Jugendrezension zu „Wunderworte“

Das Buch „Wunderworte“ von Abbey Cooper ist eines der Bücher, welches einen von Beginn an durch eine sanfte, aber zurückgezogene Heldin in seinen Bann schlägt.

Elyse ist im Grunde ein ganz normales zwölfjähriges Mädchen, doch leidet sie unter der seltenen Krankheit CAV. Bei dieser Krankheit erscheinen all jene Wörter auf ihren Armen und Beinen, mit denen sie beschrieben wird. Die gemeinen Wörter werden immer noch einem starken Juckreiz begleitet. Normalerweise beschützt Jeq, Elyses beste Freundin, sie vor den Gemeinheiten der anderen Kinder. Doch Jeq orientiert sich immer mehr an den „coolen“ Mädchen, wodurch die schlimmen Wörter auf Elyses Armen und Beinen immer häufiger auftreten. Elyse sieht ihre einzige Chance wieder mehr nette Wörter zu bekommen, darin, Jugendreiseleiterin für die Klassenfahrt zu werden. Immer wieder tauchen kleine, blaue Zettel auf, die Elyse helfen zur Reiseleiterin zu werden. Doch wer hat diese Zettel geschrieben?

Diese Frage zieht sich beinahe durch das gesamte Buch. Doch ist sie nicht allein für die Spannung der Handlung verantwortlich. Vielmehr sind es die Themen wie Freundschaft und Selbstakzeptanz, die diesem Buch das gewisse Etwas geben. Dank einer leichten und einfachen Sprache kann man die Gefühle der Heldin gut nachvollziehen. An manchen Stellen erscheint mir jedoch Elyse etwas zu reflektiert für ein zwölfjähriges Mädchen, doch kann dies auch daran liegen, dass sie an der schwierigen Situation wächst.

Zusammengefasst kann ich dieses Buch ab zwölf Jahren empfehlen. Mir selbst hat es gut gefallen.

Anna, 17 Jahre, Teilnehmerin der Schreibwerkstatt zu:

Wunderworte von Abbey Cooper, Einbandillustration von Suse Kopp, übersetzt von André Mumot, Dressler Verlag, ISBN: 978-3-7915-0039-3, 16,99€

Jugendrezension zu „Feuer und Feder“

Wenn die Schrift nur der Elite vorbehalten ist, Sklaverei zum Alltag gehört und die Könige den Göttern Briefe schreiben, dann befindet man sich in Quilara, einem Land am Meer.

Hier lebt die Sklavin Raisa seit sie als Kind von ihrer Heimatinsel wie so viele andere auch verschleppt und versklavt wurde. Sie dient im Palast und hat eines Tages das Privileg Tutorin des nächsten Prinzen zu werden, was so viel heißt wie: Sie warf die heiligen Schriftzeichen lernen, die sonst nur dem König  und seinen Nachfolgern vorbehalten ist.

Beim täglichen Unterricht im Adytum kommt Raisa dem gleichaltrigen Kronprinzen Mali näher. Bald schon zu nah als ihren gegensätzlichen Ständen erlaubt.

In einem Land, wo Sklaven wie Dreck behandelt werden, kann es nicht lange friedlich bleiben und so sorgen Rebellen für Unruhen im Volk um ihrer Unzufriedenheit Ausdruck zu verleihen.

Eine typische Romeo- und Julia-Liebesbeziehung zwischen Raisa und Mali dominiert die Handlung des Buches, jedoch mit Happy End und, meiner Meinung nach, schön umgesetzt.

Vor jedem Kapitel wird die Sage der sieben Götter, welche ihre Schrift an die Menschen gaben, ein Stückchen weitererzählt, was sehr wichtig zum Verständnis der Geschichte ist, da die Götter eine große Rolle spielen.

Was mir auch sehr an der Geschichte gefällt, sind die ausgedachten Namen der Charaktere, die sehr wohlklingend sind. Außerdem verstärken sie das Gefühl des Lesers, sich in einer eigenen Welt zu befinden.

Diese Welt erinnert mich aufgrund des warmen Klimas und der Sklaverei an die Zeit der alten Römer.

Mir hat das Buch gut gefallen und ich empfehle es (vorrangig an) Mädchen ab 14 Jahren, die gerne Fantasy, aber ohne viel Magie, und Liebesgeschichten lesen.

Ulrike, 15 Jahre, Teilnehmerin der Schreibwerkstatt zu:

Feuer und Feder von Kathy MacMillan, übersetzt von Julian Haefs, Beltz Verlag, ISBN: 978-3-407-74796-9, 18,95€

Jugendrezension zu „Animox – Das Auge der Schlange“

Animox sind Menschen, die sich im Untergrund halten, da sie sich in Tiere verwandeln können. Simon ist 12 Jahre alt und Erbe des Vogelclans sowie Nachkomme des Bestienkönigs, welche vor mehreren Jahren Diktator über die Animox war. Das macht Simon zu einer laufenden bzw. fliegenden Zielscheibe. Dazu kommt auch noch, dass er nach seiner verschollenen Mutter sucht.

Dieses Fantasy-Buch zog mich gleich von Beginn an in seinen Bann und ich hatte das Gefühl, dass ich mitten im Geschehen stehen würde. Das macht das Buch noch lebendiger. Ich konnte es nicht mehr aus meinen Händen legen, da ich wissen wollte, wie es weiter geht. Auch das Ende überzeugte mich. Also kann ich dieses Buch allen Jugendlichen über 12 Jahren empfehlen.

Richard, 12 Jahre, Teilnehmer der Schreibwerkstatt zu:

Animox – Das Auge der Schlange von Aimee Carter, übersetzt von Maren Illinger, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-4624-4, 14,99€

Jugendrezension zu „Was die Welle nahm“

Was die Welle nahm“ ist ein emotionales Buch, in dem es um den vierzehnjährigen Lukas geht. Lukas wohnt mit seiner Mutter Anja in Neukölln, einem Stadtteil von Berlin. Sein leiblicher Vater ist seit zehn Jahren tot. Angeblich soll er bei einem Tsunami in Thailand ums Leben gekommen sein. Doch niemand spricht über den Tod von Lukas Vater. Wenn er fragt, erhält er keine Antworten. Aber Lukas will mehr wissen. Er will wissen, für wen und warum sein Vater ihn und seine Mutter verlassen hat. Während Anja mit ihrem neuen Freund Hannes im Urlaub ist, sucht Lukas nach der Wahrheit und will das Geheimnis um den Tod oder auch das Verschwinden seines Vaters lüften. Dabei erfährt er von Dingen, die seine Welt verändern und ihn zu tiefst verletzen.

„Was die Welle nahm“ ist ein Buch, das die Geschichte von einem Jungen erzählt, der seinen Vater vermisst und den Tod von ihm verstehen und aufklären möchte. Das Buch ist in der Ich-Perspektive von Lukas geschrieben, und hat daher auch oftmals ein paar komische Textstellen, wo sich z.B. der gleiche Satz öfters wiederholt. Ich fand es zwischendurch auch etwas langweilig. Aber für Leser, die gerne vollkommen reale Geschichten mögen und es nicht unspannend finden, dass es zwischendurch auch ein ganz normales Alltagskapitel gibt, empfehle ich das Buch ab 12 Jahren.

Annika, 12 Jahre, Teilnehmerin der Schreibwerkstatt zu:

Was die Welle nahm von Vera Kissel, Dressler Verlag, ISBN: 978-3791511108, 14,99€

Jugendrezension zu „Dead Water. Das Logbuch“

Was würdest du tun, wenn du plötzlich auf einem alten Segelschiff mit dem Namen eines Geisterschiffs mitten im Indischen Ozean feststecken würdest – alle erwachsenen Begleitpersonen auf unerklärliche Weise verschwunden, wie vom Meer verschluckt?

So geht es der 14-köpfigen Gruppe von Jugendlichen, die sich erst seit Ablegen des Schiffes kennt. Alle grundaus verschieden – nur eines haben sie gemeinsam: Ihre stinkreichen Eltern haben sie für eine 6-monatige Erziehungs- und Lehrfahrt auf ein altes Segelschiff abgeschoben. Keiner der Jugendlichen hat auch nur die geringste Lust dazu, doch als nach kurzer Zeit die Lehrer und Crew spurlos verschwinden, sind sie auf sich allein gestellt und mehr denn je auf sich angewiesen. Als wenn das alles nicht genug wäre, erreichen die Gruppe schreckliche Funksprüche von Erpressern, die damit drohen die Lehrer umzubringen, wenn ihre Anweisungen nicht genaustens befolgt werden.

Spannend bis zum Schluss bleibt das Buch, das wie ein Tagebuch aufgebaut ist, das jedoch nicht von einer Person, sondern von der ganzen Gruppe von Jugendlichen geschrieben wird. Am Rand der verschiedenen Einträge kommentieren die Jugendlichen mit ihren unterschiedlichen Handschriften das Geschriebene mit sarkastischen Sprüchen und teils schwarzem Humor sowie gekritzelten Zeichnungen. Das gefällt mir sehr gut an dem Buch, da es die Geschichte lebendig macht und außerdem alles nochmal hinterfragt bzw. die Sicht der einzelnen Personen auf ein Geschehen widergibt. Durch die Bilder, die manchmal sogar über eine Doppelseite gehen, kriegt der Leser eine Vorstellung, wo auf dem Ozean sich das Segelschiff gerade befindet und was in der Geschichte gerade passiert. Sie unterstreichen aber vor allem die Kommentare der Charaktere.

Es gibt keine bestimmte Hauptperson, da jedes Mitglied der Jugendgruppe abwechselnd die Geschichte in der Ich-Form weitererzählt. Das fand ich am Anfang des Buches etwas verwirrend, da die Person wechselte, aber die Ich-Form blieb (es steht zwar über jedem Abschnitt der Name der erzählenden Person, jedoch hatte man zuerst noch keine große Verbindung zwischen den Namen und Personen aufgebaut).

Spätestens gegen Mitte des Buches kannte man dann aber den Charakter der Jugendlichen und konnte ihn mit dem Namen verbinden. Im Anhang ist eine lange Liste aller Namen und eventuell unklaren Begriffen mit ihren Beschreibungen zu finden. Das ist mir leider erst aufgefallen, als ich am Ende der Geschichte angelangt war, deshalb hat es mir nichts mehr gebracht. Im Grunde ist das aber eine gute Idee. Man sollte nur zu Beginn schon davon wissen.

Ich kann das Buch nur weiterempfehlen. Es hat mir sehr gefallen. Ob Junge oder Mädchen ab 13 Jahren, ganz egal. Wer packende Abenteuer und Krimis mag, der sollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen können. Gespickt mit humorvollen Sarkasmus und den comichaften Zeichnungen bekommt das Buch das gewisse Etwas, was man in nicht vielen Büchern findet. Mit gesellschaftskritischem Inhalt wird dem Leser eine wertvolle Moral mit auf den Weg gegeben.

Ulrike, 15 Jahre, Teilnehmerin der Schreibwerkstatt zu:

Dead Water. Das Logbuch von Tobias Rafael Junge, Dressler Verlag, ISBN: 978-3-7915-0049-2, 9,99€

Jugendrezension zu „Winterseele – Kissed by Fear“

Elizabeth Caldwell – ein eigentlich normales Mädchen. Naja, bis auf, dass sie sehr zurückgezogen ist, kommt sie so rüber. Doch eine entscheidende Sache unterscheidet sie von den anderen Sterblichen: Sie kann nichts fühlen, aber dafür die Gefühle anderer in Menschengestalt sehen und mit ihnen kommunizieren.

Die Gefühle haben längst aufgehört, zu versuchen, Elizabeth zu berühren. Bis auf Fear. Er ist gefährlich-schön und versetzt alle in Angst und Schrecken, doch bei Elizabeth wird er weich. Denn sie lässt sein Herz höher schlagen. Doch was ist, wenn Elizabeth‘ Leere sich regt? Etwas hervor dringt? Sie droht zu durchbrechen? Und dann auch noch eine höchstgefährliche Macht Elizabeth‘ Leben bedroht?

Das Buch „Winterseele – Kissed by Fear“ von Kelsey Sutton hat mich schon ab dem ersten Satz gefesselt. Es war spannend aus Elizabeth‘ Ich-Perspektive etwas über ihre innere Leere, ihr Leben, die Gefühle, über die gefährliche Macht und ihre spannende Vergangenheit zu erfahren. Man fühlt sich schnell als wäre man mitten im Geschehen und legt das Buch nur schwer aus den Händen. Das Ende und die Mitte gefallen mir am besten, denn dort passiert viel spannendes und viele interessante Dinge werden aufgeklärt.

Ich finde, es ist ein gutes Buch für Jugendliche (vor allem Mädchen) ab 12 Jahren. Das Buch beinhaltet Spannung, Action, aber auch Romantik – dies allerdings nicht viel. Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen!

Mara, 12 Jahre, Teilnehmerin der Schreibwerkstatt zu:

Winterseele – Kissed by Fear von Kelsey Sutton, übersetzt von Ursula Held, Ravensburger Verlag, ISBN: 978-3-473-58508-3, 12,99€

Jugendrezension zu „Einzig“

Sicherlich hat sich jeder schon einmal gefragt, wer man eigentlich wirklich ist. Diese Frage bekommt eine besondere Bedeutung im Buch „Einzig“. Die sechzehnjährige Teva erscheint zunächst wie ein normales Mädchen: Sie geht zur Schule, hat einen Freund ihrer besten Freundin erzählt sie alles. Nun ja, fast alles, denn zu Hause darf sie niemand besuchen. Das liegt an ihren jüngeren „Geschwistern“. Doch im eigentlichen Sinne sind es nicht ihre Geschwister, sondern jüngere Versionen ihrer selbst. Genau 365 Tage hat eine Version Zeit bis die nächste ihren Platz einnimmt und die alte Version für immer ins Haus eingeschlossen wird. Davon darf unter keinen Umständen jemand erfahren; die Gefahr, dass sie dann verfolgt und verstoßen werden, ist zu groß.

Dieses Buch besticht mit einer mutigen und gedankenvollen Heldin, die weder überdreht noch stumpfsinnig ist. Die Konflikte zwischen ihrem geheimen Leben zu Hause und dem zur Schau gestellten, werden schon früh in der Handlung deutlich. Die Situation spitzt sich weiter zu, als Teva die neue Version in sich spürt. Zudem gerät Teva immer öfter mit ihrer fünfzehnjährigen Version um ihren Freund Ollie in Streit, denn die fünfzehnjährige Version hatte sich zu ihrer Zeit in Ollie verliebt und sieht die jetzige Teva als Eindringling. Auch muss sich Teva über ihre Gefühle für Tommo klar werden.

Dieses Buch ist trotz des ernsten Themas lebendig und humorvoll geschrieben, so dass man leicht in das Leben der Heldin eintauchen kann. Neben den persönlichen Problemen Tevas werden auch Themen wie Selbstbestimmung und Akzeptanz von „andersartigen“ Menschen behandelt.

Als schließlich die Frage aufkommt, ob sie sich vielleicht ihren Teilungsprozess und ihre jüngeren Versionen nur einbildet, nimmt die Handlung noch einmal Fahrt auf. Etwas enttäuschend ist jedoch das Ende. Zu schnell lösen sich alle Konflikte in Wohlgefallen auf. Ansonsten kann ich dieses Buch für alle ab zwölf Jahren nur empfehlen. Mir selbst hat es sehr gut gefallen.

Anna, 17 Jahre Teilnehmerin der Schreibwerkstatt zu:

Einzig von Kathryn Evans, übersetzt von Sabine Reinhardus, FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, ISBN: 978-3-7335-0297-3, 12,99€

Einblicke in die Schreibwerkstatt

Wollt ihr wissen, was wir außer Rezensionen in der Schreibwerkstatt sonst noch so für Texte schreiben? Auf jeden Fall spielen wir ganz fleißig Mimikry. Daran haben alle sehr viel Spaß und jede Woche darf jemand anderes das Buch auswählen, das mit seinem ersten Satz zum Schreiben verlockt. Eine Mimikry-Spielrunde könnt ihr übrigens auch hier auf dem Blog nachlesen. Das erste Buch, mit dem wir gespielt haben, war „Wunder“.

Aber es werden nicht nur Anfänge verschiedener Bücher „gefälscht“, sondern es werden auch ganz eigene Texte geschrieben. Es ist unglaublich spannend zu sehen, auf was für kreative Ideen die TeilnehmerInnen kommen. Die Texte können ausnahmslos alle überzeugen. Das ist wirklich toll!

Verschiedene Textarten: Gedichte und Dialog

Zum Schreiben gibt es immer eine kleine Anregung. So haben wir uns zum Beispiel an einem Parallelgedicht zu Bertolt Brechts „Vergnügungen“ versucht. Dabei stellten die Jugendlichen erstaunt fest, wie gut und melodisch Gedichte auch ohne Reime klingen können. Normalerweise haben sie eher das Gefühl, dass Gedicht zu schreiben für sie zu schwierig sei, aber hier hatten tatsächlich alle ein Erfolgserlebnis. Außerdem zeigte sich auch hier wieder die Kreativität der Kinder und Jugendlichen, denn es kamen nicht nur gegensätzliche Parallelgedicht z.B. zu Überschrift „Ärgernisse“ heraus, sondern es wurden auch Gedichte im Stil des Brechts Gedichts zu ganz anderen Themen wie z.B. „Geschichten“ verfasst.

Auch an einen Dialog haben sich die Teilnehmer gewagt und zwar hatte das Gespräch, das aufgeschrieben werden sollte, einen sehr spannenden Ausgangspunkt: Ein Mann möchte einen echten 50 € Schein für 35 € verkaufen, worauf niemand eingeht. Stattdessen wird der Mann von der Polizei verhaftet. Die Teilnehmerinnen sollten sich nun das daraufhin folgende Gespräch auf der Wache ausdenken. Ob dabei wohl die Motive des Mannes klar werden? Ich kann auf jeden Fall verraten, dass er teilweise ganz unterschiedliche Gründe für sein Handeln hatte.

Die Idee des Dialogs sowie des Parallelgedichts habe ich übrigens aus dem Reclam-Heftchen „Kreatives Schreiben – 111 Übungen“ (ISBN: 978-3-15-015228-7, 4,80€), welches viele gute Schreibanlässe bereit hält. Es wird sicherlich noch öfter zum Einsatz kommen.

Gefühle umschreiben

Aber ich habe auch schon ein Bilderbuch zum Einsatz gebracht und zwar das Buch „Heute bin ich“, welches Fische mit verschiedenen Gefühlen zeigt. Ich habe die  Bilder aus dem Buch herauskopiert und einlaminiert. Die Jugendlichen durften die Bilder betrachten und sich eins aussuchen. Sie sollten für sich das Gefühl benennen, welches sie auf dem Bild herauslesen. Dann sollten sie – ohne das Gefühl zu nennen – einen Text schreiben, in dem es um dieses Gefühl geht. Die anderen haben anschließend geraten, um welchen Begriff es geht. Dabei haben alle sehr gute Texte geschrieben, in denen man das Gefühl prima herausfühlen konnte, so dass wir immer auf das richtige Gefühl gekommen sind. Anschließend haben wir noch im Buch geguckt, ob hier den Fischen die gleichen Gefühle zugeordnet worden sind. Meistens ging es in die gleiche Richtung, aber manchmal gab es doch kleinere Unterschiede, wobei die Teilnehmer meistens die Lösung, die in der Schreibwerkstatt gefunden wurde, passender fanden.

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Mehr als die Hälfte der Schreibwerkstatt ist leider schon rum, was wir alle bedauern, aber ein paar spannende und kreative Stunden haben wir ja noch vor uns.

Demnächst auf dem Blog: Rezensionen von Jugendlichen

Wir probieren uns in der Schreibwerkstatt an einer neuen Art von Texten aus: Rezensionen! So habt auch ihr alle bald etwas von der Schreibwerkstatt und zwar ganz aktuelle Buchempfehlungen.

Dank der Verlage Arena, Beltz & Gelberg, Carlsen, cbj, Oetinger, Ravensburger, Thienemann, S. Fischer Verlage konnte ich den Jugendlichen eine tolle Auswahl an aktuellen Kinder- und Jugendbüchern bieten. Und die Teilnehmer standen auch tatsächlich ganz begeistert vor den Büchern. Es war richtig schön zu sehen, wie sehr sich Jugendliche über Bücher freuen können. Allein die Cover machten sie alle ganz kribbelig. Ich war dann jedoch so gemein, dass ich sie zunächst einmal darum bat, sich wirklich nur die Cover anzusehen. Auf dieser Grundlage sollten sie sich dann für ein Buch entscheiden.

Die Qual der Wahl

Ihre erste Aufgabe war es nun, sich Gedanken zu dem Cover zu machen. Warum hat sie dieses Buch angesprochen und was erwarten sie von dem Buch?

Später durften sie sich dann natürlich noch den Klappentext durchlesen, worauf sie alle brannten. Die eine oder andere Überraschung gab es nun. Nicht immer passten die Erwartungen, die das Cover weckte, zu dem was der Klappentext verhieß, aber dennoch waren alle Teilnehmer weiterhin begeistert von ihrer Wahl (nur eine Jugendliche war später beim Aufschlagen des Buches enttäuscht und hat es noch gegen ein anderes ausgetauscht).

Ich habe schon einmal kurz angesprochen, was in eine Rezension hineingehört, aber darüber werden wir dann in einer der nächsten Stunden noch intensiver sprechen. Nun heißt es erst einmal lesen, lesen und lesen.

Die Teilnehmer beschäftigen sich mit dem ersten Eindruck ihres Buches.

Schreibwerkstatt: Mensch, menschlich, wunderbar

Ich habe eine neue kleine Tätigkeit: Einmal in der Woche leite ich nun in der Bücherei eine Schreibwerkstatt für Jugendliche, wobei das Alter der TeilnehmerInnnen sehr gemischt ist. Der Jüngste ist noch keine zehn Jahre alt und die Älteste ist bereits 17.

Es ist das erste Mal, dass ich so etwas mache. Sehr spannend also! Aber ich verspürte vor der ersten Stunde auch eine große Freude und eine positive Aufregung. Nun ist die erste Stunde bereits hinter mir, ich habe die netten TeilnehmerInnen kennen gelernt und es wurde schon munter losgeschrieben.

Das Motto

Das Motto der Schreibwerkstatt lautet „Mensch, menschlich, wunderbar“. Was steckt dahinter? Was fällt einem dazu ein? Mit dieser Frage haben wir uns zunächst bei einem kleinen Brainstorming befasst. Dabei wurde klar, dass es den Jugendlichen nicht unbedingt leicht fiel die Begriffe „Mensch“ und „wunderbar“ miteinander zu vereinen. Zu viele negative Themen auf der Welt beschäftigen sie. Mal schauen, wie sich die Menschen in den Texten der kommenden Wochen verhalten werden.

Ich bin…

Die erste Schreibaufgabe begann dann mit zwei einfachen Worten „Ich bin…“. Mit diesen Worten sollten die Texte anfangen und ich war sehr gespannt, was dabei heraus kommt. Niemand hat einfach eine Vorstellung a la Name, Alter, Hobbys geschrieben. Es sind dabei richtig tolle Texte entstanden. Manche machten sich philosophische Gedanken darüber, inwiefern sich die Menschen gleichen bzw. unterscheiden, einer schrieb einen Chatdialog, einige äußerten in ihrem Text ihre Meinung zu einem bestimmten Thema und wieder jemand anderes schrieb eine Art Gedicht, in dem gegensätzliche Charaktereigenschaften gegenübergestellt wurden. Fast alle TeilnehmerInnen haben ihre Texte vorgelesen, wobei ihnen das Vorlesen natürlich grundsätzlich freigestellt ist. Und zu jedem Text fanden die ZuhörerInnen lobende Worte.

Namen machen Leute

Die nächste Aufgabe konnten wir nur beginnen. Sie wird dann in der nächsten Stunde fortgesetzt. Alle haben ihren Namen (Vor- und Nachname) in Großdruckbuchstaben aufgeschrieben und die Buchstaben ausgeschnitten. Als nächstes sollten mit den Buchstaben aus dem eigenen Namen ein neuer Name gelegt werden. Da wurden die Buchstaben fleißig umgeschoben und man kam auf witzige und spannende Namen. Wenn ein Name gefunden wurde, der einem gefiel, sollte dieser festgehalten werden. Welche Person steckt wohl hinter diesem Namen? Was hat sie erlebt? Welche Eigenschaften hat sie? Die Aufgabe für die nächste Stunde ist also nun einen Text mit oder über diese Person zu schreiben und ich habe schon gemerkt, dass allen zu ihrem gelegten Namen viele Assoziationen gekommen sind. Es wird also spannend weiter gehen.