Blogparade: Geliebte Kinderbuchschätze

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Geliebte Kinderbuchschätze“ – meine erste Blogparade rund um Erinnerungen an Bücher aus der Kindheit (alle Informationen dazu findet ihr HIER). Sie geht nun zu Ende und ich ziehe ein Fazit und stelle euch noch einmal alles in einem Überblick zusammen. Erst einmal: Es hat viel Spaß gemacht und ich freue mich über eure vielen, interessanten Beiträge! Vielen Dank für eure Teilnahme! Ich glaube, hier gibt es wirklich viel zu stöbern und es macht viel Freude in lauter verschiedene literarische Kindheiten einzutauchen. Vor allem merkt man vielen Beiträgen auch die Liebe zu den Büchern, zum Lesen und zu den Erinnerungen an alte Bücher an. Es lohnt sich also, in alle Beiträge mal in Ruhe reinzuschauen (eine vollständige Auflistung findet ihr am Ende dieses Artikels).

Ich habe allerdings auch festgestellt, dass ich in Bezug auf eine Blogparade noch einiges lernen muss. Eigentlich hätte ich es als Lehrerin wissen müssen: Zielvorgaben müssen ganz klar formuliert sein… Ich aber habe munter drauf losgeschrieben, meine Ideen zu der Blogparade festgehalten und war mir über die Folgen nicht sonderlich im Klaren. Irgendwie hatte ich damit gerechnet, dass ihr einzelne Bücher vorstellt, so dass ich am Ende eine schöne Liste mit Nostalgie-Büchern erstellen kann. Aber dafür habe ich wohl zu viele Fragen gestellt, die euch eigentlich nur dabei helfen sollten, eine Idee für euren Artikel zu bekommen. Viele von euch aber haben die Fragen Stück für Stück abgearbeitet… Hm, was nun? Überhaupt nicht schlimm! In der Lehrerausbildung wäre das zwar ein riesiger Kritikpunkt gewesen, aber hier macht es das Ganze nur viel bunter und interessanter. Nun gibt es lauter tolle Berichte über das Erleben mit Büchern in der Kindheit, was ja eigentlich sogar viel spannender zu lesen ist als einzelne Buchvorstellungen. Da aber manche meinen Aufruf auch in meiner ursprünglichen Absicht aufgefasst haben und ganz besondere Bücher aus ihrer Kindheit ausführlich vorgestellt haben, haben wir nun eine Mischung aus beidem. Das finde ich richtig klasse! Und ich bin im Übrigen eurem Beispiel gefolgt und habe auch einmal die Fragen (zum Teil beantwortet)… 🙂

Sehr interessant fand ich es, welche Bücher für euch von großer Bedeutung waren. Ich hatte damit gerechnet, dass in erster Linie bekannte Klassiker genannt werden, was zum Teil auch geschehen ist, aber viele von euch haben auch ihre ganz individuellen Lieblinge. Dabei wurde im Übrigen auch der Unterschied zwischen einer literarischen Kindheit im Westen und im Osten deutlich. Irgendwie geht man davon aus, dass alle Kinder Astrid Lindgren- und Otfried Preußler-Bücher in ihren Regalen stehen hatten, aber diese Blogparade hat mir klar gemacht, dass es in der ehemaligen DDR ganz andere Klassiker gab, von denen ich bisher noch gar nichts gehört hatte. Wie gut, dass man über so eine Blogparade etwas von ihnen erfährt. Ich finde das sehr spannend, auch was die unterschiedlichen Bücher verschiedener Generationen betrifft, wobei ich auch herausgelesen habe, dass ganz besondere Buchschätze auch gerne von einer Generation an die andere weitergegeben werden. Ein besonderer Zauber übt oft die Kiste aus, die, gefüllt mit alten Büchern der Eltern oder Großeltern, auf dem Dachboden oder im Keller entdeckt wird.

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Eigentlich ist es bei Buchliebhabern nicht verwunderlich, aber dennoch möchte ich diesen Aspekt hervorheben: Für viele von euch war die Bücherei eine wahre Fundgrube und ihr ward dort regelmäßig zu Gast. Hier eröffnet sich dem Lesewürmchen eine riesige Welt der Literatur, die oft faszinierend auf einen wirkt. Und natürlich wünschten wir uns alle zu Weihnachten und zum Geburtstag Bücher, Bücher und Bücher. Manche bekamen sogar zum Zeugnis oder anderen Gelegenheiten ein Buch geschenkt und oft sind einem diese Geschenke in besonderer Erinnerung geblieben. Übrigens haben auch viele noch Erinnerungen an ihr erstes Lesebuch, mit dem das Lesen gelernt oder geübt wurde. Nicht jedem fällt dazu der Titel ein, aber Inhalt und Bilder sind einem noch vor Augen. Meist waren dies sicherlich keine besonderen Bücher mit tollen Geschichten, aber der Schritt zum selber Lesen ist eben doch so enorm und bedeutend, dass man einiges, was mit ihm zu tun hat, behält. Überhaupt habe ich bei euren Beiträgen herausgelesen, dass man sich insbesondere an die Bücher erinnert, die man in bestimmten Situationen entdeckt und gelesen hat oder an denen Erinnerungen an geliebte Personen hängen. Das können dann auch Bücher sein, die schon alt sind und andere Rollenbilder als die modernen vermitteln. Es sind also nicht immer die pädagogisch oder literarisch wertvollen Bücher, die von Kindern geliebt werden, sondern es sind die Bücher, die einem etwas sagen, die einen ansprechen, die zu einer bestimmten Situation passen, die Erinnerungen in einen aufrufen, die man mit Menschen, Orten, Gerüchen oder Erlebnissen in Verbindung bringt und die Bücher, die eben zur Verfügung standen. Aber all diese Bücher haben einen in die Welt der Literatur gebracht, haben einen in andere Welten geführt, die Fantasie angesprochen und Lust aufs Lesen gemacht!

Es gibt aber natürlich auch Bücher, die viele gelesen und geliebt haben:

In Ostdeutschland waren dies unter anderem die Bücher von Alexander Wolkow (erster Band der Reihe: „Der Zauberer der Smaragdenstadt“, neu vom Leipziger Kinderbuchverlag erhältlich), „Das Katzenhaus“, „Alfons Zitterbacke“ und Märchen.

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Märchen wurden auch im Westen gerne gelesen und ansonsten Astrid Lindgren (hier war ich übrigens überrascht, dass „Ronja Räubertochter“ besonders häufig hervorgehoben wurde), Otfried Preußler, „Winnetou„, „Die kleine Raupe Nimmersatt“, „Hanni und Nanni“ und „Momo“.

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Ausführliche vorgestellt wurden darüber hinaus die Petzi-Bücher, die Mecki-Bücher und „Das kleine Ich bin ich“. Und bei den jüngeren Teilnehmern kommen dann natürlich noch „Harry Potter“ oder „Die wilden Hühner“ dazu.

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Hier findet ihr all die tollen Beiträge! Ich habe sie mal nach West- und Ostdeutschland eingeteilt, da die Bücher, die gelesen wurden doch recht unterschiedlich sind, man aber wiederum bei den Kindern einer Generation innerhalb der DDR bzw. der BRD viele Gemeinsamkeiten entdecken kann. (Möglicherweise habe ich einen Blog geographisch falsch eingeordnet, aber ich habe mich hier an den vorgestellten Büchern orientiert.) Viel Spaß beim Lesen und Stöbern! Tauscht euch gerne über eure Leseerfahrungen und Erinnerungen aus und entdeckt Gemeinsamkeiten und Unterschiede! Vielleicht werdet ihr ja auch durch andere Beiträge noch an weitere Buchschätze aus eurer Kindheit erinnert.

 

Aufgewachsen mit Büchern aus Ostdeutschland:

Creative Look

Ein zweiter Blick

Bücherwurm – Bibliophage

Tintenhain

Kinderbibliothek

 

Aufgewachsen mit Büchern aus Westdeutschland:

Die Rabenmutti

Schlummerfrosch

Kinderohren

Das Teufelsweib

Buchkind-Blog

Eine ganz normale Mama

Kellerbande

Schreibtrieb

Wurzeln und Flügel

Piratenprinzessin

Birgit-Ebbert-Blog

Irve liest

Aus dem Leben eines Nerds

In-Arcadia-ego

Kölner Leselust

Für die kleinen Herzen

Lieblingsgören

Geschichtenwolke

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Reise in die eigene literarische Vergangenheit

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Ich habe Anfang Januar die Blogparade „Geliebte Kinderbuchschätze“ ins Leben gerufen – einerseits, weil ich selbst noch sehr an den Büchern meiner Kindheit hänge und andererseits, weil ich auch neugierig bin, mit welchen Büchern ihr aufgewachsen seid und wie ihr in die Welt der Bücher eingeführt wurdet. Als Anregung hatte ich ein paar Fragen geschrieben, die von euch auch häufig verwendet wurden. Deshalb möchte ich heute auch mal auf diese Fragen eingehen.

An welche Bücher aus eurer Kindheit könnt ihr euch noch gut erinnern?

Oh, an eine ganze Menge. Und über einige habe ich hier in diesem Blog auch schon geschrieben. Zum einen sind da die Bilderbücher und zum anderen Kinder- und Jugendbücher (ich habe jeweils bereits eine Top Ten-Liste von Büchern angefertigt, die mich an meine Kindheit und Jugend erinnern). Hier nenne ich mal beispielhaft einige Bücher, an die ich mich noch gut erinnern kann: „Der glückliche Löwe„, Geschichten von „Onkel Tobi„, „Etwas von den Wurzelkindern„, „Pinguin Pondus„, Bücher von den Zwillingen „Jens und Michel„, „Die Hexe und die 7 Fexe„, „Wie Mücke Micha rettete„, „Mein Esel Benjamin„, Wimmelbilderbücher von Ali Mitgutsch, „Der Hasenfranz„, „Der rote Luftballon„, Fotobilderbücher von Kindern aus anderen Ländern und viele andere Bilderbücher, im Übrigen unter anderem auch einige Pixibücher…

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Dann natürlich noch die Bücher von Astrid Lindgren, Erich Kästner, Otfried Preußler (insbesondere Räuber Hotzenplotz), die Bücher über Hanni und Nanni, Bille und Zottel und einige mehr… Sehr gut kann ich mich auch noch an die Geschichten von Franz (Christine Nöstlinger) und an „Sofie macht Geschichten“ (Peter Härtling) erinnern. Die Bücher mochte ich auch sehr gerne. Von den Franz-Büchern hatte eine Freundin von mir einige… Überhaupt hatte ich einige von den „Sonne, Mond und Sterne“-Büchern, aber ich glaube, dass ich einige davon später auf dem Flohmarkt verkauft habe bzw. sie mir nur geliehen hatte oder sie meinen Schwestern gehörten, z.B. „Armer Esel Alf„. Auch Bücher aus dem Rowohlt Verlag (rororo) hatte ich. Da erinnere ich mich noch gut an die kleinen Comics auf der Rückseite des Buches. Die Bücher von Weißnäschen zum Beispiel wurden in diesem Verlag verlegt.

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Sinchen hinter der Mauer“ (Ursula Wölfel) habe ich irgendwie auch häufiger gelesen und auch die „Mutmachgeschichten“ haben mich immer wieder beschäftigt.

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Auch auf dem folgenden Bild sind ein paar Bilderbücher aus meiner Kindheit, an die ich mich noch gut erinnern kann. Das kleine Büchlein über Bruder Bär und Schwester Bär habe ich zum Abschied vom Kindergarten bekommen.

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Und hier seht ihr einige Bücher, die noch bei meinen Eltern im Regal stehen. Wir hatten auch ein paar Bücher und Schallplatten aus der ehemaligen DDR, da mein Vater dort Verwandschaft hat. Bei dem Buch „Paulchen hat Geburtstag“ musste man Waren an die richtigen Stellen im Supermarkt einkleben und das Gute-Nacht-Lied, welches Bücherwürmchen jeden Abend hört, stammt aus dem Buch von „Bummi„: „Meine Augen sind so müde“.

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Außerdem könnt ihr noch einen Blick auf meine Jugendbücher werfen, realistische Bücher, in denen verschiedene Probleme angesprochen werden:

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Ich glaube, ich könnte noch ewig so weiter machen. Wenn mir gerade ein Buch einfällt, schiebt sich bereits das nächste in meine Gedanken und ich bekomme gerade große Lust darauf noch einmal meine Bücherregale durchzulesen… 😉

Welches war das erste Buch, welches ihr bewusst gelesen habt?

Als ich im ersten Schuljahr war, habe ich Weihnachten das erste Buch alleine gelesen: „Als Klein-Ida auch mal Unfug machte“ von Astrid Lindgren. Da dieses Buch dadurch einen besonderen Stellenwert bei mir bekam, sind die Bücher über Michel aus Lönneberga auch meine Lieblingsbücher von Astrid Lindgren.

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Hier seht ihr auch meinen Namenseintrag von damals:

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Welche Kinderbücher möchtet ihr unbedingt auch euren Kindern und Enkeln vorlesen? 

Zu dieser Frage habe ich mich im Rahmen der Blogparade von Papa mit Hut bereits geäußert. Allgemein finde ich es schön, wenn die Bücher aus meiner Kindheit noch im Regal stehen und mein Sohn die Möglichkeit hat, sie sich anzuschauen.

Welche Kinder- oder Bilderbücher stehen für eure Kindheit? Mit welchem Kinderbuch verknüpft ihr bestimmte Erinnerungen und Erlebnisse?

Die oben genannten Bücher natürlich. Sobald ich welche dieser Bücher sehe, werde ich an meine Kindheit erinnert. Oft kann ich mich auch noch daran erinnern, in welcher Situation ich diese Bücher gelesen habe, wem sie gehört haben oder ob wir sie aus der Bücherei ausgeliehen haben.

Unser dickes, altes Märchenbuch verbinde ich mit dem Vorlesen dieser Märchen auf der Ofenbank, nachdem wir vom Spielen im Schnee wieder reingekommen sind. Die Bücher und Adventskalendergeschichten, die uns im Advent vorgelesen wurden, gehören ebenfalls zu meiner Kindheit dazu und ich habe noch einige Bilder davon in meinem Kopf, auch wenn ich die Titel der Bücher nicht mehr kenne. Außerdem gehören auch ganz, ganz viele Bücher aus der Bücherei zu meiner Kindheit. Da war ich regelmäßig und habe ich mich durch die Kinder- und Jugendbuchregale gelesen. Ganz viele Bücher kenne ich davon gar nicht mehr, aber ich habe die Räumlichkeiten noch genau vor Augen und an einige Bücher, auch Bilderbücher, habe ich noch wage Erinnerungen. Das gilt übrigens auch für ein paar alte Bücher meines Vaters. Da ging es irgendwie um Bären… Meine Eltern haben mir auch manchmal Geschichten (auch von Bären?) erzählt, die sie sich ausgedacht hatten, aber daran habe ich auch keine genauen Erinnerungen mehr.

An ein Buch erinnere ich mich auch noch sehr gut: „Eduard, der Elefant„. Denn dieses Buch habe ich irgendwann auf dem Flohmarkt verkauft und es kurz darauf schon bereut… Vor einiger Zeit habe ich es mir dann noch einmal gekauft, aber leider nicht in der schönen großen Bilderbuchausgabe, die ich damals besaß.

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Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich „Ronja Räubertochter“ im Urlaub auf Bornholm gelesen habe, bei „Ben liebt Anna“ lag ich zu Hause im Bett und habe geweint, „Hanni und Nanni“ hat eine Freundin und mich dazu angeregt „Mitternachtspartys“ zu „feiern“ (wir wollten mitten in der Nacht Süßigkeiten essen), „Das fliegende Klassenzimmer“ haben wir mal in der Weihnachtszeit gelesen, meine Puppen von der Puppenstube wurden nach einer Puppenstuben-Geschichte in einem Pixibuch („Wenn die Puppenfamilie erwacht„) „Familie Hübsch“ getauft und bei einer Projektwoche in der Grundschule ging es um das Buch „Pizza und Oskar“ und wir haben dazu selbst Geschichten geschrieben, aus denen wir unser eigenes „Buch“ hergestellt und verkauft haben.

 

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Die rote Zora“ haben wir uns aus der Bücherei ausgeliehen und parallel dazu im Fernsehen geguckt, aber ich weiß, dass ich das ganz schön gruselig fand.

Welche Bücher uns abends vorgelesen wurden, weiß ich kaum noch, aber ein Buch verbinde ich ganz eng damit: Bumfidel-Geschichten. Auf einem Video von mir und meinen Schwestern wird nämlich genau dieses Buch beim Zubett-Gehen vorgelesen…

Es gibt auch ein paar Geschichten, die ich mit meinen Großeltern in Verbindung bringe, denn auch dort gab es natürlich Bilderbücher. Ich kann mich an keinen einzigen Titel erinnern, aber in einem Buch ging es irgendwie um Kätzchen und Pantoffeln und in einem anderen um die Geschichte, bei der ein Mann aus einem Nagel eine Suppe kocht…

Habt ihr noch alte Bücher in eurem Regal stehen, die ihr niemals weggeben würdet?

Klar! Jede Menge. Mir fällt es sowieso schwer alte Sachen wegzutun und an Büchern hänge ich auch sehr… Zu diesem Thema habe ich übrigens gerade eine Montagsfrage beantwortet. Auch Bücher, bei denen ich bei Lesungen war und eine Signatur im Buch habe, würde ich niemals weggeben: „Der Krieg und sein Bruder„, „Das Roß Wonderful„, „Wer streichelt denn auch Elefanten“ und „Der erste Frühling„.

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So, ich glaube, jetzt habe ich euch aber langsam genug mit meinen ganzen Erinnerungen vollgequatscht… An dieser Stelle mache ich erst einmal Schluss, aber von dem einen oder anderen Buch werdet ihr hier in meinem Blog ganz bestimmt noch mal etwas lesen…

 

 

Wenn alte Bücher einen glücklich machen

Erinnert ihr euch noch, dass ich im Oktober nach einem alten schwarz-weißen Fotobilderbuch gesucht habe, von dem ich den Titel nicht mehr wusste? Obwohl ich auch bei Facebook nachgefragt habe und diese Anfrage sogar teilweise geteilt wurde, schien niemand dieses Buch zu kennen. Aber ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass ich mir die Geschichte nur selbst zusammengereimt habe, denn dafür waren einzelne Bilder aus diesem Buch noch zu sehr in meinem Kopf. Nun, nachdem mehrere Monate vergangen sind, weiß ich endlich, wie dieses Buch heißt: „Wie Mücke Micha rettete“. Meine Cousine hat dieses Buch zufälligerweise in einem alten Bücherkoffer im Keller entdeckt und mir sogleich den Titel mitgeteilt, worüber ich mich sehr gefreut habe. Vermutlich habe ich das Buch auch bei ihr kennen gelernt…

Nachdem ich nun den Titel hatte, habe ich das Buch sogleich im Internet gebraucht gekauft. Zum Glück wurde es schnell geliefert, denn nun war ich wirklich sehr gespannt darauf, inwiefern das Buch meiner Erinnerung entspricht und ich finde, so schlecht und ungenau waren meine Erinnerungsfetzen gar nicht… Der Junge in der Geschichte heißt tatsächlich Michael bzw. Micha. Er verabschiedet sich genauso, wie ich es in Erinnerung hatte, vom Haus, vom Garten und von der Straße, bevor er mit seinen Eltern in den Urlaub ans Meer fährt. Diese Szene hatte ich noch so gut vor Augen, da wir das dann auch immer so machten, wenn wir in den Urlaub fuhren… Am Strand baut Micha dann auch eine Sandburg, allerdings fällt er nicht dort in ein Loch, sondern bei einem alten, verfallenen Steinbunker. Dabei verletzt er sich am Fuß und kommt alleine nicht wieder heraus. Aber zum Glück ist ja sein Hund Mücke (übrigens kein Schäferhund, wie ich überlegt hatte) bei ihm. Er holt Hilfe und Michas Vater zieht Micha wieder aus dem Loch heraus. Da ist Micha seinem Hund natürlich sehr dankbar und er schimpft auch nicht mehr, wenn er ihm beim Spielen etwas kaputt macht…

Es war richtig schön, sich dieses Buch noch einmal anzuschauen. Viele der Bilder waren mit beim Anschauen noch sehr präsent und ich wunderte mich heute genauso wie früher darüber, dass Micha einen Pappkarton voller Spielzeug ins Auto packt. Warum nimmt er denn keinen Koffer? Auch die Sandburg, der Hund auf der Sandburg, Micha in dem Loch und der Hund am Fenster der Ferienwohnung auf der Suche nach Michas Eltern sind alles Bilder, an die ich mich noch sehr gut erinnern kann. Warum ist diese Geschichte so sehr bei mir hängen geblieben? Vielleich weil wir etwas von ihr übernommen haben (das Verabschieden von Haus und Garten vor der Urlaubsfahrt) und weil es etwas erzählt, womit man sich gut identifizieren kann. Wir hatten zwar keinen Hund, aber Urlaub am Meer in einer Ferienwohnung kannte ich auch nur zu gut. Außerdem tat mir Micha einerseits immer leid, wenn Mücke seine mühsam gebaute Burg zerstörte und andererseits fand ich es dann aber auch immer traurig, wenn er danach so wütend auf Mücke war und ihn gar nicht mehr bei sich haben wollte.

Meinem Sohn habe ich das Buch natürlich auch direkt vorgelesen. Er saß ganz aufgeregt neben mir, hat sich die Bilder interessiert angeschaut und gespannt gelauscht. Ich konnte richtig spüren, wie er bei der Sache war. Erst wollte er das Buch auch noch einmal lesen, aber dann hatte er es sich anders überlegt, denn er fand die Sache mit dem Loch, in das Micha fällt, irgendwie unheimlich und gefährlich. Er fragte auch mich, ob ich da Angst hätte und weigerte sich dann auf einmal, dass Buch noch einmal zu lesen. Auch das gute Ende konnte ihn nicht dazu bringen, die Geschichte noch einmal anzuschauen. Naja, vielleicht ein anderes Mal… Jedenfalls scheint ihn das Buch ja auch zu bewegen, so dass es vielleicht doch nicht so erstaunlich ist, dass ich mich noch so sehr an dieses Buch erinnere, auch wenn ich es über viele, viele Jahre nicht mehr gesehen habe.

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Wie Mücke Micha rettete von Etienne Bruneel und Christiane Riehm, Hanns Reich Verlag, ISBN: 3-87668-418-8

So lebten Kinder früher in anderen Ländern

Schon lange wollte ich über ein paar alte Bücher schreiben, aber irgendwie kamen dann immer die ganzen Neuerscheinungen dazwischen. Nun, wo ich meine eigene Blogparade zum Thema „Geliebte Kinderbuchschätze“ veranstalte, wird es aber wirklich mal Zeit für diese Bücher…

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In meinem Bücherregal stehen alte Bilderbücher, die in zweifacher Hinsicht Schätze für mich sind. Erst einmal habe ich die Bücher als Kind gerne geguckt und dann habe ich Jahre später herausgefunden, wer die Autorin dieser Bücher ist. Es geht um die Bücher „Japi aus Holland“, „Matti aus Finnland“ und „Noriko-San aus Japan“ – alles Fotobilderbücher in schwarz-weiß, die von dem Leben eines Kindes in einem anderen Land erzählen. Wo genau diese Bücher herkommen, weiß ich gar nicht. Irgendwie kommen sie von meinem Vater bzw. seiner Verwandtschaft, aber aus seiner eigenen Kindheit können sie laut Erscheinungsdatum nicht sein. Dennoch waren es bereits alte Bücher, als ich sie entdeckt habe.

Ich mochte die Bücher immer gerne: Ich litt mit Matti mit, dessen Kalb Pekka verkauft und geschlachtet werden soll und welches am Ende zum Glück dann doch lebendig beim Geburtstagsschmaus dabei ist, ich schaute mir interessiert das japanische Mädchen in seinem Kimono an und begleitete Japi und Elleke gerne auf ihrem Weg zum Meer, den sie zu Fuß bewältigen müssen, da sie im Gegensatz zu den anderen Kindern keinen Fahrräder besitzen.

Ich mag die Bücher immer noch. Die Kinder auf den Bildern sehen sympathisch aus, man kann ihr Leben gut nachvollziehen und die Texte sind toll aus einer kindlichen Perspektive heraus geschrieben. Dennoch kann ich es nachvollziehen, dass es diese Bücher heute nicht mehr zu kaufen gibt, denn natürlich zeigen die Bücher nicht das heutige Leben von Kindern in anderen Ländern. Sicherlich stimmt einiges auch heute noch (z.B. die finnische Sauna oder die Informationen über die vielen Seen in Finnland oder die Windmühlen in Holland), aber heute würde man wohl nicht über ein niederländisches Kind in Holzschuhen, welches das Kind eines Fischers ist, schreiben und auch das Leben auf einem finnischen Bauernhof in einem Dorf zeigt nicht das moderne Leben in Finnland. Allerdings scheint es das „Knabenfest“ in Japan immer noch zu geben, auch wenn es mittlerweile in „Kinderfest“ umbenannt wurde, dennoch müsste neben dem Vorstellen der traditionellen Kleidung z.B. auch die technische Entwicklung des Landes Erwähnung in einem solchen Buch finden. Wenn Kinder über Kinder in anderen Ländern lesen, dann sollen sie natürlich auch ein zeitgemäßes Bild von dem Leben in diesem Land bekommen.

Ich kann es also gut verstehen, dass es diese Bücher nur noch gebraucht gibt, aber schade finde ich es trotzdem, denn als ich vor einigen Jahren begonnen habe, mich intensiv mit einer gewissen Autorin auseinander zu setzen, habe ich mit großer Verwunderung etwas festgestellt: Die Texte dieser Bücher stammen von Astrid Lindgren! Nun haben diese Bücher, die ich ja sowieso schon mochte, für mich noch einmal an Wert gewonnen und am liebsten hätte ich auch meine Astrid Lindgren-Sammlung mit allen Büchern aus dieser Reihe ergänzt, aber leider werden diese Bücher ja nicht mehr neu aufgelegt… Ich kann es ja verstehen, aber schade ist es trotzdem! So gibt es also tatsächlich Bücher von Astrid Lindgren, die ich nicht kenne. Ab und zu kann man diese Bücher zwar gebraucht kaufen, aber erstens habe ich manche Bücher noch nie angeboten gesehen und zweitens zahlt man für die Bücher auch einen ordentlichen Preis…

Übrigens merkt man an den Texten ganz eindeutig, dass sie von Astrid Lindgren kommen. Allein Sätze wie „Man kann spielen und spielen, und es wird fast nie Abend“ (aus: „Matti aus Finnland“) und „Dann laufen wir wieder in den Garten und spielen und spielen und spielen, viele Tage lang“ (aus. „Noriko-San aus Japan) sind typisch für sie.

Bücherwürmchen hat sich die Bücher übrigens gerne von mir vorlesen lassen, denn er findet es spannend „uralte“ Bücher anzuschauen. Am liebsten wäre es ihm, wenn es noch Bücher aus der Steinzeit gäbe (mein Argument, dass die noch kein Papier hatten, zählt für ihn nicht…).

Auch meine reiselustige Büchereule Wanzi hat übrigens einen Blick in die Bücher riskiert und will nun noch mehr über die Kinder in fremden Ländern erfahren. Sie fand es besonders toll, dass es nun endlich auch mal literarisch aus Europa hinaus bis nach Japan ging. Richtig gut gefiel ihr Noriko-San in ihrem Kimono, obwohl sie sich selbst natürlich in ihrem indischen Sari noch hübscher findet…

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Japi aus Holland von Anna Riwkin-Brick und Astrid Lindgren, Oetinger

Matti aus Finnland von Anna Riwkin-Brick und Astrid Lindgren, Oetinger, ISBN: 3 7891 5884 4

Noriko-San aus Japan von Anna Riwkin-Brick und Astrid Lindgren, Oetinger, ISBN: 3 7891 5888 7

 

Blogparade von Papa mit Hut: Bücher, die man an seine Kinder weitergibt

Durch Beiträge zu meiner eigenen Blogparade „Geliebte Kinderbuchschätze wurde ich auf eine andere Blogparade aufmerksam. Und zwar sammelt Nico von Papa mit Hut zu einem ähnlichen Thema Beiträge: Hier geht es darum, welche Lese-Abenteuer man an seine eigenen Kinder weitergeben möchte.

Dazu möchte ich gerne einen Beitrag schreiben.

Erst einmal geht es mir darum, meinem Sohn ganz viele Leseerlebnisse zu bieten. Ich möchte ihm einfach zeigen, wieviel Spaß man mit Büchern hat, mich gemeinsam mit ihm aufs Sofa setzen, kuscheln und Bücher gucken und uns dabei unterhalten. Das ist das wichtigste, was ich ihm in Bezug auf Bücher vermitteln möchte und das hat auch schon sehr gut geklappt. Bücherwürmchen liebt es, Bücher zu gucken. Wir lesen jeden Tag mehrere Bilderbücher und es macht sowohl Kind als auch Mama und Papa viel Spaß.

Gibt es auch bestimmte Geschichten, die ich gerne an ihn weitergeben möchte? Natürlich lese ich mit ihm sehr gerne Bücher, die ich schon in meiner eigenen Kindheit geliebt habe. Die möchte ich ihm natürlich auch nahe bringen und so stehen auch der „Pinguin Pondus“, Bücher von „Baski“ oder von den Zwillingen „Jens und Michel“ in unserem Regal. Auch „Der glückliche Löwe“ oder die Geschichten über „Onkel Tobi“ sowie „Die Hexe und die 7 Fexe“ habe ich wieder hervorgekramt bzw. mir sogar noch mal neugekauft, da wir manche Bücher gar nicht besaßen, sondern in der Bücherei ausgeliehen hatten. Und die alten Wimmelbücher von Ali Mitgutsch werden mit Bücherwürmchen genauso geguckt wie neuere Wimmelbücher, die ich als Kind noch gar nicht kannte (z.B. die Jahreszeiten-Wimmelbücher von Susanne Rotraut Berner). Diese Bücher gucke ich sehr gerne mit meinem Sohn und er schaut sie sich auch gerne an. Vielleicht merkt er auch, dass diese Bücher mir besonders am Herzen liegen und er interessiert sich zur Zeit sehr dafür, was wir früher gelesen, gespielt und gemacht haben (siehe dazu auch diesen Beitrag). Jedenfalls liest er sowohl alte als auch neue Bilderbücher sehr gerne.

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Ja, und dann gibt es auch ein paar Bücher, die ich in ein paar Jahren gerne mit ihm lesen möchte, z.B. die Bücher von Erich Kästner oder von Otfried Preußler. Auf diese Vorlesestunden freue ich mich auch schon. Es ist schön, wenn man mit seinem Kind etwas gemeinsam machen kann, an dem beide Spaß haben und wenn man dann noch in eigenen Erinnerungen schwelgen kann, macht es das Ganze noch etwas schöner. Außerdem baut es eine Verbindung zwischen den Generationen auf, es wird etwas weitergegeben und man kann über die gleichen Dinge sprechen und sich erinnern. Ich mag es sowieso gerne, wenn Dinge und Traditionen in einer Familie weitergegeben werden und so war es mir auch sehr wichtig, dass mein Sohn in dem Kleid getauft wird, welches schon seit über 100 Jahren in meiner Familie für diesen Anlass weitergegeben wird.

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Bei vielen Büchern freue ich mich einfach, wenn ich sie noch einmal mit meinem Sohn anschauen kann, aber es gibt auch ein paar Bücher, bei denen es mir besonders wichtig ist, dass wir sie uns gemeinsam anschauen und er sie kennen und vielleicht auch lieben wird. Und das sind die Bücher von Astrid Lindgren. Da hoffe ich wirklich sehr, dass sie ihm gefallen, aber das eine oder andere wird sicherlich seinen Geschmack treffen. Bisher mag er zumindest die Bilderbücher, die wir uns schon gemeinsam angeschaut haben (z.B. von Lotta, Michel aus Lönneberga oder Pippi Langstrumpf). Warum ist mir das bei diesen Büchern besonders wichtig? Zum einen ist Astrid Lindgren meine Lieblingsautorin und zum anderen liebe ich auch Schweden. So ist natürlich irgendwann auch eine Reise nach Schweden schon fest eingeplant und da soll es auch in Astrid Lindgrens Heimat Vimmerby und in Astrid Lindgrens Welt gehen. Und natürlich hat man umso mehr davon, wenn man die Bücher kennt und etwas mit den Orten verbinden kann. Astrid Lindgren, ihre Bücher und Schweden liegen mir sehr am Herzen und deshalb würde es mich freuen, wenn auch mein Sohn etwas mit diesen Dingen anfangen könnte. Wenn er sich für andere Bücher entscheiden würde, die ihm besonders am Herzen liegen, dann ist das natürlich auch okay, aber freuen würde es mich dennoch, wenn wir in unserer Bücherliebe eine gewisse Gemeinsamkeit hätten. Anbieten werde ich ihm diese Bücher also auf jeden Fall, was er dann daraus macht, ist seine eigene Entscheidung.

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Ich hatte vor einiger Zeit in einem Artikel über Kindheitserinnerungen übrigens bereits meinen Wunsch geäußert, dass ich viele Leseerlebnisse an meinen Sohn gerne weitergeben möchte und dabei sollen auch Erinnerungen an Oma und Opa geschaffen werden.

Und hier findet ihr Bilderbücher und Kinderbücher, die mich an meine Kindheit erinnern.

Wenn ihr Lust habt, über eure Kinderbuchschätze zu schreiben, vielleicht auch über welche, die ihr zwar geliebt, aber nicht unbedingt weitergeben möchtet, dann könnt ihr auch gerne an meiner BlogparadeGeliebte Kinderbuchschätze“ teilnehmen. Alle Infos dazu findet ihr hier.

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Wir entdecken alte DDR-Buchschätze

Schon seit einiger Zeit wollte ich euch das schöne Buch „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“ vorstellen, aber ständig kam ein anderes Buch dazwischen… Jetzt ist aber endlich dieses Buch mal an der Reihe! Wenn man sich Feuerwehrbücher anschaut sind es oft Sachbücher à la Wieso? Weshalb? Warum? Wirklich schöne Geschichten kenne ich eigentlich kaum, aber „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“ ist eines der wenig schönen Feuerwehr-Erzählungen und eigentlich sogar noch mehr. Es ist nämlich ein richtig tolles Buch! Es ist zwar eine ältere Geschichte, was man sowohl an den Bildern als auch an einigen Details aus der Geschichte merkt (z.B. fallen Oma Eierschecke Kohlestücke aus dem Herd, so dass es zu einem Brand kommt), aber dennoch wird gut aufgezeigt, dass die Feuerwehr lauter verschiedene Aufgaben hat. Jedes Mal wenn sich die Feuerwehrmänner hingesetzt haben um in Ruhe einen Kaffee zu trinken, klingelt das Telefon und die Feuerwehrmänner müssen ihren Kaffee stehen lassen um zum nächsten Einsatz zu eilen. Nur der kleine Wachtmeister Meier schafft es dennoch jedes Mal irgendwie seine Stulle oder sogar ein Stück Kuchen, welches er von Oma Eierschecke zugesteckt bekommen hat, zu essen. Ansonsten hilft aber auch er dabei, statt Kaffee zu trinken, den Brand bei Oma Eierschecke zu löschen, Emil Zahnlücke aus dem Loch im Eis zu retten und den umgefallenen Baum im Zoo zu bergen, damit der Eingang zum Futterhaus wieder frei ist.

Von Anfang an hatte Bücherwürmchen jede Menge Spaß an diesem Buch. Besonders gut haben ihm die Kaffeeszenen gefallen, die sich im Buch mehrfach wiederholen. Er liebt es, wenn Löschmeister Wasserhose immer die gleichen Fragen stellt, alle Feuerwehrmänner erst ihren Becher und dann ihre Stulle hochhalten, Löschmeister Wasserhose die vollständigen Becher und anschließend die Stullen zählt – bis er bei Wachtmeister Meier stutz, der nie das hochhält, was Löschmeister Wasserhose erwartete.

Diese Szene spielte Bücherwürmchen wortwörtlich liebend gerne nach. Auch der Rest des Buches musste gespielt werden, aber vor allem die Kaffeeszene und das Ende, bei dem Wachtmeister Meier seine Stulle mit einem Raben teilt, durften nie fehlen…

Wie schön, dass auch wir im Westen dieses schöne Bilderbuch aus der ehemaligen DDR heute entdecken und lieben dürfen!

Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt

Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt von Hannes Hüttner und Gerhard Lahr, Beltz & Gelberg/Der Kinderbuchverlag, ISBN: 978-3407770820, 9,95 €

Ferdinand der Stier ist toll – egal ob im Theaterstück oder im Buch

Juchhu! Ein Buch von „Ferdinand dem Stier“! Da haben wir uns aber alle sehr gefreut, als wir dieses Buch erhalten haben, weckt es doch schöne Erinnerungen in uns. Im Urlaub auf der Insel Poel sahen wir ein Puppentheaterstück mit dem Titel „Ferdinand der Stier“, eine schöne Geschichte, die auch schon etwas für die kleineren Kinder war. Die Akteurin ging schön auf die Kinder ein und spielte die Geschichte toll vor. Anschließend haben wir immer mal wieder von Ferdinand gesprochen, der so gerne an den Blumen schnupperte anstatt zu kämpfen. Mir war gar nicht bewusst, dass es zu dem Theaterstück auch eine Buchvorlage gab. So lange jedenfalls nicht, bis ich in dem Buch “1001 Kinder- & Jungendbücher – Lies und, bevor du erwachsen bist!” geblättert habe und dabei über Ferdinand den Stier gestolpert bin. Als ich dieses Buch gesehen habe, war mir sofort klar, dass wir das unbedingt haben müssen. Dann kam das Buch bei uns an. „Hm“, dachte ich erst einmal, „so viele Seiten? Das sieht ja fast eher nach einem Kinderbuch als nach einem Bilderbuch aus…“ Ja, das Buch hat sehr viele Seiten, aber auf jeder Seite ist nur ganz wenig Text. Links stehen einige wenige Sätze und rechts ist ein schwarz-weiß Bild zu sehen. Und als wir das Buch dann angeschaut haben, habe ich mich dann richtig gefreut: Die Geschichte ist genauso wie bei dem Theaterstück. Es gibt laut Bücherwürmchen nur einen Unterschied, der ihn im Übrigen ziemlich irritiert: Ferdinand wird in dem Buch größer. Erst ist er in dem Buch ein kleines Kalb und später dann schon ein ordentlicher Stier. Natürlich wurde Ferdinand auch im Theaterstück älter, doch da er ja eine Puppe war, wuchs er nicht und blieb immer der niedliche, kleine Ferdinand. Trotz dieses für Bücherwürmchens merkwürdigen Unterschieds freute auch er sich sehr, dass er seinem alten Bekannten Ferdinand nun im Buch wiedertreffen kann. Das Buch ist anders als andere Bilderbücher, bereits von außen wird klar, dass es ein „altes“ Bilderbuch ist. Die Illustrationen in schwarz-weiß sind für uns, die ja doch viele bunte Bilderbücher kennen, etwas gewöhnungsbedürftig. Dadurch, dass nur wenig Text auf jeder Seite steht, wird das Tempo aus der Geschichte genommen – aber all dies passt hervorragend zu Ferdinand, der ganz selbstbewusst anders ist als die anderen Stiere und der lieber in Ruhe an Blumen schnuppert als mit anderen Stieren zu kämpfen. Am Ende rettet ihn dieses Verhalten sein Leben und er muss nicht weiter in die Stierarena, sondern darf zurück zu seiner Mutter auf die Weide.

Ich glaube, wenn ich dieses Buch im Laden gesehen hätte und nicht bereits das Theaterstück kennen würde, hätte ich diesem Buch wohl keine weitere Beachtung geschenkt. Ich hätte es vermutlich noch nicht einmal als Buch für kleinere Kinder angesehen. Wie gut also, dass ich durch das Theaterstück einen anderen Blick auf das Buch hatte, denn die Geschichte ist einfach toll und irgendwie auch bezaubernd. Und gerade wenn man bereits Bilder zu dieser Geschichte im Kopf hat, ist es eigentlich umso schöner, dass sie einem nicht durch bunte, detailreiche Bilder zerstört werden. Die schwarz-weißen Illustrationen, die das wichtigste des Geschehens einfangen, reichen hier vollkommen aus. „Ferdinand der Stier“ werden wir uns sicherlich noch häufig angucken, uns an der Geschichte erfreuen und uns an den schönen Sommerurlaub auf der Insel Poel erinnern.

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Ferdinand der Stier von Munro Leaf und Robert Lawson, Diogenes, ISBN: 978-3257011630, 14,90€

Wer kann mir helfen? Ich suche den Titel von einem alten Fotobilderbuch

Hallo meine lieben Leser, heute brauche ich mal eure Hilfe. Ich suche den Titel von einem Fotobilderbuch mit schwarz-weiß Bildern, welches ich mir als Kind mal in der Bücherei ausgeliehen habe. Der Inhalt, so wie ich ihn erinnere, ist ungefähr folgendermaßen: Ein Junge (ich meine mich zu erinnern, dass er Michael hieß? Kann aber auch ein ganz anderer Name gewesen sein) fährt in den Urlaub und verabschiedet sich vom Haus etc. Im Urlaub spielt er am Strand und baut eine Sandburg. Dabei fällt er in ein Loch, aus dem er alleine nicht mehr heraus kommt. Zum Glück findet ihn sein Hund (ein Schäferhund?) und alles geht gut aus.

Langsam zweifle ich an meinem Verstand und frage mich, ob es dieses Buch tatsächlich mal gab oder ob ich mir da irgendetwas zusammengereimt habe… Leider weiß ich den Titel nicht mehr und ich habe es bisher nirgendwo finden können. Vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen?

Noch mehr Herbstbücher

Heute geht es weiter mit den Herbstbüchern. Ich fange mal mit unseren Lieblingsbuchfiguren an: Pettersson und Findus.

In dem Buch „Armer Pettersson“ wird die typische trübe Herbststimmung eingefangen: Pettersson hat schlechte Laune und zu nichts Lust. Draußen ist es grau und nass. Findus ist natürlich trotzdem munter wie eh und je und möchte, dass Pettersson mit ihm spielt. Alle seine Versuche Petterssons Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, scheitern und machen Pettersson nur noch griesgrämiger. So griesgrämig, dass er sogar seinen kleinen Kater anbrüllt, obwohl er doch selber weiß, dass man das nicht macht. Bücherwürmchen ist es, glaube ich, auch gar nicht so recht, dass der kleine Kater so angeschrien wird, wohingegen er die Kasperei von Findus am Tisch leider gerne mal nachmacht… Jedenfalls lässt sich Findus zum Glück einen Trick einfallen, um ein wenig Leben in Pettersson zu bekommen und so gehen die beiden am Ende doch noch gemeinsam angeln. Dabei steigt Petterssons Laune und er nimmt sogar die leuchtend bunten Farben des Herbstes wahr.

9783789161735

Das nächste Buch, über das ich schreiben möchte, „Was schmeckt den Tieren“, ist für mich ein kleiner Bücherschatz unter den Herbstbüchern. Es ist schon ein älteres (nun wieder aufgelegtes) Buch, was man auch an den Bildern sieht, aber gerade deswegen besitzt es einen gewissen Charme. Kai kommt mit einem Korb Eicheln nach Hause, doch welches Tier wird sich über die Leckerbissen freuen? Der Hund? Das Kaninchen? Die Katze? „Aber nein, aber nein“, natürlich nicht. Nur das Eichhörnchen freut sich über diesen Vorrat für den Winter.

Neben den Bildern, auf denen eigentlich nur die einzelnen Tiere groß zu sehen sind, gefällt mir auch der gereimte Text. Die wiederkehrende Antwort „aber nein, aber nein“ hat Bücherwürmchen schnell mitgesprochen und sich dabei darüber gefreut, dass er natürlich weiß, dass Eicheln nichts für Fische und Enten sind. Beim Eichhörnchen kann er dann kaum das gegensätzliche „Aber ja, aber ja“ erwarten. Nur das letzte Wort ist für ihn nicht so ganz verständlich („zwacken“ – „wenn Winterwinde zwacken“), aber da geht er einfach drüber hinweg und stellt lieber jedes Mal seine momentane Lieblingsfrage: Warum? Warum freut sich das Eichhörnchen? Die Antwort folgt dann jedoch sofort mit einem kleinen Grinsen, denn selbstverständlich weiß er, dass Eichhörnchen gerne Eicheln essen. – Immerhin spielt er das ja auch beim Turnen auf dem Barren (=Baum) sitzend nach, während die anderen Kinder darauf warten, dass endlich Platz gemacht wird, damit sie auch über den Aufbau klettern können…

9783407770899

Das Pappbilderbuch „Der Herbst steht auf der Leiter“ widmet sich in dem illustrierten Gedicht den bunten Blättern im Herbst. Angeblich befindet sich dieses Gedicht in vielen Lesebüchern – ich kannte es allerdings bisher noch nicht… Aber egal, mir gefällt es. Es hat einen fröhlichen, kecken Ton und besonders die Tanne, die sich beschwert, dass sie nicht gefärbt wird, spricht so richtig toll flapsig daher. Auf der Rückseite des Buches gibt es sogar Noten zu dem Gedicht, so dass wir unser Herbstliederreportoire, dass in erster Linie aus „Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da“ und „In meinem kleinen Apfel“ besteht, erweitern können. Die  Bilder sind auch köstlich: Da steht der Herbst auf der Leiter und gibt sich ganz der Aufgabe des Blätter färbens hin und am Ende liegt sein Gehilfe müde und schlafend unter der Erde, während die Farbeimer an den Wurzeln hängen. Ich glaube, Bücherwürmchen irritiert es ein wenig, dass der Herbst als Figur daher kommt, aber er freut sich sein erworbenes Wissen bestätigt zu sehen: Die Nadelbäume verlieren ihre Blätter nicht und bleiben grün!

9783359023722

 

Armer Pettersson von Sven Nordqvist, Oetinger, ISBN: 978-3789161735, 12,95 €

Was schmeckt den Tieren von Werner Lindemann und Gerhard Lahr, Beltz – Der Kinderbuchverlag, ISBN: 978-3407770899, 5,95 €

Der Herbst steht auf der Leiter von Peter Hacks und Annika Huskamp, Eulenspiegel Kinderbuchverlag, ISBN: 978-3359023722, 6,95 €

Unsere Highlights im September

So, der September geht nun zu Ende – Zeit für einen literarischen Rückblick.

Welche Bücher waren im September unsere Highlights?

Zuerst sind da die Pixi-Bücher zu nennen, insbesondere die neu gekauften, in denen Pixi selbst Abenteuer erlebt. Die hat Bücherwürmchen immer wieder sehr gerne angeschaut. Spannend fand er besonders „Pixi und die kleinen Gespenster“. Seit er dieses Buch kennt, möchte er auch immer Gespenst spielen. Leider hängt er sich dabei auch gerne ein Tuch über den Kopf – denn sonst ist man ja kein Gespenst – und läuft so los… Schade nur, dass sein Tuch keine Löcher für die Augen hat und Bücherwürmchen nicht daran gedacht hat, dass er so Hindernisse wie eine Tür nicht sehen kann. Als Lösung dieses Problem kommt seit der ersten Beule nun ein durchsichtiges Chiffon-Tuch zum Einsatz…

(Zu den Pixi-Büchern läuft übrigens noch bis zum 3. Oktober ein Gewinnspiel)

Pixi-Bundle

Ein weiteres Buch, welches gerne angeschaut wurde, war „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“ über welches ich demnächst noch mehr berichten werde. Da stimmte einfach das Thema. Bücherwürmchen spielt schon seit langem Feuerwehr und da kam ein Buch mit diesem Thema natürlich genau richtig. Meistens ist er zwar immer noch „Feuerwehrmann Sam“, aber gerne spielt nun auch Wachtmeister Meier oder Löschmeister Wasserhose aus der neuen Geschichte. Und wir bekommen dann natürlich auch die entsprechenden Rollen zugeteilt…

Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt

In den letzten Tagen holte Bücherwürmchen dann noch ein weiteres Buch häufig hervor: „Ole Unsichtbar“ (auch hierzu demnächst mehr…). Er findet einfach das neue Kind, Kim, welches in die Gruppe kommt, und mit Stäbchen Bulgogi isst, total spannend. Mal schauen, ob wir uns demnächst auch mal an dieses koreanische Essen wagen müssen. Mein Mann hat schon mal ein Rezept herausgesucht…

Ole Unsichtbar

Ach, und gerade fällt mir noch ein Buch ein, welches hier in letzter Zeit ein richtiges Highlight war: Der alte Klassiker „Karius und Baktus“! Mein Mann hat eine alte Kassette von Karius und Baktus gefunden, welche sich jedoch leider nicht mehr abspielen lässt. Daraufhin haben wir uns das Buch aus der Bücherei ausgeliehen und seitdem spielt Bücherwürmchen ständig Karius und Baktus und ich muss der arme Jens sein und „Au, aua!“ rufen. Gerne wehrt sich Bücherwürmchen auch als Karius oder Baktus mit folgendem Satz vor der drohenden Zahnbürste: „Du musst nicht auf deine Mutter hören!“ Ja ja, manchmal hat man es als Mutter nicht einfach mit seinen Kindern. Aber immerhin putzt Bücherwürmchen nach jedem Essen ganz eifrig Karius und Baktus weg, damit sie im Abfluss davon schwimmen.

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Welche Bücher wurden bei euch im September viel gelesen?

 

Pixi-Bundle 8er Serie 226: Alles Gute zum Geburtstag, Pixi!, Carlsen, ISBN: 978-3551044273, 7,92 €

Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt von Hannes Hüttner, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3407770820, 9,95 €

Ole Unsichtbar von Trudy Ludwig, Coppenrath, ISBN: 978-3649617013, 12,95 €

Karius und Baktus von Thorbjörn Egner, cbj, ISBN: 978-3570016947, 7,95 €