Leipziger Lesekompass: Tiere, die kein Schwein kennt

Ist nicht alleine schon der Titel klasse: „Tiere, die kein Schwein kennt“?  Da ist man doch direkt neugierig und denkt vielleicht insgeheim, dass man als häufiger Zoobesucher bestimmt das eine oder andere Tiere dennoch kennt.

Na, da schauen wir doch mal rein ins Buch und gucken, wer hier so vertreten ist. Sicherlich sind auch einige Fische, Vögel und Insekten dabei, denn da gibt es doch so unglaublich viele von, dass man die gar nicht alle so genau kennen kann.

Tiere, die tatsächlich kein Schwein kennt

Aber große Überraschung: Hier werden tatsächlich viele Tiere präsentiert, die man gar nicht kennt. Und vor allem handelt es sich um Säugetiere! Sehr erstaunlich, dass man da so viele gar nicht von kennt. Und sehr spannend diese unbekannten Tiere kennen zu lernen.

Wisst ihr, von welchem Großsäuger es die meisten Exemplare gibt? Vom Krabbenfresser! Kennt ihr nicht? Dann lernt ihr diese Robbe, die Krill frisst, in dem Buch kennen. Es gibt euch ebenfalls die Möglichkeit herauszufinden, ob der Numbat genauso niedlich ist wie ein Erdmännchen und wo ein Zorilla, der einen üblen Geruch verströmt, lebt.

Humorvolles Sachbuch

Der Text ist humorvoll und umgangssprachlich geschrieben. So als würde der Leser direkt und manchmal ein bisschen schnoddrig angesprochen werden. Das macht Spaß! Auf diese Weise wird aus einem Sachbuch ein richtiges Lesevergnügen, bei dem man auch noch viel lernt, und zwar für Klein und Groß. Hinzu kommen die witzigen Bilder, die die Tiere zwar mit typischen Merkmalen und realistisch zeigen, diese aber dennoch mit Gesichtsausdrücken und Sprechblasen vermenschlichen. Hier gibt es überall viel zu gucken, zu lesen, zu staunen und auch zu schmunzeln.

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass auch Kinder, die sonst nicht so häufig zu einem Buch greifen, an diesem Buch Spaß haben. Man muss es ja auch nicht komplett durchlesen, sondern man kann sich auch die Infos herauspicken, die einen interessieren.

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Tiere, die kein Schwein kennt“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 6-10 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 6-10 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Tiere, die kein Schwein kennt von Martin Brown, übersetzt von Jorunn Wissmann, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5974-2, 14,95€

 

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Leipziger Lesekompass: Der Flugplatzspatz nahm auf dem Flugblatt Platz

Könnt ihr gut Zungenbrecher sprechen? Also ich nicht. Ich habe gerade sogar beim ersten Mal „Zungensprecher“ geschrieben… Trotzdem mag ich diese kleinen Sätzen, bei denen man beim Lesen oder Sprechen immer wieder ins Stolpern kommt, denn es macht Spaß sie zu sprechen und häufig sind es auch noch ganz witzige Sprüche.

Das nimmt man vor allem dann wahr, wenn man sie sich mal verbildlicht, wie es in dem kleinen Bilderbuch „Der Flugplatzspatz nahm auf dem Flugblatt Platz“ gemacht wurde. Das Buch ist einfach herrlich! Viele Kinder und Erwachsene haben Spaß an den schwierigen Sätzen und dazu kommen dann noch die humorvollen und sehr ansprechenden Illustrationen von Philip Waechter.

Ja, die Sätze sind nicht einfach auszusprechen, aber trotzdem können sich auch Leseanfänger bereits an sie heranwagen, denn es ist nie viel Text auf einmal zu bewältigen. Jeder Zungenbrecher erhält eine ganze Doppelseite für sich. Links steht der Satz und rechts wird er illustriert.

Ich habe es auch schon erlebt, dass Kinder dazu angeregt werden, anschließend selbst Zungenbrecher zu erfinden. Da kommt zwar meist nur irgendein Quatsch heraus, aber das Spiel mit der Sprache wird angeregt. Oder man bekommt Lust einen anderen bekannten Zungenbrecher mal selbst zu zeichnen? Aus diesem kleinen Büchlein lässt sich auf jeden Fall viel heraus holen, zumindest aber beschert es viel Lesespaß!

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Der Flugplatzspatz nahm auf dem Flugblatt Platz“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 6-10 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 6-10 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Der Flugplatzspatz nahm auf dem Flugblatt Platz – Schnellsprecher und Zungenbrecher von Moni Port und Philip Waechter, Klett Kinderbuch, ISBN: 978-3-95470-177-3, 10€

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

 

Leipziger Lesekompass: Kategorie 6-10 Jahre

Ich habe euch bereits alle Bücher vorgestellt, die in diesem Frühjahr mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 2-6 Jahre ausgezeichnet wurden. Nun soll es endlich mit den prämierten Büchern der Kategorie 6-10 Jahre weitergehen (mehr über die Jury und die Hintergründe des Preises findet ihr HIER (Stiftung Lesen) oder HIER (Leipziger Buchmesse).

Kategorie 6-10 Jahre – Große Spannbreite

Heute bekommt ihr zunächst die Übersicht der ausgezeichneten Bücher. Nach und nach werde ich euch dann die Bücher hier auf dem Blog genauer vorstellen bzw. könnt ihr noch einmal schnell zur Rezension vom Wimmelbuch der Weltrelgionen hüpfen, denn diese befindet sich bereits auf dem Blog. Die anderen werden dann in den nächsten Wochen kommen und immer in dieser Übersicht verlinkt werden.

Ein zweijähriger befindet sich ganz eindeutig in einem anderen Entwicklungsstadium als ein Sechsjähriger. Zwischen einem Kind, welches vielleicht gerade in den Kindergarten kommt und einem, welches gerade in die Schule kommt, liegen Welten. Das ist jedem klar und man wird automatisch zu verschiedenen Büchern greifen. Aber auch die Kategorie 6-10 Jahre erfordert eine Auswahl völlig unterschiedlicher Bücher, denn sie beinhaltet die Erstleser, Kinder, die sich gerne etwas vorlesen lassen und Kinder, die schon eine ganze Menge Text selber bewältigen und die ganze Bücher lesen.

Die diesjährigen prämierten Bücher gehen auch tatsächlich zum Teil in ganz unterschiedliche Richtungen. Mit „Familie Monster brüllt los!“ zum Beispiel ist ein typisches Erstlesebuch dabei, aber es gehören auch spannende und interessante Sachbücher wie „Tiere, die kein Schwein kennt“ dazu. Sogar ein Wimmelbuch ist dabei, ein Bilderbuch mit Zungenbrechern sowie ein Buch mit vielen verschiedenen Texten, Fotos und Comics („Ich so du so“).

Freut euch auf die bunte Mischung, die ich euch so nach und nach vorstellen werde!

Prämierte Bücher 6-10 Jahre

 

Link zur Rezension

Das Wimmelbuch der Weltreligionen von Anna Wills und Nora Tomm, Beltz Verlag, ISBN: 978-3-407-82202-4, 13,95€

Link zur Rezension

König Guu von Adam Stower, übersetzt von Sabine Schulte, Aladin Verlag, ISBN: 978-3-8489-2100-3, 11,95€

Link zur Rezension

Der Flugplatzspatz nahm auf dem Flugblatt Platz – Schnellsprecher und Zungenbrecher von Moni Port und Philip Waechter, Klett Kinderbuch, ISBN: 978-3-95470-177-3, 10€

Link zur Rezension

Familie Monster brüllt los! von Rüdiger Bertram und Heribert Schulmeyer, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3789108433, 8€

Finn macht es anders von Andrea Liebers und Susanne Göhlich, Peter Hammer Verlag, ISBN: 978-3-7795-0582-2, 9,90€

Link zur Rezension

Tiere, die kein Schwein kennt von Martin Brown, übersetzt von Jorunn Wissmann, Gerstenberg Verlag, ISBN: 978-3-8369-5974-2, 14,95€

Der verrückte Erfinderschuppen – Der Limonaden-Sprudler von Lena Hach und Daniela Kulot, Mixtvision, ISBN: 978–3–95854–098–9, 12,90€

Der bleiche Hannes von Steffen Gumpert, Tulipan Verlag, ISBN: 978-3864293597, 15€

Der halbste Held der ganzen Welt von Andrea Schomburg und Betina Gotzen-Beek, Fischer Sauerländer Verlag, ISBN: 978-3-7373-5359-5, 13,99€

Link zur Rezension

Ich so du so. Alles super normal  von Labor Ateliergemeinschaft, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3-407-82316-8, 16,95€

 

Vorlesen: Sachbücher über Tiere und den Körper

Zum Vorlesen in einer Gruppe gehört häufig nicht nur das Vorlesen eines Buches, sondern auch noch kleinere Aktionen vor oder nach dem Vorlesen. Diese Aktion kann das Singen eines Liedes sein, ein kleines Fingerspiel, ein Bewegungsspiel, das Nacherzählen der Geschichte und vieles mehr. Aber auch Sachbücher können hier einbezogen werden. So habe ich es auf meinem eigenen Seminar zum Vorlesen empfohlen und so habe ich es auch von der Stiftung Lesen gehört. Genauso empfehle ich auch das Buch „Zu wem gehört der Tierpopo?“ als Einstieg weiter, denn dieses Buch habe ich ebenfalls bei der Stiftung Lesen kennen gelernt. Allerdings hatte ich bisher sowohl das genannte Buch als auch Sachbücher bisher nicht in der Gruppe verwendet. Wie gesagt, bisher, denn in den letzten beiden Vorlesestunden hatte ich sowohl das Tierpopo-Buch als auch ein paar Sachbücher dabei und davon möchte ich euch nun gerne berichten, denn sie werden auch jeden Fall auch weiterhin zu meinen Empfehlungen gehören.

Vorlesen: Weck bloß Tiger nicht auf!

Für die erste Vorlesestunde hatte ich mir das Buch „Weck bloß Tiger nicht auf!“, welches ja auch den Leipziger Lesekompass verliehen bekam, ausgesucht. Ich habe überlegt, wie ich die Kinder zu dem Buch hinführen könnte und kam auf das Buch „Zu wem gehört der Tierpopo?“. Ich habe den Kindern die ersten Tierhintern in dem Buch gezeigt und sie raten lassen, zu welchem Tier der Po gehört, woran die Kinder viel Spaß hatten, wobei ihnen einige Tiere auch doch recht schwer fielen. Der Tiger, den ich ihnen als letztes gezeigt hatte, war jedoch schnell identifiziert. Ich habe ihnen dann noch ein paar Informationen aus dem Buch zum Tiger vorgelesen und anschließend kam dann „Weck bloß Tiger nicht auf!“ dran. Dass das Buch mir gut gefällt, hatte ich ja bereits in meiner Rezension geschrieben, aber es funktioniert auch in der Gruppe prima. Beim Pusten und Singen können alle gemeinsam helfen und beim Streicheln des Tigers kamen dann einzelne Kinder dran. Ich merkte übrigens tatsächlich eine gewisse Aufregung bei den Kindern, die sich tatsächlich ein wenig vor dem Aufwachen des Tigers fürchteten und dann richtig erleichtert waren, als dann alles mit Tigers Geburtstagsüberraschung endete.

Wie schlafen Tiere?

In dem Buch geht es darum, dass Tiger nicht aufgeweckt werden soll, es geht also im weitesten Sinne ums Schlafen. Da passte doch das Kapitel „Schlafen“ aus dem Buch „Muss der Waschbär früh ins Bett?“ hervorragend. Hier geht es zunächst darum, wie die Kinder schlafen, was sie mir dann auch gerne berichteten. Dass Katzen und Tiger gerne schlafen, wussten wir ja nun bereits, aber wie schlafen eigentlich Flamingos, Hühner, Eichhörnchen, Fledermäuse und Waschbären? Das konnten wir nun mit dem Buch herausfinden. Die Kinder zeigten großes Interesse und mir fiel vor allem auf, dass Kinder, die sonst häufig unruhig waren, hier den Texte ganz aufmerksam folgten, was wieder einmal zeigt, dass man nur für jedes Kind das richtige Buch finden muss, um das Interesse an Büchern zu wecken.

Zu wem gehört der Tierpopo? von Birgit Kuhn, Compact Verlag, ISBN: 978-3817497744 (leider nicht mehr neu erhältlich)

Weck bloß Tiger nicht auf! von Britta Teckentrup, Annette Betz Verlag, ISBN: 978-3-219-11718-9, 14,95€

Muss der Waschbär früh ins Bett? von Svenja & Tobias Pahlke, Kosmos Verlag, ISBN: 978-3-440-15586-8, 12,99€

Vorlesen: Thema Körper

In der zweiten Vorlesestunde ging es dann um das Thema „Körper“. Hier wurde erst einmal unser Leseelch Lars ins Geschehen einbezogen und die Kinder durften seine Körperteile benennen. Danach ging es dann um uns selbst und ich habe das Buch „Das bin ich – Ich zeig es dir“ vorgelesen. Eigentlich sind mir die Texte in dem Buch für das Alter schon etwas zu kurz und einfach, aber die Kinder hatten viel Freude an dem Buch, in dem die Körperteile der Reihe nach genannt werden. Dazu werden auch einige Beispiele aus der Tierwelt gezeigt, z.B. die Frisuren verschiedener Tiere, bei den Augen sieht man u.a. die Biene, die von oben herab sieht und der Frosch, der unten sitzt, und Fisch, Storch und Krokodil zeigen uns ganz unterschiedliche Münder. Die Kinder fanden die Bilder witzig und häufig ergaben Texte und Bilder auch kleine Gesprächsanlässe: Was machen wir mit den Augen? Wer hat die längste Nase? Was können wir alles für Frisuren haben? Welches Tier hat die meisten Beine? Hier waren auch alle Kinder gerne beim Gespräch mit dabei. Am Ende durften dann alle in dem Spiegel im Buch ihr eigenes Lachen sehen.

Wie sieht es im Körper aus?

Im Anschluss des Liedes habe ich ein Körperlied vorgesungen, bei dem die Kinder auf die jeweiligen Körperteile zeigen sollten. Nun hatten wir über das meiste gesprochen, was man am Körper so alles sehen kann, aber wie sieht es im Körper aus? Da kam dann „Schau in deinen Körper“ (ebenfalls ein mit dem Leipziger Lesekompass prämiertes Buch) zum Einsatz. Immer ein Kind durfte das Buch passend vor sich halten, damit alle anderen sehen konnten, wo sich Schädel, Lunge, Magen und Darm etc. befinden. Da wollte natürlich jeder gerne an die Reihe kommen. Gemeinsam durften sie dann die kleinen Aufgaben, die auf den Buchseiten gestellt werden, ausführen: Den Schädel ertasten, Brustwirbel zählen, Hüftknochen ertasten, das Herz schlagen fühlen usw. Das hat allen Kindern viel Spaß gemacht  und sie waren alle sehr interessiert. Ich habe auch gemerkt, dass vieles, was in dem Buch angesprochen wird, den Kindern auch noch gar nicht so klar ist und sie z.B. gar nicht wussten, wo sie ihre Brustwirbel ertasten konnten und so zum Beispiel am ganzen Körper fühlten. Auch den Herzschlag suchten manchen eher im Unterleib als in der Brust. Die Texte und die Darstellungen in dem Buch mögen einfach erscheinen, sie sind aber genau das richtige für die Zielgruppe.

Ich muss wirklich sagen, dass Sachbücher beim Vorlesen in der Kindergruppe richtig viel Spaß machen. Nein, man liest nicht wie gewohnt einen längeren zusammenhängenden Text vor, aber dafür kommt es viel mehr zum Austausch und die Kinder können sich prima einbringen. Ich werde sicherlich noch häufiger Sachbücher mit in den Kindergarten bringen.

Das bin ich – Ich zeig es dir von Heinz Janisch und Birgit Antoni, Tyrolia, ISBN: 978-3-7022-3389-1, 9,95€

Schau in deinen Körper von Felicitas Horstschäfer und Johannes Vogt, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3-407-82312-0, 14,95€

 

Leipziger Lesekompass: Du nicht!

Beim Vorlesen des Bilderbuchs „Du nicht!“ waren die Sympathien meiner Kinder ganz schnell verteilt. Beide mochten von Anfang an – ohne den Verlauf der Geschichte zu kennen – den Seehund besonders gerne. Der Einfachheit halber trägt er den Namen Kautschuk, denn das steht auf seiner Badekappe. Kautschuk war auf einmal da und direkt verstand er sich mit den Pinguinen sehr gut, obwohl er nichts sagte, aber er hat gute Laune, kann gut schwimmen und lacht fröhlich. Gemeinsam haben die Tiere viel Spaß, bis beim Bau eines Schneepinguins plötzlich die Unterschiede deutlich werden und die Pinguine Kautschuk gar nicht mehr so nett angucken, wie sie es vorher taten. Kautschuk verschwindet und die Pinguine sind zunächst froh darüber, doch dann merken sie, dass ihnen etwas fehlt und sie gehen wieder auf Kautschuk zu.

Ein Bilderbuch gegen Ausgrenzung

Ich war mir anfangs nicht ganz sicher, wie diese Geschichte bei Kindern ankommt, aber meinen Kindern gefiel sie. Sie erfreuten sich an Kautschuk, fanden es richtig blöd, wie die Pinguine sich ihm gegenüber verhalten haben, und waren glücklich, dass am Ende doch noch alles gut ausgeht. Hoffentlich lernen sie aus dieser klaren Botschaft auch etwas für ihr eigenes Leben und machen nicht die gleichen Fehler wie die Pinguine bzw. wäre es ja schon schön, wenn sie einen solchen Fehler wie die Pinguine einsehen und wieder gut machen würden. Die Botschaft in dem Buch ist wichtig und kommt klar heraus.  Da die Wende durch das eigene Empfinden der Pinguine heraus entsteht, ist zum Glück hier auch kein erhobener Zeigefinger nötig. Ob Kinder über das Thema über das Buch hinaus nachdenken, weiß ich nicht, aber sie spüren beim Lesen zumindest unbewusst ganz genau, worum es geht. Vor allem, da sie Kautschuk einfach direkt ins Herz schließen und sie die Ausgrenzung so überhaupt nicht mittragen können. Ja, Robben und Pinguine sind unterschiedlich, aber sie haben vorher doch auch so schön miteinander gespielt, warum sollten sie es dann nicht weiterhin tun? Für Kinder ist die Sache meistens ganz einfach und schnell gelöst.

Den Namen Kautschuk finde ich übrigens super, auch wenn Kinder nicht verstehen werden, warum dieses Wort auf der Badekappe steht. Aber auch Erwachsene dürfen ja ruhig ein wenig Spaß an einem Buch haben.

Ruhige Bilder

Die Bilder sind sehr ruhig und klar und ja, sie sind auch sehr weiß. Auch deshalb war ich mir nicht sicher, ob Kindern das Buch gefällt, aber auch hier sagten meine Kinder, dass es ihnen gefiel. Doch, sie finden es schön, und es ist aus ihrer Sicht ja auch ganz klar, dass alles ganz weiß ist und man auf den Seiten nicht viele Farben sieht, denn so sieht es in der Heimat der Pinguine und Seehunde ja nun mal aus. Ihnen gefielen schon die kleinen Extras wie die rosa Pudelmütze des einen Pinguins, oder eben die Badekappe des Seehundes.

Also, ihr merkt uns hat das Buch gut gefallen und es ist auf jeden Fall ein wichtiger Beitrag zu Toleranz und gegen Ausgrenzung.

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Du nicht!“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 2-6 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 2-6 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Du nicht! von Isabel Pin, Hinstorff Verlag, ISBN: 9783356021554, 16,99€

Leipziger Lesekompass: Nickel und Horn – Zwei Detektive mit Durchblick

Einst war Herr Locke ein großer Detektiv. Mittlerweile ist er allerdings alt und seine Haushaltshilfe Frau Perle sowie sein Hund Schlappi sorgen dafür, dass er absolute Ruhe hat. Doch in seinem Haushalt leben noch zwei Tiere, deren Detektiv-Sinn noch nicht eingeschlafen ist und die sich dankbar auf einen neuen Fall stürzen. Der Papagei Horn und das Meerschweinchen Nickel stehen sofort bereit, als sie von dem verschwundenen hinterafrikanischem Pupsetier des kleinen Pauls hören. Und sie müssen auch sofort loslegen, denn ohne seine Spezialbohnen kann das hinterafrikanische Pupsetier nicht überleben. Also, begeben sich die beiden tierischen Detektive in ein spannendes Abenteuer.

Tolle Namen

Als ich von dem Buch „Nickel und Horn – Zwei Detektive mit Durchblick“ gehört habe, war ich sehr neugierig darauf. Allein die Idee ein weitsichtiges Meerschweinchen Nickel und einen kurzsichtigen Papagei Horn zu nennen, finde ich genial und macht direkt Lust auf das Buch. Klar, Kinder werden diese Anspielung auf die Brillen nicht verstehen, aber das macht nichts. So haben zumindest schon mal die Eltern Lust dazu, dieses Buch vorzulesen, und Kinder werden dem Buch auch nicht abgeneigt sein, denn tierische Ermittler bringen meist jede Menge Humor in ein Buch.

Vorlesevergnügen für die ganze Familie

Das Buch lässt sich sehr gut vorlesen und kommt bei den Kindern im Vorschulalter und in den ersten Klassen auch richtig gut an. Die Charaktere sind interessant und helfen sich gegenseitig, der Fall ist spannend, aber auch nicht zu spannend, so dass auch etwas ängstlichere Kinder keine Probleme mit der Geschichte haben, mit Pupsen hat man Kinder immer schnell auf seiner Seite und auf den meisten Doppelseiten befinden sich bunte und ansprechende Illustrationen, auf denen die handelnden Figuren zu sehen sind.

Mir persönlich verläuft die Geschichte etwas zu seicht und ich hätte noch ein bisschen mehr skurrile und witzige Situationen erwartet. Je weiter man beim Lesen jedoch kommt, desto aufregender und spannender wird es.

Insgesamt ist das Buch „Nickel und Horn – Zwei Detektive mit Durchblick“ ein nettes Vorlesevergnügen für Eltern und Kinder. Selbstverständlich können Kinder ab etwa 7 oder 8 Jahren das Buch auch selber lesen, allerdings könnte es ihnen dann bereits schon zu wenig spannend sein. Der Einstieg in das Abenteuer zieht sich recht lang und könnte weniger erfahrene Leser etwas demotivieren, so dass ich bei diesem Buch eher zum Vorlesen raten würde.

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Nickel und Horn – Zwei Detektive mit Durchblick“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 2-6 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 2-6 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Nickel und Horn – Zwei Detektive mit Durchblick von Florian Beckerhoff, illustriert von Barbara Scholz, Thienemann Verlag, ISBN: 978-3-522-18436-6, 12,99€

Eine weitere Rezensionen findet ihr bei:

 

 

Leipziger Lesekompass: Der Riese Knurr

Oje, hört nur: „Rumms und Kawumm! Im Wald geht was rum! Die Sonne versteckt sich, die Luft wird kalt. Der Riese Knurr stapft durch den Wald.“ Da zittern alle Tiere im Wald und ein Tier nach dem anderen sucht ängstlich so schnell wie möglich das Weite. Aber das Rumms und Kawumm hört nicht auf. Und dann hören die Tiere in ihrem Versteck auch noch, wie der Riese sagt, dass ihm der Magen knurrt. Oh, weh, geht es ihnen nun allen an den Kragen?

Nein, natürlich kommt es in diesem Bilderbuch alles ganz anders, als es zunächst erscheint. Besonders toll finde ich es, dass es ausgerechnet die kleinen Mäuse sind, die es schließlich wagen, den Riesen anzusprechen und ihn zum großen Tortenschmaus einzuladen. Glücklicher hätten sie den Riesen, der darunter leidet, dass alle vor ihm Angst haben, kaum machen können, und am Ende feiern alle Tiere des Waldes gemeinsam mit dem Riesen Knurr. Ja, ein Rumms und Kawumm ist immer noch zu hören, aber das liegt nun daran, dass der große Riese wild im Kreis herum tanzt.

Vorurteile überwinden

Der Riese Knurr“ ist ein tolles Bilderbuch über Vorurteile und darüber wie diese überwunden und aus Fremden Freunde werden können. Nicht alles ist so, wie es auf den ersten Blick erscheint und Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft zahlt sich oft aus. Allein der Verlauf der Geschichte macht Spaß und ist auch für Kinder gut nachzuvollziehen, aber das Buch gewinnt darüber hinaus ganz ungemein durch den gereimten Text und die Bilder. Der Text ist wirklich sehr gut und angenehm zu lesen, was leider bei gereimten Kinderbüchern nicht selbstverständlich ist. Sehr gut gefallen mir auch die Wiederholungen des anfangs zitierten Textes. Schnell können Kinder diesen mitsprechen und eine besondere Spannung und Atmosphäre wird aufgebaut.

Atmosphärische Illustrationen

Auf den Bildern erscheint der Riese wirklich unglaublich riesig und wild und man kann die flüchtenden Tiere durchaus verstehen, während man gleichzeitig auch direkt erahnen kann, dass dieser Mann nicht ganz so gefährlich ist, denn böse schaut er, trotz seiner räuberhaften Kleidung, eigentlich nicht. Hintergründe, Bäume und Pflanzen wirken gegenüber dem Riesen skizzenhaft. Mit den Größen und Proportionen wird hier leichtfüßig und gekonnt gespielt. Insgesamt wird durch die Bilder die Waldatmosphäre, in der die Geschichte spielt, gut heraufbeschworen. Dazu trägt im Übrigen auch die Art, wie der Text gesetzt wurde, bei. Insbesondere das laute Heranstapfen des Riesens wird optisch hervorgehoben.

Das Buch „Der Riese Knurr“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 2-6 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 2-6 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Der Riese Knurr von Astrid Henn und Heinz Janisch, Ravensburger Verlag, ISBN: 978-3-473-44696-4 , 13€

 

 

Leipziger Lesekompass: Sport ist herrlich

Sport ist herrlich“ – und dieses Buch ist herrlich! Ich hatte unglaublich großen Spaß dabei, mir dieses Buch anzuschauen und habe das Buch dann auch meinem Sohn mit den Worten: „Hier, schau dir das mal an, das ist witzig“ empfohlen. Mein Sohn meinte dann, nachdem er es sich angeschaut hatte: „Das ist doch nicht witzig.“ Ganz erstaunt wollte ich wissen, ob es ihm denn nicht gefallen hätte, woraufhin er meinte, doch, das Buch fände er gut, aber es wäre eben nicht lustig geschrieben. Die Bilder aber wären durchaus witzig.

Okay, dann werde ich euch das mal so weitergeben: „Sport ist herrlich“ ist ein tolles Buch mit humorvollen Bildern und informativen Texten. Ich finde es übrigens trotzdem weiterhin, genial und witzig.

Viele verschiedene Sportarten entdecken

Auf jeden Fall werden hier verschiedene Sportarten präsentiert, die alle „herrlich“ sind. Ausgeführt werden sie von verschiedenen Tieren – wirklich herrlich anzuschauen. Freude, Ärger, Anstrengung alles ist in den Gesichtern der Tiere abzulesen. Außerdem gibt es humorvolle Details, z.B. die schummelnde Ente beim Skisprung, die ihre Flügel einsetzt oder die Vorteile einer gewissen Körpergröße beim Basketball, wo der Elefant ganz klar im Vorteil ist. Aber mir gefällt auch die elegante Giraffe mit Zylinder beim Dressurritt oder die Kuh beim Hochsprung. Ab und zu sind dann aber doch auch die Texte witzig. Beim Skispringen zum Beispiel bleibt ein Springer mit dem Kopf im Schnee direkt hinter der Schanze stecken und es heißt „Dieser Skispringer muss noch üben.“

Im Buch geht es quer durch lauter verschiedene Sportarten, selbst rhythmische Sportgymnastik, Surfen, Rugby, Motocross und Angeln werden vorgestellt. Sehr gut gefällt mir auch die Erwähnung vom Baumstammwerfen und alltäglichen sportlichen Betätigungen wie Seilspringen, Joggen und Ball-hin-und-her-Werfen. Kinder lernen in diesem Buch also sowohl einige Sportarten kennen, entdecken aber auch einiges wider, was sie vielleicht selbst schon mal gemacht haben.

Übrigens kann man mit diesem Buch natürlich auch tolle Leseaktionen machen, bei denen die Kinder sich am Anschluss selber sportlich betätigen können.

Sportgeburtstag mit Geburtstagsolympiade

Ich habe das Buch neulich sogar beim „Sport-Kinder-Geburtstag“ zum Einsatz kommen lassen. Während des Kaffeetrinkens mit passendem Fußballkuchen, habe ich den Kindern das Buch gezeigt und sie die Sportarten nennen/erraten lassen. Und ich hatte auf jeden Fall das Gefühl, dass die Kinder die Seiten ganz interessiert und begeistert betrachtet haben. Bei einer Leseaktion könnte man hier noch intensiver auf die Bilder und Texte eingehen. Bei uns war es nur eine kleine Sache während des Kaffeetrinkens. Das große Geburtstagsprogramm bestand dann aus einer Geburtstagsolympiade mit spaßigen Aufgaben (z.B. bestand der Weitwurf aus einem Teebeutelweitwurf und beim Pistolenschießen wurde mit Wasserpistolen auf Pappbecher gezielt). Hier könnte man natürlich bei einer Leseaktion, bei der das Buch noch mehr zum Tragen kommen soll, sich Olympia-Aufgaben zu den im Buch vorgestellten Sportarten ausdenken bzw. eine Auswahl davon treffen. Einfache Medaillen lassen sich aus Schokotalern problemlos herstellen. Und nie vergessen: Dabei sein, ist alles!

Passendes sportliches Essen wäre dann z.B. so ein Fußballkuchen, der mit einem normalem Rührteig-Rezept leicht gemacht ist. Oder man bastelt sich ein Fußball- oder Olympiastadion, bei dem die Ränge aus Knabbereien bestehen. Da es sich ja bei uns um einen Kindergeburtstag handelte, gab es beides: Das eine zum Kaffeetrinken, das andere als Abendsnack.

In dem Buch steckt also, über die Freude am Anschauen, jede Menge drin. Vielleicht wird ja auch das Interesse an einer bestimmten Sportart durch das Buch geweckt oder man möchte sich über die einer oder andere Sportart im Anschluss noch intensiver informieren. Ich sagte es ja bereits, das Buch ist herrlich!

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Sport ist herrlich“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 2-6 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 2-6 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Sport ist herrlich von Ole Könnecke, Hanser Verlag, ISBN: 978-3-446-25484-8 , 16€

 

Leipziger Lesekompass: Weck bloß Tiger nicht auf!

Mögt ihr auch gerne Bücher, bei denen die Kinder aktiv werden können und z.B. pusten, klatschen, streicheln oder ähnliches dürfen? An solchen Büchern haben Kinder häufig Spaß.

Mitmachbuch

Ein ganz tolles Buch dieser Art ist „Weck bloß Tiger nicht auf!“ An diesem Mitmachbuch gefällt mir besonders, dass eine Geschichte erzählt wird und hier nicht nur unzusammenhängende Bilder mit Aufforderungscharakter aneinandergehängt werden. Auch werden die Mitmachaktionen hier nicht übertrieben und es gibt auch Seiten, auf denen nur vorgelesen wird. Alles in allem ist hier alles einfach sehr stimmig und gut gemacht.

Streicheln, pusten, singen

Tiger schläft tief und fest mitten auf dem Weg und darf auf gar keinen Fall aufwachen. Aber die anderen Tiere müssen auf die andere Seite kommen. Wie sollen sie das nur schaffen? Zum Glück können wir Leser ein wenig mithelfen und Tiger die Nase und den Bauch streicheln, damit er ruhig weiter schläft. Als er einmal droht tatsächlich wach zu werden, hilft gerade noch so ein Gute-Nacht-Lied. Doch am Ende ist Storch nicht vorsichtig genug und piekt mit seinem Schnabel in einen der bunten Luftballons. Da ist Tiger natürlich sofort hellwach. Aber das ist jetzt auch nicht mehr schlimm, denn nun ist es Zeit für seine Geburtstagsüberraschung.

Die Geschichte ist toll und spannend aufgebaut und hält ein überraschendes Ende bereit. Beim Lesen findet das eine oder andere Kind die Situation mit dem Tiger schon ein wenig aufregend und wenn er dann erwacht, wagen sie dann kaum zu schauen, was passiert. Umso größer ist dann die Erleichterung auf der letzten Seite und mit großer Freude wird dann das Geburtstagslied gesungen.

Klare, gut strukturierte Bilder

Auch die Bilder sind klasse. Die Luftballons haben eine besondere, glatte Oberfläche und stechen so hervor, die Gesichtsausdrücke der Tiere sind klasse und Tiger selbst ist auch super, vor allem auf den Seiten, auf denen er ein und später dann beide Augen öffnet. Der Hintergrund der Seiten ist weiß und außer den Tieren und den Luftballons ist auf den Seiten nichts zu sehen, was aber auch gar nicht nötig ist. Die Kinder sind sowieso völlig gebannt auf das Geschehen rund um Tiger und ganz konzentriert darauf, was passiert. Im Vordergrund stehen die Aktionen, die dabei helfen sollen, dass Tiger bloß nicht aufwacht.

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Weck bloß Tiger nicht auf!“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 2-6 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 2-6 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Greta Glühwürmchen

Ein ähnliches Bilderbuch ist „Greta Glühwürmchen“, ebenfalls von Britta Teckentrup illustriert, jedoch von Jane Clarke geschrieben. Es ist insgesamt etwas ruhiger und träumerischer, aber auch hier dürfen die Kinder mithelfen zum guten Ende der Geschichte zu kommen. Und auch hier geschieht dies in einer unaufgeregten Art und Weise, zurückhaltend, aber dennoch einbindend.

Gemeinsam Greta nach Hause bringen

Greta Glühwürmchen hat sich verirrt und der Leser soll ihr nun helfen den Heimweg zu finden. Immer wieder tauchen in der Ferne Lichter auf und die Kinder werden gefragt, ob dies ihr Zuhause ist. Die Kinder können also mitraten. Außerdem sollen sie die Seite umblättern, um herauszufinden, ob es sich um die richtige Lichtquelle handelt. Später dürfen sie ihr noch mit den Armen vormachen, wie man richtig schnell fliegt, damit sie dem hellleuchtenden Zug folgen kann. Mit dem Finger folgen sie den Leuchtspuren anderer Glühwürmchen und nachdem Greta auf diese Art und Weise nach Hause gekommen ist, dürfen sie ihr noch einen Gute-Nacht-Kuss geben.

Verträumte Atmosphäre

Auf den Seiten im Buch herrscht natürlich Nacht. Der Grundton ist erst einmal blau. Aber überall sind Lichter zu entdecken. Ganz gelb leuchtet es in der Stadt. Hier ist von der romantischen Abendstimmung kaum noch etwas zu spüren, aber auf den meisten Seiten herrscht eine verträumte Atmosphäre. Die Dunkelheit macht in dem Buch keine Angst. Sie wirkt nicht bedrohlich und die Lichter wirken anziehend und interessant. Ganz besonders leuchtet das Gelb von Greta.

Greta Glühwürmchen“ ist ein schönes Buch, das nicht nur zum Mitmachen einlädt, sondern auch zum Träumen und Wünschen. Es ist eine Geschichte über das Verlorengehen und Heimfinden, aber auch eine schöne Gute-Nacht-Geschichte. Vor dem Zubettgehen wird Greta nach Hause gebracht und das Kind kann ihr noch Gute Nacht sagen, bevor es selbst in seinem Bett einschlummert.

Weck bloß Tiger nicht auf! von Britta Teckentrup, übersetzt von Christiane Lawall,  Annette Betz Verlag, ISBN: 978-3-219-11718-9, 14,95€

Greta Glühwürmchen von Jane Clarke und Britte Teckentrup, übersetzt von Christiane Lawall, Annette Betz Verlag, ISBN: 978-3-219-11755-4, 14,95€

 

Leipziger Lesekompass: Schau in deinen Körper

Der menschliche Körper ist für Kinder häufig sehr interessant, aber dennoch ist es für sie auch nicht so einfach zu verstehen, was sich da so alles unter der Haut befindet und was dort so für Dinge ablaufen. Richtig hilfreich ist da das Buch „Schau in deinen Körper“. Das Konzept dahinter ist wirklich genial. Pro Doppelseite lernen die Kinder etwas über eine Sache, die sich in ihrem Körper befindet. Es geht um den Schädel, das Gehirn, die Lunge, das Herz, den Brustkorb, Magen und Darm, Nieren und Blase, Becken, Knie und Füße.

Wo befindet sich was im Körper?

Auf dem Bild ist der Teil des Körpers abgebildet, um den es gerade geht. Alles, was davon nur ablenkt oder nicht unmittelbar etwas damit zu tun hat (z.B. Muskeln, Knochen oder ähnliches) sieht man nicht, so dass wirklich die einzelnen Organe genau erforscht werden können. Ein paar wenige Beschriftungen gibt es auch. Damit der Körperteil dennoch mit dem großen Ganzen in Zusammenhang gebracht werden kann, wird oben rechts in einem kleinen Bild gezeigt, wie man das Buch vor seinen Körper halten soll. Rechts und Links gibt es Griffe in den Seiten, mit denen man das Buch problemlos halten kann und so kann man sich dann das Buch so vor sich halten, dass z.B. der Schädel genau vor dem eigenen Schädel ist. Das macht den Kindern nicht nur klar, wo sich was im Körper befindet, sondern macht unheimlich viel Spaß und man kann nebenbei auch noch ein paar lustige Fotos machen. Allein diesen Effekt des Buches finde ich schon toll, aber es gibt noch mehr, was dieses Buch so gut macht.

Kindgerechte Erklärungen

Die einzelnen Organe und Körperteile werden in sehr kurzen Sätzen kindgerecht und verständlich erklärt. Man staunt regelrecht, wie wenig Worte es braucht, um den Kern der Funktion (z.B. vom Herz) zu erklären. Und um das Ganze dann noch besser verstehen zu können, wird das Kind dazu angeregt die Funktionen zu erfahren: Der Schädel soll ertastet werden, man soll die Hand auf die Brust legen, um das Herz zu spüren, es wird dazu aufgefordert die Rippen zu ertasten und zu zählen, beim Ein- und Ausatmen soll man darauf achten, ob man spürt, wie sich die Lunge füllt und leert und vieles mehr.

Im Übrigen ist das Buch auch systematisch aufgebaut: Es geht vom Kopf bis zu den Füßen, von oben nach unten.

Empfohlen wird das Buch für Kinder ab vier Jahren. Dies ist auch sicherlich ein Alter, in dem man die Funktionen der Körperteile verstehen kann. Dennoch können auch jüngere Geschwisterkinder schon Spaß daran haben, die vorgestellten Körperteile mit dem eigenen Körper in Beziehung zu bringen und das eigene Herz zu spüren. Mein Kleiner zeigte nach der Lektüre jedenfalls dem Papa ganz stolz, wo sein Herz schlägt.

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Schau in deinen Körper“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 2-6 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 2-6 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

https://beltz.de

Schau in deinen Körper – Ein Mitmach-Buch von Kopf bis Fuß von Felicitas Horstschäfer und Johannes Vogt, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3-407-82312-0, 14,95€