Ein Adventskalender mit Musik aus aller Welt

Soll es dieses Jahr mal kein Adventskalender zum Vorlesen sein, aber hättet ihr dennoch gerne einen, indem Geschichten vorkommen? Klingt ein wenig paradox, aber möglich macht es „Der klingende Adventskalender – Wie Nagobert der Hase auf Weihnachten wartete“. Auf der CD findet man 24 Lieder, die von einer kleinen Geschichte über den Hasen Nagobert zusammengehalten werden. Die kurzen Texte sind gereimt und machen viel Spaß. Nagobert hat seinen Kalender verloren und fragt Tag für Tag wie lange es noch bis Weihnachten ist. Dabei trifft er verschiedene Tiere und hört den einen oder anderen Chor ein Liedchen singen. Nagobert ist ein ganz schön knatschiger Hase und die dazu passende Stimme kann einem beim Hören ziemlich auf die Nerven gehen, es sei denn man nimmt es auf die leichte Schulter und findet es einfach lustig und gelungen gemacht. Uns gefällt die CD jedenfalls sehr gut und Bücherwürmchen möchte gerne immer wieder die CD von „dem Hasen, der auf Weihnachten wartet“ hören (ja, wir haben nicht Tag für Tag eine Sequenz gehört, sondern gleich ganz viel auf einmal, aber es macht auch einfach so viel Spaß…). Ganz klasse finde ich auch die Auswahl der Lieder, denn hier findet man Lieder aus aller Welt. „Little drummer boy“ hören wir hier genauso wie „Gatatumba“ aus Spanien, „Sankta Lucia“ aus Schweden oder „Üsüdüm“ aus der Türkei. Dabei werden die Lieder häufig toll umgesetzt, denn den ursprünglichen Texten in der jeweiligen Landessprache werden deutsche Teile hinzugefügt. So können die Kinder zumindest die deutschen Stellen der Lieder schnell mitsingen, hören aber ebenfalls das Original, welches natürlich immer etwas Besonderes ist.

Im Booklet findet man übrigens für alle 24 Tage ein Bild zum Ausmalen. Die Bilder passen zu der Geschichte bzw. dem jeweiligen Lied und sind humorvoll gestaltet. Ich finde sie allerdings recht gewöhnungsbedürftig und gerade den Hasen eher abschreckend. Die CD an sich ist aber dennoch absolut empfehlenswert: Eine Geschichte, die witzig gesprochen ist, und eine sehr abwechslungsreiche Liedauswahl. Diese CD hört man sich einfach gerne an und sie ist mal etwas anderes zwischen all den CDs, die beinahe die gleiche Sammlung traditioneller, deutscher Weihnachtslieder beinhalten.

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CD: Der klingende Adventskalender – Wie Nagobert der Hase auf Weihnachten wartete, Gauls Kinderhörbücher, unartproduktion (Österreich), ISBN: 978-3-901325-43-4

24 Tage Weihnachtsstimmung erleben

In einer Woche beginnt der Dezember. Da möchte ich euch heute noch ganz schnell ein tolles Buch vorstellen, welches man wunderbar in der Adventszeit wie einen Adventskalender vorlesen kann, denn es hat praktischerweise 25 Kapitel (am ersten Tag gibt es eben noch das erste Kapitel als Anfang oben drauf :-)). Dieses Buch, welches ich gerade selbst erst entdeckt habe, heißt „Ein ganz besonderer Adventskalender“ und dieser Titel passt in zweifacher Hinsicht. Zum einen geht es in dem Buch um einen geheimnisvollen Adventskalender und zum anderen kann man dieses Buch als solchen benutzen. (Natürlich kann man das Buch aber auch in einem Rutsch lesen. 🙂 )

Mona bekommt von ihrem Opa einen Adventskalender geschenkt. Klar, das ist lieb von ihm, aber lieber hätte Mona einen mit Schokolade statt mit Bildchen. Doch bereits als sie das erste Türchen öffnet, ist sie fasziniert von dem eindrucksvollen Mond, der sich dahinter verbirgt. Noch aufregender wird es am Abend, als auf einmal eine Mondlaterne in ihrem Zimmer leuchtet. Am nächsten Morgen ist die Laterne verschwunden, dafür findet sie eine Schneekugel in ihrem Zimmer, die das Bild des zweiten Tages in ihrem Inneren zeigt. Doch auch dieser Gegenstand bleibt nur für einen Tag. Was hat es mit diesem Adventskalender auf sich? Sowohl Mona als auch der Leser werden schnell von dieser Magie und den Zauber der Bilder gefangen genommen. Die Bilder im Kalender werden detailliert beschrieben, so dass man sie sich sehr gut vorstellen kann und man ebenso wie Mona die Stimmung verspürt, die diese Bilder ausstrahlen. Tag für Tag passieren wunderliche Dinge, die alle etwas mit diesem Kalender zu tun haben. Diese Adventszeit wird für Mona ganz besonders und sie ist immer wieder aufs Neue gespannt, was sie wohl erwarten wird. Direkt nach dem Öffnen des Türchens rätselt sie darüber, inwiefern das Bildchen an dem jeweiligen Tag zur Wirklichkeit werden kann. Aber die Wunder, die dann passieren, überraschen sie dennoch immer wieder und eine ganz besonders große Überraschung erwartet sie an Heilig Abend…

Auch der Leser ist ganz gespannt darauf, was Mona noch so alles erleben darf. Es ist schön, dass die Adventszeit voller Wunder steckt und man lässt sich gerne davon verzaubern. In diesem Buch wird der Glaube ans Christkind, an die Wunder der Weihnachtszeit und den damit verbundenen Zauber wieder erweckt. Man darf sich ganz von ihm einnehmen lassen und ganz Kind sein.

Schön ist auch, dass die Kapitel sehr kurz sind, so dass man auf jeden Fall dazu kommen wird, jeden Tag das entsprechende Kapitel zu lesen. In gemütlicher Runde am Adventskranz bietet sich oftmals noch ein kleines Gespräch über das Gelesen an. Zum Beispiel könnte man darüber nachdenken, wie man selbst mit diesen Wundern umgehen würde und was es heißt, dass fast alles nur für einen Tag bleibt. Häufig ist Mona traurig darüber, dass alles wieder verschwindet, aber bleibt nicht dennoch eine ganze Menge? Erinnerungen, schöne Erlebnisse, das Staunen und Kribbeln… Muss man immer alles behalten oder kann man sich auch über den schönen und besonderen Moment freuen? Was kann alles ein Geschenk sein? Muss es immer ein Gegenstand sein?

Mona selbst nervt einen in dieser Hinsicht manchmal ein bisschen. Sie ist an manchen Tagen so undankbar und scheint das Gefühl zu haben, dass sie dem Kalender gegenüber Ansprüche stellen könne. Manche Bilder gefallen ihr nicht und sie schimpft dann, dass sie bestimmte Dinge gar nicht haben wolle und am Ende bekommt sie dann meist etwas, womit sie gar nicht gerechnet hat, was ihr dann aber doch Freude bereitet. In solchen Momenten kommt sie mir wie ein verwöhntes Blag vor, wobei mir ansonsten ihre Familie sehr sympathisch ist und ich es toll finde, wie viel Zeit die Eltern mit ihr verbringen.

Mir ist übrigens nicht ganz klar, wie alt Mona eigentlich ist. Je nach Kapitel wirkt sie unterschiedlich alt, zur Schule oder in den Kindergarten scheint sie nicht zu gehen, dennoch tippe ich mal auf‘s Vorschulalter. Letztendlich ist das aber für die Geschichte auch nicht ausschlaggebend. Jedenfalls ist sie in einem Alter, in dem sie noch ohne Zweifel an Wunder, Engel und das Christkind glaubt. Und das ist sehr schön Das beste Alter um den Zauber der Weihnacht voll und ganz in sich aufzunehmen. Und wir können mit diesem Buch anfangen, eine ganz besondere Adventszeit zu erleben und uns von Kapitel zu Kapitel immer mehr in Weihnachtsstimmung versetzen zu lassen.

Übrigens wurde ich am Anfang des Buches hinsichtlich des besonderen und geheimnisvollen Kalenders an das Buch „Das Weihnachtsgeheimnis“ von Jostein Gaarder erinnert, denn auch in diesem Buch geschehen wundersame Dinge in Zusammenhang mit einem Kalender, der zunächst wie ein normaler Bildchenkalender wirkt, aber dazu in den nächsten Tagen mehr…

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Ein ganz besonderer Adventskalender – Eine Weihnachtserzählung von Eva Markert, Dr. Ronald Henss Verlag, ISBN: 978-3939937197, 11,90 €

Eine Übersicht zu weiteren in diesem Blog vorgestellten Weihnachtsbüchern gibt es hier.