Vorlesen: Ballula Kugelfee

Nach den Herbstferien ging es nun heute mit dem Vorlesen weiter.

Lese-Elch Lars

Wir haben gerade unser Lied gesungen, da wurden wir auch schon gestört. Der Elch Lars aus Schweden hat sich eingemischt, denn er fand es unerhört, dass wir ohne ihn angefangen haben. JA, er ist ein richtiger Bücherwurm und hat Wind von der Vorleseaktion bekommen. Da musste er natürlich mitkommen. Und dass, obwohl er kein Wort Deutsch versteht! Aber er meint, vielleicht lernt er das ja bei schönen Geschichten. Er ist außerdem ganz schön anspruchsvoll: Er möchte beim Vorlesen gemütlich auf einem Kissen sitzen und am liebsten säße er sogar an einem Lagerfeuer. Na, das geht im Kindergarten ja nun wirklich nicht. Wir haben ihm dann ein LED-Licht in einem Windlicht angemacht und es ihm auf einem Kissen zwischen den Kindern bequem gemacht.

Wenn er uns beim nächsten Mal wieder besucht, haben wir wieder etwas, womit wir uns auf die Vorlesestunde gemeinsam vorbereiten: Lars braucht seinen gemütlichen Platz und das Lichtlein muss flackern.

So, nun konnten wir endlich in Ruhe unser Lied singen.

Ballula Kugelfee und andere runde Dinge

Anschließend habe ich einen kleinen Ball hochgehalten und die Kinder gefragt, was noch alles rund ist: Eiskugeln, Äpfel, Kirschen und der Mond!

Heute kam dann das Buch „Ballula Kugelfee“ auf unsere Wolke und schwebte ins Reich der Geschichten.

Beim Vorlesen fielen den Kindern noch weitere runde Sachen ein, über die sie dann auch immer berichten mussten.

Ich war sehr gespannt, wie dieses Buch bei den Kindern ankommt, da es ja kein „Jungsthema“ ist (wobei ich die Unterscheidung sowieso nicht mag!). Die Kinder haben sich nicht dazu geäußert, wie ihnen das Buch gefallen hat, aber ich habe erstaunlicherweise keinen einzigen Ton der Ablehnung von den Jungs gehört. Das kommt sicher daher, dass diese Fee nicht mit so viel Glitzer daher kommt, wie sie es Feen sonst oft zu tun pflegen.

Spannend fanden die Kinder die runde Erde, die das Zuhause von uns allen ist. Außerdem musste sie alle schmunzeln, als ich gesagt habe, dass sie alle die allerbeste kugelrunde Sache haben: Einen Kopf mit vielen tollen Ideen!

Bastelaktion

Bei dem Buch hätte man auch über das Thema Mobbing, gesunde Ernährung und vieles andere sprechen können. Für mich stechen aber die ganzen Kugeln in dem Text hervor und ich habe mir überlegt, dass jedes Kind eine „Kugel“ (bzw. einen Kreis) bunt gestalten darf.

Erster Versuch die Kreise zu gestalten

Ich habe für solche Aktionen nicht viel Zeit und so musste ich mir gut überlegen, wie ich die Kreise gestalten lassen. Eigentlich wollte ich die Kinder nur bunte Formen aufkleben lassen. Dafür habe ich ganze Bögen mit Etiketten mit Wasserfarbe angemalt (etwas Glitzer drauf getan) und zerschnitten. Die Schnipsel habe ich dann hinten noch mit einem Cuttermesser eingeritzt, damit sich die Folie leichter lösen lässt. Dennoch habe ich letztendlich befunden, dass das abknibbeln der „Aufkleber“ für die Kinder zu schwierig ist und ich dabei zu viel helfen müsste. Wir haben sie dann zu Hause verwendet, wobei meine Jungs große Freude am Bekleben der Kreise hatten. Für den Kindergarten habe ich dann einfach bunte Stifte und ein paar Aufkleber (Punkte, Blumen, Sterne) mitgenommen.

Kreise der Kinder

Die Kinder hatten großen Spaß daran ihren Kreis zu gestalten und hätten ihn am liebsten direkt mit nach Hause genommen. Ich werde sie aber als eine Art Mobilé dem Kindergarten geben. Vielleicht werden sie dort ja aufgehangen und erinnern die Kinder an die runde Geschichte von Ballula Kugelfee.

Zum Abschluss haben wir dann noch unser Abschlusslied gesungen und von nun an werde ich regelmäßig alle 2 Wochen vorlesen. In den letzten Wochen musste das durch Ferien und Feiertage immer ein bisschen geschoben werden, aber jetzt sind wir im Rhythmus drin.

Ballula Kugelfee von Asja Bonitz und Mele Brink, Edition Pastorplatz, ISBN: 978-3-943833-16-4, 14,50€

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Vorlesen: Die kleine Schusselhexe

Ich habe mich dazu entschieden, den Kindern im Kindergarten „Die kleine Schusselhexe“ vorzulesen, denn dieses Buch ist witzig und kam auch bei meinem Bücherwürmchen sehr gut an. Allerdings habe ich mich nur in Kombination mit dem Kamishibai für dieses Buch entschieden.

Kennt ihr das Kamishibai? Es ist ein Erzähltheater aus Holz, in dem man die Bilder im DIN A3-Format präsentieren kann. Ich fand es für diese Geschichte sehr geeignet, denn die reine Vorlesezeit des Bilderbuches beträgt etwa 10 Minuten. Das ist wirklich die äußere Grenze bei einer Gruppe mit ca. 10 Kindern. Ich war auch ein wenig unsicher, ob es klappen würde, aber es ging so gerade.

Einstieg mit Lied

Nach unserem Eingangslied haben wir noch ein weiteres Lied gesungen, welches die Kinder bereits aus dem Kindergarten kennen und zwar das Lied vom Zauberer Schrappelschrut. Bei dem Lied darf ein Kind, welches den Zauberer verkörpert, ein anderes Kind in ein Tier verzaubern: Schrippel Schrappel Huckebein, du sollst eine Katze sein! Das klappte natürlich prima und lauter verschiedene Tiere liefen durch den Raum.

Nun sollten die Kinder aber eine Hexe kennen lernen, bei der das mit dem Zaubern nicht immer so gut klappt: Die kleine Schusselhexe.

Vorlesen mit Kamishibai

Wir ließen das Buch mit der Wolke in das Reich der Geschichten empor steigen und alle Kinder riefen gemeinsam „Theater, öffne dich!“ Ich habe das Kamishibai geöffnet und den Kindern die Geschichte vorgelesen. Beim Lesen konnten die Kinder die Geschichte prima auf den Bildern im Erzähltheater sehen und dabei das Gelesene entdecken. Das war auch wirklich gut so, denn ich merkte schon, dass die Kinder nach einer Weile leicht unruhig wurden, etwas trinken wollten, ihr Kleid mit dem Kleid der Nachbarin verglichen etc. Mit kleinen Fragen zu Bildern und Geschichte konnte ich sie immer wieder zurück holen, aber länger hätte die Geschichte nicht sein dürfen.

Reime ergänzen

Die kleine Schusselhexe setzt am Ende ihrer Zaubersprüche immer ein falsches Wort ein. Dabei müsste sie eigentlich nur richtig reimen um das Gewünschte zu hexen. Diesen Punkt aus dem Buch habe ich aufgegriffen: Ich habe den Kindern Sätze vorgelesen, die mit einem Reim ergänzt werden sollen. Das haben die Kinder insgesamt prima hinbekommen.

Zum Abschluss haben wir dann noch unser Abschlusslied gesungen.

Es war wieder einmal eine schöne Vorlesestunde, in der ich das erste Mal mein Kamishibai ausprobieren konnte. Ich würde sagen, es kam gut an und wird sicherlich noch öfter eingesetzt werden!

 

Die kleine Schusselhexe als Bilderbuch, von Anu Stohner und Henrike Wilson, Hanser Verlag, ISBN: 978-3-446-24161-9, 14€

Die kleine Schusselhexe – Bilderbuchgeschichten für unser Erzähltheater, Anu Stohner und Henrike Wilson, Don Bosco, 14,95€

Vorlesen: Paule Pinguin allein am Pol

Wie bereits angekündigt, möchte ich euch nun von der Vorlesestunde mit dem Buch „Paule Pinguin allein am Pol“ erzählen.

Bei unserem Eingangslied singen mittlerweile immer mehr Kinder mit. Das ist richtig schön.

Malen – Lesen – Malen

Anschließend habe ich ein schwarzes Blatt Papier auf den Tisch gelegt und angefangen darauf mit einem weißen Stift zu malen: Regen, ein durchgestrichenes Brötchen, einen Handschuh

Manchmal hat man schlechte Laune. Es nervt, wenn es regnet, Handschuhe anziehen kann ganz schön blöd sein und es kann einen auch ärgern, wenn es zum Frühstück keine Brötchen, sondern nur Toast gibt.

Was macht den Kindern schlechte Laune? Worüber ärgern sie sich? Schnee im Auge, frühes aufstehen, ins Bett gehen, aufräumen, wenn Matsche und Regen an die Hose spritzt – das alles durfte ebenfalls aufgemalt werden.

Dann habe ich den Kindern einen Duplo-Pinguin vorgestellt: Paule, der richtig schlechte Laune hat. Von dem handelt heute unser Buch, welches ich nun auf die Wolke gelegt habe. Die Kinder haben wieder ordentlich gepustet, damit sich die Wolke mit dem Buch erheben konnte und nachdem der Gong ausgeklungen war, habe ich mit dem Vorlesen begonnen.

Die Kinder hatten viel Spaß. Sie mussten über Paules Gejammer richtig lachen.

Im Anschluss an das Buch durften die Kinder auf einem großen hellen Papier in bunten Farben aufmalen, was das Leben schön macht und worüber sie sich freuen. Dabei entstanden ganz viele Sonnen, aber sie haben auch schöne Kleider, Eis, Rutschen und Schaukeln sowie Blumen aufgemalt.

Abschlusslied

Zum Abschluss habe ich dann heute noch ein Abschlusslied eingeführt. Es ist ein Abschiedslied, welches ich noch aus meiner eigenen Kindheit (von der musikalischen Früherziehung?) kenne und dessen Text ich ganz leicht abgeändert habe:

 

Fertig, fertig, Schluss und aus (dazu haben wir geklatscht)

Alle geh’n wir jetzt hier raus (auf die Tür zeigen)

Viel gibt’s noch zu lesen (wir tun so als würden wir in einem Buch lesen), werdet ihr schon seh’n (eine Hand über die Augen halten und sich umblicken)

Darum soll’s am Dienstag weiter geh’n.

 

Und so ist es auch, morgen, am Dienstag, wird es die nächste Vorlesestunde im Kindergarten geben.

 

Paule Pinguin allein am Pol von Jory John und Lane Smith, übersetzt von Andreas Steinhöfel, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-51854-5, 14,99€

Vorlesen: So müde und hellwach

Auch die zweite Vorlesestunde im Kindergarten war wieder sehr schön. Wir haben mit dem Vorlese-Lied begonnen, welches die Kinder ja nun schon ein wenig kannten (siehe HIER).

Tiere spielen eine Rolle in dem Buch

Dann habe ich ihnen meine geheime Kiste präsentiert. Verschiedene Kinder durften mal hineingreifen und ein Tier herausholen, welches wir dann gemeinsam benannt haben. Den Pelikan kannten die meisten Kinder nämlich nicht. Als wir dann alle Tiere vor uns stehen hatten, durfte sich jeweils ein Kind passend zum Tier bewegen, während die anderen es mit Lautmalerei unterstützen. Hier habe ich bereits etwas aus dem Buch übernommen: Die Robbe (im Buch ist es ein Seebär) wird mit „Pitsch Patsch“ begleitet, der Esel mit „Trapp trapp trapp“ und der Igel mit „Tip Tip Tip“.

Kinder haben aktiv zugehört

Anschließend habe ich den Kindern das Buch „So müde und hellwach“ gezeigt, in dem alle Tiere vorkommen. Ich habe die Tiere dabei noch schnell so aufgestellt, wie sie in der Geschichte immer wieder aufgezählt werden, so dass die Kinder beim Vorlesen alles gut nachvollziehen und sich bereits überlegen konnten, wie die Geschichte wohl weiter geht.

Nun mussten die Kinder noch einmal aktiv werden: Die Wolke mit dem Buch sollte schließlich mit uns ins Reich der Geschichten fliegen. Alle haben kräftig mitgepustet.

Als dann der Ton der Klangschale nicht mehr zu hören war und alle ruhig da saßen, habe ich mit dem Vorlesen des Buches begonnen.

Eine ausführliche Rezension zu dem Buch findet ihr HIER.

Die Kinder hatten jedenfalls viel Spaß an dem Buch und eine Gruppe hat auch direkt die Lautmalerei, die sie ja von den Tierbewegungen her kannten, mitgesprochen.

Spiel zum Abschluss

Da es bei dem Buch ums Einschlafen geht, haben wir noch ein passendes Spiel gespielt, welches den Kindern aus dem Kindergarten bekannt ist: Schlafkönig. Kennt ihr es auch? Alle müssen sich dazu auf den Boden legen und ganz still liegen. Wer sich bewegt, scheidet aus. Wer als letztes noch im Kreis liegt, ist Schlafkönig.

Demnächst werde ich dann noch ein Abschlusslied einführen, denn sonst endet das Ganze etwas zu abrupt.

So müde und hellwach von Susanne Straßer, Peter Hammer Verlag, ISBN: 978-3-7795-0564-8, 14,90€

Vorlesen: Kamfu mir helfen?

Letzte Woche ging es nun endlich los mit dem regelmäßigen Vorlesen im Kindergarten. Ich freue mich so!

Äußere Rahmenbedingungen

Mit der sehr netten und offenen Leitung des Kindergartens habe ich abgesprochen, dass ich alle zwei  Wochen den Vier- bis Fünfjährigen vorlese. Damit es bei maximal zehn Kindern bleibt, lese ich zwei Gruppen nacheinander vor. Auch die äußeren Rahmenbedingungen stimmen: Ich kann in einem ruhigen Raum vorlesen, in dem die Kinder auf Stühlen sitzend im Halbkreis vor mir sitzen. So hat jeder seinen eigenen Platz und rutscht nicht herum. Alle haben einen guten Blick auf mich, aber niemand kann vor den anderen Kindern schon mit ins Buch und in die Bilder gucken. Grundsätzlich mache ich es so, dass ich zunächst eine Doppelseite vorlese und dann den Kindern in Ruhe das Bild zeige. Irgendwann sollen dann auch mal das Kamishibai und die Erzählschiene zu Einsatz kommen, aber zunächst möchte ich mit „normalen“ Büchern beginnen.

Rituale

Wichtig ist mir, dass ich von Anfang an Rituale und Wiedererkennungsmerkmale schaffe. Deshalb habe ich einige Dinge mitgenommen: Immer wenn ich zum Vorlesen im Kindergarten bin, trage ich meinen „Vorleseschal“, einfach ein roter Schal mit Nilpferden drauf. So können die Kinder, wenn sie mich sehen, gleich erkennen, ob ich nur meinen Sohn bringe oder ob ich zum Vorlesen da bin. Außerdem sind meine Geschichtenwolke und meine Klangschale mit dabei. Später soll auch noch ein Kuscheltier hinzukommen, welches den Geschichten lauschen möchte, doch das möchte ich erst in der übernächsten Stunde einführen um die Kinder nicht direkt mir zu viel Neuem zu überfallen.

Die 1. Vorlesestunde

Gerne möchte ich euch nun meine Vorlesestunde kurz vorstellen. Vielleicht findet der eine oder andere Vorleser hier ja noch ein paar Anregungen.

Start mit einem Lied

Begonnen habe ich mit einem selbstgedichteten Lied zu der Melodie von „Hejo, spann den Wagen an“:

Hey-ho, heut‘ wird vorgelesen

Von Räubern, Hexen und andren spann’den Wesen.

Hört neue Geschichten, hört neue Geschichten.

Mit diesem kleinen Lied möchte ich gerne jede Vorlesestunde beginnen.

Eingepacktes, geheimnisvolles Buch

Auf dem Tisch vor mir konnten die Kinder bereits meine kuschelige Geschichtenwolke sehen, die uns mit in das Reich der Geschichten nehmen möchte. Allerdings konnten die Kinder noch nicht sehen, um welches Buch es gehen sollte, denn dieses hatte ich in Packpapier eingepackt – übrigens eine Idee aus dem Vorleseseminar in Münster-Hiltrup. Die Kinder durften Tipps abgeben, worum es gehen könnte. Immer näher sind sie der Lösung gekommen: Es geht um einen Elefanten. Nun sollten die Kinder mir erzählen, was den so zu einem Elefanten gehört. Ich habe alles, so wie die Kinder es genannt haben, aufgemalt – bis wir das Bild eines Elefanten hatten. Aber ob der Elefant im Buch genauso aussieht? Jetzt durfte das Buch von einem Kind ausgepackt werden: „Kamfu mir helfen?

Das Buch: „Kamfu mir helfen?“

In dem Buch läuft der Elefant im schnellen Lauf gegen eine Mauer und, oje, der Rüssel ist infolgedessen ganz krumm und der Elefant bekommt gar keine richtigen Töne mehr heraus. Er fragt nun andere Tiere, die auch einen Rüssel besitzen, um Rat. Der Ameisenbär schlägt vor den Rüssel zu kühlen und das Schwein rülpst gemeinsam mit dem Elefanten um den Rüssel wieder gerade zu bekommen. Doch beide Tipps helfen nicht. Dann kommt eine kleine Fliege, die sich das Ganze von Innen anschauen möchte. Sie fliegt in den Rüssel hinein. Das kitzelt den Elefanten so sehr, dass er mit großem Schwung niest. Die Fliege saust heraus und landet unsanft auf dem Boden. Aber das ist noch nicht das Schlimmste: Ihr Rüssel ist nun verknickt! Dafür ist der Elefant sein Problem wieder los.

Ein herrliches Buch! Der Text ist gereimt und voller Schwung und auch die Bilder sind humorvoll und voller Leben. Zwar dominieren die Figuren die Bilder, aber es gibt dennoch das eine oder andere interessante Detail zu entdecken. Außerdem haben die Kinder schon viel Spaß an der verknickten Form des Rüssels oder an den Gegenständen die sie im Inneren des Rüssels entdecken können.

Gerade zum Beginn dieser Vorlesestunden ist ein heiteres, fröhliches Buch gut geeignet. Die Kinder gehen mit, lachen und haben Spaß an der Geschichte. Die Reime helfen einem beim rhythmischen Vorlesen und die Stimme muss man auch nicht allzu sehr verstellen. Beim Schwein kann man mal das eine oder andere „Nöff“ mit unter bringen und der Elefant fällt alleine durch die veränderten Wörter auf: „Ich bin gefpolpert, hingeflogen und hab den Rüffel mir verbogen“. Das kann man dann noch durch das Zuhalten der Nase unterstützen.

Ins Reich der Geschichten fliegen

Bevor ich das Buch vorgelesen habe, habe ich es auf die Geschichtenwolke gelegt. Nun mussten alle Kinder mir helfen, damit wir gemeinsam losfliegen können. Alle Kinder haben gepustet und ich habe dazu folgendes gesagt: „Wolke, flieg, flieg, flieg. Nimm uns mit ins Reich der Geschichten. Flieg, flieg, flieg!“ Anschließend habe ich gegen meine Klangschale geschlagen und wir haben gelauscht, bis der letzte Ton verklungen ist. Das war für mich das Zeichen mit dem Buch loszulegen.

Abschlusslied

Im Anschluss ans Lesen haben wir dann noch ein passendes Lied gesungen, welches manche Kinder auch schon kannten: „Was müssen das für Bäume sein“. Aber auch die Kinder, die das Lied noch nicht kannten, konnten prima mitmachen, da man zu dem Lied Bewegungen machen kann.

Diese erste Vorlesestunde war relativ kurz, gut 20 Minuten insgesamt. Aber sie war ein guter Einstieg. Die Kinder waren ruhig, haben prima mitgemacht und ich hatte das Gefühl, dass es  ihnen gut gefallen hat. Ich bin gespannt, wie die nächsten Stunden werden, wenn wir uns ein bisschen besser kennen.

Kamfu mir helfen? von Dirk Schmidt und Barbara Schmidt, Kunstmann Verlag, ISBN: 978-3-88897-568-4, 14,90€

 

Rezension: Die schönsten Geschichten zum Vorlesen

Heute stelle ich euch mal ein älteres Buch vor, welches sich aber ganz aktuell in unserem Bücherregal befindet. Es ist auch kein „uraltes“ Buch, sondern etwa zehn Jahre, aber das ist bei Kinderbüchern ja leider schon alt und es ist nicht selbstverständlich, dass es dieses Buch auch heute noch gibt, was aber hier zum Glück der Fall ist.

In dem Buch „Die schönsten Geschichten zum Vorlesen“ befinden sich insgesamt 31 Geschichten, die in die Kategorien „Abenteuerliches & Wagemutiges„, „Vergnügliches & Heiteres„, „Dicke Freunde & freche Geschwister„, „Vierbeiner & Tierfreunde“ sowie „Traumreisen & Märchenwelten“ eingeteilt sind. Die Spannweite der Geschichten ist sehr groß: Einerseits finden sich hier sehr bekannte, alte Geschichten, wie z.B. „Der kleine Häwelmann“ oder ein Auszug aus dem Buch „Nils Holgersson“ und andererseits lassen sich hier auch weniger bekannte Geschichten von berühmten Kinderbuchautoren entdecken, wie z.B. das Märchen „Die Puppe Mirabell“ von Astrid Lindgren. Insgesamt werden in dem Buch viele Geschichten bekannter und guter Kinderbuchautoren zusammengefasst. So sind z.B. Kirsten Boie, Mirjam Pressler, Paul Maar, Klaus Kordon, Cornelia Funke, Janosch, Peter Härtling und einige andere mit mindestens einer Geschichte in dem Buch vertreten.

Alltägliches, Märchenhaftes und ganz viel Fantasie

Die ausgewählten Geschichten sind ausnahmslos sehr schön. Sie zeigen verschiedene Seiten des Lebens auf und werden Kinder bei der Bewältigung ihres Alltags stärken können. Ebenfalls schön ist es, dass in dem Buch sowohl Geschichten aus dem Alltag als auch märchenhafte und fantasiereiche Geschichten Platz gefunden haben:

In einigen Geschichten wird gespielt, Ängste werden überwunden und die Ferien bei den Großeltern  halten die ein oder andere Überraschung bereit. Der Franz hat Probleme, weil er wie ein Mädchen aussieht, bei Leoni erwachen die Waschlappen zu Leben, Tim sieht mit seiner weißen Haut und den roten Haaren ganz anders aus als die Kinder in Kairo, wo er neuerdings lebt und die große Schwester scheitert beim Erzählen eines Märchens. Während das Pony Sarotti durch den Direktor, der kein Gefühl für das Pony hat, dressiert wird, lernt Dr. Dolittle mit Hilfe des Papageien die Sprache der Tiere zu verstehen. Ben lernt ein Staubmonster kennen, das für ihn überhaupt nicht gefährlich ist, und der kleine Josa bekommt von einem Vogel eine Zauberfiedel geschenkt, mit der er die ganze Welt verzaubern kann.

Farbenfroh illustriert

Die bunten Bilder in dem Buch stammen alle von Dagmar Henze, so dass es keine verschiedenen Zeichenstile in dem Buch gibt und auf diese Weise eine gewisse Ruhe und ein roter Faden in das Buch kommt. Die wenig detailreichen, farbenfrohen Bilder lockern den Text gut auf und stehen immer im engen Zusammenhang mit dem Geschehen in der Geschichte, so dass die Bilder den Text gut unterstützen. Bei den Geschichten, zu denen man bereits Bilder kennt und somit die Geschichten und die darin vorkommenden Figuren auch mit gewissen Bildern verbindet, sind die Illustrationen teilweise etwas verwirrend und man wird ihnen zunächst eher mit Ablehnung begegnen und sich die altbekannten Bilder wünschen. Insgesamt kann man jedoch von einer gelungenen Illustration sprechen.

Insgesamt ist das Buch „Die schönsten Geschichten zum Vorlesen“ für Kinder ab 4 Jahren und ihre Eltern zu empfehlen. Und auch wenn es bereits im Titel heißt, dass sich die Geschichten zum Vorlesen eignen, so können viele der Geschichten auch ebenso gut von Grundschulkindern selbst gelesen werden.

Ein schönes Buch – nicht nur vom Inhalt, sondern auch durch die Ausstattung mit Leinenrücken und Lesebändchen.

Die schönsten Geschichten zum Vorlesen herausgegeben von Corinna Küpper, illustriert von Dagmar Henze, Ellermann, ISBN: 978-3-7707-2464-2, 16,90€

 

 

 

Osterhasen-Geburtstag

Es ist zwar schon eine Weile her, aber dennoch möchte ich euch gerne noch etwas von Bücherwürmchens Geburtstag erzählen. Das Motto der Feier war „Osterhasen“ – so wie es sich das Bücherwürmchen gewünscht hat. An sich hat es vielleicht nichts direkt mit Büchern oder Geschichten zu tun, aber ich habe den Kindern auch ein Buch vorgelesen, denn ich habe erlebt wie toll Kinder Vorlesestunden in Büchereien oder ähnlichem finden und mir gedacht, dass so etwas auch auf einem Kindergeburtstag seinen Platz hat. Außerdem kann man bei Themengeburtstagen auch immer gute Ideen für kleine Aktivitäten beim Vorlesen entsprechender Bücher finden.

Als Einladung haben wir natürlich Häschen ausgeschnitten. Die Deko war dieses Mal überhaupt kein Problem. Wir hatten ja alles schon von Ostern. Als Kuchen gab es dann einmal den Butterkeks-Kuchen mit Eier- und Hasen-Verzierung sowie ein Rührteig-Kuchen in Form eines bunten Ostereis.

     

Kleine Vorlesestunde

Während der Papa dann die Eier und ein kleines Oster-Pixibuch im Garten versteckte, habe ich es mir mit den Kindern zum Lesen gemütlich gemacht. Gestartet haben wir mit einem kleinen Lied (Idee vom Vorleseseminar):

Hey ho, heut‘ wird vorgelesen, von Hasenkindern und andren spannenden Wesen, hört neue Geschichten, hört neue Geschichten! (nach der Melodie: Hejo, spann den Wagen an)

Dann habe ich den Kindern ein verpacktes Buch gezeigt. Hm, worum geht es in dem Buch wohl? Ein paar Hinweise werden uns die Gegenstände aus dem Beutel geben. Einzelne Kinder durften nacheinander jeweils eine Sache heraus holen: Eine Tafel, ein Schultisch, einen Schulranzen, einen Fuchs und ein Häschen. Ui, ein Fuchs und ein Häschen, ob das wohl gut ausgeht? Und was sollen wohl die ganzen Schulsachen? Das Geburtstagskind durfte dann das Buch auspacken. Es war natürlich „Die Häschenschule“. Mit Bewegungen und Zeigen der Bilder habe ich den Kindern dann das Buch vorgelesen.

    

Das Osterhasen-Diplom

Anschließend ging es dann nach draußen, wo die Kinder die Eier suchen durften. Zum Glück blieb es die ganze Zeit trocken, obwohl es ansonsten kein schönes Wetter war. Aber wir mussten doch noch unser Hasendiplom machen. Drei Aufgaben mussten dafür erfüllt werden. Was müssen Osterhasen alles können? Eier vorsichtig transportieren (Eierlauf), hüpfen und dem Fuchs schnell entkommen (Sackhüpfen) und Verstecke finden (Topfschlagen). Alle Kinder haben natürlich das Osterhasendiplom geschafft und als Belohnung ein Ü-Ei bekommen (Bücherwürmchen hat sich so sehr gewünscht, dass jeder auf seinem Geburtstag ein Ü-Ei bekommt).

    

Kreativ beim Eier bemalen

Und dann durften die Kinder auch noch eine weitere Osterhasentätigkeit ausprobieren: Jeder bekam ein hartgekochtes Ei und konnte es bunt bemalen und damit man es auch schön auf den Tisch stellen kann, hat jeder noch aus Schwammlappen einen Eierbecher gebastelt.

  

Das war unser Osterhasengeburtstag. Wenn man nun ein entsprechendes Buch zur Osterzeit vorliest, lässt sich sicherlich eine der Aktivitäten als kleine Aktion einbauen. Es muss ja nicht immer gleich alles auf einmal sein. Eine weitere Idee wäre z.B. auch eine Hasenmaske wie Bücherwürmchen sie in einem Familienhotel gebastelt hat. Auf jeden Fall habe ich mit dem Vorlesen auf einem Kindergeburtstag gute Erfahrungen gemacht und auch das Osterhasen-Thema, welches ich zunächst etwas merkwürdig fand, ist durchaus empfehlenswert. Mal gucken, auf welche Idee Bücherwürmchen nächstes Jahr kommt…

Vorleseseminar: Die Trickkiste für Vorlesepaten

Ich möchte vorlesen, vorlesen, vorlesen! Ganz viel vorlesen! Klar, das mache ich ja auch täglich bei meinen Kindern, aber ich möchte für Kindergruppen vorlesen. Das möchte ich zwar schon lange, aber gerade bin ich in dieser Hinsicht besonders motiviert. Woran das liegt? Ich habe ein ganz tolles Vorleseseminar besucht: „Die Trickkiste für Vorlesepaten“.

Das hat so viel Spaß gemacht und ich bin mit ganz vielen Ideen nach Hause gekommen. Dafür hat sich sogar die 2 ½-stündige Fahrt bis nach Münster-Hiltrup gelohnt. Ich habe dieses Vorleseseminar auf der Homepage von Netzwerk Vorlesen (Stiftung Lesen) gefunden und mich kurzfristig dafür angemeldet. Wenn es hier bei uns so etwas nicht gibt, muss man eben auch eine längere Autofahrt auf sich nehmen, was übrigens bei den anderen Teilnehmern nicht der Fall war. Die kamen alle aus der Umgebung von Münster. Aber egal, ich wurde sehr nett in ihrer Mitte aufgenommen und habe mich auf dem Seminar sehr wohl gefühlt – es kann also durchaus sein, dass ich bei einer möglichen Fortsetzung des Seminars den Weg noch einmal auf mich nehmen würde. Das liegt aber natürlich nur zum Teil an den anderen Teilnehmern. Vor allem wurde einem hier wirklich von Daniel Werner und Malin Adler eine wahre Trickkiste zum Vorlesen präsentiert.

Die beiden Referenten haben das Seminar unter sich in zwei Teile geteilt: Zum einen ging es um die Durchführung einer erfolgreichen Vorlesestunde und zum anderen wurde gutes Vorlesen geübt.

Eine Vorlesestunde geprägt durch Rituale

Gerade der Teil, bei dem es um Abläufe, Materialien und Ideen für eine Vorlesestunde ging, hat mich  dazu angeregt mir eigene Vorlesestunden, die ich hoffentlich demnächst u.a. wieder im Kindergarten durchführen werde, auszumalen. Ganz, ganz wichtig sind Rituale und Wiedererkennungsmerkmale. Eigentlich ist einem dies ja klar, denn das ist bei Kindern immer ein wichtiges Thema, aber trotzdem braucht man manchmal einen Anstoß um diesen Grundgedanken in einer Vorlesestunde umzusetzen. Für eine Vorlesestunde kann dies also folgendes bedeuten: Gleichbleibende Grundstruktur, bestimmte Art der Begrüßung, evtl. sogar mit einem Lied, ein Lesetier, welches immer dabei ist und zu dem es vielleicht eine kleine Geschichte gibt, die wiederholt werden kann, der Vorleser trägt ein besonderes Erkennungszeichen (im Falle des Referenten zwei unterschiedlich gefärbte Ringelsocken), Anzünden einer Kerze, ein Glöckchen, das den Start des Vorlesens markiert, Hervorholen der Geheimkiste mit einem kräftigen und unterstützenden „Hau-Ruck“ der Kinder und vieles mehr… Uns wurden einzelne Bücher empfohlen und der Erzählsack, das Bilderbuchkino und das Kamishibai (Erzähltheater) wurden vorgestellt. Nein,  ich werde mir das jetzt nicht alles gleich kaufen, auf wenn es mir in den Fingern juckt, aber dass ein Kamishibai auf meinen Wunschzettel kommt, steht eh schon länger fest.

Wir wurden auch dazu angeregt zu bekannten Melodien eigene „Leselieder“ zu erfinden und diese Idee habe ich zu Hause direkt mal umgesetzt:

Hey Ho, heut‘ wird vorgelesen, von Räubern, Hexen und andren spann’den Wesen. Hört neue Geschichten, hört neue Geschichten. (nach der Melodie von „Hejo, spann den Wagen an)

Mein Kuschelelch darf vielleicht Leseelch werden und es sich beim Vorlesen auf der Geschichtenwolke gemütlich machen und als Wiedererkennungsmerkmal könnte ich beim Lesen meinen „Bücherwurm-Haarreifen“ vom Karnevalskostüm nutzen (wobei der etwas unangenehm am Kopf drückt…). Ihr merkt also, bei mir sprudeln gerade die Ideen. Am liebsten würde ich sofort loslegen. Ja, ich stelle wieder einmal fest, dass Büchern, insbesondere Kinderbüchern und dem Vorlesen meine Leidenschaft gilt.

Das Vorlesen vorbereiten

Auch das Vorlesen üben hat viel Spaß gemacht. Wir haben alle Texte aus dem Buch „Rigo und Rosa“ bekommen, die wir mit bunten Stiften für das Vorlesen vorbereiten sollten. So konnte man durch unterschiedliche Farben sehr schnell die unterschiedlichen Sprecher, also die Maus Rosa und den Leoparden Rigo unterscheiden, so dass man beim Vorlesen auch mal zu den Zuhörern aufschauen konnte ohne direkt den Anschluss im Text zu verlieren. Irgendwie ist man in einer Gruppe Erwachsener dann doch aufgeregter als bei Kindern, aber nachdem sich die erste Aufgeregtheit gelegt hat, hat es wirklich Spaß gemacht. Der Text ist aber auch klasse zum Vorlesen. Es gibt  viele Absätze, die es einem erleichterten Pausen einzuhalten und ruhig vorzulesen. Die Dialoge bringen Leben in den Text und man konnte sich an den unterschiedlichen Figuren ausprobieren. Außerdem sind die Texte einfach schön und humorvoll zugleich.

Ich finde das Buch „Rigo und Rosa“ richtig klasse und ich glaube, so ging es allen Teilnehmern. Allerdings habe ich angemerkt, dass Bücherwürmchen das Buch beim Vorlesen nicht sonderlich interessiert hat. Als ich dann am nächsten Morgen Bücherwürmchen vom Seminar erzählt habe, habe ich ihm auch mein geübtes Lesestück vorgelesen und anschließend haben wir dann gleich das ganze Buch gelesen. Und auf einmal kam der Humor des Buches bei ihm an und er lachte und schmunzelte an verschiedenen Stellen. Wieviel ein halbes Jahr doch manchmal ausmachen kann, gerade was der Sinn für Humor und angedeutete Ironie angeht.

Am Ende des Seminars durften wir uns alle Punkte, die uns wichtig waren, zusammensammeln. Jede einzelne Idee war auf einem Papierstreifen gedruckt, die man sich nehmen und in ein Säckchen stecken konnte, so dass man mit einem ganz individuellen Säckchen voller Ideen und Anregungen nach Hause ging. Ich glaube, ich werde sie mir noch auf Blätter aufkleben, denn wo soll man jetzt wieder ein Säckchen vernünftig unterbringen? Wobei ich das Säckchen selber klasse finde…

Das Seminar lieferte natürlich über das Erwähnte hinaus viele weitere Anregungen. Ich kann jedem nur empfehlen, ein solches Seminar zu besuchen. Es ist sehr bereichernd und ich hoffe nun, dass ich meine neuen Ideen sehr bald in die Praxis umsetzen kann.

Vorlesen für Erwachsene

In der Regel denkt man beim Vorlesen an das Vorlesen von Büchern für kleine Kinder, aber Vorlesen beschränkt sich nicht auf diese Personengruppe. So gibt es zum Beispiel immer mehr Vorleseaktionen für Senioren, aber auch in einer Partnerschaft kann man sich gegenseitig vorlesen. Ja, am Anfang mag es sich etwas merkwürdig anfühlen, wenn man es sich gemeinsam auf dem Sofa gemütlich macht und der eine dem anderen etwas vorliest, aber ist erst einmal die erste Unsicherheit überwunden, dann wird man schnell feststellen, dass dies ein wunderschönes Ritual sein kann. Auch in hektischen, stressigen Zeiten macht man auf diese Weise zumindest für 10 Minuten etwas gemeinsam, man kommt zur Ruhe und hört einander zu. Die Geschichte verbindet einen miteinander. Beide kennen den gleichen Text, der Grundlage für Gespräche und Gedankenanstöße sein kann.

Aber welche Bücher eignen sich dafür, um sie sich als Erwachsene gegenseitig vorzulesen? Im Prinzip natürlich alles, was beiden gefällt. Wir haben für uns festgestellt, dass sich besonders alte Kinderbuchklassiker und Krimis gut eignen. Man braucht etwas, was einen ein wenig fesselt, ein Buch, bei dem man wissen möchte, wie es weiter geht, denn ansonsten lässt man das Ritual schnell Abend für Abend ausfallen bis man gar keine Lust mehr auf das Buch hat. Schwierig sind Bücher, bei denen die Sätze sehr lang und verschachtelt sind. Das kann für den Zuhörenden anstrengend werden und man wünscht nur, dass der Vorlesende bald zum Ende kommt.

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Mein Mann und ich haben uns vor sechs Jahren das erste Mal in der Adventszeit „Das Weihnachtsgeheimnis“ von Jostein Gaarder vorgelesen. Damit hat es bei uns begonnen. Zunächst hat es über ein halbes Jahr gedauert bis wird das nächste Buch gemeinsam gelesen haben, aber seitdem lesen wir uns nun Abends, wenn die Kinder im Bett sind, abwechselnd ein Buch vor. Und im Advent kommt jedes Jahr „Das Weihnachtsgeheimnis“ dran.

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Vielleicht wollt ihr es auch mal ausprobieren, euch gegenseitig vorzulesen? Vielleicht ist dies ja sogar eine gute Idee für das neue Jahr. Dann könnt ihr hier mal einen Blick auf die Bücher werfen, die wir bereits gelesen haben. Ich staune gerade selber darüber, wieviel da mittlerweile zusammen gekommen ist und bin mir auch nicht ganz sicher, ob die Liste vollständig ist:

  • Das Weihnachtsgeheimnis von Jostein Gaarder
  • Bibbi Bokkens magische Bibliothek von Jostein Gaarder
  • Glenkill: Ein Schafskrimi von Leonie Swann
  • Garou: Ein Schaf-Thriller von Leonie Swann
  • Momo von Michael Ende
  • Der kleine Hobbit von J.R.R. Tolkien
  • Nils Holgersson von Selma Lagerlöf
  • Peter Pan von James Matthew Barrie
  • Onkel Toms Hütte von Harriet Beecher-Stowe
  • Reise um die Erde in 80 Tagen von Jules Verne
  • Tom Sawyers Abenteuer von Mark Twain
  • Huckleberry Finns Abenteuer von Mark Twain
  • Tintenherz von Cornelia Funke
  • Mord im Orientexpress von Agatha Christie
  • Die Tote im Götakanal von Maj Sjöwall und Per Wahlöö
  • Der Mann, der sich in Luft auflöste von Maj Sjöwall und Per Wahlöö
  • Endstation für neun von Maj Sjöwall und Per Wahlöö
  • Alarm in Sköldgatan von Maj Sjöwall und Per Wahlöö
  • Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand von Jonas Jonasson
  • Die Analphabetin, die rechnen konnte von Jonas Jonasson