Bücher aus dem neunmalklug Verlag

Langsam geht nun der Sommer wirklich zu Ende, der Herbst kommt und die Vögel sind schon wieder auf dem Weg in den Süden. Dazu gehören auch die Störche, aber was macht der Storch eigentlich im Winter? Dieser Frage geht das Bilderbuch „Was macht der Storch im Winter?“ nach.

Auf nach Afrika

In dem Bilderbuch dürfen wir den Storch Anton begleiten, der leider im Winter hier nichts zu fressen findet. Er macht sich auf den Weg nach Afrika, wo es im Winter ganz besondere Leckerbissen gibt. Und Anton bleibt sogar über den Winter hinaus in Afrika, denn er ist noch ein Jungstorch und nur um die Storchenküken vernünftig füttern zu können, muss es im Frühjahr wieder in den Norden gehen. Am Ende wird Anton dann aber doch noch ein Storchenvater.

Kindgerechte Sachinformationen

Mir gefällt der Aufbau des Bilderbuches sehr gut. Als erstes geht es von den Kindern selber aus. Wie sieht die Landschaft im Winter aus und was machen die Kinder, damit sie draußen dann nicht frieren? Aber was ist mit den Störchen? Sie frieren zwar nicht unbedingt, aber sie finden hier keine Nahrung. Nun wird zunächst einmal darüber gesprochen, was Störche überhaupt fressen und wo sich diese Nahrung befindet. Es bleibt also nicht einfach nur bei der Aussage, dass sie hier nichts zu fressen finden, sondern es wird auch erklärt, warum dies so ist. Genauso ist es mit der Reise nach Afrika, auch diese wird über mehrere Seiten hinweg beschrieben. Diese Bezüge und Verweise und das detaillierte Beschreiben sind gut und kindgerecht gemacht.

Man erfährt hier wirklich einiges über die Störche. An sich ist es ein Sachbuch, welches aber erzählend daher kommt, was mir als Vorleserin entgegen kommt. Hinzu kommt, dass das Buch sehr schön illustriert wurde. Es gibt hier keine Fotos, sondern wunderbare Bilder, die zwar realistisch sind, aber auch sehr stimmungsvoll.

Was macht der Storch im Winter? von Sarah Roller und Maria Mähler, neunmalklug Verlag, ISBN: 978-3-945677-08-7, 15€

Ganz unterschiedliche Illustrationen

Im neunmalklug Verlag ist noch ein weiteres Buch im gleichen Format erschienen, welches jedoch eine ganz andere Art von Illustrationen hat: „Eine Königslibelle in Neles Garten“ Auch hier sind die Bilder zwar bunt und freundlich, aber es sind Bilder, die einen an Zeichentrickfilme oder Computerspiele erinnern, während die Bilder aus dem Storchbuch (abgesehen von den kleinen witzigen Bildern, die das Thema der jeweiligen Seite zeigen) künstlerischer wirken. Beide Bücher nehmen aber Bezug auf eine Organisation, die die jeweiligen Tiere schützt (Storchenschutz beim NABU Oranienburg e.V. und Libellenschutz durch die GdO) und am Ende des Buches gibt es in beiden Büchern auch noch mal zusammengefasste Sachinformationen (für die Eltern). Es bleibt bei beiden Büchern also nicht nur bei einer interessanten und informativen Bilderbuchgeschichte, sondern es geht eben auch tiefergehend um die Tiere und den Naturschutz. Dazu passt natürlich auch, dass die Bücher im Cradle to Cradle-zertifiziertem Druck hergestellt werden.

Entwicklung einer Libelle

Wie es der Titel sagt, geht es in dem zweiten Buch um eine Königslibelle. Hier beobachten wir gemeinsam mit dem Mädchen Nele eine Königslibelle und zwar schon von dem Moment an, indem sie aus ihrer Larvenhaut schlüpft. Nele hat sie am Rand des Gartenteichs entdeckt und ich finde es sehr schön, dass man auf dem Bild selber genau hinschauen muss, um sie zu entdecken – so wie es eben auch in der Natur ist. Nur wer aufmerksam ist und genau hinschaut, entdeckt auch die Wunder der Natur. Auch Nele braucht bei ihren Beobachtungen Geduld, denn bis die Libelle trocken ist und losfliegen kann, dauert es eine ganze Weile. In der Zwischenzeit aber kann Nele die Libelle prima bestaunen und auch wir dürfen einen Blick auf die zarten Flügel mit dem schönen Muster werfen. Außerdem erzählt ihr Papa ihr dabei ein wenig über die Libellen. Nachdem die Libelle, Nele tauft sie Ella, losgeflogen ist, sieht Nele sie eine ganze Weile nicht mehr, aber sie denkt noch oft an sie. Am Ende des Sommers kann Nele dann aber beobachten, wie die Libelle ihre Eier im Flug in den Teich wirft.

Auch „Eine Königslibelle in Neles Garten“ gefällt mir gut. Es ist ebenfalls ein Buch, in dem Erzählung mit Wissen wunderbar und kindgerecht verknüpft wird. So macht es Spaß sich mit diesen kleinen Tieren auseinander zu setzen und vielleicht selbst aufmerksamer die Natur um einen herum zu beobachten.

Eine Königslibelle in Neles Garten von Marion Klara Mazzaglia und Tobias Goldschalt, neunmalklug Verlag, ISBN: 978-3-945677-07-0, 15€

 

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Rezension: Lego Ideen – Tiere der Welt

Baut euer Kind gerne mit Lego? Ich könnte, ehrlich gesagt, auf diese Frage selber nur „mal so, mal so“ antworten. Ja, an sich mag mein Sohn (7) Lego. Er baut gerne etwas nach der jeweiligen Anleitung auf, aber danach bleibt es meist unbeachtet liegen. Komischerweise fängt er selten an, selber etwas zu konstruieren, was er mit den großen Lego Duplo-Steinen gerne gemacht hat und auch immer noch gerne macht.

Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ihn das Buch „Lego Ideen – Tiere der Welt“ tatsächlich zu eigenen Bauideen animiert hat. Zunächst einmal konnte er aber auch, wie gewohnt nach Anleitung bauen, denn dem Buch liegen Legosteine für vier kleine Tiere bei. Selbstverständlich erhält man in dem Buch die Bauanleitung für diese Tiere. Damit hat er dann auch begonnen.

Buch motiviert zum Bauen

Anschließend hat er ein wenig in dem Buch geblättert und sich die dort abgebildeten Tiere angeschaut, fand manche Tiere toll gebaut, andere kritisierte er, er las sich die Fragen an die Meisterbauer durch und suchte deren Lieblingsmodelle im Buch und irgendwann dann fragte er, ob er das Buch mit in sein Zimmer nehmen dürfte, denn er wollte selbst etwas bauen. Klar, durfte er es mitnehmen. Kurz drauf kam er dann wieder runter und präsentierte mir einen Krokodilkopf. Das fand ich wirklich toll! Er wollte zunächst das Krokodil aus dem Buch nachbauen, fand dann aber keine passenden Steine. Bis ins kleinste Detail erklärte er mir, warum er welchen Stein benutzt und warum er so gebaut hat, wie er es gemacht hat. Nun hoffe ich natürlich auf weitere kreative Ideen von ihm.

Grundlegende Hilfestellungen und Anregungen

Mir gefällt an dem Buch gut, dass die Tiere im Prinzip aus normalen Steinen gebaut werden. Sehr hilfreich finde ich die Übersicht zu Beginn des Buches: „Nützliche Steine“. Hier wird gezeigt, welche Art von Stein sich grundsätzlich zum Beispiel für Nasen oder Ohren eignet. So kann z.B. aus einem Lasso einer Figur die Zunge eines Tiers werden. Ja, kleinere Modelle, die nicht so eindeutig ein bestimmtes Tier darstellen, wurden hier nicht unbedingt als beeindruckend empfunden, aber sie zeigen dennoch, dass man einfach mal ein wenig herumexperimentieren kann und dass man auch aus wenigen Steinen ein Tier zusammengebaut bekommt. Und diese Anregung ist für mich das Entscheidende an diesem Buch.

Sachinformationen zu Tieren

Ja, die eigene Kreativität soll möglichst mit diesem Buch angeregt werden, aber es macht auch einfach Spaß durch das Buch zu blättern und sich die Modelle anzuschauen. Man hat aber nicht nur etwas zu gucken, denn man bekommt zu den Modellen auch noch tierische Infos, zum Beispiel über die Nahrung der Tiere, besondere Verhaltensweisen, ihre Verteidigung oder ähnliches. Neben diesen Sachinformationen zu den Tieren bekommt man aber auch kleine Tipps zum Bauen einzelner Modelle, so dass einen das Buch auch bei weniger Kreativität nicht demotiviert zurück lässt.

Insgesamt ist das Buch eine tolle Kombination aus Sachwissen, tollen Legomodellen und der Anregung zur eigenen Kreativität. Das gefällt mir wirklich gut. Ich bin gespannt, wie lange es bei uns wirkt.

Lego Ideen – Tiere der Welt von Rona Skene, DK Verlag, ISBN: 978-3-8310-3594-6, 19,95€

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Rezension: Leben in der Wildnis

Es gibt viele, viele Bilderbücher, die ich mag – aus ganz unterschiedlichen Gründen. Aber mich machen natürlich auch interaktive Elemente neugierig. Von solchen Büchern kann ich kaum die Finger lassen, muss in sie hineinblättern, an Drehscheiben drehen, Klappen öffnen etc. Nicht jedes Buch mit solchen Elementen ist gut gelungen, aber Lust auf ein solches Buch bekommt man zunächst auf jeden Fall.

Ein Buch mit vielen Effekten

Ein Buch, das diese anziehende Wirkung auf mich hatte, ist „Leben in der Wildnis – Tiere in der Natur – Ein interaktiver Atlas“. Hier kann man ganz viel aufklappen, drehen, gucken usw. Besonders beeindruckend ist natürlich auch der Pop-up-Berg sowie der Skorpion, der sich auf einmal unter dem Stein groß macht. Da macht das Anschauen natürlich sehr viel Freude. An vielen Stellen gibt es Klappen zu öffnen und man hat das Gefühl, dass man an dieser Stelle ein kleines Infobüchlein zu einem bestimmten Tier öffnet. Vor Löwe und Zebra befinden sich Gräser, die man zur Seite klappen kann, die einem aber ein 3D-Gefühl vermitteln. Optisch macht dieses Buch richtig viel her. Da schaut man zunächst gar nicht so richtig auf den Inhalt, der aber natürlich für ein gutes Buch auch wichtig ist.

Kurzes, interessantes Wissen

Wie ist das Buch also inhaltlich? Man bekommt kein großes bzw. vertiefendes Wissen mit langen Texten geliefert, aber überall findet man zu einzelnen Tieren oder Lebensräumen interessante Infohappen. Sortiert ist es nach Lebensräumen, die schön dargestellt werden, so dass man zum Beispiel den Tiger sowie das Faultier im Regenwald antrifft, und das Dromedar in der Wüste.

Das Buch macht den Eindruck eines sehr schönen Bilderbuchs, aber dennoch ist es eher ein Buch für Grundschüler, die schon über das Erstlese-Stadium hinaus sind. An vielen Stellen gibt es Informationen zum Nachlesen und die Texte sind recht klein geschrieben.

Mir gefällt das Buch sehr gut. Es ist pures Vergnügen sich dieses Buch anzuschauen. Nein, da geht es nicht in erster Linie darum, neue Informationen zu bekommen, aber diese wird man so nach und nach lesen, wenn man die ganzen Funktionen und Elemente in dem Buch angeschaut und ausprobiert hat.

Leben in der Wildnis – Tiere in der Natur – Ein interaktiver Atlas von Hannah Pang, illustriert von Jenny Wren, übersetzt von Karl Kiesel, 360 Grad-Verlag, ISBN: 978-3-96185-003-7, 18€

Leipziger Lesekompass: Ich so du so

Was bzw. wer ist normal? Ist überhaupt irgendjemand normal? Also, ich finde als Antwort auf diese Fragen den Titel des Buches „Ich so du so – Alles super normal“ klasse.

Das Buch ist ein buntes Sammelsurium zum Menschen. Überall kommt zum Ausdruck, dass wir alle ganz verschieden sind und dass das gut so ist!

Viele Gedankenschnipsel und bunte Bilder

In dem Buch beantworten unter anderem Kinder aus ganz verschiedenen Ländern die gleichen Fragen, es gibt Comics, lustige Bilder, Bilder zum Nachdenken, lauter unterschiedliche Texte, Aussagen, die zum Nachdenken anregen, Fragebögen zum Ausfüllen und vieles mehr. Es ist ein Buch, in dem man immer wieder blättern kann. Immer wieder stößt man auf Texte, die einen gerade interessieren, die einen zum Nachdenken und Lachen bringen und Texte, über die man vielleicht gerne mit jemandem anderen diskutieren möchte.

Dieses Buch kann man immer mal wieder hervor nehmen. Es ist kein Buch zum Durchlesen. Dafür ist es ein Buch, das vielleicht den Blick auf die Mitmenschen und auf sich selbst ein wenig ändern kann. Wer bin ich? Wer sind die anderen? Was haben wir gemeinsam? Was ist normal und gibt es normal überhaupt?

Im besten Fall ist dies ein Buch, das die Welt und die Menschen ein bisschen menschlicher macht und welches zu Toleranz und Offenheit beiträgt.

Anlass für spannende Gespräche

Das Buch wird für Kinder ab neun Jahren empfohlen, was ich so unterschreiben würde. Dennoch hat sich mein Sohn dieses Buch mit sechs Jahren angeschaut und richtig lange darin geblättert. Er meinte am Ende zwar, dass er das Buch ein bisschen blöd findet und er gar nicht wusste, dass es solche komischen Kinderbücher gebe, aber ich muss sagen, dass ich selten so tiefgehende Gespräche mit meinem Sohn hatte, wie zu diesem Buch.

Es ist richtig spannend, was Kinder zu den Sachen aus dem Buch sagen, und häufig gehen einem dabei selbst die Augen auf. Es wäre toll, wenn man mit seinen Kindern das Buch teilweise gemeinsam schauen und sich austauschen könnte.

Die Sortierung nach Mädchen- und Jungenfarben kommt meinem Sohn überhaupt nicht merkwürdig vor, obwohl ich ihm von Anfang an gepredigt habe, dass es keine Mädchen- und Jungenfarben gibt. Rosa ist für ihn eine Mädchenfarbe. Als ich ihm widersprach, bekam ich eine interessante Antwort: „Die Jacken für Mädchen sind aber oft rosa.“ Genauso zu bestimmten Kleidungsstücken in dem Buch, die ja auch ein Junge anziehen könnte: „Auf Bildern haben die Sachen aber meistens Mädchen an.“ Da sieht man mal, wie genau und reflektiert Kinder wahrnehmen, was ihnen gezeigt wird.

Mir gefällt das Buch sehr gut und ich wünsche mir, dass ganz viele Kinder, die trotz der Vorprägung durch die Gesellschaft häufig noch für vieles offen sind, dieses Buch ganz intensiv lesen und sich mit anderen darüber austauschen. Ich glaube, dadurch könnte viel gewonnen werden!

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Ich so du so. Alles super normal“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 6-10 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 6-10 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Nominierung Deutscher Jugendliteraturpreis

Das Buch wurde zudem für den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Sachbuch nominiert.

Ich so du so. Alles super normal  von Labor Ateliergemeinschaft, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3-407-82316-8, 16,95€

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

 

Leipziger Lesekompass: Tiere, die kein Schwein kennt

Ist nicht alleine schon der Titel klasse: „Tiere, die kein Schwein kennt“?  Da ist man doch direkt neugierig und denkt vielleicht insgeheim, dass man als häufiger Zoobesucher bestimmt das eine oder andere Tiere dennoch kennt.

Na, da schauen wir doch mal rein ins Buch und gucken, wer hier so vertreten ist. Sicherlich sind auch einige Fische, Vögel und Insekten dabei, denn da gibt es doch so unglaublich viele von, dass man die gar nicht alle so genau kennen kann.

Tiere, die tatsächlich kein Schwein kennt

Aber große Überraschung: Hier werden tatsächlich viele Tiere präsentiert, die man gar nicht kennt. Und vor allem handelt es sich um Säugetiere! Sehr erstaunlich, dass man da so viele gar nicht von kennt. Und sehr spannend diese unbekannten Tiere kennen zu lernen.

Wisst ihr, von welchem Großsäuger es die meisten Exemplare gibt? Vom Krabbenfresser! Kennt ihr nicht? Dann lernt ihr diese Robbe, die Krill frisst, in dem Buch kennen. Es gibt euch ebenfalls die Möglichkeit herauszufinden, ob der Numbat genauso niedlich ist wie ein Erdmännchen und wo ein Zorilla, der einen üblen Geruch verströmt, lebt.

Humorvolles Sachbuch

Der Text ist humorvoll und umgangssprachlich geschrieben. So als würde der Leser direkt und manchmal ein bisschen schnoddrig angesprochen werden. Das macht Spaß! Auf diese Weise wird aus einem Sachbuch ein richtiges Lesevergnügen, bei dem man auch noch viel lernt, und zwar für Klein und Groß. Hinzu kommen die witzigen Bilder, die die Tiere zwar mit typischen Merkmalen und realistisch zeigen, diese aber dennoch mit Gesichtsausdrücken und Sprechblasen vermenschlichen. Hier gibt es überall viel zu gucken, zu lesen, zu staunen und auch zu schmunzeln.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass auch Kinder, die sonst nicht so häufig zu einem Buch greifen, an diesem Buch Spaß haben. Man muss es ja auch nicht komplett durchlesen, sondern man kann sich auch die Infos herauspicken, die einen interessieren.

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Tiere, die kein Schwein kennt“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 6-10 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 6-10 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Tiere, die kein Schwein kennt von Martin Brown, übersetzt von Jorunn Wissmann, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5974-2, 14,95€

 

Rezension: Fußball verrückt

Die Fußball-WM ist nun im vollen Gange und gerade noch rechtzeitig erreichte mich das Buch „Fußball verrückt – Was du garantiert noch nicht über Fußball weißt“. Dieses Buch passt wunderbar in die Zeit jetzt, denn hier kann man sich kleine Fußball-Wissens-Happen aneignen und mit spannenden Fakten beim Fußball gucken glänzen. So konnte ich neulich beim Fußball gucken, als eine Ecke ausgeführt wurde, anmerken, dass bei der WM 2010 nur jeder 70. Eckstoß zum Torerfolg führte. Auch einen Elfmeter nimmt man anders wahr, wenn man mal die Grafik in dem Buch gesehen hat, die aufzeigt, in welchem Bereich des Tores ein Elfmeterschuss höchstwahrscheinlich zum Erfolg führt und in welche Ecke die meisten Fußballer schießen.

Ganz viel Fußballwissen

Einerseits bekommt man mit diesem Buch wirklich viele erstaunliche Fakten und Informationen geliefert, von denen man wohl wirklich noch nie etwas gehört hat, z.B. die Info direkt auf dem Titel: „Nur 9 von 100 Schüssen aufs Tor führen zum Erfolg.“ Andererseits wird in dem Buch alles rund um den Fußball gut erklärt. Regeln, Kleidung, Geschichte des Fußballs, Fußballverbände, Fans, Ballgrößen, Meisterschaften – all diesen Themen und noch einigen mehr widmet sich dieses Buch.

Gut erklärt

Die Schrift, insbesondere die der Einleitungstexte auf den Doppelseiten, ist sehr groß und wirkt dadurch teilweise nicht besonders schön. Insgesamt sind aber alle Texte, auch die in normaler Schriftgröße gut lesbar. Die Seiten sind nicht überladen, enthalten viele Grafiken und Bilder und man kann sich das heraussuchen, was einen interessiert. Es ist nicht unbedingt ein Buch, welches man von hinten nach vorne lesen muss. Sehr gut ist der Zusammenhang von Bildern und Texten. Es gibt viele Illustrationen, die dabei helfen Fußballregeln zu verstehen. Alles ist hier Schritt für Schritt und verständlich nachzulesen. Ja, sogar die Abseitsregel!

Ein Buch für Groß und Klein

Dieses Buch eignet sich sowohl für Kinder als auf für Erwachsene. Es ist gut verständlich und hält viele spannende Fakten und Statistiken bereit. Nicht jeden interessiert so etwas, aber für meinen Sohn und mich ist es genau das richtige Buch. Ich liebe solche kleinen Informationen und nerve meinen Mann ständig damit. Aber mein Sohn hält da schon ordentlich mit. Er liest das Buch auch tatsächlich von vorne nach hinten durch  und muss mir dann beim Lesen immer direkt sein neustes Wissen mitteilen.

Auf dem Cover ist übrigens noch ein tolles Wackelbild, was insbesondere für Kinder natürlich dazu animiert, zu diesem Buch zu greifen. Aber ich muss zugeben, dass ich auch finde, dass das gut aussieht.

Fußball verrückt – Was du garantiert noch nicht über Fußball weißt, Dorling Kindersley, ISBN: 978-3-8310-3466-6, 14,95€

Bereit für die WM: Fußballbücher im Überblick

In den letzten Wochen habe ich euch einige Fußballbücher vorgestellt. Heute, direkt vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft, bekommt ihr nun noch einmal alle Bücher in einer Übersicht. Das sind natürlich längst nicht alle Fußballbücher, die auf dem Markt sind, aber ich denke, dass insgesamt eine gute Mischung für Kinder von 2-10 Jahren dabei ist.

Mit einem Klick auf den Titel gelangt ihr jeweils zur ausführlichen Rezension.

Fußballbücher für die Kleinen und Bilderbücher

  

Mein erstes Buch vom Fußball, illustriert von Nathalie Choux, arsEdition, ISBN: 978-3-8458-1471-1, 9,99€ – ein Buch mit ersten Fußballbegriffen (inklusive Schiebeelementen)

Sehen – Hören – Wissen: Alles über Fußball – Erstes Sachwissen zum Hören, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62661-9, 14,95€ – Erste Infos rund um Fußball mit echten Farbfotos und Sounds

Karlchen vor, noch ein Tor! von Rotraut Susanne Berner, Hanser Verlag, ISBN: 978-3-446-20692-2, 12,90€ – Ein fröhliches Fußballspiel mit Karlchen und seiner Familie

Das Spiel von Baptiste Paul und Jacqueline Alcántara, übersetzt von Thomas Bodmer, NordSüd Verlag, ISBN: 978-3-314-10434-3, 15€ – So sieht kindliche Leidenschaft beim Fußballspiel aus

 

Fußballbücher zur aktuellen Weltmeisterschaft

      

2018 FIFA WORLD CUP RUSSIA – Das offizielle Kids-Handbuch, Arena Verlag, ISBN: 978-3-401-71340-3, 6,99€ – Kurze Infos rund um Fußballstars und die WM in Russland

Alles Fußball! Das aktuelle Buch zur WM 2018 von Knut Krüger, cbj Verlag, ISBN: 978-3-570-17552-1, 15€ – Vorstellung aller Mannschaften, der deutsche Kader unter der Lupe und einiges mehr zur Fußball-WM in Russland

Paule Fußball Mitmach-Heft, Tessloff, ISBN: 978-3-7886-2246-6, 8,95€ (keine eigene Rezension, deshalb hier eine etwas ausführlichere Vorstellung): Hier können sich jüngere Kinder, die sich noch nicht all zu gut mit Fußball auskennen, spielerisch mit diesem Thema beschäftigen. Häufig kann man Aufgaben mit Stickern lösen, es gibt Puzzle-Rätsel, Ausmalbilder, Labyrinthe und einiges mehr. Viel Vorwissen ist hier nicht nötig. Ein aktueller Spielplan wird zusätzlich mitgeliefert. Das Maskottchen Pauli und seine Freunde, die auch im Paule-Kindermagazin auftauchen treten in dem Heft auf. Besonders viel Bezug zur WM 2018 wird nicht genommen, so dass es auch außerhalb der WM-Zeit genutzt werden kann.

 

Fußballgeschichten

            

Mein Weg zum Traumverein (Lesenlernen mit Fußballstars),  Thomas Müller in Zusammenarbeit mit Julien Wolff, illustriert von Jan Birck, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0933-1, 10€ – Ein Erstlesebuch, in dem der Weg von Thomas Müller zum FC Bayern München erzählt wird

Das Kickerteam – Gute Freunde und ein Elfmeter von Christian Bieniek, illustriert von Ralf Bittner, Arena Verlag, ISBN: 978-3-40151129-0, 5€ – Fußball über alles?

Die Kickerbande – Anpfiff für das Siegerteam von Frauke Nahrgang und Nikolai Renger, Arena Verlag, ISBN: 978-3-401-71094-5, 8,99€ – Fußball, Freundschaft und Zusammenhalt in einem Buch für fortgeschrittene Erstleser

Ich & die Fußballgang – Fußballgeschichten (Sammelband) von Antje Szillat und Susanne Fröhlich (Illustrationen), Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62701-2, 10€ – Fußballgeschichte mit Comic-Szenen

Die drei ???-Kids: Der Fußball-Roboter erzählt von Ulf Banck, illustriert von Kim Schmidt, Kosmos, ISBN: 978-3-440-15786-2, 8,99€ – Ein Buch, bei dem Fußball nicht im Mittelpunkt steht, sondern eher eine spannende Detektivgeschichte

Sachbuch

Leselauscher: Fußball, Autoren: Inka Grings und Ulli Potofski, BVK Buch Verlag Kempen, ISBN: 978-3-86740-814-3, 15€

Leselauscher: Fußball, Autoren: Inka Grings und Ulli Potofski, BVK Buch Verlag Kempen, ISBN: 978-3-86740-814-3, 15€ – Sehr viele Fußballinformationen in einem Sachbuch sowie auf einer Hör-CD

 

Fußballquiz – Fragen rund um den Fußball

memo Quiz: Fußball von Anja Bühling, Dorling Kindersley Verlag, ISBN: 978-3-8310-3455-0, 6,95€

PAULE Fußball-Quiz, Tessloff Verlag, ISBN: 978-3-7886-2248-0, 6,95€

 

Fußballzeitschrift

Just kick-it, Panini, Einzelheft ca. 3,90€ – Alles zu den aktuellen Stars etc.

Vorlesen: Sachbücher über Tiere und den Körper

Zum Vorlesen in einer Gruppe gehört häufig nicht nur das Vorlesen eines Buches, sondern auch noch kleinere Aktionen vor oder nach dem Vorlesen. Diese Aktion kann das Singen eines Liedes sein, ein kleines Fingerspiel, ein Bewegungsspiel, das Nacherzählen der Geschichte und vieles mehr. Aber auch Sachbücher können hier einbezogen werden. So habe ich es auf meinem eigenen Seminar zum Vorlesen empfohlen und so habe ich es auch von der Stiftung Lesen gehört. Genauso empfehle ich auch das Buch „Zu wem gehört der Tierpopo?“ als Einstieg weiter, denn dieses Buch habe ich ebenfalls bei der Stiftung Lesen kennen gelernt. Allerdings hatte ich bisher sowohl das genannte Buch als auch Sachbücher bisher nicht in der Gruppe verwendet. Wie gesagt, bisher, denn in den letzten beiden Vorlesestunden hatte ich sowohl das Tierpopo-Buch als auch ein paar Sachbücher dabei und davon möchte ich euch nun gerne berichten, denn sie werden auch jeden Fall auch weiterhin zu meinen Empfehlungen gehören.

Vorlesen: Weck bloß Tiger nicht auf!

Für die erste Vorlesestunde hatte ich mir das Buch „Weck bloß Tiger nicht auf!“, welches ja auch den Leipziger Lesekompass verliehen bekam, ausgesucht. Ich habe überlegt, wie ich die Kinder zu dem Buch hinführen könnte und kam auf das Buch „Zu wem gehört der Tierpopo?“. Ich habe den Kindern die ersten Tierhintern in dem Buch gezeigt und sie raten lassen, zu welchem Tier der Po gehört, woran die Kinder viel Spaß hatten, wobei ihnen einige Tiere auch doch recht schwer fielen. Der Tiger, den ich ihnen als letztes gezeigt hatte, war jedoch schnell identifiziert. Ich habe ihnen dann noch ein paar Informationen aus dem Buch zum Tiger vorgelesen und anschließend kam dann „Weck bloß Tiger nicht auf!“ dran. Dass das Buch mir gut gefällt, hatte ich ja bereits in meiner Rezension geschrieben, aber es funktioniert auch in der Gruppe prima. Beim Pusten und Singen können alle gemeinsam helfen und beim Streicheln des Tigers kamen dann einzelne Kinder dran. Ich merkte übrigens tatsächlich eine gewisse Aufregung bei den Kindern, die sich tatsächlich ein wenig vor dem Aufwachen des Tigers fürchteten und dann richtig erleichtert waren, als dann alles mit Tigers Geburtstagsüberraschung endete.

Wie schlafen Tiere?

In dem Buch geht es darum, dass Tiger nicht aufgeweckt werden soll, es geht also im weitesten Sinne ums Schlafen. Da passte doch das Kapitel „Schlafen“ aus dem Buch „Muss der Waschbär früh ins Bett?“ hervorragend. Hier geht es zunächst darum, wie die Kinder schlafen, was sie mir dann auch gerne berichteten. Dass Katzen und Tiger gerne schlafen, wussten wir ja nun bereits, aber wie schlafen eigentlich Flamingos, Hühner, Eichhörnchen, Fledermäuse und Waschbären? Das konnten wir nun mit dem Buch herausfinden. Die Kinder zeigten großes Interesse und mir fiel vor allem auf, dass Kinder, die sonst häufig unruhig waren, hier den Texte ganz aufmerksam folgten, was wieder einmal zeigt, dass man nur für jedes Kind das richtige Buch finden muss, um das Interesse an Büchern zu wecken.

Zu wem gehört der Tierpopo? von Birgit Kuhn, Compact Verlag, ISBN: 978-3817497744 (leider nicht mehr neu erhältlich)

Weck bloß Tiger nicht auf! von Britta Teckentrup, Annette Betz Verlag, ISBN: 978-3-219-11718-9, 14,95€

Muss der Waschbär früh ins Bett? von Svenja & Tobias Pahlke, Kosmos Verlag, ISBN: 978-3-440-15586-8, 12,99€

Vorlesen: Thema Körper

In der zweiten Vorlesestunde ging es dann um das Thema „Körper“. Hier wurde erst einmal unser Leseelch Lars ins Geschehen einbezogen und die Kinder durften seine Körperteile benennen. Danach ging es dann um uns selbst und ich habe das Buch „Das bin ich – Ich zeig es dir“ vorgelesen. Eigentlich sind mir die Texte in dem Buch für das Alter schon etwas zu kurz und einfach, aber die Kinder hatten viel Freude an dem Buch, in dem die Körperteile der Reihe nach genannt werden. Dazu werden auch einige Beispiele aus der Tierwelt gezeigt, z.B. die Frisuren verschiedener Tiere, bei den Augen sieht man u.a. die Biene, die von oben herab sieht und der Frosch, der unten sitzt, und Fisch, Storch und Krokodil zeigen uns ganz unterschiedliche Münder. Die Kinder fanden die Bilder witzig und häufig ergaben Texte und Bilder auch kleine Gesprächsanlässe: Was machen wir mit den Augen? Wer hat die längste Nase? Was können wir alles für Frisuren haben? Welches Tier hat die meisten Beine? Hier waren auch alle Kinder gerne beim Gespräch mit dabei. Am Ende durften dann alle in dem Spiegel im Buch ihr eigenes Lachen sehen.

Wie sieht es im Körper aus?

Im Anschluss des Liedes habe ich ein Körperlied vorgesungen, bei dem die Kinder auf die jeweiligen Körperteile zeigen sollten. Nun hatten wir über das meiste gesprochen, was man am Körper so alles sehen kann, aber wie sieht es im Körper aus? Da kam dann „Schau in deinen Körper“ (ebenfalls ein mit dem Leipziger Lesekompass prämiertes Buch) zum Einsatz. Immer ein Kind durfte das Buch passend vor sich halten, damit alle anderen sehen konnten, wo sich Schädel, Lunge, Magen und Darm etc. befinden. Da wollte natürlich jeder gerne an die Reihe kommen. Gemeinsam durften sie dann die kleinen Aufgaben, die auf den Buchseiten gestellt werden, ausführen: Den Schädel ertasten, Brustwirbel zählen, Hüftknochen ertasten, das Herz schlagen fühlen usw. Das hat allen Kindern viel Spaß gemacht  und sie waren alle sehr interessiert. Ich habe auch gemerkt, dass vieles, was in dem Buch angesprochen wird, den Kindern auch noch gar nicht so klar ist und sie z.B. gar nicht wussten, wo sie ihre Brustwirbel ertasten konnten und so zum Beispiel am ganzen Körper fühlten. Auch den Herzschlag suchten manchen eher im Unterleib als in der Brust. Die Texte und die Darstellungen in dem Buch mögen einfach erscheinen, sie sind aber genau das richtige für die Zielgruppe.

Ich muss wirklich sagen, dass Sachbücher beim Vorlesen in der Kindergruppe richtig viel Spaß machen. Nein, man liest nicht wie gewohnt einen längeren zusammenhängenden Text vor, aber dafür kommt es viel mehr zum Austausch und die Kinder können sich prima einbringen. Ich werde sicherlich noch häufiger Sachbücher mit in den Kindergarten bringen.

Das bin ich – Ich zeig es dir von Heinz Janisch und Birgit Antoni, Tyrolia, ISBN: 978-3-7022-3389-1, 9,95€

Schau in deinen Körper von Felicitas Horstschäfer und Johannes Vogt, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3-407-82312-0, 14,95€

 

Rezension: Muss der Waschbär früh ins Bett?

Heute möchte ich euch ein Sachbuch für Kinder ab 4 Jahren empfehlen, von dessen Konzept ich begeistert bin: „Muss der Waschbär früh ins Bett?

Eingeteilt ist das Buch, in dem man viel über Tiere lernen kann, in verschiedene Themen aus dem ganz normalen Alltag: Wohnen, sich anziehen, essen, trinken, Zähne putzen, einkaufen, spielen, streiten etc. Hm, klingt nicht unbedingt nach Themen aus einem Tierbuch, oder? Ganz richtig, dieses Buch orientiert sich zunächst am Menschen und geht dann zu den jeweiligen Themen auf Besonderheiten verschiedener Tiere ein.

Vergleiche zwischen Mensch und Tier

Als erstes wird immer das Kind angesprochen. Wie wohnt es? Wie zieht es sich im Winter an? Trinkt es mit oder ohne Strohhalm, wie liegt es am liebsten im Bett? Das Kind wird bei seinen eigenen Erfahrungen abgeholt. Es kann sich auf eigenes Erleben berufen und wird wunderbar in das jeweilige Thema eingebunden. Anschließend wurden drei bis fünf Tiere ausgesucht, zu denen es zu dem Thema Besonderheiten oder Interessantes zu berichten gibt. Das Kind muss sich die Zähne gut putzen, der Hai lässt sie sich durch Putzerfische säubern und das Krokodil braucht sie sich gar nicht zu putzen, da durch die Zahnstellung kaum etwas hängen bleibt und notfalls ein herausgefallener Zahn nachwächst. Nicht nur Kinder zanken sich um Süßigkeiten oder Spielzeug, auch Möwen streiten sich gerne um Leckerbissen. Wir decken uns meistens mit einer Bettdecke beim Schlafen zu, das Eichhörnchen benutzt seinen Schwanz um sich kuschelig zu zu decken.

Durch diesen Aufbau wird einerseits das Interesse an den Themen geweckt und andererseits können Kinder die Ausführungen sehr gut nachvollziehen und vieles, was sie hier erfahren, wird auch hängen bleiben, denn gerade dieser Vergleich sowohl zwischen Mensch und Tier, aber auch zwischen den unterschiedlichen Tieren, ist sehr spannend.

Die Bilder sind farbig gezeichnet, wirken aber sehr realistisch. Die Texte zu den jeweiligen Tieren befinden sich in Kästen, so dass man sich ohne Probleme auf den Seiten zurecht findet und alles sehr ansprechend wirkt.

Muss der Waschbär früh ins Bett?“ ist wirklich ein tolles Buch (welches im Übrigen nach dem Cradle to cradle-Prinzip, also klimapositiv, hergestellt wurde), das nicht nur den Kindern viel Spaß macht. Hier lernen auch Mama und Papa sicherlich noch etwas.

Muss der Waschbär früh ins Bett? von Svenja & Tobias Pahlke, Kosmos Verlag, ISBN: 978-3-440-15586-8, 12,99€

 

Leipziger Lesekompass: Schau in deinen Körper

Der menschliche Körper ist für Kinder häufig sehr interessant, aber dennoch ist es für sie auch nicht so einfach zu verstehen, was sich da so alles unter der Haut befindet und was dort so für Dinge ablaufen. Richtig hilfreich ist da das Buch „Schau in deinen Körper“. Das Konzept dahinter ist wirklich genial. Pro Doppelseite lernen die Kinder etwas über eine Sache, die sich in ihrem Körper befindet. Es geht um den Schädel, das Gehirn, die Lunge, das Herz, den Brustkorb, Magen und Darm, Nieren und Blase, Becken, Knie und Füße.

Wo befindet sich was im Körper?

Auf dem Bild ist der Teil des Körpers abgebildet, um den es gerade geht. Alles, was davon nur ablenkt oder nicht unmittelbar etwas damit zu tun hat (z.B. Muskeln, Knochen oder ähnliches) sieht man nicht, so dass wirklich die einzelnen Organe genau erforscht werden können. Ein paar wenige Beschriftungen gibt es auch. Damit der Körperteil dennoch mit dem großen Ganzen in Zusammenhang gebracht werden kann, wird oben rechts in einem kleinen Bild gezeigt, wie man das Buch vor seinen Körper halten soll. Rechts und Links gibt es Griffe in den Seiten, mit denen man das Buch problemlos halten kann und so kann man sich dann das Buch so vor sich halten, dass z.B. der Schädel genau vor dem eigenen Schädel ist. Das macht den Kindern nicht nur klar, wo sich was im Körper befindet, sondern macht unheimlich viel Spaß und man kann nebenbei auch noch ein paar lustige Fotos machen. Allein diesen Effekt des Buches finde ich schon toll, aber es gibt noch mehr, was dieses Buch so gut macht.

Kindgerechte Erklärungen

Die einzelnen Organe und Körperteile werden in sehr kurzen Sätzen kindgerecht und verständlich erklärt. Man staunt regelrecht, wie wenig Worte es braucht, um den Kern der Funktion (z.B. vom Herz) zu erklären. Und um das Ganze dann noch besser verstehen zu können, wird das Kind dazu angeregt die Funktionen zu erfahren: Der Schädel soll ertastet werden, man soll die Hand auf die Brust legen, um das Herz zu spüren, es wird dazu aufgefordert die Rippen zu ertasten und zu zählen, beim Ein- und Ausatmen soll man darauf achten, ob man spürt, wie sich die Lunge füllt und leert und vieles mehr.

Im Übrigen ist das Buch auch systematisch aufgebaut: Es geht vom Kopf bis zu den Füßen, von oben nach unten.

Empfohlen wird das Buch für Kinder ab vier Jahren. Dies ist auch sicherlich ein Alter, in dem man die Funktionen der Körperteile verstehen kann. Dennoch können auch jüngere Geschwisterkinder schon Spaß daran haben, die vorgestellten Körperteile mit dem eigenen Körper in Beziehung zu bringen und das eigene Herz zu spüren. Mein Kleiner zeigte nach der Lektüre jedenfalls dem Papa ganz stolz, wo sein Herz schlägt.

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Schau in deinen Körper“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 2-6 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 2-6 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

https://beltz.de

Schau in deinen Körper – Ein Mitmach-Buch von Kopf bis Fuß von Felicitas Horstschäfer und Johannes Vogt, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3-407-82312-0, 14,95€