Jugendrezension zu „Kuromori – Das Schwert des Schicksals“

Interessierst du dich für die japanischen Götter, für epische Kämpfe oder sonderbare Fabelwesen? Dann kann ich dir das Fantasy-Action-Buch „Kuromori – Das Schwert des Schicksals“ nur empfehlen.

In diesem Buch geht es um Kenny, welcher eigentlich nur zu seinem Vater in die Metropole Tokio flog, von dem jedoch plötzlich das Leben von 50 Millionen Menschen abhängt. Um diese aus der Gefahrenzone herauszubringen, muss er sich Göttern stellen und einen riesigen Drachen bekämpfen.

Meiner Meinung nach ist dieses sehr gut geschriebene, witzige und abenteuerreiche Buch eine Pflichtlektüre für Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren, welche einen Geschmack für Action besitzen. Mich selbst fesselte das Buch so sehr, dass ich es innerhalb 4 Tagen gänzlich las. Das Ende rundete die Geschichte gut ab und übertraf meine Erwartungen haushoch.

Richard, 12 Jahre, Teilnehmer der Schreibwerkstatt zu:

Kuromori – Das Schwert des Schicksals von Jason Rohan, Ravensburger Verlag, ISBN: 978-3-473-36953-9, 14,99€

Lilly und Nikolas im Münsterland

Kennt ihr noch Lilly und Nikolas? Die beiden Geschwister, die mit ihren Eltern so gerne quer durch Deutschland reisen und dabei jede Menge erleben? Neulich habe ich bei der Blogtour zu dem Buch „Neue Abenteuer auf Rügen“ mitgemacht und letztes Jahr habe ich euch ihre Reise an die Mecklenburgische Ostseeküste vorgestellt. Weiter geht es jetzt mit „Abenteuer im Münsterland – Lilly, Nikolas und die Wildpferde“.

Inhalt des Buches

Dieses Mal hat die Familie von Lilly und Nikolas die Pfingstferien genutzt um ins Münsterland zu reisen, denn der Vater soll für einen Artikel Fotos vom Wildpferdefang machen. Während Lilly ganz begeistert davon ist, Pferde zu sehen und schon davon träumt auf einem Wildpferd zu reiten, geht Nikolas diesen Urlaub sehr skeptisch an. Aber schnell stellt sich heraus, dass das Münsterland auch andere spannende Dinge zu bieten hat. Münster selbst ist natürlich immer einen Besuch wert und ansonsten locken u.a. das Römermusem in Haltern, das Naturkundemusem in Münster oder der Barfußpfad ums Stift Tilbeck. Letztendlich runden dann aber doch die Wildpferde das Abenteuer ab bzw. sind sie das eigentliche Abenteuer, denn auf einmal steht Lilly dank eines Loses mit einem Wildpferd da. Was soll sie jetzt nur tun?

In dem Buch geht es in erster Linie um die Erlebnisse der Familie im Münsterland. Immer wieder werden die Wildpferde genannt, aber es gibt ansonsten kein Problem oder Geheimnis, welches gelöst werden muss, wie es in manchen anderen Büchern der Fall ist. Es geht also relativ ruhig zu. Dennoch war mein Sohn an dem Buch interessiert – selbst ohne Bezug zu den Orten. Man bekommt auch nicht nur Ausflugstipps geliefert, sondern man wird auch auf verschiedene Dinge aufmerksam gemacht (z.B. die Problematik von Plastik in den Meeren) und kann auch das eine oder andere aus dem Buch lernen.

Verlockende Ausflugsziele

Sehr gut gefällt mir, dass es die Unterkunft der Familie tatsächlich gibt. Ich habe sie mir direkt mal im Internet angeschaut. Auch die Ausflugsziele klingen sehr interessant und zum einen oder anderen Ort würde ich auch sehr gerne mal fahren. Letzte Woche habe ich gerade Urlaub im Münsterland gemacht und mir extra das Buch eingepackt, um vielleicht ein Ziel aus dem Buch anzusteuern. Das Familienhotel, in dem wir waren, war dann aber so toll, dass die Kinder dort so zufrieden gespielt haben, dass wir die ganze Zeit unser Auto stehen gelassen haben und die Kinder auf dem Hüpfkissen und auf der Kettcarbahn glücklich sein lassen. Dennoch werde ich mir die Ausflugstipps aus dem Buch merken. Bei einem Besuch bei meinen Eltern in Ostwestfalen lässt es sich sicherlich mal einrichten zum Allwetterzoo in Münster zu fahren, in dem ich trotz Studiums in Münster irgendwie noch nie war, und auch ein Zwischenstopp im Vier-Jahreszeiten-Park in Oelde muss irgendwann mal drin sein. Es ist toll, dass man durch ein solches Buch, so viele schöne Anregungen für die Familie bekommt. Hier lernt man Ausflugsziele kennen, von denen man ansonsten vielleicht nie gehört hätte, und andere Ziele, wie u.a. der Zoo rufen sich in Erinnerung und man bekommt Lust auf eine Unternehmung.

Etwas schade finde ich es, dass es am Ende des Buches keine Übersicht der Ausflugsziele gibt. Dies würde einem das Aufsuchen der unterschiedlichen Orte doch sehr erleichtern. So muss man immer noch mal im Buch blättern um die Dinge zu finden, die einen interessieren.

Die Bücher von Lilly und Nikolas werden nicht nur von verschiedenen Autorinnen geschrieben, sondern auch von unterschiedlichen Illustratorinnen bebildert. Die Bilder sind gut und sie zeigen auch realistisch die Örtlichkeiten, aber ich hatte mich gerade so intensiv mit den Aquarellbildern in dem Buch „Neue Abenteuer auf Rügen“ beschäftigt, dass es mir ein wenig schwer fällt, mich nun wieder mit diesen Bildern zurecht zu finden. Gebäude, Tiere und Örtlichkeiten finde ich auch in diesem Buch richtig klasse, aber Lilly wirkt mir hier irgendwie zu „mädchenhaft“.

Insgesamt gefällt mir „Abenteuer im Münsterland“ gut. Ich finde einfach die Reihe von Lilly und Nikolas und das Konzept dahinter so klasse und ich freue mich schon auf die nächsten Bücher, die ich aus dieser Reihe lesen werde.

Abenteuer im Münsterland – Lilly, Nikolas und die Wildpferde von Juliane Jacobsen, illustriert von Sabrina Pohle, Biber & Butzemann, ISBN: 978-3-942428-74-3, 13,99€

Mit Lilly und Anton an den Bodensee

Wenn man mit Kindern in den Urlaub fährt, dann ist es schön, wenn man ihnen auch ein wenig über die neue Umgebung erzählen kann. Besonders hilfreich sind da natürlich Kinderreiseführer, wobei sich viele davon an größere Kinder (ab Grundschule) wenden. „Lilly und Anton entdecken den Bodensee“ ist aber auch schon für Kindergartenkinder gut geeignet.

Konstanz (2010)

Konstanz (2010)

Manchmal erzählen Reiseführer für Kinder eine Geschichte, die Sehenswürdigkeiten und ähnliches beinhaltet, dies ist hier nicht der Fall, aber dennoch werden Lilly und Anton hier nicht nur als Kinder, die ein paar Anmerkungen zu den Zielorten einwerfen, integriert, sondern sie erleben ohne Worte dennoch so einiges rund um den Bodensee. In diesem Buch ist nämlich wirklich eine tolle Mischung aus einer Art fröhlichen Wimmelbildern und Informationen gelungen. Auf der linken Seite ist immer ein großes Bild zu sehen, auf dem es einiges zu entdecken gibt. Im Vergleich zu Wimmelbüchern sind die Bilder zwar recht überschaubar, aber dennoch werden vor dem Hintergrund eines bestimmten Ortes (z.B. dem Hafen in Konstanz mit der Imperia) einige Szenen dargestellt. Und überall kann man natürlich auch Lilly und Anton finden. Auf der rechten Seite gibt es dann ein paar kurze Informationen und die „Fotos“ von Lilly und Antons Reise (gemalte Bilder von verschiedenen Sehenswürdigkeiten wie z.B. die Bühne der Seefestspiele in Bregenz oder die Pfahlbauten in Unteruhldingen). Die Texte sind in kurzen, einfachen Sätzen geschrieben. Sie sind recht locker verfasst und sie passen zu einem kindlichen Stil, denn immerhin sind es ja Lillys und Antons Reisetipps, so dass auch mal erwähnt wird, was „das coolste Fortbewegungsmittel“ ist oder was „einfach toll“ ist. Man kann die Texte kleineren Kindern gut vorlesen, während Grundschulkinder sie auch schon ganz gut selber bewältigen können. Insgesamt sind die Texte hauptsächlich dazu geeignet Lust auf die Ausflugsziele zu machen und sich dort genauer umzuschauen, denn auch wenn einige Informationen angerissen werden, so sind sie eben auch nicht so sonderlich umfangreich. Es wird durchaus einiges angerissen und man bekiommt schon einen ganz guten Eindruck von der Gegend rund um den Bodensee. Ich kann mir gut vorstellen, dass gerade Grundschulkinder die spannenden Zusatzinformationen wie die Bezeichnung „Schwäbisches Meer“ oder wie lange ein Wassertropen im Bodensee bleibt bevor er mit dem Rhein weiterzieht, interessiert. Wenn man das Buch außerhalb eines Urlaubs liest und Kinder einfach so etwas über die Gegend hören möchten, ist es etwas schade, dass manches nur angerissen wird. So wird zum Beispiel zur Marienschlucht der Hinweis einer Sage vom Burgfräulein und dem Ritter gegeben, doch die Sage steht leider nicht im Buch.

Bücherwürmchen hat das Buch dennoch ganz gut gefallen, was wohl daran lag, dass auch einige historische Fakten zur Sprache kommen: Römer, Ritter, die Steinzeit – alles wird hier erwähnt.

Gut gefällt mir sowohl die Kartenübersicht, wo man den ganzen See mit einigen der dort herumliegenden Orte sehen kann, sowie die Übersicht an tollen Museen, klasse Aussichten, sehenswerten Orten und spaßige Ausflüge („mit Spaßgarantie“).

Ich bin kein Bodensee-Experte, aber dieses Buch beinhaltet viel von dem, was ich durch einen kurzen Segelurlaub mit dem Bodensee in Verbindung bringe. Wichtige Orte wie Konstanz, Lindau, Bregenz und die Insel Mainau werden zum Beispiel genauso erwähnt wie Salem und die Meersburg oder das Zeppelinmuseum. Auch mögliche Aktivitäten wie wandern, Rad und Boot fahren gehören natürlich in dieses Buch. Insgesamt bekommt man mit diesem Buch also einen tollen ersten Reiseführer für Kinder im Alter von 4-9 Jahren. So macht der Urlaub sicher noch mehr Spaß und hinterher kann man sich an alle Unternehmungen mit Hilfe des Buches noch einmal mit Freude erinnern oder in Anlehnung an das Buch selber ein kleines Urlaubsbuch mit Fotos und Texten anlegen.

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Lilly und Anton entdecken den Bodensee, ein Projekt der BlueCat Multimedia GbR, illustriert von Jennifer Oyeneye, Lilly und Anton wurden gestaltet von Paul Netzer, Idee, Text und Redaktion: Del Medio Verlag, Del Medio bei Divan, ISBN: 978-3-863271-11-4, 14,90€