Pixi Wissen: Kurze, interessante Sachtexte

Heute möchte ich euch nun das Pixi-Buchformat vorstellen, dass meines Erachtens perfekt in jede Grundschulklasse passt: Pixi Wissen.

Die Pixi-Wissen-Bücher richten sich an Grundschulkinder und nicht wie die klassischen Pixibücher an Kindergartenkinder, deshalb hatten wir bisher auch noch keine Bücher davon. Aber nun haben wir welche und ich bin wirklich begeistert von ihnen.

Bücher, nach denen Kinder greifen

Sie sind vom Format her etwas größer als die klassischen Pixibücher, haben etwas mehr Seiten und kosten einen Euro mehr. Sie sind aber immer noch so günstig, dass man mit ihnen schnell eine abwechslungsreiche und informative Klassenbibliothek eingerichtet hat, die auch nicht viel Platz benötigt. Ein weiterer Vorteil ist, dass jedes Buch eine eigene ISBN hat und somit auch einzeln bestellt werden kann.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kinder, die gerade lesen gelernt haben, sich manchmal trotz guter Lesekenntnisse nicht an dickere, größere Bücher heranwagen. Die kleinen Pixibücher nehmen sie aber fast automatisch in die Hand, blättern darin herum, lesen eine Überschrift, die sie spannend finden und dann wird auch schon der dazugehörige Text gelesen.

Besonders gut funktioniert dies bei den Pixibüchern, die aus einer Kooperation mit der Zeitschrift „Warum!“ entstanden sind. Wir haben davon die Bücher „Unsere Tiere“ und „Unser Wald“. Es sind nicht unbedingt die Lieblingsthemen von Bücherwürmchen, vor allem nicht in Vergleich zu den Pixis „Dinosaurier“ oder „Burgen“, aber dennoch hat er sich als erstes mit diesen Heftchen ausführlich beschäftigt. Die gestellten Fragen, die hier die Überschriften darstellen, machen einfach auf die Antworten neugierig.

Wissensvermittlung mit Rätseln

Es gibt auch einige Pixibücher, die eine „Wissen macht Ah!“-Doppelseite enthalten, wobei ich diese Seite jetzt nicht unbedingt so besonders finde. Insgesamt finde ich aber, dass die Pixi Wissen-Bücher unglaublich viele Informationen auf den wenigen Seiten in kurzen Texten bereit halten, die für Grundschulkinder verständlich sind. Das neugelernte Wissen kann man dann am Ende sogar häufig noch in einem Quiz überprüfen. Außerdem werden wichtige Wörter noch einmal in einem Lexikon erklärt und teilweise gibt es sogar noch eine Rätselseite (bei den Büchern, bei denen es nicht die Wissen macht Ah!-Seite gibt). Auch das ist in Hinsicht auf die Leseförderung in der Grundschule sicherlich positiv zu bewerten, macht Kinder in der Regel aber auch viel Spaß.

Im Weiteren gibt es innerhalb der Pixi Wissen-Bücher auch noch die Bücher, die uns zu einem bestimmten Thema „100 mal Wissen und Staunen“ lassen. Hier werden 100 Fakten zu einem Thema kurz erklärt. Bei dem Pixi-Buch „Die Erde“ gibt es z.B. den Punkt „Jede Menge Seen“ (Kanada ist das Land mit den meisten Seen“ oder unter „Höhenflug“ wird erwähnt, dass die Streifengänse die höchste Flughöhe eines Vogels erreichen.

Große Themenvielfalt

Es gibt also selbst unter den Pixi Wissen-Heftchen einige Unterschiede: Pixi Wissen – Einfach gut erklärt, Pixi Wissen in Kooperation mit „Warum!“, Pixi Wissen mit „Wissen macht Ah!“ und Pixi Wissen „100 mal Wissen und Staunen“. Aber alle diese Hefte eigenen sich für die Grundschule gleichermaßen. Sie sind alle interessant, informativ, reichlich bebildert und verständlich. Es gibt sie zu beinahe allen Themen, die für Kinder in diesem Alter interessant sind: Bücher zu Natur und Tieren, Bücher zu geschichtlichen Themen, Bücher zur Erde und Geografie, Bücher zu Technik und Raumfahrt etc.

Eine weitere Reihe innerhalb der Pixi Wissen-Bücher ist „Basiswissen Grundschule“. Hier erfährt man zum einen etwas über das Lernen und den Schulalltag allgemein und zum anderen gibt es hier auch Bücher zu verschiedenen Fächern, z.B. „Lernspiele Mathe“. Ich weiß  nicht, ob Kinder an diesen Büchern zu Hause sonderlich viel Spaß haben (was sie an den anderen Pixi Wissen-Büchern definitiv haben), aber in der Schule können sie sicherlich das Freiarbeitsmaterial gut ergänzen.

Etwas aus dem Rahmen fallen meines Erachtens Hefte wie „Spiele für draußen“ oder „Papierflieger“ o.ä. Solche Themen würde ich persönlich nicht unter dem Begriff „Pixi Wissen“ erwarten, aber die Bücher an sich sind durchaus empfehlenswert. Hier kann man auch z.B. für Kindergeburtstage das eine oder andere Spiel finden.

Ich mag die klassischen Pixibücher gerne und wir haben eine riesige Sammlung, aber von den Pixi Wissen-Büchern bin ich fast noch begeisterter. Hier hat man so schnell ein paar kurze Sachtexte zu den verschiedensten Themen zusammen. Gerade in der Schule lassen sie sich vielfältig einsetzen, aber auch zu Hause ist eine solche Bibliothek aus kleinen, interessanten Büchlein eine tolle Sache

Pixi Wissen, Carlsen Verlag, 1,99 € pro Buch

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Lesen lernen mit Logicals

Beim Lesen lernen steigt die Motivation enorm, wenn die Aufgaben spannend sind. Ganz besonders gut geeignet sind hier die Lese-Logicals. Auch Bücherwürmchen hat schon viel Spaß an den Logicals aus dem Heft „Lesen, knobeln, logisch denken – Leseförderung mit Logicals“. Hier steht für die Kinder nicht das Lesenüben im Vordergrund, sondern das Rätseln und Knobeln.

Logicals in zwei Schwierigkeitsgraden

In dem Heft sind 16 Logicals jeweils in zwei Schwierigkeitsgraden vorhanden. Grundsätzlich geht es immer darum, herauszubekommen, wie bestimmte Figuren heißen, wer welche Kleidung trägt etc. Diese Informationen müssen den Sätzen entnommen werden. Bei der einfachen Variante können die erlesenen Informationen direkt umgesetzt werden, während bei der schwierigeren Variante erst alles gelesen werden muss, um dann nach und nach die Lösung herauszufinden.

Beim Logical „Hexen“ heißt beispielsweise der erste Satz des einfachen Logicals „Die Hexe mit der grünen Schürze fliegt auf dem Besen“. Da nur eine Hexe auf einem Besen fliegt, kann man nun direkt ihre Schürze grün anmalen. Bei der schwierigeren Variante lautet der erste Satz: „Xenia hat eine Warze auf der Nase und eine rote Schürze“. Da es jedoch zwei Hexen mit Warze auf der Nase gibt, braucht  man zunächst weitere Informationen um die Schürze anzumalen.

Die Kinder müssen hier genau lesen und jedes Wort verstehen, da manchmal kleine Wörter wichtig für die Lösung sind. Sie müssen Aussagen in Verbindung zueinander setzen und logisch denken. Außerdem müssen gelesene Sätze im Gedächtnis bleiben bzw. müssen die Sätze mehrfach gelesen werden. Es wird also eine ganze Menge gleichzeitig gefördert und vor allem ist es ein Aufgabentyp, der dabei noch viel Spaß macht – eine perfekte Kombination!

Bunte Themenmischung

Thematisch sind die Logicals bunt gemischt: Hexen, Ritterburgen, Weltraumwesen, Tiere, Clowns, Torten usw. Da dürfte für jedes Kind, egal ob Mädchen oder Junge, etwas dabei sein. Pro Logical sind 4-8 Informationen zu lesen. Die Sätze sind an sich nicht schwierig, aber die Informationen müssen dann ja noch richtig verarbeitet werden. Die Logicals sind alle gut und eindeutig gemacht und die Kinder finden meist ohne großen Frust die richtige Lösung heraus.

aus: Lesen, knobeln, logisch denken, BVK

In erster Linie ist das Heft für die Grundschule (1./2. Schuljahr) gedacht, aber man kann es auch prima zu Hause verwenden. Bücherwürmchen darf sich selber aussuchen, welche Logicals er gerne machen möchte. Bisher haben Hexen, Dinos, Räuber, Weltraumwesen, Vampire, Ritterburgen und Leuchttürme sein Interesse geweckt. Da es bei uns nicht um Schulaufgaben geht, bestehe ich auch nicht auf ordentliches Ausmalen. Es geht nur darum die Logicals erfolgreich zu lösen, was bereits sehr gut klappt. Wichtig ist, dass man nicht direkt eingreift und die Kinder selber knobeln lässt, was Eltern manchmal schwer fällt. Wenn ein Kind es dann aber alleine geschafft hat, ist die Freude umso größer und gerade bei Logicals können Eltern mal sehen, was die Kinder schon alles können.

Lesen, knobeln, logisch denken – Leseförderung mit Logicals (1./2. Klasse) von Barbara Peters und Katharina Joanowitsch, BVK (Buch Verlag Kempen), ISBN: 978-3-86740-138-8

Lesen üben mit Vorlesegeschichte

Kinder haben meist Spaß daran lesen zu lernen, aber noch mehr Spaß macht ihnen das Ganze, wenn man sie bei diesem Prozess begleitet und vor allem, wenn man aus dem Lesen keine einsame Sache macht, sondern weiterhin dem Kind vorliest.

Aus diesem Grund gefällt mir das Konzept des Übungsheftes „Mit Paul ins Abenteuer Schule – Erstes Lesen“ grundsätzlich sehr gut. Denn hier werden kleine Leseaufgaben in Vorlesegeschichten integriert und Eltern und Kinder beschäftigen sich gemeinsam mit dem Lesen. Das finde ich wirklich gut. Die Eltern zeigen somit nicht nur Interesse an dem, was das Kind tut, sondern sie bringen sich auch selber mit ein, unterstützen das Kind und beschäftigen sich mit ihm.

Die handelnden Figuren in dem Heft sind Tiere, die vermenschlicht dargestellt werden. Die Bilder sind beinahe zu kindlich, aber sie sprechen Kinder im Grundschulalter durchaus noch an. Hauptfigur ist der Hase Paul, der gemeinsam mit seinen Freunden kleine Abenteuer erlebt. Er gerät in ein Gewitter, er versteckt Ostereier und muss sich selbst auf die Suche nach einer Überraschung machen, er badet in den Ostereierfarben, er führt mit seiner Klasse ein Theaterstück auf und er klettert einfach auf ein Pferd auf einer Wiese.

Abwechselnd zuhören und Aufgaben lösen

Die  Geschichten machen Kindern Spaß, auch wenn sie recht kurz sind, aber sie enthalten einen kleinen Spannungsbogen. Am liebsten würden die Kinder wohl nur die Geschichten hören, aber letztendlich erledigen sie auch die Aufgaben motiviert. Allerdings ist es nicht so einfach bei diesem Konzept eine schöne Vorleseatmosphäre zu schaffen. Nach etwa fünf vorgelesenen Zeilen folgt bereits eine Aufgabe. Soll man dafür etwa immer das gemütliche Sofa verlassen um die Aufgaben, bei denen man unter anderem etwas malen oder schreiben muss, vernünftig an einem Tisch zu erledigen oder liest man direkt am Küchentisch vor? Hm, beides ist irgendwie nicht so optimal. Wir haben es so gemacht, dass Bücherwürmchen die Aufgaben mündlich gelöst hat und ich die Wörter, die er z.B. aus zusammengesetzten Silben gefunden hat, aufgeschrieben habe. Die Aufgabe, bei der man den Kaffeetisch mit den gelesenen Dingen ergänzen soll, hat er dann anschließend am Tisch gelöst. Für Bücherwürmchen geht es in diesem Heft um Geschichten von Paul, zu denen man halt immer wieder Aufgaben lösen soll, aber die Geschichten stehen für ihn im Vordergrund und nicht das Üben und so hatte er auch keine Lust die doppelseitige Übungsecke, die sich an jede Geschichte anschließt, zu bearbeiten. Und da das Heft eine freiwillige Sache zu Hause ist, sollte man Kinder meines Erachtens auch nicht dazu drängen. Wir machen gemeinsam das, was uns Spaß macht und der Rest wird dann entweder zu einem anderen Zeitpunkt gemacht oder eben auch nicht.

Verschiedene Übungen

Die Aufgaben haben meines Erachtens einen recht unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad. Mal muss man nur hören, an welcher Stelle eines Wortes ein bestimmter Laut vorkommt, der Anfangslaut von verschiedenen Dingen soll gehört werden, Silben müssen miteinander verbunden werden und ein fehlender Buchstabe soll gefunden werden. Dafür muss an einer anderen Stelle ein kleiner Text gelesen werden, Wörter in Spiegelschrift müssen entziffert werden, Sätze sollen in die richtige Reihenfolge gebracht werden und in anderen Sätzen ist jeweils ein Wort zu viel, welches gefunden werden soll. Insgesamt sind aber alle Aufgaben gut für Erstklässler im zweiten Halbjahr zu lösen. Die einfacheren Aufgaben auch bereits zu einem früheren Zeitpunkt. Allerdings macht es schon Sinn, wenn die Kinder in der Lage sind alle Aufgaben lösen zu können, da sie ja sicherlich die Geschichten gerne direkt komplett hören möchten. Man wird ja kaum einzelne Aufgaben erst nach mehreren Wochen lösen.

Das Heft beinhaltet als kleines Extra auch Sticker der Hauptfiguren, welche hier jedoch nicht als Belohnung oder ähnliches eingesetzt werden, sondern für die Kinder zur freien Verfügung stehen.

DUDEN: Mit Paul ins Abenteuer Schule – Erstes Lesen; Dein Übungsheft mit Vorlesegeschichten, 1. Klasse, von Annette Weber, illustriert von Antje Hagemann, Dudenverlag, ISBN: 978-3-411-75502-8, 9,99€

Mit Liedern lernt es sich einfacher

Schulinhalte mit Liedern lernen bzw. verinnerlichen? Klar, auf jeden Fall, denn so macht das Lernen Spaß und der Unterricht wird aufgelockert. Helmut Meier hat zu diesem Zweck mehrere Bücher herausgebracht, welche sich insbesondere dem Start im mathematischen und sprachlichen Bereich widmen, so unter anderem „Coole Lieder zum Mathestart“ (leider nicht mehr bzw. kaum noch erhältlich!) und „Coole Lieder zum Abc“. Besonders gut gefällt mir das Buch zu den Zahlen, mit dem zwar nicht der „Zahlenraum bis 20“ erschlossen wird, wie es auf der Rückseite des Buches heißt, sondern der Zahlenraum bis 12, aber dieses Buch hilft dennoch bei einem spielerischen Start in die Welt der Mathematik. Es gibt Lieder zu den Zahlen 1-12, wobei die Zehn in Kombination mit der Null thematisiert wird. Bei den meisten Liedern wird sowohl über die Schreibweise der Zahl als auch über mögliche Zerlegungen dieser Zahl gesungen. Wie kann man beispielsweise die fünf mit Hilfe der Hand unterschiedlich zerlegen? Beispielsweise lässt sich mit Daumen und Zeigefinger die Zwei zeigen, während in der Faust die drei anderen Finger liegen. Aber nimmt man zu dem Daumen zwei Finger dazu, so liegen in der Faust nur zwei Finger. All dies lässt sich wunderbar besingen. Besonders das Lied zur elf wird die Jungs ansprechen, denn was fällt einem als erstes zu dieser Zahl ein? Klar, die Elf bildet ein Fußballteam: Einer im Tor und 10 auf dem Feld oder sechs spielen defensiv, während fünf kreativ nach vorne spielen.

Die Lieder haben zumeist eine recht flotte und ansprechende, schnell mitzusingende Melodie, so dass sicherlich bald die ganze Klasse mitsingt und sich bei der nächsten Rechenaufgabe im Zehnerraum vielleicht an das eine oder andere Lied erinnern wird. Passend finde ich auch, dass das Lied zur drei im 3/4-Takt geschrieben wurde. Das Lied „Eins oder Zwei“ lässt sich sogar ohne Probleme für den vorschulischen Bereich verwenden, denn welche Körperteile ein- oder zwei Mal vorhanden sind, können auch Kindergartenkinder beantworten.

Überflüssig sind meines Erachtens die Arbeitsblätter in dem Heft, denn sie haben für mich keinen besonderen Bezug zu den Liedern. Man kann dort die Schreibweise der Zahlen üben und ein paar kleinere Rechenaufgaben passend zu den besungenen Zahlen lösen, aber ich denke, dass jede Lehrerin und jeder Lehrer von solchen Arbeitsblättern genügend zur Verfügung haben wird. Hinzu kommt, dass die Arbeitsblätter nicht sonderlich gut gemacht sind. Hat man gerade die Schreibweise der sieben mit dem Querstrich in der Mitte geübt, so sieht man die sieben bei den Ergänzungsaufgaben auf der selben Seite ohne diesen Strich. Das ist nicht so geglückt. Aber man muss die Blätter ja nicht verwenden und die Lieder kann man prima im Unterricht einbringen – übrigens auch, wenn man selbst nicht musikalisch begabt ist, denn dem Heft liegt eine CD bei.

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Diesen Vorteil bietet auch das Heft „Coole Lieder zum Abc“, wobei die Lieder an sich ebenfalls überzeugen können. Allerdings kommt der jeweils besungene Buchstabe in den Liedern nicht ganz so klar heraus. Hier hätte man noch mehr mit der Sprache spielen und den jeweiligen Buchstaben stärker hervor heben können. Das ist bei den Liedern unterschiedlich gut geglückt, aber insgesamt hat mich dieses Heft enttäuscht.

Zu den Liedern werden zusätzlich noch mögliche Aufgaben genannt, welche ich grundsätzlich nicht schlecht finde, allerdings ist es schade, dass es eigentlich immer die gleichen Aufgaben sind. Die Spielideen enthalten passende Bewegungen und ähnliches zu den Liedern, welche durchaus brauchbar sind.

Schade, aus der Thematik hätte man deutlich mehr machen können.

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Leider habe ich gerade feststellen müssen, dass das Buch mit den Liedern zum Mathestart kaum noch neu erhältlich ist, was ich bedauere.

Coole Lieder zum Mathestart von Helmut Meier, Persen Verlag, ISBN: 978-3-8344-3212-4, 24,95€, allerdings nur noch bei wenigen Händlern erhältlich

Coole Lieder zum Abc von Helmut Meier, Persen Verlag, ISBN: 978-3-403-23000-7, 24,95€

Erste Buchstaben mit Kreide schreiben

Für viele Kinder hat vor Kurzem ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Sie sind Schulkinder geworden. Aber auch für die Kinder, die ein Jahr jünger sind, startete im Sommer ein spannendes Jahr. Sie sind jetzt die Großen im Kindergarten, sie sind Vorschulkinder und in einem Jahr beginnt auch für sie die Schule. Bei vielen Kindern steigt so langsam die Vorfreude und sie sind stolz, wenn sie nun im Kindergarten „Vorschulaufgaben“ bearbeiten dürfen. Manch ein Kind interessiert sich auch bereits für Buchstaben und möchte sie gerne schreiben können. Spielerisch kann dies mit dem Buch „Mein großes ABC Tafelbuch“ geschehen. Hier lassen sich alle Buchstaben mit Kreide auf Linien schreiben und da man alles mit einem Schwämmchen wieder wegwischen kann, kann der Spaß anschließend erneut von vorne beginnen.

Jeder Buchstabe wird zunächst einschließlich eines Wortes, das mit diesem Buchstaben beginnt (nicht immer ganz optimal ausgewählt), genannt. Dann folgen zwei Linien, auf denen dieser Buchstabe geübt werden kann. Auf der ersten Linie steht der Buchstabe zwei Mal vorgeschrieben, wobei einmal Pfeile die richtige Schreibweise zeigen, was ich gut finde. So gewöhnen sich Kinder keine falsche Schreibrichtung an.

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Angeblich sind die Buchstaben nach Schwierigkeitsgrad geordnet, was ich aber an einigen Stellen nicht nachvollziehen kann. So finde ich beispielsweise den Buchstaben „O“ deutlich leichter als ein K, B oder G. Letztendlich muss man das Buch aber auch nicht von vorne nach hinten durcharbeiten und Kinder suchen sich meistens sowieso die Buchstaben aus, auf die sie Lust haben.

Auf der letzten Seite sieht man dann noch einmal alle Buchstaben im Überblick – hier nach dem Alphabet geordnet. Allerdings ist hier ein Fehler passiert und das X und das Y wurden vertauscht. Schade, dass so etwas bei der Korrektur nicht auffällt.

Das Buch ist bunt gestaltet und wird durch die Bilder, die man hier passend zu den Buchstaben sehen kann (wobei hier z.B. beim „E“ auch ein Bild zu sehen ist, welches mit „EI“ beginnt), aufgelockert. Es lädt tatsächlich spielerisch zu ersten Schreibversuchen ein.

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Mit Kreide zu schreiben ist für viele Kinder sehr motivierend, so dass Kinder jede Menge Spaß mit dem Buch haben können. Sie dürfen endlich Buchstaben schreiben und gewöhnen sich dabei direkt die richtige Schreibweise an. Auch wenn sich das Buch an Vorschulkinder richtet, so dürften auch Schulanfänger noch Spaß an diesem Buch haben, denn auch sie haben nicht ständig die Gelegenheit mit Kreide zu schreiben. Außerdem eignet sich das Buch hervorragend dazu, Schule zu spielen.

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Mein großes ABC Tafelbuch, illustriert von Nadine Bougie, Ernst Kaufmann Verlag, ISBN: 978-3-7806-2960-9, 12,95€

Hilfreiche Informationen zur Leseförderung

Als Lehrerin in einer Grundschule gibt es viele Sachen, die wichtig sind und die man den Kindern vermitteln muss. Dabei liegen einem bestimmte Themen und Bereiche immer besonders am Herzen. Für mich ist alles rund ums Lesen und Bücher so eine Angelegenheit. Einerseits finde ich es sehr wichtig, Kindern einen positiven Umgang mit Geschichten nahezubringen, sie ans Lesen und an Bücherheranzuführen und andererseits macht mir dies auch besonders viel Freude. Das Schöne ist, dass man dieses Ziel nicht nur in der Schule verfolgen kann. Auch zu Hause oder bei Veranstaltungen in der Bücherei oder im Kindergarten kann man einiges zur Leseförderung und zur Lust an Geschichten beitragen. Diese Arbeit – sowohl im schulischen als auch im privaten Bereich – wird durch das „Handbuch LeseFörderung“ erleichtert. In erster Linie wendet es sich an LehrerInnen, aber es ist sicherlich auch für andere Menschen, die sich in diesem Bereich engagieren, überaus hilfreich. Hier wurden nämlich viele interessante Informationen zusammengetragen, die man sich nun nicht mehr mühsam selbst zusammensuchen muss.

Der erste Teil in dem Buch richtet sich eindeutig an LehrerInnen: Es werden drei verschiedene Leseförderprogramme im Internet vorgestellt (Antolin.de, Onilo.de und Owlfinch.com), wobei insbesondere auf ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten eingegangen wird. Auch wenn man selbst vielleicht neueren Medien noch etwas skeptisch gegenübersteht, so wird man schnell feststellen, dass sich anhand dieser Programme gute Möglichkeiten bieten, Kinder zu erreichen und Leseerlebnisse zu verstärken. Ja, man bekommt sogar direkt Lust damit zu arbeiten. Allerdings stehen diese Programme einem nur als registrierte Lehrkraft zur Verfügung. Privat hat man leider keinen Zugang, was insbesondere bei Antolin schade ist. Nur Kinder, deren Klassen registriert sind, haben die Möglichkeit die Fragen zu den Büchern zu beantworten. Man kann also nur hoffen, dass viele Schulen und Klassen hier angemeldet sind.

Auch auf die Seite Lesezündstoff.de, auf der Bücher und Aktionen für hartnäckige Nichtleser vorgestellt werden, die von den Seitenbesuchern vorgeschlagen werden können, wird in dem Buch eingegangen – eine sehr sinnvolle Seite, wie ich finde, allerdings ist noch nicht all zu viel auf ihr zu lesen.

Besonders hilfreich und interessant – und zwar für alle, die Kindern Bücher nahe bringen möchten – ist der zweite Teil. Hier findet man jede Menge Kontakte und Adressen. Es gibt eine Übersicht mit Kontaktdaten von AutorInnen und IllustratorInnen sowie anderen Leseförderern, ein Übersicht deutschsprachiger Verlage (wobei Verlage, die mehrsprachige Bücher herausbringen, besonders hervorgehoben werden) und es werden einige Autoren kurz vorgestellt, wobei vor allem auch darauf eingegangen wird, inwiefern man sie für Veranstaltungen buchen kann. Hier bekommt man also sehr viele Informationen gut gebündelt, Informationen, die z.B. auch für mich als Kinderbuchbloggerin durchaus sehr interessant sind.

Die Autorenportraits sind richtig spannend, vor allem weil sie alle stilistisch sehr unterschiedlich geschrieben wurden. Durften die Autoren die Texte vielleicht selber schreiben? Hier sieht man direkt, welcher Autor für welche Art von Veranstaltung oder Workshop und welche Zielgruppe geeignet ist und man wird ganz nebenbei auf die AutorInnen aufmerksam und möchte vielleicht sogar neugierig in ihre Werke hineinschauen. Etwas schade ist es, dass der Großteil der AutorInnen aus Süddeutschland zu kommen scheint.

Die Liste der Verlage ist zwar sehr lang, aber leider fehlen kleinere Verlage. Kein Verlag, an den ein Buchkönig verliehen wurde, ist hier zu finden, was vor allem deswegen sehr schade ist, da z.B. der Südpol Verlag tolle Bücher für geübte Erstleser herausbringt. So schön es ist, mal ein Buch mit diesen Informationen in der Hand zu halten und sich nicht alle Daten etc. selbst im Internet zusammensuchen zu müssen – und das weiß ich wirklich sehr zu schätzen -, so lässt es sich natürlich auch nicht so schnell aktualisieren und es ist ein wenig schade, dass es dann eben doch nicht vollständig ist.

Insgesamt bin ich aber begeistert von diesem Handbuch. Meines Erachtens gehört es in jedes Lehrerzimmer und ich werde bestimmt auch noch häufig darin blättern und mich weiter in die Autoren- und Verlagslandschaft hineinarbeiten.

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Handbuch LeseFörderung von Theo Kaufmann, Edition Zweihorn, ISBN: 978-3-943199-30-7, 9,95€

Mit Spaß und Spannung Mathe über Literatur vermitteln

Spätestens seit Harry Potter kennen wir uns alle bestens in einer Zauberschule aus. Wir alle? Nein, Harry Potter richtet sich erst an ältere Grundschulkinder (und darüber hinaus natürlich), jüngere Kinder dürften noch weniger Erfahrungen mit Zaubereien in Klassenzimmern, Nachforschungen in Bibliotheken u.ä. haben. Und das ist auch gut so, denn so dürften sie viel Spaß an dem Buch „Das magische Mal – Chaos in der Zauberschule“ haben. Ja, wir älteren Leser werden beim Lesen schnell an Harry Potter erinnert, aber das kann den Kindern, die in diesem Buch die Zauberschule Schloss Simbalablitz kennen lernen dürfen, ja ziemlich egal sein.

Die Zwillinge Marlon und Clarissa sind zusammen mit ihrem Freund Elmar in der zweiten Klasse der Zauberschule und im Unterricht wird gerade das 1×1 durchgenommen. Die Kinder müssen die 1×1 Zaubersprüche gut lernen, damit sie im Unterricht auch funktionieren und Kröte, Fledermäuse und andere Wesen den Sprüchen entsprechend hervorgezaubert werden. Besonders Marlon fällt es schwer, die Sprüche zu lernen, doch dann finden die Kinder in der Bibliothek etwas, was alles ändert. Das magische Mal, eine alte Steintafel, stellt den Kindern täglich ein Rätsel. Lösen sie es richtig, so wimmelt es am nächsten Tag im Unterricht beim 1×1-Zauberspruch von Minischweinen, Eulen, Knallfröschen und vielem mehr. Ein Riesenspaß für die Kinder und eine gute Motivation sich intensiv mit dem 1×1 auseinanderzusetzen. Doch der Spaß endet schnell als die Gefahr besteht, dass die Schule geschlossen wird… Was sollen die Kinder nun bloß tun? Einfach aufhören können sie nicht, denn das magische Mal droht mit einer Strafe, aber vielleicht kann ihnen ausgerechnet die strenge Direktorin Grimbaldi helfen…

Auch wenn von Kapitel zu Kapitel die Struktur der Geschichte recht gleich bleibt, ist die Geschichte dennoch spannend, da immer eine Steigerung stattfindet. Kinder, die größere Spannungen noch nicht so gut aushalten, können sich gut darauf einstellen, was sie erwartet. Gut gefällt mir die Verknüpfung von Mathematik mit einer Geschichte. Zum einen wird hier jede 1×1-Reihe als 1×1-Zauberspruch mit Reimen vorgestellt und zum anderen regen die Rätsel, die das magische Mal den Kindern stellt, zum Knobeln an.

Mir fiel es bei den 1×1-Zaubersprüchen manchmal schwer den richtigen Rhythmus mit den Reimen zu finden, aber es geht ganz gut, wenn man die Sprüche laut liest. Auch bei den Rätseln geht es immer um das 1×1, so dass die lesenden Kinder einen Anhaltspunkt haben wie sie die Rätsel lösen können. Dies kommt den vielen Kindern entgegen, denen es schwer fällt die richtige Rechenaufgabe zu einem Text zu finden. Die Lösungen werden verständlich durch Marlon, Elmar und Clarisse erörtert, wobei deutlich wird, dass man häufig auf verschiedenen Wegen zur Lösung kommen kann.

Die Geschichte wirkt nicht künstlich und angestrengt auf die Mathematik abgestimmt zu sein. Alles passt gut zusammen. Das 1×1 zieht sich durch das ganze Buch, aber dominiert es nicht in unangenehmer Art und Weise. Den erhobenen pädagogischen Zeigefinger merkt man nicht, obwohl das Anliegen Freude an der Mathematik zu vermitteln natürlich offensichtlich ist. Das ist gar nicht so einfach, aber der Autorin Ina Krabbe hier gut gelungen.

Toll, dass Schulwissen so schön in eine Geschichte eingebunden wurde, in der es eben nicht nur um das bloße Auswendig lernen geht. Hier brauchen die Kinder die Mathematik um der Strafe des magischen Mals zu entgehen.

Auch wenn die Parallelen zu Harry Potter nicht zu übersehen sind, so ist hier natürlich längst nicht alles so ausgefeilt wie bei diesem bekannten Buch, die Geschichte bleibt flacher und die Figuren haben kaum hervorstechende Charakterzüge, aber dieses Buch wendet sich auch an jüngere Leser, die vielleicht gerade selbst das 1×1 lernen, und die mit diesem Buch schon einmal ein wenig Zauberschulluft schnuppern dürfen. Und vielleicht wird durch diese Lektüre ja nicht nur die Lust auf weitere spannende Geschichten über Zauberer geweckt, sondern auch die Einsicht vermittelt, dass Mathe viel Spaß machen kann. Am besten wird das Buch direkt im Unterricht vorgelesen – ein Versuch ist es auf jeden Fall wert!

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Das magische Mal – Chaos in der Zauberschule von Ina Krabbe, illustriert von Ina Krabbe, Südpol Verlag 2014, ISBN: 978-3-943086-11-9, 8,90€

Spielerisches Lernen mit LOGICO PRIMO

Mit gutgemachten Lernspielen beschäftigen Kinder sich gerne im Kindergarten und in der Schule. Selbst zu Hause beschäftigen sich manche Kinder gerne mit kleinen Rätseln und Aufgaben. Ich weiß noch, dass ich es geliebt habe, bei einer Freundin von mir mit dem LüK-Kasten zu spielen, den ich als Kind leider nie selbst besessen habe. Mein Sohn hat ihn natürlich deshalb direkt bekommen bzw. hat er die Bambino-Version für die Kleinen, mit der er sich auch gerne beschäftigt. Dazu gibt es nette Hefte mit verschiedenen Themen, bei denen Puzzle- und Logikaufgaben gelöst werden sollen. Neben LüK gibt es aber auch noch andere Systeme, zu denen es verschiedene Aufgabensets gibt. Für Kindergartenkinder gibt es hier zum Beispiel LOGICO PRIMO vom Finken-Verlag. Das Basismaterial besteht hier aus einem Plastikrahmen, in den man die Aufgabenkarten stecken kann. Um die Aufgaben zu lösen, muss man nun einfach die Farbknöpfe an die jeweils richtige Stelle schieben. Anschließend kann man die Karte umdrehen und kontrollieren, ob man alles richtig gemacht hat. Die Handhabung ist also recht einfach und für Kinder leicht zu verstehen. Meines Erachtens ist das Prinzip sogar ein bisschen einfacher als bei den LüK-Kästen, da die Farben zu Beginn nicht so wie die Plättchen bei den Kästen an eine bestimmte Stelle sortiert werden müssen.

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Auch bei LOGICO PRIMO gibt es viele verschiedene Aufgabensets rund um den Alltag eines Kindergartenkindes sowie erste Konzentrationsübungen und Logikspielen. Mir liegt momentan das Set „Bilder – Laute – Wörter“ vor, welches natürlich bereits ein wenig in die schulische Richtung geht. Die Karten an sich machen auch schon mehr den Eindruck von Übungen als es die Bambino-LüK-Hefte tun, aber Kinder, die neugierig sind, haben dennoch Spaß daran, die Karten mal auszuprobieren. Leider erklären sich auch durch das Beispiel die Übungen nicht unbedingt von selbst, so dass Kinder die Hilfe von lesekundigen Personen benötigen um die Aufgabenstellung verstehen zu können. Bei dem Set „Bilder – Laute –Wörter“ geht es schon richtig ans Eingemachte. Hier wird wirklich Sprachförderung betrieben und ein Gespür für die Sprache gefördert. Aus zwei Hauptwörtern soll ein neues Wort gebildet werden, Reimwörter werden gesucht, Wörter mit den gleichen Anfangslauten sollen zusammengebracht werden, die Reihenfolge eines Weges soll erkannt werden und später sollen die Kinder sogar ganze Wörter wieder erkennen, erst welche, die in Großbuchstaben geschrieben sind und dann welche, die in Kleinbuchstaben geschrieben sind. Verschiedene Bereiche der Sprache und der Schriftsprache werden hier also berücksichtigt. Um Lesen und Schreiben lernen zu können, müssen Kinder Laute voneinander unterscheiden können und sie benötigen eine gewisse Raum-Lage-Orientierung. Außerdem sollen sie der Schrift im Alltag bewusst begegnen, so dass sie feststellen können, wie häufig sie bereits mit Buchstaben konfrontiert werden, die sie zum Teil ohne es gelernt zu haben, bereits gut wahrnehmen und einordnen können. All diese Bereiche deckt dieses Set ab. Natürlich lernt kein Kind durch zwei Aufgabenkarten Anfangslaute herauszuhören oder Wörter wiederzuerkennen, aber sie können sich auf diese Weise bereits spielerisch ein wenig damit beschäftigen. Es findet ein Umgang mit Sprache statt, der das Gespür für bestimmte Phänomene in der Sprache schult. Für Kinder ab 5 Jahren, für die dieses Set geeignet sein soll, geht mir das Set schon ein wenig zu weit. Im Vorschulalter würde ich das Hauptgewicht auf Laute und Reime und vielleicht einzelne, einfache Buchstaben legen. Auch allgemeine Übungen zur Orientierung und zur Reihenfolge finde ich sinnvoll. Wörter wiedererkennen und womöglich bereits lesen können, finde ich hier jedoch noch etwas zu früh, auch wenn viele Kinder dazu sicherlich in der Lage sein werden. Bei den Übungen zu den Anfangslauten fällt mir hier positiv auf, dass auch bei den Vokalen, die Laute tatsächlich gleich klingen, d.h. es wurden entweder jeweils Wörter genommen, bei denen der Anfangslaut kurz gesprochen wird, oder beide Wörter beginnen mit einem langen Vokal, so dass die Kinder den gleichen Laut auch wirklich hören können, wenn sie das Wort korrekt aussprechen.

Das Set beinhaltet 16 Aufgabenkarten, welche durchaus (verglichen z.B. mit LüK) einen recht hohen Preis haben. Dadurch, dass es sich hier jedoch um Karten handelt, können in einer Einrichtung, die mehrere Übungsrahmen besitzt, mehrere Kinder gleichzeitig mit einem Set aktiv werden, während sich bei Übungsserien mit einem Heft immer nur ein Kind damit beschäftigen kann.

Insgesamt können Kinder sich mit dem Set „Bilder – Laute – Wörter“ im Vorschulalter gut an die Schriftsprache herantasten, wenn auch auf einem recht hohen Niveau. Deshalb eignet sich das Set auch noch im ersten Schuljahr, wenn Kinder Schwierigkeiten mit der Sprache haben und es ihnen gut tut, spielerisch ein gewisses Gespür für die Grundlagen der Schriftsprache zu erlangen.

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Bilder – Laute – Wörter aus der Reihe LOGICO PRIMO, von Doris Fischer und Julia Ginsbach, Finken Verlag, 12, 80€

LOGICO PRIMO-Übungsrahmen, Finken Verlag, 14,50€

 

 

 

Grundlage des Lesens und Schreibens: Den Buchstaben Laute zuordnen

Wenn Kinder Buchstaben lernen, ist es wichtig, dass sie nicht die Namen der Buchstaben lernen, sowie man sie ausspricht, wenn man das ABC aufsagt, sondern dass sie die Laute lernen. So spricht man beim „M“ zum Beispiel nicht vom „EM“, sondern vom „MMM“. Das ist eigentlich gar nicht so schwierig, aber selbst darauf wird leider häufig nicht geachtet, wenn Kinder im Vorschulalter Interesse an den Buchstaben haben. Schwierig wird das Prinzip allerding bei den Vokalen, die mehrere Laute haben. Je nachdem, ob ein „E“ lang oder kurz ausgesprochen wird, klingt es ganz anders. Meist bringen wir den Kindern die lange Version bei, die jedoch in Wörtern seltener auftritt. Wenn die Kinder dann die Buchstaben wie gelernt bei einem Wort lautieren, haben sie Schwierigkeiten Wörter wie „Hase“, „Löwe“, „Ente“ etc. zu lesen, denn es heißt ja beispielsweise nicht H – A – S – Eeee. Um dieses Problem zu umgehen, sollten die Kinder von Anfang an alle Laute richtig lernen. Gute Anlauttabellen zeigen deshalb auch für die Vokale immer mehrere Bilder, z.B. beim „E“ einen Esel und eine Ente. Wenn man mit einem bestimmten Laut beginnen möchte, sollte man sich an dem Leitgedanken „Häufiges zuerst, Seltenes später“ orientieren. Nach genau diesem Prinzip ist das Buch „Ohne ABC besser lesen“ aufgebaut. Mit diesem Büchlein lernen Kinder die Grundvoraussetzungen fürs Lesen und Schreiben. Sie lernen die Lautwerte der Buchstaben und zwar unter dem Leitgedanken „Häufiges zuerst, Seltenes später“. Lange und kurze Vokale werden hier klar voneinander unterschieden, wobei die kurzen Vokale durch einen Schnellzug gekennzeichnet werden. Das finde ich nicht ganz so geglückt, da die Vokale ja nicht schnell und langsam, sondern eben kurz und lang gesprochen werden. Aber vielleicht ist das nur die Macht der Gewohnheit. Ich persönlich komme jedenfalls immer ins Straucheln, wenn ichdarauf hinweise, dass an einer Stelle zum Beispiel kein Schnellzug ist und der Laut somit langsam gesprochen wird. Im Mund liegt mir dann immer ein „lang“, aber dann komme ich immer ganz durcheinander, weil mir im Kopf herum schwebt, dass ein Zug ja eigentlich lang ist, dass dann aber nicht zu der Aussage passt… Naja, egal. Bücherwürmchen hat damit jedenfalls deutlich weniger Probleme als ich. Er findet es klasse, wenn unter den Buchstaben ein Schnellzug abgebildet ist. Eigentlich hält er in dem Büchlein sogar in erster Linie nach dem Zug Ausschau. So richtig intensiv beschäftigen wir uns noch nicht mit den Buchstaben, aber er findet es lustig, die Vokale unterschiedlich auszusprechen. Es ist gut, wenn Kinder von Anfang an lernen, dass die Vokale nicht immer gleich klingen. Wie sie dann in den einzelnen Wörtern letztendlich klingen, müssen sie allerdings selbst herausfinden. Aber ich glaube, dass Kinder unbewusst ganz schnell bestimmte Regelmäßigkeiten aufschnappen.

Ich sollte zum Beispiel für Bücherwürmchen mal ein Wort aufschreiben. Ich glaube, es war Fenster. Beim Schreiben habe ich die Buchstaben lautiert F-E-N-S-T-E-R – und ihm das Wort am Ende noch einmal ganz langsam, Laut für Laut, vorgelesen. Da hat er erst einmal protestiert und gemeint, dass es doch FenstA heißen würde, woraufhin ich ihm erklärt habe, dass wir das zwar meist so aussprechen, dass ich es aber dennoch richtig geschrieben habe. Irgendwann daraufhin meinte er dann, dass man für Lehrer ein E-R bräuchte, obwohl wir LehrA sagen. Genauso schnell werden Kinder es wohl auch heraus haben, dass ein „E“ am Ende eines Wortes meistens kurz gesprochen wird. Wenn sie es nicht direkt wissen, haben sie aber in Kenntnis der unterschiedlichen Laute die Möglichkeit beide Versionen auszuprobieren. Bücherwürmchen saß jedenfalls neulich auf dem Boden und tat so als würde er schreiben und murmelte irgendetwas wie „da brauchen wir ein „E“ mit Schnellzug“ vor sich hin. Ich habe also den Eindruck, dass diese Methode eine gute Wahl ist.

Zunächst werden in dem Buch alle Laute der Reihenfolge nach vorgestellt, die man für den Satz „Das ist auch ein Hase“ benötigt. Man wundert sich nun sicherlich, dass das „CH“ bereits zu Beginn des Buches behandelt wird. Mich hat das auch etwas irritiert, aber erstens kommt dieser Laut ja schon in jedem „ich“ in unserer Sprache vor und zweitens akzeptieren Kinder es ohne Probleme, dass manche Laute eben aus zwei Zeichen gebildet werden. An diesem Satz könnt ihr übrigens sehen, dass die langen Vokale tatsächlich nicht in der Mehrzahl sind. Von den einfachen Vokalen ist nur das „A“ in Hase lang.

Zu jedem Laut gibt es immer mindestens ein Beispielwort, welches in großen Buchstaben unter einem jeweiligen Bild geschrieben steht – mit Lücken zwischen den einzelnen Lauten. Der Laut um den es geht ist farblich hervorgehoben. Noch besser würde ich es finden, wenn überall, wo kurze Vokale vorkommen auch der Schnellzug zu sehen wäre. Dieser kommt nur dann zum Einsatz, wenn ein entsprechender Laut auf der Seite vorgestellt wurde.

Insgesamt gefällt mir das Heft gut. Es ist zwar schlicht gestaltet, aber so wird die Aufmerksamkeit immer gut auf den jeweiligen Laut gelenkt. Bücherwürmchen hat immer mal wieder Spaß in das Buch zu schauen und, wie bereits geschrieben, die Laute mit Schnellzug zu finden. So aber wird das Interesse an Sprache und ihre Besonderheiten geweckt und damit ist schon sehr viel gewonnen.

Das Buch ist laut Verlag für Kinder ab 4 Jahren geeignet. Auf Grund der eigenen Erfahrungen mit Bücherwürmchen kann ich dem auf jeden Fall zustimmen. Wenn ein Kind Interesse an Buchstaben und Sprache zeigt und man ihm gerne seine Fragen dazu korrekt beantworten möchte, ist dieses Buch auch gut für Laien geeignet. Immer wieder hört man Eltern, die davor zurückscheuen, ihrem Kind vor dem Schulbeginn die Buchstaben und ähnliches beizubringen, andererseits möchte man natürlich seinen Lerneifer und sein Interesse nicht unterbinden. Das Problem ist einfach, dass man als Laie Kindern Dinge nicht immer auf dem schulisch korrekten Weg beibringt, so dass die Kinder dann später aus diesen Gewohnheiten heraus Schwierigkeiten bekommen könnten. Dieses Heft kann Eltern dabei helfen, Kindern diese Probleme zu ersparen und auf ihr Interesse angemessen zu reagieren. Aber auch für den Anfangsunterricht in der Grundschule, für Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache und bei Verdacht auf LRS/Legasthenie ist dieses Heft natürlich geeignet.

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Ohne ABC besser lesen von Günther und Dorothea Thomé, Institut für sprachliche Bildung – Verlag 2015, ISBN: 978-3-942122-16-0, 6,80€