Rezension: Theo und Mammut

Theos Eltern möchten nur das allerbeste für ihren Sohn. Und so ist sein Tag komplett durchstrukturiert: Er muss unter anderem tanzen, rechnen, singen und Yoga machen. Über all diese Aktivitäten wacht Nannie Beinhaar. Theo findet das alles natürlich weniger lustig und so macht er sich schon morgens, wenn er in der Badewanne liegt auf den Weg in die Urzeit. Und da kann er zusammen mit Marga vom Stamm der Zotteltaler ein richtiges Abenteuer erleben. Sogar Säbelzahnkaninchen und Mammute leben dort. Allerdings auch die hungrigen Krachbacken vom wildesten Stamm überhaupt, die Theo und Marga gefangen nehmen…

Fantasievolle Geschichte

Die Geschichte ist unglaublich fantasievoll. Aber spielt sie sich alleine in Theos Fantasie ab oder gibt es in seiner näheren Umgebung tatsächlich noch andere Kinder, mit denen er sich zum Spielen trifft? Das muss wohl jeder Leser letztendlich für sich selber entscheiden. Die Geschichte, in die sich Theo jedoch flüchtet, macht Spaß und regt zudem die eigene Fantasie an. Es ist eine spannende und aufregende Welt, die geradezu nach einem Abenteuer riecht, nach dem sich viele Kinder sehnen.

Comicartige Sequenzen

Das Buch ist ein wenig wie ein Comic aufgebaut, enthält in den Bildern jedoch statt wörtlicher Rede erzählenden Text. Comicähnlich ist es jedoch, dass die Geschichte neben dem Text durch viele einzelne Bilder erzählt wird. Ab und zu gibt es zudem Sprechblasen. Farblich sind die Bilder in schwarz, weiß und rot gehalten. Die Zeichnungen selber sind klasse, denn sie enthalten viel Witz. Allein die kräftige Nannie Beinhaaar, deren Beine und Arme tatsächlich behaart sind, und die im Röckchen Tanzposen zeigt, ist herrlich.

Mein Sohn hat sich das Buch direkt geschnappt und gelesen. Sein kurzes Urteil dazu: „Sehr gut!“

Copyright: Arena Verlag

Theo und Mammut – Alles begann an einem Freitag von Stefan Boonen & Melvin, Arena Verlag, ISBN: 978-3-401-60378-0, 12,99€

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Rezension: City Crime – Strichcode in Stockholm

Die Geschwister Finn und Joanna besuchen ihren Cousin Oscar in Stockholm. Und natürlich werden es bei ihnen mal wieder keine normalen Ferien. Gleich bei ihrem ersten Besuch in der Stadt kommen sie mit einem Obdachlosen in Kontakt, der scheinbar tot ist. Doch als sie kurz danach mit einem Polizisten an die gleiche Stelle kommen, ist er verschwunden. Dieser Sache möchte Joanna auf den Grund gehen und mit Oscar hat sie da gleich einen Verbündeten, der es aufregend findet, auf Verbrecherjagd zu gehen. Da bleibt Finn gar nichts anderes übrig, als mit den beiden anderen quer durch Stockholm den Obdachlosen ausfindig zu machen. Doch dabei bleibt es nicht, denn dabei können sie beobachten, wie der Obdachlose entführt wird. Jetzt wird es richtig spannend und auch ein wenig gefährlich. Weitere Unterstützung bekommen sie von Ronja, einem obdachlosen Mädchen, welches Finn zunächst nicht ganz geheuer ist.

Die Figuren und ihre Charaktere sind in dem Buch „City Crime – Strichcode in Stockholm“ schön ausgearbeitet. Jeder hat seine Eigenarten und ist in seinem Handeln authentisch. Mir fehlt lediglich eine Aufklärung über Ronjas Herkunft und ihr Leben auf der Straße. Zudem erscheint mir das Ende etwas unrealistisch und zu positiv.

Stockholm und Schweden

Mir gefällt gut, dass hier ein Kinderkrimi in einer europäischen Hauptstadt spielt, welche gut in das Buch mit einbezogen wird. Stockholm bietet hier mehr als nur eine Kulisse für die Geschichte. Man erfährt beim Lesen einiges über Schweden und Stockholm, unter anderem kann man in dem Buch etwas über Essgewohnheiten und Sehenswürdigkeiten lernen.

An manchen Stellen ist mir das Bemühen darum, schwedische Eigenarten bzw. Sehenswürdigkeiten aus Stockholm vorzustellen, zu stark ausgeprägt. Klar, es macht mir als Schweden- und Stockholm-Fan viel Freude, über solche Dinge in einem Buch zu lesen, aber es ist mir ab und zu ein wenig zu künstlich.

Die ausgewählten Sehenswürdigkeiten gefallen mir insgesamt gut und ich denke, dass Kinder gerade am Vasa Museum und an Junibacken tatsächlich Interesse haben. Etwas unrealistisch ist es, dass keines der Kinder den Wunsch äußert den Vergnügungspark Gröna Lund zu besuchen.

Nett ist, dass ab und zu schwedische Wörter und Aussagen in den Text mit einfließen, wobei mir an einzelnen Stellen die Sätze leider fehlerhaft erscheinen. Am Ende des Buches findet man darüber hinaus noch ein kleines Schwedenvokabular.

Das Buch lässt sich insgesamt sehr gut lesen und es wird viel Spannung erzeugt, die dazu beiträgt, dass man das Buch rasch durchgelesen hat.

Ein paar Bilder illustrieren die Geschichten an wenigen Stellen und es gibt vorne und hinten eine Karte von Stockholm, mit der man die Geschichte ganz gut nachvollziehen kann.

City Crime – Strichcode in Stockholm von Andreas Schlüter, Tulipan Verlag, ISBN: 978-3-86429-386-3, 12€

 

Rezension: 10 kleine Burggespenster

Kennt ihr die 10 kleinen Burggespenster schon? Es gibt bereits einige Bücher von ihnen und wir haben sie im neusten Buch nun auch endlich kennen gelernt: „10 kleine Burggespenster im Zoo“.

Und natürlich sind wir direkt ganz begeistert von diesen knuffigen Gespenstern, die gemeinsam durch den Zoo gehen. Allerdings können sie sich dort gar nicht in Ruhe die Tiere in ihren Gehegen anschauen, denn dem kleinsten Gespenst, Zipfel, wird das Eis gestohlen, und da müssen die Gespenster natürlich heraus bekommen, wer der Übeltäter ist. Wem sie dabei alles begegnen, kann man im Daumenregister sehen. Man könnte durch die äußere Aufmachung davon ausgehen, dass hier ein Burggespenst nach dem anderen weg kommt, aber das ist hier nicht der Fall. Hier geht es um die Begegnung mit verschiedenen Tieren, von denen sich die Gespenster Aufklärung im Eis-Fall erhoffen.

Der Text ist nett gereimt und lässt sich gut lesen.

Die Bilder sind niedlich und freundlich, aber auch humorvoll. Zudem gibt es ein paar kleinere Details zu entdecken. Mein kleines Büchermäuschen hat besonders viel Spaß daran auf jeder Seite die versteckte Schildkröte zu suchen und ist dann immer ganz stolz, wenn es in Nullkommanix auf die Schildkröte zeigen kann, da es das Buch mittlerweile schon so oft geschaut hat.

Mit diesem Buch macht der literarische Zoospaziergang richtig viel Spaß. Ja, man begegnet auch hier den Tieren im Zoo, aber es steckt so viel mehr in diesem schön aufgemachtem Buch als ein üblicher Zoobesuch. Beim ersten Gucken können die Kinder zudem noch Mitraten, wer wohl der Eisdieb ist.

10 kleine Burggespenster im Zoo von Susanne Göhlich, Orell Füssli, ISBN: 978-3-280-03570-2, 9,95€

Rezension: Kinder achtsam erziehen

Ich gebe es zu: Ich bin kein großer Fan von Erziehungsratgebern. Ich mag auch keine Diskussionen über Erziehung und neumodischen Begriffen wie „bedürfnisorientiert“ begegne ich eher skeptisch, was nicht unbedingt heißt, dass ich die Inhalte dahinter nicht teilweise ebenfalls beherzige.

So wusste ich auch nicht direkt, ob das Buch „Kinder achtsam erziehen“ etwas für mich ist. Allerdings klang der Untertitel des Buches „Wie sie Wut, Streit und Geschrei aus dem Familienalltag verbannen“ durchaus verlockend. Denn wer kennt es nicht: Man ist gestresst und anstatt verständnisvoll auf die Kinder zu reagieren, schimpft man schnell los und ärgert sich dann hinterher über sich selber. Und je schlechter man selber drauf ist, desto mehr Geschrei und Streit gibt es. So hat man sich den Familienalltag eigentlich nicht vorgestellt und natürlich möchte man das gerne ändern. Also habe ich mich dann doch mal auf dieses Buch eingelassen und ich kann nun sagen, dass ich die Lektüre sehr anregend fand.

Eigentlich erfährt man in diesem Buch nicht wirklich etwas neues, aber manchmal reichen ja kleine Denkanstöße um etwas zu verändern. Sachen, die man bereits weiß, die einfach noch einmal ins Bewusstsein geholt werden müssen.

Achtsamer Umgang innerhalb der Familie

Das Buch spricht an, wie man in der Familie achtsamer miteinander umgehen kann, und was einen an diesem Umgang hindert. Genannt wird hier zum Beispiel das Multitasking. Weiter geht es mit Ritualen, die einem dabei helfen, den Tag gut zu beginnen und zu enden. Außerdem ist es wichtig, wie man miteinander spricht und dass man eine optimistische Ausrichtung hat. Einem großen Teil wird zudem dem Umgang mit Gefühlen gewidmet, aber auch man selber und die eigenen Bedürfnisse sind wichtig und müssen beachtet werden. Auch hier für bekommt man in dem Buch Tipps. Ich habe mir einige wichtige Sätze aus dem Buch in ein Notizheft geschrieben, um sie mir immer mal wieder bewusst zu machen.

Nicht alles in dem Buch passt zur eigenen Familie, denn schließlich gehören ja zur Familie mehrere Personen und manches kommt vielleicht z.B. beim Partner einfach nicht in Frage, aber ich denke sowieso, dass ein solches Buch nur als Anregung zu verstehen ist. Es ist kein Lehrbuch, welches man Punkt für Punkt umsetzen kann, sondern es ist ein Buch, das einem mögliche Wege aufzeichnet und dazu verschiedene Ideen bereit hält.

Ich versuche nun bewusst, das eigene Stresslevel niedrig zu halten, dem was ich tue meine ganze Aufmerksamkeit zu schenken und Unvorhergesehenes zu akzeptieren statt deswegen gestresst zu reagieren.

Eigene Erfahrung

Neulich lag ich morgens super in der Zeit. Der Kleine war morgens früh wach und ließ sich auch direkt ohne Probleme in den Kindergarten bringen. Ich hatte also genügend Zeit einige Dinge am Vormittag zu erledigen. Allerdings musste ich dann feststellen, dass das Auto eine Panne hatte und ich nicht so wie geplant zum Einkaufen fahren konnte. Auch einen anderen Gang konnte ich nicht erledigen. Ja, das kann einen ordentlich stressen und ärgern. Ich habe dann aber die Situation akzeptiert, an der ich in dem Moment nichts ändern konnte. Die Welt ging deswegen nicht unter und der Einkauf konnte auch später erledigt werden. Auch alles andere ließ sich nach und nach regeln. Es lief alles anders als geplant, aber ich habe alles dennoch ganz in Ruhe geschafft.

Stress im Alltag reduziert sich

Auch mit den Kindern gehe ich bewusst ruhiger um und bleibe gelassener. Das fällt mir noch nicht einmal schwer. Ich muss mir nur bewusst machen, dass manche Dinge keiner großen Aufmerksamkeit wert sind. Das wichtigste ist aber, glaube ich, dass ich ihnen bewusster Aufmerksamkeit schenke als vorher. Wenn sie mir etwas erzählen, lese ich nicht gerade gleichzeitig noch schnell die Überschriften in der Zeitung, sondern konzentriere mich auf das Gespräch mit ihnen, und wenn ich gerade keine Zeit für ein Gespräch habe, dann höre ich nicht halbherzig zu, sondern sage klar, dass ich gerade etwas zu erledigen habe, aber in ein paar Minuten Zeit habe, ihnen zu zu hören. Und ich muss feststellen, dass unsere Tage direkt viel ruhiger verlaufen und das nur, weil ich bewusster und achtsamer bin. Klar, jeder Streit und jeder Wutanfall lässt sich dadurch natürlich nicht bannen, und ich reagiere auch jetzt nicht immer ruhig und gelassen, aber die Grundstimmung hat sich leicht verändert und ich finde, das ist viel wert.

Das ganze Buch kommt nicht belehrend herüber, sondern zeigt einfach ein paar Ideen für einen entspannten Alltag mit Kindern auf. Wichtig ist mir hier auch zu sagen, dass bei einer achtsamen Erziehung durchaus auch Konsequenz und gewisse Grenzen eine Rolle spielen. Bedürfnisse von Kindern wahrnehmen und sie ernst nehmen heißt nicht automatisch, dass alles nach dem Willen der Kinder geht.

Zu mir und meiner Einstellung Kindern und Menschen gegenüber hat dieses Buch gut gepasst und ich werde sicherlich auch noch einige Male hineinschauen. Ich kann es jedem empfehlen, dem ein respektvoller Umgang mit seinen Kindern wichtig ist, und der einfach ab und zu ein paar Anregungen für den immer wieder stressigen Alltag braucht.

Kinder achtsam erziehen – Wie sie Wut, Streit und Geschrei aus dem Familienalltag verbannen, Humboldt Verlag, ISBN: 978-3-86910-639-7, 19,99€

Rezension: So ’ne lange Autoschlange

Was für eine herrliche Idee hinter dem Buch „So `ne lange Autoschlange“ steckt. Da macht es richtig viel Spaß dieses Buch anzuschauen.

Alex steht mit seinem tollen Flitze-Wagen im Stau. Es geht einfach nicht vorwärts. Und natürlich ist er in diesem Stau nicht alleine. Ganz vorne tuckert langsam ein Trecker, hinter Alex kommt das Krokodil im Abschleppwagen. Auch eine Feuerwehr, eine Eisenbahn und selbst ein Elefant sind in den Stau geraten.

Fahrzeuge und Tiere

Es ist bereits schön mit den Kindern, die verschiedenen Fahrzeuge und Tiere zu sehen. Hier werden Sachen gezeigt, an denen Zweijährige großes Interesse haben. Richtig besonders wird das Buch dann aber durch das überraschende und humorvolle Ende. Klar, beim ersten Anschauen ist das eine richtige Überraschung. Die fehlt dann natürlich beim wiederholten Anschauen, was wir Erwachsene vielleicht etwas schade finden. Das macht aber gerade Kindern überhaupt nichts aus. Sie fiebern bereits auf dieses Ende hin und freuen sich, dass sie die Auflösung bereits kennen.

Die Bilder sind bunt und fröhlich, dabei aber recht klar gegliedert, und es gibt einige lustige Sachen zu entdecken. Es ist wirklich ein Buch, welches schön anzugucken ist. Hinzu kommt dann noch der gut gereimte Text, der es Kindern schnell ermöglicht an einigen Stellen selber mitzusprechen.

So ´ne lange Autoschlange“ ist ein schönes humorvolles Buch, an dem nicht nur Kinder ihre Freude haben.

So ´ne lange Autoschlange von Norman Klaar und Karsten Teich, Magellan Verlag, ISBN: 978-3-7348-1539-3, 9€

Vorlesen: Onkel Tobi

Dieses Mal habe ich mich für einen alten Klassiker beim Vorlesen entschieden: Onkel Tobi. Ob das Buch bei den Kindern wohl noch ankommt? Meine Kinder lieben es ja.

Die Bilder und auch der Inhalt wirken sicherlich etwas altmodisch, aber vielleicht machen die Geschichte an sich und die Reime dies wieder wett.

Eigene Einkaufserfahrungen

Als Einleitung habe ich einen kleinen Einkaufskorb mitgebracht und die Kinder durften erzählen, was sie so mit ihren Eltern einkaufen. Da wurden dann verschiedenen Obst- und Gemüsesorten sowie Süßigkeiten genannt.

Onkel Tobis lange Einkaufsliste

Onkel Tobi kauft aber ganz andere Sachen ein und das wollten wir uns nun mal anhören. Die Kinder sollten immer gut aufpassen und durften dann zwischendurch wiederholen, was so auf Onkel Tobis Einkaufsliste steht: Einen Besen für den Stall, für die Katze einen Ball, für die Äpfel eine Schüssel, einen neuen Haustürschlüssel – das sind seine eigenen Wünsche, aber der Nachbar Kregel und die Geschwister Eva und Liese tragen ihm weitere Dinge auf. Ob Onkel Tobi an alles denken wird?

Wer gut aufgepasst hat und sich an den Reimen orientierte, konnte mir am Ende dann auch gut beantworten, was Onkel Tobi bei seinem Einkauf tatsächlich vergessen hat.

Spiel: Ich gehe einkaufen

Wir haben dann geschaut, ob wir uns eine Einkaufsliste gut merken können. Dazu haben wir „Ich gehe einkaufen und kaufe … ein“ nach dem Vorbild von „Ich packe meinen Koffer“ gespielt. Es war sehr unterschiedlich, wie die Kinder mit dem Spiel klar kamen. Ganz am Ende musste uns dann Leseelch Lars zeigen, ob er sich alles gemerkt hat. Die Kinder durften ihm dabei aber auch helfen. Es war ganz schön, dass der Elch hier über das Eingangsritual hinaus noch einmal zum Einsatz kam. Das versuche ich in den letzten Stunden vermehrt unterzubringen.

Mein Fazit: Die Kinder hatten Spaß an Onkel Tobi! Dass es eine alte Geschichte ist, hat sie überhaupt nicht gestört!

Viel Spaß mit Onkel Tobi – Alle Geschichten in einem Band von Hans Georg Lenzen und Sigrid Hanck, cbj, 978-3570120897, 15€

Rezension: Robby aus der Räuberhöhle

Wer sehnt sich nicht ab und zu nach einem kleinen Abenteuer? Mit Robby aus der Räuberhöhle kann man eines erleben.

Robby lebt mit seiner Oma der wilden Hilde in einer Räuberhöhle ganz ohne Strom – so wie es sich eben für waschechte Räuber gehört. Zähne putzt er sich an der Regentonne, wobei er die Zahnbürste in einem Astloch aufbewahrt (was meinen Sohn übrigens besonders erheiterte). Niemand darf von der Räuberhöhle erfahren, denn dann wäre dieses paradiesische Leben sicherlich schnell vorbei. Doch dann kann Robby einfach nicht anders, als das Geheimnis an Thea zu verraten (da wusste mein Sohn noch nicht so richtig, wie er das finden sollte), denn Thea wird von ihrer Tante Dora nicht am Bahnhof abgeholt und Robby hat gewissermaßen durch eine Wasserschlacht, die die Adresse der Tante auf einem Brief unleserlich gemacht hat, Schuld an der ganzen Sache. Da ist es doch Ehrensache, dass er Thea die Nacht nicht alleine verbringen lässt, sondern sie mit zur Räuberhöhle nimmt. Später muss dann natürlich trotzdem die Tante gefunden werden, was sich als ziemlich schwierig herausstellt. Außerdem erfahren Robby und Thea dabei zufällig den Plan von zwei echten Dieben…

Wunderschöne Illustrationen

Das Buch lässt sich sehr gut lesen und durch die wunderschönen Bilder macht die Lektüre gleich noch mehr Spaß. Auch meinem Sohn gefallen die Bilder sehr gut. Das hat er tatsächlich mehrfach betont. Und auch ich finde sie herrlich. Sie sehen einfach nach einer abenteuerlichen und tollen Kindheit aus. Ja, sie sind freundlich und herzlich in bunten Farben gemalt und laden einen dazu ein, von Sommertagen zu träumen, an denen Lagerfeuer, barfuß durchs Gras laufen, herumstromern und ähnliches auf dem Tagesplan stehen.

Spannende Geschichte mit sympathischen Figuren

Genauso leicht, aber auch spannend ist die Geschichte selbst. Robby ist ein äußerst sympathischer Junge, den man sofort in sein Herz schließt. Aber auch alle anderen Figuren sind toll. Naja, der Holzkopf, der Robby ständig in die Quere kommt, natürlich nicht, doch die gemeinen Figuren machen Geschichten ja nur noch authentischer und spannender.

Wir haben das Buch ratzfatz durchgelesen. Wir mussten schließlich wissen, ob Robby Thea tatsächlich am Bahnhof abholt und was dann mit ihr passiert. Und danach geht ja alles genauso spannend weiter. Da konnten wir das Buch auch nicht weglegen und schon waren wir an seinem Ende angekommen und nun möchte das Bücherwürmchen weitere Bände aus der Reihe lesen. Und wenn ich ehrlich bin, würde ich ihm diese auch wieder gerne vorlesen…

Übrigens ist der Name des Ortes, in dem Robby lebt, auch klasse: Jottwede. Kindern sagt das zwar nichts, aber ich hatte beim Lesen meinen Spaß daran.

Robby aus der Räuberhöhle von Barbara Landbeck, Jumbo, ISBN: 978-3-8337-3529-5,

Rezension: Fußballquiz mit Paule

Auch kleine Fußball-Fans testen gerne mal ihr Wissen, insbesondere in Zeiten, in denen wie im WM-Jahr, der Fußball allgegenwärtig ist. Da kommt der „Paule Fußball-Quiz“-Block gerade richtig, denn mit dem sympathischen Maskottchen Paule, welches Kinder natürlich kennen, macht das Ganze gleich noch mehr Spaß.

Mein Sohn hat sich den Block direkt geschnappt und wollte direkt alle Fragen lesen und beantworten. Ich habe gestaunt, was er schon so alles aufgeschnappt und behalten hat. Manche Antworten wusste er nicht direkt, aber beim zweiten Durchblättern der Fragen konnte er dann auch diese richtig beantworten. Kinder lernen also durchaus etwas bei diesem Quiz.

Paule und seine Freunde

Zu Beginn des Blocks werden Paule und seine Freunde vorgestellt, was mir bei einem Quizblock für Kinder gut gefällt. Anschließend werden die verschiedensten Sachen rund um Fußball gefragt. Auf der Vorderseite befinden sich die Fragen mit zwei oder drei Antwortmöglichkeiten und hinten wird dann die richtige Lösung (teilweise  mit kurzer weiterer Erklärung) angezeigt. Es wird unter anderem nach bekannten Fußballern gefragt, Regelwissen und Fachwörter werden abgefragt, aber es werden auch Fragen zu verschiedenen Weltmeisterschaften gestellt. Die Fragen sind also bunt gemischt.

Schwierige Fragen für Vierjährige

Laut Verlag ist das Quiz ab 4 Jahre. Dem würde ich jedoch nicht unbedingt zustimmen. Für mich ist es eher ab dem Grundschulalter geeignet. Einzelne Fragen können manche Kinder zwar bestimmt schon früher beantworten, allerdings finde ich gerade Fragen nach Jahreszahlen sehr schwierig (z.B. nach dem Geburtsjahr von Mario Götze oder seit wann es schwarz-weiße Fußbälle gibt). Selbst Kinder in der Schule haben häufig noch keine Vorstellung von Zeitspannen oder von der Einordnung von Ereignissen.

Wir haben auf jeden Fall Spaß an dem Quizblock und bei schwierigeren Fragen erklären Mama oder Papa eben noch ein bisschen. Es ist nur schade, dass den Quizmachern ein Fehler unterlaufen ist. Es wird gefragt, welches Land bisher nur einmal Weltmeister wurde. Zur Auswahl stehen England oder Frankreich. Als richtige Antwort ist England angegeben, allerdings trifft dies auch auf Frankreich zu.

PAULE Fußball-Quiz, Tessloff Verlag, ISBN: 978-3-7886-2248-0, 6,95€

Vorlesen: Das Buch ohne Bilder

Dieses Mal war ich sehr gespannt, wie das Buch, welches ich fürs Vorlesen ausgesucht habe, ankommen würde. Ich wollte gerne das Buch „Das Buch ohne Bilder“ in einer Gruppe ausprobieren.

Was macht ein Buch aus?

Zunächst einmal habe ich ein paar Blätter, die ich mit einer Ringbindung zu einem Büchlein zusammengefasst habe, in die Mitte gelegt: „Ist das ein Buch?“ Nein, da waren sich die Kinder einig. Das ist doch kein Buch. Sie sollten mir dann nennen, was denn fehlt und wie es zu einem Buch werden würde. Als erstes vielen ihnen Bilder ein, später meinten dann einige Kinder, das ja auch etwas drin stehen müsse, was man dann vorlesen kann. Ich habe also eine Sonne gemalt und einen passenden kurzen Text hinzugefügt.

Das Buch ohne Bilder

Dann habe ich den Kindern dieses komische Buch gezeigt, ein Buch ohne Bilder. Hm, da waren sie erst einmal skeptisch. Als ich dann noch einmal vorgelesen habe, dass es tatsächlich ein Buch ohne Bilder ist, fanden sie das schon erst einmal recht blöd und natürlich langweilig. Aber dann hatten sie alle ganz schnell ganz viel Spaß an diesem Buch und den darin enthaltenen Albernheiten. Sie mussten ganz viel lachen und haben am Ende auch genau so reagiert, wie es das Buch möchte. „Darf ich jetzt aufhören vorzulesen?“ Ganz klares „Nein!“ von den Kindern. Sie wollten auch sehr gerne, dass ich das Buch ein weiteres Mal vorlese. So viel Zeit hatten wir aber leider nicht.

Das Buch ohne Text

Dafür haben wir noch eine kleine Aktion gemacht und zwar durfte sich die  Gruppe ein gegenteiliges Buch erstellen: „Das Buch ohne Text.“ Jedes Kind hat etwas gemalt, was es schön findet oder mag und mit der Ringbindung habe ich dann daraus ein kleines Büchlein gemacht. Noch schöner wäre es, wenn jedes Kind ein eigenes Büchlein hätte gestalten können, aber dafür reichte die Zeit nicht. So haben sie aber ein schönes Gemeinschaftsprodukt, welches sie sich im Kindergarten immer wieder anschauen können.

Übrigens hat sogar Leseelch Lars ein Bild zu dem Büchlein beigetragen. Er hat sich selber gemalt, worüber sich die Kinder sehr gefreut haben.

Das Buch ohne Bilder: Das verrückteste Vorlesebuch – mit einer CD gelesen von Adnan Maral von B.J. Novak, übersetzt von Oskar M. Delossa, Blanvalet Verlag, ISBN: 978-3-7645-0556-1, 12,00€

Leipziger Buchmesse 2018 – Teil 2

Ein Beitrag reichte nicht für die ganzen Erlebnisse auf der Messe. Gestern konntet ihr den ersten Teil lesen und heute geht es mit Teil zwei weiter. Wie versprochen, erzähle ich euch kurz von ein paar weiteren kommenden Specials (neben der Fokussierung auf die Fußball-WM) auf dem Blog. Auf der Leipziger Buchmesse wurden die Nominierungen des Deutschen Jugendliteratur Preises bekannt gegeben. Einige Titel davon werde ich euch hier im Rahmen einer Bloggeraktion rund um den Deutschen Jugendliteraturpreis noch auf dem Blog vorstellen. Darüber erfahrt ihr aber demnächst mehr. Übrigens hat es eine Nominierung bereits auf den Blog geschafft: Das Bilderbuch „Schläfst du?“. Und ich kann euch schon mal verraten, dass es hier demnächst noch mehr von den sympathischen Hunden zu lesen gibt.

Ein Teil der nominierten Bücher

Leipziger Lesekompass

Auf der Leipziger Buchmesse werden aber auch immer die prämierten Bücher des Leipziger Lesekompasses ausgestellt. Hier gibt die Stiftung Lesen eine Orientierung, mit welchen Büchern die Lust am Lesen vermittelt werden kann und zwar in den Kategorien 2-6, 6-10 und 10-14 Jahren. Ich werde euch zu einem späteren Zeitpunkt die Titel aus den Kategorien 2-6 und 6-10 Jahren hier intensiv vorstellen. Auch hier hat ein Buch bereits den Weg auf den Blog geschafft: Das Wimmelbuch der Weltreligionen. Einige weitere Titel liegen hier bereits und werden euch demnächst vorgestellt. Wer nicht darauf warten möchte, kann sich hier schon einmal einen Überblick verschaffen.

Kirsten Boie im Interview

Neben der wenigen Zeit des Herumschlenderns und den vielen Terminen und Treffen habe ich auch ein paar Veranstaltungen besucht. Sehr gerne wollte ich Kirsten Boie sehen, was bei einem Interview des Deutschlandfunks Kultur geklappt hat. Dort habe ich pünktlich zu ihrem Interview einen Platz neben Sylvie von Mom’s favorites and more einen Platz in der ersten Reihe ergattert. Kirsten Boie hat ein wenig über ihr neues Buch „Ein Sommer in Sommerby“ gesprochen, von dem ich ja so begeistert war (Link zur Rezension). Und in ihrem Interview hat sie einen Satz gesagt, den ich sehr wichtig finde: Es geht in dem Buch und natürlich auch im Leben darum, dass ein Kind über den Leistungsgedanken hinaus wichtig ist! Ich finde, dass sollten wir im Umgang mit Kindern immer im Hinterkopf behalten.

Kirsten Boie beim Interview vom Deutschlandfunk Kultur

Lesen im 21. Jahrhundert – Wirklich so negativ?

Am Donnerstagabend war ich bei der Podiumsdiskussion des Bundeskongresses Kinderbuch „Lesen im 21. Jahrhundert: Ist Deutschland bereit?“. Auch  hier habe ich wieder ein paar bekannte Gesichter gesehen. Das freut einen einfach immer wieder! Das Thema klang unheimlich spannend. Meines Erachtens war jedoch der Tenor der Diskussion ziemlich negativ und auch die Behauptung, dass Bücher für Jungen fehlen, entspricht nicht meiner eigenen Wahrnehmung. Viele angesprochenen Ideen waren im Prinzip nichts Neues. Sicherlich gibt es Schwierigkeiten Leser zu erreichen. Hier sind u.a. die Verlage in der Verantwortung, die jedoch auf der anderen Seite auch ein Wirtschaftsunternehmen sind. Nichtlesende Kinder und Jugendliche sind für Verlage nicht besonders attraktiv. Wichtig ist zudem die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Büchereien. Auch muss darauf geschaut werden, wann Kinder überhaupt die zeitliche Möglichkeit haben sich in Bücher zu vertiefen. Hier könnte die USA mit dem Schulfach vertiefendes Lesen ein Vorbild sein. Letztendlich ist natürlich auch die Politik in der Verantwortung. Um wirkungsvolle Projekte umsetzen zu können, muss auch mal Geld in die Hand genommen werden. In der Gesellschaft muss das Lesen mehr an Bedeutung erfahren. Richtige Lösungswege wurden bei der Diskussion leider kaum aufgezeigt. Ich befürchte, dass es letztendlich auf einzelne engagierte Personen ankommt, die das Lesen und Bücher (meist ehrenamtlich) zu den Kindern bringen. Ein Dank geht natürlich auch an alle Autoren, die uns die Welt des Lesens mit ihren tollen Büchern überhaupt erst ermöglichen. Sie leisten auf jeden Fall einen großen Beitrag für die Zukunft des Buches.

Podiumsdiskussion: Lesen im 21. Jahrhundert

Keine richtige Journalistin – na und?!

Am zweiten Messetag hatte ich ein witziges Erlebnis. Eine Frau, scheinbar eine Autorin, wollte mir eine Karte ihres Buches zustecken. Das Buch passte aber überhaupt nicht zu meinen Interessen, so dass ich freundlich aber dankend ablehnte. Das schien diese Frau nicht so gut vertragen zu können. Nachdem sie dann in einem kurzen Gespräch, in dem sie wissen wollte, für wen ich arbeite, erfuhr, dass ich Bloggerin sei, meinte sie spitz: „Ach, dann sind Sie gar keine richtige Journalistin?!“

Blogger, youtouber & Co

Ja, die Konkurrenz von Journalisten und Bloggern ist immer wieder ein Thema. Lustigerweise waren bei der Diskussion „Blogger, youtuber & Co“ sowohl Verlage als auch Blogger davon eher genervt. Keiner hatte Lust auf dieses Thema vertiefend einzugehen. Ganz klar sind Blogs und das Feuilleton andere Medien mit teils unterschiedlicher Ausrichtung, aber einen Konkurrenzkampf möchte hier keiner ausfechten. Auch die Verlage sehen in den unterschiedlichen Medien einfach nur ein erweitertes Angebot, welches sie je nach Buch und Verlagsprogramm unterschiedlich in Anspruch nehmen.

Blogger, youtouber & Co

Verlage möchten gerne mit Influencern zusammenarbeiten. Influencer sind übersetzt „Beeinflusser“. Es sind Multiplikatoren, die zum Lesen bringen. Interessanterweise haben Blogger oder Booktuber nicht in erster Linie die Absicht zu beeinflussen. Ihnen ist es wichtig, ihre Leseerfahrung weiterzugeben, wobei sie dadurch natürlich Menschen zum Lesen bestimmter Bücher bringen. Und das geschieht umso mehr, je authentischer man ist. Glaubwürdigkeit und ein eigener Stil spielen eine sehr große Rolle und zwar sowohl aus Verlags- als auch aus Bloggersicht. Dies ist auf jeden Fall das A & O. Deshalb ist auch eine begründete negative Kritik selbstverständlich in Ordnung bzw. kann ein Verriss sogar die Aufrufszahlen eines Blogs in die Höhe treiben. Aber da man ja eher Bücher empfehlen möchte, kommen richtige Verrisse letztendlich auch selten vor.

Im Umgang miteinander schätzt man den persönlichen Kontakt. Auch hier haben Verlage und Blogger ähnliche Wünsche und ich kann dies auch nur bestätigen. Gerade der Besuch der Leipziger Buchmesse zeigt mir wieder einmal, wie wichtig und auch angenehm persönliche Treffen und der persönliche Umgang miteinander ist. So macht alles gleich viel mehr Spaß und man fühlt sich und seine Arbeit gegenseitig geschätzt.

Es wurde auch gefragt, was Verlage sich von Bloggern und umgekehrt Blogger von Verlagen wünschen. Auch hier ging es wieder um die Authentizität und persönliche Kontakte. Ich würde vielleicht noch hinzufügen, dass ich mir das Teilen von besonderen Beiträgen wünschen würde. Ich merke nämlich immer wieder, dass das Teilen eines Blogbeitrags durch Verlage und Autoren eine deutlich größere Aufmerksamkeit bringt, was ja sicherlich auch wiederum im Interesse der Verlage liegt – naja, solange es sich nicht um einen Verriss handelt.

Die Rückfahrt nach Hause war dann Dank des Schnees ein kleines Abenteuer. Ich bin vier Stunden später als geplant zu Hause angekommen, aber immerhin konnte ich fast alle Wartezeiten in warmen Zügen verbringen. Und dort traf man zwar teilweise auf genervte Mitfahrer, aber auch auf viele freundliche Menschen, die z.B. ihre Brezeln mit den ihnen unbekannten Leuten am gleichen Tisch teilten.

Zu Hause haben sich dann die Kinder über die Mitbringsel gefreut. Den ganzen Sonntag hat der Große im Schlafanzug lesend verbracht und dabei schon beinahe den gesamten mitgebrachten Lesestoff aufgebraucht. Da hat er dann anschließend eben noch die Prospekte der Verlage durchgeblättert. Das findet er ebenfalls interessant und ich habe meine Zeit am Sonntag ähnlich verbracht. Der Kleine hatte große Freude an „Hase, Fuchs und Reh fahren… LKW“, ein Titel der auch vom Leipziger Lesekompass geehrt wurde und somit noch seinen Weg auf den Blog finden wird.

Die Bücher müssen direkt angeschaut werden.

 

Große Freude zu Hause: Mama hat was mitgebracht!

Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen und interessanten Einblick in meine Messeerlebnisse geben und freue mich jetzt schon auf die nächste Buchmesse. Dann vermutlich wieder mit Kind, was eine ganz andere Planung erfordern wird. Ich werde natürlich wieder berichten!

Ein abendliches Messebild – die Gänge sind nun fast leer.