Tolle Motive fürs Fingerstempeln

Bald ist Ostern, eine Zeit, in der viele Kinder Ferien haben und teilweise auch in den Urlaub fahren. Und da kann man immer gut ein paar Materialien gebrauchen,  mit denen Kinder aktiv werden können. Sehr gut gefällt mir „Mein erstes Fingerstempel-Bastelbuch“, mit dem die Kinder gleich ein paar Basteleien zur Oster- und Frühlingsdeko (Blumen, Schmetterlinge, Küken) beitragen können.

Hier können Kinder per Fingerstempel-Technik verschiedene Bilder und Bastelmotive bunt verzieren. Bunte Stempelkissen werden praktischerweise direkt mitgeliefert. Allerdings waren sie bei uns teilweise etwas ausgetrocknet. Wenn man sie mit ein wenig Wasser beträufelt, lässt sich dieses Problem jedoch leicht lösen.

Technik: Fingerstempeln

Kinder haben meist viel Spaß daran mit den eigenen Fingern Farbe aufs Papier zu bringen. Allerdings brauchte Bücherwürmchen eine ganze Weile um die Technik des Stempelns wirklich umzusetzen. Zunächst wollte er die Farbe mit dem Finger eher verschmieren und damit „malen“. Hm, ich wünschte mir, dass so schöne Fingerstempel-Bilder wie in den Beispielen entstehen, aber Bücherwürmchen hatte mit seiner Technik Spaß und wollte sich zunächst nichts sagen lassen. Gar nicht so einfach, sich als Mutter da zurück zu nehmen und den Spaß in den Vordergrund zu stellen. Am besten man macht dann einfach ohne große Worte mit und dann sieht das Kind, wie man es auch machen kann.

Bastelmotive kommen gut an

Anmalen steht bei Bücherwürmchen nicht unbedingt hoch im Kurs. Fingerstempeln ist da schon etwas attraktiver, aber so spannend findet er es nicht Bilder zu verzieren. Deshalb gefällt es mir sehr gut, dass es hier neben einzelnen Bildern mit Motiven für Jungen und Mädchen auch viele Motive gibt, aus denen man mit wenigen und einfachen Schritten (ausschneiden und kleben) etwas basteln kann. Während Bücherwürmchen die Bilder meist links liegen ließ, hatte er großen Spaß an den Bastelmotiven, bei denen ich auch kaum noch helfen muss.

Mini-Künstler: Mein erstes Fingerstempel-Bastelbuch, illustriert von Hartmut Bieber, Coppenrath, ISBN: 978-3-649-62246-8, 9,99€

Blogtour: Neue Abenteuer auf Rügen

Heute macht die Blogtour rund um das Buch „Neue Abenteuer auf Rügen – Lilly, Nikolas und die Kraniche“ Station bei mir. Welche spannenden Beiträge bereits online gegangen sind und welche noch folgen, findet ihr in einer Übersicht am Ende dieses Artikels. Es gibt auf jeden Fall eine ganze Menge über das Buch sowie über Rügen zu erfahren – vor allem für Familien, die auf der Suche nach ein paar guten Ausflugsideen sind, ist einiges dabei.

Am Ende der Blogtour gibt es dann beim Verlag Biber und Butzemann noch ein Gewinnspiel, das ihr nicht verpassen solltet!

Lilly und Nikolas reisen mit ihren Eltern immer wieder an interessante Orte, zum Großteil in Deutschland, wo sie spannende Ferien erleben. Bereits zum zweiten Mal geht es in dem Buch „Neue Abenteuer auf Rügen – Lilly, Nikolas und die Kraniche“ nach Rügen. Dieses Mal kommen sie auf einem Bauernhof unter.  Natürlich unternehmen sie wieder viele Ausflüge, die gleichzeitig gute Tipps für den eigenen Urlaub sind. Es geht u.a. zu den Leuchttürmen an der Nordspitze der Insel, zum Dinopark und zu Karls Erlebnis-Dorf. Aber dann gibt es auch noch eine große und besondere Aufgabe für die Kinder: Sie kümmern sich gemeinsam mit dem Tierarzt  um einen kleinen Kranich, der alleine zurück gelassen wurde.

Das Buch: Neue Abenteuer auf Rügen – Lilly, Nikolas und die Kraniche von Steffi Bieber-Geske, illustriert von Claudia Gabriele Meinicke, Biber & Butzemann, ISBN: 978-3-942428-72-9, 13,99€

Die Erlebnisse der Geschwister so wie die besonderen Örtlichkeiten auf Rügen werden in dem Buch in tollen Aquarellbildern von Claudia Gabriele Meinicke dargestellt. Über ihre Arbeit und die Entstehung der Bilder könnt ihr heute etwas im Interview mit ihr erfahren. Die Bilder, die ihre Aussagen so wunderbar unterstreichen, hat sie mir für dieses Interview freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Das Copyright aller Bilder liegt bei Claudia Gabriele Meinicke.

Liebe Claudia Gabriele Meinicke, Sie haben das Buch „Neue Abenteuer auf Rügen“ illustriert. Vielleicht können Sie sich und Ihre Arbeit zunächst einmal kurz vorstellen.

Ich bin fast 50 Jahre alt, lebe mit meinem Mann in Merseburg, habe einen erwachsenen Sohn und male leidenschaftlich gern. Am liebsten male ich mit Aquarellfarben und halte meine Eindrücke gleich vor Ort mit Pinsel und Farbe fest.

Mir fällt es bei meinen Rezensionen häufig schwer, etwas zu den Bildern in Büchern zu schreiben. Es wäre schön, wenn Sie uns einmal etwas zu Ihrer Zeichentechnik sagen könnten. Wie malen Sie, was ist Ihnen dabei wichtig und was möchten Sie mit Ihren Bildern ausdrücken?

Das Wort „Aquarell“ leitet sich vom lateinischen Wort aqua, für Wasser ab. Aquarellfarben sind also Wasserfarben. Im Gegensatz zu den Deckfarben, die im Schulmalkasten enthalten sind, sind sie überwiegend durchscheinend. Es gibt auch keine Malfarbe „Weiß“. Wenn man weiße Stellen benötigt, so muss man sie freilassen, so dass das weiße Papier zu sehen ist. Es gibt verschiedene Techniken der Aquarellmalerei z.B. unterscheidet man in Abhängigkeit von der Wassermenge in Nass- und Trockentechniken. Bei den Kinderbuchillustrationen male ich mein Motiv auf Aquarellpapier zart mit Bleistift vor und anschließend wird mit weniger Wasser, einem feinerem Pinsel und Aquarellfarbe auf trockenem Papier das Motiv farbig gestaltet.

Es gehört schon ein wenig Übung zum Malen mit Aquarellfarben. Hat man sich aber erst einmal in die Aquarelltechnik verliebt, lässt sie einen nicht mehr los. Zahlreiche ältere Kinderbücher sind von Aquarellkünstlern liebevoll illustriert worden. Wer kennt sie nicht die zauberhaften Charaktertiere von Beatrix Potter oder die wunderbaren Kinderszenen von Carl Larsson? Sie haben auch mich Leseratte durch meine Kindheit begleitet. Ich würde mir wünschen, dass die heutigen Kinder sich ebenfalls für schöne Bücher begeistern können und ihnen auch meine Bilder gefallen. Ich hoffe, dass sie durch die Reiseabenteuer des Kinderbuchverlags Biber & Butzemann mit den farbenfrohen Bildern animiert werden, die bunte (Ferien-)Welt mit eigenen Augen zu entdecken.

Das Buch „Neue Abenteuer auf Rügen“ ist das zweite Ferienabenteuer von Lilly und Nikolas auf Rügen. Allerdings wurde das erste Buch von Stephan Pohl illustriert und auch die anderen Geschichten von Lilly und Nikolas wurden teilweise von verschiedenen IllustratorInnen illustriert. Inwiefern beeinflusst dies die Arbeit? Gibt es bestimmte Absprachen oder Dinge, an die sich alle halten?

Lilly und Nikolas sind Geschwister, Lilly ist jünger und blond, während Nikolas dunkle Haare hat. Diese Vorgabe bekam ich von der Schriftstellerin Steffi Bieber-Geske, die gleichzeitig auch die Verlegerin des Buches und Mutter zweier Kinder in dem Alter ist, wodurch die beiden indirekt die Vorlage bilden. Vorherige Lilly und Nikolas Abenteuer anderer Illustrator­Innen habe ich auch studiert. Jeder Illustrator hat aber seine eigene Handschrift, so dass Lilly und Nikolas etwas unter­schiedlich ausfallen. Dies hier sind „meine“ Lilly und „mein“ Nikolas, so wie sich mich beide durch das Buch begleitet haben.

Inwiefern orientieren sich Ihre Bilder an der Realität und an welchen Stellen kommt Ihre eigene Phantasie dazu?

Bei den Reiseabenteuern des Verlags Biber & Butzemann kommt es eher darauf an, dass die Kinder die beschriebenen Orte entdecken können. So sind die beschriebenen Landschaften oftmals detailgetreu abgebildet.

Kommen also die kleinen Leser der neuen Abenteuer auf der Insel Rügen (so wie Lilly und Nikolas im Kapitel 4) an den berühmten Kreidefelsen Königsstuhl, dann werden sie nach einer kleinen Wanderung genau diese im Buch ausführlich beschriebene Aussicht genießen können.

Gab es bei dem Buch „Neue Abenteuer auf Rügen“ besondere Herausforderungen für Sie?

Oh ja, die gab es. Das Abenteuer von Lilly und Nikolas dreht sich diesmal um das Thema Kraniche. Ich habe unzählige Bilder betrachtet, Graukraniche auf den Feldern beobachtet und Bücher gewälzt und so eine Menge über Kraniche gelernt. Der junge Kranich in der Geschichte musste also in verschiedenen Altersstufen gezeigt werden. Dabei bekamen wir (die Autorin und ich) große Unterstützung von der Kranichexpertin Beate Blahy, damit auch meine Kranichbilder überzeugen und keine fachlichen Fehler aufweisen.

Welchen Bezug haben Sie selbst zu Rügen und wie sah Ihre Recherche zu dem Buch aus?

Geboren und aufgewachsen bin ich in Mecklenburg. Den großen Abenteuerspielplatz „Natur“ habe ich mit meinen Geschwistern durchstreift. Auch ich habe, wie Lilly, einen älteren Bruder, der mit mir am Ostseeufer Donnerkeile, Seeigel und Bernstein sammelte. Mit der Ostsee verbinde ich schöne Kindheitserinnerungen. Ein wenig Ostseewasser schwappt immer noch durch meine Adern und es zieht mich immer wieder dorthin.

Haben Sie einen Lieblingsort auf Rügen und welcher ist es?

Der schönste Platz auf der Insel ist im Nationalpark Jasmund, wenn man nach langer Wanderung durch die geheimnisvollen alten Buchenwälder das Steilufer am Kieler Bach erreicht und über eine Treppe an den steinigen Strand hinuntersteigen kann.

Wohin fahren Sie selbst am liebsten in den Urlaub?

Wohin ich auf der Insel fahre, ist bei den vielen landschaftlichen Reizen nicht zu entscheiden. Will ich lieber an die wilde Steilküste, oder in die Nähe der bunten weiten Wiesen von Ummanz, in die hügelige Landschaft der Zickerschen Berge, auf einen ruhigen Bauernhof im Hinterland, in die mondänen Jachthäfen oder die reizvollen Bäderorte? Das kann ich meist nicht entscheiden. Glücklicherweise liegt alles so nah beieinander auf der Insel, dass Erwachsene und Kinder jeden Tag etwas anderes sehen und erleben können. Wann ich aber sehr gerne auf die Insel fahre, ist Anfang Juni, die Zeit der Mohnblüte, wenn die naturbelassenen Feldränder in einem roten Feuer an Mohnblüten erglühen.

Welche Landschaft malen Sie besonders gerne?

Da habe ich keine Vorlieben. Ich male gern, wo ich mich wohlfühle und versuche diese schöne Erinnerung irgendwie mit meinem Pinsel einzufangen. Was aber immer wieder ein Thema ist – „meine“ Ostsee.

Vielen Dank für das Interview!

Ich bedanke mich ebenfalls. Es hat mir großen Spaß gemacht.

Hier nun noch alle weiteren Beiträge und Termine der Blogtour auf einen Blick:

3.4.: Insidertipps: Regionale Kinderbücher
http://kinderbuchlesen.de/
4.4.: Rügen – Ein Familienabenteuer
https://www.kinderchaos-familienblog.de/
6.4.: Interview mit der Autorin
http://kinderbuch-detektive.de/
7.4.: Kraniche an der Ostsee
http://kuestenkidsunterwegs.blogspot.de/
8.4.: Gewinnspiel (beim Biber & Butzemann Verlag)
http://www.biber-butzemann.de/

Und wenn ihr noch nach mehr Ferienabenteuern an der Ostsee sucht, dann schaut doch mal in die Buchvorstellungen zu „Abenteuer an der Mecklenburgischen Ostsee“ und „Biber Paul auf Reisen –  Rostock-Warnemünde“ rein.

Der Buchkönig geht an „Antonia war schon mal da“

Frühling – Zeit für den nächsten Buchkönig von Buchkind-Blog, Kinderbibliothek und mir. Es wird wärmer und die Lebensfreude und die Lust auf Aktivitäten draußen steigt wieder. Und genau zu diesem Lebensgefühl passt der aktuelle Buchkönig, ein Bilderbuch, hervorragend:

Antonia war schon mal da von Max Fiedler und Patrick Wirbeleit, Reprodukt

Herzlichen Glückwunsch an von Max Fiedler und Patrick Wirbeleit und Reprodukt!

Worum geht es?

Die Freunde Biber, Buntspecht, Molch und Igel wollen etwas von der Welt sehen und machen gemeinsam eine Reise. Nur eine möchte nicht mitkommen: Antonia, denn sie war schon überall. Zunächst können die Freunde das nicht so recht glauben, doch dann entdecken sie auf ihrer Reise lauter Beweise von Antonias Weltreise.

Was ist das besondere an diesem Bilderbuch?

Es ist ein Bilderbuch, in dem jede Menge drin steckt: In Reimen, die von den Kindern selbst ergänzt werden können, wird eine Geschichte erzählt, auf den Bildern gibt es wie in einem Wimmelbuch jede Menge zu entdecken und ein paar Comicelemente wie einzelne Sprechblasen sind ebenfalls vorhanden. Auch auf inhaltlicher Ebene ist das Buch ein wahrer Schatz. Es macht Lust auf Entdeckungen und Abenteuer und gleichzeitig ist es eine Freundschaftsgeschichte, bei der die Tiere zusammenhalten, gemeinsam etwas erleben und sich gegenseitig helfen. Ganz nebenbei wird hier Inklusion ohne großes Tam-Tam vorbildlich gelebt.

Eine ausführliche Besprechung des Buches ist seit Januar hier auf dem Blog zu lesen.

Das Bilderbuch „Antonia war schon mal da“ ist in dem Verlag Reprodukt erschienen. Der Reprodukt Verlag bringt Comics heraus, insbesondere auch gute Kindercomics, die das Format eines Kinderbuchs haben. Es lohnt sich auf jeden Fall mal einen Blick ins Verlagsprogramm zu werfen. Gerade auch lesemuffelige Jungs haben hier eine gute Chance fündig zu werden.

 

Antonia war schon mal da

von Max Fiedler und Patrick Wirbeleit

Reprodukt

ISBN: 978-3-95640-108-4

16€

Rezensionen: Buchkind-Blog, Geschichtenwolke

 

 

 

Mit dem Finger dem Schmetterling hinterher

Frühling – nun geht es wieder nach draußen. Die Natur wird langsam wieder grün, Blumen blühen und die ersten Schmetterlinge haben wir auch schon gesichtet. Zu dem schönen Frühlingswetter und der Lebensfreude, die wieder erwacht, passt wunderbar das Finger-Nachfahr-Buch „Durch die Natur“.

Hier fliegt ein freundlicher Schmetterling bei strahlendem Wetter zu einem Baum, einer Blume, vorbei an einem Teich und hoch in die Luft. Das Buch ist ein Buch voller guter Laune. Die Sonne strahlt, der Himmel ist blau, die Wiese flächig grün und man begegnet ein paar freundlichen Tieren.

Da Details und mehrschichtige Hintergründe fehlen, sind die Seiten nicht überladen, was sehr gut tut, da sich ja auch noch der Weg des Schmetterlings und der anderer Tiere als Nachfahrspur deutlich über die Seiten schlängeln. Kinder können dem Schmetterling auf diesen Spuren, die durch eine Struktur hervortreten, mit dem Finger folgen. Auch Ente und Frosch hinterlassen eine fühlbare, erhabene Spur. Durch die Nachfahrspur können die Kinder hier selbst aktiv werden, was einerseits motivierend ist und Spaß macht und andererseits die Feinmotorik schult.

Der Text ist recht kurz, aber schön und flott gereimt. Er hat für dieses Buch genau die richtige Länge. Auf längere Texte hätten Kinder hier sowieso keine Lust, da das Nachfahren zu verlockend ist. Die Flugwege des Schmetterlings eigenen sich natürlich besonders gut zum nachfahren. Manchmal hat mich die Position des Schmetterlings etwas irritiert. Eigentlich fliegt er wohl von links nach rechts, aber ab und zu befindet er sich auf der rechten Seite der Spur mit Blick auf die Schleifen und Kurven, so dass man intuitiv dort anfängt und so in die „falsche“ Richtung spurt. Wenn man dann jedoch am Ende angekommen ist, passt es dann doch, denn man soll ihn auch auf seinem Weg zurück begleiten.

Insgesamt gefällt mir dieses Buch und sein Konzept gut und auch Kinder verschiedenen Alters haben (zumindest kurzfristig) viel Spaß daran. Die Texte lassen sich auch von Leseanfängern gut erfassen und das Nachfahren ermöglicht ihnen willkommene Pausen vom Lesen. Es ist zwar sicherlich kein Buch, welches ich für einen 5- oder 6-Jährigen anschaffen würde, aber wenn es sowieso schon vorhanden ist, lässt es sich gut für verschiedene Dinge einsetzen.

Finger-Nachfahr-Buch: Durch die Natur von Johanna Fritz und Barbara Heinlein, Tessloff Verlag, ISBN: 978-3-7886-3925-9, 7,95€

Miffy von Dick Bruna – Schon seit langem geliebt!

Anfang dieses Jahres starb Dick Bruna, der Erfinder des Häschens Miffy. Fast zeitgleich erschienen hier in Deutschland ein paar ältere Miffy-Bilderbücher. Ein merkwürdiger Zufall, der aber zeigt, dass ein Autor durch sein Werk weiterleben kann und so können sich auch weiterhin viele Kinder an Miffy erfreuen.

Ich  hatte als Kind ein Lottino von Miffy und die Bilder aus diesem Spiel, welches wir auch begeistert mit unseren Kindern spielen, sind mir auch heute noch vertraut und sie geben mir dieses warme Gefühl, das einen erfüllt, wenn man an seine glückliche Kindheit denkt. Eigentlich sind die Bilder ganz einfach und nichts besonderes. Alles ist plakativ, naiv und minimalistisch gezeichnet. Räume, Hintergründe und vielfältige Details fehlen ganz, aber dennoch haben die Bilder einen hohen Wiedererkennungswert. Die Bilder sprechen einen an, sie sind freundlich gestaltet und sie zeigen Dinge aus der Umwelt eines kleinen Kindes, die es wiedererkennen kann.

Verschiedene Bilderbücher von Miffy

Von den neuen Büchern liegen mir „miffy hilft im haus“, „welche farbe siehst du, miffy?“ und „miffy am strand“ vor. Drei Bilderbücher für kleine Kinder, aber doch ganz unterschiedlich gestaltet. Bei allen irritiert mich allerdings die Schreibweise des Titels, der auf Großschreibung verzichtet. Der Text in den Büchern hält sich aber an die Regeln der deutschen Rechtschreibung.

miffy hilft im haus“ und „welche farbe siehst du, miffy?“ sind im Gegensatz zu „miffy am strand“ Pappbilderbücher, wobei ersteres eine besondere Form hat und das andere ausgestanzte Türen enthält.

Miffy hilft im Haus

Sehr gut gefällt mir „miffy hilft im haus“. Hier wird pro Seite in einfachen Sätzen eine Tätigkeit im Haushalt vorgestellt: Miffy gießt die Blumen, sie hängt Wäsche auf, räumt auf, geht einkaufen und bekommt am Ende ein leckeres Stück Kuchen von der Mama. Das Tun wird in einem klaren Bild vor einfarbigem Hintergrund angedeutet, z.B. sieht man einen schwarzen Strich, der die Wäscheleine darstellt, an der ein weißes Tuch hängt. Davor sieht man Miffy und neben ihr steht ein Korb, aus dem zwei Socken herausschauen. Auf diese Weise können Kinder hier bekannte Tätigkeiten entdecken, was ihnen nicht schwer fällt.

Welche Farbe siehst du, Miffy?

Einige Bilder aus diesem und auch aus den anderen Büchern kenne ich genau so aus dem Lottino-Spiel, so dass ich gar nicht anders kann, als diese Bücher zu mögen. Allerdings gibt es dennoch ein paar Punkte, die mir an dem Buch „welche farbe siehst du, miffy?“ nicht so gefallen. Durch eine farbige Tür sieht man jeweils ein paar Dinge in der entsprechenden Farbe, die das Kind nun benennen soll. Auf die Frage „Wer versteckt sich hinter der grünen Tür?“ findet man auf der nächsten Seite im Text und im Bild die Antwort: Krokodil, Schildkröte und Baum. Die Bilder sind hier einfarbig abgebildet. An sich ein einfaches, nettes Bilderbuch zum Erlernen der Farben und zur Festigung des Wortschatzes, bei dem die ausgestanzten Türen motivierend wirken. Leider steht die Frage „Was sieht Miffy hinter der gelben Tür?“ auf der Doppelseite, auf der auch die Antwort zu sehen ist. Hier lugt man also nicht selber durch die Tür, wie bei den anderen Farben. Darüber hinaus hätte man für Kinder einen klareren Rotton wählen sollen. Für mich geht das gewählte Rot zu sehr ins Orange. Außerdem ist ein Schwein als Träger dieser Farbe nicht unbedingt passend.

Miffy am Strand

Das Buch „miffy am strand“ hat pro Doppelseite etwas mehr Text. In Reimen wird hier eine kleine Geschichte von Miffy und ihrem Vater am Strand erzählt, wobei natürlich typische Strandaktivitäten erwähnt werden. Die Bilder sind hier aber ebenso einfach wie in den anderen Büchern. Da sie aber Wörter aus dem Text aufgreifen, unterstützen sie das Verstehen, und durch das Fehlen von Details und einer dargestellten Szene, wird die Fantasie des Kindes gefördert.

Ich freue mich jedenfalls sehr darüber, dass wir Miffy nun auch in Büchern begegnen können. Wir sind nur über den Namen etwas irritiert, da wir neben dem großen Lottino-Spiel ein Spiel haben, das Ninchen-Lotto heißt. Scheinbar ihr früherer Name.

miffy hilft im haus von dick bruna, diogenes, ISBN: 978-3-257-01195-1, 8€

welche farbst siehst du, miffy? von dick bruna, diogenes, ISBN: 978-3-257-01194-4, 5€

miffy am strand von dick bruna, diogenes, ISBN: 978-3-257-01196-8, 6€

Lesen üben mit Vorlesegeschichte

Kinder haben meist Spaß daran lesen zu lernen, aber noch mehr Spaß macht ihnen das Ganze, wenn man sie bei diesem Prozess begleitet und vor allem, wenn man aus dem Lesen keine einsame Sache macht, sondern weiterhin dem Kind vorliest.

Aus diesem Grund gefällt mir das Konzept des Übungsheftes „Mit Paul ins Abenteuer Schule – Erstes Lesen“ grundsätzlich sehr gut. Denn hier werden kleine Leseaufgaben in Vorlesegeschichten integriert und Eltern und Kinder beschäftigen sich gemeinsam mit dem Lesen. Das finde ich wirklich gut. Die Eltern zeigen somit nicht nur Interesse an dem, was das Kind tut, sondern sie bringen sich auch selber mit ein, unterstützen das Kind und beschäftigen sich mit ihm.

Die handelnden Figuren in dem Heft sind Tiere, die vermenschlicht dargestellt werden. Die Bilder sind beinahe zu kindlich, aber sie sprechen Kinder im Grundschulalter durchaus noch an. Hauptfigur ist der Hase Paul, der gemeinsam mit seinen Freunden kleine Abenteuer erlebt. Er gerät in ein Gewitter, er versteckt Ostereier und muss sich selbst auf die Suche nach einer Überraschung machen, er badet in den Ostereierfarben, er führt mit seiner Klasse ein Theaterstück auf und er klettert einfach auf ein Pferd auf einer Wiese.

Abwechselnd zuhören und Aufgaben lösen

Die  Geschichten machen Kindern Spaß, auch wenn sie recht kurz sind, aber sie enthalten einen kleinen Spannungsbogen. Am liebsten würden die Kinder wohl nur die Geschichten hören, aber letztendlich erledigen sie auch die Aufgaben motiviert. Allerdings ist es nicht so einfach bei diesem Konzept eine schöne Vorleseatmosphäre zu schaffen. Nach etwa fünf vorgelesenen Zeilen folgt bereits eine Aufgabe. Soll man dafür etwa immer das gemütliche Sofa verlassen um die Aufgaben, bei denen man unter anderem etwas malen oder schreiben muss, vernünftig an einem Tisch zu erledigen oder liest man direkt am Küchentisch vor? Hm, beides ist irgendwie nicht so optimal. Wir haben es so gemacht, dass Bücherwürmchen die Aufgaben mündlich gelöst hat und ich die Wörter, die er z.B. aus zusammengesetzten Silben gefunden hat, aufgeschrieben habe. Die Aufgabe, bei der man den Kaffeetisch mit den gelesenen Dingen ergänzen soll, hat er dann anschließend am Tisch gelöst. Für Bücherwürmchen geht es in diesem Heft um Geschichten von Paul, zu denen man halt immer wieder Aufgaben lösen soll, aber die Geschichten stehen für ihn im Vordergrund und nicht das Üben und so hatte er auch keine Lust die doppelseitige Übungsecke, die sich an jede Geschichte anschließt, zu bearbeiten. Und da das Heft eine freiwillige Sache zu Hause ist, sollte man Kinder meines Erachtens auch nicht dazu drängen. Wir machen gemeinsam das, was uns Spaß macht und der Rest wird dann entweder zu einem anderen Zeitpunkt gemacht oder eben auch nicht.

Verschiedene Übungen

Die Aufgaben haben meines Erachtens einen recht unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad. Mal muss man nur hören, an welcher Stelle eines Wortes ein bestimmter Laut vorkommt, der Anfangslaut von verschiedenen Dingen soll gehört werden, Silben müssen miteinander verbunden werden und ein fehlender Buchstabe soll gefunden werden. Dafür muss an einer anderen Stelle ein kleiner Text gelesen werden, Wörter in Spiegelschrift müssen entziffert werden, Sätze sollen in die richtige Reihenfolge gebracht werden und in anderen Sätzen ist jeweils ein Wort zu viel, welches gefunden werden soll. Insgesamt sind aber alle Aufgaben gut für Erstklässler im zweiten Halbjahr zu lösen. Die einfacheren Aufgaben auch bereits zu einem früheren Zeitpunkt. Allerdings macht es schon Sinn, wenn die Kinder in der Lage sind alle Aufgaben lösen zu können, da sie ja sicherlich die Geschichten gerne direkt komplett hören möchten. Man wird ja kaum einzelne Aufgaben erst nach mehreren Wochen lösen.

Das Heft beinhaltet als kleines Extra auch Sticker der Hauptfiguren, welche hier jedoch nicht als Belohnung oder ähnliches eingesetzt werden, sondern für die Kinder zur freien Verfügung stehen.

DUDEN: Mit Paul ins Abenteuer Schule – Erstes Lesen; Dein Übungsheft mit Vorlesegeschichten, 1. Klasse, von Annette Weber, illustriert von Antje Hagemann, Dudenverlag, ISBN: 978-3-411-75502-8, 9,99€

Pettersson im Pappbilderbuch suchen

Pettersson und Findus – oh ja, das waren lange Zeit die Lieblingsbuchhelden von uns. In letzter Zeit haben wir allerdings die Bücher von dem kauzigen Alten und seinem Kater Findus weniger in die Hand genommen. Da wirkt es überaus anregend, wenn ein neues Buch von den beiden ins Haus flattert. „Wo ist Pettersson?“ ist zwar nur ein kleines Pappbilderbuch, aber auch dieses Buch hat uns viel Spaß gemacht und uns wieder Lust auf Pettersson und Findus gemacht. Außerdem merkt man auch diesem Buch an, warum Pettersson und Findus so beliebt sind: Es steckt einfach unglaublich viel Humor in diesen Büchern. Der Text besteht in erster Linie aus Dialogen, was den Inhalt sehr lebendig macht. Pettersson und Findus sind Figuren, die man sofort liebgewinnt und zwar sowohl durch den Text als auch durch die Bilder, welche in diesem Buch etwas ruhiger gestaltet sind als in den anderen Bilderbüchern. Es gibt aber natürlich trotzdem noch genug zu entdecken, während es gleichzeitig kleineren Kindern erleichtert wird sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Das Buch ist für Kinder ab zwei Jahren und ich denke auch, dass Kinder ab diesem Alter Spaß an dem Buch und an der Geschichte haben, wobei sie sicherlich nicht jeden Witz verstehen werden. Der Schlagabtausch, den sich Findus mit den Hühnern und den Mucklas liefert, ist recht rasant und für kleinere Kinder sicherlich nur in Teilen verständlich, aber die Grundgeschichte ist gut zu verstehen:

Findus hat für Pettersson ein Bild gemalt, welches er nun Pettersson natürlich schenken möchte, doch der Alte ist nicht zu finden. Findus fragt die Hühner und verschiedene Muckla um Hilfe, die ihm jedoch wenig hilfreiche Antworten geben. Auch die Kühe sind in dieser Hinsicht nicht besser. Am Ende findet Findus Pettersson dann aber doch und dabei stellt sich heraus, dass auch Pettersson nach Findus gesucht hat, denn auch er hat eine Überraschung für den Kater.

Auch größere Kinder haben an dieser Geschichte noch viel Spaß. Sie lachen über die Witze und freuen sich darüber, dass Pettersson Findus so ein tolles Auto gebaut hat.

Insgesamt erzählt das Buch eine schöne runde Geschichte. Es lohnt sich auf jeden Fall die Pettersson und Findus-Sammlung mit diesem Buch zu erweitern.

Wo ist Pettersson? von Sven Nordqvist, übersetzt von Kerstin Behnken, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0496-1, 7,99€

Ein Wimmelbuch für FC Bayern-Fans

Ein Wimmelbuch für Bayern-Fans, na, wenn da nicht das Fußballerherz kleiner Jungs höher schlägt!

In dem Pappbilderbuch „Zu Besuch beim FC Bayern – Mein Wimmelbuch“ gibt es wimmelige Bilder rund um die Allianz Arena und den FC Bayern zu sehen. Dabei schaut man natürlich vor allem in lauter rot-weiß-blaue Fahnen und Schals, die einem hier überall ins Auge fallen.

Hier ein kurzer Überblick über die Doppelseiten: Zunächst tummeln sich die Fans vor der Allianz Arena, dann ziehen die Fußballer ins gefüllte Stadion ein, anschließend fällt im Spiel ein Tor (natürlich für die Bayern), in der Kabine wird die Taktik besprochen und am Ende wird auf dem Marienplatz die Meisterschaft gefeiert: Mia san Meister!

Da mein Sohn gerade die Welt des Fußballs für sich entdeckt und insbesondere den FC Bayern interessant findet, habe ich mich sehr gefreut, als ich dieses Buch entdeckt habe. Leider hat es mich jedoch enttäuscht, denn es ist recht belanglos. Zum einen gibt es auf den Bildern nur wenig zu entdecken und zum anderen ist es nicht sonderlich bayernspezifisch.

Auf der ersten Doppelseite gibt es noch ein paar typische Wimmelbuchszenen zu sehen, z.B. ein Kind, das seinen Luftballon verliert oder zwei Kinder, die Fußball spielen, doch auf den folgenden Seiten gibt es neben der Hauptszene hauptsächlich eine jubelnde Masse. Durch die vielen Menschen auf den Zuschauerrängen oder auf dem Marienplatz sieht es auf den Seiten wimmelig aus, aber es gibt keine witzigen oder interessanten Details zu finden. Nur das Maskottchen Berni hat sich auf jeder Seite versteckt.

Das  Maskottchen, die Allianz-Arena, der Marienplatz sowie die Farben des FC Bayern auf Trikots, Schals und Fahnen zeigen natürlich an um welchen Verein es in diesem Buch geht, aber ansonsten ist dies einfach ein Fußballwimmelbuch. Mir fehlen einfach mehr Details, die zeigen, dass es hier um den FC Bayern München geht. Details, die man als informierter Fan entdecken kann. Selbst die Trikots sind kaum spezifisch gestaltet. Besonders schade finde ich es aber, dass man kaum einen Spieler mit realen Fußballern in Verbindung bringen kann. Bei ein, zwei Spielern würden mir Namen aktueller Bayern-Spieler einfallen, aber der Rest besteht aus anonymen Spielern. Nicht einmal ein dunkelhäutiger Spieler ist dabei. Mir ist klar, dass in jeder Saison andere Spieler bei einem Fußballverein spielen und so die Gefahr bestehen würde, dass das Buch schnell nicht mehr aktuell ist, aber es gibt doch auch genügend Spieler, die man mit diesem Verein in Verbindung bringt. Es muss dann ja auch nicht nur um Spieler aus dem aktuellen Kader gehen, aber gerade für Bayern-Fan wäre es doch schön, wenn man in einem solchen Buch bekannte Gesichter entdecken könnte.

Selbst mein Sohn hat dieses Buch nach anfänglicher Begeisterung kaum noch angeschaut. Schade, hier hätte man deutlich mehr raus machen können.

Zum Besuch beim FC Bayern – Mein Wimmelbuch, illustriert von Klaus Puth, riva Verlag, ISBN: 978-3-7423-0012-6, 14,99€

Der Osterklassiker: Stups, der kleine Osterhase

Spätestens in der Grundschulzeit lernt wohl jedes Kind Stups, den kleinen Osterhasen, aus dem Lied von Rolf Zuckowski kennen. Es ist ein fröhliches, spaßiges Osterlied, welches Kindern seit Jahren viel Freude bereitet. Und vielleicht können sie dieses Jahr den kleinen Osterhasen sogar in ihrem Osternest finden, denn der Coppenrath Verlag hat das Lied in einer ansprechenden Geschenkausgabe herausgebracht. In einer Geschenktüte befinden sich ein kleines Pappbilderbuch und ein munter lachender Stoffhase, Stups eben.

In dem Bilderbuch ist das Osterhasenlied abgedruckt, wobei die einzelnen Strophen herrlich in Bildern dargestellt werden. Die bunten, lebendigen Bilder passen sehr gut zu dem Lied, in dem Stups so viele Missgeschicke passieren. Auf der letzten Doppelseite ist dann noch einmal das komplette Lied mit Noten und Akkorden zu sehen.

Schön ist, dass der Stoffhase genauso wie Stups in dem Bilderbuch gekleidet ist, so dass Kinder ihn auch gut identifizieren können.

Insgesamt wurde hier ein nettes und sehr ansprechendes Oster-Geschenkset zusammengestellt, bei dem einfach alles passt.

Stups, der kleine Osterhase, Geschenkset: Buch mit Plüschfigur von Rolf Zuckowski, illustriert von Julia Ginsbach, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62288-8, 14,95€

Bildergeschichten fördern die Sprachentwicklung

Klasse, so kann man gleichzeitig fördern und Spaß haben: Sortieren und Erzählen, Bildergeschichten Jahreszeiten

Die Schachtel mit den Bildkarten, die zu sieben verschiedenen Geschichten gehören und Ereignisse im Jahresverlauf erzählen, bietet so einiges.

Bilder sortieren und dazu erzählen

Die Bildergeschichten bestehen aus drei bis sechs Bildern. Als erstes bietet es sich also an, die Karten von den Kindern in der richtigen Reihenfolge sortieren zu lassen, wobei Situationen und Abläufe erfasst werden müssen. Anschließend kann die Geschichte anhand der Bilder erzählt werden. Größere Kinder können eventuell auch schon kleine Geschichten dazu schreiben. Hier wird also ganz nebenbei der Wortschatz ausgebaut und die Ausdrucksfähigkeit trainiert.

Zum Erzählen finden begleitende Erwachsene einige Impulsfragen zu den Geschichten in einem beiliegenden Heftchen. Außerdem gibt es hier weitere Spielideen. So können einzelne Bilder den Jahreszeiten zugeordnet werden oder Karten aus verschiedenen Geschichten sollen auseinander sortiert werden.

Auf der Rückseite der Karten sieht man, welche zusammengehören. Karten einer Geschichte sind sowohl mit dem gleichen Titel beschriftet als auch mit den gleichen Symbolen bedruckt. Auf den Karten der Geschichte „Hilfe im Herbststurm“ befinden sich beispielsweise lauter Blätter. Außerdem zeigen Würfelbilder die Reihenfolge der Karten an. Einerseits ist dies eine schöne Möglichkeit der Selbstkontrolle und andererseits gibt es natürlich auch Kinder, die dann nicht mehr selber nachdenken, sondern für das Sortieren schnell und die Karten linsen.

Klare Bilder und Geschichten aus den verschiedenen Jahreszeiten

Die Bilder sind bunt und ansprechend gestaltet. Das Geschehen ist klar erkennbar und steht auf den Bildern deutlich im Vordergrund. Ablenkende Details gibt es so gut wie gar nicht. Aus den gegebenen Bildern lässt sich der Ablauf der Geschichten gut nachvollziehen.

Thematisch kommen verschiedene Ereignisse vor, die man den unterschiedlichen Jahreszeiten zuordnen kann. Im Herbst weht der Wind einen Hut weg und Äpfel werden geerntet, dann kommt der Nikolaus vorbei und im Winter rodeln zwei Kinder mit dem Schlitten den Berg hinab. Im Frühling bauen die Vögel ihre Nester und im Sommer verbringt die ganze Familie einen Tag am See. Außerdem ist einem Jungen so heiß, dass er sich eine Dusche für den Garten baut.

Eigenes Erzählen braucht seine Zeit

Die Karten sind für Kinder äußerst motivierend und sie werden gerne in die Hand genommen. Man sollte allerdings nicht enttäuscht sein, wenn Kinder nach dem Sortieren zunächst keine Lust haben die Geschichte zu erzählen. Bereits beim Sortieren entwickelt sich im Kopf der Kinder die Geschichte, ansonsten wüssten sie nicht, welches Bild auf welches folgt. Und dies finden sie meistens sehr schnell heraus. Manchmal entdecken sie zunächst nicht den Anfang der Geschichte, aber wenn dieses Bild dann am Ende übrig bleibt, wissen sie es an der richtigen Stelle einzuordnen. Man kann anfangs damit anfangen ein paar Dinge auf den Bildern zu benennen und vielleicht selbst eine Geschichte zu erzählen.

Bücherwürmchen fand es toll die Geschichten zusammenzufügen, aber er wollte lieber, dass ich etwas dazu sage. Hm, das fand ich zunächst nicht ganz so gut, aber als wir dann die Karten ein weiteres Mal ausgepackt hatten, sah das Ganze schon etwas anders aus. Die Geschichten, die er bereits kannte, wollte er nun gerne selber erzählen, und das machte er richtig gut und detailliert. Kinder brauchen also manchmal ein wenig Zeit bis sie bereit sind, selber zu erzählen und sie brauchen uns Erwachsene als Vorbilder.

Die Bildergeschichten sind in erster Linie für den Einsatz in Kindergärten und Grundschulen gedacht, aber ich finde, dass man sie auch prima zu Hause einsetzen kann. Es ist richtig schön, wenn das Kind einem auf einmal eine tolle Geschichte erzählt.

Sortieren und Erzählen: Bildergeschichten – Jahreszeiten, Illustrationen Ela Smietanka, Verlag an der Ruhr, ISBN: 978-3-8346-3608-9, 12,99€