betreiber von Knisterkiste, auf den alten Weg Nachrichten und Informationen zu versenden. Die Kinder bekommen richtig etwas in die Hand, mit dem sie sich dann auseinandersetzen können und vielleicht steigt so auch die Motivation und der Spaß am Lesen. Das ist zumindest ein Ziel der Postabenteuer. Auch ohne elektronische Medien können Kinder Freude an Abenteuern haben und ich bin mir sicher, dass dies durch die Postabenteuer gut gelingt. Ähnlich wie beim Hasen Felix, der seiner Sophie von seinen Reisen aus schreibt und viele Informationen und spannende Entdeckungen weitergibt, wird hier anhand von Briefen eine Geschichte mit viel Fachwissen erzählt. Aber das besondere am Postabenteuer ist, dass man nicht nur aus einem Buch Briefe entnehmen kann, sondern selbst als Adressat Briefe erhält und zwar gut gefüllte Briefe. Die Sendungen enthalten ein Anschreiben, welches die Story vorantreibt, Anregungen zum Basteln (teils sogar mit vorgefertigten Bastelbögen), Prospekte mit Informationen, Zeitungsausschnitte und ähnliches. Alles kann selbst in die Hand genommen werden, nach und nach erfährt man mehr über bestimmte Dinge und man kann sich intensiv und so wie die Zeit es zulässt, mit der Sendung und ihrem Inhalt auseinander setzen.

Inhalt der ersten Ausgabe:

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Das erste Abenteuer heißt „Der tasmanische Tiger“. Der Opa von Ada von Lückwitz, Kapitänin des Luftschiffs „Die Komet“, meint, dass er die Spur eines tasmanischen Tigers, der eigentlich vor 80 Jahren ausgestorben ist, entdeckt habe. Ob das stimmt? Das möchte Ada natürlich mit ihrer Crew herausfinden. Ada schickt dem Kind nicht nur den Brief des Opas mit, sondern u.a. auch Sachinformationen über den tasmanischen Tiger, einen Flyer über die Stadt Calais, in der Ada gerade Station macht (wobei sie den Brief aus Hamburg schickt?) und einen Bastelbogen für das Luftschiff. Ein paar kleinere Tippfehler finden sich noch in der ersten Ausgabe, aber darüber kann man hinweg sehen. Die komplette erste Ausgabe ist als pdf-Format auf der Homepage www.kinsterkiste.com einsehbar.

Bastelbogen für das Luftschiff:

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Insgesamt erstreckt sich ein Abenteuer über sechs Ausgaben. Der Preis dafür erscheint recht hoch (39,90€), allerdings muss man auch sehen, dass ein unglaublicher Aufwand hinter der ganzen Sache steckt, der letztendlich den Preis durchaus rechtfertigt. Meines Erachtens sind die Postabenteuer ein tolles Geschenk von beispielsweise Oma und Opa – ähnlich wie ein Zeitschriftenabo: Der Geschenkeberg wächst nicht ins Unendliche, man schenkt etwas vernünftiges, das Kind hat eine ganze Weile von dem Geschenk und vor allem hat das Kind etwas, woran es jede Menge Spaß hat. Ich jedenfalls hätte es richtig toll gefunden, jeden Monat so einen tollen, gut gefüllten Briefumschlag im Briefkasten zu finden. Allein der Umschlag mit dem Wachssiegel macht einem doch schon richtig viel Lust auf das Abenteuer.

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Markus Fischer gibt sich bei der Umsetzung jede Menge Mühe. Alles ist liebevoll und durchdacht zusammengestellt und sehr schön aufbereitet. Spannend dürfte sein, inwiefern das Ganze, wie versprochen, personalisiert wird. Klar, der Name des Kindes steht natürlich im Anschreiben, aber dabei soll es nicht bleiben. Auf persönliche Daten und Vorlieben soll eingegangen werden, jüngere Kinder bekommen eine einfachere Schrift und angepasste Erklärungen, Mathefans schwierigere und herausfordernde Rätsel. Das klingt jedenfalls alles sehr gut, allerdings hört es sich auch nach sehr viel Arbeit an und wie dies letztendlich alles umgesetzt wird, kann ich nicht sagen, aber auf einen Versuch kann man sich sicherlich guten Gewissens einlassen.

Ich habe mir die erste Ausgabe gemeinsam mit Bücherwürmchen angeschaut, der eigentlich noch ein wenig zu jung für dieses Projekt ist. Die eigentliche Zielgruppe liegt bei 8 bis 12 Jahren, wobei sehr interessierte Schulanfänger sicherlich ebenfalls schon Spaß an den Postabenteuern haben. Bücherwürmchen fand das alles jedenfalls schon sehr spannend, wobei er natürlich noch zu klein ist um beispielsweise das Luftschiff zu basteln. Den Brief von Ada ließ er sich aber gerne vorlesen und er wollte auch viel über den tasmanischen Tiger erfahren.

Sachinformationen:

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Ich finde jedenfalls die Idee eine Geschichte inklusive Sachinformationen per Post zu erzählen richtig klasse und ich hoffe, dass sich genügend Interessenten finden, damit diese Idee auch erfolgreich umgesetzt werden kann. Die Postabenteuer machen Spaß, die Sendung ist interessant und das Lesen geschieht letztendlich fast nebenbei, so dass auch Kinder, die sonst eher Lesemuffel sind, auf diese Weise mit Spaß zum Lesen kommen können.

Ich wünsche der Knisterkiste jedenfalls ganz viel Erfolg für dieses tolle Projekt und hoffe, dass es noch existiert, wenn meine Kinder etwas größer sind!

Alle weiteren Informationen zum Postabenteuer findet ihr auf der Homepage: www.knisterkiste.com

Alle Bilder wurden mit freundlicher Genehmigung der Seite Knisterkiste entnommen.

 

Das macht Spaß: Einen Zoo mit Aufklebern gestalten

Eigentlich finde ich es ja toll, wenn Kinder Sachen komplett selber machen, wenn sie ganz ohne Vorlagen und nur mit eigenen Ideen kreativ werden. Manchmal reichen aber die künstlerischen Fähigkeiten nicht aus, um all das auf das Papier zu bringen, was einem gerade durch den Kopf geht, und das Kind ärgert sich dann, wenn die Tiere nicht so aussehen, wie man sie aus dem realen Leben kennt. In einem solchen Fall können dann (ausnahmsweise) mal Sticker, die von Kindern ja sowieso geliebt werde, weiterhelfen. Es ist doch auch mal schön, wenn Sticker zur Abwechslung mal mit ein wenig System aufgeklebt werden und nicht ungeordnet, teils übereinander und recht verschwenderisch auf einem Blatt Papier landen. Dies scheint sich auch die Autorin des Heftes „Mein Sticker-Zoo“ gedacht zu haben. Das Heft ist eine tolle Idee. Hier können nach Belieben Gehege mit Tieren gefüllt werden (wobei auch hier durchaus verschwenderisch gearbeitet wird, was aber an dieser Stelle mal egal ist, da wirklich sehr viele Aufkleber vorhanden sind, so dass am Ende meist noch welche übrig sind, die dann anderweitig verwendet werden können).

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Das Schöne ist, dass Kinder hier zwar nicht künstlerisch aktiv werden, sich aber dafür eine Menge ausdenken und ihre Fantasie spielen lassen. Welches Tier kommt in welches Gehege? Was machen die Tiere dort? Sind vielleicht zwei Tiere miteinander befreundet und kuscheln sich eng aneinander? Hat ein Tier Kinder, ist eine ganze Tierfamilie vorhanden? Bekommen die Tiere gerade Futter? Was machen die Zoobesucher? Usw. Den Kindern stehen hier durch die große Auswahl an Stickern viele Möglichkeiten offen. Leider passen die vorgegebenen Gehege nicht so ganz zu allen Tieren, die es als Sticker gibt, aber Kinder stört das weniger als Erwachsene. Löwen und Tiger kommen bei Kindern auch schon mal zusammen in ein Gehege und wenn gerade der Blick und somit die Wahl auf die Elefanten fällt, ist es im Prinzip egal, wie das Gehege im Heft aussieht. Die Elefanten werden einfach aufgeklebt! Sollte man dies als Erwachsener bemängeln, erhält man direkt den (passenden) Hinweis, dass das im Spiel/in einer Geschichte durchaus so möglich ist…

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Das Heft macht Kindern jedenfalls jede Menge Spaß. Besonders kreative Kinder können vielleicht auch passendes Futter o.ä. zu den Tieren dazu malen. Dazu hatte Bücherwürmchen allerdings keine Lust. Er freute sich darüber, dass er endlich mal ganz ohne Einschränkungen Aufkleber verwenden durfte.

Mir hat das Buch auch gut gefallen. Am liebsten hätte ich die eine oder andere Seite selbst gestaltet…

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Mein Sticker-Zoo von Ingrid Bräuer, arsEdition, ISBN: 978-3-8458-0967-0, 6,99€

Kreative Beschäftigungen, wenn das Sommerwetter mal ausbleibt

Wenn man in den Urlaub fährt, sollte man für die Kinder auch immer ein paar Beschäftigungsmaterialien einpacken, denn es kann ja auch sein, dass man von Regentagen überrascht wird und in der Ferienwohnung oder im Hotel festsitzt… Im Prinzip reichen oft auch schon einige Blätter Papier, Schere, Kleber und bunte Stifte, doch manchmal freuen Kinder sich auch, wenn sie ein paar Anregungen von außen bekommen und sie nicht von ganz alleine kreativ werden müssen.

Gefühlt gibt es immer mehr Angebote für kleine Künstler auf dem Markt, ein paar davon haben wir frisch getestet, denn zwischendurch setzt sich Bücherwürmchen gerne mit mir zusammen an den Tisch um zu malen und zu basteln.

Der Tessloff-Verlag lässt einen direkt durch mehrere Produkte in eine Piraten-Welt eintauchen. Für Kinder in Bücherwürmchens Alter (ca. 4 Jahre) eignet sich das bunte Malbuch besonders gut. Man muss zwar teilweise recht kleine Flächen anmalen, da auf den Bildern nicht nur einzelne große Motive wie z.B. ein Pirat oder eine Insel zu sehen sind, sondern ganze Szenen (beispielsweise das Tauchen nach einem Schatz oder das Abladen der Schätze auf einer Insel) gezeigt werden. Dafür wurde den Kindern auf einzelnen Seiten bereits einen Teil der Arbeit abgenommen. Einiges ist schon eingefärbt, so dass nicht mehr ganz so viel angemalt werden muss. Das ist gerade für Kinder, die noch nicht so viel Ausdauer besitzen sehr motivierend.

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Die Bilder selbst sind fröhlich gestaltet und natürlich sind überall Pirat Piet und Kakadu Kalle zu entdecken. Gerade an Pirat Piet finden Kinder schnell Gefallen, denn er ist ein Kind, so dass sie sich mit ihm identifizieren können.

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Noch spannender als das Malbuch ist für Kinder das Piraten-Bastelset, bei dem ein Boot samt Piraten und Kanonen gebastelt werden kann. Hierfür braucht man jedoch schon eine ganze Menge Ausdauer, damit am Ende auch tatsächlich alles steht. Wir haben jedenfalls mehrere Tage daran gesessen und ich musste Bücherwürmchen auch helfen, denn er hatte keine Lust Boot, sämtliche Piraten, Kanonen, Schatzkiste, den Hintergrund etc. alleine anzumalen. Allein um alles von einer Seite anzumalen, braucht man schon eine Weile und eigentlich müsste man dann auch noch die Rückseite anmalen, aber dazu hatten wir dann keine Lust mehr. Das Blöde ist nur, dass man am Ende entsprechend der Anleitung alles zusammen stecken muss und man vorher beim Schiff nur schlecht abschätzen kann, was letztendlich außen und somit zu sehen ist. Bevor man alles zusammen stecken kann, muss man alle Teile ausschneiden – ein weiterer Part den ich übernehmen musste. So genau ausschneiden kann Bücherwürmchen noch nicht. Über das Ergebnis haben wir uns dann aber beide gefreut: Alles blieb gut stehen, sah nach Etwas aus und es ließ sich sogar damit spielen!

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Die Mühe hat sich also doch gelohnt. Und wer im Urlaub mehrere Regentage am Stück hat, ist sicherlich auch froh, wenn eine Bastelei nicht bereits nach fünf Minuten komplett fertig auf dem Tisch liegt.

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Zu der Reihe „Meine Piratenwelt“ gehören noch weitere Produkte, die sich ebenfalls zum Mitnehmen auf eine Reise eignen.

Ein sehr schönes Malbuch haben wir auch beim Coppenrath Verlag entdeckt. Malbücher gibt es ja nun wirklich wie Sand am Meer und man findet auch immer mal wieder welche mit schönen Motiven, aber bei dem Malbuch aus dem Coppenrath Verlag gibt es noch eine Besonderheit: Es ist ein Punkt-zu-Punkt-Malbuch. Nein, hier muss man nicht Zahlen von Punkt zu Punkt miteinander verbinden, sondern an einigen Stellen auf den Bildern nahe beieinander liegende Punkte, die bereits eine Art Linie ergeben, nachspuren. Und das hat Bücherwürmchen schon gut geschafft. Da sich die Anzahl der Pünktchenlinien auf manchen Bildern auch sehr in Grenzen halten (das ist bei den Bildern je nach Motiv ein bisschen unterschiedlich), hatte er sogar richtig Spaß daran, während ich in dem Nachfahren der Linien eine tolle Übung zur Feinmotorik sehe.

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Wir besitzen das Malbuch mit dem Untertitel „Piraten, Autos, wilde Tiere“, welches sehr motivierende Bilder für Bücherwürmchen enthält (auch wenn ein Vögelchen oder ein Hündchen nicht gerade wilde Tiere sind…): Ritterburg, Dinosaurier, Fußballer, Feuerwehrmann…

Am Ende kann man die einzelnen Bilder sogar heraustrennen und aufhängen oder verschenken. Mich hat dieses Malbuch jedenfalls vollkommen überzeugt und ich freue mich darüber, wie gerne Bücherwürmchen darin malt.

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Selbstverständlich gibt es natürlich auch ein analoges Malbuch mit Prinzessinnen und ähnlichem.

 

Meine Piratenwelt: Buntes Malbuch, illustriert von Stefan Lohr, Tessloff Verlag, ISBN: 978-3-7886-3820-7, 3,95€

Meine Piratenwelt: Bastelbogen, illustriert von Stefan Lohr, Tessloff Verlag, ISBN: 978-3-7886-3817-7, 4,95€

Mini-Künstler: Punkt-zu-Punkt-Malbuch, Piraten, Autos, wilde Tiere, illustriert von Hartmut Bieber, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62157-7, 4,95€

Stecktiere-Welt von Krickel-Krakel

In letzter Zeit sind wir ja richtige Krickel-Krakel-Fans geworden und so haben wir ein weiteres Produkt aus dieser Reihe ausprobiert. Dieses Mal haben wir uns an die „Stecktiere-Welt“ herangewagt, wieder ein sehr schönes Bastelprojekt, welches zur Fantasie anregt.

Zunächst einmal müssen jede Menge Tiere und Pflanzen angemalt werden. Das ist wirklich viel Arbeit für kleinere Kinder, so dass wir das in mehreren Etappen gemacht haben. Außerdem habe ich Bücherwürmchen ein wenig dabei geholfen und zum Beispiel die Pflanzen sowie die Rückseiten der Tiere angemalt. Bei der Menge hat Bücherwürmchen dann manchmal dennoch die Lust am Anmalen verloren, während er andererseits gerne fertig werden wollte, um alles aufbauen zu können.

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Ist alles angemalt, dann kann man die Tiere mit kleinen Graspflanzen zusammenstecken, so dass sie stehen bleiben und in eine Dschungellandschaft stellen, die sich aus dem Karton ergibt. Etwas merkwürdig ist es, dass es sich allerdings nicht nur um Dschungeltiere handelt, sondern dass die Tiere aus verschiedenen Lebensräumen kommen. So gibt es hier zum Beispiel sowohl einen Löwen als auch ein Känguru. Bücherwürmchen hat sich kurz darüber gewundert, dann aber eben schnell gespielt, dass das Känguru zu Besuch gekommen ist, denn sobald die Tiere einmal stehen, fängt auch schon das Spiel an. Bücherwürmchen schnappt sich natürlich den Löwenvater und ich bekomme ein paar andere Tiere zugeteilt und gemeinsam denken wir uns ein paar Szenen aus.

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Das Zusammenstecken der Tiere gestaltet sich übrigens nicht so ganz einfach. Bei dem liegenden Kamel weiß ich überhaupt nicht, wie es richtig funktionieren soll, da es so einen langen Schwanz hat, der auf den Boden ragt, dass es gar keine Teile gibt, auf denen es stehen kann. Aber irgendwie hält es mit einer Stütze dann doch. Die Schlange haben wir einfach auf den Boden gelegt, wo sie sich nun lang schlängeln kann und ganz schön finden wir, dass man die Vögel in die Pflanzenlandschaft setzen kann.

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Die Figuren sind übrigens vorgestanzt und das Tolle ist, dass man so die Pappen anschließend noch als Schablonen zum Malen benutzen kann. Manche kann man auch weg werfen, aber für die Tierumrisse sind sie wirklich nicht schlecht. Ich bin ja so ein Sammler von allen möglichen Dingen, die man noch irgendwie gebrauchen kann…

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Die Arbeit, die man mit diesem Bastelset hat, ist vielleicht nicht ganz so kreativ, da sie sich auf bloßes Ausmalen konzentriert, dafür ist danach die Fantasie um so mehr gefragt und es ist ja immer besonders schön, wenn man etwas herstellt, was man anschließend auch noch nutzen kann.

Wir haben uns jedenfalls insgesamt mittlerweile schon recht lange mit der Stecktiere-Welt beschäftigt, daher kann ich sie nur empfehlen.

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Stecktiere-Welt von Krickel-Krakel, Oetinger Verlag, unverbindliche Preisempfehlung: 9,99€

Die ersten eigenen Bücher: Ferientagebücher

Der Sommer hat begonnen und für viele rückt auch der Urlaub in greifbare Nähe. Da freut man sich doch, denn Urlaub ist immer etwas besonderes, etwas woran man sich auch später noch gerne erinnert. Selbst die Reisen, die man in seiner Kindheit unternommen hat, klingen irgendwie noch in einem nach, auch wenn man sich häufig nicht mehr an viele konkrete Dinge erinnern kann, aber das Gefühl von Sommer, Meer, Strand, Zeit mit der Familie das bleibt. Mir persönlich sind solche Erinnerungen wichtig und ich möchte auch Bücherwürmchen ermöglichen, dass er später in eigenen Kindheitserinnerungen schwelgen bzw. als Erwachsener vielleicht mit einem anderen Blick auf seine eigene Kindheit zurück blicken kann. Gerade, wenn die eigenen Kinder auf die Welt kommen, ist so etwas ja noch einmal interessant. Um ihm dies zu ermöglichen, hebe ich viel für ihn auf und notiere mir wichtige Ereignisse, aber ich möchte auch, dass er sich seine eigenen Erinnerungen aufbaut und so habe ich letztes Jahr angefangen mit ihm Ferientagebücher zu führen. Dabei geht es einerseits darum, Erlebnisse festzuhalten und andererseits werden wir dabei gemeinsam kreativ und gestalten zusammen ein Heft. Tag für Tag malt Bücherwürmchen auf, was ihm von dem Tag wichtig war und das können dann auch schon mal ganz andere Sachen sein als die, die ich als Highlight angesehen habe. So kann es passieren, dass Bücherwürmchen auf einer Doppelseite den gesamten Brötcheneinkauf fürs Frühstück aufmalt oder er zeichnet nur lauter blaue Striche, weil es an dem Tag geregnet hat. Auf diese Weise entsteht ein Bild von dem Urlaub ganz aus Bücherwürmchens Sicht. Er malt, ich beschrifte und Eintrittskarten oder Flyer werden natürlich auch dazu geklebt.

Sommerurlaub 2014

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Strand mit Strandkorb

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Puppentheater-Aufführung „Ferdinand der Stier“ im Inselmuseum

Urlaub auf dem Bauernhof 2014

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Die Tiere auf dem Hof

Wichtig ist, dass man sein Kind wirklich das Malen und Gestalten lässt, was es selber möchte und nicht zu sehr lenkt, denn erstens kann das Kind ansonsten den Spaß an der Sache verlieren und zweitens ist es dann ja auch nicht mehr so richtig sein eigenes Ferientagebuch. Das fällt mir allerdings noch ein bisschen schwer. Ich möchte, dass ein schönes Produkt dabei herauskommt, welches chronologisch von unserem Urlaub erzählt, aber so denken Kinder nicht. Sie möchten das Malen, was ihnen gerade einfällt. Vielleicht hat Bücherwürmchen gerade die Sandburg vom Vormittag aufgemalt und danach hat er noch Lust ein Bild von einem Ritter zu malen. Da springe ich dann schnell ein und nehme ihm das Ferientagebuch weg, damit er das bloß nicht da hinein malt. Aber warum eigentlich nicht? Nur weil er an dem Tag keinen Ritter gesehen hat? Ist doch eigentlich egal, denn es ist ja auch nett, wenn das Heft einfach ein paar Bilder enthält, welche er eben in der Ferienzeit angefertigt hat. Es ist kein Tagebuch, wie ich es führe, es ist ein Heft, welches Bücherwürmchen im Urlaub frei gestalten darf. Da sollte ich mich nicht zu sehr einmischen. Aber leider tue ich es dann doch noch zu oft… Immerhin habe ich ihn in das Osterferienheft die Dinosaurieraufkleber kleben lassen, die ihm die Oma für den Urlaub geschenkt hat! Eine Möglichkeit um dieses Problem zu umgehen, wäre natürlich, dass man einzelne Blätter gestaltet, die man am Ende zusammenheftet. Dann kann man aussuchen, was in das Ferientagebuch kommt und was nicht. Aber ich finde es letztendlich sehr schön, ein richtiges Heft zu gestalten und da hinein zu malen und zu kleben und ich sollte mich einfach von der Vorstellung lösen, dass jede Seite perfekt und schön sein muss. Das Wichtigste ist, dass es Bücherwürmchen gefällt.

Frühjahr 2015

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Mit dem Laufrad auf dem Deich

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Spielplatz mit Wikingerschiff

Übrigens haben wir nach dem Erfolg der Ferientagebücher auch ein Familientagebuch begonnen. Dieses liegt nun immer griffbereit im Wohnzimmer und immer wenn wir etwas Besonderes erlebt haben, malt oder klebt Bücherwürmchen dort etwas hinein. So haben die ganzen gesammelten Eintrittskarten und Flyer auch einen guten Platz, wir können uns gemeinsam an Erlebnisse erinnern und gestalten ganz nebenbei unser eigenes Buch. Für das Familienbuch nutze ich übrigens ein Ringbuch, was nicht nur den Vorteil hat, dass man notfalls Seiten, die einem gar nicht gefallen, leicht heraustrennen kann, sondern auch, dass es nichts ausmacht, wenn das Buch durch Flyer und andere Dinge, die eingeklebt werden, etwas dicker wird.

Familientagebuch

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Mama hat angefangen zu laufen

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Wir waren bei einer Ausstellung zu Karl dem Großen

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Im Brückenkopfpark Jülich bei den historischen Tagen

Insgesamt ist so ein Tagebuch, welches man mit dem Kind gestaltet, eine tolle Sache, wie ich finde. Man erhält ein tolles Erinnerungsstück, gestaltet ein erstes Buch, lässt Ereignisse Revue passieren, spricht miteinander noch einmal über das, was man gemacht hat und ist gemeinsam kreativ. Ich kann diese kleine Aktivität, die einen zumindest einen Urlaub lang begleiten kann, also allen nur empfehlen.

 

Aus Papprollen entstehen tolle Figuren

Eigentlich hatte ich nicht vor bei diesem tollen Wetter mit meinem Sohn zu basteln, aber als er mich dann fragte, ob ich mit ihm etwas basteln wolle, habe ich mal die Gelegenheit ergriffen und das „Papprollenfiguren“-Set von Krickel-Krakel herausgeholt. Der Inhalt dieses Sets besteht aus 4 Papprollen, Vorlagen für Köpfe, Arme und Beine sowie Klebepunkten und einer Anleitung. Mit diesen Materialien kann man lustige Figuren erstellen, bei denen der Körper aus einer Papprolle besteht. Das Kind kann sich nun einen Kopf, Arme und Beine aussuchen und bunt anmalen. Anschließend müssen die Teile noch ausgeschnitten werden, bevor sie an die Papprolle, die am besten vorher auch noch bunt angemalt wurde, festgeklebt werden – fertig ist die Figur! Alles also ganz einfach, zumindest wenn ein bisschen Hilfe von Erwachsenen kommt.

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Bücherwürmchen wollte einen Roboter erstellen, für den er sich die passenden Teile aussuchte. Beim Anmalen gab er sich recht viel Mühe, allerdings musste ich die Teile dann für ihn ausschneiden. So genau kann er mit der Schere noch nicht umgehen. Auf der Packung ist ebenfalls ein Roboter zu sehen. Hier wurde auch der Körper wie ein Roboter mit vielen Knöpfen etc. angemalt. Bücherwürmchen hatte keine richtige Lust die Papprolle noch anzumalen. Es fehlte ihm die Vorlage und so detailliert wie auf der Packung kann er noch nicht alleine malen. Als dann aber alles fertig und zusammengeklebt war (bei den Klebepunkten muss man ein bisschen knibbeln…), war er dann aber ganz stolz auf seinen Roboter.

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Tja, braucht man für so eine Bastelarbeit ein solches Set? Aus einer Klopapierrolle und ein bisschen Papier kann man doch selber witzige Figuren herstellen, oder? Ja, das kann man. Auf jeden Fall! Es ist auch am schönsten, wenn man selbst mit einer eigenen Idee aktiv wird. Dennoch finde ich dieses Set nicht schlecht, zumindest wenn man es als erste Anregung versteht. Enthalten sind ja nur vier Papprollen und wenn diese aufgebraucht sind, wird man automatisch auf Klopapierrollen zurückgreifen, denn die Vorlagen beinhalten mehr Köpfe, Arme, Flügel und Beine als mit den beiliegenden Rollen verarbeitet werden können. Wer hier erste Anregungen und Ideen erhält, kommt vielleicht von selbst auf die Idee einen ganzen Zoo oder Bauernhof aus Papprollen-Figuren zu erstellen und dann muss und darf man selbst kreativ werden. Schon mit dem Set kann man ein bisschen experimentieren. Man kann Arme und Beine passend zu dem gewählten Kopf aussuchen oder aber man erstellt ein lustiges Fantasiewesen. Der Schritt selbst Arme und Beine herzustellen ist dann auch nicht mehr groß.

Bücherwürmchen und ich hatten jedenfalls Spaß an dieser kleinen Bastelei, die man auch gut zwischendurch mal machen kann. Man muss nicht erst eine Bastelecke einrichten und viele Materialien zusammentragen, sondern man kann jederzeit direkt mit dem Set loslegen, auch wenn in einer halben Stunde die Freunde zum Spielen kommen. Vielleicht ist es durch die Vorlage nicht besonders kreativ, aber dafür bastelt man überhaupt etwas und hat am Ende sogar ein tolles, handfestes Ergebnis vor sich stehen, mit dem man dann sogar noch spielen kann. Uns gefällt es!

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4 Papprollen-Figuren von Krickel-Krakel, Oetinger, unverbindliche Preisempfehlung: 5,99 €

Wir sind übrigens auch schon mit einem weiteren Set von Krickel-Krakel aktiv geworden: Fingerstempeln

Mit Krimskrams kreativ werden

Ihr habt nur wenig Bastelmaterialien zu Hause, seid selbst nicht so wahnsinnig kreativ und geschickt, möchtet euren Kindern aber dennoch die Möglichkeit geben, aktiv zu basteln und zu werken? Dann solltet ihr mal einen Blick in das Buch „KRIMSKRAMS finden und was draus machen“ werfen. Mich hat dieses Buch jedenfalls begeistert, denn hier bekommt man viele Ideen, was man aus Dingen, die sonst einfach irgendwo im Haushalt und in Schubladen herumfliegen, herstellen kann. Man braucht keine Materialien einkaufen, sondern muss nur mal seinen Blick über den chaotischen Schreibtisch schweifen lassen und schon finden sich viele Sachen, die eigentlich weggeworfen werden könnten, aus denen man aber auch noch etwas Schönes machen kann. In vielen Bastelbüchern wird einem versprochen, dass man nur wenige Materialien bräuchte und dass sich die benötigten Dinge in jedem Haushalt befänden. Bei mir ist dies aber dennoch häufig nicht der Fall, zumindest dann nicht, wenn ich gerade Lust dazu habe eine Bastelidee umzusetzen. Die hier vorgestellten Projekte lassen sich jedoch tatsächlich in vielen Fällen schnell herstellen. Gummibänder, Streichholzschachteln, Pappe von alten Kartons, Strohhalme, Radiergummis, Stecknadeln und alte Filzstiftkappen lassen sich auch bei mir jederzeit problemlos auftreiben.

Sicherlich könnte man die Bastelvorschläge aus diesem Buch auf wenigen Seiten zusammenfassen. Dieses Buch gönnt sich jedoch jede Menge Platz. So wird auf Doppelseiten dazu aufgefordert in bestimmen Schubladen oder im gelben Sack zu wühlen und zu suchen, dann werden ein paar Fundstücke begleitet mit der Frage, was man daraus machen könnte, vorgestellt und erst anschließend werden zwei Möglichkeiten mit den gezeigten Materialien in einer bildreichen Anleitung (Zeichnungen und Fotos vom möglichen Endprodukt) vorgeschlagen. Seine eigenen Ideen kann man aber auch in dem Buch festhalten. Dafür ist in dem Buch viel Platz bereitgestellt worden. Hier kann gekritzelt, gemalt, geschrieben und eingeklebt werden. Es gibt sogar Sachen, die dafür da sind ausgeschnitten zu werden. Das mag ich allerdings persönlich nicht so sehr. Schreiben und Kleben gerne, aber beim Schneiden ist bei mir eine innere Grenze erreicht, doch das ist natürlich meine eigene Einstellung zu Büchern. Grundsätzlich passt es ja zu einem kreativen Bastelbuch, dass man darin auch herumschnipseln darf.

Die Dinge, die aus dem KRIMSKRAMS entstehen, sind im Prinzip ganz einfach und eigentlich nichts besonders, aber man ist dennoch beeindruckt, wie leicht man aus wenigen Materialien interessante und tolle Sachen herstellen kann: Klasse finde ich sowohl das Hochhaus, welches langsam aus einer Streichholzschachtel herauswächst, als auch die Stempel aus Radiergummis undGummibändern, die sich blitzschnell herstellen lassen und bei denen man immer wieder neue Muster erfinden kann. Das Schaf aus Pappe, welches aus mehreren Pappteilen zusammengesteckt wird, macht am Ende auch ordentlich was her, aber man kann aus der Pappe auch tolle Möbel für eine Puppenstube oder für die Playmobil-Figuren herstellen. Alte Filzstiftkappen lassen sich zu Perlen umfunktionieren und vielleicht malt man für die nächste Schatzsuche die Karte nicht auf, sondern näht sie aus ein paar Stoffresten zusammen. Wer gerne schnitzt, kann dahingegen ein paar Gartensultane aus Stöckchen entstehen lassen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und das Buch ist nur ein Einstieg in die Welt der kreativen Basteleien. Es regt dazu an, selbst Sachen zusammenzubasteln und neues entstehen zu lassen und möchte keinesfalls Bastelschritte vorschreiben. Ideen werden geliefert, aber letztendlich sollen sie nur einen Anstoß zur eigenen Kreativität geben. Dieser Ansatz gefällt mir sehr gut und deshalb habe ich auch mit Bücherwürmchen noch nichts aus dem Buch gemeinsam gemacht. Ein paar Sachen könnte man sicherlich so langsam mit ihm zusammen machen und da er zur Zeit so gerne stempelt, werde ich vielleicht mit ihm demnächst auch ein paar Radiergummistempel erstellen, aber ansonsten finde ich es schöner, wenn Kinder dieses Buch relativ eigenständig benutzen, ihre eigenen Ideen vermerken und umsetzen und somit ihre eigene Kreativität entdecken. Bücherwürmchen hat vor wenigen Monaten damit angefangen, Sachen auszuschneiden, wieder zusammen zu kleben und so nach und nach verfolgt er dabei auch das Ziel bestimmte Sachen herzustellen, so dass das Stück Pappe am Ende für ihn eine Säge oder ähnliches darstellt. Auch wenn ich von den vielen Schnipseln und den merkwürdigen Gebilden, die nun überall herumfliegen, manchmal genervt bin, finde ich es toll, dass er sich kreativ betätigt und dass er davon ausgeht, dass man selbst vieles herstellen kann. Da lasse ich ihm erst einmal noch eine Weile freien Lauf und irgendwann kann er dann durch das Buch weitere Anregungen bekommen. Ich freue mich jedenfalls schon darauf, mit ihm zusammen tolle Dinge entstehen zu lassen, denn auch wenn er mit dem Buch selbstständig umgehen kann, bin ich doch bei der Umsetzung dann gerne unterstützend dabei.

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KRIMSKRAMS finden und was draus machen – Das Sammelsurium-Schnipsel-Mitmach-Buch von Claudia Huboi, Haupt Verlag, ISBN: 978-3-258-60113-7, 24,90€