Zwischenbericht Pixi-Challenge

Seit über zwei Monaten läuft nun die Pixi-Challenge, Zeit für einen ersten kleinen Zwischenbericht.

Große Vielfalt

Die Challenge macht mir auf jeden Fall große Freude, denn die Beiträge der Teilnehmer sind äußerst interessant. Vor allem finde ich es sehr spannend wie unterschiedlich Pixibücher ausgesucht und eingesetzt werden. Diese Vielfalt von Pixibüchern im Alltag hätte ich vor der Challenge nie vermutet: Bei vielen existieren noch geliebte Pixis aus der eigenen Kindheit, sie werden als Gute Nacht-Geschichte gelesen oder unterwegs mitgenommen, manche bevorzugen Pixibücher bestimmter Illustratoren, wenige sammeln bestimmte Pixibücher, stellen dann aber fest, dass sie eine ganze Menge Pixis einzelner Figuren haben und auch beruflich werden Pixis auf unterschiedliche Art und Weise eingesetzt, z.B. bei Andachten oder Predigten oder bei der Kunstvermittlung.

Ich habe auch erfahren, dass dem einen oder anderen erst durch die Challenge klar wurde, dass das Pixibuch zum Carlsen Verlag gehört und mit dem Begriff nicht alle Minibüchlein gemeint sind. Allerdings muss ich zugeben, dass mir das früher auch nicht so bewusst war.

Unterschiedliche Aufbewahrungsorte

Sehr interessant und anregend sind auch die Beiträge darüber wie die Pixibücher untergebracht werden. Während einige noch auf der Suche nach dem optimalen Ort sind, lagern die Pixis bei anderen in Lebkuchendosen, in speziell angefertigten Regalen, in selbst gebastelten Schachten und in genähten Körbchen. Manche haben sich auch für unterwegs tolle Pixibuchtaschen genäht. So etwas hätte ich ja auch gerne.

Diesen Aufbewahrungsort habe ich übrigens neulich gefunden:

Bei uns steht ein Großteil der Pixis nun im Kaufladen. Weitere Pixis sind weiterhin in Schuhkartons untergebracht.

Beiträge der Teilnehmer

Leider habe ich noch nicht von allen Teilnehmern erste Beiträge erhalten. Um an der Challenge teilzunehmen muss man zwar nicht eine gewisse Anzahl an Beiträgen schreiben, aber es wäre dennoch schön, wenn man von den Teilnehmern ab und zu ein Lebenszeichen bekommen würde.

Ansonsten kann ich euch nur allen empfehlen mal in die Beiträge hineinzuschauen. Sie sind wirklich alle sehr interessant und, auch wenn es immer um Pixibücher geht, sehr unterschiedlich. Man bekommt auch ein paar gute Tipps, welche Pixibücher sich vielleicht für einen noch lohnen. Auch das habe ich übrigens schon in dem einen oder anderen Artikel gelesen: Bestimmte Pixibücher wurden auf Beiträge anderer Teilnehmer hin angeschafft. Diese Wechselwirkung untereinander finde ich klasse und ich hoffe, dass wir uns auch weiterhin noch viele tolle Pixibuchtipps geben werden!

Interview mit Autor Rüdiger Paulsen

Wie versprochen kommt nun das Interview mit dem Autor Rüdiger Paulsen. Über zwei seiner Pixibücher („Billy Schwarzbart“ und „Freche Frieda Hütchenblau“) durftet ihr in meinem letzten Artikel etwas lesen und nun geht es um die Arbeit eines Pixibuch-Autors. Ich fand es sehr spannend etwas über diese Arbeit zu erfahren. Vielleicht geht es euch ja genauso, dann viel Spaß mit dem Interview!

Rüdiger Paulsen

Guten Tag, Herr Paulsen. Ich habe auf Ihrer Homepage gelesen, dass Sie weit mehr als Kinderbuchautor sind. Ihre Arbeit im Theaterbereich für Kinder klingt sehr spannend und abwechslungsreich, aber dennoch möchte ich gerne heute in erster Linie etwas zu Ihrer Arbeit als Autor erfahren.

Besonders interessant finde ich es, dass Sie Autor von Kinderbüchern besonderen Formats sind. Sie haben viele Pixi-Bücher geschrieben.

Wie sind Sie dazu gekommen ausgerechnet Pixi-Bücher zu schreiben?

Ich hatte das große Glück, auf einer Party die Pixi Cheflektorin vom Carlsen Verlag kennenzulernen. Sie wusste von meiner Theaterarbeit und schlug mir vor, doch auch einmal für Pixi zu schreiben. Sie brauchte gerade Geschichten zum Thema Indianer.

Ich hatte zu dieser Zeit (2011) absolut keine Ahnung, was es bedeutet zu schreiben und schon gar nicht, dass schreiben ein Handwerk ist.

Mach ich mit links, dachte ich nachts auf der Rückfahrt und habe gleich am nächsten Morgen zwei Texte geschrieben und an den Verlag gemailt. Kurz darauf rief mich die Lektorin an. Die Geschichten gefielen ihr, aber so würden sie nicht für Pixi gehen, weil …  und dann bekam ich in den nächsten Wochen und Monaten eine erstklassige Schulung im Pixi-Buch schreiben. Ideen für Geschichten habe ich immer. So hat es angefangen.

Jedes Pixibuch hat genau 24 Seiten. Inwiefern behindert oder beeinflusst dies Ihre Arbeit?

Genau genommen haben wir 11 Doppelseiten und eine Schlußseite. (24) So schreibe ich auch. Auf Seite 1 steht nur der Titel und wer geschrieben und illustriert hat. Auf 2/3

steigt man sofort in die Geschichte ein. Auch wenn man selbst nicht illustrieren kann, sollte man die Illustration immer im Kopf haben. Was über die Illustration vermittelt wird, muss nicht noch einmal im Text auftauchen. Am besten ist es, wenn man die Geschichte so schreibt, das jede Seite ein anderes Szenario ermöglicht. Eine Geschichte, die z.B. nur in der Küche spielt, ist, was die Illustrationen angeht, dann sehr eintönig und nicht abwechslungsreich genug. Man hat ca 3200 Zeichen für den Text inklusive der Leerzeichen. Mit etwas Übung spielt sich das automatisch ein. Hat man zu viel Text, wird es spannend. Jetzt muss gekürzt werden. »Trennt euch von euren Lieblingen« heißt es in vielen Schreibratgebern. Das ist nicht immer leicht, aber mir hat die Erfahrung gezeigt, dass die Geschichten nach dem Kürzen meistens besser sind. Nein, die 24 Seiten Vorgabe behindert mich nicht. Sie hat mich gelehrt, gezielt auf den Punkt zu kommen und alles Überflüssige wegzulassen. Direkter Einstieg, Handlung entwickeln, Höhepunkt und ein positives Ende finden.

Bekommen Sie Aufträge vom Verlag für ein neues Pixibuch oder geht die Initiative eines neues Buches von Ihnen aus?

Das ist unterschiedlich. Der Verlag braucht immer Geschichten zu bestimmten Themen und dann schreibe ich meistens 2-4 Texte, in der Hoffnung, dass wenigstens einer gefällt. Das klappt oft. Ich habe aber auch schon Geschichten geschrieben und verkauft, die für keinen bestimmten Themenkomplex vorgesehen waren, und konnte meine Lektorin überzeugen. Ich bekomme immer ein gutes Feedback für meine Texte, auch wenn der Carlsen Verlag sie gerade nicht unterbringen kann.

Viele meiner Geschichten, die abgelehnt wurden, veröffentliche ich in Familienmagazinen. 6-8 pro Jahr. Da ist es dann schon vorgekommen, dass sie später doch noch als Pixi erschienen sind.

Bekommen Sie als Pixibuchautor Rückmeldungen von Leserinnen und Lesern? Ich muss zugeben, dass ich bei Pixibüchern selten auf den Autor achte (wenn es nicht gerade um einen Klassiker geht, der im Pixibuchformat erscheint). Haben Sie das Gefühl, dass Sie als eigenständiger Autor wahrgenommen werden?

Gute Frage! In meinem großen Freundeskreis wird natürlich jedes neue Pixi mit Begeisterung aufgenommen. Da ich ausschließlich in Cafés schreibe (habe ca. 20 Stammcafés) kommt auch von da viel Anerkennung und Interesse. Da ist sogar der eine oder andere Kaffee gratis drin. In einem Café hat man mir – bei der Neugestaltung der Gartenterrasse – sogar einen wunderschönen Autorenstammplatz unter einer Magnolie angelegt. Aber Sie haben natürlich recht. Die meisten Pixi-Buch Käufer*innen nehmen den Autor kaum war. Dann noch eher die Illustratorin. Seit Dezember 2016 arbeiten meine Frau und ich mit unseren neuen Vorleseprogramm: Geschichten aus der Pixi-Kiste. Wir lesen ausschließlich eigene Pixis und da kommt dann natürlich die direkte Rückmeldung von den Kindern, den Eltern und auch in der Presse.

Das ist schon sehr viel Bestätigung die ich/wir da bekommen.

Welche Themen liegen Ihnen besonders und an welche würden Sie sich eher nicht heranwagen?

Ich mag jedes Thema, mag Herausforderungen. Der Themenkreis bei Pixi ist überschaubar. Das Interessante ist eher, einen neuen Plot für eine Geschichte, ein Thema zu finden, den es so vorher noch nicht gegeben hat. Ein Beispiel: Es gibt unzählige Geschichten zum Thema Ostern. Vieles wiederholt sich. Da finde ich es sehr reizvoll eine neue Idee nach dem Schema »Was wäre wenn« zu entwickeln. Manchmal verbringe ich Stunden damit (sehr genüssliche Stunden), in dieser Richtung rumzuspinnen.

Dann füllt sich mein Schreibbuch um viele Seiten und plötzlich ist die zündende Idee da.

Gibt es Punkte, in denen sich die Arbeit eines Pixibuchautors von der eines anderen Kinderbuchautors unterscheidet?

Ja, die gibt es. An ein längeres Buch, eine längere Geschichte gehe ich anders ran. Bei Pixi fülle ich ein vorgegebenes Schema mit meinen Ideen, meiner Fantasie. Ich bin, was die Textlänge angeht, festgelegt, muss immer die Illustration im Hinterkopf haben, die Textmenge auf die Seiten aufteilen. Das schult natürlich die Fähigkeit, auf das absolut Wesentliche zu kommen. Bei einem längeren Buch entwickel ich im Vorfeld nur einen groben Plot. Ich mag es, meine Figuren einfach agieren zu lassen. Ich lebe dann in der Geschichte, bin mittendrin und schau mir an was passiert. Das ist spannend und macht das Schreiben für mich so genussvoll. Erst bei der Überarbeitung schalte ich den inneren Lektor ein. Mach ich bei Pixi eigentlich auch, aber im Laufe der Jahre hat es sich so verselbstständigt, dass ich kaum über die erlaubte Textmenge hinauskomme. Pixis überarbeite ich in der Regel 8 bis 10-mal, bevor meine Frau sie zu sehen bekommt. Dann wird weiter gefeilt und geschliffen und manchmal komme ich auf 20 Überarbeitungen, bevor der Text an meine Lektorin geht.

Auch beim Puppentheater oder als Märchenerzähler denken Sie sich Geschichten aus. Hier erleben Sie allerdings eine direkte Reaktion vom Publikum. Was bedeutet Ihnen diese Arbeit?

Ich habe meinen Kindern viele Jahre lang jeden Abend eine Geschichte erzählt. Spontan, frei erfunden. Das war eine gute Schulung und ein besonderer Genuss war es, wenn sie sich für das »Geschichte hören« entschieden haben und nicht für eine Sendung im Kinderfernsehen. Diese Wahl hatten sie. Beim Puppentheater bekomme ich viel Feedback von den Kindern und den Eltern. Das baut auf und spornt an. Vermutlich ist das auch der Grund, dass mir die Ideen bisher noch nicht ausgegangen sind.

Verraten Sie uns zum Abschluss noch, welche Bücher Sie als Kind gerne gelesen haben.

Es gab mal von der Zeitschrift »Hör zu« die Mecki-Bücher. Muss so in den 50er Jahren gewesen sein. Die habe ich verschlungen und besitze sie zum Teil heute noch. Dann die Comics: Tarzan, Tibor, Sigurd etc. Sehr früh tauchte auch Karl May. Ich habe das komplette Werk schon mehrfach gelesen und besitze verschiedene Ausgaben. Als ich 10 oder 11 war, so genau erinner ich das nicht mehrt, bekam ich Perry Rhodan in die Finger. Dadurch wurde meine bis heute anhaltende Leidenschaft für Science-Fiction geweckt. Mit Tolkien kam dann Ende der 60er noch die Fantasy dazu.

Vielen Dank für Ihre Antworten, Herr Paulsen!

Pixibücher für Jungen und Mädchen

Bald geht es los mit der Pixibuch-Challenge. Ich bin schon sehr gespannt, welche Pixis die TeilnehmerInnen alle so lesen werden. Natürlich werde auch ich dieses Jahr dazu nutzen, um euch ein paar Pixibücher vorzustellen und beginnen möchte ich heute mit zwei Pixibüchern von dem Autor Rüdiger Paulsen, den ihr im Übrigen in den nächsten Tagen noch in einem sehr interessanten Interview kennen lernen dürft.

Die Themen der beiden Pixibücher „Billy Schwarzbart“ und „Freche Frieda Hütchenblau“ stehen beinahe exemplarisch für die Pixibücher überhaupt. Das eine wendet sich mit einer Piratengeschichte in erster Linie an Jungen, das andere wird mit einer Hauptperson in rosa Kleidung wohl hauptsächlich Mädchen interessieren.

Billy Schwarzbart

Bücherwürmchen mag „Billy Schwarzbart“. Es ist eine Piratengeschichte ganz nach seinem Geschmack. Billy Schwarzbart soll geschnappt werden, aber das gelingt niemandem. Im Gegenteil, Billy Schwarzbart lässt das Rauben nicht. Auch vor dem Schiff mit der Ladung vom Zoo in Duisburg-Nord macht er nicht halt, dann werden eben die Tiere geraubt. Und diese sind darüber sogar richtig froh, denn auf einer Pirateninsel lebt es sich doch deutlich besser als in den Gehegen eines Zoos.

Billy Schwarzbart“ ist eine runde Geschichte. Wir lernen den Piraten Billy Schwarzbart genau kennen und dürfen ihn bei dem Überfall auf das Schiff vom Zoo in Duisburg-Nord begleiten. Der Text ist gereimt. Am Anfang gefällt mir der Rhythmus sehr gut, am Ende gibt es dann aber doch ein paar Stellen über die man beim Lesen ein wenig stolpert und die nicht so ganz passen. Aber da Bücherwürmchen das Büchlein immer wieder vorgelesen haben wollte, kam man so nach und nach immer besser mit diesen einzelnen Stellen klar und konnte die Betonung irgendwann so setzen, dass dann doch alles wieder gut passte.

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Freche Frieda Hütchenblau

Freche Frieda Hütchenblau“ ist ein munterer Text über ein aufgewecktes, neugieriges Mädchen, das viele Fragen hat. Es ist an sich kein Prinzessinnen- oder Mädchenbuch, aber da die aufgeweckte Friea Hütchenblau scheinbar rosa gerne mag, sagen Jungen beim Anblick des Buches wohl schnell „Ihh, Mädchenfarbe!“ Da hilft kein elterliches Zureden, dass es keine Mädchen- und Jungenfarben gibt. Für Jungs im Kindergartenalter ist ganz klar, dass rosa und pinke Sachen nur mit der Kneifzange angefasst werden. Schade eigentlich, denn an dem frischen Text hätten sie sicherlich auch viel Spaß. Es ist wieder ein gereimter Text, der überwiegend überzeugen kann und im flotten Tempo daher kommt. Sicherlich ist Frieda durch ihre Neugier auch anstrengend, aber letztendlich ist einem dieses lebenslustige und wissbegierige Mädchen sofort sympathisch. In dem Buch wird allerdings keine Geschichte im eigentlichen Sinne erzählt, sondern es stellt uns Frieda vor. Nun könnte man meinen, dass es schade ist, dass hier eine richtige Geschichte fehlt, dem ist in diesem Fall aber nicht so. Durch die Reime und die frische Art des Buches macht es einfach Spaß den Text zu lesen und sich vorzustellen, wie Frieda in der Bäckerei und anderswo ihre lustigen Fragen stellt.

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Billy Schwarzbart“ (von Rüdiger Paulsen, illustriert von Vitali Konstantinov) gehört zur Pixi-Serie 229 „Große Abenteuer für kleine Kerle“ und „Freche Frieda Hütchenblau“ (von Rüdiger Paulsen, illustriert von Angela Glökler) ist Teil der Serie 241 „Pixis starke Prinzessinnen“. Über den Kinderbuchversand Gokid hat  man die Möglichkeit Einzelexemplare zu erwerben.