Leipziger Lesekompass: Schau in deinen Körper

Der menschliche Körper ist für Kinder häufig sehr interessant, aber dennoch ist es für sie auch nicht so einfach zu verstehen, was sich da so alles unter der Haut befindet und was dort so für Dinge ablaufen. Richtig hilfreich ist da das Buch „Schau in deinen Körper“. Das Konzept dahinter ist wirklich genial. Pro Doppelseite lernen die Kinder etwas über eine Sache, die sich in ihrem Körper befindet. Es geht um den Schädel, das Gehirn, die Lunge, das Herz, den Brustkorb, Magen und Darm, Nieren und Blase, Becken, Knie und Füße.

Wo befindet sich was im Körper?

Auf dem Bild ist der Teil des Körpers abgebildet, um den es gerade geht. Alles, was davon nur ablenkt oder nicht unmittelbar etwas damit zu tun hat (z.B. Muskeln, Knochen oder ähnliches) sieht man nicht, so dass wirklich die einzelnen Organe genau erforscht werden können. Ein paar wenige Beschriftungen gibt es auch. Damit der Körperteil dennoch mit dem großen Ganzen in Zusammenhang gebracht werden kann, wird oben rechts in einem kleinen Bild gezeigt, wie man das Buch vor seinen Körper halten soll. Rechts und Links gibt es Griffe in den Seiten, mit denen man das Buch problemlos halten kann und so kann man sich dann das Buch so vor sich halten, dass z.B. der Schädel genau vor dem eigenen Schädel ist. Das macht den Kindern nicht nur klar, wo sich was im Körper befindet, sondern macht unheimlich viel Spaß und man kann nebenbei auch noch ein paar lustige Fotos machen. Allein diesen Effekt des Buches finde ich schon toll, aber es gibt noch mehr, was dieses Buch so gut macht.

Kindgerechte Erklärungen

Die einzelnen Organe und Körperteile werden in sehr kurzen Sätzen kindgerecht und verständlich erklärt. Man staunt regelrecht, wie wenig Worte es braucht, um den Kern der Funktion (z.B. vom Herz) zu erklären. Und um das Ganze dann noch besser verstehen zu können, wird das Kind dazu angeregt die Funktionen zu erfahren: Der Schädel soll ertastet werden, man soll die Hand auf die Brust legen, um das Herz zu spüren, es wird dazu aufgefordert die Rippen zu ertasten und zu zählen, beim Ein- und Ausatmen soll man darauf achten, ob man spürt, wie sich die Lunge füllt und leert und vieles mehr.

Im Übrigen ist das Buch auch systematisch aufgebaut: Es geht vom Kopf bis zu den Füßen, von oben nach unten.

Empfohlen wird das Buch für Kinder ab vier Jahren. Dies ist auch sicherlich ein Alter, in dem man die Funktionen der Körperteile verstehen kann. Dennoch können auch jüngere Geschwisterkinder schon Spaß daran haben, die vorgestellten Körperteile mit dem eigenen Körper in Beziehung zu bringen und das eigene Herz zu spüren. Mein Kleiner zeigte nach der Lektüre jedenfalls dem Papa ganz stolz, wo sein Herz schlägt.

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Schau in deinen Körper“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 2-6 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 2-6 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

https://beltz.de

Schau in deinen Körper – Ein Mitmach-Buch von Kopf bis Fuß von Felicitas Horstschäfer und Johannes Vogt, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3-407-82312-0, 14,95€

 

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Rezension: Alles Fußball! Das aktuelle Buch zur WM 2018

Wisst ihr, was ich immer vor einer Fußball-Welt- oder Europameisterschaft mache? Ich kaufe mir den Kicker dazu und lese mir alles über die Mannschaften durch, gucke, wer der älteste und jüngste Teilnehmer ist, notiere mir später wer welche Rückennummer hat und wer ein Tor geschossen oder eine gelbe bzw. rote Karte bekommen hat und vieles mehr. Ich liebe es darin zu blättern und mir Statistiken anzugucken bzw. selbst welche zu erstellen. Deshalb kann ich das Interesse meines Sohnes an einem solchen Heft oder Buch nur allzu gut nachvollziehen.

Ein Buch für die ganze Familie soll „Alles Fußball! Das aktuelle Buch zur WM 2018“ sein. Es ist für Kinder ab 8 Jahren geeignet, was ich insgesamt auch so sehe. Allerdings ist es für Kinder, die noch nicht so sehr in dem Thema drin sind, dennoch recht schwierig zu verstehen. Das kleine Taktik-Abc ist interessant und hilfreich, aber ich finde, dass die Begrifflichkeiten bei den Erklärungen viel Wissen voraussetzen. Ich glaube, mein Sohn, der sich sehr für Fußball interessiert und alle möglichen Zeitungsartikel dazu liest, hat in diesem Teil des Buches teilweise nur Bahnhof verstanden bzw. brauchte er noch ein paar weitere Erklärungen von mir, um alles richtig zu verstehen.

Vergangene Fußball-Weltmeisterschaften

Das Buch beginnt jedoch nicht mit dem Taktikwissen, sondern mit kurzen Informationen zu den vergangenen Weltmeisterschaften, mit Statistiken und Rekorden sowie mit kuriosen WM-Geschichten. Das sind alles Themen, die auch Kinder interessieren. Allerdings sind die Texte  zu den vergangenen Weltmeisterschaften ziemlich kurz und können auf diese Weise kaum eingeordnet werden.

Nicht so gut gefällt mir das Kapitel „Rüpel-Elf“. Hier wird eine Phantasiemannschaft aus Spielern zusammengestellt, die schwere Fouls begangen haben. In dem einleitenden Text heißt es, dass diese Mannschaft „leider“ nie so zusammengespielt hat. Meines Erachtens werden hier Spieler für schlechtes Verhalten geehrt bzw. dazu beglückwünscht. Man hätte unfaires Spielverhalten auch in einer anderen Weise darstellen können, denn interessant finden Kinder dies natürlich schon.

Der deutsche Kader

Nach ein paar kurzen Informationen zu Russland, die das fußballbegeisterte Kind nicht so sonderlich interessieren, werden einem die Stadien präsentiert. Anschließend geht es dann um den deutschen Kader, der natürlich noch nicht feststeht, aber dennoch kann man ja über aussichtsreiche Kandidaten sprechen. Hier ist das Buch leider nicht immer ganz aktuell. So wird z.B. von René Adler vom Hamburger SV gesprochen, obwohl dieser bereits im Sommer zu Mainz gewechselt ist. Ob hier insgesamt auf die richtigen Spieler gesetzt wurde, wird sich natürlich erst noch zeigen.

Teilnehmende WM-Teams

Einen großen Teil des Buches nehmen dann die teilnehmenden WM-Teams ein. Jeder Mannschaft wird eine Doppelseite gewidmet, auf der der mögliche Kader aufgelistet wird, ein Mannschaftsbild gezeigt wird, es Infos zu besonders herausragenden Spielern gibt und man ein paar Zahlen und Daten zu Erfolgen, FIFA-Rang und ähnliches genannt bekommt. Außerdem gibt es einen kurzen Text, in dem über Chancen, Schwächen und Stärken des Teams geschrieben wird. Der Text umfasst allerdings nur ein paar Zeilen und geht somit natürlich nicht in die Tiefe. Kinder schauen sich aber gerne die Fakten zu den Mannschaften an. Wer steht auf welchem FIFA-Rang und welche Erfolge feierte die Mannschaft bereits? Mit solchen Vergleichen kann sich mein Sohn stundenlang beschäftigen.

Sehr schön ist auch der beigelegte farbige und übersichtliche Spielplan, auf dem genug Platz ist um alle Ergebnisse gut eintragen zu können. Jeweils drei Personen können sogar vorher noch bei jedem Spiel ihre Tipps abgeben. Es ist zwar nur ein kleines Extra, aber gerade Kinder freuen sich dennoch darüber, einen solchen Plan in der Küche während der WM aufhängen zu können.

Viele Fotos

Die Seiten sind gut strukturiert und mit vielen Fotos ausgestattet. Allerdings gefällt mir die Beschriftung bzw. die Zuordnung nicht ganz so gut. Zu einzelnen Texten gibt es Fotos, die eine Person aus dem Text zeigen. Ein Pfeil weist dann auf das Foto hin. Allerdings ist dieser Pfeil ein rotes Dreieck, dessen gezeigte Richtung nicht immer so klar zu erkennen ist. Hinzu kommt, dass in den Texten teilweise mehrere Spieler genannt werden, aber nur einer auf dem Bild zu sehen ist, wobei nicht immer hervorgehoben wird, um wen es sich handelt. Fußballexperten können die Bilder natürlich dennoch zuordnen, aber für Kinder, die gerade erst in diese Welt eintauchen, ist dies so nicht möglich.

Fazit

Insgesamt ist „Alles Fußball! Das aktuelle Buch zur WM 2018“ ein schönes Buch für die Familie, um sich im Vorfeld und natürlich auch noch während der WM ein wenig mit den Mannschaften zu beschäftigen. Die Texte sind alle recht kurz gehalten und gehen nicht in die Tiefe. Manchmal sind sie dadurch etwas schwer einzuordnen, aber andererseits wird das Buch somit nicht zu textlastig, was gerade auf Kinder abschreckend wirken könnte. Alle wichtigen Informationen rund um die Weltmeisterschaft bekommt man hier auf jeden Fall.

Bei uns war dieses Buch eine zeitlang sogar die Gute-Nacht-Geschichte, da unser Sohn unheimlich gerne mit uns zusammen die Sachen durchgegangen ist. Er blättert aber auch immer wieder selbst in diesem Buch und teilt uns dann seine neuen Erkenntnisse (manchmal etwas zu ausführlich) mit.

Alles Fußball! Das aktuelle Buch zur WM 2018 von Knut Krüger, cbj Verlag, ISBN: 978-3-570-17552-1, 15€

Rezension: memo Quiz – Fußball

Neben Fußballbüchern gibt es für die kleinen Fußball-Fans auch lauter Quizspiele. In dem memo Quizblock Fußball werden 96 Fragen zu diesem Thema gestellt.

Pro Frage gibt es drei Antwortemöglichkeiten. Man muss die Antwort also nicht aktiv wissen.

Gut gefällt mir, dass auf der Rückseite einer Karte nicht nur der richtige Lösungsbuchstabe genannt wird, sondern dass man weitere Informationen zur Frage bekommt, so dass man eine ganze Menge lernen kann.

Die Fragen drehen sich um alle möglichen Themen rund um das große Thema Fußball: Regeln, Bundesliga, europäische Ligen, Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und bekannte Spieler – alles ist dabei.

Viel neues Wissen

Viele Fragen des Blocks kann mein Sohn, der in die erste Klasse geht und dessen große Fußballliebe gerade aufblüht, noch nicht direkt beantworten, aber er blättert diesen Quizblock dennoch sehr gerne immer wieder durch. Dabei rät er gerne die Antworten, liest sich aber auch die Informationen sehr aufmerksam durch und punktet nun mit immer mehr Fußballwissen, an dem er uns gerne teilhaben lässt. Sehr spannend findet er es gerade, ob die Frage „Welcher Verein spielt seit 1963 immer in der 1. Bundesliga“ auch nach der aktuellen Saison noch Gültigkeit hat.

Etwas schade ist es, dass die Auflage von 2018 nicht in allen Punkten aktuell ist. So wird bei der Frage nach dem Rekordmeister ein Stand von 2013 angegeben. Dies ist bei dieser Frage zwar nicht relevant, aber die Anzahl der gewonnenen Deutschen Meisterschaften hat sich beim FC Bayern München seitdem noch mal erhöht. Komischerweise werden bei einer anderen Fragen durchaus auch spätere Jahre miteinbezogen.

Das Fußball-Quiz ist eine tolle Sache für alle, die sich für Fußball interessieren. Man muss zu Beginn noch nicht alles wissen und hat dennoch Spaß an dem Block, denn immerhin kann man hier viel lernen. Außerdem muss man nie große Textblöcke auf einmal lesen. Frage, Antwortmöglichkeiten sowie die Lösung sind auch für Kinder ab dem zweiten Schuljahr gut zu überblicken und zu schaffen.

memo Quiz: Fußball von Anja Bühling, Dorling Kindersley Verlag, ISBN: 978-3-8310-3455-0, 6,95€

 

Rezension: Lehrbuch Literaturpädagogik

Ich bin momentan in Elternzeit und lebe hier, soweit es möglich ist, meine Kinderbuchleidenschaft aus. Ich rezensiere, lese vor, stelle Bücher vor, gebe Seminare zum Vorlesen und leite Schreibwerkstätten und das alles  macht mir unglaublich viel Spaß. Am liebsten würde ich mich zur Literaturpädagogin weiterbilden lassen, aber momentan schaffe ich das mit den Kindern zeitlich noch nicht.

Dafür habe ich jetzt aber schon einmal das „Lehrbuch Literaturpädagogik – Eine Einführung in Theorie und Praxis der Literaturvermittlung“ gelesen. Das ist wirklich ein Buch, welches man haben muss, wenn man etwas im Bereich der Literaturpädagogik machen möchte. Ein Buch, in dem man nicht nur in das Thema eingeführt wird und man etwas darüber erfährt, was die Arbeit von Literaturpädagogen sein könnte, sondern auch ein Buch, in dem man immer mal wieder gerne etwas nachliest. Meines Erachtens ist es aber nicht nur ein Buch für alle, die in der Literaturpädagogik arbeiten, sondern ein Buch für alle, die Interesse daran haben, mit Kindern zu lesen und immer auf der Suche nach neuen Ideen und Impulsen sind.

Verständliches Fachbuch

Ja, es ist ein Fachbuch. Hier bekommt man nicht nur Ideen für die Praxis, nein, hier werden Thesen und Methoden wisssenschaftlich untermauert und fachlich (auch mit entsprechenden Begriffen) dargestellt. Wer sich aber ein wenig für diesen Bereich interessiert, der wird mit dem Buch gut klar kommen.

Das Buch hat einen theoretischen und einen praktischen Teil, aber beide Teile sind sehr interessant zu lesen und für den, der sich mit dem Thema intensiv und ernsthaft beschäftigen möchte, sind auch beide Teile wichtig. Denn wer nicht nur einfach mal ein nettes Buch vorlesen möchte, sondern wer eine bewusste Entscheidung für Bücher treffen möchte und Kindern in ihrer literarischen Bildung weiterhelfen möchte, der muss auch die Hintergründe kennen.

Literarische Bildung und Geschichte der Kinderliteratur

So wird im theoretischen Teil auf die Entwicklung von Kindern im sprachlichen Bereich eingegangen und inwiefern sich Sprache, Bücher, Schrift und Erzählen in ihrem Leben auswirken. Bezug wird dabei immer auf die möglichen Handlungsfelder der Literaturpädagogik genommen.

Im Weiteren geht es um die Geschichte sowie um Gattungen in der Kinder- und Jugendliteratur. Dabei erfährt der Leser auch, wie man Sprache und Bilder eines Buches beurteilen und analysieren kann. Dies ist natürlich wiederum für die Praxis wichtig.

Methoden und Beispiele für die Praxis

Der Praxisteil ist in fünf Altersklassen sortiert, die jeweils gleich aufgebaut sind. Auch hier wird noch einmal kurz auf die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen eingegangen, bevor dann zu übergeleitet wird, mit welchen Methoden ein Literaturpädagoge in der jeweiligen Altersklasse arbeiten kann. Zum Abschluss wird das Ganze dann immer beispielhaft und ausführlich an einem Buch gezeigt.

In diesem Teil bekommt man ganz viele tolle Ideen, die man zum Teil sicherlich auch in abgespeckter Form als Vorlesepate oder ähnliches umsetzen kann. Alleine für diese Zusammenstellung lohnt sich dieses Buch für alle interessierten Vorleser, die sich gerne ein wenig weiterbilden möchten. Schön ist hier aber eben auch, dass es nicht nur Ideen für Kindergartenkinder sind, sondern dass man hier auch etwas darüber erfährt, wie man Jugendliche für Bücher begeistern kann oder wie man sie in ihrem Interesse für Literatur unterstützt.

Am Ende hält das Buch dann noch unter anderem einen möglichen Evaluationsbogen sowie Ausführungen zu rechtlichen Fragen bereit. Es werden also alle interessanten und wichtigen Bereiche der Literaturpädagogik angesprochen:

Man bekommt Einblicke in die Arbeit von Literaturpädagogen, man bekommt Wissen vermittelt und man erhält viele praktische Ideen, die man am liebsten direkt umsetzen würde. Also, ich liebe dieses Buch bereits und es ist nach einmal lesen voller Klebezettel, Markierungen und Anmerkungen!

Lehrbuch Literaturpädagogik – Eine Einführung in Theorie und Praxis der Literaturvermittlung von Stephanie Jentgens, Beltz Juventa, ISBN: 978-3-7799-3330-4, 24,95€

Rezension: Das Grundschullexikon

Seien wir mal ehrlich, brauchen wir in Zeiten von Internet und Co noch ein Lexikon im Haus? Ich muss zugeben, dass selbst ich, die früher gerne in solchen Büchern geblättert hat, solche Bücher kaum noch nutze. Mit dem Internet ist man einfach schneller und aktueller.

Dennoch macht ein Buch wie „Das Grundschullexikon“ für Kinder meines Erachtens seinen Sinn. Und das aus mehreren Gründen.

Kinder benutzen ein Lexikon nicht unbedingt als Nachschlagewerk. Sie blättern darin herum, entdecken interessante Bilder oder Artikel und lesen mal hier und mal dort ein wenig etwas. Es ist spannend für sie verschiedene Sachen zu erfahren oder sie lesen die Dinge nach, die sowieso schon ihren Interessen entsprechen.

Dinosaurier sind für Kinder immer wieder ein spannendes Thema.

Verständliche und relevante Informationen

Auch wenn Kinder den Aufbau eines Lexikons nach dem Alphabet noch nicht kennen, wissen die meisten von ihnen, wie man mit einem Buch umgeht. Insbesondere wenn sie keine besonderen Informationen suchen, haben sie im Umgang mit einem Buch keine Probleme. Informationen im Internet zu suchen, müssen sie häufig im Grundschulalter noch lernen. Häufig erhalten sie dabei viel zu viele Informationen, die sie weder richtig einordnen noch verarbeiten können. Hier im Buch werden ihnen genau die Informationen angeboten, die ihrem Alter entsprechen.

Zu den meisten Stichworten gibt es neben einem kurzen, erklärenden Text Abbildungen, die die Verständlichkeit unterstützen. Gut gefallen mir die Sonderseiten, die sich einem bestimmten Thema wie z.B. „Ernährung hier und anderswo“ ausführlicher widmen. Hier finden Kinder wirklich viele Informationen, die sie interessieren.

Am Ende des Buches findet man dann auch wichtiges Wissen zu den einzelnen Grundschulfächern wie Rechtschreibregeln, wichtige Englischvokabeln, mathematische Grundbegriffe sowie geometrische Figuren, die Bundesländer und die Flaggen Europas und einiges mehr.

Im Mitmachheft können Kinder einen kleinen Comic erstellen.

Mitmachlexikon für neugierige Forscher

Eine sehr gute Ergänzung des Grundschullexikons ist das Mitmachlexikon, welches in einer Papiertasche vorne im Buch steckt. Hier können Kinder zu jedem Buchstaben im Alphabet kleine Aufgaben lösen: Mal dürfen sie etwas malen, mal müssen sie Blätter von Bäumen sammeln und einkleben, mal gilt es kleine Rätsel zu lösen und mal müssen sie ihre Beobachtungen in der Natur und Umwelt dokumentieren. Die Aufgaben sie abwechslungsreich und insgesamt für Kinder sehr motivierend. Außerdem kommt hier auch die Lexikonfunktion des Nachschlagens zum Zuge. Nicht alle Aufgaben können Kinder direkt ohne weiteres Wissen erledigen. Häufig wird direkt erwähnt unter welchen Stichworten im Lexikon sie Hilfe bekommen können, manchmal müssen die Kinder es aber auch selbst herausfinden. Dieses Zusammenspiel finde ich klasse. So erfahren die Kinder direkt, wie sie Informationen aus dem Lexikon entnehmen können. Allerdings werden einem gleichzeitig auch die Grenzen eines Lexikons aufgezeigt. Bei dem Buchstaben „G“ dürfen die Kinder zum Beispiel in ihr Buch eintragen, welche giftigen Tiere sie kennen. Besonders viele Informationen findet man nicht dazu im Lexikon und bei manchen, vom Kind genannten, Tiere war ich mir nicht sicher, ob sie wirklich giftig sind. Die Antworten konnten wir im Buch nicht herausfinden und haben an dieser Stelle zusätzlich das Internet befragt. So lernen die Kinder gleichzeitig, wie man verschiedenen Medien Informationen entnehmen kann.

Die Kombination aus Lexikon und Mitmachbuch kommt hier jedenfalls gut an. Immer wieder wird entweder ein wenig im Buch geblättert oder die eine oder andere Aufgabe im Heft erledigt. Das macht besonders viel Spaß, wenn man sich gemeinsam neue Informationen aneignet und Kinder dabei spielerisch zeigt, wie sie selbst an neue Informationen und neues Wissen kommen können.

Das Grundschullexikon – Entdecken, Verstehen, Mitmachen, Duden, ISBN: 978-3-411-73433-7, 25€

Rezension: Wir entdecken die Bibel

In der „Wieso? Weshalb? Warum?“- Reihe, die für Kinder sehr spannend und informativ ist, gibt es nun ein interessantes Buch: „Wir entdecken die Bibel“. Da dies sicherlich kein typisches Sachbuchthema ist, war ich sehr gespannt darauf, wie das Thema in dem Buch umgesetzt ist.

Es ist sicherlich keine Kinderbibel, aber dennoch erfährt man hier viele biblische Geschichten. Dabei handelt es sich jedoch mehr um Zusammenfassungen der Geschichten, als um biblische Erzählungen. Außerdem werden Wörter und Gegebenheit, die für die Zeit, in der die Geschichten spielen, typisch oder wichtig sind, erklärt. Die Texte sind allesamt gut verständlich und viele Szenen werden in Bildern dargestellt.

Altes und neues Testament

Inhaltlich werden sowohl Geschichten aus dem alten als auch aus dem neuen Testament vorgestellt. Zudem wird erzählt, wie die Bibel entstanden ist und wo sie heute noch eingesetzt wird. Insgesamt werden wirklich die meisten Geschichten, die für Kinder relevant sind abgedeckt: Es geht los mit der Schöpfungsgeschichte, der Bau der Arche Noah ist genauso enthalten wie Abraham und Moses, auch Könige und Propheten werden erwähnt. Beim neuen Testament werden allerdings nur die Evangelien behandelt. Von Paulus erfahren die Kinder hier nichts.

Auch wenn es keine Kinderbibel ist, so halten sich die Darstellungen der Geschichten an die Bibel. Es ist ein informatives Buch, basierend auf einem Glauben. Kinder können hier gut die Bibel kennen lernen. Manchen Informationen, die in den Raum gestellt werden, fehlen leider ein paar erklärende Worte, zum Beispiel erfährt man, dass der Fisch zum Zeichen der Christen wurde, warum dies aber so ist, wird nicht gesagt. Stattdessen kann man hinter der Klappe nur lesen, dass am See Genezareth viele Menschen vom Fischfang lebten.

Motivierendes Buch

Das Buch motiviert Kinder dazu, sich den Geschichten der Bibel zu nähern. Auch mein Sohn schaut es sich sehr gerne an und als im Kindergottesdienst die Geschichte von Kain und Abel erzählt wurde, war ihm diese bereits aus dem Buch bekannt. Das Buch ist einfach sehr schön bebildert, die Klappen laden dazu ein, alles genau zu erforschen und überall gibt es kleine Texte und Informationen, die man, je nach Lust und Laune lesen kann.

Insgesamt ist „Wir entdecken die Bibel“ wieder ein richtig tolles Buch aus der „Wieso? Weshalb? Warum?“-Reihe, welches für alle Kinder geeignet ist, die die Geschichten aus der Bibel (spielerisch) kennen lernen möchten.

Wieso? Weshalb? Warum?  – Wir entdecken die Bibel, illustriert von Wolfgang Metzger, Text von Andrea Erne, Ravensburger Verlag, ISBN: 978-3-473-32663-1, 16,99€

Jahreszeitentisch

Habt ihr einen Jahreszeitentisch? Wir haben einen im Flur stehen seit das Bücherwürmchen ein gutes Jahr alt ist und ich glaube, er weiß es sehr zu schätzen, dass wir so etwas haben. Jedes Mal, wenn auf dem Tisch eine neue Jahreszeit angekündigt wird, freut er sich sehr beziehungsweise erinnert er mich daran, dass ich den Tisch noch neu dekorieren muss.

Bei uns wird das Ganze bisher noch recht einfach gehalten. Ich habe ein paar farbige Tücher, die ich passend zu den Jahreszeiten benutze. Und dann kommt eben jahreszeitliche Deko auf den Tisch. Gerne nutze ich auch Sachen, die die Kinder gebastelt haben, die dann schön auf dem Tisch präsentiert werden können. Außerdem stelle ich in letzter Zeit gerne noch schöne Bücher auf. Jedes Mal sieht der Tisch ein wenig anders aus.

Hier könnt ihr ein paar Beispiele unserer Tische sehen:

Winter

Frühling

     

Hier seht ihr, dass es immer ein wenig anders dekoriert wird. Mal habe ich die Fingerabdruckkarten und die bemalten Papiereier von Bücherwürmchen genommen, dann kamen echte Frühlingsblumen auf den Tisch und vor Ostern kommen auch immer die gefärbten Eier hinzu, die dann der Osterhase verstecken darf.

Sommer

  

Sommertisch mal mit und mal ohne Büchern. Hier kommen manchmal auch Urlaubspostkarten hinzu und die gesammelten Muscheln vom Strand.

Herbst

     

Eine gewissen Ähnlichkeit haben alle Tische, aber mal sind die gesammelten Herbstfrüchte dabei und mal selbstgebastelte Dinge wie die Klopapiereule.

Advent/Weihnachten

Gerne erweitere ich meine Accessoires für die Jahreszeitentische. Dies geschieht einerseits durch die Basteleien der Kinder, aber ich wünsche mir seit letztem Jahr auch Figuren von Ostheimer. Auf einem Herbstbild könnt ihr bereits ein paar Tiere sehen und später im Herbst kam dieses Jahr noch Sankt Martin hinzu. Grundsätzlich dekoriere ich den Tisch fünf Mal im Jahr (Winter, Frühling, Sommer, Herbst, Weihnachten). Manchmal kommen dann Ende des Winters noch ein paar Karnevalssachen hinzu.

Bücher über Jahreszeitentische

Nun habe ich zwei Bücher über Jahreszeitentische entdeckt: „Unser Jahreszeitentisch“ von Hanna Hamelmann und „Jahreszeitentische“ von Cristina Cevales-Labonde. In beiden Büchern wird viel kleinschrittiger vorgegangen. Folgt man ihnen, so könnte man mindestens jeden Monat den Tisch neu dekorieren. Das habe ich nicht vor, aber die Anregungen sind dennoch prima.

Gestaltung mit Blumenkindern

Jahreszeitentische von Cristina Cevales-Labonde, Freies Geistesleben, ISBN: 978-3-7725-2829-3, 29€

Bei dem Buch „Jahreszeitentische“ von Cristina Cevales-Labonde wird der Tisch meist mit Blumenkindern und Dingen aus der Natur dekoriert. Für die Herstellung der Figürchen gibt es eine grundsätzliche Anleitung und in den einzelnen Kapiteln findet man dann noch die speziellen Anleitungen (alles sehr ausfürhlich und von Bildern begleitet) für Wurzelkinder, Rosenmutter, Meerjungfrau, König Winter und viele mehr. Die Figuren und auch die Arrangements sehen alle richtig toll aus und man bekommt sofort Lust es auch einmal so auszuprobieren. Ich hoffe sehr, dass ich die Zeit finde, mich nächstes Jahr mal an so ein Figürchen heranzuwagen. Bücherwürmchen hat sich das Buch mit mir gemeinsam angeschaut und war auch ganz begeistert. Er wünscht sich nun sehr, dass wir auch Blumenkinder basteln.

Als erstes beeindrucken einen in diesem Buch natürlich die Bilder, die einen direkt dazu motivieren, besonders schöne Jahreszeitentische zu gestalten. Später sollte man sich dann aber auch noch die Texte durchlesen, denn hier wird erklärt, warum bestimmte Farben verwendet werden und wie man den Charakter einer Jahreszeit unterstreichen kann. Auch in den Texten findet man weitere Anregungen und viele Tipps zur Gestaltung eines Tisches.

Ein Gefühl für die Monate

Unser Jahreszeitentisch – Gestaltungsideen und Wissenswertes zu den 12 Monaten von Hanna Hamelmann, ISBN: 978-3-7412-9889-9, 27,99€

Auch in dem anderen Buch „Unser Jahreszeitentisch“ von Hanna Hamelmann werden Blumenkinder zur Gestaltung genutzt. Ja, ich glaube, ich brauche demnächst wirklich mal welche… Aber auch ohne diese Figuren bekommt man in diesem Buch schöne Anregungen. Jedes Kapitel (die einzelnen Monate) beginnt mit Ideen für den Monat, z.B. lassen sich im Januar schöne Winterspaziergänge machen und im März kann  man Ostergras in schöne Schalen säen. Zu den Tischen und den Monaten gibt es Überlegungen und Beschreibungen. Außerdem werden Bräuche erklärt und man bekommt sogar passende Lieder und kleine Gedichte zum Vorlesen. Das Ganze wird ansprechend und mit Bildern präsentiert. Das Buch ist zwar nicht so dick wie das zuvorgenannte und man bekommt nicht so viele lange und ausführliche Bastelanleitungen, aber mir gefällt auch dieses Konzept sehr gut. Man bekommt einfach gute Eindrücke von den Monaten und dem, was sie ausmachen, so dass man vielleicht sogar selber Ideen für den Jahreszeitentisch entwickelt.

Bei der Gestaltung unseres Jahreszeitentisches werde ich mich demnächst sicherlich von beiden Büchern inspirieren lassen. Ich bin gespannt darauf, wie sich unser Tisch von Jahr zu Jahr entwickeln wird und welche Ideen die Kinder dazu beitragen werden.

Ich danke dem Verlag Freies Geistesleben sowie der Autorin Hanna Hamelmann für die Rezensionsexemplare!

 

In den Wald mit Peter Wohlleben

Dank des Oetinger Verlags durften wir ein ganz tolles Wochenende erleben. Wir sind ein bisschen weiter in die Eifel hineingefahren und haben nach einer Nacht im Hotel eine Waldführung mit Peter Wohlleben gemacht, der am 25. September sein erstes Kinderbuch „Hörst du, wie die Bäume sprechen?“ im Oetinger Verlag herausbringen wird.

Für die Kinder war ja bereits das Hotel ein Highlight. Wir übernachten nicht so oft in einem Hotel und so war natürlich alles aufregend – angefangen von der Übernachtung im Zimmer bis hin zu dem leckeren Frühstücksbüffet. Außerdem gab es bei dem Hotel auch noch ein besonderes Extra: Einen eigenen Wildpark, in dem Rot-, Dam- und Sikawild lebt, und in den man mit altem Brot hineingehen und die Tiere füttern darf. Toll! Das hat den Kindern richtig gut gefallen.

  

Peter Wohlleben – Förster und Naturschützer

Peter Wohlleben kennt sich aus im Wald, immerhin leitet er einen umweltfreundlichen Forstbetrieb. Aber er möchte sein Wissen nicht für sich allein behalten, sondern auch andere für den Wald und seine Bewohner begeistern und so berichtet er schon seit Längerem in TV-Sendungen, Vorträgen und Seminaren sowie in Büchern für Erwachsene über den Wald und den Naturschutz. Nun aber soll mit seinem ersten Kinderbuch die Neugier der Kinder geweckt werden. Und dass ihm dies gelingt – persönlich sowie über das Medium Buch – kann ich nur bestätigen.

Waldführung mit Peter Wohlleben

Wir haben ihn gemeinsam mit ein paar anderen Familien bei einer Führung in seinem Wald kennen gelernt und sofort war einem klar, dass man  hier keine staubtrockenen Fakten runter gebetet bekommt, sondern dass die Kinder mit Peter Wohlleben den Wald mit allen Sinnen und spielerisch kennen lernen dürfen. Den Unterschied zwischen verschiedenen Bäumen haben sie anhand ihrer Blätter geschmeckt, mit Hilfe von Blättern haben sie versucht die Rehrufe nachzumachen und bei einem Zapfen-Versteck-Spiel konnten sie erfahren, wie es einem hungrigen Eichhörnchen im Winter geht, dass sich vielleicht nicht mehr an seine Eichelverstecke erinnern kann.

Peter Wohlleben zeigt den Kindern, wie man das Rufen eines Rehs nachmachen kann

 

Bücherwürmchen sucht als Eichhörnchen ein Versteck für seine Zapfen

Die Kinder staunten über das „Internet“ des Waldes, welches sich unter dem Laub befindet: Überall wird der Boden mit Pilzfäden durchzogen, die Informationen weitergeben. Witzig fanden sie das „Klopapier“ im Wald, welches sie auch für ihre dreckigen Matschfinger gebrauchen konnten (=Moos), und dass die Bäume nur einmal im Jahr ihr „großes Geschäft“ erledigen: Alle Stoffe, die der Baum nicht benötigt, landen in den Blättern, die im Herbst von den Bäumen fallen.

Bei der Benutzung des „Wald-Klopapiers“ als Handtuch entdeckt Bücherwürmchen einen Teil des „Waldinternets“

Sehr viel Spaß hatten die Kinder auch, als Peter Wohlleben sie dazu aufforderte, einmal richtig laut zu brüllen. Ups, ist das im Wald überhaupt erlaubt? Dann bekommen doch alle Tiere Angst! Ja, es ist erlaubt, denn die Tiere bekommen gar keine Angst. Sie wissen, dass es nur harmlose Kinder sind und sie können ja auch genau hören, wo sich diese befinden.

Hinzu kamen noch ein paar weitere nette Waldspiele sowie immer wieder Informationen zu Bäumen oder Tieren. Die Kinder fanden es unglaublich spannend und waren richtig traurig, als die Führung dann zu Ende war, was ich gut verstehen kann, denn es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht.

Peter Wohlleben

Kinderbuch von Peter Wohlleben

Zum Glück durften wir aber bereits das Buch „Hörst du, wie die Bäume sprechen?“ mit nach Hause nehmen, welches zu Hause direkt herausgenommen wurde. Bücherwürmchen war nun Feuer und Flamme und wollte zusammen mit mir ganz viel in dem Buch lesen. Und wisst ihr, was das Tolle ist? Das Buch ist genauso wie die Waldführung! Hier wird Wissen nicht langweilig präsentiert, sondern kindgerecht weitergegeben. Die Themen, die Kinder interessieren werden hier aufgegriffen und locker und lebendig verarbeitet. Hier findet man z.B. auch das „große Geschäft“ der Bäume sowie das Pilzinternet der Bäume wieder. Und auch Themen, über die man bei der Waldführung nichts gehört hat, werden ähnlich bearbeitet. Vieles wird mit dem Menschen verglichen, so dass alles gut verständlich ist. Kinder kommen ins Staunen und werden neugierig. Und wenn sie daraufhin so schnell wie möglich in den Wald möchten, dann liefert das Buch auch direkt noch ein paar Ausprobier-Ideen mit (z.B. auch das Nachmachen der Rehlaute), die sich leicht umsetzen lassen und den Waldbesuch ähnlich wie die Waldführung werden lassen.  Neben diesen Ideen bekommen die Kinder auch Tipps, worauf sie im Wald das nächste Mal achten können. Dies hilft ihnen, ihr neu erworbenes Wissen besser zu verstehen und in der Natur wiederzuerkennen.

Kinderfragen und interessante Antworten

Besonders schön ist, dass die Themen anhand von Kinderfragen behandelt werden: Was lernen Baumkinder in der Schule? Gibt es mutige Bäume? Wovor haben Bäume Angst? Was erzählen Vögel? Wer ist der beste Detektiv? Wie merken Bäume, dass der Frühling kommt? Wem gehört der Wald? Was machen Bäume nachts?

Das macht es für Kinder richtig spannend. Ich weiß nicht, ob ein anderes Naturbuch meinen Sohn genauso gefesselt hätte oder ob er grundsätzlich etwas über Bäume hätte erfahren wollen. Diese Fragen aber fand er fast alle so interessant, dass ich ihm Doppelseite für Doppelseite vorlesen musste (pro Doppelseite wird eine Frage behandelt). Das sind Fragen, die die Kinder interessieren. Vor allem, wenn sie dann auch merken, dass die Antworten ebenso spannend sind, was unter anderem daran liegt, dass kindgerecht auf sie eingegangen wird. Aber letztendlich macht dieses Buch auch Erwachsenen viel Freude und ich selbst lerne eigentlich bei jeder Frage noch etwas dazu.

Das Buch ist mit farbigen Fotos und Zeichnungen ausgestattet, so dass man direkt sehen kann, was mit den „Pickeln“ der Bäume oder der „Spechtflöte“ gemeint ist. Aber auch das Aussehen verschiedener Tiere und Bäume wird so veranschaulicht.

Hörst du, wie die Bäume sprechen?“ ist ein richtig tolles Buch und ich kann es einfach nur allen Familien mit Kindern ab etwa 6 Jahren empfehlen. Ja, für uns hat dieses Buch durch die Waldführung von Peter Wohlleben eine besondere Bedeutung, aber ich denke, dass dieses Buch durch seine unheimlich gute Aufmachung auch alle anderen begeistern wird.

Hörst du, wie die Bäume sprechen? – Eine kleine Entdeckungsreise durch den Wald von Peter Wohlleben, illustriert von Stefanie Reich, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0822-8, 16,99€ (Erscheinungstermin: 25.9.2017)

 

Rezension: Guck mal, wer lebt im Wald?

Kann man aus einem Sachbuch ganz ohne Text etwas lernen und erfahren?  Was lässt sich alles allein durch Bilder erklären?

Antworten auf diese Fragen bekommt man in dem Naturführer in Bildern „Guck mal, wer lebt im Wald?“ Ja, das kann man und zwar eine ganze Menge!

Toller Aufbau

Das Buch ist unglaublich toll aufgebaut. Es stellt 10 Tiere genauer vor und zwar immer nach dem selben Schema und mit Hilfe von Symbolen, die anzeigen, worüber man gerade informiert wird: Die Tiere werden in Komplett- und Detailansichten gezeigt, man erfährt etwas über ihre Größe und über ihre Lebensräume, es wird gezeigt, was die Tiere fressen und wer ihre Fressfeinde sind, man kann ihre Entwicklung nachvollziehen und sehen wie sie sich im Laufe der Jahreszeiten verhalten, man sieht, welche Tiere mit ihnen verwandt sind und man bekommt sogar zu jedem Tier eine Mitmach-Idee oder Anregung.

Die Reihenfolge dieser Symbole ist bei jedem Tier die gleiche, so dass Kinder sich die Tiere schnell selbst erschließen können. Im Buch wird vorgeschlagen, dass man zwei Tiere gemeinsam mit dem Kind bespricht und es sich im Anschluss daran die anderen Tiere zunächst selbst erschließt. Das klappt auch tatsächlich sehr gut.

Durch Bilder lernen

Sehr spannend finde ich es, dass Kinder mit dieser Art von Buch überhaupt kein Problem haben. Es fällt ihnen nicht schwer, die Informationen aus den Bildern zu entnehmen. Uns Erwachsenen geht es da ganz anders. Am Anfang des Buches hätte man es deutlich lieber, wenn einem die Bilder noch in Worten erklärt werden. Dieses Gefühl lässt aber nach, wenn man sich länger mit dem Buch beschäftigt. Und am Ende des Buches bekommt man zumindest noch die dargestellten Tiere und Pflanzen namentlich genannt, was sehr hilfreich ist, um Nahrung, Fressfeinde etc. korrekt benennen zu können.

Es ist sehr interessant, wie gut Kinder die Informationen aus dem Buch aufnehmen und sie auch direkt miteinander vergleichen. Dieses Buch wird nicht nur konsumiert, sondern Kinder denken hier aktiv mit. Sie stellen zum Beispiel Parallelen zwischen verschiedenen Tieren fest oder sehen wie Nahrung und Fressfeinde zweier Tiere miteinander zusammenhängen.

Kindgerechte Darstellungen

Die Bilder sind klar strukturiert und man kann alles gut erkennen. Sie sehen nicht wie Fotos aus, sondern eher wie am Computer hergestellte Bilder, aber es sind dennoch realistische Darstellungen, die den Blick auf das lenken, was gezeigt werden soll. Sehr gut gefällt mir, dass auch die Größe über Bilder angezeigt wird und zwar wird das Tier zum Beispiel im Verhältnis zu einem Geldstück oder einem Bleistift gezeigt.

Mitmachideen können kleine Basteleien sein, aber es wird auch gezeigt, dass eine Kröte, die man in die Hand genommen hat, wieder freigelassen werden soll und man sich anschließend die Hände waschen muss.

Guck mal, wer lebt im Wald?“ ist ein äußerst empfehlenswertes Buch. Es wendet sich vor allem an Kinder im Kindergartenalter, aber auch jüngere Grundschulkinder lernen aus dem Buch noch einiges. Und wir Erwachsene lernen bei dem Buch ebenfalls, dass es nicht immer erklärender Worte bedarf um etwas zu verstehen. Auch Bilder tragen jede Menge Informationen.

Guck mal, wer lebt im Wald? Naturführer in Bildern, entwickelt von der Deutschen Wildtier Stiftung, Lektorat Sarah Roller und Julia Chin, Produktion Charlotte Stiefel, neunmalklug Verlag, ISBN: 978-3-945677-06-3, 15€

Bald geht’s in den Wald mit Peter Wohlleben

Geht ihr mit euren Kindern gerne in den Wald? Ich finde es toll mit Kindern im Wald, aber leider machen wir es aus eigenem Antrieb viel zu selten, obwohl es ja eigentlich überhaupt kein Aufwand ist. Ab und zu nehmen wir aber an Kinder-Waldführungen teil, was immer wieder viel Spaß macht, aber auch lehrreich ist – sowohl für die Kinder als auch für die Erwachsenen.

Nun freue ich mich schon darauf, dass wir bald an einer Führung von Peter Wohlleben teilnehmen dürfen. Ich bin sehr gespannt darauf, was uns da erwarten wird, vor allem da im September im Oetinger Verlag auch ein Buch für Kinder von ihm herauskommt: „Hörst du, wie die Bäume sprechen? Eine kleine Entdeckungsreise durch den Wald“. Das Ganze wird sicherlich eine spannende und besondere Erfahrung. Ich werde dann natürlich davon berichten.

Hier könnt ihr aber auch schon mal einen ersten Blick auf das Buch werfen:

Informationen zu dem Buch von Oetinger:

Den Wald erleben, staunen und Spaß haben mit Peter Wohlleben! Haben Bäume eine eigene Sprache? Müssen Baumkinder in die Schule gehen? Warum haben Waldtiere Angst vor Menschen? Peter Wohlleben beantwortet Fragen, die ungewöhnlich, originell und oft sehr lustig sind. Seine leicht verständlichen und fast immer überraschenden Antworten lassen Kinder das Leben im Wald mit ganz anderen Augen sehen. Der begnadete Erzähler schöpft dabei aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung als Förster und Naturschützer und stützt sich darüber hinaus auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse.

Ein Plädoyer für mehr Achtsamkeit, Naturschutz und Nachhaltigkeit von Bestsellerautor Peter Wohlleben, bekannt aus Funk, TV und Printmedien.

Ab 6 Jahren, ISBN: 978-3-7891-0822-8, 16,99€

Auf Oetinger.de gibt es auch ein interessantes, kleines Video zu der Idee des Buches.