Vorlesen mit Erzählschiene: Es klopft bei Wanja in der Nacht

Gestern war das erste Mal wieder Vorlesen im Kindergarten. Passend zur Jahreszeit habe ich den Klassiker „Es klopft bei Wanja in der Nacht“ ausgewählt. Es ist nicht nur eine tolle Geschichte, sondern man kann sie auch auf verschiedenste Art und Weise wunderbar in Gruppen einsetzen. Bei der Vorstellung des Buches auf meinem Blog habe ich zum Beispiel erwähnt, dass ich die Geschichte mal mit einer zweiten Klasse aufgeführt habe.

Beim Vorlesen des Buches im Kindergarten habe ich zum ersten Mal eine Erzählschiene (meine ist von Don Bosco) benutzt und bin richtig begeistert davon.

Meine Erzählschiene ist eine Holzplatte mit drei Rillen, die als Schienen benutzt werden. In die Schienen kann man Pappfiguren rein- und rausschieben. Es gibt aber auch andere Varianten, bei denen jede Schiene ein einzelner Klotz ist und bei denen die Höhe der Schienen variiert.

Für den Einsatz habe ich mir die Figuren aus dem Buch kopiert und auf Pappe geklebt. Außerdem habe ich noch ein Haus ausgeschnitten, damit ich ein wenig Hintergrund habe. Das ist aber nicht unbedingt nötig.

Figuren treten in der Erzählschiene auf und ab

Ich fand, dass die Erzählschiene gut zu dem Buch „Es klopft bei Wanja in der Nacht“ passt, da hier nacheinander verschiedene Figuren auf- und später wieder abtreten. So habe ich das Buch vorgelesen und an den entsprechenden Stellen kamen dann die Figuren dazu und später schob ich sie nach und nach wieder raus:

Der Schneesturm tobt, Wanja ist in seinem Haus. Da klopft es und ein frierender Hase möchte zu ihm hinein. Wanja lässt ihn bei sich übernachten, aber zunächst kommen die beiden nicht zur Ruhe, denn es klopft noch zwei Mal: Auch Fuchs und Bär bitten um Einlass. Alle versprechen sich in dieser Nacht zu vertragen. Am nächsten Morgen bekommt der Hase dann aber doch Angst vor dem Fuchs und verlässt das Haus wieder. Ihm schließt sich der Fuchs an, der weiß, dass der Bär noch eine Rechnung mit ihm offen hat. Schließlich entdeckt der Bär das Gewehr im Haus und verlässt dieses ebenfalls.

Die Geschichte hat eine klare Struktur, die durch die Erzählschiene noch unterstützt wird. Die Kinder haben der Geschichte richtig gut gefolgt und das, obwohl sie bei der Begrüßung und der Einführung der Figuren recht unruhig waren.

Kinder erzählen die Geschichte nach

Nachdem ich die Geschichte mit der Erzählschiene vorgelesen habe, haben wir die Geschichte noch einmal erzählt. Dieses Mal durften die Kinder mir beim Erzählen und beim Bewegen der Figuren helfen. Sie haben sich richtig viele Details gemerkt und hatten natürlich besonders viel Freude daran, die Figuren in die Schiene zu stecken und wieder raus laufen zu lassen. Durch die eigene Handlung an der Erzählschiene und die konkreten Figuren fiel es allen Kindern leicht die Geschichte zu rekonstruieren. Die Erzählschiene ist wirklich super dazu geeignet sowohl eine Geschichte vorzulesen und dabei mit Figuren darzustellen als auch um das eigene Erzählen von Geschichten zu üben. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, sie im Grundschulunterricht einzusetzen.

Es klopft bei Wanja in der Nacht von Tilde Michels und Reinhard Michl, Ellermann Verlag, ISBN: 978-3-7707-5737-4, 12€

 

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Vorlesen mit dem Kamishibai: Nikolaus

Am 5. Dezember, einen Tag vor Nikolaus, hatte ich im Kindergarten vorgelesen. Da bot es sich natürlich an, eine Nikolausgeschichte vorzulesen.

So ganz einfach fand ich es aber gar nicht eine zu finden. Ich habe dann einerseits mein Kamishibai mit dem Erzählkartensatz „Nikolaus – Mit dem Erzähltheater durch das Kirchenjahr“ genutzt und andererseits habe ich eine Geschichte vom heiligen Nikolaus aus dem Buch „Leuchte, kleiner Weihnachtsstern“ vorgelesen. Beides habe ich miteinander kombiniert. Zunächst hat uns das erste Bild auf das Thema der Vorlesegeschichte gebracht. Die Kinder konnten es dann auch während des Vorlesens sehen, was ganz hilfreich war, da es sich um eine Vorlesegeschichte und nicht um ein Bilderbuch mit vielen Bildern handelte. Das ist in der Gruppe nicht immer ganz einfach, aber mit dem Bild im Kamishibai ging es ganz gut. Zwischendurch habe ich dann noch auf das zweite Bild gewechselt, welches Sankt Nikolaus am Hafen zeigt, denn dieses Bild passte auch zu der vorgelesenen Geschichte.

Im Anschluss an die Geschichte haben wir uns dann noch einige der weiteren Bilder des Kartensets angeschaut und darüber gesprochen, was zum heiligen Nikolaus dazugehört und wie wir heute den Nikolaustag feiern. In den Anmerkungen zu den Bildern des Kamishibais wird darauf hingewiesen, dass heute nicht der echte Nikolaus zu den Kindern kommt, sondern jemand der sich als Nikolaus verkleidet. Das ist natürlich richtig so, aber ich finde es nicht gut, wenn den Kindern so etwas im Kindergarten erzählt wird. Viele Kinder glauben ja doch, dass es sich um den echten Nikolaus handelt und meines Erachtens steht es dem Kindergarten nicht zu, ihnen diesen Glauben zu nehmen.

Eigene Kartenauswahl beim Kamishibai

Das Bild mit den aufgehängten Socken habe ich nicht verwendet, da dies bei vielen Kindern nicht mehr so üblich ist und stattdessen die Stiefel vor die Tür gestellt werden. Aber das ist ja das Schöne am Kamishibai. Man sucht sich vorher die Karten aus, die man nutzen möchte und lässt die anderen einfach weg. Auch die Anmerkungen kann man nur als eigene Hintergrundinformationen zur Hilfe nehmen oder man liest sie den Kindern vor. Gerade bei den Nikolauskarten bietet es sich aber an, über die Bilder mit den Kindern ins Gespräch zu kommen.

Als letztes haben wir uns das Bild angeschaut, auf dem die Kinder, dem Nikolaus etwas vortragen. Ich habe es zum Anlass genommen mit den Kindern die Vorlesestunde mit „Lasst uns froh und munter sein“ abzuschließen.

Ein Thema mit dem Kamishibai erarbeiten

Hier ist nun das Kamishibai auf eine ganz andere Art und Weise als bei der kleinen Schusselhexe zum Einsatz gekommen. Bei der kleinen Schusselhexe wurde eine Bilderbuchgeschichte erzählt, während hier die Kinder ein Fest im Jahreslauf kennen lernen. Anhand der Bilder bearbeitet man das Thema, kommt ins Erzählen und gibt den Kindern Informationen. Alle Kinder können das Bild gut sehen, so dass sie sich gut ins Gespräch einbringen können. Auch diese Art des Einsatzes gefällt mir gut.

Die Bilder sind hier sehr gut erkennbar. Es gibt nicht viel drum herum und das, worum es geht, steht klar im Mittelpunkt. Man könnte sie fast als etwas nüchtern beschreiben, aber zur Bearbeitung des Themas eignen sie sich durchaus sehr gut. Insbesondere das erste Bild, auf dem der Nikolaus durch den Schnee kommt, lässt aber auch eine adventliche Atmosphäre aufkommen.

Vorbereitung ist wichtig

Leider muss ich zugeben, dass ich mich ausnahmsweise mal nicht so gut auf die Vorlesestunde vorbereitet hatte, was man dann doch schnell merkt. Klar, ich habe eine Vorlesestunde auf die Reihe bekommen und die Kinder hatten auch viel Spaß, aber ich hatte zum Beispiel meine Geschichtenwolke vergessen und unserem Leseelch habe ich, ohne es zu merken einen anderen Namen gegeben. Er hieß nun auf einmal Lasse statt Lars… Hm, mal schauen, wie ich das alles wieder zurecht biege, aber ich habe daraus gelernt, dass es doch wichtig ist, sich auf das Vorlesen vernünftig vorzubereiten.

Kamishibai: Nikolaus – Mit dem Erzähltheater durch das Kirchenjahr, illustriert von Gertraud Funke, Text von Esther Hebert und Gesa Rensmann, Don Bosco Medien GmbH, 14,95€

Leuchte, kleiner Weihnachtsstern – 24 Geschichten und Gedichte mit Bildern von Markus Zöller, herausgegeben von Britta Kudla, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-61531-6, 16,95€

Vorlesen: Yeti Pleki Plek

So langsam hat sich das Vorlesen im Kindergarten etabliert. Die Kinder schauen immer schon, ob ich meinen Vorleseschal trage oder aber fragen mich, wann ich denn endlich wieder lesen komme.  Auch wenn ich nachmittags mit meinen Kindern unterwegs bin und ein Vorlesekind treffe, kommt es nun freudig auf mich zu. Das ist natürlich sehr schön. Und auch während des Vorlesens merke ich, dass sich die Rituale jetzt schon gut gefestigt haben und die Kinder die Lieder richtig mitsingen können.

Dieses Mal war wieder der Lese-Elch Lars dabei. Einige Kinder wussten noch, was er gerne zum Vorlesen haben wollte und so haben wir es ihm erst einmal auf einem Kissen gemütlich gemacht und ein Kind durfte das LED-Teelicht anmachen. Dann ging es mit unserem Lied los.

Was macht ihr gerne im Schnee?

Anschließend haben wir uns ein wenig über das Wetter unterhalten. Wie ist es gerade? Kalt und ungemütlich. Und was kam am Wochenende schon ein bisschen herunter? Schnee! Nun durften die Kinder erzählen, was sie gerne im Schnee machen. Außerdem hatten wir ja schon festgestellt, dass es dann kalt ist und so haben wir ein kleines Sprachspiel gemacht: „Ich wand’re durch den Winterwald“ (aus „Und vorne geht der Elefant“). Dabei läuft man im Sprechrhythmus durch den Raum und wärmt verschiedene Körperteile auf unterschiedliche Art und Weise: Mit den Händen klatscht man, mit den Füßen stampft man etc.

Yeti Pleki Plek

Auch in dem Buch, welches ich vorgelesen habe, kommt ein Winterwald vor. Das Buch heißt „Yeti Pleki Plek“. Eine ausführliche Rezension zu dem Buch findet ihr HIER.

Es ist eine Wintergeschichte mit einer Yetibegegnung. Da ich wusste, dass manche Kinder Bücher schnell gruselig finden, habe ich die Kinder direkt mal das Gesicht des Yetis betrachten lassen. Wie sieht der aus? Was meint ihr, ist der nett oder böse? Und so war den Kindern sofort klar, dass es sich um einen freundlichen Yeti handelt.

Lied zum Aufwärmen

Im Anschluss an die Geschichte haben wir noch mal etwas zum Aufwärmen gemacht. Dieses Mal haben wir zu einem Lied geklatscht, gehüpft, die Hände gerieben und einiges mehr: „Manchmal wenn es kalt ist und ich frier, klatsch ich in die Hände, eins, zwei, drei und vier.“ Im Laufe des Liedes wird das bereits gesungene immer wieder wiederholt und eine weitere Aktivität angehängt. Danach war uns dann allen warm und wir haben noch unser Abschlusslied gesungen.

Kinder hören unterschiedlich zu

Es war insgesamt eine recht kurze Vorlesestunde, aber für manche Kinder reicht das auch schon aus. Ich halte die Vorlesestunde ja immer zwei Mal nacheinander ab und interessanterweise sind die Gruppen ganz unterschiedlich. Eine Gruppe ist deutlich unruhiger als die andere. Die erste Gruppe kann sich an weniger der vorangegangenen Stunden erinnern und den Kindern der zweiten Gruppe fällt es auch leichter auf Fragen richtig zu antworten. Vielleicht liegt es auch ein bisschen daran, dass ich natürlich manche Unstimmigkeiten direkt anders mache, aber dennoch hören die Kinder ganz anders zu.

Beim nächsten Vorlesen hat bereits die Adventszeit begonnen. Mal schauen, was ich mir da schönes zum Lesen aussuchen werde.

Yeti Pleki Plek von Eva Susso und Benjamin Chaud, aus dem Schwedischen übersetzt von Karl-Axel Daude, Bohem Verlag, ISBN: 978-3-95939-019-4, 14,95€

Und vorne geht der Elefant – 101 Mitmachideen für die Sprachbildung in Krippe, Kindergarten, Tagespflege, Praxis und Elternhaus von Elisabeth Schmitz, ISBN: 978-3-00-050565-2

 

Vorlesen: Ballula Kugelfee

Nach den Herbstferien ging es nun heute mit dem Vorlesen weiter.

Lese-Elch Lars

Wir haben gerade unser Lied gesungen, da wurden wir auch schon gestört. Der Elch Lars aus Schweden hat sich eingemischt, denn er fand es unerhört, dass wir ohne ihn angefangen haben. JA, er ist ein richtiger Bücherwurm und hat Wind von der Vorleseaktion bekommen. Da musste er natürlich mitkommen. Und dass, obwohl er kein Wort Deutsch versteht! Aber er meint, vielleicht lernt er das ja bei schönen Geschichten. Er ist außerdem ganz schön anspruchsvoll: Er möchte beim Vorlesen gemütlich auf einem Kissen sitzen und am liebsten säße er sogar an einem Lagerfeuer. Na, das geht im Kindergarten ja nun wirklich nicht. Wir haben ihm dann ein LED-Licht in einem Windlicht angemacht und es ihm auf einem Kissen zwischen den Kindern bequem gemacht.

Wenn er uns beim nächsten Mal wieder besucht, haben wir wieder etwas, womit wir uns auf die Vorlesestunde gemeinsam vorbereiten: Lars braucht seinen gemütlichen Platz und das Lichtlein muss flackern.

So, nun konnten wir endlich in Ruhe unser Lied singen.

Ballula Kugelfee und andere runde Dinge

Anschließend habe ich einen kleinen Ball hochgehalten und die Kinder gefragt, was noch alles rund ist: Eiskugeln, Äpfel, Kirschen und der Mond!

Heute kam dann das Buch „Ballula Kugelfee“ auf unsere Wolke und schwebte ins Reich der Geschichten.

Beim Vorlesen fielen den Kindern noch weitere runde Sachen ein, über die sie dann auch immer berichten mussten.

Ich war sehr gespannt, wie dieses Buch bei den Kindern ankommt, da es ja kein „Jungsthema“ ist (wobei ich die Unterscheidung sowieso nicht mag!). Die Kinder haben sich nicht dazu geäußert, wie ihnen das Buch gefallen hat, aber ich habe erstaunlicherweise keinen einzigen Ton der Ablehnung von den Jungs gehört. Das kommt sicher daher, dass diese Fee nicht mit so viel Glitzer daher kommt, wie sie es Feen sonst oft zu tun pflegen.

Spannend fanden die Kinder die runde Erde, die das Zuhause von uns allen ist. Außerdem musste sie alle schmunzeln, als ich gesagt habe, dass sie alle die allerbeste kugelrunde Sache haben: Einen Kopf mit vielen tollen Ideen!

Bastelaktion

Bei dem Buch hätte man auch über das Thema Mobbing, gesunde Ernährung und vieles andere sprechen können. Für mich stechen aber die ganzen Kugeln in dem Text hervor und ich habe mir überlegt, dass jedes Kind eine „Kugel“ (bzw. einen Kreis) bunt gestalten darf.

Erster Versuch die Kreise zu gestalten

Ich habe für solche Aktionen nicht viel Zeit und so musste ich mir gut überlegen, wie ich die Kreise gestalten lassen. Eigentlich wollte ich die Kinder nur bunte Formen aufkleben lassen. Dafür habe ich ganze Bögen mit Etiketten mit Wasserfarbe angemalt (etwas Glitzer drauf getan) und zerschnitten. Die Schnipsel habe ich dann hinten noch mit einem Cuttermesser eingeritzt, damit sich die Folie leichter lösen lässt. Dennoch habe ich letztendlich befunden, dass das abknibbeln der „Aufkleber“ für die Kinder zu schwierig ist und ich dabei zu viel helfen müsste. Wir haben sie dann zu Hause verwendet, wobei meine Jungs große Freude am Bekleben der Kreise hatten. Für den Kindergarten habe ich dann einfach bunte Stifte und ein paar Aufkleber (Punkte, Blumen, Sterne) mitgenommen.

Kreise der Kinder

Die Kinder hatten großen Spaß daran ihren Kreis zu gestalten und hätten ihn am liebsten direkt mit nach Hause genommen. Ich werde sie aber als eine Art Mobilé dem Kindergarten geben. Vielleicht werden sie dort ja aufgehangen und erinnern die Kinder an die runde Geschichte von Ballula Kugelfee.

Zum Abschluss haben wir dann noch unser Abschlusslied gesungen und von nun an werde ich regelmäßig alle 2 Wochen vorlesen. In den letzten Wochen musste das durch Ferien und Feiertage immer ein bisschen geschoben werden, aber jetzt sind wir im Rhythmus drin.

Ballula Kugelfee von Asja Bonitz und Mele Brink, Edition Pastorplatz, ISBN: 978-3-943833-16-4, 14,50€

Vorlesen: Die kleine Schusselhexe

Ich habe mich dazu entschieden, den Kindern im Kindergarten „Die kleine Schusselhexe“ vorzulesen, denn dieses Buch ist witzig und kam auch bei meinem Bücherwürmchen sehr gut an. Allerdings habe ich mich nur in Kombination mit dem Kamishibai für dieses Buch entschieden.

Kennt ihr das Kamishibai? Es ist ein Erzähltheater aus Holz, in dem man die Bilder im DIN A3-Format präsentieren kann. Ich fand es für diese Geschichte sehr geeignet, denn die reine Vorlesezeit des Bilderbuches beträgt etwa 10 Minuten. Das ist wirklich die äußere Grenze bei einer Gruppe mit ca. 10 Kindern. Ich war auch ein wenig unsicher, ob es klappen würde, aber es ging so gerade.

Einstieg mit Lied

Nach unserem Eingangslied haben wir noch ein weiteres Lied gesungen, welches die Kinder bereits aus dem Kindergarten kennen und zwar das Lied vom Zauberer Schrappelschrut. Bei dem Lied darf ein Kind, welches den Zauberer verkörpert, ein anderes Kind in ein Tier verzaubern: Schrippel Schrappel Huckebein, du sollst eine Katze sein! Das klappte natürlich prima und lauter verschiedene Tiere liefen durch den Raum.

Nun sollten die Kinder aber eine Hexe kennen lernen, bei der das mit dem Zaubern nicht immer so gut klappt: Die kleine Schusselhexe.

Vorlesen mit Kamishibai

Wir ließen das Buch mit der Wolke in das Reich der Geschichten empor steigen und alle Kinder riefen gemeinsam „Theater, öffne dich!“ Ich habe das Kamishibai geöffnet und den Kindern die Geschichte vorgelesen. Beim Lesen konnten die Kinder die Geschichte prima auf den Bildern im Erzähltheater sehen und dabei das Gelesene entdecken. Das war auch wirklich gut so, denn ich merkte schon, dass die Kinder nach einer Weile leicht unruhig wurden, etwas trinken wollten, ihr Kleid mit dem Kleid der Nachbarin verglichen etc. Mit kleinen Fragen zu Bildern und Geschichte konnte ich sie immer wieder zurück holen, aber länger hätte die Geschichte nicht sein dürfen.

Reime ergänzen

Die kleine Schusselhexe setzt am Ende ihrer Zaubersprüche immer ein falsches Wort ein. Dabei müsste sie eigentlich nur richtig reimen um das Gewünschte zu hexen. Diesen Punkt aus dem Buch habe ich aufgegriffen: Ich habe den Kindern Sätze vorgelesen, die mit einem Reim ergänzt werden sollen. Das haben die Kinder insgesamt prima hinbekommen.

Zum Abschluss haben wir dann noch unser Abschlusslied gesungen.

Es war wieder einmal eine schöne Vorlesestunde, in der ich das erste Mal mein Kamishibai ausprobieren konnte. Ich würde sagen, es kam gut an und wird sicherlich noch öfter eingesetzt werden!

 

Die kleine Schusselhexe als Bilderbuch, von Anu Stohner und Henrike Wilson, Hanser Verlag, ISBN: 978-3-446-24161-9, 14€

Die kleine Schusselhexe – Bilderbuchgeschichten für unser Erzähltheater, Anu Stohner und Henrike Wilson, Don Bosco, 14,95€

Vorlesen: Paule Pinguin allein am Pol

Wie bereits angekündigt, möchte ich euch nun von der Vorlesestunde mit dem Buch „Paule Pinguin allein am Pol“ erzählen.

Bei unserem Eingangslied singen mittlerweile immer mehr Kinder mit. Das ist richtig schön.

Malen – Lesen – Malen

Anschließend habe ich ein schwarzes Blatt Papier auf den Tisch gelegt und angefangen darauf mit einem weißen Stift zu malen: Regen, ein durchgestrichenes Brötchen, einen Handschuh

Manchmal hat man schlechte Laune. Es nervt, wenn es regnet, Handschuhe anziehen kann ganz schön blöd sein und es kann einen auch ärgern, wenn es zum Frühstück keine Brötchen, sondern nur Toast gibt.

Was macht den Kindern schlechte Laune? Worüber ärgern sie sich? Schnee im Auge, frühes aufstehen, ins Bett gehen, aufräumen, wenn Matsche und Regen an die Hose spritzt – das alles durfte ebenfalls aufgemalt werden.

Dann habe ich den Kindern einen Duplo-Pinguin vorgestellt: Paule, der richtig schlechte Laune hat. Von dem handelt heute unser Buch, welches ich nun auf die Wolke gelegt habe. Die Kinder haben wieder ordentlich gepustet, damit sich die Wolke mit dem Buch erheben konnte und nachdem der Gong ausgeklungen war, habe ich mit dem Vorlesen begonnen.

Die Kinder hatten viel Spaß. Sie mussten über Paules Gejammer richtig lachen.

Im Anschluss an das Buch durften die Kinder auf einem großen hellen Papier in bunten Farben aufmalen, was das Leben schön macht und worüber sie sich freuen. Dabei entstanden ganz viele Sonnen, aber sie haben auch schöne Kleider, Eis, Rutschen und Schaukeln sowie Blumen aufgemalt.

Abschlusslied

Zum Abschluss habe ich dann heute noch ein Abschlusslied eingeführt. Es ist ein Abschiedslied, welches ich noch aus meiner eigenen Kindheit (von der musikalischen Früherziehung?) kenne und dessen Text ich ganz leicht abgeändert habe:

 

Fertig, fertig, Schluss und aus (dazu haben wir geklatscht)

Alle geh’n wir jetzt hier raus (auf die Tür zeigen)

Viel gibt’s noch zu lesen (wir tun so als würden wir in einem Buch lesen), werdet ihr schon seh’n (eine Hand über die Augen halten und sich umblicken)

Darum soll’s am Dienstag weiter geh’n.

 

Und so ist es auch, morgen, am Dienstag, wird es die nächste Vorlesestunde im Kindergarten geben.

 

Paule Pinguin allein am Pol von Jory John und Lane Smith, übersetzt von Andreas Steinhöfel, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-51854-5, 14,99€

Vorlesen: So müde und hellwach

Auch die zweite Vorlesestunde im Kindergarten war wieder sehr schön. Wir haben mit dem Vorlese-Lied begonnen, welches die Kinder ja nun schon ein wenig kannten (siehe HIER).

Tiere spielen eine Rolle in dem Buch

Dann habe ich ihnen meine geheime Kiste präsentiert. Verschiedene Kinder durften mal hineingreifen und ein Tier herausholen, welches wir dann gemeinsam benannt haben. Den Pelikan kannten die meisten Kinder nämlich nicht. Als wir dann alle Tiere vor uns stehen hatten, durfte sich jeweils ein Kind passend zum Tier bewegen, während die anderen es mit Lautmalerei unterstützen. Hier habe ich bereits etwas aus dem Buch übernommen: Die Robbe (im Buch ist es ein Seebär) wird mit „Pitsch Patsch“ begleitet, der Esel mit „Trapp trapp trapp“ und der Igel mit „Tip Tip Tip“.

Kinder haben aktiv zugehört

Anschließend habe ich den Kindern das Buch „So müde und hellwach“ gezeigt, in dem alle Tiere vorkommen. Ich habe die Tiere dabei noch schnell so aufgestellt, wie sie in der Geschichte immer wieder aufgezählt werden, so dass die Kinder beim Vorlesen alles gut nachvollziehen und sich bereits überlegen konnten, wie die Geschichte wohl weiter geht.

Nun mussten die Kinder noch einmal aktiv werden: Die Wolke mit dem Buch sollte schließlich mit uns ins Reich der Geschichten fliegen. Alle haben kräftig mitgepustet.

Als dann der Ton der Klangschale nicht mehr zu hören war und alle ruhig da saßen, habe ich mit dem Vorlesen des Buches begonnen.

Eine ausführliche Rezension zu dem Buch findet ihr HIER.

Die Kinder hatten jedenfalls viel Spaß an dem Buch und eine Gruppe hat auch direkt die Lautmalerei, die sie ja von den Tierbewegungen her kannten, mitgesprochen.

Spiel zum Abschluss

Da es bei dem Buch ums Einschlafen geht, haben wir noch ein passendes Spiel gespielt, welches den Kindern aus dem Kindergarten bekannt ist: Schlafkönig. Kennt ihr es auch? Alle müssen sich dazu auf den Boden legen und ganz still liegen. Wer sich bewegt, scheidet aus. Wer als letztes noch im Kreis liegt, ist Schlafkönig.

Demnächst werde ich dann noch ein Abschlusslied einführen, denn sonst endet das Ganze etwas zu abrupt.

So müde und hellwach von Susanne Straßer, Peter Hammer Verlag, ISBN: 978-3-7795-0564-8, 14,90€

Vorlesen: Kamfu mir helfen?

Letzte Woche ging es nun endlich los mit dem regelmäßigen Vorlesen im Kindergarten. Ich freue mich so!

Äußere Rahmenbedingungen

Mit der sehr netten und offenen Leitung des Kindergartens habe ich abgesprochen, dass ich alle zwei  Wochen den Vier- bis Fünfjährigen vorlese. Damit es bei maximal zehn Kindern bleibt, lese ich zwei Gruppen nacheinander vor. Auch die äußeren Rahmenbedingungen stimmen: Ich kann in einem ruhigen Raum vorlesen, in dem die Kinder auf Stühlen sitzend im Halbkreis vor mir sitzen. So hat jeder seinen eigenen Platz und rutscht nicht herum. Alle haben einen guten Blick auf mich, aber niemand kann vor den anderen Kindern schon mit ins Buch und in die Bilder gucken. Grundsätzlich mache ich es so, dass ich zunächst eine Doppelseite vorlese und dann den Kindern in Ruhe das Bild zeige. Irgendwann sollen dann auch mal das Kamishibai und die Erzählschiene zu Einsatz kommen, aber zunächst möchte ich mit „normalen“ Büchern beginnen.

Rituale

Wichtig ist mir, dass ich von Anfang an Rituale und Wiedererkennungsmerkmale schaffe. Deshalb habe ich einige Dinge mitgenommen: Immer wenn ich zum Vorlesen im Kindergarten bin, trage ich meinen „Vorleseschal“, einfach ein roter Schal mit Nilpferden drauf. So können die Kinder, wenn sie mich sehen, gleich erkennen, ob ich nur meinen Sohn bringe oder ob ich zum Vorlesen da bin. Außerdem sind meine Geschichtenwolke und meine Klangschale mit dabei. Später soll auch noch ein Kuscheltier hinzukommen, welches den Geschichten lauschen möchte, doch das möchte ich erst in der übernächsten Stunde einführen um die Kinder nicht direkt mir zu viel Neuem zu überfallen.

Die 1. Vorlesestunde

Gerne möchte ich euch nun meine Vorlesestunde kurz vorstellen. Vielleicht findet der eine oder andere Vorleser hier ja noch ein paar Anregungen.

Start mit einem Lied

Begonnen habe ich mit einem selbstgedichteten Lied zu der Melodie von „Hejo, spann den Wagen an“:

Hey-ho, heut‘ wird vorgelesen

Von Räubern, Hexen und andren spann’den Wesen.

Hört neue Geschichten, hört neue Geschichten.

Mit diesem kleinen Lied möchte ich gerne jede Vorlesestunde beginnen.

Eingepacktes, geheimnisvolles Buch

Auf dem Tisch vor mir konnten die Kinder bereits meine kuschelige Geschichtenwolke sehen, die uns mit in das Reich der Geschichten nehmen möchte. Allerdings konnten die Kinder noch nicht sehen, um welches Buch es gehen sollte, denn dieses hatte ich in Packpapier eingepackt – übrigens eine Idee aus dem Vorleseseminar in Münster-Hiltrup. Die Kinder durften Tipps abgeben, worum es gehen könnte. Immer näher sind sie der Lösung gekommen: Es geht um einen Elefanten. Nun sollten die Kinder mir erzählen, was den so zu einem Elefanten gehört. Ich habe alles, so wie die Kinder es genannt haben, aufgemalt – bis wir das Bild eines Elefanten hatten. Aber ob der Elefant im Buch genauso aussieht? Jetzt durfte das Buch von einem Kind ausgepackt werden: „Kamfu mir helfen?

Das Buch: „Kamfu mir helfen?“

In dem Buch läuft der Elefant im schnellen Lauf gegen eine Mauer und, oje, der Rüssel ist infolgedessen ganz krumm und der Elefant bekommt gar keine richtigen Töne mehr heraus. Er fragt nun andere Tiere, die auch einen Rüssel besitzen, um Rat. Der Ameisenbär schlägt vor den Rüssel zu kühlen und das Schwein rülpst gemeinsam mit dem Elefanten um den Rüssel wieder gerade zu bekommen. Doch beide Tipps helfen nicht. Dann kommt eine kleine Fliege, die sich das Ganze von Innen anschauen möchte. Sie fliegt in den Rüssel hinein. Das kitzelt den Elefanten so sehr, dass er mit großem Schwung niest. Die Fliege saust heraus und landet unsanft auf dem Boden. Aber das ist noch nicht das Schlimmste: Ihr Rüssel ist nun verknickt! Dafür ist der Elefant sein Problem wieder los.

Ein herrliches Buch! Der Text ist gereimt und voller Schwung und auch die Bilder sind humorvoll und voller Leben. Zwar dominieren die Figuren die Bilder, aber es gibt dennoch das eine oder andere interessante Detail zu entdecken. Außerdem haben die Kinder schon viel Spaß an der verknickten Form des Rüssels oder an den Gegenständen die sie im Inneren des Rüssels entdecken können.

Gerade zum Beginn dieser Vorlesestunden ist ein heiteres, fröhliches Buch gut geeignet. Die Kinder gehen mit, lachen und haben Spaß an der Geschichte. Die Reime helfen einem beim rhythmischen Vorlesen und die Stimme muss man auch nicht allzu sehr verstellen. Beim Schwein kann man mal das eine oder andere „Nöff“ mit unter bringen und der Elefant fällt alleine durch die veränderten Wörter auf: „Ich bin gefpolpert, hingeflogen und hab den Rüffel mir verbogen“. Das kann man dann noch durch das Zuhalten der Nase unterstützen.

Ins Reich der Geschichten fliegen

Bevor ich das Buch vorgelesen habe, habe ich es auf die Geschichtenwolke gelegt. Nun mussten alle Kinder mir helfen, damit wir gemeinsam losfliegen können. Alle Kinder haben gepustet und ich habe dazu folgendes gesagt: „Wolke, flieg, flieg, flieg. Nimm uns mit ins Reich der Geschichten. Flieg, flieg, flieg!“ Anschließend habe ich gegen meine Klangschale geschlagen und wir haben gelauscht, bis der letzte Ton verklungen ist. Das war für mich das Zeichen mit dem Buch loszulegen.

Abschlusslied

Im Anschluss ans Lesen haben wir dann noch ein passendes Lied gesungen, welches manche Kinder auch schon kannten: „Was müssen das für Bäume sein“. Aber auch die Kinder, die das Lied noch nicht kannten, konnten prima mitmachen, da man zu dem Lied Bewegungen machen kann.

Diese erste Vorlesestunde war relativ kurz, gut 20 Minuten insgesamt. Aber sie war ein guter Einstieg. Die Kinder waren ruhig, haben prima mitgemacht und ich hatte das Gefühl, dass es  ihnen gut gefallen hat. Ich bin gespannt, wie die nächsten Stunden werden, wenn wir uns ein bisschen besser kennen.

Kamfu mir helfen? von Dirk Schmidt und Barbara Schmidt, Kunstmann Verlag, ISBN: 978-3-88897-568-4, 14,90€

 

Rezension: Die schönsten Geschichten zum Vorlesen

Heute stelle ich euch mal ein älteres Buch vor, welches sich aber ganz aktuell in unserem Bücherregal befindet. Es ist auch kein „uraltes“ Buch, sondern etwa zehn Jahre, aber das ist bei Kinderbüchern ja leider schon alt und es ist nicht selbstverständlich, dass es dieses Buch auch heute noch gibt, was aber hier zum Glück der Fall ist.

In dem Buch „Die schönsten Geschichten zum Vorlesen“ befinden sich insgesamt 31 Geschichten, die in die Kategorien „Abenteuerliches & Wagemutiges„, „Vergnügliches & Heiteres„, „Dicke Freunde & freche Geschwister„, „Vierbeiner & Tierfreunde“ sowie „Traumreisen & Märchenwelten“ eingeteilt sind. Die Spannweite der Geschichten ist sehr groß: Einerseits finden sich hier sehr bekannte, alte Geschichten, wie z.B. „Der kleine Häwelmann“ oder ein Auszug aus dem Buch „Nils Holgersson“ und andererseits lassen sich hier auch weniger bekannte Geschichten von berühmten Kinderbuchautoren entdecken, wie z.B. das Märchen „Die Puppe Mirabell“ von Astrid Lindgren. Insgesamt werden in dem Buch viele Geschichten bekannter und guter Kinderbuchautoren zusammengefasst. So sind z.B. Kirsten Boie, Mirjam Pressler, Paul Maar, Klaus Kordon, Cornelia Funke, Janosch, Peter Härtling und einige andere mit mindestens einer Geschichte in dem Buch vertreten.

Alltägliches, Märchenhaftes und ganz viel Fantasie

Die ausgewählten Geschichten sind ausnahmslos sehr schön. Sie zeigen verschiedene Seiten des Lebens auf und werden Kinder bei der Bewältigung ihres Alltags stärken können. Ebenfalls schön ist es, dass in dem Buch sowohl Geschichten aus dem Alltag als auch märchenhafte und fantasiereiche Geschichten Platz gefunden haben:

In einigen Geschichten wird gespielt, Ängste werden überwunden und die Ferien bei den Großeltern  halten die ein oder andere Überraschung bereit. Der Franz hat Probleme, weil er wie ein Mädchen aussieht, bei Leoni erwachen die Waschlappen zu Leben, Tim sieht mit seiner weißen Haut und den roten Haaren ganz anders aus als die Kinder in Kairo, wo er neuerdings lebt und die große Schwester scheitert beim Erzählen eines Märchens. Während das Pony Sarotti durch den Direktor, der kein Gefühl für das Pony hat, dressiert wird, lernt Dr. Dolittle mit Hilfe des Papageien die Sprache der Tiere zu verstehen. Ben lernt ein Staubmonster kennen, das für ihn überhaupt nicht gefährlich ist, und der kleine Josa bekommt von einem Vogel eine Zauberfiedel geschenkt, mit der er die ganze Welt verzaubern kann.

Farbenfroh illustriert

Die bunten Bilder in dem Buch stammen alle von Dagmar Henze, so dass es keine verschiedenen Zeichenstile in dem Buch gibt und auf diese Weise eine gewisse Ruhe und ein roter Faden in das Buch kommt. Die wenig detailreichen, farbenfrohen Bilder lockern den Text gut auf und stehen immer im engen Zusammenhang mit dem Geschehen in der Geschichte, so dass die Bilder den Text gut unterstützen. Bei den Geschichten, zu denen man bereits Bilder kennt und somit die Geschichten und die darin vorkommenden Figuren auch mit gewissen Bildern verbindet, sind die Illustrationen teilweise etwas verwirrend und man wird ihnen zunächst eher mit Ablehnung begegnen und sich die altbekannten Bilder wünschen. Insgesamt kann man jedoch von einer gelungenen Illustration sprechen.

Insgesamt ist das Buch „Die schönsten Geschichten zum Vorlesen“ für Kinder ab 4 Jahren und ihre Eltern zu empfehlen. Und auch wenn es bereits im Titel heißt, dass sich die Geschichten zum Vorlesen eignen, so können viele der Geschichten auch ebenso gut von Grundschulkindern selbst gelesen werden.

Ein schönes Buch – nicht nur vom Inhalt, sondern auch durch die Ausstattung mit Leinenrücken und Lesebändchen.

Die schönsten Geschichten zum Vorlesen herausgegeben von Corinna Küpper, illustriert von Dagmar Henze, Ellermann, ISBN: 978-3-7707-2464-2, 16,90€

 

 

 

Osterhasen-Geburtstag

Es ist zwar schon eine Weile her, aber dennoch möchte ich euch gerne noch etwas von Bücherwürmchens Geburtstag erzählen. Das Motto der Feier war „Osterhasen“ – so wie es sich das Bücherwürmchen gewünscht hat. An sich hat es vielleicht nichts direkt mit Büchern oder Geschichten zu tun, aber ich habe den Kindern auch ein Buch vorgelesen, denn ich habe erlebt wie toll Kinder Vorlesestunden in Büchereien oder ähnlichem finden und mir gedacht, dass so etwas auch auf einem Kindergeburtstag seinen Platz hat. Außerdem kann man bei Themengeburtstagen auch immer gute Ideen für kleine Aktivitäten beim Vorlesen entsprechender Bücher finden.

Als Einladung haben wir natürlich Häschen ausgeschnitten. Die Deko war dieses Mal überhaupt kein Problem. Wir hatten ja alles schon von Ostern. Als Kuchen gab es dann einmal den Butterkeks-Kuchen mit Eier- und Hasen-Verzierung sowie ein Rührteig-Kuchen in Form eines bunten Ostereis.

     

Kleine Vorlesestunde

Während der Papa dann die Eier und ein kleines Oster-Pixibuch im Garten versteckte, habe ich es mir mit den Kindern zum Lesen gemütlich gemacht. Gestartet haben wir mit einem kleinen Lied (Idee vom Vorleseseminar):

Hey ho, heut‘ wird vorgelesen, von Hasenkindern und andren spannenden Wesen, hört neue Geschichten, hört neue Geschichten! (nach der Melodie: Hejo, spann den Wagen an)

Dann habe ich den Kindern ein verpacktes Buch gezeigt. Hm, worum geht es in dem Buch wohl? Ein paar Hinweise werden uns die Gegenstände aus dem Beutel geben. Einzelne Kinder durften nacheinander jeweils eine Sache heraus holen: Eine Tafel, ein Schultisch, einen Schulranzen, einen Fuchs und ein Häschen. Ui, ein Fuchs und ein Häschen, ob das wohl gut ausgeht? Und was sollen wohl die ganzen Schulsachen? Das Geburtstagskind durfte dann das Buch auspacken. Es war natürlich „Die Häschenschule“. Mit Bewegungen und Zeigen der Bilder habe ich den Kindern dann das Buch vorgelesen.

    

Das Osterhasen-Diplom

Anschließend ging es dann nach draußen, wo die Kinder die Eier suchen durften. Zum Glück blieb es die ganze Zeit trocken, obwohl es ansonsten kein schönes Wetter war. Aber wir mussten doch noch unser Hasendiplom machen. Drei Aufgaben mussten dafür erfüllt werden. Was müssen Osterhasen alles können? Eier vorsichtig transportieren (Eierlauf), hüpfen und dem Fuchs schnell entkommen (Sackhüpfen) und Verstecke finden (Topfschlagen). Alle Kinder haben natürlich das Osterhasendiplom geschafft und als Belohnung ein Ü-Ei bekommen (Bücherwürmchen hat sich so sehr gewünscht, dass jeder auf seinem Geburtstag ein Ü-Ei bekommt).

    

Kreativ beim Eier bemalen

Und dann durften die Kinder auch noch eine weitere Osterhasentätigkeit ausprobieren: Jeder bekam ein hartgekochtes Ei und konnte es bunt bemalen und damit man es auch schön auf den Tisch stellen kann, hat jeder noch aus Schwammlappen einen Eierbecher gebastelt.

  

Das war unser Osterhasengeburtstag. Wenn man nun ein entsprechendes Buch zur Osterzeit vorliest, lässt sich sicherlich eine der Aktivitäten als kleine Aktion einbauen. Es muss ja nicht immer gleich alles auf einmal sein. Eine weitere Idee wäre z.B. auch eine Hasenmaske wie Bücherwürmchen sie in einem Familienhotel gebastelt hat. Auf jeden Fall habe ich mit dem Vorlesen auf einem Kindergeburtstag gute Erfahrungen gemacht und auch das Osterhasen-Thema, welches ich zunächst etwas merkwürdig fand, ist durchaus empfehlenswert. Mal gucken, auf welche Idee Bücherwürmchen nächstes Jahr kommt…