Vorlesen: Oje, ein Buch!

Gestern war Welttag des Buches und passend zu dem Tag habe ich mal wieder im Kindergarten vorgelesen. Ich wollte ein Buch auswählen, das gut zu diesem Tag passt, und habe mich für „Oje, ein Buch!“ entschieden, denn ich war wirklich sehr neugierig wie dieses Buch in der Gruppe ankommt. Uns hat das Buch ja sehr gut gefallen, aber das ging längst nicht allen so, und deswegen war ich auf die Reaktionen der Kinder besonders neugierig.

Erst einmal begrüßte aber unser Lese-Elch Lars die Kinder. Beim letzten Lesen war er nicht dabei, da er noch in Schweden im Urlaub war. Nun war er aber zurück und hatte sogar einen neuen Freund, einen Bären, mitgebracht. Der Bär kennt allerdings noch keine Bücher und deswegen wollte Lars ihn unbedingt mal mitbringen, damit er mal welche kennen lernt.

Kinder ziehen Eis einem Buch vor

Gemeinsam wollten wir uns nun also „Oje, ein Buch!“ anschauen. Ich fragte, die Kinder, wie sie denn reagieren würden, wenn sie ein Buch geschenkt bekommen würden, worauf sie schon meinten, dass sie vielleicht etwas ähnliches wie Frau Asperilla sagen würden, also „Oje, ein Buch!“. Über etwas anderes würden sie sich mehr freuen, z. B. ein Eis. Den Wert eines Buches sehen die Kinder also noch gar nicht unbedingt. Ja, sie lassen sich immer wieder gerne von mir vorlesen und ich weiß auch von einigen Kindern in der Gruppe, dass ihnen auch zu Hause vorgelesen wird, aber ein Buch scheint bei ihnen dennoch nicht auf der Wunschliste zu stehen. Die Kinder entsprechen im übrigen genau der vom Verlag angegebenen Zielgruppe. Sie sind entweder 4 oder 5 Jahre alt.

Nicht selbsterklärend für Kinder

Sie hörten sich die Geschichte recht interessiert an, aber ich hatte das Gefühl, dass sie ihr insgesamt nicht ganz folgen konnten. Auch musste ihnen das Verhalten von Frau Asperilla erklärt werden. Ihnen war nicht klar, dass sie von ihren Erfahrungen mit dem Smartphone ausging, da dies auch nicht explizit genannt wird. Als Frau Asperilla statt zu blättern wischen wollte und ich die Kinder fragte, warum sie das denn mache, kamen sie überhaupt nicht auf das Smartphone, auch wenn ihnen das Verhalten am Smartphone keineswegs unbekannt ist. Ein Kind meinte sogar, dass sie das vielleicht wie ihre Oma mache, die den Zeigefinger mit der Zunge befeuchtet, bevor sie umblättert.

Insgesamt musste bei dem Buch einfach zu viel erklärt werden, damit die Kinder es verstanden. Die Situation, die dort dargestellt wird, war für sie nicht besonders nachvollziehbar und das Verhalten von Frau  Asperilla wirkte auf sie eher befremdlich.

Unserem Bärenbesuch konnten die Kinder im Anschluss an die Lektüre aber gut erklären, was man mit einem Buch machen kann.

Geschenk zum Welttag des Buches

Zum Abschluss hoffte ich dann noch, dass die Kinder nun nicht „Oje, ein Buch!“ rufen würden, wenn ich meine kleinen Geschenke verteilte. Jeder bekam ein, in Geschenkpapier verpacktes, Büchlein von mir. Sie beruhigten mich, dass das schon okay für sie wäre. Beim Auspacken zeigte sich dann aber auch doch Freude auf den Gesichtern der Kinder und sie verglichen interessiert ihre Büchlein miteinander.

Oje ein Buch! von Lorenz Pauli und Miriam Zedelius, Atlantis, ISBN: 978-3-7152-0742-1, 14,95€

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Vorlesen: Onkel Tobi

Dieses Mal habe ich mich für einen alten Klassiker beim Vorlesen entschieden: Onkel Tobi. Ob das Buch bei den Kindern wohl noch ankommt? Meine Kinder lieben es ja.

Die Bilder und auch der Inhalt wirken sicherlich etwas altmodisch, aber vielleicht machen die Geschichte an sich und die Reime dies wieder wett.

Eigene Einkaufserfahrungen

Als Einleitung habe ich einen kleinen Einkaufskorb mitgebracht und die Kinder durften erzählen, was sie so mit ihren Eltern einkaufen. Da wurden dann verschiedenen Obst- und Gemüsesorten sowie Süßigkeiten genannt.

Onkel Tobis lange Einkaufsliste

Onkel Tobi kauft aber ganz andere Sachen ein und das wollten wir uns nun mal anhören. Die Kinder sollten immer gut aufpassen und durften dann zwischendurch wiederholen, was so auf Onkel Tobis Einkaufsliste steht: Einen Besen für den Stall, für die Katze einen Ball, für die Äpfel eine Schüssel, einen neuen Haustürschlüssel – das sind seine eigenen Wünsche, aber der Nachbar Kregel und die Geschwister Eva und Liese tragen ihm weitere Dinge auf. Ob Onkel Tobi an alles denken wird?

Wer gut aufgepasst hat und sich an den Reimen orientierte, konnte mir am Ende dann auch gut beantworten, was Onkel Tobi bei seinem Einkauf tatsächlich vergessen hat.

Spiel: Ich gehe einkaufen

Wir haben dann geschaut, ob wir uns eine Einkaufsliste gut merken können. Dazu haben wir „Ich gehe einkaufen und kaufe … ein“ nach dem Vorbild von „Ich packe meinen Koffer“ gespielt. Es war sehr unterschiedlich, wie die Kinder mit dem Spiel klar kamen. Ganz am Ende musste uns dann Leseelch Lars zeigen, ob er sich alles gemerkt hat. Die Kinder durften ihm dabei aber auch helfen. Es war ganz schön, dass der Elch hier über das Eingangsritual hinaus noch einmal zum Einsatz kam. Das versuche ich in den letzten Stunden vermehrt unterzubringen.

Mein Fazit: Die Kinder hatten Spaß an Onkel Tobi! Dass es eine alte Geschichte ist, hat sie überhaupt nicht gestört!

Viel Spaß mit Onkel Tobi – Alle Geschichten in einem Band von Hans Georg Lenzen und Sigrid Hanck, cbj, 978-3570120897, 15€

Vorlesen: Das Buch ohne Bilder

Dieses Mal war ich sehr gespannt, wie das Buch, welches ich fürs Vorlesen ausgesucht habe, ankommen würde. Ich wollte gerne das Buch „Das Buch ohne Bilder“ in einer Gruppe ausprobieren.

Was macht ein Buch aus?

Zunächst einmal habe ich ein paar Blätter, die ich mit einer Ringbindung zu einem Büchlein zusammengefasst habe, in die Mitte gelegt: „Ist das ein Buch?“ Nein, da waren sich die Kinder einig. Das ist doch kein Buch. Sie sollten mir dann nennen, was denn fehlt und wie es zu einem Buch werden würde. Als erstes vielen ihnen Bilder ein, später meinten dann einige Kinder, das ja auch etwas drin stehen müsse, was man dann vorlesen kann. Ich habe also eine Sonne gemalt und einen passenden kurzen Text hinzugefügt.

Das Buch ohne Bilder

Dann habe ich den Kindern dieses komische Buch gezeigt, ein Buch ohne Bilder. Hm, da waren sie erst einmal skeptisch. Als ich dann noch einmal vorgelesen habe, dass es tatsächlich ein Buch ohne Bilder ist, fanden sie das schon erst einmal recht blöd und natürlich langweilig. Aber dann hatten sie alle ganz schnell ganz viel Spaß an diesem Buch und den darin enthaltenen Albernheiten. Sie mussten ganz viel lachen und haben am Ende auch genau so reagiert, wie es das Buch möchte. „Darf ich jetzt aufhören vorzulesen?“ Ganz klares „Nein!“ von den Kindern. Sie wollten auch sehr gerne, dass ich das Buch ein weiteres Mal vorlese. So viel Zeit hatten wir aber leider nicht.

Das Buch ohne Text

Dafür haben wir noch eine kleine Aktion gemacht und zwar durfte sich die  Gruppe ein gegenteiliges Buch erstellen: „Das Buch ohne Text.“ Jedes Kind hat etwas gemalt, was es schön findet oder mag und mit der Ringbindung habe ich dann daraus ein kleines Büchlein gemacht. Noch schöner wäre es, wenn jedes Kind ein eigenes Büchlein hätte gestalten können, aber dafür reichte die Zeit nicht. So haben sie aber ein schönes Gemeinschaftsprodukt, welches sie sich im Kindergarten immer wieder anschauen können.

Übrigens hat sogar Leseelch Lars ein Bild zu dem Büchlein beigetragen. Er hat sich selber gemalt, worüber sich die Kinder sehr gefreut haben.

Das Buch ohne Bilder: Das verrückteste Vorlesebuch – mit einer CD gelesen von Adnan Maral von B.J. Novak, übersetzt von Oskar M. Delossa, Blanvalet Verlag, ISBN: 978-3-7645-0556-1, 12,00€

Seminar: Vorlesen? – So gelingt es!

Meine Aktivitäten rund ums Buch werden immer mehr – und das freut mich natürlich. Gerade habe ich mein erstes Seminar als Referentin zum Vorlesen in Gruppen abgehalten. Letztes Jahr habe ich mich bei der Stiftung Lesen als Referentin fortbilden lassen und nun habe ich meine neu erworbenen Kenntnisse in dem Seminar „Vorlesen? – So gelingt es!“ umgesetzt. Ich bin richtig froh, dass mir die Bücherei  in Simmerath die Gelegenheit dazu gegeben hat und dass es genügend interessierte Teilnehmer für dieses Seminar gab.

Zunächst musste ich mich aber natürlich auf das Seminar vorbereiten. Die Themen, die angesprochen werden sollten waren schnell klar, aber schwierig fand ich es, einzuschätzen, wie lange ich für welchen Block brauchen werde. Schließlich habe ich das Ganze noch nie gemacht. Und wisst ihr was? Das Seminar sollte vier Stunden lang dauern und nach 4 Stunden und einigen wenigen Minuten war ich auch mit allem durch! Ich bin selbst ein bisschen erstaunt, wie gut, dass geklappt hat.

Aber auch alles andere lief wirklich wie am Schnürchen. Klar, am Anfang war ich ein bisschen aufgeregt, aber dann war ich schnell in dem Thema drin und fühlte mich auch in meiner Rolle als Referentin wohl. Für das nächste Mal habe ich auf jeden Fall gelernt, dass ich den lärmenden Beamer zwischendurch besser mal ausstelle. Und vielleicht muss man die Ausschreibung noch etwas konkreter machen, damit keine falschen  Erwartungen geweckt werden, aber ansonsten habe ich sehr, sehr viel positives und begeistertes Feedback bekommen, was mich natürlich sehr gefreut hat. Jetzt hoffe ich natürlich, dass ich noch mal die Gelegenheit bekomme, ein solches Seminar durchzuführen. Man kann mich auch gerne als Referentin „buchen“.

Seminar-Themen

Nun wollt ihr natürlich auch noch wissen, was man in einem solchen Vorleseseminar überhaupt macht, oder? Es geht auf jeden Fall darum, die Teilnehmer gut für das (ehrenamtliche) Vorlesen in Gruppen vorzubereiten. Deswegen spreche ich verschiedene Dinge an.

Hintergründe und Organisatorisches

Ich mache noch einmal bewusst, wie wichtig vorlesen ist und was vorlesen alles fördert. Dann spreche ich über ein paar rechtliche Fragen und wie man das Vorlesen am besten organisiert. Also, wo kann man vorlesen, wie bewirbt man es, welcher Gruppe liest man vor, was ist eine optimale Gruppengröße und wie setzen sich die Kinder am besten hin, damit sie möglichst wenig abgelenkt sind?

Ablauf einer Vorlesestunde

Anschließend habe ich mit den Teilnehmern eine Vorlesestunde exemplarisch durchgespielt, wobei ich auf einzelne Aspekte und Alternativen der Rituale eingegangen bin. Hier spielten vor allem Strukturen, akustische Signale beispielsweise mit einer Klangschale, Lieder zum Einstieg und Abschied sowie mögliche Rituale eine Rolle. Leseelch Lars durfte sich an dieser Stelle den Teilnehmern natürlich auch vorstellen.

Aktionen rund um das Buch

Im Anschluss daran haben wir gemeinsam erarbeitet, was man mit einem Buch zu verschiedenen Zeitpunkten einer Vorlesestunde (vorher, beim Vorlesen und hinterher) alles machen kann. Welche Aktionen bieten sich an? Da gibt es eine ganze Menge, wobei sich die Angebote selbstverständlich immer an die Gegebenheiten anpassen müssen. Man kann zu einem Buch etwas basteln, aber nicht immer ist die nötige Zeit dafür da. Kleinere Aktionen wie Lieder, Reime und Fingerspiele dahingegen gehen immer.

Geeignete Bücher

Ein weiterer Punkt im Seminar war das Vorstellen einiger Bücher, die sich zum Vorlesen eignen, wobei es mir hier weniger um bestimmte Bücher ging als darum verschiedene Buchtypen (Vorlesebücher, Märchen, Wimmelbücher, Sachbücher etc.) und die Möglichkeiten mit ihnen vorzustellen.

Praktische Übung

Als letztes sollte es dann noch um das Vorlesen selber gehen. Wie liest man lebendig vor? Worauf muss man achten? Wie bereitet man sich vor? Hier zu gab es dann auch eine kleine Übung, bei der die Teilnehmer einen Text bekamen, den sie zunächst für das Vorlesen vorbereitet und anschließend präsentiert haben. Natürlich bekam jeder auch ein Feedback der anderen Teilnehmer und mir.

Na, klingt so etwas für euch auch spannend? Mir machte das Seminar als Referentin jedenfalls viel Freude und die eine oder andere Teilnehmerin ging hoch motiviert mit neuen Ideen nach Hause.

Rezension: Lehrbuch Literaturpädagogik

Ich bin momentan in Elternzeit und lebe hier, soweit es möglich ist, meine Kinderbuchleidenschaft aus. Ich rezensiere, lese vor, stelle Bücher vor, gebe Seminare zum Vorlesen und leite Schreibwerkstätten und das alles  macht mir unglaublich viel Spaß. Am liebsten würde ich mich zur Literaturpädagogin weiterbilden lassen, aber momentan schaffe ich das mit den Kindern zeitlich noch nicht.

Dafür habe ich jetzt aber schon einmal das „Lehrbuch Literaturpädagogik – Eine Einführung in Theorie und Praxis der Literaturvermittlung“ gelesen. Das ist wirklich ein Buch, welches man haben muss, wenn man etwas im Bereich der Literaturpädagogik machen möchte. Ein Buch, in dem man nicht nur in das Thema eingeführt wird und man etwas darüber erfährt, was die Arbeit von Literaturpädagogen sein könnte, sondern auch ein Buch, in dem man immer mal wieder gerne etwas nachliest. Meines Erachtens ist es aber nicht nur ein Buch für alle, die in der Literaturpädagogik arbeiten, sondern ein Buch für alle, die Interesse daran haben, mit Kindern zu lesen und immer auf der Suche nach neuen Ideen und Impulsen sind.

Verständliches Fachbuch

Ja, es ist ein Fachbuch. Hier bekommt man nicht nur Ideen für die Praxis, nein, hier werden Thesen und Methoden wisssenschaftlich untermauert und fachlich (auch mit entsprechenden Begriffen) dargestellt. Wer sich aber ein wenig für diesen Bereich interessiert, der wird mit dem Buch gut klar kommen.

Das Buch hat einen theoretischen und einen praktischen Teil, aber beide Teile sind sehr interessant zu lesen und für den, der sich mit dem Thema intensiv und ernsthaft beschäftigen möchte, sind auch beide Teile wichtig. Denn wer nicht nur einfach mal ein nettes Buch vorlesen möchte, sondern wer eine bewusste Entscheidung für Bücher treffen möchte und Kindern in ihrer literarischen Bildung weiterhelfen möchte, der muss auch die Hintergründe kennen.

Literarische Bildung und Geschichte der Kinderliteratur

So wird im theoretischen Teil auf die Entwicklung von Kindern im sprachlichen Bereich eingegangen und inwiefern sich Sprache, Bücher, Schrift und Erzählen in ihrem Leben auswirken. Bezug wird dabei immer auf die möglichen Handlungsfelder der Literaturpädagogik genommen.

Im Weiteren geht es um die Geschichte sowie um Gattungen in der Kinder- und Jugendliteratur. Dabei erfährt der Leser auch, wie man Sprache und Bilder eines Buches beurteilen und analysieren kann. Dies ist natürlich wiederum für die Praxis wichtig.

Methoden und Beispiele für die Praxis

Der Praxisteil ist in fünf Altersklassen sortiert, die jeweils gleich aufgebaut sind. Auch hier wird noch einmal kurz auf die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen eingegangen, bevor dann zu übergeleitet wird, mit welchen Methoden ein Literaturpädagoge in der jeweiligen Altersklasse arbeiten kann. Zum Abschluss wird das Ganze dann immer beispielhaft und ausführlich an einem Buch gezeigt.

In diesem Teil bekommt man ganz viele tolle Ideen, die man zum Teil sicherlich auch in abgespeckter Form als Vorlesepate oder ähnliches umsetzen kann. Alleine für diese Zusammenstellung lohnt sich dieses Buch für alle interessierten Vorleser, die sich gerne ein wenig weiterbilden möchten. Schön ist hier aber eben auch, dass es nicht nur Ideen für Kindergartenkinder sind, sondern dass man hier auch etwas darüber erfährt, wie man Jugendliche für Bücher begeistern kann oder wie man sie in ihrem Interesse für Literatur unterstützt.

Am Ende hält das Buch dann noch unter anderem einen möglichen Evaluationsbogen sowie Ausführungen zu rechtlichen Fragen bereit. Es werden also alle interessanten und wichtigen Bereiche der Literaturpädagogik angesprochen:

Man bekommt Einblicke in die Arbeit von Literaturpädagogen, man bekommt Wissen vermittelt und man erhält viele praktische Ideen, die man am liebsten direkt umsetzen würde. Also, ich liebe dieses Buch bereits und es ist nach einmal lesen voller Klebezettel, Markierungen und Anmerkungen!

Lehrbuch Literaturpädagogik – Eine Einführung in Theorie und Praxis der Literaturvermittlung von Stephanie Jentgens, Beltz Juventa, ISBN: 978-3-7799-3330-4, 24,95€

Vorlesen: Mama Muh fährt Schlitten

Bevor ich diese Woche wieder in den Kindergarten zum Vorlesen gehe, möchte ich euch nun noch das letzte vorgelesene Buch vorstellen: „Mama Muh fährt Schlitten

Warum habe ich dieses Buch ausgewählt?

Ich habe es schon immer geliebt, die Bücher über Mama Muh vorzulesen. Sie enthalten viele Dialoge zwischen Mama Muh und ihrer Freundin der Krähe, welche man ohne große Probleme mit verschiedenen Stimmen vorlesen kann. Das macht einen riesen Spaß! Überhaupt enthalten die Bücher viel Witz und Humor, was beim Vorlesen sowohl gut ankommt als auch hilfreich ist, um die Kinder in den Bann der Geschichte zu ziehen. Für diese Ausgabe von Mama Muh habe ich mich entschieden, da es noch Winter ist und bei uns auch Schnee liegt. Sie passt also gut zum Alltag der Kinder. Schlittenfahren und im Schnee spielen kennen sie und ein Kind konnte sogar erzählen, dass sie zu Hause Kühe haben. Einzig das Slalom fahren musste ich den Kindern erklären.

Mama Muh und die Krähe fahren nämlich den Hügel nicht einfach mit dem Schlitten herunter, sondern sie möchten, wie die Tochter des Bauern, im Slalom um kleine Stöckchen herum hinunter sausen. Mama Muh überfahrt die ganzen Stöcke jedoch in gerader Fahrt und landet am Ende lachend im Schnee. Die Krähe zeigt beim Slalom lauter Kunststücke und ist so darauf versessen zu zeigen, was sie alles kann, dass sie ganz vergessen hat, dass auf dem Weg ein Baumstumpf steht, so dass auch sie im Schnee landet. Aber Spaß haben die zwei unterschiedlichen Freunde auf jeden Fall, auch wenn die Krähe es zunächst unmöglich findet, dass eine Kuh Schlitten fahren möchte.

Auch wenn ich dieses Buch sehr gut zum Vorlesen finde, war ich doch gespannt, ob die Kinder das ganze Buch lang gut zuhören würden. Das ging aber recht gut. Sie hatten viel Freude an der Geschichte und mussten an der einen oder anderen Stelle lachen.

Welche Aktionen gab es rund um das Buch?

Zur Einführung habe ich ein paar Bildkarten von Bauernhoftieren mitgebracht. Einzelne Kinder durften sich je eine Karte anschauen und dieses Tier dann so darstellen, dass die anderen Kinder es erraten konnten. Als letztes habe ich dann zur Überleitung die Karte mit der Kuh genommen.

Im Anschluss an das Buch wollte ich mit den Kindern eigentlich noch „Onkel Tom hat einen Bauernhof“ singen, aber da die zweite Gruppe schon vor der Tür stand, habe ich das dann wegfallen lassen. Es hätte sich aber gut angeboten. Angefangen hätte ich hier natürlich mit den Kühen und anschließend hätten die Kinder weitere Tiere nennen können.

Mama Muh fährt Schlitten von Jujja und Tomas Wieslander, illustriert von Sven Nordqvist, Oetiner Verlag, ISBN: 978-3-7891-7304-2, 13€

Vorlesen mit Erzählschiene: Es klopft bei Wanja in der Nacht

Gestern war das erste Mal wieder Vorlesen im Kindergarten. Passend zur Jahreszeit habe ich den Klassiker „Es klopft bei Wanja in der Nacht“ ausgewählt. Es ist nicht nur eine tolle Geschichte, sondern man kann sie auch auf verschiedenste Art und Weise wunderbar in Gruppen einsetzen. Bei der Vorstellung des Buches auf meinem Blog habe ich zum Beispiel erwähnt, dass ich die Geschichte mal mit einer zweiten Klasse aufgeführt habe.

Beim Vorlesen des Buches im Kindergarten habe ich zum ersten Mal eine Erzählschiene (meine ist von Don Bosco) benutzt und bin richtig begeistert davon.

Meine Erzählschiene ist eine Holzplatte mit drei Rillen, die als Schienen benutzt werden. In die Schienen kann man Pappfiguren rein- und rausschieben. Es gibt aber auch andere Varianten, bei denen jede Schiene ein einzelner Klotz ist und bei denen die Höhe der Schienen variiert.

Für den Einsatz habe ich mir die Figuren aus dem Buch kopiert und auf Pappe geklebt. Außerdem habe ich noch ein Haus ausgeschnitten, damit ich ein wenig Hintergrund habe. Das ist aber nicht unbedingt nötig.

Figuren treten in der Erzählschiene auf und ab

Ich fand, dass die Erzählschiene gut zu dem Buch „Es klopft bei Wanja in der Nacht“ passt, da hier nacheinander verschiedene Figuren auf- und später wieder abtreten. So habe ich das Buch vorgelesen und an den entsprechenden Stellen kamen dann die Figuren dazu und später schob ich sie nach und nach wieder raus:

Der Schneesturm tobt, Wanja ist in seinem Haus. Da klopft es und ein frierender Hase möchte zu ihm hinein. Wanja lässt ihn bei sich übernachten, aber zunächst kommen die beiden nicht zur Ruhe, denn es klopft noch zwei Mal: Auch Fuchs und Bär bitten um Einlass. Alle versprechen sich in dieser Nacht zu vertragen. Am nächsten Morgen bekommt der Hase dann aber doch Angst vor dem Fuchs und verlässt das Haus wieder. Ihm schließt sich der Fuchs an, der weiß, dass der Bär noch eine Rechnung mit ihm offen hat. Schließlich entdeckt der Bär das Gewehr im Haus und verlässt dieses ebenfalls.

Die Geschichte hat eine klare Struktur, die durch die Erzählschiene noch unterstützt wird. Die Kinder haben der Geschichte richtig gut gefolgt und das, obwohl sie bei der Begrüßung und der Einführung der Figuren recht unruhig waren.

Kinder erzählen die Geschichte nach

Nachdem ich die Geschichte mit der Erzählschiene vorgelesen habe, haben wir die Geschichte noch einmal erzählt. Dieses Mal durften die Kinder mir beim Erzählen und beim Bewegen der Figuren helfen. Sie haben sich richtig viele Details gemerkt und hatten natürlich besonders viel Freude daran, die Figuren in die Schiene zu stecken und wieder raus laufen zu lassen. Durch die eigene Handlung an der Erzählschiene und die konkreten Figuren fiel es allen Kindern leicht die Geschichte zu rekonstruieren. Die Erzählschiene ist wirklich super dazu geeignet sowohl eine Geschichte vorzulesen und dabei mit Figuren darzustellen als auch um das eigene Erzählen von Geschichten zu üben. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, sie im Grundschulunterricht einzusetzen.

Es klopft bei Wanja in der Nacht von Tilde Michels und Reinhard Michl, Ellermann Verlag, ISBN: 978-3-7707-5737-4, 12€

 

Vorlesen mit dem Kamishibai: Nikolaus

Am 5. Dezember, einen Tag vor Nikolaus, hatte ich im Kindergarten vorgelesen. Da bot es sich natürlich an, eine Nikolausgeschichte vorzulesen.

So ganz einfach fand ich es aber gar nicht eine zu finden. Ich habe dann einerseits mein Kamishibai mit dem Erzählkartensatz „Nikolaus – Mit dem Erzähltheater durch das Kirchenjahr“ genutzt und andererseits habe ich eine Geschichte vom heiligen Nikolaus aus dem Buch „Leuchte, kleiner Weihnachtsstern“ vorgelesen. Beides habe ich miteinander kombiniert. Zunächst hat uns das erste Bild auf das Thema der Vorlesegeschichte gebracht. Die Kinder konnten es dann auch während des Vorlesens sehen, was ganz hilfreich war, da es sich um eine Vorlesegeschichte und nicht um ein Bilderbuch mit vielen Bildern handelte. Das ist in der Gruppe nicht immer ganz einfach, aber mit dem Bild im Kamishibai ging es ganz gut. Zwischendurch habe ich dann noch auf das zweite Bild gewechselt, welches Sankt Nikolaus am Hafen zeigt, denn dieses Bild passte auch zu der vorgelesenen Geschichte.

Im Anschluss an die Geschichte haben wir uns dann noch einige der weiteren Bilder des Kartensets angeschaut und darüber gesprochen, was zum heiligen Nikolaus dazugehört und wie wir heute den Nikolaustag feiern. In den Anmerkungen zu den Bildern des Kamishibais wird darauf hingewiesen, dass heute nicht der echte Nikolaus zu den Kindern kommt, sondern jemand der sich als Nikolaus verkleidet. Das ist natürlich richtig so, aber ich finde es nicht gut, wenn den Kindern so etwas im Kindergarten erzählt wird. Viele Kinder glauben ja doch, dass es sich um den echten Nikolaus handelt und meines Erachtens steht es dem Kindergarten nicht zu, ihnen diesen Glauben zu nehmen.

Eigene Kartenauswahl beim Kamishibai

Das Bild mit den aufgehängten Socken habe ich nicht verwendet, da dies bei vielen Kindern nicht mehr so üblich ist und stattdessen die Stiefel vor die Tür gestellt werden. Aber das ist ja das Schöne am Kamishibai. Man sucht sich vorher die Karten aus, die man nutzen möchte und lässt die anderen einfach weg. Auch die Anmerkungen kann man nur als eigene Hintergrundinformationen zur Hilfe nehmen oder man liest sie den Kindern vor. Gerade bei den Nikolauskarten bietet es sich aber an, über die Bilder mit den Kindern ins Gespräch zu kommen.

Als letztes haben wir uns das Bild angeschaut, auf dem die Kinder, dem Nikolaus etwas vortragen. Ich habe es zum Anlass genommen mit den Kindern die Vorlesestunde mit „Lasst uns froh und munter sein“ abzuschließen.

Ein Thema mit dem Kamishibai erarbeiten

Hier ist nun das Kamishibai auf eine ganz andere Art und Weise als bei der kleinen Schusselhexe zum Einsatz gekommen. Bei der kleinen Schusselhexe wurde eine Bilderbuchgeschichte erzählt, während hier die Kinder ein Fest im Jahreslauf kennen lernen. Anhand der Bilder bearbeitet man das Thema, kommt ins Erzählen und gibt den Kindern Informationen. Alle Kinder können das Bild gut sehen, so dass sie sich gut ins Gespräch einbringen können. Auch diese Art des Einsatzes gefällt mir gut.

Die Bilder sind hier sehr gut erkennbar. Es gibt nicht viel drum herum und das, worum es geht, steht klar im Mittelpunkt. Man könnte sie fast als etwas nüchtern beschreiben, aber zur Bearbeitung des Themas eignen sie sich durchaus sehr gut. Insbesondere das erste Bild, auf dem der Nikolaus durch den Schnee kommt, lässt aber auch eine adventliche Atmosphäre aufkommen.

Vorbereitung ist wichtig

Leider muss ich zugeben, dass ich mich ausnahmsweise mal nicht so gut auf die Vorlesestunde vorbereitet hatte, was man dann doch schnell merkt. Klar, ich habe eine Vorlesestunde auf die Reihe bekommen und die Kinder hatten auch viel Spaß, aber ich hatte zum Beispiel meine Geschichtenwolke vergessen und unserem Leseelch habe ich, ohne es zu merken einen anderen Namen gegeben. Er hieß nun auf einmal Lasse statt Lars… Hm, mal schauen, wie ich das alles wieder zurecht biege, aber ich habe daraus gelernt, dass es doch wichtig ist, sich auf das Vorlesen vernünftig vorzubereiten.

Kamishibai: Nikolaus – Mit dem Erzähltheater durch das Kirchenjahr, illustriert von Gertraud Funke, Text von Esther Hebert und Gesa Rensmann, Don Bosco Medien GmbH, 14,95€

Leuchte, kleiner Weihnachtsstern – 24 Geschichten und Gedichte mit Bildern von Markus Zöller, herausgegeben von Britta Kudla, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-61531-6, 16,95€

Vorlesen: Yeti Pleki Plek

So langsam hat sich das Vorlesen im Kindergarten etabliert. Die Kinder schauen immer schon, ob ich meinen Vorleseschal trage oder aber fragen mich, wann ich denn endlich wieder lesen komme.  Auch wenn ich nachmittags mit meinen Kindern unterwegs bin und ein Vorlesekind treffe, kommt es nun freudig auf mich zu. Das ist natürlich sehr schön. Und auch während des Vorlesens merke ich, dass sich die Rituale jetzt schon gut gefestigt haben und die Kinder die Lieder richtig mitsingen können.

Dieses Mal war wieder der Lese-Elch Lars dabei. Einige Kinder wussten noch, was er gerne zum Vorlesen haben wollte und so haben wir es ihm erst einmal auf einem Kissen gemütlich gemacht und ein Kind durfte das LED-Teelicht anmachen. Dann ging es mit unserem Lied los.

Was macht ihr gerne im Schnee?

Anschließend haben wir uns ein wenig über das Wetter unterhalten. Wie ist es gerade? Kalt und ungemütlich. Und was kam am Wochenende schon ein bisschen herunter? Schnee! Nun durften die Kinder erzählen, was sie gerne im Schnee machen. Außerdem hatten wir ja schon festgestellt, dass es dann kalt ist und so haben wir ein kleines Sprachspiel gemacht: „Ich wand’re durch den Winterwald“ (aus „Und vorne geht der Elefant“). Dabei läuft man im Sprechrhythmus durch den Raum und wärmt verschiedene Körperteile auf unterschiedliche Art und Weise: Mit den Händen klatscht man, mit den Füßen stampft man etc.

Yeti Pleki Plek

Auch in dem Buch, welches ich vorgelesen habe, kommt ein Winterwald vor. Das Buch heißt „Yeti Pleki Plek“. Eine ausführliche Rezension zu dem Buch findet ihr HIER.

Es ist eine Wintergeschichte mit einer Yetibegegnung. Da ich wusste, dass manche Kinder Bücher schnell gruselig finden, habe ich die Kinder direkt mal das Gesicht des Yetis betrachten lassen. Wie sieht der aus? Was meint ihr, ist der nett oder böse? Und so war den Kindern sofort klar, dass es sich um einen freundlichen Yeti handelt.

Lied zum Aufwärmen

Im Anschluss an die Geschichte haben wir noch mal etwas zum Aufwärmen gemacht. Dieses Mal haben wir zu einem Lied geklatscht, gehüpft, die Hände gerieben und einiges mehr: „Manchmal wenn es kalt ist und ich frier, klatsch ich in die Hände, eins, zwei, drei und vier.“ Im Laufe des Liedes wird das bereits gesungene immer wieder wiederholt und eine weitere Aktivität angehängt. Danach war uns dann allen warm und wir haben noch unser Abschlusslied gesungen.

Kinder hören unterschiedlich zu

Es war insgesamt eine recht kurze Vorlesestunde, aber für manche Kinder reicht das auch schon aus. Ich halte die Vorlesestunde ja immer zwei Mal nacheinander ab und interessanterweise sind die Gruppen ganz unterschiedlich. Eine Gruppe ist deutlich unruhiger als die andere. Die erste Gruppe kann sich an weniger der vorangegangenen Stunden erinnern und den Kindern der zweiten Gruppe fällt es auch leichter auf Fragen richtig zu antworten. Vielleicht liegt es auch ein bisschen daran, dass ich natürlich manche Unstimmigkeiten direkt anders mache, aber dennoch hören die Kinder ganz anders zu.

Beim nächsten Vorlesen hat bereits die Adventszeit begonnen. Mal schauen, was ich mir da schönes zum Lesen aussuchen werde.

Yeti Pleki Plek von Eva Susso und Benjamin Chaud, aus dem Schwedischen übersetzt von Karl-Axel Daude, Bohem Verlag, ISBN: 978-3-95939-019-4, 14,95€

Und vorne geht der Elefant – 101 Mitmachideen für die Sprachbildung in Krippe, Kindergarten, Tagespflege, Praxis und Elternhaus von Elisabeth Schmitz, ISBN: 978-3-00-050565-2

 

Vorlesen: Ballula Kugelfee

Nach den Herbstferien ging es nun heute mit dem Vorlesen weiter.

Lese-Elch Lars

Wir haben gerade unser Lied gesungen, da wurden wir auch schon gestört. Der Elch Lars aus Schweden hat sich eingemischt, denn er fand es unerhört, dass wir ohne ihn angefangen haben. JA, er ist ein richtiger Bücherwurm und hat Wind von der Vorleseaktion bekommen. Da musste er natürlich mitkommen. Und dass, obwohl er kein Wort Deutsch versteht! Aber er meint, vielleicht lernt er das ja bei schönen Geschichten. Er ist außerdem ganz schön anspruchsvoll: Er möchte beim Vorlesen gemütlich auf einem Kissen sitzen und am liebsten säße er sogar an einem Lagerfeuer. Na, das geht im Kindergarten ja nun wirklich nicht. Wir haben ihm dann ein LED-Licht in einem Windlicht angemacht und es ihm auf einem Kissen zwischen den Kindern bequem gemacht.

Wenn er uns beim nächsten Mal wieder besucht, haben wir wieder etwas, womit wir uns auf die Vorlesestunde gemeinsam vorbereiten: Lars braucht seinen gemütlichen Platz und das Lichtlein muss flackern.

So, nun konnten wir endlich in Ruhe unser Lied singen.

Ballula Kugelfee und andere runde Dinge

Anschließend habe ich einen kleinen Ball hochgehalten und die Kinder gefragt, was noch alles rund ist: Eiskugeln, Äpfel, Kirschen und der Mond!

Heute kam dann das Buch „Ballula Kugelfee“ auf unsere Wolke und schwebte ins Reich der Geschichten.

Beim Vorlesen fielen den Kindern noch weitere runde Sachen ein, über die sie dann auch immer berichten mussten.

Ich war sehr gespannt, wie dieses Buch bei den Kindern ankommt, da es ja kein „Jungsthema“ ist (wobei ich die Unterscheidung sowieso nicht mag!). Die Kinder haben sich nicht dazu geäußert, wie ihnen das Buch gefallen hat, aber ich habe erstaunlicherweise keinen einzigen Ton der Ablehnung von den Jungs gehört. Das kommt sicher daher, dass diese Fee nicht mit so viel Glitzer daher kommt, wie sie es Feen sonst oft zu tun pflegen.

Spannend fanden die Kinder die runde Erde, die das Zuhause von uns allen ist. Außerdem musste sie alle schmunzeln, als ich gesagt habe, dass sie alle die allerbeste kugelrunde Sache haben: Einen Kopf mit vielen tollen Ideen!

Bastelaktion

Bei dem Buch hätte man auch über das Thema Mobbing, gesunde Ernährung und vieles andere sprechen können. Für mich stechen aber die ganzen Kugeln in dem Text hervor und ich habe mir überlegt, dass jedes Kind eine „Kugel“ (bzw. einen Kreis) bunt gestalten darf.

Erster Versuch die Kreise zu gestalten

Ich habe für solche Aktionen nicht viel Zeit und so musste ich mir gut überlegen, wie ich die Kreise gestalten lassen. Eigentlich wollte ich die Kinder nur bunte Formen aufkleben lassen. Dafür habe ich ganze Bögen mit Etiketten mit Wasserfarbe angemalt (etwas Glitzer drauf getan) und zerschnitten. Die Schnipsel habe ich dann hinten noch mit einem Cuttermesser eingeritzt, damit sich die Folie leichter lösen lässt. Dennoch habe ich letztendlich befunden, dass das abknibbeln der „Aufkleber“ für die Kinder zu schwierig ist und ich dabei zu viel helfen müsste. Wir haben sie dann zu Hause verwendet, wobei meine Jungs große Freude am Bekleben der Kreise hatten. Für den Kindergarten habe ich dann einfach bunte Stifte und ein paar Aufkleber (Punkte, Blumen, Sterne) mitgenommen.

Kreise der Kinder

Die Kinder hatten großen Spaß daran ihren Kreis zu gestalten und hätten ihn am liebsten direkt mit nach Hause genommen. Ich werde sie aber als eine Art Mobilé dem Kindergarten geben. Vielleicht werden sie dort ja aufgehangen und erinnern die Kinder an die runde Geschichte von Ballula Kugelfee.

Zum Abschluss haben wir dann noch unser Abschlusslied gesungen und von nun an werde ich regelmäßig alle 2 Wochen vorlesen. In den letzten Wochen musste das durch Ferien und Feiertage immer ein bisschen geschoben werden, aber jetzt sind wir im Rhythmus drin.

Ballula Kugelfee von Asja Bonitz und Mele Brink, Edition Pastorplatz, ISBN: 978-3-943833-16-4, 14,50€