Rezension: Die wüsten Tiere – In der großen Stadt

In der Wüste Sandara leben die vier Freunde Timmy, eine kampflustige Termite, Dumdidum, ein flauschiges Dromedar mit Lichterkette um den Höcker, Finnek, ein cleverer Wüstenfuchs und Sandiago, ein ängstliches und grantiges Chamäleon. Wüstentiere sind sie, aber im Verlauf der Geschichte werden sie zusätzlich noch zu den wüsten Tieren. Denn durch die Rutsch-Flutsch-Röhren gelangen sie ins Turboland, wo ein großes Autorennen stattfindet, welches jedes Jahr von den Gemeinen Drei (Löwe, Tiger und Eisbär) gewonnen wird. Das soll sich aber dieses Jahr ändern, denn nachdem die Freunde von den Gemeinen Drei geärgert wurden, beschließen sie es ihnen beim Rennen zu zeigen. Sie haben zwar noch eine Freundin in der Stadt gefunden (Briosch, eine mutige Kängurumaus) und über das fiese Wiesel gelangen sie auch an ein Rennauto, aber ob das reichen wird?

Das Buch „Die wüsten Tiere – In der großen Stadt“ hat uns allen viel Spaß gemacht. Die Charaktere in dem Buch sind einfach toll. Im Laufe des Buches gewinnt man sie richtig lieb und freut sich direkt auf das nächste Abenteuer mit ihnen.

Ein spannendes und kindgerechtes Abenteuer

Erzählt wird ein spannendes Abenteuer. Die Kleinen behaupten sich gegen die Großen. Dies ist sicherlich ein typisches Motiv beziehungsweise ein typischer Verlauf einer Kindergeschichte, aber hier wird diese Geschichte einfach so sympathisch geschrieben, dass einem das Vorhersehbare gar nichts ausmacht.

Nicht auf jeder Seite finden sich Bilder, aber häufig sind zumindest kleine Farbakzente und zum Beispiel eine Spur in der Wüste oder ähnliches untergebracht. Die Freunde selbst sind sehr freundlich gezeichnet, wozu auch die extra großen Augen beitragen. Die Farben wirken bei den sympathischen Tieren sehr warm. Auf Seiten, in denen es eher etwas unschön zugeht, wird dies auch in den Farben widergespiegelt. Als die Freunde von ekligen Abgasen umgeben sind, sieht man z.B. auf den Seiten lauter schwarze Wölkchen. Leider wurde an einer kleinen Stelle ein Wortteil nicht in die richtige Farbe gesetzt, so dass ein Teil eines Wortes untergeht.

Die Geschichte ist insgesamt sehr humor- und fantasievoll erzählt. Auch Sprachwitz ist vorhanden. Außerdem gibt es ein paar „coole“ Redewendungen, wobei es nie völlig niveaulos wird, sondern eher Kinder bei ihrem Humor abholt.

Fazit: „Die wüsten Tiere – In der großen Stadt“ ist ein schönes Buch zum Vorlesen und Lauschen.

https://carlsen.de

Die wüsten Tiere 1: In der großen Stadt von Katalina Brause und Wiebke Rauers, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-65286-7, 12,99€

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Rezension: Wortwächter

In den Osterferien waren wir im Urlaub. Klar, da packe ich mir natürlich immer etwas zu lesen ein. Ohne Lesestoff geht es bei mir nicht in den Urlaub. Allerdings arbeite ich in dieser Zeit nicht am Blog. Dennoch habe ich mir das Buch „Wortwächter“ eingepackt. Auch mein Mann schaute etwas verdutzt auf dieses Buch und wunderte sich, dass ich mir ein Kinderbuch zum Lesen mitgenommen habe. Ja, „Wortwächter“ ist ein Buch für Kinder ab etwa 11 Jahren, aber es ist auch eine ganz tolle Lektüre für Erwachsene. Ich habe dieses Buch unheimlich gerne gelesen. Die Geschichte hat mich sehr gefesselt und auch gedanklich war ich über das Lesen hinaus häufig in der Welt dieses Buches. Es werden so viele interessante Dinge angesprochen, bekannte Schriftsteller sowie berühmte Schauplätze spielen eine große Rolle und die Figuren in dem Buch machen richtig viel Spaß – da  ist das Lesen ein großes Vergnügen.

Lesende und Schreibende

Im Mittelpunkt des Geschehens steht Tom. Eigentlich ist er ein ganz normaler 12-jähriger Junge, doch in den Ferien überschlagen sich die Ereignisse und auf einmal steckt er mitten in einem Abenteuer rund um Bücher und die Macht der Worte und das obwohl er selbst eigentlich gar nicht gerne liest. Doch dann findet er heraus, dass er ein Lesender ist und somit eine besondere Gabe besitzt. Er entdeckt eine ihm bisher völlig unbekannte Welt, in der es nicht nur lebendige Statuen gibt, sondern in der die Lebensseiten aller Menschen eine große Rolle spielen. Außerdem gibt es neben den Lesenden auch die Schreibenden, die mit wenigen Worten in den Verlauf der Geschehnisse eingreifen können. Leider kann damit auch viel Missbrauch getrieben werden. Ist es also richtig, dass Tom gemeinsam mit der gleichaltrigen Joséphine (wobei beide recht reif für ihr Alter sind) durch die halbe Welt reist, um die goldene und mächtige Feder zu finden?

Ein Buch für Literaturliebhaber

Bei dem Buch „Wortwächter“ handelt es sich um eine große Abenteuergeschichte mit Fantasy-Elementen. Aber auch die Welt der Bücher, der Schriftsteller und die Bedeutung jedes einzelnen Lebens und die Macht der Worte spielen hier eine große Rolle und machen das Besondere dieses Buches aus. Es ist auf jeden Fall ein Buch für jeden Buchliebhaber. Dieses Buch berührt einfach die Bücherseele in einem. Es ist flüssig und schön zu lesen. Es gibt tolle Formulierungen und man denkt über viele angesprochenen Themen nach. Ganz toll sind auch die unterschiedlich heraus gearbeiteten Charaktere, denen man sich sehr nah fühlt. Ihr Handeln ist stets nachvollziehbar. Ob die Liebesgeschichte zwischen Tom und Joséphine nötig wäre, weiß ich nicht, aber sie stört auch nicht.

Ich kann das Buch nur weiter empfehlen und werde es sicherlich noch ein weiteres Mal lesen. Dies ist ein Buch, welches auf jeden Fall einen Platz im Bücherregal verdient hat!

Wortwächter von Akram El-Bahay, Ueberreuter, ISBN: 978-3-7641-5118-8, 14,95€

Hier findet ihr eine weitere Rezension: Familienbücherei

Und bei Irve liest findet ihr ein Interview mit dem Autor.

 

Wie der Waldschrat zu seiner Unterhose kam – Interview mit Mele Brink

© Edition Pastorplatz

Tom hat einen besonderen Freund: Es ist der Waldschrat, der im Wald lebt. Ihn und viele Tiere hat Tom in dem Buch „Tom und der Waldschrat“ kennen gelernt. Damals hat Tom den Tieren im Wald geholfen, aber nun braucht er ihre Hilfe. Dass sein Gummistiefel verschwunden ist und die Spur in den Wald führt, ist da nur das kleinere Übel. Schlimmer für Tom ist, dass seine Eltern in letzter Zeit ständig streiten. Schnell erfährt er von den Tieren, dass auch bei ihnen nicht alles immer so einfach ist, wie es auf den ersten Blick erscheint und es gar nicht so selbstverständlich ist, dass Mama, Papa und Kind immer zusammen leben. Ob das Tom weiterhelfen kann?

Blogtour zu „Tom und der Waldschrat – Der Rat der Tiere“

Wenn ihr der Blogtour zu dem Buch „Tom und der Waldschrat – Der Rat der Tiere“ gefolgt seid, dann habt ihr ja schon einiges über Tom und den Waldschrat gelesen. Ansonsten könnt ihr das aber jetzt natürlich auch noch nachholen. Hier eine Übersicht der Stationen:

© Edition Pastorplatz

Interview mit Illustratorin Mele Brink

© Michael Mauer / Wir Frankenberger

Heute soll es aber um die Illustrationen gehen, die ja viel von dem Buch ausmachen. Und ihr dürft dazu heute ein wenig hinter die Kulissen blicken, denn ich habe der Illustratorin Mele Brink ein paar Fragen gestellt, die diese ausführlich beantwortet hat. Ich selbst fand ihre Antworten äußerst interessant und ich hoffe, dass ihr sie genauso gerne lest. Also, los geht’s:

„Der Rat der Tiere“ ist der zweite Band von „Tom und der Waldschrat“. Inwiefern macht es beim Illustrieren einen Unterschied, wenn einem die Figuren eines Buches bereits vertraut sind?

Ach, das ist im Vorfeld schon anders. Man ‚muss‘ ja nicht erst überlegen, wie die Figuren aussehen könnten. Man hat ja quasi schon das Personal. Natürlich gucke ich erst mal ziemlich genau, wie ich beim ersten Band was gemacht habe, überlege, was noch besser passen könnte, was ich jetzt anders machen würde und versuche dann ein Gleichgewicht zwischen Wiedererkennbarkeit und eben Veränderungen/Verbesserungen hin zu bekommen.

Bei mir gibt’s ein paar Figuren, die ich so oft zeichne, dass ich gar nicht gucken muss, wie ich das (vor Jahren) gemacht haben. Bei mir wären das z. B. der Rucky Reiselustig, den ich seit fast zwanzig Jahren durch die Kinderfastenaktion huschen lasse oder eben auch Tofuwürste und alle Anverwandten und Bekannten (die sind weniger aus dem Kinderbuchbereich 😉 )

Beim Waldschrat musste ich aber schon erstmal den ersten Band zur Hand nehmen und ganz viel gucken.

Die Illus mache ich analog, das heißt , es gibt keine Farbpalette, die ich im Rechner gespeichert habe. Natürlich habe ich meine ‚Lieblingsfarben‘, und trotzdem – viel gucken, welches grün, welches blau ….. Und trotzdem hat der Waldschrat im zweiten Band ein wenig mehr auf den Rippen als im ersten Band. Der gefiel mir so noch besser.

© Edition Pastorplatz

Hast du bei Figuren, die bereits im ersten Band vorkommen, in den Illustrationen etwas verändert oder hältst du dich ganz streng an die ersten Illustrationen?

Die Figuren sind schon sehr ähnlich geblieben, vielleicht an der einen oder anderen Stelle etwas runder oder eckiger, vielleicht mal eine andere Perspektive. Die jungen LeserInnen sollen aber eindeutig schon den Schrat, das Kaninchen, Tom …. wieder erkennen.

Wirklich geändert oder dazugenommen haben wir (das mache ich nicht alleine, sondern zusammen mit dem Grafiker, der dann das Buch setzt) einen Fonds, der ab und zu eine Seite oder eine halbe tönt. Im ersten Band gibt es mehr ‚aquarellige‘ Hintergründe, im zweiten Band ist das ein wenig schlichter. Wir fanden das zu den cartoonigen/cleanen Zeichnungen noch passender.

Vom Waldschrat gibt es in den Büchern sehr genaue Beschreibungen im Text. Inwiefern findest du dies bei deiner Arbeit hilfreich bzw. inwiefern behindert dich dies?

Uh, das ist nicht so eindeutig zu beantworten. Auf der einen Seite ist das super, wenn ich weiß, was  die/der AutorIn an Vorstellungen im Kopf hat. Ob das im Text vorkommt, ist eigentlich nicht so wichtig. Dann hat man einfach gute Chancen ein ’stimmiges‘ Buch machen zu können. Natürlich gibt es auch Situationen, wo ich das völlig anders machen würde. Dann muss man halt ein bisschen quatschen …

Aufpassen muss man allerdings sehr, dass die Bilder exakt den Beschreibungen entsprechen – junge LeserInnen oder ZuhörerInnen sind da unglaublich aufmerksam und bekommen jeden Fehler mit ;-).

‚Interessant‘ wird es, wenn sich die Beschreibungen einfach nicht darstellen lassen. Beispiel wäre vielleicht eine geflügelte Fee, die auf ihrem Rücken eine ähnlich große Figur mit in die Lüfte nehmen soll. Die ist den Flügeln dann einfach schwer im Weg …. An der Stelle wird am Text etwas verändert/gefeilt oder eben die Figuren geändert.

Auf der anderen Seite finde ich es natürlich auch prächtig, wenn ich mich ohne weitere Beschreibungen komplett ‚austoben‘ kann. Nebenfiguren einfügen, Albernheiten, die im Text nicht vorkommen …. die Farben der Kleidung so wählen, wie ich sie ‚harmonisch‘ finde, und nicht zwingend so wie im Text.

Ich finde es da immer sehr spannend, wie die AutorInnen ticken – einige sind sehr ‚im Text‘ und haben auch gar nicht mal konkretere Bilder im Kopf (für mich die totale Freiheit 😉 ), andere denken und schreiben eher in Bildern. Das macht die Zusammenarbeit immer anders und eigen.

© Edition Pastorplatz

Gehst du beim Illustrieren chronologisch vor? Also, bebilderst du ein Buch von vorne nach hinten oder suchst du dir erst bestimmte Bilder aus, mit denen du beginnst? Vielleicht kannst du uns ein bisschen erzählen, wie du bei deiner Arbeit vorgehst.

Als erstes müssen bei mir immer die Figuren ’stehen‘. Das war beim zweiten Waldschrat jetzt natürlich einfach. Bei ganz neuen Szenarien/Protagonisten gibt es erstmal einen Haufen Skizzen und Probezeichnungen. Ich bin immer ganz glücklich, wenn ich mich endlich entschieden habe, wie denn eine Figur aussehen soll, wie die gezeichnet wird, wie coloriert. Dann kann ich anfangen, mit denen ‚zu spielen‘. Unterschiedliche Geschichten verlangen ja unterschiedliche Figuren, unterschiedliche Szenen. Gibt es Outlines (deutliche Umrisslinien) oder nicht, braucht es einen vollflächigen Hintergrund, detailliert oder weniger, passen farbige aber nicht bunte Illustrationen oder soll es wirklich bunt und knallig werden? Ich habe ja nicht einen immer wieder erkennbaren, eindeutigen Stil. Natürlich haben meine Illustrationen eine ‚Familienähnlichkeit‘, ich versuche aber die Zeichenart (in meinen Grenzen … ) auch dem Text anzupassen.

Der Waldschrat ist da eher ‚clean‘ und cartoonig, passt einfach zum Text. 😉 Und er hat die Besonderheit, dass es zeichnerisch einmal die Geschichte um Tom und den Waldschrat gibt und einmal die Kleinzeichnungen, die z.B. ökologische oder familiäre Zusammenhänge darstellen. Claudia Mende ist Journalistin und da ist im jeden Halbsatz noch eine Info enthalten, die nicht zwingend zur eigentlichen Geschichte gehört. Und die sollen doch auch ein ‚Gesicht‘ bekommen. Die Zeichnungen über das Zusammenleben von Wildschweinen, Rehen, etc. wären ein Beispiel für diese ‚verkürzte‘ Darstellung.

Und jetzt endlich zur ‚Chronologie‘. Meist teile ich den Text zuerst in Doppelseiten ein. Was passt auf eine Doppelseite, was gehört zwingend zusammen, wo teilt man den Text, damit man auch Lust hat umzublättern? Dazu mache ich dann Scribbles und Notizen, was ich zeichnen will, vielleicht auch schon eine Notiz zur Seitenaufteilung. Wie viele Seiten soll das Buch am Ende haben, spielt auch eine Rolle.

Und dann zeichne ich schon eher das Buch von vorne bis hinten durch. Okay, die Umschlagillustration ist gerne schon mal vorher dran. 😉 Ich denke dann möglichst in Doppelseiten, zeichne ein bis vier DS vor, dann kommt (beim Waldschrat) die Tuschezeichnung und die wird dann coloriert. Meist mache ich immer ein kleines Paket von 2-4 Seiten fertig. Das liegt allerdings auch daran, dass bei uns Illustration und Grafik direkt nebeneinander sitzen und so nach und nach die Seiten auch schon gesetzt und Kleinigkeiten auch direkt korrigiert oder angepasst werden können. Für andere Kunden gibt es natürlich ein Komplettpaket an fertigen oder auch gescannten Zeichnungen.

© Edition Pastorplatz

Ich habe immer Schwierigkeiten über Illustrationen in Büchern zu schreiben. Vielleicht könntest du uns ein wenig über deine Technik erzählen und wie man die Art deiner Illustrationen bezeichnet.

Ups, die Frage bzw. das Vokabular finde ich selbst immer schwierig. Das liegt zum einen daran, dass ich nicht Illustration studiert habe, sondern Architektur, mir also das akademische Vokabular fehlt. Zum anderen habe ich wohl zu viele Besprechungen und Einführungen zu Kunstausstellungen gehört – und da gibt es gelegentlich die Unart, sich minutenlang über den Duktus in der linken oberen Ecke auszulassen und Begriffe zu nutzen, die einem Großteil der durchaus kunstbeflissenen ZuhörerInnen nicht geläufig ist. Natürlich ist es unter Fachleuten sinnig, die verkürzte Form mit Fachbegriffen zu nutzen. Hier, zum Beispiel bei deinem Kinderbuchblog, finde ich es aber viel wichtiger, auch für Nichtfachsimpler verständlich zu reden/schreiben.

Lange Vorrede mit deutlicher Gefahr abzuschweifen 😉

Zur Technik:

Für den Waldschrat habe ich leichte Bleistiftzeichnungen auf dickes Aquarell/Acrylpapier gemacht. Danach wurden dann die Outlines /Umrisse mit Tusche und Pinsel sauber gezeichnet. Bleistiftreste vorsichtig wegradieren ist meist nötig. Dann wurden die Zeichnungen mit Aquarellfarbe und Pinsel coloriert. Zum Schluss gibt’s da immer ein paar Dinge, die noch mit Buntstiften oder auch mal Kreiden besonders betont werden. Danach wird gescannt und weiter geht’s zur Grafikabteilung.

Gerade beim Waldschrat sieht man meinen Zeichnungen an, dass ich aus der Cartoon-/Comicecke komme. Es gibt die schon genannten Outlines, Bewegungslinien, Schweissperlen. Auch Wortmalerei lässt sich finden.

Spannend fand ich die Spielerei mit den oben schon erwähnten ‚Kleinzeichnungen‘, Schildern, Strichmännchen oder ‚Strichtieren‘. Der Waldschrat ist ja für Kinder zwischen 5 und 10 gedacht. Bei jüngeren Kindern meine ich, müsste die Entzifferung von Symbolen (z. B. Straßenschildern ….) die ja nicht realistisch sind, sondern eben ein Symbol, wie eine Sprache erst gelernt werden. Spätestens ab 5 gibt es aber schon die Fähigkeit, Symbole, die für etwas Reales stehen und es nicht realistisch abbilden, deuten zu können. Und genau damit zu spielen – wie erkennbar muss es sein, wie verkürzt darf die Darstellung sein, langt ein Verbotsschild, funktionieren Herzen als Zeichen der Zuneigung …. hat wirklich Spaß gemacht.

© Edition Pastorplatz

Augenmerk habe ich beim Waldschrat sehr auf die ‚Personen‘ gelegt, die bestimmen die Illustrationen, deren Gestik und Mimik. Stimmungsvolle Hintergründe gibt es beim Waldschrat ja (fast) gar nicht. Wichtiger war mir, dass ein überraschtes Kaninchen auch überrascht aussieht, ein wütender Papa wütend, ein genervter Fisch eben genervt. Grundidee ist beim Waldschrat, dass sich die jungen ZuhörerInnen (wenn sie noch nicht lesen können) auch anhand der Zeichnungen die Geschichte wieder (oder auch gerne eine ganz andere ….) ins Gedächtnis rufen können. Wieso versteckt sich noch mal der Fuchs unter seinem Schwanz? Weshalb läuft der über’s Blatt und hat einen ‚Mädchengummistiefel‘ im Maul? Wieso hat der Waldschrat den dann stolz an? Und so weiter und so weiter.

Soweit zu den Waldschrat-Zeichnungen. Andere Bücher, andere Prioritäten …. und die führe ich jetzt besser nicht auch noch aus. 😉

Welche Illustration in dem Buch gefällt dir selbst besonders gut und warum?

© Edition Pastorplatz

Der ballonartig gefüllte Waldschrat hat mich sehr amüsiert. Bei einer Perspektive von schräg unten musste ich mir doch tatsächlich überlegen, ob er wohl Unterhosen trägt und wie das wohl aussehen könnte. 🙂 Dann mag ich auch die Zeichnung, in der Mama und Papa sich mit Worten (also im Bild mit Sprechblase) weh tun. Die Umsetzung find ich schlicht und treffend. Ja, und an sich albern/vermenschlicht bewegenden Tieren habe ich beim Machen auch sehr viel Spaß – tanzende Füchse, pantomimisch tätige Kaninchen. Aus dem ersten Waldschrat habe ich immer noch sehr das Tollwut spielende ‚zerschredderte‘ Eichhörnchen in Erinnerung.

© Edition Pastorplatz

Gab es Szenen in dem Buch, die dir schwer fielen?

Die Szene mit Kuckuck, Zaunkönig und Rotschwanz. Vögel mit glaubhafter Mimik finde ich ohnehin nicht soooo einfach, und die Vogelarten sollten trotz eher comicartiger Umsetzung auch noch erkennbar sein. Also erstmal recherchieren, welcher Vogel wie groß ist, Gefieder, Schnabel …. und das dann wieder ‚Verfremden‘, also im Stil der anderen Tiere machen. Doch, da musste ich schon etwas knobeln.

© Edition Pastorplatz

Ich  habe mal in einer Rezension geschrieben, dass ich das Gefühl hätte, dass du eine Vorliebe für Messlatten hast. In diesem Buch kommt ebenfalls eine Messlatte vor. Habe ich vielleicht Recht mit der Behauptung?

Mh, Vorliebe? Und ja, bei der genannten Rezension musste ich auch grinsen.

Das ist einfach eine sehr einfache, deutliche Möglichkeit die Größe von Tieren, Schraten oder auch Riesen darzustellen. Man stelle ein Maßband oder Zollstock daneben …

Gerade wenn z.B. Tiere sehr unterschiedlich groß sind kann man damit umgehen, ein Tier realistisch klein und das andere riesengroß zu zeichnen. Da gab’s doch mal ein kleines Erdhörnchen und ein wenn auch nicht sehr, aber deutlich größeres Pinselohrschwein bei mir auf dem Schreibtisch , vom Alpaka ganz zu schweigen …. 😉 Zur Größenangaben könnte man natürlich auch einen Tisch, einen Stuhl, Koffer … daneben zeichnen. Es gibt nur einfach unterschiedlich große Koffer, Kinderstühle …. Da ist ein Zollstock so herrlich definiert.

Das waren jetzt ein Haufen gar nicht mal so einfach zu beantwortender Fragen. Ich hoffe, ich hab‘ nicht zu viel geschwafelt und du/ihr habt Spaß an den Antworten.  Und lieben Dank für das Interesse.

Ich danke für die ausführlichen Antworten!

© Michael Mauer / Wir Frankenberger

Gewinnspiel zur Blogtour

Die Blogtour zu dem Buch „Tom und der Waldschrat – Der Rat der Tiere“ ist jetzt fast zu Ende, aber noch nicht ganz, denn es gibt noch ein Gewinnspiel. Dazu müsst ihr auf allen teilnehmenden Blogs der Blogtour (siehe oben) eine Frage beantworten und morgen (14.4.) gibt es dann auf Facebook bei der Edition Pastorplatz ebenfalls eine Frage, die dort beantwortet werden muss.

Unter allen Mitspielern, die alle fünf Blogfragen sowie die Abschlussfrage auf der Facebookseite richtig beantwortet haben, werden tolle Preise verlost:

  1. Preis: signierte Ausgaben von „Tom und der Waldschrat“ und „Tom und der Waldschrat – Der Rat der Tiere“ + eine Originalzeichnung
  2. Preis: signierte Ausgaben von Tom und der Waldschrat“ und „Tom und der Waldschrat – Der Rat der Tiere“
  3.  Preis: Signierte Ausgabe von „Tom und der Waldschrat – Der Rat der Tiere“
  4. + 5. Preis: je eine unsignierte Ausgabe von „Tom und der Waldschrat – Der Rat der Tiere“

Teilnahmeschluss ist Montag, 16.04.2018 um 12 Uhr. Danach werden die Namen der Teilnehmer gesammelt und in den Lostopf geworfen. Der Gewinner / die Gewinnerin wird von der Edition Pastorplatz auf der Facebook-Seite am 20.04.2018 informiert.

Und hier noch das Kleingedruckte: Die Gewinner werden per Facebook informiert. Mit seiner Teilnahme willigt der Teilnehmer ein, dass seine übermittelten Daten ausschließlich zum Zwecke der Durchführung des Gewinnspiels gespeichert werden. Nach Beendigung des Gewinnspiels werden die Daten gelöscht. Persönliche Daten werden nicht für kommerzielle Zwecke gespeichert. Eine Weitergabe an Dritte ist ausgeschlossen. Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook und wird in keiner Weise von Facebook gesponsert, unterstützt oder organisiert. Ansprechpartner und Verantwortlicher ist alleine der Veranstalter. Teilnahmeberechtigt sind Personen über 18 Jahren, die ihren Wohnsitz in Deutschland oder Österreich haben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Hier ist meine Gewinnspielfrage:

Stellt euch vor, ihr seid Illustrator/Illustratorin eines Kinderbuches und ihr dürft eine kleine Albernheit oder einen Nebendarsteller mit einbringen. Was oder wer wäre das? (Klar, das kommt natürlich auf die Geschichte an, aber lasst eure Fantasie einfach mal spielen ;-))

Antwort bitte als Kommentar!

Tom und der Waldschrat – Der Rat der Tiere (Band 2) von Claudia Mende und Mele Brink, Edition Pastorplatz, ISBN: 978-3-943833-20-1, 17€

Hier findet ihr übrigens noch die Kinderrezension meines Sohnes zu dem Buch.

 

Lesen in den Osterferien

Heute möchte ich euch ein wenig von unseren Leseerlebnissen in den Osterferien erzählen.

Wir haben zehn Tage auf einem Bauernhof in Franken Urlaub gemacht. Da gehörte natürlich das Buch „Dinostarke Ferien in Franken“ in unser Urlaubsgepäck. Gleich am Anfang des Urlaubs haben wir uns die Abenteuer von Lilly und Nikolas durchgelesen und letztendlich haben wir vieles in unserem Urlaub ebenfalls erlebt. Das macht schon viel Spaß so und vor allem habe ich Lust, das Buch im Anschluss direkt noch einmal zu lesen. Es ist sicherlich eine tolle Erinnerung.

Dinostarke Ferien in Franken – Lilly, Nikolas und die Fossiliensuche von Silvia Zerbe und Michaela Frech, Biber & Butzemann Verlag, ISBN: 978-3-942428-30-9, 9,95€

Wenn wir in den Urlaub fahren, packe ich meistens für die Kinder je ein neues Buch ein. Der Kleine hat dieses Mal das TipToi-Bauernhofbuch bekommen. Das passte schließlich gut zu unserem Urlaub und er schaut sich gerne Bücher mit dem Tiptoi-Stift an. Auch dieses Buch hat ihm gut gefallen, wobei er sich am allerliebsten die Lieder zu den Jahreszeiten angehört hat. Er liebt Lieder und kann viele davon bereits richtig gut mitsingen.

Tiptoi: Entdecke den Bauernhof von Inka Friese und Constanze Schargan, Ravensburger Verlag, ISBN: 978-3473329007, 19,99€

Der Große hat nun endlich den neunten Band der Schule der magischen Tiere bekommen und leider kann ich euch dieses Mal überhaupt gar nichts von dem Inhalt berichten, denn er hat dieses Buch im Urlaub ratz-fatz verschlungen. Ein, zwei Mittagspausen, in denen der Kleine geschlafen hat, haben ihm ausgereicht, um das Buch komplett zu lesen.

Die Schule der Magischen Tiere – Versteinert von Margit Auer und Nina Dulleck, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-65279-9, 9,99€

Ich hatte für ihn noch „Der tätowierte Hund“ sowie „Supermops“ und „Fünf verKLOPSte Tage“ eingepackt, aber leider reichte die Lektüre für ihn nicht aus. Er liest einfach so schnell und gerne. Einmal wollte er sogar auf einen Ausflug verzichten, um lesen zu können. Er meinte, dass er sich beim Lesen am besten entspannen könne… Kann ich ja gut verstehen, aber so viel zu lesen hatte ich für ihn nicht dabei und die Erstlese-Bücher auf dem Bauernhof sprachen ihn nicht an.

     

Der tätowierte Hund von Paul Maar, illustriert von Anke Faust, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-4257-4, 12,90€ (Wir haben allerdings eine andere Ausgabe und zwar die aus der Reihe „Junge Bibliothek“ von der Süddeutschen Zeitung.)

Supermops und der schrille Schurkenalarm von Nicolas Gorny und Pascal Nöldner, Südpol Verlag, ISBN: 978-3-943086-49-2, 8,99€

Fünf verKLOPSte Tage von Birgit Fuchs, TiBi, ISBN: 978-3981050660, 9,90€

Den tätowierten Hund durften wir sogar zum Teil vorlesen. Eine Gute-Nacht-Geschichte muss schließlich auch sein. Und dabei haben wir wieder einmal festgestellt, wieviel Spaß wir an der Fantasie von Paul Maar haben. Bücherwürmchen freute sich immer sehr darauf zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht.

Vom Supermops habe ich dann mal wieder gar nichts mitbekommen, denn dieses Buch hat er dann wieder mal gerade so selber durchgelesen. „Fünf verKLOPSte Tage“ wurde dann die neue Gute-Nacht-Geschichte und ist somit auch noch nicht ganz zu Ende. Dennoch musste für Lesenachschub gesorgt werden und so hat jedes Kind im Urlaub ein weiteres Buch bekommen.

Der Kleine hat sich für das Fahrzeuge-Buch der „Hör mal“-Reihe entschieden. Davon haben wir bereits „Am Meer“, „Wilde Tiere“, „Im Wald“ und „Unsere Musik“ und sie werden wirklich alle gerne angeguckt und besonders gerne hört der Kleine sich die Geräusche an. Beim neuen Buch ließen sich manche Sounds nur sehr schwer drücken, aber gemeinsam bekamen wir es dann doch hin. Etwas irritierend ist es, wenn das Kind sich das Buch direkt im Auto anschauen muss und ständig das Martinshorn von Polizei und Feuerwehr zu hören ist…

Hör mal: Die Fahrzeuge von Christian Zimmer, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-25041-4, 9,99€

Der Große wollte „Silas und Rick“, einen „Endlich Ferien“-Band der Schule der magischen Tiere, haben. Dieses Buch wurde dann direkt auf dem Bauernhof auf der Schaukel gelesen. Und auch dieses Buch hat er im Urlaub noch geschafft. Dabei habe ich selten solche Emotionen beim Lesen erlebt. Puh, kurz vor Ende hätte er das Buch fast wütend von sich geschleudert. Er ärgerte sich tierisch darüber, dass Silas einen Wettbewerb nicht gewann. Seine Wangen waren gerötet, er schimpfte und wollte beinahe nicht mehr weiterlesen. Ich kann nicht behaupten, dass er sich mehr ärgert, wenn er selbst ein Spiel verliert (und er kann wirklich sehr, sehr schlecht nur verlieren). Letztendlich konnte ich ihn dann aber doch noch davon überzeugen, das Buch noch zu Ende zu lesen und er wurde wieder ruhiger. Insgesamt ist es aber doch toll, dass er so von einem Buch mitgenommen wird und richtig in die Welt dort eintaucht.

Die Schule der magischen Tiere – Endlich Ferien: Silas und Rick von Margit Auer und Nina Dulleck, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-65332-1, 9,99€

Jetzt sind wir wieder zu Hause und gerade blättert er in neuen Fußballbüchern, die ich euch dann demnächst hier vorstellen werde. Außerdem kam gestern „Bitte nicht öffnen – Bissig!“ hier an. Davon hat er direkt die ersten 150 Seiten gelesen (und sich dabei einen kleinen Sonnenbrand geholt). Auch dieses Buch wird noch den Weg auf den Blog finden und mein Sohn wird es ebenfalls auf www.derbuecherzwerg.wordpress.com vorstellen.

Bitte nicht öffnen – Bissig! von Charlotte Habersack und Fréderic Bertrand, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-65211-9, 9,99€

 

Rezension: Theo und Mammut

Theos Eltern möchten nur das allerbeste für ihren Sohn. Und so ist sein Tag komplett durchstrukturiert: Er muss unter anderem tanzen, rechnen, singen und Yoga machen. Über all diese Aktivitäten wacht Nannie Beinhaar. Theo findet das alles natürlich weniger lustig und so macht er sich schon morgens, wenn er in der Badewanne liegt auf den Weg in die Urzeit. Und da kann er zusammen mit Marga vom Stamm der Zotteltaler ein richtiges Abenteuer erleben. Sogar Säbelzahnkaninchen und Mammute leben dort. Allerdings auch die hungrigen Krachbacken vom wildesten Stamm überhaupt, die Theo und Marga gefangen nehmen…

Fantasievolle Geschichte

Die Geschichte ist unglaublich fantasievoll. Aber spielt sie sich alleine in Theos Fantasie ab oder gibt es in seiner näheren Umgebung tatsächlich noch andere Kinder, mit denen er sich zum Spielen trifft? Das muss wohl jeder Leser letztendlich für sich selber entscheiden. Die Geschichte, in die sich Theo jedoch flüchtet, macht Spaß und regt zudem die eigene Fantasie an. Es ist eine spannende und aufregende Welt, die geradezu nach einem Abenteuer riecht, nach dem sich viele Kinder sehnen.

Comicartige Sequenzen

Das Buch ist ein wenig wie ein Comic aufgebaut, enthält in den Bildern jedoch statt wörtlicher Rede erzählenden Text. Comicähnlich ist es jedoch, dass die Geschichte neben dem Text durch viele einzelne Bilder erzählt wird. Ab und zu gibt es zudem Sprechblasen. Farblich sind die Bilder in schwarz, weiß und rot gehalten. Die Zeichnungen selber sind klasse, denn sie enthalten viel Witz. Allein die kräftige Nannie Beinhaaar, deren Beine und Arme tatsächlich behaart sind, und die im Röckchen Tanzposen zeigt, ist herrlich.

Mein Sohn hat sich das Buch direkt geschnappt und gelesen. Sein kurzes Urteil dazu: „Sehr gut!“

Copyright: Arena Verlag

Theo und Mammut – Alles begann an einem Freitag von Stefan Boonen & Melvin, Arena Verlag, ISBN: 978-3-401-60378-0, 12,99€

Rezension: City Crime – Strichcode in Stockholm

Die Geschwister Finn und Joanna besuchen ihren Cousin Oscar in Stockholm. Und natürlich werden es bei ihnen mal wieder keine normalen Ferien. Gleich bei ihrem ersten Besuch in der Stadt kommen sie mit einem Obdachlosen in Kontakt, der scheinbar tot ist. Doch als sie kurz danach mit einem Polizisten an die gleiche Stelle kommen, ist er verschwunden. Dieser Sache möchte Joanna auf den Grund gehen und mit Oscar hat sie da gleich einen Verbündeten, der es aufregend findet, auf Verbrecherjagd zu gehen. Da bleibt Finn gar nichts anderes übrig, als mit den beiden anderen quer durch Stockholm den Obdachlosen ausfindig zu machen. Doch dabei bleibt es nicht, denn dabei können sie beobachten, wie der Obdachlose entführt wird. Jetzt wird es richtig spannend und auch ein wenig gefährlich. Weitere Unterstützung bekommen sie von Ronja, einem obdachlosen Mädchen, welches Finn zunächst nicht ganz geheuer ist.

Die Figuren und ihre Charaktere sind in dem Buch „City Crime – Strichcode in Stockholm“ schön ausgearbeitet. Jeder hat seine Eigenarten und ist in seinem Handeln authentisch. Mir fehlt lediglich eine Aufklärung über Ronjas Herkunft und ihr Leben auf der Straße. Zudem erscheint mir das Ende etwas unrealistisch und zu positiv.

Stockholm und Schweden

Mir gefällt gut, dass hier ein Kinderkrimi in einer europäischen Hauptstadt spielt, welche gut in das Buch mit einbezogen wird. Stockholm bietet hier mehr als nur eine Kulisse für die Geschichte. Man erfährt beim Lesen einiges über Schweden und Stockholm, unter anderem kann man in dem Buch etwas über Essgewohnheiten und Sehenswürdigkeiten lernen.

An manchen Stellen ist mir das Bemühen darum, schwedische Eigenarten bzw. Sehenswürdigkeiten aus Stockholm vorzustellen, zu stark ausgeprägt. Klar, es macht mir als Schweden- und Stockholm-Fan viel Freude, über solche Dinge in einem Buch zu lesen, aber es ist mir ab und zu ein wenig zu künstlich.

Die ausgewählten Sehenswürdigkeiten gefallen mir insgesamt gut und ich denke, dass Kinder gerade am Vasa Museum und an Junibacken tatsächlich Interesse haben. Etwas unrealistisch ist es, dass keines der Kinder den Wunsch äußert den Vergnügungspark Gröna Lund zu besuchen.

Nett ist, dass ab und zu schwedische Wörter und Aussagen in den Text mit einfließen, wobei mir an einzelnen Stellen die Sätze leider fehlerhaft erscheinen. Am Ende des Buches findet man darüber hinaus noch ein kleines Schwedenvokabular.

Das Buch lässt sich insgesamt sehr gut lesen und es wird viel Spannung erzeugt, die dazu beiträgt, dass man das Buch rasch durchgelesen hat.

Ein paar Bilder illustrieren die Geschichten an wenigen Stellen und es gibt vorne und hinten eine Karte von Stockholm, mit der man die Geschichte ganz gut nachvollziehen kann.

City Crime – Strichcode in Stockholm von Andreas Schlüter, Tulipan Verlag, ISBN: 978-3-86429-386-3, 12€

 

Rezension: Robby aus der Räuberhöhle

Wer sehnt sich nicht ab und zu nach einem kleinen Abenteuer? Mit Robby aus der Räuberhöhle kann man eines erleben.

Robby lebt mit seiner Oma der wilden Hilde in einer Räuberhöhle ganz ohne Strom – so wie es sich eben für waschechte Räuber gehört. Zähne putzt er sich an der Regentonne, wobei er die Zahnbürste in einem Astloch aufbewahrt (was meinen Sohn übrigens besonders erheiterte). Niemand darf von der Räuberhöhle erfahren, denn dann wäre dieses paradiesische Leben sicherlich schnell vorbei. Doch dann kann Robby einfach nicht anders, als das Geheimnis an Thea zu verraten (da wusste mein Sohn noch nicht so richtig, wie er das finden sollte), denn Thea wird von ihrer Tante Dora nicht am Bahnhof abgeholt und Robby hat gewissermaßen durch eine Wasserschlacht, die die Adresse der Tante auf einem Brief unleserlich gemacht hat, Schuld an der ganzen Sache. Da ist es doch Ehrensache, dass er Thea die Nacht nicht alleine verbringen lässt, sondern sie mit zur Räuberhöhle nimmt. Später muss dann natürlich trotzdem die Tante gefunden werden, was sich als ziemlich schwierig herausstellt. Außerdem erfahren Robby und Thea dabei zufällig den Plan von zwei echten Dieben…

Wunderschöne Illustrationen

Das Buch lässt sich sehr gut lesen und durch die wunderschönen Bilder macht die Lektüre gleich noch mehr Spaß. Auch meinem Sohn gefallen die Bilder sehr gut. Das hat er tatsächlich mehrfach betont. Und auch ich finde sie herrlich. Sie sehen einfach nach einer abenteuerlichen und tollen Kindheit aus. Ja, sie sind freundlich und herzlich in bunten Farben gemalt und laden einen dazu ein, von Sommertagen zu träumen, an denen Lagerfeuer, barfuß durchs Gras laufen, herumstromern und ähnliches auf dem Tagesplan stehen.

Spannende Geschichte mit sympathischen Figuren

Genauso leicht, aber auch spannend ist die Geschichte selbst. Robby ist ein äußerst sympathischer Junge, den man sofort in sein Herz schließt. Aber auch alle anderen Figuren sind toll. Naja, der Holzkopf, der Robby ständig in die Quere kommt, natürlich nicht, doch die gemeinen Figuren machen Geschichten ja nur noch authentischer und spannender.

Wir haben das Buch ratzfatz durchgelesen. Wir mussten schließlich wissen, ob Robby Thea tatsächlich am Bahnhof abholt und was dann mit ihr passiert. Und danach geht ja alles genauso spannend weiter. Da konnten wir das Buch auch nicht weglegen und schon waren wir an seinem Ende angekommen und nun möchte das Bücherwürmchen weitere Bände aus der Reihe lesen. Und wenn ich ehrlich bin, würde ich ihm diese auch wieder gerne vorlesen…

Übrigens ist der Name des Ortes, in dem Robby lebt, auch klasse: Jottwede. Kindern sagt das zwar nichts, aber ich hatte beim Lesen meinen Spaß daran.

Robby aus der Räuberhöhle von Barbara Landbeck, Jumbo, ISBN: 978-3-8337-3529-5,

Rezension: Sherlock Holmes, der Meisterdetektiv

Es ist wichtig, dass es für Kinder, die gerade lesen lernen, Bücher gibt, mit denen sie ihre neuen Fertigkeiten ausprobieren und üben können. Ja, Erstlesebücher sind wichtig. Dennoch stehe ich vielen kritisch gegenüber, da es leider auch einige gibt, die recht inhaltslos und langweilig sind, was die Leselust nicht unbedingt steigert.

Vom Arena Verlag gibt es für Erstleser die Reihe Bücherbär, die Bücher für verschiedene Leseniveaus bereit hält. Besonders gut gefallen mir innerhalb dieser Reihe die „Klassiker für Erstleser“. In einfachen Texten können Kinder hier selber Kinderbuchklassiker wie Robin Hood oder Nils Holgersson kennen lernen.

Auch von Sherlock Holmes, dem Meisterdetektiv gibt es Bücher. Wir haben gerade das neuerschienene Buch „Sherlock Holmes, der Meisterdetektiv – Das Rätsel um den schwarzen Hengst“ gelesen. Geübte Erstleser (entspricht etwa der zweiten Klasse) kommen mit diesem Buch schon gut zurecht. Schwierig sind natürlich immer die englischen Namen, von denen man zu Beginn des Buches jedoch eine Aussprachehilfe bekommt. Die Bedeutung der Wörter Pyjama und Jockey wird hier ebenfalls geklärt. Die Aussprache der Wörter werden sich viele Kinder über das Buch hinweg nicht merken können, aber das macht nichts. Solange die Kinder das Buch nicht jemandem vorlesen, können sie die Namen für sich erfassen und sprechen sie im Kopf eben so aus, wie sie sie lesen.

In dem Buch werden Kinder toll in die Welt von Sherlock Holmes eingeführt. Sie begegnen wichtigen Personen wie John Watson oder Professor James Moriarty, besuchen die Baker Street 221b und hören etwas von Scotland Yard. Es ist ein schöner Einstieg in die englische Krimiwelt.

Inhaltlich geht es um einen gestohlenen Hengst, denn Moriarty möchte sich an Sherlock Holmes rächen. Zunächst lässt er dem Meisterdetektiv einen rätselhaften Brief bringen, welchen Sherlock Holmes nicht schlafen lässt, doch dann entwickelt er mit Watson einen Plan…

Das Buch ist spannend, ohne aber für Kinder zu aufregend zu sein. Man fiebert mit Sherloch Holmes mit, kann einiges vorausahnen, aber wird dann doch von gefährlichen Momenten überrascht. Kinder, die Spaß an Detektivgeschichten haben, werden auch dieses Buch gerne lesen. Vor allem ist es auch ein Buch, welches Jungen zum Lesen verlocken kann, ohne dass dabei auf Themen wie Superhelden oder Fußball zurückgegriffen werden muss.

Es ist ein Buch mit bunten und stimmungsvollen Illustrationen, in dem jedoch der Text letztendlich dominiert. Die Sätze sind jedoch meist recht kurz gehalten ohne langweilig und monoton zu klingen – perfekt eben für fortgeschrittene Leseanfänger.

Copyright: Arena Verlag

Sherlock Holmes, der Meisterdetektiv – Das Rätsel um den schwarzen Hengst (Der Bücherbär) von Oliver Pautsch nach Motiven von Sir Arthur Conan Doyle, illustriert von Dominik Rupp, Arena Verlag, ISBN: 978-3-401-70770-9, 7,99€

Rezension: Kuschel ist weg!

Ihr wisst ja, dass ich mich sehr für die Schreib- und Leseförderung von Kindern einsetze. Es ist toll, wenn ihnen die Möglichkeit gegeben wird, in diesen Bereichen gefördert zu werden. Richtig klasse ist es natürlich, wenn aus einem solchen Projekt dann sogar ein richtiges Buch herauskommt, insbesondere wenn eigene Bücher für die Kinder keine Selbstverständlichkeit sind. Und so bin ich wirklich beeindruckt von dem Projekt des Autors Günter von Lonski, der gemeinsam mit Kindern zwischen 6 und 14 Jahren aus dem NaDu Kinderhaus in Hannover, einen Krimi entwickelt hat. Das Buch „Kuschel ist weg! Ein Kinderkrimi aus Hannover“ beeinhaltet viele Ideen der Kinder, die genannten Orte und Personen sind ihnen bekannt beziehungsweise spielen sie sogar selber in der Geschichte mit. Herausgekommen ist ein lesenswertes Buch, egal ob man aus Hannover kommt oder nicht. Der Regionalbezug ist zwar vorhanden, aber man kann das Buch genauso gut lesen, ohne die Orte zu kennen.

Wo ist Kuschel nur?

In dem Buch ist das Kaninchen Kuschel vom Stadtteilbauernhof abhanden gekommen – ganz klar eine Aufgabe für die NaDu-Detektive. Ab und zu lässt ihr Interesse an der Suche nach dem Kaninchen zwar nach, aber ansonsten tragen sie mit vielen Ideen dazu bei, Spuren von Kuschel zu verfolgen. Immer wieder haben sie neue Ideen, was mit Kuschel passiert sein könnte, oder wie sie ihn wiederfinden könnten. Dabei geht zwar ab und zu etwas schief und der wenig sympathische Herr Meiderich landet sogar im Krankenhaus, doch die NaDu-Detektive geben so schnell nicht auf. Sind sie am Ende auf der richtigen Fährte und können Kuschel zurück zum Bauernhof bringen?

Authentische Geschichte

Die Personen in der Geschichte kommen sehr authentisch herüber und man sieht sie förmlich vor sich. Die Ideen, die hier verarbeitet wurden, kennt man eher nicht aus anderen Büchern, aber sie wirken dennoch überhaupt nicht fehlplatziert. Im Gegenteil, sie entstammen aus der Welt und den Gedankengängen der Kinder, aber wurden so verarbeitet, dass man sie nicht als „Kinderkram“ abtut, sondern sie als erfrischend und „wie aus dem Leben genommen“ empfindet. Das ganze Buch lässt sich gut lesen und es ist interessant, wie die NaDu-Detektive vorgehen und zusammenhalten.

Die Illustrationen in dem Buch kommen übrigens auch von den Kindern. Schön, dass sie an so vielen Stellen miteinbezogen wurden, so dass es nun wirklich ihr Buch ist.

Auch wenn dieses Buch von Kindern mitentwickelt wurde, so ist es dennoch ein Buch, das ich kleinen Krimifreunden empfehlen kann. Vielleicht sogar gerade aus diesem Grund. Es ist auf jeden Fall lesenswert!

Kuschel ist weg! Ein Kinderkrimi aus Hannover von Günter von Lonski und die NaDU-Detektive, Verlag Monika Fuchs, ISBN: 978-3-947066-01-8,

Rezension: Meine Mini-Bibliothek

Kennt ihr schon die Mini-Bibliothek? Oh, die ist so wunderbar und ich finde, die braucht jeder Bücherliebhaber unbedingt.

Man kauft eine Box, die man später als kleines Zimmer aufstellen kann. In der Box befinden sich Bastelsätze für 30 kleine Mini-Bücher und ein Mini-Bücherregal.

Märchen, Sachbücher, Bücher zum Selbermachen

Unter den Büchlein befinden sich viele Märchen, aber auch ein paar Sachbücher, wie z.B. ein Vogelbuch oder ein Weltatlas. Außerdem sind darunter 10 Büchlein, die man noch selber gestalten kann: Tagebücher, Kritzelbücher sowie Bücher, in die man eigene Geschichten schreiben kann. Da muss man natürlich schon in der Lage sein, ganz klein zu schreiben.

Um die Bücher herzustellen, muss man Streifen mit Text und Bildern ausschneiden, wie eine Ziehharmonika falten und dann nur noch in den Buchumschlag kleben – alles kein Problem. Wenn man möchte kann man nach diesem Prinzip natürlich auch noch weitere Büchlein herstellen. Es ist so einfach, aber man kommt ja oft von selbst auf solche Ideen nicht.

Bei uns schließen sich die Büchlein leider nicht ganz so schön, wie auf den Bildern zu der Mini-Bibliothek, aber gerade wenn man mehrere Büchlein fertig hat, dann stehen sie dennoch schön nebeneinander im Regal. (Ich habe aber auch gesehen, dass bei den Fotos ein wenig gemogelt wurde: Die Bücher stehen dort teilweise ohne die Innenseiten im Regal und sehen deswegen dort so perfekt aus.)

Der Text der Märchen ist natürlich stark gekürzt (alle Bücher haben insgesamt nur neun Doppelseite, inklusive Titel und Ende), aber darauf kommt es hier letztendlich nicht an. Wir lesen sie einfach, weil es nett ist die kleinen Büchlein in den Händen zu halten. Es gibt sogar farbige Illustrationen. Die schwarz-weißen Bilder empfindet mein Sohn teilweise als gruselig.

Mama und Kind haben Spaß an den Büchlein

Etwas schade finde ich, dass die Box in rosa gehalten ist, denn so macht sie von außen ein wenig den Eindruck, dass es sich um ein Produkt für Mädchen handelt. Es ist zwar schade, dass man diese Einteilung im Kopf vornimmt, aber viele Kinder sehen es leider so. Ich kenne einige Jungen, die das Ganze nur deshalb nicht anfassen würden, weil es in rosa (in ihren Augen eine „Mädchenfarbe“) ist. Und das ist schade, denn auch wenn viele Jungen vielleicht keine Puppenstube besitzen, in der man das Bücherregal prima integrieren könnte, haben sie dennoch Spaß an den Mini-Büchlein. Mein Sohn hat sich gerne mit mir zusammen hingesetzt um die ersten Büchlein zu basteln. Er hat schon eine kleine eigene Wichtelgeschichte verfasst und morgens direkt nach dem Aufstehen weitere Büchlein ganz alleine zusammengebastelt. Beim Schreiben der Geschichte habe ich ihm geholfen, da er noch nicht so klein schreiben kann, aber er hat dann noch die Bilder dazu gemalt.

Bücherwürmchens Geschichte

Die Geschichte des Wichtels

Es war einmal ein Wichtel. Der wollte nicht mehr alleine sein. Drum beschloss er den Wolf zu fragen. Er ging in den Wald. Dort übersah er eine Fallgrube und fiel hinein. Der Wichtel konnte gut klettern. Drum kletterte er die Fallgrube hoch und fragte den Wolf, ob er ihm helfen könnte. Der Wolf sage: „Du kannst ja mal den Specht fragen. Der sucht auch einen Freund.“ Der Specht freute sich über die Nachricht und sie wurden beste Freunde und erlebten viele Abenteuer.

Die Mini-Bibliothek ist also nicht nur eine nette Sache, sondern sie fordert Kinder auch dazu auf, selber zum Stift zu greifen und Geschichten zu erfinden. Rund herum, meines Erachtens, eine sehr gelungene Sache.

Wir haben noch nicht alle Bücher fertig gebastelt, werden es aber demnächst sicherlich tun. Und wir wissen auch schon, wo das Bücherregal am Ende hinkommen soll: Vor die Wichteltür unseres Hauswichtels. Dann kann sich unser Hauswichtel dort wie in einer Bibliothek die Büchlein ausleihen, lesen und wieder in das Regal stellen. Ach, darauf freue ich mich schon!

Meine Mini-Bibliothek – 30 kleine Bücher zum Basteln, Lesen und Sammeln von Daniela Jaglenka Terrazzini, Laurence King Verlag,  ISBN: 978-3-96244-002-2, 18€