Rezension: Meine ersten Lieblingslieder

(Werbung/Rezensionsexemplar) Macht ein Liederbuch für Kinder ohne Noten Sinn? Ja, wenn es sich um bekannte Lieder handelt. Aber warum braucht man für bekannte Lieder ein Liederbuch? Damit man sich an die Liedtexte erinnert und die Kinder sich beim Singen passende Bilder anschauen können.

Bekannte Kinderlieder

Das ist jedenfalls das Konzept des Liederbuches von Will & Ruby „Meine ersten Lieblingslieder“. Es ist kein dickes Liederbuch. Lediglich 17 Kinderlieder sind darin enthalten und von diesen 17 Liedern kenne ich tatsächlich 16. Euch würde es sicherlich ähnlich gehen oder kennt ihr „Der Kuckuck und der Esel“, „Auf unsrer Wiese gehet was“ oder „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ nicht? Ja, vielleicht hakt es an der einen oder anderen Stelle am Text, aber da kann dieses Buch dann ja helfen. Es geht bei diesem Buch nicht darum, neue Lieder kennen zu lernen, sich Melodien zu erarbeiten oder ähnliches. Nein, es ist ein Buch, mit dem Eltern zusammen mit ihren Kindern alte, bekannte Kinderlieder singen können. Das kann man natürlich immer und überall machen, aber Kinder singen tatsächlich gerne mit einem Buch und schauen sich dabei gerne Bilder an.

Mein kleiner Sohn wählt ständig statt Pixibücher mit Geschichten Pixibücher mit Liedern aus. Dann werden diese Bücher durchgeblättert und ich muss ihm die Lieder vorsingen. Durch die Bilder weiß er schnell, welche Lieder in den Pixis an welcher Stelle stehen.

Toll illustriert

Genauso funktioniert dies mit diesem Liederbuch. Allerdings ist es auch noch sehr schön gestaltet. Es kommt wirklich wie ein Bilderbuch daher, nur dass es eben keine Geschichten, sondern Lieder enthält. „Meine ersten Lieblingslieder“ ist ein richtig schönes Buch, welches zum Anschauen anregt. Und da Kinder dann natürlich wissen möchte, worum es in dem Buch geht, regt es automatisch auch zum Singen an. Wie schön, denn Singen mit Kindern ist etwas ganz tolles, was leider im Alltag manchmal untergeht.

Gezeichnete Bilder, die durchaus auch Witz enthalten, auf einem Hintergrund, der aus Collagen erstellt wurde, ziehen sich komplett über die Buchseiten. Es sind ganz spezielle Bilder, die man so nicht unbedingt aus Bilderbüchern kennt, die einen aber direkt ansprechen. Toll ist, dass es viele Bilder auch als Poster zu kaufen gibt, welche dann das Kinderzimmer dekorieren können.

Uns gefällt dieses besondere Liederbuch wirklich gut und wir singen gerne gemeinsam daraus. Lieblingslied des Kleinen ist neben seinem All-Time-Favourite „Hänsel und Gretel“ „Was müssen das für Bäume sein“, insbesondere die weiteren Strophen dieses Liedes, in denen u.a. Zwerge auf Bergen tanzen.

Meine ersten Lieblingslieder von Will & Ruby, ISBN: 978-3000600203, 13,52€

Kaufen könnt ihr das Buch direkt über die Seite von Will & Ruby. (www.will-ruby.de)

 

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Leipziger Lesekompass: Tiere, die kein Schwein kennt

Ist nicht alleine schon der Titel klasse: „Tiere, die kein Schwein kennt“?  Da ist man doch direkt neugierig und denkt vielleicht insgeheim, dass man als häufiger Zoobesucher bestimmt das eine oder andere Tiere dennoch kennt.

Na, da schauen wir doch mal rein ins Buch und gucken, wer hier so vertreten ist. Sicherlich sind auch einige Fische, Vögel und Insekten dabei, denn da gibt es doch so unglaublich viele von, dass man die gar nicht alle so genau kennen kann.

Tiere, die tatsächlich kein Schwein kennt

Aber große Überraschung: Hier werden tatsächlich viele Tiere präsentiert, die man gar nicht kennt. Und vor allem handelt es sich um Säugetiere! Sehr erstaunlich, dass man da so viele gar nicht von kennt. Und sehr spannend diese unbekannten Tiere kennen zu lernen.

Wisst ihr, von welchem Großsäuger es die meisten Exemplare gibt? Vom Krabbenfresser! Kennt ihr nicht? Dann lernt ihr diese Robbe, die Krill frisst, in dem Buch kennen. Es gibt euch ebenfalls die Möglichkeit herauszufinden, ob der Numbat genauso niedlich ist wie ein Erdmännchen und wo ein Zorilla, der einen üblen Geruch verströmt, lebt.

Humorvolles Sachbuch

Der Text ist humorvoll und umgangssprachlich geschrieben. So als würde der Leser direkt und manchmal ein bisschen schnoddrig angesprochen werden. Das macht Spaß! Auf diese Weise wird aus einem Sachbuch ein richtiges Lesevergnügen, bei dem man auch noch viel lernt, und zwar für Klein und Groß. Hinzu kommen die witzigen Bilder, die die Tiere zwar mit typischen Merkmalen und realistisch zeigen, diese aber dennoch mit Gesichtsausdrücken und Sprechblasen vermenschlichen. Hier gibt es überall viel zu gucken, zu lesen, zu staunen und auch zu schmunzeln.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass auch Kinder, die sonst nicht so häufig zu einem Buch greifen, an diesem Buch Spaß haben. Man muss es ja auch nicht komplett durchlesen, sondern man kann sich auch die Infos herauspicken, die einen interessieren.

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Tiere, die kein Schwein kennt“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 6-10 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 6-10 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Tiere, die kein Schwein kennt von Martin Brown, übersetzt von Jorunn Wissmann, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5974-2, 14,95€

 

Rezension: Kalle und Elsa – Ein Sommerabenteuer

(Werbung/Rezensionsexemplar) Sommer, Sonne, Strand – oh, was kann man da alles für Abenteuer erleben. Richtige Sommerabenteuer so wie bei „Kalle und Elsa – Ein Sommerabenteuer“.

Das fantasievolle Spiel der Kinder

Das Cover weckt direkt die Sehnsucht nach dieser besonderen Zeit im Jahr, nach Salzgeruch, weichem Sand und einer Meeresbrise. Wenn man das Buch dann aufschlägt und die beiden Kinder auf ihren Fahrrädern durch den Wald an den Strand fahren sieht, wird dieses Gefühl noch verstärkt und man kann sich förmlich in diese Szene hinein fühlen. Am Strand geht es dann auch ganz normal los. Die Kinder testen die Temperatur des Wassers und die Eltern richten einen Liegeplatz ein. Aber dann legen Elsa und Kalle mit ihrem Spiel los. Sie graben ein Loch, welches zu einer Falle wird. Wen sie damit wohl fangen könnten? Vielleicht ein Meeresungeheuer oder doch eher einen Strandlöwen? Immer mehr tauchen die Kinder in ihrer Spielwelt ein bis sie sich am Ende des Spiels mit einem Picknick im Hier und Jetzt stärken.

Fantasie und Realität

Das Buch ist eine interessante Mischung aus Fantasie und Realität und spiegelt herrlich das Spiel von Kindern wieder. Aus wenigen Mitteln schaffen sie eine ganze Fantasiewelt. Sie spielen am Strand, nutzen die Sachen vor Ort, sind aber in ihrem gemeinsamen Spiel.  Es ist gar nicht immer so leicht von außen zu unterscheiden, was gehört zur realen Welt und was spielt sich in den Köpfen der Kinder ab. Aber genau diese Schwelle zwischen Fantasie und Wirklichkeit macht dieses Abenteuer so spannend.

Keine Klischees

Ganz toll ist hier auch, dass die Kinder unterschiedliche Hautfarben haben und der Junge eine Badehose mit pinken Streifen trägt. Und besonders toll finde ich es, dass das überhaupt nicht thematisiert wird, sondern einfach als normal und gegeben hingenommen wird, so wie es ja auch sein soll. Ich muss sogar zugeben, dass mir dies, da es nicht thematisiert wird, auf den ersten Blick auch gar nicht aufgefallen ist und das ist doch eigentlich gut so! Auch die Rollenverteilung gefällt mir: Das Mädchen ist die Wilde, der Junge ist etwas zurückhaltender. Ja, so ist es doch auch in der Realität. Es gibt wilde Mädchen und ruhige Jungs und genauso gibt es auch abenteuerlustige Jungs und stille Mädchen.

Wunderschöne Illustrationen

Die herrlichen Bilder laden ein, sich mit Kalle und Elsa in ihre Fantasiewelt zu begeben. Es sind Bilder, die einen mit aller Wucht ansprechen und die man sich einfach ganz intensiv angucken muss. Sie laden dazu ein, dieses Buch aufzuschlagen und die Fantasie spielen zu lassen. Gleichzeitig erfasst einen aber auch ein Sommergefühl und eine Sehnsucht nach dem Meer sowie nach ausgelassener Kindheit.

Ich kann dieses Buch nur empfehlen, denn ich liebe Bücher, in denen es um den Lesespaß und Fantasie geht. Wer pädagogische Botschaften in Büchern sucht und sich nicht in das Reich der Fantasie wagt, sollte um dieses Buch jedoch besser einen Bogen machen.

Kalle und Elsa – Ein Sommerabenteuer von Jenny Westin Verona und Jesus Verona, übersetzt von Karl-Axel Daude, Bohem Verlag, ISBN: 978-3-95939-066-1, 16,95€

Rezension: Professor Plumbums Bleistift – Mumien-Alarm!

(Werbung/Rezensionsexemplar) Abenteuer in der ganzen Welt erleben – davon träumen sicherlich viele Kinder. Die Freunde Hanna und Henri durften im ersten Band von „Professor Plumbums Bleistift“ („Mumien-Alarm!„) zumindest schon mal nach Ägypten reisen und dort interessante und witzige Figuren treffen.

Abenteuer mit Witz

Ja, allein durch einen Bleistift auf dem Schreibwarenladen von Professor Plumbum sind sie dorthin gelangt. Mit dabei ist sogar Hannas Kater Karuso, der auf der Reise auf einmal sprechen kann. Aber das ist nicht das einzige, was die Kinder bei ihrem Abenteuer überrascht. Sie begegnen dem Flaschengeist Salim, 41 Räubern, der witzigen Mumie Tutdochnix und einem hungrigen Krokodil. Sie müssen helfen und sich selber in Sicherheit bringen – da sind Abenteuer und Spannung garantiert. Aber noch etwas anderes macht dieses Buch ganz entscheidend aus: Humor und Witz!

Hanna und Henri erleben in dem Buch einige Abenteuer und so wollte ich wissen, ob mein Sohn das Buch spannend fand. Nein, das fand er nicht. Für ihn ist es ein lustiges Buch. Aber lustige Bücher sind für Kinder natürlich genauso toll wie spannende!

Kinder haben den Durchblick

Mir persönlich waren nach dem ersten Durchlesen ein paar Sachen noch nicht ganz so klar und ein bisschen zu wenig erklärt bzw. etwas willkürlich. Zum Beispiel wer ist Professor Plumbum und warum hat ein Professor einen Schreibwarenladen? Woher kommt der Stift auf einmal? Kann man beeinflussen, wohin der Stift einen bringt? Aber ich vermute, dass das so erwachsenen Fragen sind, die scheinbar bei den Kindern nicht auftauchen. Ich habe mich auch gefragt, wie genau der Stift funktioniert, aber da habe ich dann auch feststellen müssen, dass ich zu oberflächlich gelesen habe, denn mein Sohn hat in seiner kleinen Rezension ganz richtig geschrieben, dass die Kinder Kreise gemalt haben und sich danach alles drehte.

Mich erinnert das Buch ein wenig an die Bände vom magischen Baumhaus, wo die Kinder ja auch in verschiedene Welten reisen. Es ist aber humorvoller geschrieben und ehrlich gesagt, finde ich auch die Sprache ansprechender und nicht ganz so monoton wie beim magischen Baumhaus.

Das Buch „Professor Plumbums Bleistift – Mumien-Alarm“ ist der Anfang einer Reihe und ich freue mich schon auf weitere Abenteuer. Es gibt ja immerhin auch noch einiges zu klären und aufzudecken, denn unter anderem kommt ja der  Kater Karuso nicht mit den Kindern zurück und muss in einem anderen Abenteuer gerettet werden.

Das Buch ist gut geeignet für geübte Erstleser. Die Schrift ist relativ groß und auf allen Seiten befinden sind bunte Bilder. Die Illustrationen sind übrigens auch toll – voller Leben und humorvoll gezeichnet! Die Sätze sind kurz und somit gut für Erstleser zu erfassen. Toll ist, dass die Sprache dennoch nicht langweilig und einfach herüber kommt. Außerdem passiert in dem Buch eine ganze Menge, so dass wirklich Lesefreude aufkommen kann.

Ein nettes Extra ist das Zauberpapier vorne und hinten in dem Buch.

Professor Plumbums Bleistift – Mumien Alarm! von Nina Hundertschnee, illustriert von Iris Hardt, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-65431-1, Einführungspreis 3,99€, ab dem 31.12.2018 8,99€

 

Rezension: Kuddelmuddel von der Küste

(Werbung/Rezensionsexemplar) Braucht ihr noch ein wenig Beschäftigungsmaterial für die Ferien? Rätselblöcke und –hefte habe ich euch ja bereits vorgestellt, heute habe ich etwas anderes für euch und zwar ein Gedichte-Heftchen mit Ausmalbildern: „Gedichte für Lütte: Kuddelmuddel von der Küste

Quatsch mit Soße

Gedichte? Kommt so etwas bei Kindern an? Ich denke schon, denn es sind im Prinzip kurze gereimte Geschichten und vor allem enthalten sie in diesem Büchlein lauter skurrile und lustige Dinge, die Kindern einfach Spaß machen. Das Meer, Piraten, Wasser und Strand spielen hier eine große Rolle, aber es gibt zum Beispiel auch Gedichte über ein Nachtgespenst, das nicht im Nachthemd spuken möchte, über ein Kind, dessen wichtigste Frage „Wo hat Mama die Süßigkeiten?“ ist, über ein Festessen mit Eis mit Speck und Bratwurst mit Lakritz und über eine verrückte Zu-Spät-Komm-Ausrede.

Fröhliche Bilder zum Ausmalen

Hier geht es kunterbunt zu und noch kunterbunter wird es, wenn das Kind dann zu seinen Buntstiften greift und die fantasievollen Bilder ausmalt. Dies ist nämlich nicht nur ein Gedichteheft, sondern auch ein kleines Malbuch. Meines Erachtens motivieren die fröhlichen Bilder, die den Quatschgehalt der Gedichte illustrieren, zum Ausmalen. Allerdings muss man teilweise schon ein wenig feinmotorisch begabt sein, um die kleinen Details, die sich in vielen Bildern wiederfinden, säuberlich ausmalen zu können.

Die Reime sind unterschiedlich gut gelungen, aber insgesamt gefallen mir die Texte gut. Vor allem weil sie einfach so erfrischend verrückt sind. Bilder und Texte passen gut zusammen und ergeben gemeinsam ein schönes und unterhaltsames Heft für Kinder, die Spaß an Quatsch und Fantasie haben.

In Büchern malen?

Ein bisschen skeptisch bin ich ja immer, bei dieser Mischform aus Malbuch und Buch. Nicht, weil mir diese Form nicht gefällt, sondern weil ich immer etwas Angst habe, dass die Kinder dann auch anfangen Bilder in anderen Büchern auszumalen. Andererseits: Haben wir das als Kinder nicht auch manchmal gemacht? Und häufig sind es doch gerade diese Bücher, die uns auch als Erwachsene noch in Erinnerung bleiben. Und: Schwarzweiß-Zeichnungen, bei denen man etwas ausmalen kann, findet man heute kaum noch in Kinderbüchern. Der Trend geht zu bunt illustrierten Büchern, bei denen man nicht mehr selbst zum Stift greifen kann. Es sei denn, dass Kind möchte vielleicht noch einen schönen Rahmen um den Text hinzufügen…

Gedichte für Lütte: Kuddelmuddel von der Küste von Maik Brandenburg, mit Ausmalbildern von Janet Lindemann, Inselkinder Verlag, ISBN: 978-3-9817217-3-7, 5,95€

Rezension: Tilly und Mordusa

(Werbung/Rezensionsexemplar) Ich bin wirklich froh, dass ich durch eine Facebook-Gruppe die Autorin Rosemarie Benke-Bursian kennen gelernt habe, denn ansonsten hätte ich wohl auch nie etwas von ihrem Kinderbuch „Tilly und Mordusa“ erfahren. Und das wäre wirklich schade, denn so unauffällig das Kindertaschenbuch aus einem kleinen Verlag (Graphiti Verlag) auch wirkt, enthält es dennoch eine richtig tolle Hexengeschichte, die es lohnt gelesen zu werden.

Spannende Hexengeschichte

Sowohl Tilly als auch Mordusa leben in Hexenmondtal. Sie sind beide Hexen, doch irgendwie kommt Mordusa mit Tilly nicht richtig zurecht. Mordusa ärgert sich, dass Tilly sie nicht mit dem ihr gebührenden Respekt, behandelt und sie möchte Tilly als Scheinhexe, die nur trickst, aber gar nicht zaubern kann, überführen. Leider gelingt ihr dies nicht und stattdessen wird Mordusa eigener Betrug aufgedeckt, so dass sie Hexenmondtal für eine Zeit verlassen muss. Als sie wieder zurück kommt, schwört sie Rache zu nehmen. Doch gehen ihre Pläne dieses Mal auf?

Das Buch hat alles, was eine gute Hexengeschichte braucht: Spannung, Witz, interessante Charaktere Zaubersprüche und einiges mehr

Es lässt sich sehr gut lesen und auch wenn man das eine oder andere erahnen kann, ist man neugierig darauf, wie die Geschichte sich weiterentwickelt und hat es auf diese Weise ratzfatz durchgelesen.

Zu empfehlen ist es für Kinder ab etwa acht Jahren, aber ich glaube, dass man es auch schon gut etwas jüngeren Kindern vorlesen kann, obwohl die handelnden Figuren deutlich älter und schon erwachsen sind, was bei Hexen aber nichts ausmacht.

Von der Geschichte her spricht dieses Buch sowohl Mädchen als auch Jungs an. Das Cover und auch die einzelnen farbigen Bilder im Inneren des Buches lassen aber Jungs leider wohl eher nicht zu dem Buch greifen. Mir persönlich sind die Bilder auch etwas zu kitschig, aber das ist natürlich Geschmackssache. Zudem spielen sie in diesem Buch auch eine deutlich untergeordnete Rolle, denn die meisten Seiten bestehen aus reinem Text.

Tilly und Mordusa von Rosemarie Benke-Bursian, illustriert von Roselinde Dombach, Graphiti Verlag, ISBN: 978-3-95999-005-9, 9,99€

Schreibwerkstatt: Überschriften, Geräusche und Gerüche

Die Schreibwerkstatt mit meinen jungen Nachwuchsautoren ist nun schon wieder vorbei. Die  Zeit verging wie im Flug und wir hatten eine tolle Präsentation. Die Kinder haben ihre Aufgabe toll gemeistert und beim Vorlesen ihrer Texte sah man das Publikum immer wieder lachen, schmunzeln und natürlich applaudieren. Es ist doch immer wieder erstaunlich, was Kinder schon so aufs Papier bringen können.

Kinder mögen Geschichten von anderen Kindern

In der Schreibwerkstatt haben die Kinder immer gerne ihre Geschichten präsentiert. Darauf freuten sich viele regelrecht, wenn sie den Stift nach dem letzten Wort zur Seite legten. Sehr interessant fand ich jedoch auch, dass sie sich auch wirklich gerne die Geschichten der anderen Kinder angehört haben. Und sie haben ihnen auch häufig sehr gut gefallen. Beim Vorlesen gab es von den Zuhörern immer wieder zustimmende Reaktionen und auch viele Lacher. Für mich waren einige Stellen einfach unlogisch oder nicht passend zur Geschichte, aber den Kindern gefielen sie teilweise dennoch. Sie lachen über Sachen, die uns Erwachsenen nie einfallen würden und ihnen gefallen an Geschichten manchmal ganz andere Sachen als uns. Eigentlich ist es schade, dass Geschichten von Kindern kaum veröffentlicht werden, denn auch wenn sie nicht den erwachsenen Kriterien von guter Literatur standhalten können, gefallen sie anderen Kindern durchaus.

Nun möchte ich euch noch ein bisschen über die letzten Schreibstunden erzählen und woher wir unsere Inspirationen bekommen haben.

Überschriften

Eine Quelle für Geschichtsideen waren Überschriften. Manchmal hatten die Kinder direkt eine Idee zum Schreiben und teilweise haben sie diese wieder mit Bildern und anderen Dingen kombiniert. Das Zusammenpuzzeln von Geschichten durch verschiedene Karten (mehrere Bilder, Überschriften, Personen etc.) machte einigen Kindern sehr viel Spaß und häufig kamen tolle, runde Geschichten dabei heraus.

Überschriften und Geschichtenanfänge

Geräusche und Gerüche

Etwas schwerer fiel es den Kindern Musik, Geräusche und Gerüche in Geschichten umzusetzen, wobei sie an sich die Aufgaben auch spannend fanden.

Als Musik habe ich Stücke aus den vier Jahreszeiten gewählt, dann gab es Wettergeräusche (sogar in Kombination mit Bildkarten) und für die Gerüche habe ich Zimt, Lavendel und Zitrone in Ü-Eier-Döschen gefüllt (früher hätte man an dieser Stelle wohl Filmdöschen verwendet). Woran erinnern euch diese Gerüche? Entstehen Bilder in eurem Kopf?

Story Cubes

In der letzten Stunde kamen dann auch noch endlich die Story Cubes zum Einsatz, aber da die Kinder mittlerweile schon viele Ideen für Geschichten im Kopf hatten und diese einfach niederschreiben wollten, wurden die Story Cubes dieses Mal eher weniger beachtet. Ich denke, beim nächsten Mal setze ich sie eher als kleines Spiel am Anfang einer Stunde oder so ein. Später können dann die Kinder natürlich dann auch immer wieder darauf zurück greifen. Ich glaube, viele Kinder mögen es, frei entscheiden zu dürfen, worüber sie gerade schreiben. Sie gehen gerne die Möglichkeiten durch, die sich ihnen bieten und entscheiden dann selber, ob und welches Material sie benutzen.

Übrigens wünschen sich fast alle Teilnehmer eine weitere Schreibwerkstatt und es gab jede Menge positives Feedback! Mir selbst hat es auch sehr viel Spaß gemacht!

Auf dem Blog meines Sohnes könnt ihr eine Geschichte aus der Schreibwerkstatt lesen – geschrieben von einem Erstklässler! Sie entstand zu diesem Geschichtenanfang:

 

Rezension: Abenteuer an der Lübecker Bucht (Lilly und Nikolas)

(Werbung/Rezensionsexemplar) Wo geht es bei euch dieses Jahr im Sommer hin? Vielleicht an die Ostsee, Ecke Lübecker Bucht? Dann kann ich euch nur empfehlen, das Buch „Abenteuer an der Lübecker Bucht – Lilly, Nikolas und die Ostsee-Indianer“ mitzunehmen.

Spannende Ausflugsziele und neue Freunde

Lilly und Nikolas scheinen in diesem Buch bereits etwas älter zu sein als in einigen anderen Büchern aus dieser Reihe, was sich auch in den Illustrationen niederschlägt. Sie reisen dieses Mal mit ihren Eltern in ein kleines Ferienhäuschen nach Scharbeutz. Schnell lernen sie dort am Strand andere Kinder kennen und auch die Vermieterin des Ferienhauses hat einen Sohn in ihrem Alter, doch dieser benimmt sich immer wieder etwas merkwürdig. Da ist es einfacher mit den anderen Kindern am Strand, mit denen sie die Clique „Ostsee-Indianer“ gründen. Doch es bleibt nicht bei harmlosen Kinderspielen, denn sie finden heraus, dass in der alten Fischerkate, die abgerissen werden soll, Fledermäuse leben, die es zu schützen gilt. Rund um die Uhr können sich Lilly und Nikolas nicht mit der Sache beschäftigen, denn natürlich unternehmen sie mit ihren Eltern auch einige Ausflüge: So geht es zum Beispiel ins SEA LIFE, in den Vogelpark Niendorf, ins Karls Erlebnis-Dorf, nach Lübeck, zu den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg, auf den Museumshof Lensahn und in den Zoo nach Grömitz. Aber auch noch einige andere Ausflugsziele spielen in dem Buch eine Rolle. Da wir letztes Jahr in dieser Region Urlaub gemacht haben (unsere Ferienwohnung war sogar auch in Scharbeutz) haben wir einige dieser Ausflüge ebenfalls unternommen. Wie schön, wenn man mit dem Buch noch einmal in Erinnerungen schwelgen kann. Und ich durfte wieder einmal feststellen, dass alles sehr gut recherchiert ist und sich vieles mit unseren Erfahrungen deckt. Ja, selbst das Seehundefüttern im Zoo mit den frechen Möwen, die auf einen kleinen Happen lauern, lief bei uns genauso ab.

Fütterung der Seehunde im Zoo in Grömitz

Sehr spannend fand und wichtig ist auch der Teil, in dem die Kinder lernen, dass vieles, was man sich hier über Indianer erzählt, so nicht stimmt und diese falschen Vorstellungen und das Nachspielen von Indianern die Ureinwohner Amerikas durchaus kränken kann.

Hier passt einfach alles

Vom ersten Lilly und Nikolas-Buch, welches ich gelesen habe, bin ich ein Fan dieser Reihe, da mir insbesondere das Konzept aus Kinderreiseführer und Roman sehr gut gefällt. Ich muss aber sagen, dass dieses Buch im Vergleich zu den mir bekannten Bänden, noch einmal ein Stückchen besser ist und zwar was das ganze Buch angeht. Die Geschichte um den Urlaub herum ist noch spannender und rückt mehr in den Mittelpunkt, ohne jedoch die Ausflugsziele zu vernachlässigen. Ja, vielleicht ist nicht mehr jeder Ausflug bis ins kleinste Detail beschrieben, was sonst teilweise der Fall war und mir auch gut gefallen hat, aber letztendlich erhält man dennoch sehr viele Tipps und kann die Ausflüge auch gut nachvollziehen. Mehr Informationen als in anderen Reiseführern bekommt man auch hier auf jeden Fall. Man schaut schon hinter die Kulissen und erkennt auch die Ausflugsorte sofort wider.

Die Illustrationen begleiten die Geschichte nicht mehr nur als schöne Bilder mit Wiedererkennungseffekt, sondern sie gestalten die Seiten mit. Sie fügen sich in den Text ein, es gibt teilweise Muster am Rand, auf einigen Seiten gibt es einen farbigen Hintergrund, der Text und Bild noch mehr miteinander verbindet und verschmelzen lässt.

Die Lübeck-Kapitel wurden von einer weiteren Autorin, Nathalie Klüver, geschrieben. Dennoch gibt es überhaupt keinen Bruch in dem Buch. Alles fügt sich gut zusammen.

Das ganze Buch ist noch viel runder als es die anderen Bücher schon waren. Auch äußerlich kommt es mit einem Lesebändchen und als Hardcover-Ausgabe schön daher. Eine absolute Leseempfehlung für den Sommerurlaub – selbst dann, wenn man diese Orte nicht selbst bereist.

Abenteuer an der Lübecker Bucht – Lilly, Nikolas und die Ostsee Indianer von Kerstin Groeper und Steffi Bieber-Geske, illustriert von Viven Schmidt, Biber & Butzemann Verlag, ISBN: 978-3-942428-63-7, 14,50€

Leipziger Lesekompass: Familie Monster brüllt los!

Obwohl ich mich schon seit langem an den kleinen humorvollen Beiträgen des Autors Rüdiger Bertram auf Facebook erfreue, habe ich tatsächlich bisher noch keins seiner Bücher auf meinem Blog vorgestellt. Nun macht aber das Erstlesebuch „Familie Monster brüllt los“ den Anfang.

Gutes Erstlesebuch

Es ist wirklich ein schönes Buch für Erstleser. Die Schrift ist sehr groß, die Sätze sind kurz und auf den einzelnen Seiten ist nur wenig Text. Hinzu kommen viele farbige Bilder, die die Geschichte illustrieren. Die Bilder machen Spaß, aber sie sind auch wichtig um nicht vom Text erschlagen zu werden und junge Leser zu motivieren. Außerdem sehen die Kinder manches, was sie gerade gelesen haben auf den Bildern, was das Leseverständnis erleichtert.

Und ja, trotz dieser kurzen einfachen Sätze wird hier eine Geschichte erzählt, die nicht langweilt.

Kann Paul die Brüll-Prüfung bestehen?

Monster müssen laut brüllen können, sonst machen sich die anderen über sie lustig. Aber was ist mit Paul? Er ist ein Menschenjunge und lebt bei einer Monsterfamilie. In der Schule klappt es mit dem laut Brüllen leider nicht so richtig. Gehört er vielleicht doch nicht so richtig dazu? Seine Familie beruhigt ihn und übt mit ihm brüllen. Aber ob das für die Brüll-Prüfung reicht? Am Ende besteht er, da er eine Familie hat, die bedingungslos zu ihm hält.

In diesem Buch steckt richtig viel drin! Das ist wirklich klasse gemacht. Es ist nicht nur eine Geschichte, die dank der Monster viel Spaß macht, sondern auch eine Geschichte, die viele Themen anreißt: Zusammenhalt, Familie, Unterstützung, Ängste

Leserätsel

Am Ende des Buches gibt es noch ein paar schöne Leserätsel, die nur dann gelöst werden können, wenn man aufmerksam gelesen und sich die Bilder angeschaut hat.

Ich kann dieses Erstlesebuch nur empfehlen. Selbst mein Sohn, der bereits Bücher mit ganz anderem Textumfang liest, hat dieses Buch mehrfach gelesen. Und ich finde, dass ist gerade für ein Erstlesebuch ein richtiges Kompliment, denn ihm geht es nicht mehr darum ein Buch lesen zu können, sondern um die Geschichte selbst. Im Übrigen lässt er grundsätzlich die „babyhaften“ Erstlesebücher eher links liegen.

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Familie Monster brüllt los“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 6-10 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 6-10 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Familie Monster brüllt los! von Rüdiger Bertram und Heribert Schulmeyer, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3789108433, 8€

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

Rezension: Kinder unserer Welt

(Werbung/Rezensionsexemplar) Auch wenn Deutschland ausgeschieden ist, die Fußball-WM läuft natürlich dennoch weiter. Dabei sehen auch die Kinder immer wieder die Flaggen verschiedener Länder und das eine oder andere fragt, dann vielleicht neugierig, von welchem Land die jeweilige Flagge wohl ist. Und wenn man ihnen dann nicht nur die richtige Antwort geben, sondern ihnen noch mehr über das Land und die dort gesprochene Sprache erzählen kann, lauschen viele Kinder sicherlich ganz gespannt.

Kinder aus 12 verschiedenen Ländern stellen sich vor

Da die meisten von uns wohl nicht viel mehr als drei, vier Sprachen sprechen können, unterstützt einen hier das Bilderbuch „Kinder unserer Welt“.  12 Kinder aus verschiedenen Ländern stellen sich in diesem Buch, mit Fotos, kurzen Texten und auf ihrer Sprache vor. Ich finde, dieses Buch einfach klasse. Die Fotos sehen toll aus und lassen uns neugierig auf die sympathisch wirkenden Kinder werden. Wir erfahren, wie sie heißen, wo sie herkommen und welche Sprache sie sprechen. Auf einem Globus ist hier Land farbig markiert. Außerdem stellen sie ihre Familie vor, erzählen etwas über ihre Essgewohnheiten und wie sie leben und welche großen Feste bei ihnen gefeiert werden. Der Aufbau und die Themen sind bei allen Kindern gleich, was das Buch besonders spannend macht, denn so kann man vergleichen, wie unterschiedlich man in den einzelnen Ländern lebt etc. Vielleicht entdeckt man aber auch einige Gemeinsamkeiten.

Sprachen zum Anhören

Besonders spannend sind aber natürlich die Sounds. Wenn man auf die Button mit den Länderflaggen drückt, stellen sich die Kinder in ihrer Landessprache vor. Da es auch ein deutsches Kind gibt und alle Kinder die gleichen Sätze sprechen, weiß man auch was gesagt wird. Die Texte in dem Buch sind bei uns momentan eher uninteressant, aber meine Kinder hören sich immer wieder gerne die verschiedenen Sprachen an. Dabei findet jeder schnell eine Lieblingssprache, die vielleicht in den eigenen Ohren besonders lustig klingt, die dann immer und immer wieder angehört wird. Aber da Kinder schnell lernen, können sie teilweise den einen oder anderen Satz sogar nach einer Weile nachsprechen.

Dieses Buch ist ein Schritt hin zu Offenheit und Toleranz. Überall auf der Welt leben Kinder und es ist toll, wenn man sie ein bisschen näher kennen lernt.

Kinder unserer Welt, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62631-2, 17€