Vorlesen mit dem Kamishibai: Nikolaus

Am 5. Dezember, einen Tag vor Nikolaus, hatte ich im Kindergarten vorgelesen. Da bot es sich natürlich an, eine Nikolausgeschichte vorzulesen.

So ganz einfach fand ich es aber gar nicht eine zu finden. Ich habe dann einerseits mein Kamishibai mit dem Erzählkartensatz „Nikolaus – Mit dem Erzähltheater durch das Kirchenjahr“ genutzt und andererseits habe ich eine Geschichte vom heiligen Nikolaus aus dem Buch „Leuchte, kleiner Weihnachtsstern“ vorgelesen. Beides habe ich miteinander kombiniert. Zunächst hat uns das erste Bild auf das Thema der Vorlesegeschichte gebracht. Die Kinder konnten es dann auch während des Vorlesens sehen, was ganz hilfreich war, da es sich um eine Vorlesegeschichte und nicht um ein Bilderbuch mit vielen Bildern handelte. Das ist in der Gruppe nicht immer ganz einfach, aber mit dem Bild im Kamishibai ging es ganz gut. Zwischendurch habe ich dann noch auf das zweite Bild gewechselt, welches Sankt Nikolaus am Hafen zeigt, denn dieses Bild passte auch zu der vorgelesenen Geschichte.

Im Anschluss an die Geschichte haben wir uns dann noch einige der weiteren Bilder des Kartensets angeschaut und darüber gesprochen, was zum heiligen Nikolaus dazugehört und wie wir heute den Nikolaustag feiern. In den Anmerkungen zu den Bildern des Kamishibais wird darauf hingewiesen, dass heute nicht der echte Nikolaus zu den Kindern kommt, sondern jemand der sich als Nikolaus verkleidet. Das ist natürlich richtig so, aber ich finde es nicht gut, wenn den Kindern so etwas im Kindergarten erzählt wird. Viele Kinder glauben ja doch, dass es sich um den echten Nikolaus handelt und meines Erachtens steht es dem Kindergarten nicht zu, ihnen diesen Glauben zu nehmen.

Eigene Kartenauswahl beim Kamishibai

Das Bild mit den aufgehängten Socken habe ich nicht verwendet, da dies bei vielen Kindern nicht mehr so üblich ist und stattdessen die Stiefel vor die Tür gestellt werden. Aber das ist ja das Schöne am Kamishibai. Man sucht sich vorher die Karten aus, die man nutzen möchte und lässt die anderen einfach weg. Auch die Anmerkungen kann man nur als eigene Hintergrundinformationen zur Hilfe nehmen oder man liest sie den Kindern vor. Gerade bei den Nikolauskarten bietet es sich aber an, über die Bilder mit den Kindern ins Gespräch zu kommen.

Als letztes haben wir uns das Bild angeschaut, auf dem die Kinder, dem Nikolaus etwas vortragen. Ich habe es zum Anlass genommen mit den Kindern die Vorlesestunde mit „Lasst uns froh und munter sein“ abzuschließen.

Ein Thema mit dem Kamishibai erarbeiten

Hier ist nun das Kamishibai auf eine ganz andere Art und Weise als bei der kleinen Schusselhexe zum Einsatz gekommen. Bei der kleinen Schusselhexe wurde eine Bilderbuchgeschichte erzählt, während hier die Kinder ein Fest im Jahreslauf kennen lernen. Anhand der Bilder bearbeitet man das Thema, kommt ins Erzählen und gibt den Kindern Informationen. Alle Kinder können das Bild gut sehen, so dass sie sich gut ins Gespräch einbringen können. Auch diese Art des Einsatzes gefällt mir gut.

Die Bilder sind hier sehr gut erkennbar. Es gibt nicht viel drum herum und das, worum es geht, steht klar im Mittelpunkt. Man könnte sie fast als etwas nüchtern beschreiben, aber zur Bearbeitung des Themas eignen sie sich durchaus sehr gut. Insbesondere das erste Bild, auf dem der Nikolaus durch den Schnee kommt, lässt aber auch eine adventliche Atmosphäre aufkommen.

Vorbereitung ist wichtig

Leider muss ich zugeben, dass ich mich ausnahmsweise mal nicht so gut auf die Vorlesestunde vorbereitet hatte, was man dann doch schnell merkt. Klar, ich habe eine Vorlesestunde auf die Reihe bekommen und die Kinder hatten auch viel Spaß, aber ich hatte zum Beispiel meine Geschichtenwolke vergessen und unserem Leseelch habe ich, ohne es zu merken einen anderen Namen gegeben. Er hieß nun auf einmal Lasse statt Lars… Hm, mal schauen, wie ich das alles wieder zurecht biege, aber ich habe daraus gelernt, dass es doch wichtig ist, sich auf das Vorlesen vernünftig vorzubereiten.

Kamishibai: Nikolaus – Mit dem Erzähltheater durch das Kirchenjahr, illustriert von Gertraud Funke, Text von Esther Hebert und Gesa Rensmann, Don Bosco Medien GmbH, 14,95€

Leuchte, kleiner Weihnachtsstern – 24 Geschichten und Gedichte mit Bildern von Markus Zöller, herausgegeben von Britta Kudla, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-61531-6, 16,95€

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Tolle Vorlesebücher

Vorlesen? Liebe ich und mache ich auch regelmäßig! Vorlesebücher? Mag ich nicht unbedingt. Es gibt nämlich einige, bei denen die Geschichten recht nichtsaussagend sind und die einen wenig in den Bann ziehen.

Dennoch möchte ich euch heute, passend zum bundesweiten Vorlesetag, Bücher mit Vorlesegeschichten vorstellen, denn natürlich gibt es auch in diesem Bereich empfehlenswerte Bücher. Man muss sie nur ausfindig machen und dabei möchte ich euch mit diesem Beitrag ein wenig helfen.

Einmal, als der Bär ans Meer kam

Eine Buchperle ist das Buch „Einmal, als der Bär ans Meer kam – Die schönsten Vorlesegeschichten“. Hier findet man wirklich eine tolle und große Auswahl an Geschichten. Sie stammen von namhaften Autoren (Peter Härtling, Rafik Schami, Janosch, Josef Guggenmos, Kirsten Boie, Paul Maar, Klaus Kordon, Mirjam Pressler und viele andere) und sie sind völlig unterschiedlich sowohl vom Inhalt her als auch von ihrer Länge. Auch ein Märchen hat Eingang in dieses Buch gefunden. Beinahe 350 Seiten Vorlesestoff bekommt man hier auf einmal und ich habe bisher keine Geschichte gefunden, die es sich nicht lohnt vorgelesen zu werden. Manche Geschichten sind alleinstehende Geschichten und andere Geschichten gehören zu einer längeren Erzählung. Alles lässt sich aber gut lesen ohne die näheren Zusammenhänge zu kennen. Vielleicht bekommt man so ja auch Lust auf ein bestimmtes Buch, aus dem eine der Geschichten stammt.

Texte und Bilder – lebendig und humorvoll

Tiere, Menschen, Phantasiewesen sowie nachdenklich, lustig, philosophisch – hier ist wirklich alles vertreten, so dass wohl jeder seine Lieblingsgeschichte finden kann. Das Buch ist zudem auch noch wunderbar farbig illustriert. Die Bilder stammen von Anke Kuhl und Philip Waechter und sie passen haargenau zu diesem Geschichtenschatz. Auch in ihnen wird das Leben lebendig und humorvoll dargestellt. Es ist ein Vorlesebuch für die ganze Familie, wobei es eher an die Zeit nach den Bilderbüchern anschließt und für Kinder ab etwa 6 Jahren geeignet ist. Ich kann es auf jeden Fall sehr empfehlen – auch als abwechslungsreiche Lektüre für die Frühstückspause in der Grundschule.

Einmal, als der Bär ans Meer kam – Die schönsten Vorlesegeschichten, Herausgegeben von Barbara Gelberg, illustriert von Anke Kuhl und Philip Waechter, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3-407-82169-0, 16,95€

Fette Beute

Für wilde Mädchen und Jungs ist auch „Fette Beute – Wilde Geschichten von Räubern und Banditen“ eine wahre Fundgrube. Hier treffen sich lauter wilde Gesellen aus der Literatur: Natürlich ist Räuber Hotzenplotz vertreten, aber auch Astrid Lindgrens Räubertochter kommt hier zum Zuge und macht Lust auf mehr. Die anderen Geschichten sind abgeschlossene Erzählungen. Sie alle machen viel Spaß! Räuber, diese ungewaschenen Kerle, die unbedingt etwas Stehlen möchten, kommen bei Kindern, die sich nicht allzu schnell gruseln, sehr gut an. Vor allem, da sie, wie mein Sohn neulich feststellte, in den Kinderbüchern eigentlich gar nicht so wirklich böse sind, sondern meistens ganz nett.

Lauter verschiedene Räuber auf Beutejagd

In vielen Geschichten kommen Räuber vor, die sich wild und böse geben, und die anderen Räubern etwas beweisen wollen, z.B. Linus Langfinger. Nur wer etwas ganz besonderes geraubt hat, kann zum Räuberhauptmann gekürt werden. Bisher ist Linus Langfinger mit seinen Raubideen eher auf die Nase gefallen, aber dieses Mal hat er sich einen tollen Plan ausgedacht: Er wird die Frau des gefürchteten Räuberhauptmanns des Nachbarortes entführen. Am Ende kommt dann aber natürlich alles ganz anders als gedacht, aber Hauptmann durfte Linus Langfinger tatsächlich werden.

Es gibt aber auch tierische Räuber, die gar keine sein wollen, so wie der kleine Fuchs Fussel, der den Gänsen lieber helfen möchte, wieder in die Lüfte zu fliegen, und Kinder, die dem merkwürdigen Verschwinden der Süßigkeitenvorräte in einem Ferienlager nachgehen. Die Geschichten in dem Buch sind also bunt gemischt, aber allesamt sind sie spannend. Die Kinder können sich bei den interessanten Titeln nur mit Mühe für eine Geschichte entscheiden, denn am liebsten würden sie sofort alle auf einmal hören. Auch dieses Buch ist sehr ansprechend illustriert. Katja Gehrmanns bunte Bilder finden sich hier. Nicht auf jeder Doppelseite ist ein Bild zu finden, dafür ziehen sich die Bilder auf anderen Seiten über die komplette Seite.

Ebenfalls zu empfehlen für Kinder ab 6 Jahren.

Fette Beute – Wilde Geschichten von Räubern und Banditen von Otfried Preußler, Wieland Freund, Florian Beckerhoff u.v.a. , illustriet von Katja Gehrmann, Thienemann, ISBN: 978-3-522-18477-9, 14,99€

Starke Vorlesegeschichten

Das Buch „Starke Vorlesegeschichten“ richtet sich dahingegen bereits an Kinder ab 4 Jahren. An diesem Buch und an der gesamten Reihe (u.a. „Fantastische Vorlesegechichten“, „Kuschelige Vorlesegeschichten“ und „Weihnachtliche Vorlesegeschichten“) gefallen mir besonders gut die Ideen zum Mitmachen. Zum einen bekommt man bereits beim Vorlesen Tipps, wie man die Kinder mit einbeziehen kann (z.B. hängt ein kleiner Junge an einem dicken Ast – an dieser Stelle bietet sich folgende Frage an: „Worauf bist du schon mal geklettert?“), und zum anderen schließt sich an die Geschichte eine kleine Aktion an. Das kann eine Bastelidee oder ein kleines Spiel sein. In diesem Buch geht es natürlich viel um Mut und Kraft. Also malt man sich selber als Muskelchampion, trägt viele Kuscheltiere auf einmal durch einen Parcours oder bastelt sich kleine Monster, die einen abends beschützen.

Ängst überwinden – Mut beweisen

In den Geschichten gibt es einen Superman, der sich vor Libellen fürchtet, einen kleinen Tiger, der lernen muss, seine Schüchternheit zu überwinden, eine pfiffige und starke Ameise, ein Mädchen, das seine Angst überwindet und vom Startblock ins Wasser springt, und natürlich noch viele andere. Überall werden Ängste überwunden und es wird festgestellt, dass jeder etwas hat, was ihm Angst macht. Es ist ein mutmachendes Buch, aber man sollte vielleicht nicht unbedingt alle Geschichten auf einmal lesen. Denn auch wenn es immer um andere Probleme und Figuren geht, ist die Grundidee bei den Geschichten doch sehr ähnlich und es könnte dann alles etwas pädagogisch wirken. Die einzelnen Geschichten machen jedoch Spaß und lassen sich gut vorlesen.

Auf jeder Seite findet man bunte Bilder von Katrin Oertel, bei denen man das Unbehagen der Figuren gut erkennen kann. Am Ende sind dann aber natürlich alle immer fröhlich, was man ebenfalls auf den Bildern sieht.

Starke Vorlesegeschichten – Helden, Freunde, große Taten von Sandra Grimm, illustriert von  Katrin Oertel, Ellermann, ISBN: 978-3-7707-2735-3, 12,99€

Und noch viel mehr tolle Vorlesebücher findet ihr in dieser Übersicht. Schaut doch mal rein und stöbert ein wenig.

Rezension: Die schönsten Geschichten zum Vorlesen

Heute stelle ich euch mal ein älteres Buch vor, welches sich aber ganz aktuell in unserem Bücherregal befindet. Es ist auch kein „uraltes“ Buch, sondern etwa zehn Jahre, aber das ist bei Kinderbüchern ja leider schon alt und es ist nicht selbstverständlich, dass es dieses Buch auch heute noch gibt, was aber hier zum Glück der Fall ist.

In dem Buch „Die schönsten Geschichten zum Vorlesen“ befinden sich insgesamt 31 Geschichten, die in die Kategorien „Abenteuerliches & Wagemutiges„, „Vergnügliches & Heiteres„, „Dicke Freunde & freche Geschwister„, „Vierbeiner & Tierfreunde“ sowie „Traumreisen & Märchenwelten“ eingeteilt sind. Die Spannweite der Geschichten ist sehr groß: Einerseits finden sich hier sehr bekannte, alte Geschichten, wie z.B. „Der kleine Häwelmann“ oder ein Auszug aus dem Buch „Nils Holgersson“ und andererseits lassen sich hier auch weniger bekannte Geschichten von berühmten Kinderbuchautoren entdecken, wie z.B. das Märchen „Die Puppe Mirabell“ von Astrid Lindgren. Insgesamt werden in dem Buch viele Geschichten bekannter und guter Kinderbuchautoren zusammengefasst. So sind z.B. Kirsten Boie, Mirjam Pressler, Paul Maar, Klaus Kordon, Cornelia Funke, Janosch, Peter Härtling und einige andere mit mindestens einer Geschichte in dem Buch vertreten.

Alltägliches, Märchenhaftes und ganz viel Fantasie

Die ausgewählten Geschichten sind ausnahmslos sehr schön. Sie zeigen verschiedene Seiten des Lebens auf und werden Kinder bei der Bewältigung ihres Alltags stärken können. Ebenfalls schön ist es, dass in dem Buch sowohl Geschichten aus dem Alltag als auch märchenhafte und fantasiereiche Geschichten Platz gefunden haben:

In einigen Geschichten wird gespielt, Ängste werden überwunden und die Ferien bei den Großeltern  halten die ein oder andere Überraschung bereit. Der Franz hat Probleme, weil er wie ein Mädchen aussieht, bei Leoni erwachen die Waschlappen zu Leben, Tim sieht mit seiner weißen Haut und den roten Haaren ganz anders aus als die Kinder in Kairo, wo er neuerdings lebt und die große Schwester scheitert beim Erzählen eines Märchens. Während das Pony Sarotti durch den Direktor, der kein Gefühl für das Pony hat, dressiert wird, lernt Dr. Dolittle mit Hilfe des Papageien die Sprache der Tiere zu verstehen. Ben lernt ein Staubmonster kennen, das für ihn überhaupt nicht gefährlich ist, und der kleine Josa bekommt von einem Vogel eine Zauberfiedel geschenkt, mit der er die ganze Welt verzaubern kann.

Farbenfroh illustriert

Die bunten Bilder in dem Buch stammen alle von Dagmar Henze, so dass es keine verschiedenen Zeichenstile in dem Buch gibt und auf diese Weise eine gewisse Ruhe und ein roter Faden in das Buch kommt. Die wenig detailreichen, farbenfrohen Bilder lockern den Text gut auf und stehen immer im engen Zusammenhang mit dem Geschehen in der Geschichte, so dass die Bilder den Text gut unterstützen. Bei den Geschichten, zu denen man bereits Bilder kennt und somit die Geschichten und die darin vorkommenden Figuren auch mit gewissen Bildern verbindet, sind die Illustrationen teilweise etwas verwirrend und man wird ihnen zunächst eher mit Ablehnung begegnen und sich die altbekannten Bilder wünschen. Insgesamt kann man jedoch von einer gelungenen Illustration sprechen.

Insgesamt ist das Buch „Die schönsten Geschichten zum Vorlesen“ für Kinder ab 4 Jahren und ihre Eltern zu empfehlen. Und auch wenn es bereits im Titel heißt, dass sich die Geschichten zum Vorlesen eignen, so können viele der Geschichten auch ebenso gut von Grundschulkindern selbst gelesen werden.

Ein schönes Buch – nicht nur vom Inhalt, sondern auch durch die Ausstattung mit Leinenrücken und Lesebändchen.

Die schönsten Geschichten zum Vorlesen herausgegeben von Corinna Küpper, illustriert von Dagmar Henze, Ellermann, ISBN: 978-3-7707-2464-2, 16,90€

 

 

 

Kuschelflosse und seine Freunde erleben ein neues Abenteuer

Bei Kuschelflosse und seinen Freunden ist immer etwas los. Im dritten Band „Der knifflige Schlürfofanten-Fall“ steht auf einmal ein eingepacktes Geschenk vor Kuschelflosses Tür und da drin ist ein Schlürfofant eingepackt. Wo kommt er nur her und was sollen Kuschelflosse und seine Freunde nun tun? Erst einmal müssen sie aufpassen, dass Schlürfi ihnen nicht alles wegsaugt, denn der kleine Schlürfofant hat großen Hunger und saugt einfach alles ein, was sich so in seiner Nähe befindet, und dann geht es auf eine abenteuerliche Reise. Kuschelflosse und seine Freunde machen sich mit Schlürfi auf den Weg ins Wuchertal, dem Zuhause des Schlürfofanten. Klar, dass sie da das eine oder andere Abenteuer erwartet.

Die Kuschelflosse-Bücher lassen sich prima vorlesen und machen einfach viel Spaß. Okay, ich gebe zu, dass mir in dem Buch ein paar zu viele Adjektive vorkommen. Alles ist besonders und wird groß und bunt ausgeschmückt. Aber dadurch nimmt die Geschichte auch an Fahrt auf und Kindern macht das alles große Freude. Die kleinen Abenteuer, die die Freunde erleben sind spannend. Ich dachte erst, dass die schwarzen Hintergründe im Kapitel „Die gruselige Abkürzung“ für Kinder vielleicht etwas zu aufregend für Kindernerven sind, aber beim dem Erzähltempo und dem Witz, der doch irgendwie immer wieder durchschimmert, ist dann doch alles gut auszuhalten.

Bücherwürmchen hat besonders viel Spaß an Herrn Kofferfisch. Über seine Bemerkungen musste er immer wieder lachen, aber das kann ich durchaus verstehen. Herr Kofferfisch macht wirklich Spaß und hier wird der kindliche Humor toll angesprochen.

Die Illustrationen sind niedlich, fröhlich und humorvoll. Alle Figuren wirken durch ihre großen Augen und den freundlichen Gesichtsausdrücken sehr sympathisch. Die Kinder haben auf jeder Seite etwas zu gucken, wobei die Bilder manchmal eindeutig in den Hintergrund treten und auf manchen Seiten eher schmückendes Beiwerk sind. Es gibt aber auch Bilder, die eine ganze Seite einnehmen. Insgesamt gibt es hier sicherlich ein gutes Text-Bild-Verhältnis.

Uns hat das Buch gut gefallen. Schade nur, dass es schon wieder so schnell durchgelesen ist.

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Kuschelflosse – Der knifflige Schlürfofanten-Fall von Nina Müller, Magellan Verlag, ISBN: 978-3-7348-2806-5, 12,95€

HIER geht es zur Besprechung der ersten beiden Teile.

Vorlesen für Erwachsene

In der Regel denkt man beim Vorlesen an das Vorlesen von Büchern für kleine Kinder, aber Vorlesen beschränkt sich nicht auf diese Personengruppe. So gibt es zum Beispiel immer mehr Vorleseaktionen für Senioren, aber auch in einer Partnerschaft kann man sich gegenseitig vorlesen. Ja, am Anfang mag es sich etwas merkwürdig anfühlen, wenn man es sich gemeinsam auf dem Sofa gemütlich macht und der eine dem anderen etwas vorliest, aber ist erst einmal die erste Unsicherheit überwunden, dann wird man schnell feststellen, dass dies ein wunderschönes Ritual sein kann. Auch in hektischen, stressigen Zeiten macht man auf diese Weise zumindest für 10 Minuten etwas gemeinsam, man kommt zur Ruhe und hört einander zu. Die Geschichte verbindet einen miteinander. Beide kennen den gleichen Text, der Grundlage für Gespräche und Gedankenanstöße sein kann.

Aber welche Bücher eignen sich dafür, um sie sich als Erwachsene gegenseitig vorzulesen? Im Prinzip natürlich alles, was beiden gefällt. Wir haben für uns festgestellt, dass sich besonders alte Kinderbuchklassiker und Krimis gut eignen. Man braucht etwas, was einen ein wenig fesselt, ein Buch, bei dem man wissen möchte, wie es weiter geht, denn ansonsten lässt man das Ritual schnell Abend für Abend ausfallen bis man gar keine Lust mehr auf das Buch hat. Schwierig sind Bücher, bei denen die Sätze sehr lang und verschachtelt sind. Das kann für den Zuhörenden anstrengend werden und man wünscht nur, dass der Vorlesende bald zum Ende kommt.

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Mein Mann und ich haben uns vor sechs Jahren das erste Mal in der Adventszeit „Das Weihnachtsgeheimnis“ von Jostein Gaarder vorgelesen. Damit hat es bei uns begonnen. Zunächst hat es über ein halbes Jahr gedauert bis wird das nächste Buch gemeinsam gelesen haben, aber seitdem lesen wir uns nun Abends, wenn die Kinder im Bett sind, abwechselnd ein Buch vor. Und im Advent kommt jedes Jahr „Das Weihnachtsgeheimnis“ dran.

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Vielleicht wollt ihr es auch mal ausprobieren, euch gegenseitig vorzulesen? Vielleicht ist dies ja sogar eine gute Idee für das neue Jahr. Dann könnt ihr hier mal einen Blick auf die Bücher werfen, die wir bereits gelesen haben. Ich staune gerade selber darüber, wieviel da mittlerweile zusammen gekommen ist und bin mir auch nicht ganz sicher, ob die Liste vollständig ist:

  • Das Weihnachtsgeheimnis von Jostein Gaarder
  • Bibbi Bokkens magische Bibliothek von Jostein Gaarder
  • Glenkill: Ein Schafskrimi von Leonie Swann
  • Garou: Ein Schaf-Thriller von Leonie Swann
  • Momo von Michael Ende
  • Der kleine Hobbit von J.R.R. Tolkien
  • Nils Holgersson von Selma Lagerlöf
  • Peter Pan von James Matthew Barrie
  • Onkel Toms Hütte von Harriet Beecher-Stowe
  • Reise um die Erde in 80 Tagen von Jules Verne
  • Tom Sawyers Abenteuer von Mark Twain
  • Huckleberry Finns Abenteuer von Mark Twain
  • Tintenherz von Cornelia Funke
  • Mord im Orientexpress von Agatha Christie
  • Die Tote im Götakanal von Maj Sjöwall und Per Wahlöö
  • Der Mann, der sich in Luft auflöste von Maj Sjöwall und Per Wahlöö
  • Endstation für neun von Maj Sjöwall und Per Wahlöö
  • Alarm in Sköldgatan von Maj Sjöwall und Per Wahlöö
  • Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand von Jonas Jonasson
  • Die Analphabetin, die rechnen konnte von Jonas Jonasson

70 Jahre Oetinger Verlag: Das Beste von Oetinger

Dieses Jahr ist der Oetinger Verlag 70 Jahre alt geworden! Da sage ich aus ganzem Herzen „Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für viele, viele wunderschöne Bücher.“ Ja, der Oetinger Verlag ist einer der Verlage, die ich als erstes bewusst wahrgenommen habe und er ist einer meiner allerliebsten Verlage, denn immerhin sind hier die Bücher von Astrid Lindgren herausgekommen. Aber nicht nur die Astrid Lindgren-Bücher gibt es beim Oetinger Verlag, sondern auch die Bücher von Willi Wiberg, die Bücher von Pettersson und Findus sowie von Mama Muh, die Bücher von Franz, von den Olchis, vom Sams und vielen andern Kinderbuchhelden. Der Oetinger Verlag macht einfach ganz viele tolle Bücher und das muss natürlich gefeiert werden. Der Verlag hat aus diesem Anlass ein paar Sonderausgaben zu den bekanntesten Figuren herausgebracht. So sind z.B. die Bücher „Das Beste von den Olchis“, „Das Beste vom Sams“ und „Das Beste von Astrid Lindgren“ erschienen.

Und als besonderes Highlight gibt es auch den Band „Das Beste von Oetinger“. Hier bekommt man einen guten Überblick über die beliebten Kinderbuchhelden, die beim Oetinger Verlag ein Zuhause bekommen haben. Es gibt Geschichten von Paul Maar, James Krüss und Astrid Lindgren sind vertreten, Bilderbuchgeschichten wie „Findus zieht um“ oder „Die kleine Hexe hat Geburtstag“ sind ebenso dabei wie Geschichten aus längeren Geschichten wie „Der kleine Ritter Trenk und das Schwein der Weisen“ oder „Vorsicht, die Herdmanns schon wieder!“. Aus manchen Büchern sind auch gleich mehrere Geschichten abgedruckt, wie z.B. aus Kirsten Boies Buch „Sommer im Möwenweg“. Auf jeden Fall bietet dieses Buch der ganzen Familie jede Menge Vorlese- und Lesespaß. Alle Geschichten kann man gut lesen, auch wenn sie teilweise nur ein kleiner Teil aus einem Gesamtwerk sind oder bei einer Bilderbuchgeschichte ein einzelnes Bild fehlt, wobei man anmerken muss, dass dieses Buch wirklich sehr reichlich und umfassend bebildert ist. Es hat mich doch erstaunt, dass beinahe alle Bilder aus den Originalbüchern übernommen wurden. Auch die farbige Seitengestaltung des Buches „Im Affenzahn mit der Bimmelbahn“ findet man hier wieder.

Bei den einzelnen Geschichten aus längeren Büchern ist es manchmal schon etwas schade, wenn man hier eben nur einen Teil geboten bekommen hat, aber wenn man nun auf den Geschmack von „Coolman und ich“ gekommen ist, kann man natürlich mit einem Bücherkauf oder einen Büchereibesuch daran anknüpfen.

Das Beste von Oetinger“ ist ein tolles Buch. Man begegnet einerseits vielen tollen Kinderbuchhelden und andererseits erhält man eine ganze Menge Vorlesespaß unterschiedlichster Art und Weise. Hier ist auf jeden Fall für alle etwas dabei. Etwas schade ist es, dass auf der Rückseite etwas durchscheint, aber das ist nur ein kleines Detail am Rande.

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Das Beste von Oetinger, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0457-2, 20€

Für die ganze Familie: Jede Menge Vorlesestoff

Sehr schön für die ganze Familie sind Vorlesebücher. Sie eignen sich auch gut als Lektüre für den Urlaub, denn so hat man mit einem einzigen Buch gleich viele verschiedene Geschichten eingepackt. Allerdings gibt es auch einige Bücher mit langweiligen, nichtssagenden Geschichten und so lohnt es sich bei der Auswahl genauer hinzuschauen.

Ein paar Bücher, die sich natürlich auch gut als Geschenk für Weihnachten eignen, möchte ich heute vorstellen.

Ein ganz besonderes Vorlesebuch ist sicherlich „Im Affenzahn mit der Bimmelbahn – Das große James Krüss Vorlesebuch“, denn hier finden sich neben normalen Geschichten, viele in gereimte Gedichte verpackte Geschichten. Ich bin nicht unbedingt ein Gedichte-Fan, aber ich mag James Krüss unheimlich gerne. Vor allem sind es nicht einfach nur Gedichte, die schön gereimt sind und sich nett anhören, sondern sie erzählen ganze Geschichten. Bei James Krüss geht es lustig und fantasievoll zu und man bekommt Spaß an der Sprache und am Reimen.

Ich gebe zu, dass mir bei „Henriette Bimmelbahn“ die Bilder von Lisl Stich ein wenig fehlen, aber ansonsten bin ich mit großer Freude auf Entdeckungstour quer durch das Buch gegangen. Besonders spannend fand ich es, dass ich einige Texte gefunden habe, die mir aus der Kindheit bekannt waren, von denen ich aber nicht wusste, dass sie von James Krüss waren. Ich bin mir ganz sicher, dass meine Mutter uns „Die Weihnachtsmaus“ früher aus einem Weihnachtsbuch vorgelesen hat und die „Hundertzwei Gespensterchen“ soll ich angeblich bei der musikalischen Früherziehung kennen gelernt haben. Ich kann mich daran und auch an den Text nicht mehr erinnern, aber ich war dennoch hoch erfreut, dass ich dieses Gedicht nun James Krüss zuordnen kann und ich den ganzen Text noch einmal lesen konnte. Die bekannte Geschichte von „Ladislaus und Annabella“ findet man hier natürlich auch, wie so viele, viele andere Geschichten und Gedichte.

In diesem Buch kann man wirklich stundenlang blättern, selber lesen, vorlesen und es immer wieder hervor holen. Dieses Buch gehört einfach in jede Familie.

Die Seiten sind farbig und mit Illustrationen gestaltet. Auch auf diese Weise wird deutlich, wie bunt diese Vielfalt, die Sprache und Fantasie von James Krüss sind. Hier kann einfach nichts weiß bleiben.

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Im Affenzahn mit der Bimmelbahn – Das große James Krüss Vorlesebuch, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0372-8, 16,99€

Liest du  mir was vor?“ fällt alleine durch das „Vorleseglücksrad“ auf dem Cover positiv auf. Kinder haben einfach großen Spaß daran, das Glücksrad zu drehen und zu schauen, wo der Pfeil stehen bleibt, wobei sie da ganz schnell ein wenig nachhelfen und so der Pfeil immer wieder bei den Lieblingsgeschichten landet. Die Bilder, die jeweils für eine Geschichte stehen, verraten noch nicht all zu viel von dem Inhalt, was es einerseits spannend macht, aber andererseits sind manche Bilder Kindern erst einmal zu langweilig oder nichtssagend, so dass sie die Geschichte nicht auswählen möchten. Dies muss im Umkehrschluss jedoch nicht heißen, dass sie die Geschichte selbst nicht spannend fänden.

Die Geschichten selber können auf jeden Fall überzeugen. Sie sind sehr kindgerecht und stammen einerseits aus dem Alltag der Kinder und andererseits gibt es Piraten-, Räuber- und Marsmännchengeschichten – insgesamt eine schöne Mischung. Es geht einfach um Dinge, die Kinder bewegen: Es werden Pommes angebaut und mit Ketchup gedüngt, der Papa zeigt dem Sohn ein paar Fußballtricks, es geht um Streit und Spaß zwischen Geschwistern, im Traum läuft das Karussellpferd über Wiesen und Felder und vieles mehr. Bücherwürmchen möchte jedenfalls eine Geschichte nach der anderen hören.

Illustriert ist das Buch natürlich auch. Die Bilder sind frisch und fröhlich.

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Liest du mir was vor? von Maren von Klitzing, illustriert von Barbara Korthues, ellermann im Dressler Verlag, ISBN: 978-3-7707-4296-7, 14,99€

Ebenfalls überzeugen kann das Buch „Die Welt bei uns zu Hause – Vorlesegeschichten über andere Kulturen“. Kinder können hier spielerisch und ganz nebenbei etwas über Traditionen und Bräuche aus anderen Ländern erfahren. Besonders gut gefällt mir, dass das alles ohne erhobenen Zeigefinger geschieht. Sie wirken nicht angestrengt und man hat nicht das Gefühl, dass hier unbedingt etwas vermittelt werden soll. Im Gegenteil, die Geschichten kommen ganz natürlich daher, sie greifen kindliche Erlebnisse auf und lassen sich gut lesen. Die Begegnungen mit Sprachen, Traditionen und Menschen aus anderen Ländern finden im deutschen Alltag statt, z.B. im Kindergarten oder beim besten Freund zu Hause. So lernt Tim beim Kindergeburtstag seiner Freundin Lupita die mit Süßigkeiten gefüllte Pinata kennen und mit Samba aus dem Senegal dürfen die Kinder aus dem Kindergarten einmal in der Woche trommeln. Außerdem lernen die Kinder im Kindergarten das schwedische Luciafest kennen, Lilly darf bei ihrer chinesischen Freundin An das Essen mit Stäbchen ausprobieren und Lena darf sich mit ihrer Oma eine Aufführung von „Schwanensee“ anschauen. Sinterklaas, das kurdische Neujahrsfest, italienisches Essen, eine finnische Sauna spielen in diesem Buch neben einigen anderen Ländern und Bräuchen ebenfalls eine Rolle. Insgesamt gibt es 20 Geschichten aus ganz unterschiedlichen Kulturen in dem Buch, welches ebenfalls mit bunten Bildern illustriert ist.

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Die Welt bei uns zu Hause – Vorlesegeschichten über andere Kulturen von Susanne Orosz, illustriert von Stefanie Scharnberg, ellermann im Dressler Verlag, ISBN: 978-3-7707-3423-8, 14,99€

Vielleicht wirken sie auf den ersten Blick etwas unspektakulär, aber zum Vorlesen und insbesondere abends eignen sich die Geschichten aus dem Buch „Wunderbare Gute-Nacht-Geschichten“ dennoch sehr gut. Die Geschichten verlaufen insgesamt sehr ruhig und sie sind meist auch kaum länger als 1 ½ Seiten, aber gerade deswegen sind sie als Gute-Nacht-Geschichte genau das richtige. Denn abends brauchen Kinder nichts aufregendes mehr, was sie dann nicht schlafen lässt. Besonders schön ist es für Kinder, dass es hier stets ein Bild zu jeder Geschichte gibt, welches über eine ganze Seite geht. Der Stil von Erwin Moser ist in den Bildern klar erkennbar und macht sie so unwiderstehlich. Das Buch lässt uns durch Texte und Bilder in eine warme, zu meist freundliche und fantasievolle Welt eintreten, in der sich Mäuse um den kranken Elefanten Bolo kümmern, die Maus Aline ihren Freund, den Dachs Norbert, in seiner eingeschneiten Blockhütte besucht, der lärmgeplagte Uhu Erwin sich ein neues Zuhause sucht, damit die Mäuseeltern ihre Kinder nicht mühsam immer wieder zur Ruhe bringen zu müssen und Katzen bei den Maulwürfen ins Notquartier ziehen.

Ganze 77 kurze Geschichten findet man in diesem Buch, doch allzu lange wird dieses Vorlesebuch sicherlich dennoch nicht als Gute-Nacht-Geschichten-Buch her halten können, denn schon bald werden die Kinder fordern, dass mehr als eine Geschichte gelesen wird oder das man sich während des Tages noch einmal mit diesem Buch hinsetzt.

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Wunderbare Gute-Nacht-Geschichten von Erwin Moser, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3-407-82168-3, 14,95€

Vorlesen in der Weihnachtszeit

Eigentlich verwunderlich, dass es dieses Buch erst jetzt gibt: „Weihnachtliche Vorlesegeschichten – Sterne, Engel, Schlittenfahrten“. In der Reihe der Vorlesegeschichten „mit lustigen Ideen zum Mitmachen“ gibt es schon ein paar Bücher, aber ein weihnachtliches fehlte bisher. Nun ist es aber endlich erschienen und wir haben auch schon ein wenig in dem Buch gelesen. Bücherwürmchen identifizierte das Buch direkt als Teil der „Vorlese-Mitmach-Reihe“ und freute sich auf die Fragen und Aufgaben zu den Geschichten, denn dies ist das Besondere dieser Bücher, von denen wir bereits die Fantastischen und Kuscheligen Vorlesegeschichten haben. Im Text sind ein paar Wörter markiert, zu denen es am Rand kleine Aufgaben gibt. Dies können Rätsel- oder Erzählfragen sein, Entdecker- und Suchaufgaben zu den Bildern oder kleine Aufforderungen wie „Singe auch ein Weihnachtslied“ oder ähnliches. Am Anschluss an jede Geschichte bekommt man dann sogar noch eine Spielidee, ein Rezept oder einen Bastelvorschlag. Bücherwürmchen mag diese Bücher richtig gerne. Er ist nicht bei allen Büchern offen für Fragen oder Gespräche, aber hier macht er bereitwillig mit. Er singt „Oh Tannenbaum“, er zählt die Glöckchen an der Rentierkutsche, er flattert wie die Fledermaus Cleo durchs Zimmer, er nennt seinen eigenen Geburtstag und vieles mehr. Die Bilder-Suchaufgaben sind für ihn recht einfach, aber auch diese führt er gerne aus.

Auch mir gefällt der neue Band der Reihe gut. Die Geschichten selbst sind wieder sehr ansprechend. Alles dreht sich um die Weihnachtszeit, aber die Geschichten sind nicht unbedingt besinnlich, sondern sie sind fröhlich, humorvoll, lebendig. Es macht Spaß über die Hexen zu lesen, die sich Weihnachten jederzeit herbei hexen können, die dann aber doch feststellen, dass es viel schöner ist, wenn man „echte“ Weihnachten einmal im Jahr feiert, das kleine Eichhörnchen Franzi, das keine Weihnachtspost bekommt, tut einem leid, aber man ahnt schon, dass es am Ende für Franzi eine Überraschung geben könnte und die Geschichte auf dem Weihnachtsmarkt, bei der sogar ein Taschendieb vorkommt, ist natürlich besonders spannend.

Die Bilder sind sehr farbkräftig und witzig. Sie passen gut zu den Geschichten. Auch die Fragen und Aufgaben sind angemessen und regen zu schönen kleinen Gesprächen und Interaktionen an. Die Ideen im Anschluss an die Geschichten überzeugen mich ebenfalls. Bücherwürmchen und ich haben direkt „Ich belade meinen Schlitten“ (Spielprinzip wie „Ich packe meinen Koffer“) gespielt und unser Gedächtnis trainiert. Den Quatschwunschzettel von einem Schlossgespenst oder verschiedenen Tieren finde ich auch sehr lustig und fantasieanregend und die Schokoladencreme müssen wir natürlich auch unbedingt mal ausprobieren. Sie klingt auf jeden Fall sehr lecker, genauso wie der Weihnachtspunsch.

Weihnachtliche Vorlesegeschichten – Sterne, Engel, Schlittenfahren“ ist ein sehr schönes Buch für die Weihnachtszeit. Man kann es sowohl wunderbar in der Familie als auch in einer Kindergruppe lesen. Besonders schön ist es dann natürlich, wenn man auch noch ein wenig Zeit hat, die Ideen in dem Buch umzusetzen, aber vieles davon erfordert kaum Zeit und Materialien. Es kann also direkt losgelegt werden.

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Weihnachtliche Vorlesegeschichten von Katja Richert, illustriert von Iris Hardt, Ellermann Verlag, ISBN: 978-3-7707-2648-6, 12,99€

24 schöne weihnachtliche Texte

Ihr möchtet gerne im Dezember bis Weihnachten jeden Tag etwas vorlesen, aber nicht unbedingt eine fortlaufende Geschichte? Dann ist vielleicht das Buch „Leuchte, kleiner Weihnachtsstern“ etwas für euch. Das Buch beinhaltet 24 verschiedene Texte unterschiedlicher Autoren. Es sind sowohl Geschichten als auch Gedichte dabei.  Sogar mein Lieblingsweihnachtsgedicht, welches ich seit Kindertagen auswendig kann, ist in dem Buch zu finden: Vom Christkind von Anna Ritter.

Insgesamt beinhaltet das Buch eine tolle, bunte Mischung. Es gibt Geschichten, die einfach in der heutigen Weihnachtszeit spielen und in denen es um Wünsche, Sehnsüchte, Freundschaften und Wunder geht, aber auch Geschichten, die etwas aus der biblischen Weihnachtsgeschichte oder ähnliches thematisieren. Joseph von Eichendorffs bekanntes Gedicht „Weihnachten“ (Markt und Straßen stehn verlassen,…“) ist hier genauso vertreten wie James Krüss‘ „Ladislaus und Annabella“. Ich freue mich darüber hinaus besonders über die schöne Geschichte „Die vier Lichter des Hirten Simon“, die einfach herzerwärmend ist. Außerdem kann ich auch noch mal meine Textkenntnisse von „Knecht Ruprecht“ auffrischen.

Leider gefallen mir persönlich die Bilder nicht ganz so gut. Auf mich wirkt alles etwas zu grob und grell, ein wenig so wie auf manchen Schokoladenadventskalendern. Es ist einfach nicht meine Art von Geschmack. Für mich ist es zu kitschig und Disneymäßig. Die Bilder lassen bei mir keine Weihnachtsstimmung aufkommen, aber ich glaube, dass gerade Weihnachten die Geschmäcker weit auseinander gehen. Gut gefällt mir dahingegen, dass das Buch mit einem Lesebändchen ausgestattet ist und dass es einen Samtrücken hat.

Die Bilder sind vielleicht nicht jedermanns Sache, aber ich behaupte, dass bei den Geschichten für alle etwas dabei ist und ich glaube sogar, dass sich alle in der Familie Tag für Tag über die verschiedenen, ganz unterschiedlichen Texte freuen werden. Das Buch beinhaltet nämlich wirklich eine tolle Auswahl, welche man sicherlich Jahr für Jahr wieder lesen kann.

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Leuchte, kleiner Weihnachtsstern – 24 Geschichten und Gedichte mit Bildern von Markus Zöller, herausgegeben von Britta Kudla, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-61531-6, 16,95€

Weihnachten im hohen Norden – Eine tolle Geschichtensammlung

Heute habe ich eine wunderbare Buchempfehlung für die ganze Familie: „Skandinavische Weihnachten“. Was für ein schönes Weihnachtsbuch! Allein von außen sieht es mit dem Leinenrücken und der goldenen Schrift schon wie ein richtiges Familien-Vorlesebuch aus. Und dann ist da natürlich noch der Inhalt: Eine tolle Sammlung von skandinavischen weihnachtlichen Geschichten. Herrlich! Ja, ich weiß, hier kann ich als Skandinavien-Liebhaber natürlich nicht ganz neutral sein, aber dieses Buch ist wirklich toll und zwar für jeden, der es gerne weihnachtlich mag. Mit diesem Buch und den darin enthaltenen Geschichten kommt automatisch Weihnachtsstimmung auf.

Das Buch beinhaltet Geschichten aus Schweden, Dänemark, Norwegen, Island und Finnland. Neben bekannten Geschichten wie „Pelle zieht aus“ von Astrid Lindgren oder Hans Christian Andersens Märchen „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern“ findet man hier auch Geschichten, die man noch nicht kennt. Gerade die isländischen Geschichten sind mir persönlich gänzlich unbekannt und ich finde es toll, dass man auch aus diesem nordischen Land mal ein paar Geschichten kennen lernt. Insgesamt sind hier viele namhafte Autoren vertreten. Neben Astrid Lindgren findet man u.a. ebenfalls Geschichten von Selma Lagerlöf, Sven Nordqvist, Elsa Beskow, Tove Jansson oder Mauri Kunnas. Mir gefällt die Auswahl der Geschichten sehr gut, vor allem da es hier trotz der bekannten Autoren viele Geschichten zu entdecken gibt, die man vielleicht noch nicht gehört hat.

Die Bilder stammen von verschiedenen Illustratoren, da viele Bilder aus anderen Veröffentlichungen der Geschichten kommen. So herrscht eine angenehme Abwechslung. Es befinden sich nicht auf allen Doppelseiten Illustrationen, aber es gibt beim Vorlesen genug zu gucken. Dieses Buch ist eher ein Vorlesebuch, in dem man gerne blättert, als ein Bilderbuch. Das merkt man auch daran, dass bei Geschichten, die bereits als Bilderbuch veröffentlicht wurden, längst nicht alle Bilder übernommen wurden.

Eine besondere Zugabe ist das „Weihnachtswissen“ zu jedem der hier vertretenen Länder. Hier erfährt man einiges über die Traditionen und Bräuche, so dass man auch die Geschichten letztendlich besser verstehen kann.

In diesem Buch geht es weihnachtlich und märchenhaft zu. Wichtel und andere weihnachtlichen Helfer tragen zur geheimnisvollen Stimmung bei.

Wir werden in diesem Buch in der Adventszeit sicherlich regelmäßig lesen. Ich freue mich schon jetzt darauf!

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Skandinavische Weihnachten – Die schönsten Geschichten von Astrid Lindgren, Hans Christian Andersen, Sven Nordqvist u.a., Oetinger, ISBN: 978-3-7891-0415-2, 22,99€