Mit Liedern lernt es sich einfacher

Schulinhalte mit Liedern lernen bzw. verinnerlichen? Klar, auf jeden Fall, denn so macht das Lernen Spaß und der Unterricht wird aufgelockert. Helmut Meier hat zu diesem Zweck mehrere Bücher herausgebracht, welche sich insbesondere dem Start im mathematischen und sprachlichen Bereich widmen, so unter anderem „Coole Lieder zum Mathestart“ (leider nicht mehr bzw. kaum noch erhältlich!) und „Coole Lieder zum Abc“. Besonders gut gefällt mir das Buch zu den Zahlen, mit dem zwar nicht der „Zahlenraum bis 20“ erschlossen wird, wie es auf der Rückseite des Buches heißt, sondern der Zahlenraum bis 12, aber dieses Buch hilft dennoch bei einem spielerischen Start in die Welt der Mathematik. Es gibt Lieder zu den Zahlen 1-12, wobei die Zehn in Kombination mit der Null thematisiert wird. Bei den meisten Liedern wird sowohl über die Schreibweise der Zahl als auch über mögliche Zerlegungen dieser Zahl gesungen. Wie kann man beispielsweise die fünf mit Hilfe der Hand unterschiedlich zerlegen? Beispielsweise lässt sich mit Daumen und Zeigefinger die Zwei zeigen, während in der Faust die drei anderen Finger liegen. Aber nimmt man zu dem Daumen zwei Finger dazu, so liegen in der Faust nur zwei Finger. All dies lässt sich wunderbar besingen. Besonders das Lied zur elf wird die Jungs ansprechen, denn was fällt einem als erstes zu dieser Zahl ein? Klar, die Elf bildet ein Fußballteam: Einer im Tor und 10 auf dem Feld oder sechs spielen defensiv, während fünf kreativ nach vorne spielen.

Die Lieder haben zumeist eine recht flotte und ansprechende, schnell mitzusingende Melodie, so dass sicherlich bald die ganze Klasse mitsingt und sich bei der nächsten Rechenaufgabe im Zehnerraum vielleicht an das eine oder andere Lied erinnern wird. Passend finde ich auch, dass das Lied zur drei im 3/4-Takt geschrieben wurde. Das Lied „Eins oder Zwei“ lässt sich sogar ohne Probleme für den vorschulischen Bereich verwenden, denn welche Körperteile ein- oder zwei Mal vorhanden sind, können auch Kindergartenkinder beantworten.

Überflüssig sind meines Erachtens die Arbeitsblätter in dem Heft, denn sie haben für mich keinen besonderen Bezug zu den Liedern. Man kann dort die Schreibweise der Zahlen üben und ein paar kleinere Rechenaufgaben passend zu den besungenen Zahlen lösen, aber ich denke, dass jede Lehrerin und jeder Lehrer von solchen Arbeitsblättern genügend zur Verfügung haben wird. Hinzu kommt, dass die Arbeitsblätter nicht sonderlich gut gemacht sind. Hat man gerade die Schreibweise der sieben mit dem Querstrich in der Mitte geübt, so sieht man die sieben bei den Ergänzungsaufgaben auf der selben Seite ohne diesen Strich. Das ist nicht so geglückt. Aber man muss die Blätter ja nicht verwenden und die Lieder kann man prima im Unterricht einbringen – übrigens auch, wenn man selbst nicht musikalisch begabt ist, denn dem Heft liegt eine CD bei.

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Diesen Vorteil bietet auch das Heft „Coole Lieder zum Abc“, wobei die Lieder an sich ebenfalls überzeugen können. Allerdings kommt der jeweils besungene Buchstabe in den Liedern nicht ganz so klar heraus. Hier hätte man noch mehr mit der Sprache spielen und den jeweiligen Buchstaben stärker hervor heben können. Das ist bei den Liedern unterschiedlich gut geglückt, aber insgesamt hat mich dieses Heft enttäuscht.

Zu den Liedern werden zusätzlich noch mögliche Aufgaben genannt, welche ich grundsätzlich nicht schlecht finde, allerdings ist es schade, dass es eigentlich immer die gleichen Aufgaben sind. Die Spielideen enthalten passende Bewegungen und ähnliches zu den Liedern, welche durchaus brauchbar sind.

Schade, aus der Thematik hätte man deutlich mehr machen können.

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Leider habe ich gerade feststellen müssen, dass das Buch mit den Liedern zum Mathestart kaum noch neu erhältlich ist, was ich bedauere.

Coole Lieder zum Mathestart von Helmut Meier, Persen Verlag, ISBN: 978-3-8344-3212-4, 24,95€, allerdings nur noch bei wenigen Händlern erhältlich

Coole Lieder zum Abc von Helmut Meier, Persen Verlag, ISBN: 978-3-403-23000-7, 24,95€

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Beim bunten Tier-Abc lernt man nicht nur das Alphabet

Letzte Woche habe ich euch das tolle Tierbuch „Walross, Spatz und Beutelteufel“ vorgestellt. Auf dem Cover sieht man in bunten Rechtecken einige der Tiere, die in dem Buch verschiedenen Gruppen zugeteilt werden. Kurz nachdem ich mir dieses Buch angeschaut hatte, erhielt ich das Buch „Das bunte Tier-Abc“. Da habe ich im ersten Moment ein wenig gestutzt, denn auch auf diesem Cover sieht man in bunten Rechtecken Tiere. Gibt es hier einen Zusammenhang? Nein, es handelt sich wohl eher um einen lustigen Zufall, denn inhaltlich unterscheiden sich die Bücher dann doch deutlich, auch wenn in beiden Büchern Tiere die Hauptdarsteller sind, mit einem gewissen Witz gearbeitet wird und beide Bücher überzeugen können. Während in dem Buch „Walross, Spatz und Beutelteufel“ die Tiere nach bestimmten Eigenschaften zusammengefasst werden, entscheidet in dem Buch „ Das bunte Tier-Abc“ allein der Anfangsbuchstabe mit welchen Tieren ein Tier sich die Seite teilen muss. Klar, das ist logisch, denn immerhin handelt es sich um ein Abc-Buch. Jeder Buchstabe des Alphabets erhält eine Doppelseite, auf der ein seitenübergreifendes Bild zu sehen ist. Auf diesem Bild sind verschiedene Tiere mit dem jeweiligen Buchstaben zu sehen, die eine Szene darstellen, welche in dem gereimten Text aufgegriffen wird. Die Texte sind gut gereimt und lassen sich meist gut lesen. Einerseits steckt in den Bildern und in den Texten ein gewisser Witz und andererseits beinhalten die Texte aber auch viele Informationen zu den Tieren. Auf den Bildern haben die Tiere zum Beispiel zum Teil menschliche Accessoires wie Ketten, Hüte, Regenschirme, Kissen u.ä., während man im Text erfahren kann, dass der Gepard das schnellste Tier ist oder dass der Flamingo durch die Krebsnahrung rosa Federn bekommt.

Erfrischend an diesem Buch ist, dass beim Abc nicht nur die üblichen Tiere genannt werden. So sucht man sowohl Löwe und Lama als auch Jaguar, Qualle und Nashorn vergeblich. Dafür lernt man die Javaneraffen, die Lanzenotter, den Nebelparder, die Orys und einige andere Tiere kennen. An dieser Stelle möchte ich auch das Glossar positiv erwähnen: Hier kann man zu allen Tieren nicht nur den Lebensraum, sondern auch ein paar weitere Informationen erfahren. Sehr hilfreich und alle Zweifel, ob es die genannten Tiere wirklich gibt, werden beseitigt.

Durch die schön gestalteten Szenen und den gereimten Text, der einige Zeilen umfasst, wird das Alphabet nicht nüchtern abgeklappert und aufgesagt. Der jeweilige Buchstabe wird zwar oben auf der Seite hervorgehoben, aber man hat dennoch nicht das Gefühl, dass es hier um einen schulischen Inhalt geht, wobei dies den spielerischen Lerneffekt natürlich nicht ausschließt.

Wir schauen uns immer zunächst den Buchstaben an und Bücherwürmchen darf dann alle Tiere auf der Seite benennen. Dabei lernt er natürlich zunächst einmal einige Tierarten kennen, aber auch die Laute und Buchstaben rücken dabei unmerklich immer mehr in sein Bewusstsein.

Etwas schade finde ich es mal wieder, dass beim „S“ die meisten Tiere mit einem „Sch“ beginnen. Klar, falsch ist dies natürlich nicht und diese Worte gehören an diese Stelle des Alphabets, aber dennoch wäre es gerade für Vorschulkinder und Schulanfänger einfacher, wenn man sich hier auf Wörter beschränkt hätte, die mit dem Laut „S“ beginnen.

Bücherwürmchen war zudem beim „P“ etwas verwirrt. Auf der Seite sind ein kleiner Panda, der auch roter Panda genannt wird, und ein großer Panda mit Kind zu sehen. In dem Text wird von dem kleinen und dem großen Panda gesprochen. Bücherwürmchen meint nun immer, dass mit dem kleinen Panda das Pandakind gemeint sei. Hier würde vielleicht der Begriff „roter Panda“ für Klarheit sorgen.

Insgesamt kann das Buch aber auf jeden Fall sowohl in Bild als auch Text überzeugen. Es macht Spaß und vermittelt dabei sogar einiges an Wissen. Und der allerletzte Reim beinhaltet eine kleine, spaßige Überraschung, aber die muss jeder Leser selbst entdecken…

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Das bunte Tier-Abc von Susanne und Matthias Maier, FISCHER Sauerländer, ISBN: 978-3737351317, 14,99€

Wer hätte das gedacht: In den Bildern großer Künstler ist das ABC versteckt!

ABC der Kunst – Ein Suchbilderbuch für Kinder“ – ein tolles Bilderbuch für Kinder, die sich gerade mit Buchstaben beschäftigen und dabei sind diese kennenzulernen. Noch kein Buch für einen dreijährigen Jungen, dachte ich zumindest und denke ich auch noch immer, aber Bücherwürmchen ließ sich auch von meiner Bemerkung, dass es da um Buchstaben geht, nicht stoppen. „Ich kenne schon Buchstaben, zum Beispiel ‚B wie Bücherwürmchen’“ meinte er nur und zog mich mitsamt dem Buch aufs Sofa. Na gut, schaden konnte das Buch ja auch nicht und so haben wir es uns eine Weile angeguckt. Selbstverständlich war es noch nichts für ihn, aber ein paar Buchstaben hat er dennoch in den Bildern bekannter Künstler wiederentdeckt. Lange hatte er daran jedoch keinen Spaß, denn es war noch zu schwierig für ihn, aber dafür haben wir uns dann die 26 Kunstwerke, die in diesem Buch zu finden sind, unabhängig von den Buchstaben, ganz in Ruhe angeschaut, woran er dann durchaus Spaß hatte. Allerdings war es für mich gar nicht so einfach, seine ganzen Fragen zu beantworten, denn leider kenne ich mich im Bereich der Kunst nur sehr rudimentär aus. Leider. Bücherwürmchen wollte aber immer ganz genau wissen, warum dies oder jenes auf dem Bild zu sehen war, ob der Maler noch lebte und vieles mehr (zum Glück sind im Anhang ein paar Informationen und Daten zu den Bildern und ihren Künstlern zu finden). Manche Bilder fand er lustig, die ich eher gruselig fand, andere sprachen ihn gar nicht an, und wieder andere regten zu längerem Erzählen an, z.B. das Bild „Der verlorene Sohn“ von Hireonymus Bosch. Wir konnten uns also auch ohne das Thema Buchstaben eine ganze Weile mit diesem Buch beschäftigen.

Nun aber erst einmal ein paar kurze Worte zu dem Buch und seinem Inhalt: Jeder Buchstabe des Alphabets ist hier in einem Bild eines großen Künstlers zu finden (eine Auflösung findet sich am Ende), mal mehr, mal weniger offensichtlich. Ich finde die Idee, Buchstaben in Bildern zu suchen, großartig. Was man dort so alles entdecken kann! Sehr spannend! Und vor allem kommen die Kinder hier, auch wenn es vielleicht zunächst nur ein Nebenaspekt ist, mit großer Kunst in Berührung. Diese spielerische Begegnung mit Kunst gefällt mir sehr gut. Leider habe ich selbst nie einen großen Zugang zu Bildern bekommen. Sie erreichen mich irgendwie nicht und ich könnte mir nicht stundenlang im Museum irgendwelche Bilder anschauen. Mein Nichtinteresse finde ich sehr schade und es würde mich freuen, wenn mein Sohn zumindest ein bisschen Spaß daran hätte, sich Kunstwerke anzuschauen und wenn es nur auf spielerische Art und Weise geschieht wie mit diesem Suchbilderbuch. Hier muss man genau hinschauen und wird so auch einiges, was nicht mit den Buchstaben zu tun hat, auf den Bildern entdecken. Und es dann vielleicht deuten, dazu Fragen stellen etc. Einen Anfang hat Bücherwürmchen ja schon gemacht und vielleicht bekomme ich auf diese Weise ja auch Spaß an der Welt der Kunst…

Nicht ganz so gut, finde ich es übrigens, wenn die Buchstaben verkehrt herum in dem Bild stecken. Besonders für Kinder, die gerade die Buchstaben lernen und sie vielleicht selbst noch nicht ganz richtig schreiben, ist dies verwirrend.

Das Buch regt auf jeden Fall dazu an, genauer hinzuschauen, vielleicht auf anderen Bildern auch noch Buchstaben oder sogar Zahlen zu entdecken, selber solche Bilder anzufertigen oder auch Buchstaben in anderen Zusammenhängen zu finden. Bücherwürmchen hat zum Beispiel festgestellt, dass der Wasserhahn wie ein „F“ aussieht oder die drei Handtuchhalter, die bei Oma und Opa im Badezimmer untereinander hängen, hat er als „E“ identifiziert. Vielleicht kann man die Buchstaben einfach so in seiner Umgebung entdecken oder macht dazu eine Sammlung mit Fotos auf. Hier gibt es sicherlich viele Möglichkeiten – sowohl privat als auch vielleicht im Unterricht.

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ABC der Kunst – Ein Suchbilderbuch für Kinder von Anne Guéry und Olivier Dussutour, Deutscher Kunstverlag, ISBN: 978-3422070950, 19,80 €