Blogtour: Neue Abenteuer auf Rügen

Heute macht die Blogtour rund um das Buch „Neue Abenteuer auf Rügen – Lilly, Nikolas und die Kraniche“ Station bei mir. Welche spannenden Beiträge bereits online gegangen sind und welche noch folgen, findet ihr in einer Übersicht am Ende dieses Artikels. Es gibt auf jeden Fall eine ganze Menge über das Buch sowie über Rügen zu erfahren – vor allem für Familien, die auf der Suche nach ein paar guten Ausflugsideen sind, ist einiges dabei.

Am Ende der Blogtour gibt es dann beim Verlag Biber und Butzemann noch ein Gewinnspiel, das ihr nicht verpassen solltet!

Lilly und Nikolas reisen mit ihren Eltern immer wieder an interessante Orte, zum Großteil in Deutschland, wo sie spannende Ferien erleben. Bereits zum zweiten Mal geht es in dem Buch „Neue Abenteuer auf Rügen – Lilly, Nikolas und die Kraniche“ nach Rügen. Dieses Mal kommen sie auf einem Bauernhof unter.  Natürlich unternehmen sie wieder viele Ausflüge, die gleichzeitig gute Tipps für den eigenen Urlaub sind. Es geht u.a. zu den Leuchttürmen an der Nordspitze der Insel, zum Dinopark und zu Karls Erlebnis-Dorf. Aber dann gibt es auch noch eine große und besondere Aufgabe für die Kinder: Sie kümmern sich gemeinsam mit dem Tierarzt  um einen kleinen Kranich, der alleine zurück gelassen wurde.

Das Buch: Neue Abenteuer auf Rügen – Lilly, Nikolas und die Kraniche von Steffi Bieber-Geske, illustriert von Claudia Gabriele Meinicke, Biber & Butzemann, ISBN: 978-3-942428-72-9, 13,99€

Die Erlebnisse der Geschwister so wie die besonderen Örtlichkeiten auf Rügen werden in dem Buch in tollen Aquarellbildern von Claudia Gabriele Meinicke dargestellt. Über ihre Arbeit und die Entstehung der Bilder könnt ihr heute etwas im Interview mit ihr erfahren. Die Bilder, die ihre Aussagen so wunderbar unterstreichen, hat sie mir für dieses Interview freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Das Copyright aller Bilder liegt bei Claudia Gabriele Meinicke.

Liebe Claudia Gabriele Meinicke, Sie haben das Buch „Neue Abenteuer auf Rügen“ illustriert. Vielleicht können Sie sich und Ihre Arbeit zunächst einmal kurz vorstellen.

Ich bin fast 50 Jahre alt, lebe mit meinem Mann in Merseburg, habe einen erwachsenen Sohn und male leidenschaftlich gern. Am liebsten male ich mit Aquarellfarben und halte meine Eindrücke gleich vor Ort mit Pinsel und Farbe fest.

Mir fällt es bei meinen Rezensionen häufig schwer, etwas zu den Bildern in Büchern zu schreiben. Es wäre schön, wenn Sie uns einmal etwas zu Ihrer Zeichentechnik sagen könnten. Wie malen Sie, was ist Ihnen dabei wichtig und was möchten Sie mit Ihren Bildern ausdrücken?

Das Wort „Aquarell“ leitet sich vom lateinischen Wort aqua, für Wasser ab. Aquarellfarben sind also Wasserfarben. Im Gegensatz zu den Deckfarben, die im Schulmalkasten enthalten sind, sind sie überwiegend durchscheinend. Es gibt auch keine Malfarbe „Weiß“. Wenn man weiße Stellen benötigt, so muss man sie freilassen, so dass das weiße Papier zu sehen ist. Es gibt verschiedene Techniken der Aquarellmalerei z.B. unterscheidet man in Abhängigkeit von der Wassermenge in Nass- und Trockentechniken. Bei den Kinderbuchillustrationen male ich mein Motiv auf Aquarellpapier zart mit Bleistift vor und anschließend wird mit weniger Wasser, einem feinerem Pinsel und Aquarellfarbe auf trockenem Papier das Motiv farbig gestaltet.

Es gehört schon ein wenig Übung zum Malen mit Aquarellfarben. Hat man sich aber erst einmal in die Aquarelltechnik verliebt, lässt sie einen nicht mehr los. Zahlreiche ältere Kinderbücher sind von Aquarellkünstlern liebevoll illustriert worden. Wer kennt sie nicht die zauberhaften Charaktertiere von Beatrix Potter oder die wunderbaren Kinderszenen von Carl Larsson? Sie haben auch mich Leseratte durch meine Kindheit begleitet. Ich würde mir wünschen, dass die heutigen Kinder sich ebenfalls für schöne Bücher begeistern können und ihnen auch meine Bilder gefallen. Ich hoffe, dass sie durch die Reiseabenteuer des Kinderbuchverlags Biber & Butzemann mit den farbenfrohen Bildern animiert werden, die bunte (Ferien-)Welt mit eigenen Augen zu entdecken.

Das Buch „Neue Abenteuer auf Rügen“ ist das zweite Ferienabenteuer von Lilly und Nikolas auf Rügen. Allerdings wurde das erste Buch von Stephan Pohl illustriert und auch die anderen Geschichten von Lilly und Nikolas wurden teilweise von verschiedenen IllustratorInnen illustriert. Inwiefern beeinflusst dies die Arbeit? Gibt es bestimmte Absprachen oder Dinge, an die sich alle halten?

Lilly und Nikolas sind Geschwister, Lilly ist jünger und blond, während Nikolas dunkle Haare hat. Diese Vorgabe bekam ich von der Schriftstellerin Steffi Bieber-Geske, die gleichzeitig auch die Verlegerin des Buches und Mutter zweier Kinder in dem Alter ist, wodurch die beiden indirekt die Vorlage bilden. Vorherige Lilly und Nikolas Abenteuer anderer Illustrator­Innen habe ich auch studiert. Jeder Illustrator hat aber seine eigene Handschrift, so dass Lilly und Nikolas etwas unter­schiedlich ausfallen. Dies hier sind „meine“ Lilly und „mein“ Nikolas, so wie sich mich beide durch das Buch begleitet haben.

Inwiefern orientieren sich Ihre Bilder an der Realität und an welchen Stellen kommt Ihre eigene Phantasie dazu?

Bei den Reiseabenteuern des Verlags Biber & Butzemann kommt es eher darauf an, dass die Kinder die beschriebenen Orte entdecken können. So sind die beschriebenen Landschaften oftmals detailgetreu abgebildet.

Kommen also die kleinen Leser der neuen Abenteuer auf der Insel Rügen (so wie Lilly und Nikolas im Kapitel 4) an den berühmten Kreidefelsen Königsstuhl, dann werden sie nach einer kleinen Wanderung genau diese im Buch ausführlich beschriebene Aussicht genießen können.

Gab es bei dem Buch „Neue Abenteuer auf Rügen“ besondere Herausforderungen für Sie?

Oh ja, die gab es. Das Abenteuer von Lilly und Nikolas dreht sich diesmal um das Thema Kraniche. Ich habe unzählige Bilder betrachtet, Graukraniche auf den Feldern beobachtet und Bücher gewälzt und so eine Menge über Kraniche gelernt. Der junge Kranich in der Geschichte musste also in verschiedenen Altersstufen gezeigt werden. Dabei bekamen wir (die Autorin und ich) große Unterstützung von der Kranichexpertin Beate Blahy, damit auch meine Kranichbilder überzeugen und keine fachlichen Fehler aufweisen.

Welchen Bezug haben Sie selbst zu Rügen und wie sah Ihre Recherche zu dem Buch aus?

Geboren und aufgewachsen bin ich in Mecklenburg. Den großen Abenteuerspielplatz „Natur“ habe ich mit meinen Geschwistern durchstreift. Auch ich habe, wie Lilly, einen älteren Bruder, der mit mir am Ostseeufer Donnerkeile, Seeigel und Bernstein sammelte. Mit der Ostsee verbinde ich schöne Kindheitserinnerungen. Ein wenig Ostseewasser schwappt immer noch durch meine Adern und es zieht mich immer wieder dorthin.

Haben Sie einen Lieblingsort auf Rügen und welcher ist es?

Der schönste Platz auf der Insel ist im Nationalpark Jasmund, wenn man nach langer Wanderung durch die geheimnisvollen alten Buchenwälder das Steilufer am Kieler Bach erreicht und über eine Treppe an den steinigen Strand hinuntersteigen kann.

Wohin fahren Sie selbst am liebsten in den Urlaub?

Wohin ich auf der Insel fahre, ist bei den vielen landschaftlichen Reizen nicht zu entscheiden. Will ich lieber an die wilde Steilküste, oder in die Nähe der bunten weiten Wiesen von Ummanz, in die hügelige Landschaft der Zickerschen Berge, auf einen ruhigen Bauernhof im Hinterland, in die mondänen Jachthäfen oder die reizvollen Bäderorte? Das kann ich meist nicht entscheiden. Glücklicherweise liegt alles so nah beieinander auf der Insel, dass Erwachsene und Kinder jeden Tag etwas anderes sehen und erleben können. Wann ich aber sehr gerne auf die Insel fahre, ist Anfang Juni, die Zeit der Mohnblüte, wenn die naturbelassenen Feldränder in einem roten Feuer an Mohnblüten erglühen.

Welche Landschaft malen Sie besonders gerne?

Da habe ich keine Vorlieben. Ich male gern, wo ich mich wohlfühle und versuche diese schöne Erinnerung irgendwie mit meinem Pinsel einzufangen. Was aber immer wieder ein Thema ist – „meine“ Ostsee.

Vielen Dank für das Interview!

Ich bedanke mich ebenfalls. Es hat mir großen Spaß gemacht.

Hier nun noch alle weiteren Beiträge und Termine der Blogtour auf einen Blick:

3.4.: Insidertipps: Regionale Kinderbücher
http://kinderbuchlesen.de/
4.4.: Rügen – Ein Familienabenteuer
https://www.kinderchaos-familienblog.de/
6.4.: Interview mit der Autorin
http://kinderbuch-detektive.de/
7.4.: Kraniche an der Ostsee
http://kuestenkidsunterwegs.blogspot.de/
8.4.: Gewinnspiel (beim Biber & Butzemann Verlag)
http://www.biber-butzemann.de/

Und wenn ihr noch nach mehr Ferienabenteuern an der Ostsee sucht, dann schaut doch mal in die Buchvorstellungen zu „Abenteuer an der Mecklenburgischen Ostsee“ und „Biber Paul auf Reisen –  Rostock-Warnemünde“ rein.

Spannende Zeitreise in die Zeit von Goethe

Nach den Büchern „Mit der Hammelmöhre in die Steinzeit“ und „Mit der Saubohne zu den Wikingern“ gibt es nun endlich ein neues Abenteuer von Mette und Theo mit dem magischen Tulpenbaum: Mit dem Schinkenwurz zu Goethe

Mette und Theo helfen wieder die Samen alter Gemüsesorten für Almas geheimen Garten zu finden. Dieses Mal reisen sie nach Weimar um dort die Samen der Nachtkerze zu finden. Dabei laufen sie nicht nur Gustel über den Weg, sondern begegnen auch seinem Vater Goethe. Es geht auch in diesem Abenteuer wieder spannend zu. In der heutigen Zeit begegnet ihnen ein unheimlicher Mann, der scheinbar etwas über das Geheimnis des Tulpenbaums weiß und in der Goethezeit haben Mette und Theo nicht nur Schwierigkeiten die Samen, die sie zur Rückreise benötigen, zu finden, sondern müssen auch um den Tulpenbaum bangen, der von der Esplanade entfernt werden soll um die Herzogin nicht zu stören…

Eine seltene Epoche im Kinderbuch

Auf den ersten Blick scheinen die Rahmenbedingungen der Geschichte vielleicht nicht sonderlich spannend zu sein, aber ich finde es gerade toll, dass hier mal nicht ein übliches geschichtliches Thema für Kinder verwendet wird. Klar, erst einmal werden Kinder zu Themen wie Steinzeit und Wikinger und ähnliches greifen. Goethe und seine Zeit wird ihnen nicht unbedingt etwas sagen. Aber wenn Kinder bereits die ersten zwei Bücher aus der Reihe „Almas geheimer Garten“ gelesen haben, werden sie auch neugierig sein, wie es mit Mette und Theo weitergeht und wohin sie der Tulpenbaum beim nächsten Mal bringt und schwupps befinden sie sich im Weimar der Goethezeit. Hier können Kinder mal eine andere Epoche als sonst kennen lernen. Und gerade weil es zu dieser Thematik kaum vergleichbare Bücher gibt, war ich auf den Inhalt sehr gespannt. Das Buch hat knapp 80 Seiten – was kann man da überhaupt verständlich hineinpacken?

Viele historische Hintergründe eingebaut

An dieser Stelle muss ich ein großes Lob an die Autorin Birgit Hedemann aussprechen. In diesem Buch steckt unglaublich viel drin, was man zunächst vielleicht gar nicht so annehmen würde. Natürlich kann alles nur kurz angerissen werden, aber man bekommt beim Lesen dennoch einen Eindruck der Zeit und man wird neugierig auf die Hintergründe, die man im besten Falle gemeinsam mit den Eltern oder in der Schulklasse ein wenig ergründet. Selbst ich als erwachsene Leserin habe mir zu dem einen oder anderen angesprochenen Punkt in diesem Buch noch einmal ein paar weitere Informationen geholt. In dem Buch ist einfach nichts dem Zufall überlassen worden. Hier steckt unheimlich viel Wissen drin, welches einen aber nicht überfordert, sondern in kindgerechter Form passgenau in die Geschichte mit eingebunden wird. Das ist wurde wieder einmal richtig gut gemacht.

Allein die Reise zu Goethe ist genial ausgewählt. Sie führt uns nicht nur nach Weimar, sondern auch zu einem echten Pflanzenkenner, denn Goethe hat sich in seinem Leben intensiv mit Botanik beschäftigt. Er kommt also nicht nur als wichtige geschichtliche Persönlichkeit in diesem Buch vor, sondern er passt auch hervorragend zu dieser Bücherreihe, in der es neben den Reisen in die Vergangenheit ja auch um alte Pflanzen geht.

Der Leser erfährt in dem Buch direkt ein wenig aus dem Leben Goethes. So treffen Mette und Theo hier auf seinen Sohn Gustel (August) und sie dürfen auch das Gartenhaus im Weimarer Ilmpark besuchen.

Alte Berufe wie der Putzmacher sowie der Verkauf des Fleischs in einer Fleischbank werden genannt, wir begegnen der Herzogin Anna Amalia, erleben wie beschwerlich und gefährlich das Reisen in Postkutschen war und hören alte Worte wie „schlampampen“ (schlemmen) oder „Eisenkuchen“ (Waffeln). Natürlich tragen Mette und Theo auch bei diesem Abenteuer die übliche Kleidung der Zeit.

All dies sind Dinge, die neugierig auf mehr machen. Auch die Pflanze (Nachtkerze oder Schinkenwurz), um die es in diesem Buch geht, regt zu eigenen Nachforschungen an, denn sie hat spannende Eigenschaften und ist vermutlich den meisten Lesern erst einmal nicht bekannt. Sie hat aber auf jeden Fall wieder einen interessanten Namen.

Ein Buch zum Vorlesen und Selberlesen

Das Buch gehört zur Reihe „Die Bücher für geübte Erstleser“. Das Wort „geübte“ sollte man hier keinesfalls überlesen, denn für die allerersten eigenen Bucherfahrungen beim Lesen ist der Text noch zu umfangreich. Ansonsten bietet das Buch aber eine tolle Lektüre für Kinder, die dabei sind die Welt der Bücher lesend zu entdecken. Es gibt hier schon eine Geschichte mit mehreren Kapiteln in ordentlicher Länge, aber auf jeder Doppelseite befindet sich auch noch eine (schwarz-weiß) Illustration, was Kindern in diesem Alter noch sehr wichtig ist. Interessant sind hier die lebendigen Gesichtsausdrücke der Figuren, die die Gefühle und Gedanken sehr gut widerspiegeln.

Jüngeren Kindern ab circa fünf Jahren kann man das Buch auch schon prima vorlesen.

Insgesamt kann ich auch dieses Buch der Reihe wieder vollständig empfehlen: Spannend, interessant und gut zu lesen, einfach eine fesselnde und informative Lektüre, die die Neugier weckt!

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Almas geheimer Garten: Mit dem Schinkenwurz zu Goethe von Birgit Hedemann, illustriert von Maria Ernicke, Südpol Verlag, ISBN: 978-3-943086-39-3, 8,99€

Sisi für Kinder

Große Persönlichkeiten sind auch schon für Kinder interessant, denn ihr Leben verlief oft spannend. Nicht immer gibt es aber passende Bücher und Erzählungen in kindgerechter Sprache. Aber nun gibt es ja die neugierige Julie, die mit ihrer Mama ins Museum geht und dort ganz viel erfährt, was auch wir nun alles lesen dürfen und zwar in dem Buch „SISI – erzählt für Kinder, Das Leben der Kaiserin Elisabeth von Österreich“.

Das Buch beginnt etwas unvermittelt. Auf der linken Seite findet man noch die ISBN und ähnliche Angaben und rechts oben fängt ohne Überschrift dann der Text an. Es ist zwar noch nicht das erste Kapitel, aber es wird uns hier bereits erzählt, dass Julie mit ihrer Mama ins Museum geht um etwas über Sisi zu erfahren. Vom ersten Kapitel an erzählt dann die Mutter ihrer Tochter jede Menge über Sisi, von ihrer Kindheit bis hin zu ihrem Tod.

Zwischendurch werden immer mal wieder Fragen von Julie mit eingestreut. Das Ganze ist im Prinzip ein Dialog zwischen Mutter und Tochter, wobei der Großteil der Redeanteile an die Mutter fällt, die viel erzählt. Durch das Gespräch lassen sich viele schwierige Wörter, wie z.B. „Revolution“ durch die kindliche Frage geschickt erklären.

Das Museum selbst tritt völlig in den Hintergrund. Das Gespräch hätte sich genauso gut zu Hause ereignen können. Vielleicht hätte man die Rahmenhandlung sogar weglassen können. Man hätte auch einfach ein Buch in kindgerechter Sprache über Sisi herausbringen können, aber durch das Gespräch wirkt alles ein bisschen lebendiger und aufgelockerter. Außerdem gefällt es mir gut, dass hier Sachinformationen über eine Geschichte und nicht in einem typischen Sachbuch vermittelt werden.

Die Erzählung über Sisi ist insgesamt gut gelungen. Sie ist interessant und spannend erzählt und für Kinder gut verständlich. Sisi wird hier nicht verklärt, aber dennoch menschlich dargestellt. Auch die Ansichten und Erwartungen der Menschen aus dieser Zeit finden in dem Buch Berücksichtigung, so dass man Sisis Emotionen und Handlungen besser nachvollziehen kann. Kinder können bei diesem Buch ohne es zu merken und mit viel Freude einiges lernen und neugierig auf andere Menschen und Ereignisse in der Weltgeschichte werden. Darüber hinaus ist das Buch auch für Erwachsene durchaus interessant und kurzweilig zu lesen.

Die Illustrationen sind recht verträumt, passen aber sehr gut zu diesem Buch. Schön ist, dass man noch einen Suchauftrag für alle Bilder bekommen hat, so dass man sie wirklich intensiv betrachtet.

Als kleines Extra findet man am Ende des Buches Aufkleber, die teilweise Zeichnungen aus dem Buch zeigen.

Das Buch hat einen Einband aus weicher Pappe und wird innen mit einer Ringbindung zusammengehalten. Man könnte meinen, dass es dadurch nicht ganz so hochwertig wirkt, aber es lässt sich gut in der Hand halten und die Seiten lassen sich durch die Ringbindung gut blättern.

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Sisi – erzählt für Kinder von Nora Rath-Hodann und Anemone Kloos, JGIM Verlag, ISBN: 978-3-9504065-1-1, 14,90€

Opa Mammut erzählt

Kurz und knapp, humorvoll und als launige Erzählung, so wurde einem die Weltgeschichte bisher selten nahe gebracht. Dem Buch „Opa Mammut – Eine Familien- Weltgeschichte“ ist dies aber überaus gut gelungen und zwar so, dass die ganze Familie Spaß an diesem Buch hat und gemeinsam etwas lernen kann und vielleicht dieses Buch sogar zum Anlass nimmt, weiter in Büchern und im Internet nach Informationen zur Weltgeschichte zu suchen.

Opa Mammuts Familiengeschichte

Opa Mammut, der UrUrUrUrUr…Opa, sitzt am Feuer und erzählt, was seine Nachkommen über viele tausend Jahre erlebt haben. Es geht los mit dem Leben in der Höhle, über 10000 Jahre später staunt er über die sesshaft gewordenen Menschen und die damit einhergehenden Fortschritte der Menschheit, die sich so nach und nach ergaben. Errungenschaften wie die Räder kommen bei Opa Mammut ebenso zur Sprache wie Seuchen wie die Pest oder der Dreißigjährige Krieg. Opa Mammut erzählt bis zur Gegenwart. Dabei quatscht er munter drauf los. Der Text kommt locker und humorvoll herüber. Man hat richtig das Gefühl, dass hier jemand sitzt, der einem mündlich etwas aus dem Leben erzählt. Es wird gestaunt, gelobt und auch geschimpft. Nicht alles in der Geschichte der Menschen ist eben löblich und das erkennt Opa Mammut natürlich. Der erzählfreudige Opa schafft es auf 120 Seiten die Weltgeschichte zu erzählen. Es kann dabei selbstverständlich nicht all zu tief gehen, aber viele wichtige Etappen und Ereignisse werden angesprochen. Man bekommt eine gute Vorstellung von der Vielfalt des Lebens und davon, wie sich das menschliche Leben verändert und entwickelt hat.

Die Weltgeschichte wird hier als große Familiengeschichte dargestellt. Eine Generation folgt auf die nächste und trifft immer wieder auf Veränderungen.

Keine Nennung großer Namen

Ich bin mir noch nicht so ganz sicher, wie ich es finde, dass die Namen von historischen Persönlichkeiten nicht genannt werden, auch wenn an einigen Stellen ganz klar bestimmte Personen gemeint sind. Selbst von Jesus wird nur als „kleiner Junge“, der in Betlehem geboren wird, gesprochen.

Vielleicht reicht es als Überblick über die Entwicklung von der Altsteinzeit bis in die Zukunft, wenn man eine grobe Sicht der Dinge bekommt, wenn man also erfährt, wie sich die Welt so nach und nach in verschiedene Richtungen entwickelt hat. Die Persönlichkeiten selbst treten in den Hintergrund, die Errungenschaften und Fortschritte, aber auch die Probleme des Zusammenlebens, treten in den Vordergrund.

Als erwachsener Leser wird man beim Lesen an bestimmte Persönlichkeiten erinnert, aber manchmal reicht das eigene Halbwissen nicht, um auf den Namen der jeweiligen Person zu kommen oder man kann sich nicht mehr so richtig an die historischen Zusammenhänge erinnern, so dass man mit der kurzen Darstellung in diesem Buch hadert. Andererseits regt das Buch dazu an, sich an anderer Stelle schlau zu machen, zu recherchieren, Geschichten auf den Grund zu gehen und vielleicht sogar gemeinsam mit dem Kind weiter in die Weltgeschichte einzutauchen. Das kann natürlich auch äußerst spannend sein.

Kunstvolle Illustrationen

Das Buch enthält aber nicht nur einen lesenswerten Text, sondern es überzeugt auch durch die tollen Illustrationen. Diese sind es, die einem sofort nach dem Buch greifen lassen. Mindestens auf jeder zweiten Seite befindet sich ein ganzseitiges Bild. Auf diesen Bildern sieht man immer genau, worum es geht, so dass man auch beim bloßen Betrachten der Bilder die Veränderungen von Generation zu Generation und die wichtigen Stationen der Weltgeschichte gut erkennen kann. Die Bilder sind toll mit vielen kleinen Strichen gezeichnet. Sie passen einfach genau in dieses Buch und wirken wie aus der Vergangenheit entsprungen.

Der Verlag gibt ein Lesesalter ab 10 Jahren aus. Meines Erachtens kann man dieses Buch aber auch schon mit jüngeren Kindern lesen, wobei dann natürlich die Begleitung eines Erwachsenen erforderlich ist, um alles richtig einordnen zu können.

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Opa Mammut – Eine Familien-Weltgeschichte für Kinder von Dieter Böge und Bernd Mölck-Tassel, Jacoby & Stuart Verlag, ISBN: 978-3-946593-07-2, 19,95€

 

Eichhörnchen-Abenteuer

Bücherwürmchen ist nun 5 ½ Jahre alt. Bilderbücher finden wir immer noch toll, aber wir lesen nun auch immer häufiger Kinderbücher. Bücherwürmchen lauscht dabei immer ganz gespannt und wir lesen immer wieder Kinderbücher, die eigentlich für etwas ältere Kinder sind. Ich bin mir häufig nicht so ganz sicher, ob sie tatsächlich schon etwas für Bücherwürmchen sind, da es in solchen Büchern natürlich auch immer wieder Stellen gibt, die er noch nicht ganz verstehen kann, oder Witze und Anspielungen an seinem Vorschulhumor vorbei gehen.

Vor einiger Zeit haben wir „Die Nussknacker-Bande“ gelesen, ein Buch, welches laut Verlag für Kinder ab neun Jahren ist, was sicherlich u.a. daran liegt, dass man auch Ironie verstehen muss. Und tatsächlich hatte ich beim Vorlesen ab und zu das Gefühl, dass Bücherwürmchen sich ein bisschen langweilt, aber im Nachhinein habe ich festgestellt, dass er erstens eine ganze Menge aus dem Buch mitgenommen hat und dass ihn das Buch übers Lesen hinaus beschäftigt hat. Zwischendurch sprach er sogar von der Nussknackerbande als seinem aktuellen Lieblingsbuch.

Worum geht es in „Die Nussknacker-Bande“?

Die „Nussknacker“ sind natürlich Eichhörnchen. Als erstes lernen wir die Eichhörnchen mit grauem Fell kennen, Jip, Jed, Tschk Tschk und Chai und einige andere. Direkt wird es spannend, denn Jed wird von einem Habicht geschnappt und davon getragen, doch Tschk Tschk sieht, wie Jed in einiger Entfernung dem Habicht aus den Klauen fällt. Chai kann nicht glauben, dass sein Freund dem Habicht entkommen sein soll, aber dennoch macht er sich mit Tschk Tschk auf der Suche nach Jed. Ihr Weg führt sie immer an den „Summpfaden“ (Stromleitungen) entlang. Sowohl Jed als auch später Tschk Tschk und Chai treffen auf andere Eichhörnchen, Eichhörnchen  mit rotem Fell. Eine spannende Begegnung. Aber da ist noch etwas anderes, ein lautes Dröhnen, was niemand einzuordnen weiß. Später sehen sie dann die Männer mit den Motorsägen, die die Bäume entlang der Summpfade abholzen. Die Eichhörnchen bekommen Angst um ihr zu Hause. Was sollen sie nur tun? Wie können sie ihre Familie warnen und in Sicherheit bringen? Die Eichhörnchen müssen sich etwas einfallen lassen und Chai müssen sie auch noch wiederfinden, denn dieser ging verloren, als die armen Eichhörnchen mitten in die Abholzarbeiten gerieten…

Gar nicht so einfach vorzulesen…

Mein Mann fluchte über die Namen der Eichhörnchen. Er fand sie zum Vorlesen überhaupt nicht geeignet. Ich hingegen fand sie eigentlich ganz witzig und irgendwie passen sie zu keckernden Eichhörnchen. Allerdings muss ich zugeben, dass ich am Ende bei den ähnlich klingenden Namen gar nicht mehr so richtig wusste, wer eigentlich wer war, denn im Laufe der Geschichte kommen immer mehr Eichhörnchen hinzu. Auch Bücherwürmchen fragte manchmal nach, um wen genau es sich gerade handeln würde und nicht immer konnte ich ihm eine richtige Antwort geben.

In dem Buch passieren einige Abenteuer, aber alles ist trotzdem eher ruhig aufgeschrieben. Gerade am Anfang hatte man ein wenig das Gefühl, dass es nicht so recht vorwärts ging und irgendwie fehlte einem eine klar definierte „ Bande“. Unter dem Titel hatten wir uns zunächst etwas anderes vorgestellt. Daher auch meine Sorge, dass Bücherwürmchen sich langweilen könnte. Aber je weiter man in die Geschichte hineinkam, desto mehr wollte man auch wissen, wie es den Eichhörnchen ergehen würde.

Bücherwürmchen fand das Spiel „Seid wie Wasser“, bei dem sich die Eichhörnchen schlaff zu Boden fallen lassen, witzig. Das wollte er gerne nachspielen. Außerdem machen wir uns bei Autofahrten oder Spaziergängen nun immer auf die Summpfade aufmerksam.

Der besondere Pfiff fehlt diesem Buch leider. Ich hatte mir nach dem ersten Blick auf das Thema ein wenig mehr erwartet, aber Bücherwürmchen mag das Buch und es hat uns gut gefallen, dass die Freunde so gut zusammenhalten. Außerdem finde ich es gut, dass man in dem Buch eine Erklärung dafür tut, warum die Menschen die Bäume entlang der Stromleitungen fällen, auch wenn die Eichhörnchen um ihr Zuhause bangen müssen.

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Die Nussknacker-Bande von Lynne Rae Perkins, illustriert von Philip Wachter, übersetzt von Sigrid Ruschmeier, Aladin Verlag, ISBN: 978-3-8489-2081-5, 11,95€

Vorlesen für Erwachsene

In der Regel denkt man beim Vorlesen an das Vorlesen von Büchern für kleine Kinder, aber Vorlesen beschränkt sich nicht auf diese Personengruppe. So gibt es zum Beispiel immer mehr Vorleseaktionen für Senioren, aber auch in einer Partnerschaft kann man sich gegenseitig vorlesen. Ja, am Anfang mag es sich etwas merkwürdig anfühlen, wenn man es sich gemeinsam auf dem Sofa gemütlich macht und der eine dem anderen etwas vorliest, aber ist erst einmal die erste Unsicherheit überwunden, dann wird man schnell feststellen, dass dies ein wunderschönes Ritual sein kann. Auch in hektischen, stressigen Zeiten macht man auf diese Weise zumindest für 10 Minuten etwas gemeinsam, man kommt zur Ruhe und hört einander zu. Die Geschichte verbindet einen miteinander. Beide kennen den gleichen Text, der Grundlage für Gespräche und Gedankenanstöße sein kann.

Aber welche Bücher eignen sich dafür, um sie sich als Erwachsene gegenseitig vorzulesen? Im Prinzip natürlich alles, was beiden gefällt. Wir haben für uns festgestellt, dass sich besonders alte Kinderbuchklassiker und Krimis gut eignen. Man braucht etwas, was einen ein wenig fesselt, ein Buch, bei dem man wissen möchte, wie es weiter geht, denn ansonsten lässt man das Ritual schnell Abend für Abend ausfallen bis man gar keine Lust mehr auf das Buch hat. Schwierig sind Bücher, bei denen die Sätze sehr lang und verschachtelt sind. Das kann für den Zuhörenden anstrengend werden und man wünscht nur, dass der Vorlesende bald zum Ende kommt.

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Mein Mann und ich haben uns vor sechs Jahren das erste Mal in der Adventszeit „Das Weihnachtsgeheimnis“ von Jostein Gaarder vorgelesen. Damit hat es bei uns begonnen. Zunächst hat es über ein halbes Jahr gedauert bis wird das nächste Buch gemeinsam gelesen haben, aber seitdem lesen wir uns nun Abends, wenn die Kinder im Bett sind, abwechselnd ein Buch vor. Und im Advent kommt jedes Jahr „Das Weihnachtsgeheimnis“ dran.

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Vielleicht wollt ihr es auch mal ausprobieren, euch gegenseitig vorzulesen? Vielleicht ist dies ja sogar eine gute Idee für das neue Jahr. Dann könnt ihr hier mal einen Blick auf die Bücher werfen, die wir bereits gelesen haben. Ich staune gerade selber darüber, wieviel da mittlerweile zusammen gekommen ist und bin mir auch nicht ganz sicher, ob die Liste vollständig ist:

  • Das Weihnachtsgeheimnis von Jostein Gaarder
  • Bibbi Bokkens magische Bibliothek von Jostein Gaarder
  • Glenkill: Ein Schafskrimi von Leonie Swann
  • Garou: Ein Schaf-Thriller von Leonie Swann
  • Momo von Michael Ende
  • Der kleine Hobbit von J.R.R. Tolkien
  • Nils Holgersson von Selma Lagerlöf
  • Peter Pan von James Matthew Barrie
  • Onkel Toms Hütte von Harriet Beecher-Stowe
  • Reise um die Erde in 80 Tagen von Jules Verne
  • Tom Sawyers Abenteuer von Mark Twain
  • Huckleberry Finns Abenteuer von Mark Twain
  • Tintenherz von Cornelia Funke
  • Mord im Orientexpress von Agatha Christie
  • Die Tote im Götakanal von Maj Sjöwall und Per Wahlöö
  • Der Mann, der sich in Luft auflöste von Maj Sjöwall und Per Wahlöö
  • Endstation für neun von Maj Sjöwall und Per Wahlöö
  • Alarm in Sköldgatan von Maj Sjöwall und Per Wahlöö
  • Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand von Jonas Jonasson
  • Die Analphabetin, die rechnen konnte von Jonas Jonasson

Unsere buchigen Weihnachtsgeschenke

Wie sieht Weihnachten wohl bei Buchliebhabern aus? Ja, richtig, unter dem Weihnachtsbaum lagen für jeden ein paar Bücher, aber auch die Geschenke, die Bücherwürmchen und Büchermäuschen für Großeltern und Paten angefertigt haben, haben etwas mit Büchern zu tun.

Das große Bücherwürmchen (5 ½ Jahre alt) hat mit meiner Hilfe ganz tolle Tier-ABC-Bücher erstellt. Wir haben nach dem Vorbild von „1,2,3,4 Lieblingstier“ von Sabine Lohf für jeden Buchstaben des Alphabets ein Tier gebastelt, dieses haben wir fotografiert und dann aus allen Bildern ein Büchlein gemacht: Bücherwürmchens buntes Tier-ABC. Ja, ich gebe es zu, wir sind ganz stolz darauf, dass wir es geschafft haben, tatsächlich 27 Tiere zu basteln (für das „S“ haben wir uns selbst einen Seehund ausgedacht und die vorgeschlagene Spinne als „Sp wie Spinne“ angehängt) und wir finden unser kleines Büchlein ganz toll. Es kam auch überall sehr gut an.

Hier ein paar der Bilder:

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Büchermäuschen ist ja erst 1 ½ Jahre alt, aber von ihm soll es natürlich auch ein Geschenk geben. Er hat mit den Fingern bunte Farben wild auf einem großen Bogen Papier verteilt. Ich habe diesen Bogen dann zerschnitten und aus den bunten Papierstücken Lesezeichen gebastelt.

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Bücherwürmchen ist ganz stolz darauf, dass er auch ein Lesezeichen vom kleinen Bruder bekommen hat. Und sicherlich kann er es bei seinen neuen Büchern gut gebrauchen.

Nachdem wir neulich noch einmal Petzi-Bücher angeschaut haben und er dabei so viel Spaß hatte, hat er einen Petzi-Sammelband geschenkt bekommen. Außerdem hat er nun endlich sein gewünschtes „Klo-Buch“ erhalten. Der Papa sammelt auf dem Klo seine „Lustigen Taschenbücher“, welche bei Bücherwürmchen nur „Klobücher“ heißen. Er wollte so gerne auch mal eins haben… Er kann sich aber auch ganz vertieft diese Bücher anschauen und nun hat er das erste eigene „Lustige Taschenbuch“ bekommen. Richtig gut kam auch das personalisierte Buch an: „Bücherwürmchen und die Olchis“. Jedes Mal wenn ich etwas vorlas, was genau auf ihn zutraf, musste er grinsen, und er zerbricht sich nun den Kopf darüber, wie dieses Buch entstanden ist. Das ist ein großes, spannendes Rätsel für ihn.

Als die Raben noch bunt waren“ und „Das Traumfresserchen“ haben eine besondere Bedeutung für ihn. Vom erst genannten haben wir uns eine Musical-Aufführung angeschaut und „Das Traumfresserchen“ hat er mit der Oma in einem Puppentheater gesehen. Ich denke, die Bücher sind eine schöne Erinnerung.

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Büchermäuschen hat natürlich auch Bücher bekommen, allerdings nur zwei, damit er nicht allzu sehr mit Geschenken überhäuft wird. Das Wimmelbuch „Ein Jahr im Nationalpark Eifel“ haben wir uns mit Bücherwürmchen ganz oft aus der Bücherei ausgeliehen und ich wollte es uns schon seit langem mal kaufen. Nun hat der Kleine es bekommen. Außerdem gab es „Wo steckt Mathilda Huhn?“ von Axel Scheffler für ihn, da er das Buch „Kaninchen ist sooo müde“ aus der Reihe so gerne anschaut und viel Spaß daran hat, die Klappen zu öffnen (und diese dabei leider manchmal auch abreißt…).

Ich gebe zu, dass ich noch mehr Bücher für die Kinder besorgt habe, aber diese habe ich zunächst zurückgestellt und werde sie dann zu anderen Gelegenheiten schenken… Ja, das fällt mir schwer, aber man darf es ja wirklich nicht übertreiben…

Ich habe übrigens auch ein ganz tolles Buch geschenkt bekommen: „Ich habe auch gelebt! Briefe einer Freundschaft – Astrid Lindgren und Luise Hartung“. Ich bin gerade dabei, das Buch zu lesen und bin ganz begeistert – sehr interessant und informativ und wunderbar zu lesen. Wenn ich mit der Lektüre fertig bin, stelle ich euch das Buch gerne noch genauer vor.

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Darüber hinaus habe ich auch noch ein wunderschönes Notizbuch bekommen – mit Ledereinband. Darüber habe ich mich sehr gefreut und ich bin gespannt, ob ich es wagen werde, neue Blog-Ideen darin festzuhalten. Das Schöne ist allerdings, dass man in dieses Notizbuch ganz einfach neue Blätter binden kann, wenn es vollgeschrieben ist. Trotzdem muss ich mich überwinden, das erste Wort hineinzuschreiben…

Sehr gespannt bin ich übrigens auf unseren nächsten Besuch in der Buchhandlung, denn sowohl die Kinder als auch ich haben Buchgutscheine bekommen. Für Büchermäuschen müssen wir natürlich etwas aussuchen, aber Bücherwürmchen darf dann ganz alleine seine Wahl treffen und den Gutschein einlösen – zum ersten Mal. Mal schauen, was er sich aussuchen wird…

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Auch wenn es viele schöne andere Geschenke gab – Bücher gehören an Festtagen immer mit dazu! Bei euch auch?

 

Eine herrliche Freundschaft: Rigo und Rosa

Ungewöhnlicher als bei „Rigo und Rosa“ könnte eine Freundschaft wohl nicht sein, denn Rigo ist ein Leopard im Zoo und Rosa eine Maus. Ja, diese Freundschaft ist etwas ganz besonderes und sie birgt viele Momente zum Nachdenken und Schmunzeln. Rigo und Rosa muss man einfach lieb haben und es macht unheimlich viel Spaß etwas aus ihrem gemeinsamen Leben zu erfahren. Ihre Freundschaft ist geprägt von großem Vertrauen, von Zuneigung, Wertschätzung und ganz viel Wärme.

Allein der Beginn der Freundschaft zeigt uns bereits, auf was wir uns bei Rigo und Rosa einlassen. Rosa sitzt bei Rigo im Gehege und weint. Warum? Weil sie Angst vor bösen Tieren hat und so bittet sie Rigo: „Aber vielleicht könntest du mich ja beschützen?“ Rigo staunt nur über die kleine Maus, aber diese lässt ihm einfach gar keine andere Wahl und fordert ihn kurz darauf direkt auf: „Komm her und beschütz mich!“ Und Rigo tut, was Rosa möchte. Er kann gar nichts anderes mehr tun, denn Rosa vertraut ihm, denn das Vertrauen kann er nicht totbeißen.

Rigo und Rosa unterhalten sich sehr viel und dabei wird es nie langweilig. Sie haben viele schlaue Gedanken, aber alles lässt sich sehr gut lesen und der Spaß kommt hier ebenfalls nie zu kurz. Es geht über Dinge, die man weiß oder nicht weiß, um nah und fern sein, um das Erschaffen neuer Wörter, darum ob alles besser wäre, wenn man es neu machen könnte und vieles andere. Es ist schwer über die Texte in diesem Buch zu schreiben, denn sie haben ihre ganz eigene Dynamik, die man einfach selber lesen muss:

Rigo grinste.

Ja, das fand er auch,

dass er ein primafeiner Leopard war.

Er sah an seinem schönen Fell herunter

und streckte sich. Dann meinte er:

„Aber ich könnte ja auch etwas dazulernen.

Eine gewisse Mausigkeit sollte doch auch jetzt noch lernbar sein.

 

 

Rigo grinste:

„Weise ist der Wolf, wenn er weiß, dass er dich

nicht kriegen kann, und dir die Freude macht, es dennoch zu versuchen.“

[…]

„Wäre es weise von mir, wenn ich dem Wolf

eine Freude machen und mich fangen lassen würde?“

Rigo zwinkerte:

„Wenn es dich interessiert,

wie ein Wolf von innen aussieht…“

Die Texte in dem Buch alleine sind schon herrlich, aber dazu kommen noch die wunderbaren und herzerwärmenden Bilder von Kathrin Schärer. Sie drücken wahnsinnig viel Lebensgefühl aus, jede Emotion von Rigo und Rosa wird in ihnen deutlich und die beiden Freunde erobern das Herz von einem im Sturm.

Nicht jedes Kind ist direkt für ein solches Buch zugänglich, aber man muss auch nicht unbedingt direkt philosophieren oder ins Gespräch kommen. Man kann das Buch auch einfach als schöne Freundschaftsgeschichte lesen und wenn man es dann ein, zwei Jahre später noch einmal hervor nimmt, geht man mit den Geschichten vielleicht schon ganz anders um.

Rigo und Rosa“ ist eine wahre Bücherperle, die man am besten ganz in Ruhe Kapitel für Kapitel genießt, damit man ganz lange etwas von ihr hat. Die einzelnen Geschichten sind relativ kurz, so dass sie sich prima zum Vorlesen eignen.

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Rigo und Rosa von Lorenz Pauli und Kathrin Schärer, Atlantis Verlag, ISBN: 978-3-7152-0710-0, 16,95€

70 Jahre Oetinger Verlag: Das Beste von Oetinger

Dieses Jahr ist der Oetinger Verlag 70 Jahre alt geworden! Da sage ich aus ganzem Herzen „Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für viele, viele wunderschöne Bücher.“ Ja, der Oetinger Verlag ist einer der Verlage, die ich als erstes bewusst wahrgenommen habe und er ist einer meiner allerliebsten Verlage, denn immerhin sind hier die Bücher von Astrid Lindgren herausgekommen. Aber nicht nur die Astrid Lindgren-Bücher gibt es beim Oetinger Verlag, sondern auch die Bücher von Willi Wiberg, die Bücher von Pettersson und Findus sowie von Mama Muh, die Bücher von Franz, von den Olchis, vom Sams und vielen andern Kinderbuchhelden. Der Oetinger Verlag macht einfach ganz viele tolle Bücher und das muss natürlich gefeiert werden. Der Verlag hat aus diesem Anlass ein paar Sonderausgaben zu den bekanntesten Figuren herausgebracht. So sind z.B. die Bücher „Das Beste von den Olchis“, „Das Beste vom Sams“ und „Das Beste von Astrid Lindgren“ erschienen.

Und als besonderes Highlight gibt es auch den Band „Das Beste von Oetinger“. Hier bekommt man einen guten Überblick über die beliebten Kinderbuchhelden, die beim Oetinger Verlag ein Zuhause bekommen haben. Es gibt Geschichten von Paul Maar, James Krüss und Astrid Lindgren sind vertreten, Bilderbuchgeschichten wie „Findus zieht um“ oder „Die kleine Hexe hat Geburtstag“ sind ebenso dabei wie Geschichten aus längeren Geschichten wie „Der kleine Ritter Trenk und das Schwein der Weisen“ oder „Vorsicht, die Herdmanns schon wieder!“. Aus manchen Büchern sind auch gleich mehrere Geschichten abgedruckt, wie z.B. aus Kirsten Boies Buch „Sommer im Möwenweg“. Auf jeden Fall bietet dieses Buch der ganzen Familie jede Menge Vorlese- und Lesespaß. Alle Geschichten kann man gut lesen, auch wenn sie teilweise nur ein kleiner Teil aus einem Gesamtwerk sind oder bei einer Bilderbuchgeschichte ein einzelnes Bild fehlt, wobei man anmerken muss, dass dieses Buch wirklich sehr reichlich und umfassend bebildert ist. Es hat mich doch erstaunt, dass beinahe alle Bilder aus den Originalbüchern übernommen wurden. Auch die farbige Seitengestaltung des Buches „Im Affenzahn mit der Bimmelbahn“ findet man hier wieder.

Bei den einzelnen Geschichten aus längeren Büchern ist es manchmal schon etwas schade, wenn man hier eben nur einen Teil geboten bekommen hat, aber wenn man nun auf den Geschmack von „Coolman und ich“ gekommen ist, kann man natürlich mit einem Bücherkauf oder einen Büchereibesuch daran anknüpfen.

Das Beste von Oetinger“ ist ein tolles Buch. Man begegnet einerseits vielen tollen Kinderbuchhelden und andererseits erhält man eine ganze Menge Vorlesespaß unterschiedlichster Art und Weise. Hier ist auf jeden Fall für alle etwas dabei. Etwas schade ist es, dass auf der Rückseite etwas durchscheint, aber das ist nur ein kleines Detail am Rande.

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Das Beste von Oetinger, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0457-2, 20€

Wenn Frieden der sehnlichste Weihnachtswunsch ist

In der Regel stelle ich auf meinem Blog Bücher vor, die für Kinder bis zu sechs Jahren geeignet sind, so dass ich sie meist gemeinsam mit meinen Kindern gelesen habe. Heute möchte ich euch aber ein Buch ans Herz legen, welches für Kinder im Grundschulalter ist: „Was wir uns wünschen“. Es ist einfach ein Buch, welches einen berührt und welches viele wichtige Themen beinhaltet. Ja, es ist eine Geschichte, die zur Weihnachtszeit spielt und da spielen Wünsche natürlich immer eine große Rolle, doch in diesem Buch geht es neben Wünschen wie Schlittschuhe oder eine Mundharmonika um die wirklich wichtigen und existenziellen Wünsche, denn Fred ist zu einer Zeit Kind, in der „dieser Idiot mit dem kleinen schwarzen Schnurrbart“ die Welt ins Chaos stürzt. Fred lebt zwar in Schweden, aber der Vater muss trotzdem in den Norden um die Grenze zu bewachen. Da ist es nur verständlich, dass sich Fred nichts sehnlicher wünscht, als dass Frieden herrscht und sein Vater Weihnachten bei ihnen verbringen könnte. Und als Leser spürt man wie schrecklich so ein Krieg ist, selbst wenn er nicht direkt vor der eigenen Haustür stattfindet. Viel zu viele Kinder müssen unter den Folgen und Auswirkungen leiden.

Fred hat aber noch andere Wünsche, denn natürlich ist er auch in dieser unschönen Zeit, in der Kinder sich ohne große Hoffnung wünschen müssen, dass der Vater Weihnachten bei ihnen ist und sie nur in Gedanken mit ihnen sprechen können, ein ganz normales Kind. Er geht zur Schule, hat einen besten Freund, macht ab und zu (mutigen) Unfug (auf den seine Eltern stolz sein können) und er schwärmt heimlich für ein Mädchen aus seiner Klasse. Und so wünscht er sich, dass er Elsa zeigen kann, was er für sie empfindet, ohne dass es blöd ankommt.

Dieses Buch hat jede Menge Charme. Es lässt sich gut lesen und man wird von Fred direkt in den Bann seiner Geschichte gezogen, so dass man liest und liest und liest und dabei hofft, dass alles irgendwie gut ausgeht und Weihnachten vielleicht ein kleines Wunder geschieht. Verschiedene Emotionen werden durch dieses Buch angesprochen. Die Umstände, in denen die Geschichte spielt, bedrücken einen, aber der Stolz der Mutter über ihren Sohn wärmt auch das eigene Herz. Kleinere Wunder und Freuden wie ein paar Tropfen Parfum erhellen die Geschichte und das Gemüt. Es bleibt keine dunkle und düstere Geschichte und das macht Mut. Weihnachten kommt in diesem Buch an.

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Was wir uns wünschen von Ulf Stark, illustriert von Lina Bodén, übersetzt von Birgitta Kicherer, Urachhaus, ISBN: 978-3-8251-7984-7, 12,90€