Schreibwerkstatt: Bilder und Sätze

Mittlerweile fanden schon wieder zwei weitere Schreibwerkstatt-Stunden statt und wir haben uns durch verschiedene Sachen zu Geschichten animieren lassen.

Geschichten zu Bildern

In der zweiten Stunde sollten ganz klassisch Bilder zu Geschichten anregen. Ich habe den Kindern eine kleine Auswahl an verschiedenen Bildern zur Verfügung gestellt.

Die Kinder durften sich ein oder zwei Bilder aussuchen, die sie zu einer Geschichte animierten. Auf der Rückseite der Karten befinden sich Fragen, sie einem auf den Weg zu einer Geschichte helfen können. Es sind Fragen zu dem Bild und zu dem was man auf dem Bild sieht. Die Kinder sollten sich diese Fragen jedoch nicht ansehen, sondern ganz von ihren eigenen Ideen leiten lassen. Wer schnell mit seiner Geschichte fertig war, durfte sich eine weitere Karte nehmen. Dieses Mal durften sie sich die Fragen dazu anschauen. Erstaunlicherweise meinten hinterher fast alle Kinder, dass sie lieber ohne die Fragen schreiben, da diese sie zu sehr einengen würden und sie dann das Gefühl hätten, alle Fragen beantworten und unterbringen zu müssen.

Den Kindern fiel es leicht, Ideen zu den Bildern zu bekommen und so wurden schnell die Geschichten niedergeschrieben. Allerdings war in einigen Geschichten dann so einiges noch nicht ganz klar und der Eindruck der ersten Stunde bestätigte sich: Die Kinder brauchen deutlich mehr Anleitung als es bei der letzten Schreibwerkstatt der Fall war, was aber natürlich auch am Alter der Kinder liegt. Hier reicht es nicht für alle, dass ich ihnen Anregungen gebe und sie dann drauflos schreiben dürfen. Das wird zwar auch weiterhin ein Teil der Schreibwerkstatt bleiben, aber ab und zu werde ich wohl noch die eine oder andere Übung miteinbringen.

Auch habe ich gemerkt, dass ich an der Rückmeldung zu den Geschichten der anderen noch etwas ändern muss. Die guten Punkte wurden nur am Rande hervorgehoben, während die Kinder mit gutgemeinten Tipps nicht sparten.

Rückmeldung mit Symbolkärtchen

In die dritte Stunde habe ich dann also Kärtchen für die Rückmeldung mitgebracht: Drei Smilies, ein Ausrufezeichen und ein Fragezeichen. Wenn jemand einen Text vorgelesen hat, sollen die anderen zunächst drei positive Dinge nennen. Anschließend können dann noch Fragen gestellt oder Tipps gegeben werden. Das klappte auch sehr gut und ich werde es auf jeden Fall beibehalten.

Fragen stellen

Da in der vorangegangenen Stunde bei einigen Geschichten einige Fragen offen blieben, wollte ich es dieses Mal anders angehen und zwar sollten die Kinder vor dem Schreiben viele Fragen stellen. Letztendlich wurden die Antworten dann zwar nicht unbedingt in die Geschichte miteingearbeitet, aber die Kinder wurden wieder zu Geschichten angeregt und zwar durch ganz einfache, eigentlich recht belanglose Sätze.

Zunächst haben wir das Ganze gemeinsam geübt. Alles begann mit dem Satz „Der Mann sitzt auf einer Bank.

Nun begannen wir mit den Fragen.

Warum sitzt er da? Weil er alt ist und sich nach einer Wanderung ausruhen wollte. Warum hat er eine Wanderung gemacht? Es war ein Wanderausflug mit dem Altenheim.

Und so ging es dann immer weiter. Später kamen neben den Warum-Fragen auch noch ein paar andere Fragen hinzu und ein paar witzige Ideen kamen heraus (Das Altenheim des Mannes war pleite, da die Omis das Badewasser verschwendet haben. Nun wanderte das Altenheim zu einem Hotel in den Bergen, wo sie selber Ziegenkäse herstellen wollten, der verkauft werden sollte, damit sie Geld verdienen konnten).

Geschichtenablauf

Nachdem wir auf diese Weise eine Idee für eine Geschichte bekommen hatten, habe ich den Kindern einen einfachen Ablauf einer Geschichte skizziert, an den sie sich möglichst halten sollten, um etwas mehr Logik in ihre Geschichten zu bringen.

Auf diese Weise haben wir dann gemeinsam die Geschichte von dem Mann aus dem Altenheim erzählt, wobei die Fragen eigentlich nur bei der Hinführung zum Höhepunkt geholfen haben (Nachts verschwand dann nämlich der Ziegenkäse, der gestohlen wurde). Anhand des Ablaufs war dies nun aber kein Problem mehr. Die Kinder wussten, dass es nun darum ging, die Schwierigkeit in der Geschichte zu lösen. Die Hauptfigur musste also auf irgend eine Art und Weise mit dem Problem umgehen und da fiel ihnen auch etwas ein.

Nach dieser gemeinsamen Vorübung durften die Kinder selber ran.

Ich habe ihnen vier einfache Sätze gegeben, zu denen sie erst einmal (jeder für sich) viele Fragen stellen sollten. Anschließend sollten sie dann mit Hilfe des Ablaufs eine Geschichte dazu schreiben.

Das hat insgesamt auch wirklich gut geklappt und es ist sehr spannend zu sehen, was für unterschiedliche Geschichten aus diesen Sätzen entstehen können. Die Sätze selbst müssen übrigens in den Geschichten überhaupt nicht vorkommen. Manch einer hat auch die Fragen bei seiner Geschichte kaum beachtet, kam aber dennoch auf diese Weise zu einer Idee für den eigenen Text.

Aus dem Satz „Der Mann steigt ins Auto“ wurde beispielsweise die Verfolgung eines Adlers, denn der Adler hatte dem Mann sein Butterbrot geklaut, so dass der Mann diesen verfolgt hat und am Ende ganz k.o. ins Auto stieg. In einer anderen Geschichte ging es um eine Verfolgungsjagd mit der Polizei und in wieder einer anderen Geschichte beobachten zwei Mädchen auf dem Weihnachtsmarkt, wie scheinbar der Weihnachtsmann entführt wird.

Nun haben wir uns also schon von Bildern und Sätzen bzw. Fragen zu Geschichten animieren lassen. Demnächst kommen dann noch andere Sachen hinzu…

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Schreibwerkstatt: In einer Welt voller Geschichten

Letzte Woche hat meine zweite Schreibwerkstatt begonnen (unterstützt vom Schreibland NRW) und ich freue mich schon wieder auf den nächsten Termin.

Die Teilnehmer setzen sich dieses Mal ganz anders zusammen als letztes Jahr. Während ich letztes Jahr Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren hatte, sind dieses Mal die meisten um die 10 Jahre alt. Und was ich ganz besonders toll finde: Die Hälfte der Gruppe sind Jungs! Toll, oder?

Durch die andere Zusammensetzung gestaltet sich das Schreiben auch ganz anders als im letzten Jahr und ich habe schon in der ersten Stunde gemerkt, dass ich die Aufgaben anders und vielleicht auch etwas konkreter stellen muss. Die Schreiberfahrung der Teilnehmer muss sich zunächst noch etwas aufbauen und ich habe das Gefühl, dass noch etwas mehr Anleitung benötigt wird. Motivation zum Schreiben und zum Austausch ist aber auf jeden Fall wieder vorhanden.

Wo finden wir überall Geschichten?

Ein Motto hat diese Schreibwerkstatt natürlich auch: „In einer Welt voller Geschichten“. Gemeinsam wollen wir entdecken, was uns alles so zum Schreiben einer Geschichte anregen kann. Auch die Teilnehmer sollten sich dazu Gedanken machen. Es fiel ihnen in der ersten Stunde jedoch noch ein wenig schwer. Sie hatten zwar ganz viele Ideen dazu, worüber man etwas schreiben kann, aber wo man Geschichten aufspüren kann, war ihnen noch nicht so ganz klar, aber ich denke mal, dass sich dies im Laufe der Schreibwerkstatt noch ändern wird. Ich habe jedenfalls schon einige Ideen. Natürlich werden wir uns zum Beispiel unter anderem von Bildern oder Musik inspirieren lassen, aber auch Story Cubes (Erzählwürfel) werden sicherlich wieder zum Einsatz kommen. Leider habe ich es letztes Jahr versäumt über das Schreiben zu verschiedenen Bildern und zu den Story Cubes zu berichten. Es kam aber auf jeden Fall gut an und ich denke, dass dies auch motivierende Aufgaben für die jetzige Gruppe sein dürften. Ich habe aber auch noch einige andere Ideen, die ich an dieser Stelle jedoch noch nicht verraten möchte. Habt ihr noch Ideen, was einen zu Geschichten animieren könnte?

Gedichtform Akrostichon

In der ersten Stunde ging es natürlich auch darum, sich ein wenig gegenseitig kennen zu lernen. Zunächst haben wir gemeinsam ein Gedicht geschrieben und zwar ein Akrostichon. Dabei schreibt man die Buchstaben eines Wortes senkrecht untereinander und sucht dann zu jedem Buchstaben ein passendes Wort oder auch einen kleinen Satz, der mit diesem Buchstaben beginnt.

Wir haben diese Gedichtform gemeinsam an dem Wort „Geschichten“ erprobt.

Ihr fragt euch, was das Wort „gackern“ da zu suchen hat? Naja, die Teilnehmer meinten eben, dass wir bei der Schreibwerkstatt so viel lachen würden.

Nachdem wir das Ganze mit dem Wort „Geschichten“ gemacht haben, durfte jeder ein solches Gedicht zu seinem Vornamen machen. Das war bei manchen Buchstaben gar nicht so einfach. Interessanterweise haben auch hier die Teilnehmer schon völlig andere Lösungen gefunden. Manch einer hat Eigenschaften von sich aufgeschrieben, einer hat ganze Sätze zu sich formuliert und wieder andere nannten Dinge, die sie gerne mögen.

Anschließend durften die Teilnehmer dann auch noch eine Geschichte schreiben. Dazu sollten sie sich ein oder mehrere Wörter aus ihrem Akrostichon aussuchen, um die es in der Geschichte gehen soll. Ob es in dem Text um sie selber oder um jemand ganz anderes ging, durften sie sich selber aussuchen. Außerdem ließ ich ihnen auch die Textform frei, so dass nehmen kurzen Geschichten auch Comics entstanden.

Am Ende durfte dann wer wollte noch vorlesen und die anderen konnten sich dann lobend und mit Tipps dazu äußern.

Ich bin schon gespannt, was für Texte in der nächsten Stunde entstehen werden (und ich hoffe, dass ich euch dieses Mal etwas regelmäßiger von der Schreibwerkstatt berichten werde).

Jugendrezension zu „Battle Island“

Was passiert, wenn eine Fernsehsendung eingeführt wird, in der mehrere Jugendliche ausgewählt werden, auf eine Insel zu fliegen und dort alle um einen Schatz kämpfen. Im Roman „Battle Island“  von Peter Freund geht es genau darum. In verschiedenen Spielen und Aufgaben erfahren sie immer mehr über die Koordinate, an der eine Schatzkiste mit Gold gefüllt, im Wert von 1 Millionen Euro, auf sie wartet.  Louisa ist eine von den Teilnehmern. Als sie das Casting besteht, freut sie sich darauf das Battle zu gewinnen um ihrer Mutter eine Therapie zu ermöglichen, die wiederrum sterbenskrank ist. Doch manchen Teilnehmern ist jedes Mittel recht um zu gewinnen und schon bald wird es aus dem Spiel um Reichtum, ein Spiel um Leben und Tod.

Ich persönlich habe schon anhand des Covers und des Buchnamens Vergleiche zu „Die Tribute von Panem“ gezogen. Eine abgeschottete Gegend und verschiedene Jugendliche, die ausgewählt werden um gegeneinander anzutreten.  Doch auch wenn „Die Tribute von Panem“ ein Bestseller war, lockt Battle Island mit seinen eigenen Reizen. Es spielt in der Zukunft, in einer modernisierten Welt. Verschieden starke Charaktere kommen zusammen, die alle ein Ziel haben. Von einer Draufgängerin wie Sophie bis zu einem schüchternen Mädchen wie Poppy. Doch generell waren mir die Charaktere zu klischeehaft. Die Personen waren leicht zu durchschauen und am vernünftigsten war die Hauptperson Lou. Doch dafür, dass sie so intelligent dargestellt wurde, begann sie sehr viele Sätze zögernd, was mich weiterhin aber nicht störte. Am Anfang des Buches wusste ich nicht genau, wieso der Autor Zeitsprünge verwendete, weil ich so nicht flüssig lesen konnte, sondern immer merken musste, an welchen Ort und an welchen Tag das Geschehen statt fand, da es im nächsten Kapitel wieder Zukunft oder Vergangenheit war. Zur Mitte des Buches hin, verlor ich mich jedoch im Buch, da man immer mehr verstand und wissen wollte, wie es weiter geht. Mir persönlich gefielen auch die so genannten „Battle of the Day´s“. Das sind die Tagesaufgaben und Rätsel, die gelöst werden mussten. Ich persönlich habe gerne über die Lösungswege nach gedacht.

Also für alle, die Abenteuer lieben und ein wenig zu „Die Tribute von Panem“ tendieren, ist das genau das Richtige.

Mein Fazit: Das Buch ist abenteuerlustig, interessant, abwechslungsreich und perfekt für Jugendliche! Und das aller wichtigste: Es ist sehr lesenswert!

Melisha, 14 Jahre, Teilnehmerin der Schreibwerkstatt zu:

Battle Island von Peter Freund, cbj, ISBN: 978-3570153802, 14,99€

Jugendrezension zu „ROCK WAR – Heiße Phase“

Du stehst auf spannende Actiongeschichten mit Jugendlichen in deinem Alter? Dann ist „ROCK WAR“ genau das richtige für dich. In dem Buch geht es um eine Reality-Show, in der sechs Bands miteinander konkurrieren bis zum Finale an Weihnachten. Jede Band ist davon überzeugt, dass sie es schaffen kann, der Gewinner zu werden. Doch trotz dieser Konkurrenz um den Gewinnertitel, haben die Jugendlichen noch andere Probleme, die sie vor der Kamera und ihren Fans verbergen. Außerdem scheint es bei der Show nicht mit rechten Dingen zuzugehen, es gibt Drahtzieher die alles daran setzen, dass eine Band gewinnt. Wird es ihnen gelingen?

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Geschichte war fesselnd und sehr überzeugend. Ich habe bis zur letzten Seite mit gefiebert und hatte das Buch innerhalb kurzer Zeit durchgelesen. Ich empfehle das Buch weiter, es ist wirklich lohnenswert „ROCK WAR“ zu lesen.

Annika, 12 Jahre, Teilnehmerin der Schreibwerkstatt, zu:

ROCK WAR – Heiße Phase von Robert Muchamore, übersetzt von Tanja Ohlsen, cbt Kinder- und Jugendbuchverlag, ISBN: 978-3570163351, 12,99€

Kinderrezension zu „Weltenweber“

Wenn dein Leben von einer Nadel, die sehr schwer zu finden ist, abhängt, ein böser Fadenmeister sein Unwesen treibt und du ohne einen sehr besonderen Schneider wohl schon tot wärst, dann bist du in Afeärand, dem Königreich, dem das Ende naht und in dem der Bauernjunge Nels lebt. Er lebt im endlosen Wald von Afeärand. Nels stirbt schon sehr früh im Buch. Nach seinem Tod sucht er als Geist zusammen mit der Prinzessin Tyra nach einer Nadel, dem einzigen Etwas, das ihm neues Leben einhauchen kann. Eine spannende Suche voller Magie beginnt. Werden die beiden es schaffen Afeärand zu retten? Lest das Buch, dann wisst ihr es.

Ich kann das 437-seitige Buch „Weltenweber“ stark an alle Fantasy-Fans ab 11 Jahren empfehlen. „Weltenweber“ ist eine spannende Magie-Geschichte. Es ist eine fesselnde Geschichte von den Autoren Michael Jensen und David Powers King. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Es war eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe.

Moritz, 10 Jahre, Teilnehmer der Schreibwerkstatt, zu:

Weltenweber von Michael Jensen und David Powers King, Ravensburger, ISBN: 978-3-473-36949-2, 14,99€

 

Jugendrezension zu „Wunderworte“

Das Buch „Wunderworte“ von Abbey Cooper ist eines der Bücher, welches einen von Beginn an durch eine sanfte, aber zurückgezogene Heldin in seinen Bann schlägt.

Elyse ist im Grunde ein ganz normales zwölfjähriges Mädchen, doch leidet sie unter der seltenen Krankheit CAV. Bei dieser Krankheit erscheinen all jene Wörter auf ihren Armen und Beinen, mit denen sie beschrieben wird. Die gemeinen Wörter werden immer noch einem starken Juckreiz begleitet. Normalerweise beschützt Jeq, Elyses beste Freundin, sie vor den Gemeinheiten der anderen Kinder. Doch Jeq orientiert sich immer mehr an den „coolen“ Mädchen, wodurch die schlimmen Wörter auf Elyses Armen und Beinen immer häufiger auftreten. Elyse sieht ihre einzige Chance wieder mehr nette Wörter zu bekommen, darin, Jugendreiseleiterin für die Klassenfahrt zu werden. Immer wieder tauchen kleine, blaue Zettel auf, die Elyse helfen zur Reiseleiterin zu werden. Doch wer hat diese Zettel geschrieben?

Diese Frage zieht sich beinahe durch das gesamte Buch. Doch ist sie nicht allein für die Spannung der Handlung verantwortlich. Vielmehr sind es die Themen wie Freundschaft und Selbstakzeptanz, die diesem Buch das gewisse Etwas geben. Dank einer leichten und einfachen Sprache kann man die Gefühle der Heldin gut nachvollziehen. An manchen Stellen erscheint mir jedoch Elyse etwas zu reflektiert für ein zwölfjähriges Mädchen, doch kann dies auch daran liegen, dass sie an der schwierigen Situation wächst.

Zusammengefasst kann ich dieses Buch ab zwölf Jahren empfehlen. Mir selbst hat es gut gefallen.

Anna, 17 Jahre, Teilnehmerin der Schreibwerkstatt zu:

Wunderworte von Abbey Cooper, Einbandillustration von Suse Kopp, übersetzt von André Mumot, Dressler Verlag, ISBN: 978-3-7915-0039-3, 16,99€

Jugendrezension zu „Feuer und Feder“

Wenn die Schrift nur der Elite vorbehalten ist, Sklaverei zum Alltag gehört und die Könige den Göttern Briefe schreiben, dann befindet man sich in Quilara, einem Land am Meer.

Hier lebt die Sklavin Raisa seit sie als Kind von ihrer Heimatinsel wie so viele andere auch verschleppt und versklavt wurde. Sie dient im Palast und hat eines Tages das Privileg Tutorin des nächsten Prinzen zu werden, was so viel heißt wie: Sie warf die heiligen Schriftzeichen lernen, die sonst nur dem König  und seinen Nachfolgern vorbehalten ist.

Beim täglichen Unterricht im Adytum kommt Raisa dem gleichaltrigen Kronprinzen Mali näher. Bald schon zu nah als ihren gegensätzlichen Ständen erlaubt.

In einem Land, wo Sklaven wie Dreck behandelt werden, kann es nicht lange friedlich bleiben und so sorgen Rebellen für Unruhen im Volk um ihrer Unzufriedenheit Ausdruck zu verleihen.

Eine typische Romeo- und Julia-Liebesbeziehung zwischen Raisa und Mali dominiert die Handlung des Buches, jedoch mit Happy End und, meiner Meinung nach, schön umgesetzt.

Vor jedem Kapitel wird die Sage der sieben Götter, welche ihre Schrift an die Menschen gaben, ein Stückchen weitererzählt, was sehr wichtig zum Verständnis der Geschichte ist, da die Götter eine große Rolle spielen.

Was mir auch sehr an der Geschichte gefällt, sind die ausgedachten Namen der Charaktere, die sehr wohlklingend sind. Außerdem verstärken sie das Gefühl des Lesers, sich in einer eigenen Welt zu befinden.

Diese Welt erinnert mich aufgrund des warmen Klimas und der Sklaverei an die Zeit der alten Römer.

Mir hat das Buch gut gefallen und ich empfehle es (vorrangig an) Mädchen ab 14 Jahren, die gerne Fantasy, aber ohne viel Magie, und Liebesgeschichten lesen.

Ulrike, 15 Jahre, Teilnehmerin der Schreibwerkstatt zu:

Feuer und Feder von Kathy MacMillan, übersetzt von Julian Haefs, Beltz Verlag, ISBN: 978-3-407-74796-9, 18,95€

Jugendrezension zu „Animox – Das Auge der Schlange“

Animox sind Menschen, die sich im Untergrund halten, da sie sich in Tiere verwandeln können. Simon ist 12 Jahre alt und Erbe des Vogelclans sowie Nachkomme des Bestienkönigs, welche vor mehreren Jahren Diktator über die Animox war. Das macht Simon zu einer laufenden bzw. fliegenden Zielscheibe. Dazu kommt auch noch, dass er nach seiner verschollenen Mutter sucht.

Dieses Fantasy-Buch zog mich gleich von Beginn an in seinen Bann und ich hatte das Gefühl, dass ich mitten im Geschehen stehen würde. Das macht das Buch noch lebendiger. Ich konnte es nicht mehr aus meinen Händen legen, da ich wissen wollte, wie es weiter geht. Auch das Ende überzeugte mich. Also kann ich dieses Buch allen Jugendlichen über 12 Jahren empfehlen.

Richard, 12 Jahre, Teilnehmer der Schreibwerkstatt zu:

Animox – Das Auge der Schlange von Aimee Carter, übersetzt von Maren Illinger, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-4624-4, 14,99€

Jugendrezension zu „Was die Welle nahm“

Was die Welle nahm“ ist ein emotionales Buch, in dem es um den vierzehnjährigen Lukas geht. Lukas wohnt mit seiner Mutter Anja in Neukölln, einem Stadtteil von Berlin. Sein leiblicher Vater ist seit zehn Jahren tot. Angeblich soll er bei einem Tsunami in Thailand ums Leben gekommen sein. Doch niemand spricht über den Tod von Lukas Vater. Wenn er fragt, erhält er keine Antworten. Aber Lukas will mehr wissen. Er will wissen, für wen und warum sein Vater ihn und seine Mutter verlassen hat. Während Anja mit ihrem neuen Freund Hannes im Urlaub ist, sucht Lukas nach der Wahrheit und will das Geheimnis um den Tod oder auch das Verschwinden seines Vaters lüften. Dabei erfährt er von Dingen, die seine Welt verändern und ihn zu tiefst verletzen.

„Was die Welle nahm“ ist ein Buch, das die Geschichte von einem Jungen erzählt, der seinen Vater vermisst und den Tod von ihm verstehen und aufklären möchte. Das Buch ist in der Ich-Perspektive von Lukas geschrieben, und hat daher auch oftmals ein paar komische Textstellen, wo sich z.B. der gleiche Satz öfters wiederholt. Ich fand es zwischendurch auch etwas langweilig. Aber für Leser, die gerne vollkommen reale Geschichten mögen und es nicht unspannend finden, dass es zwischendurch auch ein ganz normales Alltagskapitel gibt, empfehle ich das Buch ab 12 Jahren.

Annika, 12 Jahre, Teilnehmerin der Schreibwerkstatt zu:

Was die Welle nahm von Vera Kissel, Dressler Verlag, ISBN: 978-3791511108, 14,99€

Jugendrezension zu „Dead Water. Das Logbuch“

Was würdest du tun, wenn du plötzlich auf einem alten Segelschiff mit dem Namen eines Geisterschiffs mitten im Indischen Ozean feststecken würdest – alle erwachsenen Begleitpersonen auf unerklärliche Weise verschwunden, wie vom Meer verschluckt?

So geht es der 14-köpfigen Gruppe von Jugendlichen, die sich erst seit Ablegen des Schiffes kennt. Alle grundaus verschieden – nur eines haben sie gemeinsam: Ihre stinkreichen Eltern haben sie für eine 6-monatige Erziehungs- und Lehrfahrt auf ein altes Segelschiff abgeschoben. Keiner der Jugendlichen hat auch nur die geringste Lust dazu, doch als nach kurzer Zeit die Lehrer und Crew spurlos verschwinden, sind sie auf sich allein gestellt und mehr denn je auf sich angewiesen. Als wenn das alles nicht genug wäre, erreichen die Gruppe schreckliche Funksprüche von Erpressern, die damit drohen die Lehrer umzubringen, wenn ihre Anweisungen nicht genaustens befolgt werden.

Spannend bis zum Schluss bleibt das Buch, das wie ein Tagebuch aufgebaut ist, das jedoch nicht von einer Person, sondern von der ganzen Gruppe von Jugendlichen geschrieben wird. Am Rand der verschiedenen Einträge kommentieren die Jugendlichen mit ihren unterschiedlichen Handschriften das Geschriebene mit sarkastischen Sprüchen und teils schwarzem Humor sowie gekritzelten Zeichnungen. Das gefällt mir sehr gut an dem Buch, da es die Geschichte lebendig macht und außerdem alles nochmal hinterfragt bzw. die Sicht der einzelnen Personen auf ein Geschehen widergibt. Durch die Bilder, die manchmal sogar über eine Doppelseite gehen, kriegt der Leser eine Vorstellung, wo auf dem Ozean sich das Segelschiff gerade befindet und was in der Geschichte gerade passiert. Sie unterstreichen aber vor allem die Kommentare der Charaktere.

Es gibt keine bestimmte Hauptperson, da jedes Mitglied der Jugendgruppe abwechselnd die Geschichte in der Ich-Form weitererzählt. Das fand ich am Anfang des Buches etwas verwirrend, da die Person wechselte, aber die Ich-Form blieb (es steht zwar über jedem Abschnitt der Name der erzählenden Person, jedoch hatte man zuerst noch keine große Verbindung zwischen den Namen und Personen aufgebaut).

Spätestens gegen Mitte des Buches kannte man dann aber den Charakter der Jugendlichen und konnte ihn mit dem Namen verbinden. Im Anhang ist eine lange Liste aller Namen und eventuell unklaren Begriffen mit ihren Beschreibungen zu finden. Das ist mir leider erst aufgefallen, als ich am Ende der Geschichte angelangt war, deshalb hat es mir nichts mehr gebracht. Im Grunde ist das aber eine gute Idee. Man sollte nur zu Beginn schon davon wissen.

Ich kann das Buch nur weiterempfehlen. Es hat mir sehr gefallen. Ob Junge oder Mädchen ab 13 Jahren, ganz egal. Wer packende Abenteuer und Krimis mag, der sollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen können. Gespickt mit humorvollen Sarkasmus und den comichaften Zeichnungen bekommt das Buch das gewisse Etwas, was man in nicht vielen Büchern findet. Mit gesellschaftskritischem Inhalt wird dem Leser eine wertvolle Moral mit auf den Weg gegeben.

Ulrike, 15 Jahre, Teilnehmerin der Schreibwerkstatt zu:

Dead Water. Das Logbuch von Tobias Rafael Junge, Dressler Verlag, ISBN: 978-3-7915-0049-2, 9,99€