Rezension: Nilas und die Piraten

Wir gehen regelmäßig und gerne zu Kindertheateraufführungen. Dabei sind auch immer wieder schöne Puppenspiele. Sehr gerne würde ich mir auch mal ein Puppenspiel von Tina Birgitta Lauffer anschauen, aber leider tritt sie eher in einer anderen Gegend Deutschlands auf. Das Schöne ist aber, dass es einige ihrer Stücke auch als kleines Buch mit Softcovereinband gibt. So können wir hier in der weit entfernten Eifel zumindest die Geschichten zu den Puppenspielen lesen und sie uns Dank der Fotografien in dem Buch auch gut vorstellen. Für die kleinen Theaterbesucher sind die Bücher natürlich eine ganz tolle Erinnerung an die erlebte Aufführung.

Ein Puppenspiel als Bilderbuch

Auch „Nilas und die Piraten“ ist ein solches Buch. Die Illustrationen bestehen aus Fotos, die mit den Puppen sowie verschiedenen Accessoires einzelne Szenen darstellen. Bilder und Figuren gefallen mir wirklich gut. Sie machen Lust auf die Geschichte. Pro Seite ist eine Menge an Text vorzulesen, was bei Kindern ab vier Jahren aber kein Problem sein dürfte.

Der Text lässt sich gut lesen. Er ist lebendig geschrieben und man kann ihn sich sehr gut erzählt vorstellen, was dem Buch aber überhaupt nicht schadet. Wenn man weiß, dass es sich um ein Puppenspiel handelt, dann kann man sich das bei dem Buch sehr gut vorstellen, aber es funktioniert auch sehr gut als Buch. Das Puppenspiel drängt sich hier nicht unangenehm in den Vordergrund. Bei dem Buch „Der Schneemann und der Hase“ werden die Dialoge in gelesener Form ein wenig langweilig, das ist hier gar nicht der Fall. Die Geschichte wurde hier noch deutlich besser in eine andere Darstellungsform übertragen.

Und nun zur Geschichte:

Nilas verbringt seine Ferien bei Oma und Opa, was er eher langweilig findet. Schließlich geht er mit dem Hund Fussel an den Strand um dort wie ein Pirat einen Schatz zu finden. Und ausgerechnet auf dieses Land  läuft das Schiff Aurora auf. Es ist das Schiff von Kapitän Knurrbart und seiner Tochter Pira, zwei waschechte Piraten. Pira entdeckt den schlafenden Nilas und fesselt ihn kurzerhand. Immerhin sieht er mit seiner Augenklappe aus wie ein Pirat und außerdem scheint er ihren Hund Fussel entführt zu haben. Da ist es besser ihn erst einmal mit aufs Schiff zu nehmen, ein Missverständnis nimmt seinen Lauf und auf einmal sind Nilas Ferien gar nicht mehr langweilig…

Nilas und die Piraten von Tina Birgitta Lauffer, Verlag Monika Fuchs, ISBN: 978-3-940078-66-7, 6,50€

 

 

Advertisements

Spannende Zeitreise in die Zeit von Goethe

Nach den Büchern „Mit der Hammelmöhre in die Steinzeit“ und „Mit der Saubohne zu den Wikingern“ gibt es nun endlich ein neues Abenteuer von Mette und Theo mit dem magischen Tulpenbaum: Mit dem Schinkenwurz zu Goethe

Mette und Theo helfen wieder die Samen alter Gemüsesorten für Almas geheimen Garten zu finden. Dieses Mal reisen sie nach Weimar um dort die Samen der Nachtkerze zu finden. Dabei laufen sie nicht nur Gustel über den Weg, sondern begegnen auch seinem Vater Goethe. Es geht auch in diesem Abenteuer wieder spannend zu. In der heutigen Zeit begegnet ihnen ein unheimlicher Mann, der scheinbar etwas über das Geheimnis des Tulpenbaums weiß und in der Goethezeit haben Mette und Theo nicht nur Schwierigkeiten die Samen, die sie zur Rückreise benötigen, zu finden, sondern müssen auch um den Tulpenbaum bangen, der von der Esplanade entfernt werden soll um die Herzogin nicht zu stören…

Eine seltene Epoche im Kinderbuch

Auf den ersten Blick scheinen die Rahmenbedingungen der Geschichte vielleicht nicht sonderlich spannend zu sein, aber ich finde es gerade toll, dass hier mal nicht ein übliches geschichtliches Thema für Kinder verwendet wird. Klar, erst einmal werden Kinder zu Themen wie Steinzeit und Wikinger und ähnliches greifen. Goethe und seine Zeit wird ihnen nicht unbedingt etwas sagen. Aber wenn Kinder bereits die ersten zwei Bücher aus der Reihe „Almas geheimer Garten“ gelesen haben, werden sie auch neugierig sein, wie es mit Mette und Theo weitergeht und wohin sie der Tulpenbaum beim nächsten Mal bringt und schwupps befinden sie sich im Weimar der Goethezeit. Hier können Kinder mal eine andere Epoche als sonst kennen lernen. Und gerade weil es zu dieser Thematik kaum vergleichbare Bücher gibt, war ich auf den Inhalt sehr gespannt. Das Buch hat knapp 80 Seiten – was kann man da überhaupt verständlich hineinpacken?

Viele historische Hintergründe eingebaut

An dieser Stelle muss ich ein großes Lob an die Autorin Birgit Hedemann aussprechen. In diesem Buch steckt unglaublich viel drin, was man zunächst vielleicht gar nicht so annehmen würde. Natürlich kann alles nur kurz angerissen werden, aber man bekommt beim Lesen dennoch einen Eindruck der Zeit und man wird neugierig auf die Hintergründe, die man im besten Falle gemeinsam mit den Eltern oder in der Schulklasse ein wenig ergründet. Selbst ich als erwachsene Leserin habe mir zu dem einen oder anderen angesprochenen Punkt in diesem Buch noch einmal ein paar weitere Informationen geholt. In dem Buch ist einfach nichts dem Zufall überlassen worden. Hier steckt unheimlich viel Wissen drin, welches einen aber nicht überfordert, sondern in kindgerechter Form passgenau in die Geschichte mit eingebunden wird. Das ist wurde wieder einmal richtig gut gemacht.

Allein die Reise zu Goethe ist genial ausgewählt. Sie führt uns nicht nur nach Weimar, sondern auch zu einem echten Pflanzenkenner, denn Goethe hat sich in seinem Leben intensiv mit Botanik beschäftigt. Er kommt also nicht nur als wichtige geschichtliche Persönlichkeit in diesem Buch vor, sondern er passt auch hervorragend zu dieser Bücherreihe, in der es neben den Reisen in die Vergangenheit ja auch um alte Pflanzen geht.

Der Leser erfährt in dem Buch direkt ein wenig aus dem Leben Goethes. So treffen Mette und Theo hier auf seinen Sohn Gustel (August) und sie dürfen auch das Gartenhaus im Weimarer Ilmpark besuchen.

Alte Berufe wie der Putzmacher sowie der Verkauf des Fleischs in einer Fleischbank werden genannt, wir begegnen der Herzogin Anna Amalia, erleben wie beschwerlich und gefährlich das Reisen in Postkutschen war und hören alte Worte wie „schlampampen“ (schlemmen) oder „Eisenkuchen“ (Waffeln). Natürlich tragen Mette und Theo auch bei diesem Abenteuer die übliche Kleidung der Zeit.

All dies sind Dinge, die neugierig auf mehr machen. Auch die Pflanze (Nachtkerze oder Schinkenwurz), um die es in diesem Buch geht, regt zu eigenen Nachforschungen an, denn sie hat spannende Eigenschaften und ist vermutlich den meisten Lesern erst einmal nicht bekannt. Sie hat aber auf jeden Fall wieder einen interessanten Namen.

Ein Buch zum Vorlesen und Selberlesen

Das Buch gehört zur Reihe „Die Bücher für geübte Erstleser“. Das Wort „geübte“ sollte man hier keinesfalls überlesen, denn für die allerersten eigenen Bucherfahrungen beim Lesen ist der Text noch zu umfangreich. Ansonsten bietet das Buch aber eine tolle Lektüre für Kinder, die dabei sind die Welt der Bücher lesend zu entdecken. Es gibt hier schon eine Geschichte mit mehreren Kapiteln in ordentlicher Länge, aber auf jeder Doppelseite befindet sich auch noch eine (schwarz-weiß) Illustration, was Kindern in diesem Alter noch sehr wichtig ist. Interessant sind hier die lebendigen Gesichtsausdrücke der Figuren, die die Gefühle und Gedanken sehr gut widerspiegeln.

Jüngeren Kindern ab circa fünf Jahren kann man das Buch auch schon prima vorlesen.

Insgesamt kann ich auch dieses Buch der Reihe wieder vollständig empfehlen: Spannend, interessant und gut zu lesen, einfach eine fesselnde und informative Lektüre, die die Neugier weckt!

61pmcjikczl

Almas geheimer Garten: Mit dem Schinkenwurz zu Goethe von Birgit Hedemann, illustriert von Maria Ernicke, Südpol Verlag, ISBN: 978-3-943086-39-3, 8,99€

Das ist was für Jungs: Räubergeschichten!

Ich bleibe dabei: Räubergeschichten kommen bei Kindern, insbesondere bei Jungs, immer gut an. Egal, ob es sich um ältere Geschichten handelt oder um neuere und deswegen lohnt es sich auch aus erfolgreichen Räuberbüchern ein entsprechendes Bilderbuch zu machen. Oder? Ich muss sagen, dass ich mich mit der Bilderbuchausgabe von „Räuber Grapsch“ zunächst etwas schwer tat. Zu sehr hatten bereits die Bilder von Rolf Rettich mein Bild von Räuber Grapsch und seiner Olli geprägt, wobei ich mittlerweile erfahren habe, dass auch der Nachfolgeband bereits mit anderen Bildern ausgestattet wurde. Das Bilderbuch „Räuber Grapsch“ wurde jedenfalls von Dominik Rupp illustriert. Die Bilder sind farbkräftig, es gibt viel auf ihnen zu entdecken und Räuber Grapsch ist groß, kräftig und struppig – ein richtiger Räuber, nur eben nicht mein Räuber Grapsch. Die Kaffeemühle auf dem Vorsatzpapier erinnert übrigens an einen anderen berühmten Räuber. Ich jedenfalls habe sie direkt mit Räuber Hotzenplotz in Verbindung gebracht.

Im Bilderbuch wird in erster Linie erzählt, wie der Räuber Grapsch, der eigentlich sehr gutmütig ist, die kleine Frau Olli kennen lernt, die auf den Bildern eher wie ein Kind wirkt. Obwohl Grapsch so groß und stark und ganz eindeutig ein Räuber ist, fürchtet Olli sich nicht vor ihm. Gewitter machen ihr viel mehr Angst und so ist sie froh, dass Grapsch sie bei einem Unwetter mit in seine Höhl nimmt. Gestank und Dreck dort sind ihr unangenehm, aber nichts hält sie davon ab, am nächsten Tag wieder zu kommen um einen Großputz zu machen. Grapsch gefällt ihr und Olli gefällt Grapsch. Aber ob Tante Hedwig mit dieser Beziehung einverstanden ist? Grapsch kann sie nicht von sich überzeugen und so raubt er Olli einfach. Nun müssen sich die beiden aneinander gewöhnen. Vor allem möchte Olli, dass Grapsch die Räuberei sein lässt. Sie will nicht, dass er ins Gefängnis muss und die Polizei sucht ständig nach Grapsch. Aber durch den Sumpf kommen sie nicht bis zu seiner Höhle. Einmal fällt sogar ein Feuerwehrmann von den anderen unbemerkt in den Sumpf und muss von Grapsch gerettet werden.

Ja, bei Grapsch ist immer etwas los und so muss sich Olli an das wilde Leben gewöhnen und Grapsch übt immer weniger zu rauben.

Das Bilderbuch ist eine schöne Räubergeschichte, aber meines Erachtens reicht es nicht an die Erzählung heran. Es muss viel weggelassen werden, die Handlung wird nur kurz und schnell erzählt und es endet auch recht plötzlich. Als Bilderbuch kann es nicht mehr leisten als es tut, denn sonst würde es zu umfangreich werden, aber wenn die Kinder groß genug sind um bei einem Buch auf bunte Bilder verzichten zu können, würde ich ganz klar zum Vorlesebuch raten. (Hier die Buchvorstellung zu „Das große Buch von Räuber Grapsch“)

91b6dayxdbl

Räuber Grapsch von Gudrun Pausewang und Dominik Rupp, Ravensburger Verlag, ISBN: 978-3-473-44683-4, 12,99€

Neben alten Räubergeschichten gibt es aber auch ganz neue. So beginnt im Coppenrath Verlag die Reihe vom wilden Räuber Donnerpups mit dem Titel „Die Räuberprüfung“. Auch dieses Bilderbuch ist von den Bildern her ein richtiges Räuberbuch: Bunt und wild spielt es im Wald. Die Räuber sehen verwegen und abenteuerlich aus, vor allem natürlich der Hauptmann Donnerpups, wobei auch seine Bande, bestehend aus dem Esel Muliboy, Moni Zitroni, dem Waschbär der schweigsame Heino und Tscharli Brumm, schön räuberisch wirken. Dieses Buch spricht Kinder direkt an. Die Bilder machen Vorfreude auf die Geschichte und der Name des Räubers sorgt natürlich für viel Gekicher.

Ja, hier geht es auch ums Pupsen und ich als Mutter bin natürlich nicht unbedingt begeistert davon, wenn dieses Lieblingsthema eines fünfjährigen Jungen auch noch in Büchern, die noch dazu mit einem Furzkissen ausgestattet verkauft werden, aufgegriffen wird. Aber andererseits, warum nicht? Dies ist eben wirklich mal ein Buch für die Kinder, an dem sie einfach Spaß haben. Im Übrigen habe ich bereits von  einigen Müttern gehört, dass sie davon überzeugt sind, dass sie mit diesem Buch nicht nur ihren Kindern eine Freude machen könnten, sondern auch den Vätern…

Die Geschichte ist nett, vor allem werden Kinder sich darüber freuen, dass das Kind die Räuber überlistet.

Robin wagt sich in den Wald hinein, denn er möchte wissen, ob dort wirklich die Räuber leben und ein lustiges Leben führen. Und tatsächlich findet er sie. Allerdings wird er auch von ihnen entdeckt und festgehalten. Erst bekommt Robin Angst, doch dann behauptet er, dass er selbst Räuber sei und in ihre Bande wolle, aber nachdem er sie nun gesehen habe, sei sie ihm viel zu langweilig. Das können die Räuber nicht auf sich sitzen lassen und so kommt es zu einem großen Wettstreit. Leider sieht es dabei für Robin nicht so gut aus und niemand hält ihn für einen Räuber, doch wie kommt Robin dann plötzlich und unbemerkt an die Wertgegenstände der Räuber? Jetzt hat Robin eine gute Verhandlungsgrundlage und die Räuberbande bekommt einen schlauen Kopf dazu.

Welcher Junge möchte nicht einmal Abenteuer mit Räubern, die wild und frei im Wald leben, erleben? Mit Robin dürfen sie in diese Welt eintreten und werden dies wohl auch gerne tun. Bücherwürmchen jedenfalls fordert mich auf zu schreiben, dass das Buch sehr gut sei, weil der Räuber immer pupst. Es war ja so klar, dass er diesen Aspekt besonders hervorheben muss, aber vielleicht ist diese Phase mit einem solchen Buch ja etwas schneller vorbei? Die Hoffnung stirbt zuletzt!

61sdd92tbfl

Der wilde Räuber Donnerpups – Die Räuberprüfung von Walko, Copppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-61744-0, 14,95€

10 Jahre Käpt’n Sharky

Nachdem ich neulich Kinderbuchhelden aus dem Carlsen Verlag vorgestellt habe, geht es nun mit einem anderen Kinderbuchheld weiter: Käpt’n Sharky aus dem Coppenrath Verlag.

Seit 10 Jahren macht Käpt’n Sharky die Kinderzimmer unsicher. Zunächst wollte ich schreiben, dass es Käpt’n Sharky mittlerweile schon 10 Jahre gibt, aber dann habe ich mich gewundert, dass es erst 10 Jahre sind, denn gefühlt gibt es Käpt’n Sharky bereits mein ganzes Erwachsenenleben. Käpt’n Sharky fällt eben auf, denn es gibt die verschiedensten Sachen mit Käpt’n Sharky-Motiv – vom Bleistift bis zum Fahrrad. Und genau dieser Hype und diese Omnipräsenz hat mich gestört, so dass ich mit den Büchern, die ich erst im zweiten Schritt kennengelernt habe, nicht gerade positiv genährt habe. Damit tut man dem Buch allerdings Unrecht. Dies konnten wir nun auch noch mal mit dem Buch feststellen, welches zum 10-jährigen Jubiläum erschienen ist: „Käpt’n Sharkys wildeste Piratenabenteuer“. Hier kann man zu Bücherwürmchens Freude direkt noch mal drei bekannte Geschichten von Käpt’n Sharky lesen (Käpt’n Sharky und das Geheimnis der Schatzinsel, Käpt’n Sharky und das Seeungeheuer und Käpt’n Sharky – Abenteuer in der Felsenhöhle). Natürlich wurde seine Freude von der beiliegenden Augenklappe noch zusätzlich gesteigert. Ja, das ist so ein Artikel, dem ich kritisch gegenüberstehe, aber Kinder freuen sich darüber. Und so eine Augenklappe kann man selbstverständlich für die nachgespielten Piratenabenteuer sehr gut gebrauchen. Pirat wird hier zwar nicht ganz so gerne gespielt wie Ritter, aber das Buch muss ich dennoch rauf und runter lesen. Bücherwürmchen gesteht mir dann immer ganz großzügig die Wahl der Geschichte zu, um mich dafür  entschädigen, dass wir schon wieder dasselbe Buch lesen. Aber das ist schon okay, denn eigentlich finde ich den kleinen Piraten Käpt’n Sharky mittlerweile ganz sympathisch.

Ja, er ist ein Pirat mit Piratenschiff und kleinster Mannschaft (Ratte, Papagei Coco und später Michi, Schildkröte Isi und Affe Fips). Und natürlich erlebt er Abenteuer und muss sich mit anderen Piraten, Seeungeheuern und den Soldaten des Admirals, die Piraten auf die Gefängnisinsel bringen möchten, auseinandersetzen. Aber eigentlich ist Käpt’n Sharky ganz harmlos und vor allen Dingen sehr hilfsbereit.

In der Geschichte „Das Geheimnis der Schatzinsel“ lernt er Michi, seinen neuen Freund und von da an Teil der Besatzung, kennen. Naja, kennenlernen ist vielleicht etwas zu positiv ausgedrückt. Eigentlich entert Käpt’n Sharky Michis Schiff, fesselt Michi mit seinem Gürtel und nimmt ihn auf dem eigenen Schiff mit. Wie ein wirklicher Überfall fühlt sich das Ganze dennoch nicht an. Dafür ist Käpt’n Sharky zu freundlich und Michi fürchtet sich auch keinen Augenblick lang, sondern freut sich viel mehr endlich mal ein Abenteuer zu erleben. Klar, dass er sich freut, dass Käpt’n Sharky ihn nach dem ersten gemeinsamen Abenteuer, bei dem sie auf der Such nach einem Schatz sind, wieder mitnehmen möchte. Außerdem gibt es ja noch jemanden auf dem Boot, der auf Michi wartet: Isi, das Schildkrötenbaby, welches aus dem Ei geschlüpft ist, das Michi sich auf der Schildkröteninsel in die Tasche gesteckt hat. In dieser Geschichte kommt der Affe Fips noch nicht vor, aber ansonsten haben wir hier bereits die Besatzung von Käpt’n Sharky kennengelernt, mit der noch einige Abenteuer bestanden werden.

Bei einer Fahrt auf dem Meer begegnet ihnen das Seeungeheuer Sepio, welches ihnen zunächst einen großen Schrecken einjagt, sich später dann aber als guter und hilfreicher Freund erweist. Es hilft ihnen beim Überfall vom alten Bill und in der Geschichte „Abenteuer in der Felsenhöhle“ zeigt sich, dass Sepio sich im Meer gut auskennt. So findet er das Schiff von Lis Vater. Li wurde von den Rotröcken, den Soldaten des Admirals, festgenommen und befürchtete seinen Vater nie wieder zu sehen.

Ja, bei Käpt’n Sharky geht es immer wieder um Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt, verpackt in spannende Abenteuer – perfekt also für kleine Jungs! Und ich muss zugeben, dass mir diese Kombination auch gut gefällt. Die Bilder sind großflächig und mit kräftigen Farben gemalt. Es sind keine besonderen Bilder oder Bilder mit einem speziellen künstlerischen Anspruch, aber es sind Bilder auf denen man einiges entdecken kann. Sie stecken voller Leben und Action, wobei die Bilder, selbst wenn es um Kämpfe geht, nicht bedrohlich wirken, so dass Kindergartenkinder sie sich gerne anschauen.

Bücherwürmchens Kommentar, als er mitbekam, dass ich gerade über Käpt’n Sharky schreibe: „Ich finde das auf jeden Fall schön!“

61rqezd3url

Käpt’n Sharkys wildeste Piratenabenteuer von Jutta Langreuter und Silvio Neuendorf, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3649669630, 14,95€

Mit Biotologe Yann um die Welt reisen und Abenteuer erleben

Kinder, vor allem Jungen, lieben Abenteuer. Vielleicht wird nicht jedes Kind wild durch Wälder turnen, über Berge klettern, tauchen, sich wilden Tieren nähern, aber das muss man ja auch nicht. Zumindest nicht, so lange man ein tolles Abenteuer auch im Buch erleben kann, das einen ganz in den Bann zieht und vielleicht eine kleine Sehnsucht in einem weckt, selbst als großer Abenteurer in die Welt zu ziehen. Oh ja, ich glaube, egal ob die eigenen Kinder selbst eher ruhig oder lebendig sind, sie alle werden wohl den fünfjährigen Biotologen Yann (laut Yann ist ein Biotologe jemand, der Tiere, Pflanzen und Länder erforscht), der mit seinen Welt um die Welt reist und spannende Abenteuer erlebt, ein wenig beneiden. Aber zum Glück dürfen wir in Fotobilderbüchern ja über seine Erlebnisse lesen. Bücherwürmchen dachte erst, dass es sich  um langweilige Bücher handelt, denn von außen sieht man ja kaum mehr, als dass es sich um ein Buch mit Fotos handelt – für Bücherwürmchen nicht unbedingt spannend. Doch Biotologe Yann zeigt uns nicht einfach nur Fotos von den Tieren und Pflanzen, denen er überall auf der Welt begegnet ist, nein, er erzählt uns von ganz besonderen Abenteuern, die er gemeinsam mit den Tieren erlebt hat. Er war tatsächlich an all diesen Orten, aber bei den erzählten Abenteuern kommt dann noch eine Portion Fantasie hinzu.

Es gibt zwölf Bücher, in denen die Abenteuer von Yann erzählt werden. Drei davon haben wir gelesen: Die Abenteuer in Brandenburg, auf Galápagos und in der Serengeti. Yann staut mit Hilfe des Bibers das Wasser, damit es um das Nest des Kranichs wieder nass wird, er sucht auf Galápagos einen Piratenschatz und fliegt mit einem Heißluftballon über die Serengeti, versteckt sich vor Leoparden und muss zurück zum Lager finden. Bei Yann geht es immer spannend zu. Zum Glück bekommt er bei seinen Abenteuern aber auch stets Hilfe von den Tieren, mit denen er sich in den Büchern unterhalten kann. Die Tiere sprechen dabei immer in Reimen. Ich finde es gut, dass Yann in den Büchern mit den Tieren in Kontakt tritt, denn auf diese Weise schauen sich die Kinder, die genannten Tiere im Buch aufmerksam an, was sie ansonsten nicht unbedingt tun würden. So aber lernen sie ganz nebenbei verschiedene Tierarten und ihre Lebensräume kennen. Am Ende des Buches können Interessierte dann noch Informationen u.a. zu Flora und Fauna, zur Gefährdung der Umwelt und zum Umweltschutz erlesen.

06_Galapagos_Cover

Mir gefallen die Bücher und die Abenteuer von Yann insgesamt sehr gut. Das Konzept ist gut umgesetzt. Neugierde wird geweckt, die Abenteuerfreude wird angesprochen, es werden tolle Fotos gezeigt und es werden Geschichten erzählt, die Kinder gespannt verfolgen. Natürlich ist nicht jedes Abenteuer gleich logisch aufgebaut und genauso spannend. Die Piratensuche kommt mir sehr inszeniert vor und der Weg bis zum Schatz ist, meines Erachtens, nicht so sonderlich spannend. Dafür passiert in der Serengeti einiges. Hier erlebt Yann nicht nur den Heißluftballonflug, sondern muss sich auch vor wilden Tieren in acht nehmen. Die Erlebnisse in der Uckermark in Brandenburg kommen dahingegen vermutlich den eigenen Erfahrungen in der Natur am nächsten.

07_Serengeti_cover

Letztendlich ist aber die gesamte Reihe (zumindest soweit ich sie kenne) empfehlenswert, vor allem wenn man berücksichtigt, dass die Interessen der Kinder ja auch unterschiedlich sind. Bücherwürmchen hat sich z.B. von dem meines Erachtens eher schwächerem Galápagos-Abenteuer dazu inspirieren lassen, sich eine eigene Schatzsuche auszudenken, während das Serengeti-Abenteuer zwar für gut befunden, aber ansonsten kommentarlos zur Seite gelegt wurde.

Weitere Informationen zu den Büchern und zu dem Projekt findet ihr auf der Homepage www.tlelebooks.de. Hier seht ihr auch, welche weiteren Abenteuer Yann erlebt hat.

12_Uckermark_Cover

6. Abenteuer auf Galápagos – Biotologe Yann forscht nach dem Piratenschatz von Agnes Gramming-Steinland, Fotos von Jim Gramming, Tlelebooks, ISBN: 978-3-944275-05-5, 14,50€

7. Abenteuer in der Serengeti – Biotologe Yann hebt ab von Agnes Gramming-Steinland, Fotos von Jim Gramming, Tlelebooks, ISBN: 978-3-944275-06-2, 14,50€

12. Abenteuer in Brandenburg – Biotologe Yann baut mit dem Biber von Agnes Gramming-Steinland, Fotos von Jim Gramming, Tlelebooks, ISBN: 978-3-944275-05-5, 14,50€

 

 

Tolle Freunde: Kosmo und Klax

In der Kinderbuchwelt gibt es zwei neue, süße Helden: Kosmo & Klax! Kennt ihr die beiden schon? Wenn nicht, dann stelle ich sie euch schnell vor: Kosmo ist ein Eichhörnchen und Klax ist ein kleiner roter Ball. Das sollen Kinderbuchfiguren sein? Ja, klar, die beiden sind einfach knuffig und vor allem sind die beiden sehr gute Freunde und sie erleben gerne lauter spannende Dinge, am liebsten mit ihren anderen Freunden Herrn Mümmelmann, einem ängstlichen Hasen, der pfiffigen Lili Graumaus, der vornehmen Frau Gans, den reimenden Bibo Biber und Kosmos Cousin dem Siebenschläfer Knabba.

Mit den Freunden kann man literarisch ein ganzes Jahr mit Sommer, Herbst, Winter und Frühling in dem Buch „Kosmo & Klax – Jahreszeiten – Geschichten“ erleben. Immer erleben sie kleine Abenteuer. Es sind immer nur kurze Episoden rund ums Schwimmen, Äpfel pflücken, Drachen steigen lassen, Weihnachten und Silvester feiern, Aprilscherze und ähnliches und man könnte beinahe behaupten, dass nicht sonderlich viel passiert, aber in den Geschichten steckt viel mehr: Zum einen wachsen einem die Charaktere schnell ans Herzen. Jeder bleibt seiner Linie treu und hat somit einen hohen Wiedererkennungswert (wobei es ein wenig unlogisch ist, dass Bibo Biber zunächst den Freunden im Wald eine Tanne für Weihnachten abnagt und er sich ein paar Kapitel später Kosmo und Klax auf einmal vorstellt, aber da gehen Kinder großzügig drüber hinweg). Es macht Spaß die Freunde zu begleiten. Zum anderen kommen in den Geschichten viele Aspekte einer Freundschaft zum Tragen: Man scherzt miteinander, man hält zusammen, man streitet und verträgt sich, man unterstützt sich und macht sich gegenseitig Mut, Schwierigkeiten werden gelöst usw. Und dann kommen natürlich noch die farbkräftigen, lebensfrohen Bilder hinzu, die einem den Spaß der Tiere und des Balls ganz nahe bringen.

5732eea28db9c

Allerdings funktionieren die Geschichten auch gut ohne die Bilder, denn vom anderen Teil mit dem Titel „Gute-Nacht-Geschichten“ besitzen wir nur das Hörbuch, welches bei Bücherwürmchen ebenfalls gut ankommt. Hier werden dann die fröhlichen Bilder durch die passende Stimme zu den jeweiligen Tieren ersetzt – ebenfalls ein Vergnügen! Bücherwürmchen findet Kosmo und Klx einfach klasse, egal ob als Buch oder als CD. Ich muss zugeben, dass ich befürchtet habe, dass Bücherwürmchen Kosmo und Klax vielleicht ein wenig zu langweilig und lieblich finden würde, aber das ist überhaupt nicht der Fall. Auf der CD gibt es auch ein paar Lieder, die direkt von Bücherwürmchen nachgesungen wurden. Die Geschichten selbst sind übrigens ebenfalls schön und es geht keinesfalls nur um Geschichten, die am Abend oder in der Nacht spielen, was ich gut finde, denn so ist genügend Abwechslung vorhanden.

575156e0c5d8f

Übrigens haben alle Geschichten – egal, ob sie zu den Gute-Nacht-Geschichten oder zu den Jahreszeiten-Geschichten gehören – die perfekte Länge für eine Gute-Nacht-Geschichte. Bei den wenigen Seiten Text wird man immer fertig und kann vielleicht sogar noch eine zweite Geschichte hinten dran hängen.

Falls ihr Kosmo & Klax bisher noch nicht kanntet, schaut sie euch doch mal genauer an. Vielleicht macht es euch ja auch Spaß einem Eichhörnchen und einem kleinen roten Ball bei ihren Erlebnissen zu begleiten.

Kosmo & Klax – Jahreszeiten-Geschichten von Alexandra Helmig, illustriert von Timo Becker, Mixtvision Verlag, ISBN: 978-3-95854-062-0, 9,90€

CD: Kosmo & Klax – Gute-Nacht-Geschichten von Alexandra Helmig, Mixtvision Verlag, ISBN: 978-3-95854–087–3, 9,90€

Es gibt aber auch die Jahreszeiten-Geschichten als Hörbuch sowie die Gute-Nacht-Geschichten als gebundenes Buch!

Gruselige Bilderbücher für Halloween

Bald ist Halloween. Für mich kein Grund zur Freude, aber wenn man Kinder hat, kommt man irgendwann nicht mehr darum herum. Bücherwürmchen war letztes Jahr zum ersten Mal bei einer Halloween-„Party“ eingeladen und war ganz begeistert davon. Ja, Kinder mögen Halloween. Das ist einfach so. Verkleiden, etwas Grusel, Süßigkeiten – das macht Kindern Spaß. Und damit es nicht nur bei der Party am 31.10. und dem Umherziehen und Klingeln bei den Häusern bleibt, stelle ich euch heute sogar passende Literatur vor, welche Kindern aber sicherlich das ganze Jahr über Freude bereitet, denn bei abenteuerlustigen Kindern sind Bücher, die ein bisschen gruselig sind, immer angesagt. Vor allem die älteren Kindergartenkinder beweisen sich und anderen gerne wie mutig sie sind. Sie sind stolz darauf, wenn sie schon Bücher wie „Oh Schreck!“, in dem man lauter Skelette zu sehen bekommt, lesen dürfen.

Oh Schreck!“ ist eines der zwei Bücher, die ich heute vorstelle. Es richtet sich eigentlich an Kinder ab sechs Jahren, aber auch Fünfjährige werden sicherlich schon mal gerne einen neugierigen Blick in das Buch werfen. Bei dem anderen Buch handelt es sich um das Buch „Das Spukhaus“ aus der Reihe um die Zauberin Zilly. Hier dürfen sich bereits Vierjährige über ein Buch zu diesem spannenden Thema freuen.

Kennt ihr die Zauberin Zilly schon? Sie lebt zusammen mit ihrem Kater Zingaro und bei ihr geht es immer recht wild und unüberschaubar zu. Gemeinsam erleben die beiden spannende Dinge und Abenteuer.

Auch in dem Buch „Das Spukhaus“ sind die Bilder wieder bunt, verrückt und ziemlich überladen – so wie es bei Zilly eben üblich ist und genau so, wie es viele Kinder mögen. Mir ist es manchmal schon etwas zu chaotisch, aber Bücherwürmchen lacht über den durch die Luft springenden Kater Zingaro und er freut sich über das Chaos, das Zingaro durch seine Herumspringerei und Zilly durch ihre Zauberei anrichten. Im aktuellen Buch scheint es bei Zilly zu spuken. Der Kronleuchter kracht ohne erkennbaren Grund herunter und auch die Vase und der Vorhang finden sich auf einmal auf dem Boden wieder. Da stimmt doch etwas nicht. Zilly braucht einen Zauberspruch, der den Spuk vertreibt, doch leider kann sie ohne Brille nicht gut in dem Zauberbuch lesen und so zaubert sie aus ihrem Haus ein echtes Spukhaus mit lauter Gespenstern…

Das Buch enthält als typische Spukelemente vor allem Gespenster und Spinnennetze. Es wird mit einem gruseligen Thema gespielt, aber so, dass alles spielerisch bleibt. Kein Kind wird bei diesem Buch wirklich Angst haben, denn bei Zilly geht es letztendlich immer humorvoll zu. Mir gefällt es gut, dass dieses Thema hier so harmlos angegangen wird, denn so werden auch weniger mutige Kinder an diesem Buch Spaß haben. Sie können sich Schritt für Schritt an ein „Spuk-Buch“ heranwagen, vor allem weil sie natürlich – im Gegensatz zu Zilly – sofort verstehen werden, wie der Spuk bei Zilly beginnt. Die kleinen Kinder sind der Zauberin Zilly einen Schritt voraus und so können sie das Buch richtig genießen.

9783407821324

Zilly und Zingaro – Das Spukhaus von Korky Paul und Valerie Thomas, übersetzt von Ulli und Herbert Günther, ISBN: 978-3-407-82132-4, 12,95€

Das Buch „Oh Schreck!“ ist da schon von einem anderen Kaliber. Die Skelette, die hier die handelnden Figuren sind, sind nicht unbedingt jedermanns Sache, vor allem schauen sie auch durchaus beängstigend. Aber ihre erschrockenen Gesichtsausdrücke kann man ihnen wohl nicht verübeln, denn immerhin scheint es so, dass in Schädelbach jemand Jagd auf die Knochen der Bewohner macht. Erst wird nur der alten Jungfer ihre Elle entrissen, doch nach und nach werden immer mehr Skelette von einem unbekannten Wesen, einem gefährlichen Biest, angegriffen. In der Kneipe „Jack the Ripper“ werden bei Musik und Tanz 45 Knochen gestohlen und auch im Zirkus Knie ist der Verlust nicht wesentlich geringer. 105 sind es gar beim Rugby-Spiel. Bereits vom ersten Fall an ermittelt Sherlock Holmes, doch aufhalten kann er den Knochenraub nicht. Als er feststellt, dass genau 211 verschiedene Knochen geklaut wurden und nur noch ein einziger zu einem kompletten Skelett fehlt, stellt er dem Knochendieb eine Falle, in die dieser auch hineintappt. Die Überraschung ist groß, alles klärt sich auf und Sherlock Holmes hat seinen Partner Watson wieder an seiner Seite…

Wie gesagt, die Skelette sind vielleicht nichts für all zu zartbesaitete Kinder, aber alle anderen werden gerade deswegen zu dem Buch greifen. Das Buch ist auch wirklich toll aufgemacht. Die Seiten sind schwarz und man sieht auf ihnen in erster Linie die weißen Skelette, teilweise kommen noch die Farben blau und rot hinzu. Diese Bilder werden Jungen ansprechen. Dieses Buch ist einfach cool.  Vor allem gibt es sogar noch ein kleines Extra: Der Schutzumschlag zeigt auf der Innenseite ein beschriftetes Skelett, welches man als Plakat aufhängen kann – wenn vielleicht auch der Platz direkt über dem Bett nicht unbedingt der geeignetste ist, denn nachts erscheint so manches ja noch gruseliger als tagsüber…

Die Geschichte selbst ist spannend und es steckt eine witzige Idee dahinter. Allerdings ist die Auflösung auch nicht ganz einfach zu verstehen. Ich selbst habe beim ersten Lesen das Ende nicht verstanden. Nachdem ich dann jedoch dahinter gekommen bin, ist die Geschichte in sich logisch und auch verständlich. Es passt alles zusammen, es wird jedoch alles nicht ganz so einfach ausgedrückt. Es ist auch nicht einfach, dass Buch vorzulesen. Der Text ist gereimt, aber mir fiel es schwer den Rhythmus zu finden. Hinzu kommt, dass teilweise schwierige Wörter verwendet werden.

Beim ersten Anblick war ich von dem Buch begeistert und dachte, dass es genau das richtige für Halloween-begeisterte Jungs ist. Nach der Lektüre war ich allerdings ein bisschen enttäuscht. Okay, vielleicht stand ich beim Ende vom Buch ein bisschen auf dem Schlauch, das kann aber im Gespräch geklärt werden. Schwieriger finde ich da den Text in dem Buch, der mir zu umgangssprachlich und schwer zu lesen daher kommt. Das Buch kam letztendlich weniger gut an, als ich zunächst gedacht hätte. Bücherwürmchen hat sich zwar das Plakat ins Zimmer gehängt und war auch ganz begierig darauf, das Buch zu lesen, aber er hat bisher nicht nach einem wiederholten Vorlesen gefragt. Vielleicht ist er aber auch noch ein bisschen zu klein für das Buch. Aber Halloween kommt ja leider jedes Jahr wieder und so bekommt das Buch Jahr für Jahr eine neue Chance!

17660-8b2d382184e1855c8f549b0a104a856c

OH Schreck! von Jean-Luc Fromental und Joëlle Jolivet, deutsche Verse von Ebi Naumann, Aladin Verlag, ISBN: 978-3-8489-0121-0, 18€

Krötig! Die Olchis bei den Piraten! – Mit olchigem Gewinnspiel!

Nun wo Bücherwürmchen ein Vorschulkind ist, sind die Olchis bei uns so richtig angekommen. Beim Käsefuß, die Stinkerlinge haben es uns so richtig angetan. Und besonders krötig findet Bücherwürmchen es natürlich, wenn er dann hier zu Hause noch mit Olchi-Augenklappe sowie passendem Säbel und Fernrohr herum rennen kann. Zum Glück hat er noch nie probiert in Blech zu beißen und Fischgräten aus dem Müll zu holen, aber dafür schmückt er sich gerne mit einem olchigen Zungentattoo. Die Merchandise-Artikel sind wohl etwas für jeden Olchi-Fan, aber besonders gut passen sie zu dem neuen Olchi-Band „Die Olchis – Gefangen auf der Pirateninsel“, der bei uns mit großer Spannung gelesen wurde.

9783789104404

Bücherwürmchen hatte viel Spaß an den Eigenheiten und Ausrufen der Olchis, aber für die aufregende Geschichte hat er sich ab und zu sicherheitshalber gerne ein Kissen zum Verstecken auf den Schoß genommen. Wenn die Olchis von Piraten entführt werden, dann gibt es natürlich zwangsläufig einige gruselige Momente, aber die Olchis, wissen sich natürlich letztendlich immer zu helfen. Zum einen können sie sich mit Stinkerspray wehren und zum anderen treffen sie auf der Insel, auf der sie nach ihrer Flucht vom Piratenboot landen, einen merkwürdigen grauen Olchi. Ob man Olchison Crusel wohl trauen kann? So ganz sicher sind sich die Olchis da nicht, doch nachdem der Drache, der nur auf Olchison Crusel hört, Olchi-Oma und Olchi-Opa nicht aus seiner Höhle entkommen lässt, bleibt den Olchi-Kindern keine andere Wahl als Olchison Crusel um Hilfe zu bitten. Gleichzeitig kommt aber auch Unterstützung aus Schmuddelfing: Olchi-Papa und Feuerstuhl eilen zur Rettung der Abenteurer, die eigentlich eine Kreuzfahrt – spendiert vom Bürgermeister – unternehmen wollten, dann aber unwissentlich auf einem Piratenschiff landeten… Es geht spannend zu in dem Buch „Gefangen auf der Pirateninsel“ und wir haben es dementsprechend in einem Rutsch durchgelesen. Übrigens gibt es zu dem Buch auch Fragen bei Antolin.de, welche Bücherwürmchen komplett beantworten konnte. Er ist dieser aufregenden Lektüre also sehr aufmerksam gefolgt, was zeigt, dass dieses Buch durchaus für mutige Olchi- und Piratenfans ab fünf Jahren zum Vorlesen geeignet ist.

Die Olchis – Gefangen auf der Pirateninsel von Erhard Dietl, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0440-4, 12,99€

Wagt ihr euch an dieses Abenteuer heran? Dann habt ihr nun die Chance auf diesem Blog ein kleines Olchi-Päckchen zu gewinnen, welches nicht nur das Buch „Gefangen auf der Pirateninsel“, sondern auch ein Olchi-Spiel („Wanken über Planken“) sowie ein Piraten-Guckrohr beinhaltet.

Der Gewinn:

9783789104404    4260160899005     4260160899036

Was müsst ihr dafür tun? Ja, da habe ich mir zusammen mit Bücherwürmchen etwas ausgedacht: Wir wünschen uns olchige Bilder von euch! Malt uns ein Bild von den Olchis und schickt uns dieses per Mail an geschichtenwolke [at] web . de. Das Bild, welches Bücherwürmchen am besten gefällt, gewinnt! Wir berücksichtigen aber auch das Alter der Künstler, also nennt uns dieses bitte ebenfalls in der Mail.

Teilnahmebedingungen: Wohnsitz in Deutschland, Einsendung des Bildes durch einen Erziehungsberechtigten, der damit ausdrücklich der Teilnahme am Gewinnspiel zustimmt

Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr euch bereit, dass die Bilder auf dem Blog mit Angabe des Vornamens sowie des Alters veröffentlicht werden!

Teilnahmeschluss: 23.10.2016

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ich hafte nicht für auf dem Postweg verlorengegangene Artikel.

 

Klassiker Weltreise: Tom Sawyer

Schon seit Juli kann man auf verschiedenen Blogs mit tollen Klassikern um die Welt reisen. Leider hatte ich bisher wenig Zeit dazu, die einzelnen Stationen zu besuchen, aber es lohnt sich auf jeden Fall. Einen guten Überblick der Klassiker Weltreise findet ihr auf Bücherstöberecke und Stöberkiste.

Banner weltreise

Sehr gerne mache ich hier mit, denn ich mag nicht nur viele Klassiker gerne lesen, sondern viele Buchklassiker richten oder richteten sich ja auch an Kinder bzw. Jugendliche und passen somit gut auf die Geschichtenwolke.

Mein Mann und ich lesen uns abends immer gegenseitig ein Buch vor und dabei haben wir festgestellt, dass sich dazu Kinderbuchklassiker besonders gut eignen. Sie lassen sich häufig gut lesen und letztendlich wollten wir einige der Bücher sowieso immer schon mal lesen und ich bin froh, dass ich auf diese Weise ein paar tolle Klassiker kennen gelernt habe.

Besonders ins Herz geschlossen habe ich „Tom Sawyers Abenteuer“.

Wohin führt uns dieses Buch? Nach Amerika an den Mississippi. Und da dieser Fluss und die Abenteuer, die man an und auf ihm erleben kann, eine große Rolle spielen, kam mir, als ich nun an dieses Buch dachte, auch als erstes ein Floß in den Sinn, aber dann hatte ich noch ein anderes Bild im Kopf: Einen Zaun.

IMG_4325

Und dieser Zaun kann euch so einiges erzählen:

Eigentlich müsste ich mich ja ziemlich über diesen ungezogenen Bengel namens Tom ärgern. Immerhin hat er keinen liebevollen Blick für mich übrig. Im Gegenteil. Ich stehe hier stolz und schützend vor dem Haus der guten Tante Polly und hätte somit ein Anrecht darauf gut behandelt zu werden. Aber für Tom ist es eine große Strafe sich mit der lästigen Malerei zu beschäftigen. Ich verstehe das gar nicht. Mit mir kommt man doch gut aus und ich halte beim Anstreichen auch bestimmt ganz still. Doch dieser Tom hat einfach Hummeln im Hintern und ja, ich muss es leider so sagen, faul ist er oben drein. Wie gesagt, eigentlich gibt es keinen Grund, warum ich diesen Jungen mögen sollte, aber trotz seiner Streiche und seiner Unlust nützliche Arbeiten zu verrichten, hat er ein gutes Herz. Außerdem finde ich ihn geradezu pfiffig und aufgeweckt und ab und zu muss ich sogar über seine Ungezogenheiten schmunzeln. Aber verratet das bloß nicht Tante Polly, denn das würde nur ihr Herz betrüben. Die gute Frau wünscht sich so sehr, dass aus dem Kind ihrer verstorbenen Schwester ein guter Mensch wird und hat so ihre Mühen mit dem Lausbuben. Ach und dabei stecken so viele gute Eigenschaften in Tom. Ich jedenfalls hätte gerne einen so guten Freund, wie Tom es ist. Oh ja, mit einem wie Tom kann man richtige Abenteuer erleben und dabei kann man sich ganz und gar auf ihn verlassen. Ein Zaun wie ich kommt ja leider nicht weit. Da hat es das Holz, welches zu einem Floß gebaut wird, schon besser. Ich habe die Leute davon sprechen hören, dass Tom mit seinen Freunden Joe Harper und Huckleberry Finn auf einem Floß unterwegs ist. Was sie da wohl alles erleben? Aber ich freue mich für Tom, wenn er nun wieder viel Spaß hat. Ich hatte das Gefühl, dass er in letzter Zeit etwas betrübt herumlief. So als drücke ihn irgendetwas. Mir als Zaun hätte er sich ja mal anvertrauen können. Ich hätte auch nichts weiter gesagt, aber es scheint ein sehr großes Geheimnis zu sein. Hoffentlich steckt er da mal nicht ordentlich in der Patsche. Aber ich bin mir sicher, dass Tom schon seinen Weg gehen wird. Er hatte bisher doch für alles eine Lösung und wenn es nur darum ging, sich davor zu drücken mich streichen zu müssen…

 

Ja, dieser Tom Sawyer ist ein Lausbub und genau deshalb mag ich ihn und das Buch über ihn so gerne. Hier werden noch richtige Abenteuer erlebt, die ein Kinderherz höher schlagen lassen. Es geht spannend, freundschaftlich, gewitzt und wild zu, aber auch tiefergehende Dinge wie die Behandlung beispielsweise dunkelhäutiger Menschen werden kritisch angesprochen ohne dass der Charme dieser Geschichte darunter leidet. Es macht Spaß von Tom und seinen Freunden zu lesen und natürlich muss dem Buch von Tom Sawyers Abenteuern auch das Buch von Huckleberry Finns Abenteuern folgen.

13754469_1215817511798084_5024644986542629956_n

Tom Sawyers Abenteuer, Arena Kinderbuch-Klassiker, ISBN: 978-3-401-06524-3, 7,99€

Huckleberry Finns Abenteuer, Arena Kinderbuch-Klassiker, ISBN: 978-3-401-06620-2, 7,99€

Ahoi, Piraten!

Kleine Kinder, die gerade erst die Bücherwelt kennen lernen, greifen besonders gerne zu Büchern, bei denen sie selbst ein wenig aktiv werden können, sei es beispielsweise durch Fühlelemente, einer Kugel, die sich drehen kann, oder Klappen, die sich öffnen lassen. Genauso beliebt sind aber auch Elemente, die sich ziehen oder schieben lassen und somit die eine oder andere Überraschung offenbaren. Solche Elemente gibt es auch in dem Pappbilderbuch „Hurra, ich bin Pirat“ für Kinder ab 18 Monate. In Reimen wird hier das Piratenleben vorgestellt: Anker einholen und segeln, Sturz ins Wasser und in den Ausguck klettern und natürlich Schätze finden. Die Reime sind an sich schon ganz nett zu lesen und die Bilder sind freundlich und ansprechend. Das Highlight sind aber natürlich die Schiebeelemente: Das Steuerrad lässt sich ein wenig drehen, der Anker kann aktiv hochgeschoben werden, man kann selbst die Piraten zu dem hungrigen Hai ins Wasser fallen und den Piraten aus dem Ausguck schauen lassen und richtig spannend wird es dann, wenn man die geheime Höhle gefunden hat und sie langsam nach oben hin öffnet und sich dann die Schätze vor einem ausbreiten. An solchen Dingen haben Kinder jede Menge Spaß. Bei kleinen Wildfängen muss man aber darauf achten, dass sie die Pappe nicht verbiegen. Eigentlich ist das Buch sehr stabil hergestellt, aber wenn dann Büchermäuschen begeistert an dem hervorstehenden Papageien zieht, weil es denkt, dass es ihn so abmachen kann, dann leidet es natürlich darunter. Noch ist Büchermäuschen ein wenig zu klein für dieses Buch. Es findet es zwar klasse, wenn der Pirat auf einmal oben auf dem Ausguck steht, aber bei ihm bleibt es dann nicht beim Angucken… Aber in ein, zwei Monaten sieht das Ganze vermutlich schon wieder anders aus. Den Papageien erkennt es aber schon, denn der große Bruder hat einen Papagei als Kuscheltier und so wird das Buch mit großer Freude auf der Suche nach dem Papagei auf jeder Seite durchblättert.

Mir gefällt das Buch insgesamt sehr gut. Alles passt gut zusammen und die Kinder haben Spaß am Schieben, allerdings finde ich, dass für Kinder im Alter von 18 Monaten andere Themen geeigneter sind als Piraten. Erst einmal sollte doch die eigene Umwelt entdeckt und erforscht werden…

049891_Hurra_ich_bin_Pirat_Cover_gr

Hurra, ich bin Pirat! von Smriti Prasadam-Halls, illustriert von Sarah Ward, Lingen Verlag, ISBN: 978-3-945136-68-3, 7,95€