Wir verschlingen: Die Schule der magischen Tiere

Sagt mal, fiebert ihr auch manchmal beim Vorlesen von Kinderbüchern richtig mit und wollt selber unbedingt wissen, wie es weitergeht? Ich gebe zu, dass mir das immer wieder passiert und so lege ich das Buch dann nicht nur deshalb nicht zur Seite, weil man Kind mich darum bittet weiter vorzulesen, sondern weil ich selbst neugierig darauf bin, wie sich die Geschichte entwickelt.

Ganz aktuell geht es mir bei der Schule der magischen Tiere so. Ende Dezember haben wir das erste Buch dieser Reihe gelesen und mittlerweile sind wir schon in der Mitte des vierten Bandes angekommen. Leider müssen wir bald wohl eine kleine Pause einlegen, da wir noch auf das nächste Buch bei der Bücherei warten müssen. Es ist zur Zeit verliehen…

Warum fesseln uns diese Bücher so?

Es kommen lauter verschiedene Charaktere darin vor, nette und weniger nette Kinder und jedes Kind hat seine eigene Geschichte. Es gibt spannende Abenteuer, die erlebt werden, wobei man mehr über die Kinder erfährt, so dass man selbst für die Kinder, die man am Anfang nicht so mochte, Verständnis entwickelt. Alle haben immer die Chance ihre guten Seiten zu zeigen und die weniger positiven Eigenschaften zu überwinden. Indirekt vermittelt das Buch viel darüber, wie man mit seinen Mitmenschen umgehen sollte, wie man sich als guter Freund erweist und wie wichtig es sein kann, hinter die Fassaden zu blicken. Und dann sind da natürlich noch die magischen Tiere.

Eine Schulklasse mit magischen Tieren

In dem Buch geht es um eine Klasse in der Wintersteinschule, um die Klasse von Miss Cornfield. An sich ist es eine normale Schulklasse mit schlauen, verträumten, schüchternen, vorlauten, freundlichen und vorlauten Kindern. Allerdings werden die Kinder so nach und nach mit magischen Tieren versorgt. Ein magisches Tier bleibt auf immer und ewig der Gefährte des Kindes, das es bekommen hat und nur dieses Kind kann verstehen, was das Tier sagt. Es ist immer wieder spannend, welches Kind, welches Tier bekommt und was die beiden miteinander erleben. Die Tiere, die immer genau zu einem bestimmten Kind passen, unterstützen die Kinder und kitzeln ihre positiven Eigenschaften hervor. Ein Kind, das ein magisches Tier hat, ist nie mehr alleine.

Bücher für Jungen und Mädchen

Wir verschlingen diese Bücher gerade nur so. Die Bücher machen meinem Sohn und mir richtig viel Spaß. Grundsätzlich sind es Bücher, die sowohl für Jungen als auch Mädchen geeignet sind – immerhin gehen in die Klasse ja auch Jungen und Mädchen und es werden einige spannende Abenteuer erlebt. Leider sprechen die Cover meines Erachtens eher Mädchen an und ab und zu geht es mir mit der Schwärmerei Idas für ihren Klassenkamerad Jo (im ersten Band) auch zu sehr in eine Mädchenrichtung, aber darüber kann man insgesamt hinwegsehen. Es wäre nur schade, wenn der Blick auf die Bücher Jungen vom Lesen abhalten würde.

Wir lesen die Bücher zur Zeit größtenteils zusammen. Sie eignen sich also prima ab 6 Jahren zum Vorlesen, aber ab dem 2./3. Schuljahr können Kinder die Bücher natürlich auch gut selber lesen.

Hier die Daten zum ersten Band (mittlerweile gibt es 9 Bände):

Die Schule der magischen Tiere von Margit Auer, illustriert von Nina Dulleck, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-65271-3, 9,99€ (auch als Taschenbuch erhältlich)

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Bücher für 6-jährige Leseratten

Die Art der von uns gelesenen Bücher verändert sich gerade. Mein kleines Büchermäuschen schaut sich immer noch am liebsten Wimmelbücher und ähnliches an und mein großes Bücherwürmchen fängt an Bücher zu verschlingen, richtige Kinderbücher und nur noch selten Bilderbücher. Wir legen also mehr oder weniger eine Pause bei den Bilderbüchern mit Text ein.

Dafür lesen wir ein Kinderbuch nach dem anderen. Gerne möchte ich euch davon auch einige hier auf dem Blog vorstellen, aber das ist gar nicht so einfach, denn ich kenne die Bücher zum Teil nur noch bruchstückhaft. Woran das liegt? Bücherwürmchen geht zwar gerade erst in die erste Klasse, aber beim Lesen ist er schon deutlich weiter. Er liest und liest, teilweise den halben Tag. Er ist flott dabei und versteht auch den Inhalt.

In diesem Beitrag möchte ich euch einfach mal ein wenig vorstellen, was bei ihm im letzten Monat gut angekommen ist und was hier so gerade gelesen wird.

Die Kinder aus dem Möwenweg

Damit das neue Jahr gut startet, haben die Kinder Neujahr neuen Lesestoff geschenkt bekommen. Bücherwürmchen hat sich mit „Geburtstag im Möwenweg“ nach dem Neujahrsspaziergang direkt aufs Sofa gesetzt und war am frühen Nachmittag mit dem Buch fertig! Im Dezember hatte er bereits ein ausgeliehenes Möwenweg-Buch aus der Bücherei durchgelesen, während wir zwei andere noch halbwegs zusammen gelesen hatten.

Leos wilde Abenteuer – Dino-Alarm

Häufig ist es so, dass ich anfange ihm ein Buch vorzulesen. Er wacht dann morgens oft zeitig auf und liest dann einfach weiter, häufig noch vor der Schule. So war es auch bei „Leos wilde Abenteuer – Dino-Alarm“ aus dem Südpol Verlag, ein Buch, welches ich zum Rezensieren bekommen habe. Ich habe ihm am Abend das erste Kapitel vorgelesen und als ich dann am nächsten Tag morgens in sein Zimmer kam, hatte er bereits den ganzen Rest gelesen. Keine Sorge, ich werde euch das Buch dennoch hier auf dem Blog vorstellen, aber ich muss es nun selbst erst einmal noch lesen…

Geliebt: Das Sams

Sehr beliebt ist beim Bücherwürmchen momentan „Das Sams“ – auch hier lesen wir zum Teil gemeinsam und zum Teil liest er einzelne Kapitel selber. Ähnlich ist es bei der Schule der magischen Tiere. Hier habe ich noch relativ viel vorgelesen, allerdings las ich viel am Stück, da ich selbst neugierig auf die Bücher war. Sobald man das Buch aber abgelegt und etwas anderes gemacht hatte, hatte Bücherwürmchen schon wieder ein Kapitel gelesen und ich musste vor dem nächsten Vorlesen erst einmal schnell nachlesen, was in der Zwischenzeit passiert ist.

   

Mehr von Paul Maar

Bei dem Buch „Herr Bello und das blaue Wunder“ (von Paul Maar) habe ich es tatsächlich geschafft ihm an wenigen Tagen fast alles vorzulesen, was ich sehr schön fand.

Bücher für Leseanfänger

Zwischen den Büchern, die wir zumindest gemeinsam beginnen, liest er dann immer noch ein paar Bilderbücher, „Das magische Baumhaus“ und ganz aktuell Bücher aus der SUPERLESER!-Reihe von DK (2. und 3. Lesestufe). Interessanterweise liest er bei diesen Büchern lieber die Erzählung als die Sachinformationen, was nicht unbedingt dem Leseverhalten von Jungen entspricht, die häufig Sachbücher bevorzugen.

Große Leseratte – stolze Mama

Versteht mich bitte nicht falsch: Ich bin unglaublich stolz darauf, dass mein Sohn schon so viel liest und es gibt keinen schöneren Anblick, als ihn mal wieder versunken in ein Buch, auf dem Sofa sitzend, zu sehen. Ich finde das toll! Aber ich finde es auch toll, ihm vorzulesen und mit ihm zusammen Bücher zu entdecken. Das werden wir sicherlich auch weiterhin tun. Ich muss dann nur immer viel auf einmal vorlesen und eben damit leben, dass ich einzelne Teile nicht mitbekomme oder nachlesen muss.

Ich weiß, dass zwei lesende Eltern, häufiges und regelmäßiges Vorlesen sowie die ständige Beschäftigung mit Büchern kein Garant dafür sind, dass auch die Kinder zu Leseratten werden. Bisher haben wir hier aber viel Glück gehabt, worüber ich sehr froh bin. Und ich hoffe natürlich, dass das so bleibt und dass das Bücherwürmchen ein regelmäßiger Büchereibesucher bleibt, um seinen großen Lesehunger zu stillen. Momentan müssen wir jedenfalls ständig dorthin fahren, um neuen Nachschub zu besorgen – und dass obwohl hier die Regale mit Büchern voll stehen.

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr Leseratten oder Lesemuffel bei euch zu Hause?

 

Rezension: Die Knöllchenbande feiert Weihnachten

Nicht nur wir Menschen feiern in Büchern Weihnachten und manchmal begegnet man in einem solchen Weihnachtsbuch sogar ganz besondere Wesen, z.B. die Knöllchenbande. Die Knöllchenbande sind sechs Kartoffelkinder, die es sich gemeinsam mit dem Maulwurf Volli in einer Baumhöhle gemütlich gemacht haben. Nun steht in dem Buch „Die Knöllchenbande feiert Weihnachten“ Weihnachten vor der Tür und Volli ist gar nicht glücklich. Er vermisst seine Großeltern, bei denen er aufgewachsen ist und so beschließt die Bande sich gemeinsam auf den Weg zu Vollis Großeltern zu machen und dort gemeinsam Weihnachten zu feiern. Das Ganze ist natürlich eine große und gelungene Überraschung. Doch auf dem Weg zu den Großeltern erlebt die Knöllchenbande zunächst noch so einiges…

Kartoffelkinder als Hauptfiguren

Die Idee mit der Knöllchenbande gefällt mir gut. Jedes Kartoffelkind hat seinen ganz eigenen Charakter, der gut heraus kommt, und sie alle tragen Namen von verschiedenen Kartoffelsorten, was gleichzeitig natürlich auch lehrreich ist. Überhaupt findet man in der Geschichte an einigen Stellen gut verpacktes Wissen (z.B. wie verschiedene Tiere den Winter verbringen).

Abenteuer für kleinere Kinder

Die Abenteuer, die die Knöllchenbande auf ihrem Weg erlebt, sind insgesamt recht harmlos und für größere Kinder wenig spannend. Für Vierjährige und Kinder, die nicht all zu viel Spannung vertragen, sind sie aber vermutlich genau richtig. Schön an den Abenteuern ist, dass die Knöllchenbande sie gemeinsam meistert und man sich gegenseitig hilft. Aber auch Fremden, die ihre Hilfe benötigen, steht man mit Rat und Tat zur Seite.

Die Schrift in dem Buch ist recht groß und für Kinder, die bereits zusammenhängende Texte lesen können, gut zu meistern. Interessanterweise wurde die Schrift in blauer Farbe gedruckt, da dies eine Farbe ist, die man mit dem Winter assoziiert.

Fröhliche Bilder

Die Bilder sind nicht so ganz mein Fall, aber das ist natürlich Geschmackssache. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass sie Kinder ansprechen und Kinder die Knöllchenbande lustig finden. Mein Sohn und ich fanden allerdings leider, dass die Knöllchenbande nicht so sehr nach Kartoffeln aussehen.

Insgesamt konnte mich das Buch nicht so ganz packen, andererseits finde ich die Geschichte nett und die Knöllchenband ist mir sympathisch und ich wünsche mir, dass dieses Buch bei LeserInnen landet, die die Knöllchenbande direkt in ihre Herzen schließen werden. Es gibt übrigens zu jeder Jahreszeit ein Abenteuer der Knöllchenbande.

Die Knöllchenbande feiert Weihnachten von Erika Bock und Volker Nökel, tingmarke, ISBN: 978-3-9817245-2-3, 12,90€

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

Rezension: Mat und die Welt

Teddy Mat ist ein richtiger Reisebär. Er liebt Abenteuer und ist immer gut gelaunt und gespannt, was ihn als nächstes erwartet. Und tatsächlich unternimmt er eine recht große Reise, welche in einer Fabrik in China startet. Zunächst geht es in die Niederlande, wo er in einem Geschäft als teures Geschenk gekauft wird. Später geht es dann nach Polen. Er ist durch Kakao beschmutzt und kostet in einem Gebrauchtwarenladen nur noch wenig Geld, so dass Kasia und ihre Mutter ihn mitnehmen können. Gemeinsam mit Kasias Familie reist Mat nach Ägypten. Hier wird er bleiben, wobei er seinen Besitzer auch hier noch einmal wechseln wird.

Ein Buch zum Nachdenken, aber ohne erhobenen Zeigefinger

Das Buch „Mat und die Welt“ ist toll und regt zum Nachdenken an. Hier wird uns die Wegwerfgesellschaft vor Augen geführt. Was ist unseren Kindern, die einen ganzen Berg von Spielzeug haben, ein einzelnes Spielzeug wert? Wie stehen wir dazu, dass das, was wir unseren Kindern kaufen, in China und in anderen Ländern von Kindern hergestellt wird?

All diese Punkte werden in dem Buch angesprochen, aber dennoch kommt es nicht belehrend herüber und genau an dieser Stelle sehe ich den großen Wert dieses Buches. Mat ist ein sehr positiver Bär und es gefällt ihm überall, wo er hinkommt. Er wertet überhaupt nicht und ist überall glücklich, solange er in Gesellschaft ist und man freundlich zu ihm ist. Auch reiche Kinder spielen mit ihm und mögen ihn, aber natürlich hat der Teddy für die ärmeren Kinder eine deutlich höhere Bedeutung und das obwohl er nicht mehr perfekt und neu aussieht.

In dem Buch erfährt man einiges über andere Kulturen und Länder und wir bekommen Einblick in das Leben sehr unterschiedlicher Familien.

Der Weg eines Spielzeugs

Der Weg, den ein Spielzeug nehmen kann, ist sehr spannend. An manchen Stellen wird man richtig traurig: Ich kann es kaum ertragen, wie Kasia ihren früheren Lieblingsteddy im Hotel liegen lässt, damit sie ihren neuen Plüschhund mit nach Hause nehmen kann. Auch Kinder mögen das nicht und leiden mit Mat mit. Aber da Mat so positiv ist, hält diese Traurigkeit nicht lange an und man freut sich, dass er wieder in gute Hände gerät. Einerseits ist es schade, dass ein Spielzeug für manche so schnell an Bedeutung verliert und dass es von reichen Menschen direkt aussortiert wird, wenn es etwas beschmutzt wird, aber andererseits ist es auch schön zu sehen, welche Reise ein solches Spielzeug nehmen kann und dass es auch noch andere Menschen glücklich machen kann. Und vielleicht landet es auf diese Art und Weise sogar bei jemandem, der es viel dringender braucht, als das Kind, das sich bewusst von ihm trennt.

Ansprechend gestaltet

Es gibt in dem Buch ein paar kleinere Ungereimtheiten (Warum kann sich eine Familie einen Winterurlaub in Ägypten leisten, die ansonsten kaum das Geld für den gebrauchten Teddy hatte? Wie kam Mat auf einmal auf seinen richtigen Namen, der auf seinem Etikett steht?), aber letztendlich ist es insgesamt betrachtet ein empfehlenswertes Buch, welches sich gut vorlesen lässt.

Gut gefällt mir auch, dass die Ratte Artur, der Mat an zwei Stellen im Buch begegnet, schwierige Wörter unten auf den Seiten kurz erklärt.

Das Buch ist farbig illustriert, allerdings befinden sich nicht auf allen Doppelseiten Bilder. Auf den Bildern sind einzelne Figuren und Sachen recht großflächig dargestellt. Viele Details sucht man hier vergeblich, aber so bleibt der eigenen Fantasie viel überlassen. Von Mat bekommt man jedoch ein recht klares Bild.

Mat und die Welt von Agnieszka Suchowierska, illustriert von Tomasz Kaczkowski, übersetzt aus dem Polnischen von Ewelina Rockenbauer, Doppelgänger Verlag, ISBN: 978-3-9504403-1-7, 13,95€

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

Rezension: Island – Auf glühenden Kohlen

Island – das ist ein Land das mich interessiert. Klar, es liegt ja auch im Norden. Ich war allerdings noch nie dort, durfte aber jetzt zumindest mal literarisch mit dem Kinderbuch „Weltreise Island – Auf glühenden Kohlen“ dorthin reisen. Der Titel ist allerdings ein wenig irreführend, denn tatsächlich reist hier niemand, sondern wir begleiten Élin, ihren Bruder Einar sowie ihre Freundin Lilja, die alle in Island beheimatet sind, bei einem gefährlichen Ritt quer über die Insel.

Folgen eines Vulkanausbruchs

Der Vulkan Eyjafjallajökkull bricht aus. Dies bedeutet für viele Menschen einfach nur, dass der europäische Flugverkehr lahmgelegt wird, aber für die Menschen in Island ist es weit schlimmer. Viele Höfe sind in ihrer Existenz bedroht, darunter auch der von Élins Familie. Natürlich gibt es viele Bemühungen rechtzeitig alle Tiere in Sicherheit zu bringen, dennoch fehlt für einige ein Platz im Stall. Leider ist auch Élins Pferd Afdrif darunter und so beschließt Élin Afdrif und die anderen Jungpferde auf dem Weg durch das gefährliche Hochland in den Norden zu bringen. Ihr Plan ist nicht nur verrückt, sondern auch ziemlich mutig, denn der Weg durchs Hochland ist alles andere als einfach, insbesondere zu dieser Jahreszeit. Dennoch kann sie auf die Hilfe ihres Bruders und ihrer Freundin zählen, die sie nicht alleine lassen, sondern sie begleiten. Das ganze Abenteuer ist ein einziger Wettlauf gegen die Zeit, denn wenn der Wind dreht, könnte alles schnell vorbei sein.

Informationen über Island

Dieses Buch gibt einem einen guten Einblick in das Leben in Island und zeigt einem, mit welchen Problemen die Menschen in diesem Land umgehen müssen. Es ist ein Land mit starken Naturgewalten und einer ganz besonderen Landschaft, was in diesem Buch sehr deutlich wird. Trotz der herrschenden Kälte und der kargen Landschaft, in der die Pferde kaum etwas zu fressen finden, bekommt man Lust auf dieses Land und seine Bewohner. Das Buch vermittelt einiges an Wissen und an Eindrücken. Wie sich die Nachnamen von Isländern bilden, wissen wir zwar wohl alle spätestens seit der Fußball EM 2016, ansonsten erfährt man es aber auch in diesem Buch. Auch Sagen, Geistergeschichten und der Glaube an das kleine Volk werden erwähnt . Darüber hinaus ist es eine spannende Abenteuergeschichte und eine Geschichte über Zusammenhalt und Mut, aber auch Pferdeliebhaber kommen hier auf ihre Kosten.

An manchen Stellen fragt man sich vielleicht, ob ein solches Abenteuer für Kinder realistisch ist und wie lange eigentlich der Akku des Smartphones hält, aber letztendlich ist das für die Bewertung des Buches nicht entscheidend. Gut gefällt mir in diesem Zusammenhang, dass es bei dem Abenteuer einige Schwierigkeiten, wie z.B. das verletzte Pferd, gibt, die sich auch nicht in Luft auflösen, sondern ein Umdenken der Kinder erfordern.

Das Ende des Buches kommt recht plötzlich. Für mich ist an dieser Stelle das Abenteuer noch keineswegs abgeschlossen, aber vielleicht würde es sich ansonsten auch zu sehr ziehen.

Illustrationen und Übersichtskarte

Ob man die skizzenhaften Zeichnungen mag, ist Geschmackssache. Sie wirken jedenfalls nicht kindlich und passen zu der Geschichte.

Hilfreich ist die Übersichtskarte von Island vorne und hinten im Buch. Hier ist auch der Weg der Kinder mitten durch die Insel eingezeichnet.

Insgesamt bekommt man durch diese spannende Abenteuergeschichte einen tollen Einblick in das Land. Das Buch schafft es, einem Island näher zu bringen. Auch wenn mich Island interessiert, habe ich mir z.B. über die Konsequenzen eines Vulkanausbruchs für die Bewohner noch nie Gedanken gemacht. Dies ändert sich nun durch dieses Buch.

Ich kann „Island – Auf glühenden Kohlen“ an Kinder ab etwa 8-10 Jahren nur empfehlen.

Weltreise Island: Auf glühenden Kohlen von Jana Steingäßer und Sabine Rixen, DIX Verlag, ISBN: 978-3-941651-74-6, 11,90€

Happy Birthday, liebe Conni!

Carlsen Verlag

Wer kennt sie nicht? Conni, ein blondes Mädchen mit rot-weiß gestreiftem Pulli und Schleife im Haar, die sich als beste Freundin aller Kindergartenkinder anbietet. Conni, die von vielen Kindern geliebt und von vielen Eltern in die Verbannung gewünscht wird.

Diese Conni wird bereits 25 Jahre alt! Nun können also heutige Kinder, das gleiche literarische Kind zur Freundin nehmen, wie ihre Mütter.

Ich selbst bin ein wenig zu alt, um mit Conni aufgewachsen zu sein, aber bereits mir lief Conni schon über den Weg, bevor ich eigene Kinder hatte. Da es Conni einfach zu allen möglichen Themen gibt, eignete sich ein Pixibuch von ihr auch um bei einem 18. Geburtstag an ein Hobby zu erinnern: „Conni tanzt

Das erste Buch: Conni kommt in den Kindergarten

Das erste Buch, welches über Conni im Carlsen Verlag erschienen ist, heißt „Conni kommt in den Kindergarten“, welches zum Jubiläum überarbeitet und neu illustriert wurde. So wurde alles an die heutige Zeit angepasst. Beispielsweise sucht die Mama am Computer ein Foto für den Geburtstagskalender.

    

Conni für jedes Alter

Mittlerweile gibt es unzählige Conni-Bücher. Vor allem ist Conni auch mitgewachsen. Es gibt nicht nur Bücher über Conni im Kindergartenalter, sondern auch welche im Schul- und sogar im Teenager- und Jugendalter. Der Carlsen Verlag hat mir ein bunt gemischtes Conni-Päckchen gesandt. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle bedanken. Auch wenn hier die große Bandbreite an Conni-Produkten sichtbar wurde, die auch erfolgreich sein mag, bleibt Conni für mich vor allem das kleine Mädchen, das einem in Pixibüchern begegnet. Mich persönlich irritieren auch die unterschiedlichen Illustrationen von Conni, aber das scheint Kinder ja auch nicht zu stören. Conni hat genug klare Merkmale, an denen sie wiedererkannt wird.

       

Neben den Connibüchern gibt es auch viele Produkte mit Conni, die Kinder sehr ansprechen. Als mein Sohn in den Kindergarten kam, fiel sein Blick im Geschäft als erstes auf die Conni-Kindergartentasche. Wir haben uns letztendlich für eine andere entschieden, aber auch hier wurde Conni direkt wiedererkannt.

Viele Eltern mögen Conni nicht und ihnen sind die Bücher nicht literarisch genug. Sie sind von Conni genervt. Ja, die Sprache in den Büchern ist recht einfach und die Geschehnisse bleiben an der Oberfläche. Es wird viel in Hauptsätzen erzählt, während Dialoge nur am Rande vorkommen.

Warum wird Conni so geliebt?

Mich stört das nicht. Ich bin nur von den Hörspielen und den Stimmen dort genervt. Aber man fragt sich ja schon, warum diese Bücher so erfolgreich sind. Conni hat keine besonderen Eigenschaften. Sie ist ein Mädchen ohne Kanten und Ecken. Sie erlebt nichts besonderes, aber dennoch wird sie von den Kindern geliebt und zwar im Kindergartenalter sowohl von Mädchen als auch von Jungen. Woran liegt das? Sie hat durch ihre Kleidung und der Schleife im Haar einen hohen Wiedererkennungswert. Kinder freuen sich immer, wenn sie bekannte Figuren in anderen Büchern oder auf Gegenständen wiederentdecken.

Außerdem glaube ich, dass genau das, was viele Eltern nervt, das Erfolgsrezept von Conni ist. Es gibt eben tatsächlich zu vielen alltäglichen Dingen ein Connibuch, wobei hier keine Probleme erörtert werden. Es geht vielmehr um Erlebnisse aus dem Alltag: Arztbesuche, Ponyreiten, Pizza backen, Flugreise und ähnliches. Kinder mögen es etwas auf ihrer eigenen Umwelt zu hören. Sie sind dabei die Welt zu entdecken und freuen sich, wenn Buchfiguren ähnliche Dinge wie sie selber erleben. Für Kinder sind diese Sachen nicht langweilig.

Conni auf der Buchmesse

Auch die einfache Sprache gehört sicherlich zum Erfolgsrezept. Ja, man kann sich anspruchsvollere Bücher wünschen, aber mit diesen einfachen Sätzen erreicht man bereits Buchanfänger. Selbst mein Kleiner, der meistens noch das Erzählen und Zeigen bei Büchern bevorzugt, hört bei den Connibüchern beim Vorlesen richtig gut zu. Mit Conni gelingt der Einstieg ins Vorlesen und das sollte man diesen Büchern doch hoch anrechnen. Ja, und dann kennen die Kinder Conni und wollen mehr und mehr von ihr hören. Und wenn sie dann aus den Büchern für die Kleinen herausgewachsen sind, gibt es Bücher für ältere Kinder und so bleibt Conni in vielen Familien über eine längere Zeit hinweg ein wichtiges Thema.

Wie steht ihr zu Conni? Seid ihr genervt von ihr? Könnt ihr mit ihr leben? Und was sagen eure Kinder zu  Conni?

Falls es unter euch Conni-Fans gibt, dann schaut doch mal auf die Conni-Seite im Internet. Hier gibt es alle Informationen rund um Conni.

 

Rezension: Loranga – Der beste Papa der Welt

Habe ich neulich beim Müffelmax noch geschrieben, dass ich nach einem tieferen Sinn des Buches gesucht habe? Was für eine blöde erwachsene Eigenschaft! Gerade habe ich wieder festgestellt, wie viel Spaß man an schrägen Büchern haben kann: Wir lesen gerade „Loranga – Der beste Papa der Welt“. Und was soll ich sagen? Es ist einfach herrlich! Absoluter Quatsch, ja, aber es macht viel Spaß!

Herrlich verrückt

Astrid Lindgren (nicht verwandt mit der Autorin Barbro Lindgren) hat über das Buch folgendes gesagt: „In dem Buch steckt eine edle Verrücktheit, die mich immer wieder aufs Neue überrumpelt. Weder Loranga noch Masarin sagen ein einziges vernünftiges Wort – aber sie werden für immer meine Freunde sein.

Ich finde diese Aussage trifft es genau. Ja, was hier erzählt wird, ist einfach verrückt, aber irgendwie schließt man diese Typen schnell in sein Herz und möchte einfach mehr von ihnen erfahren.

Auf jeder Seite wird hier jede Menge Unsinn erzählt, aber dennoch hängt alles zusammen und es wird eine ganze Geschichte erzählt.

Loranga – Mehr Kind als Papa

Das Buch beinhaltet zwei Teile von Loranga. Loranga ist der Papa (über eine Mama erfährt  man nichts), aber vom Verhalten her ist er ein richtiges Kind. Sein Sohn Masarin ist etwas ruhiger als der Vater, macht aber bei jedem Quatsch mit. Und dann mischt auch noch der Opa Dartanjang mit.

Was die drei so unternehmen? Naja, nicht das, was Väter und Familien so im allgemeinen tun. Loranga geht nicht arbeiten und er muss ganz laut Popmusik hören, sonst bekommt er Ohrenschmerzen. Auf dem Müllhaufen liegt eine Giraffe mit dem Kopf in einer Blechbüchse, auf der sie reiten, wenn sie z.B. 1000 Würstchen einkaufen. Warum so viele? Na, sie haben doch hunderte von Tigern in ihrer Scheune eingesperrt, die Hunger haben. Die Giraffe ist übrigens auch sehr hungrig und frisst unter anderem die Dachpfannen der Garage oder die kompletten Betten von Loranga und Masarin. In der Garage ist somit ein Schwimmbecken entstanden, in dem Vater und Sohn täglich ein paar Runden schwimmen, obwohl sie gar nicht schwimmen können. Ab und zu werden sie dabei von Hechten und gelben und roten Eulen gestört. Ansonsten halten sich die roten Eulen allerdings im Briefkasten des grantigen Nachbarn auf, der deswegen auch schon die Polizei gerufen hat, welche Loranga und Masarin mit Bindfäden gefesselt zum Gefängnis gebracht hat.

Ich glaube, ihr merkt schon, wie es in diesem Buch zugeht, oder? Bücherwürmchen findet jedenfalls, dass Loranga ein richtig cooler Papa ist. Und dass sogar, obwohl Loranga alle Spiele so auslegt, dass er immer selber gewinnt und sein armer Sohn das Nachsehen hat! Vermutlich versteht Bücherwürmchen noch nicht alles in dem Buch und mancher Witz bleibt unentdeckt, aber wir haben auf jeden Fall gemeinsam viel Spaß an diesem Buch.

Bei uns ist am 6. Dezember Nikolauslesen in der Schule. Das heißt, dass Eltern kleinen Gruppen jeweils 10-15 Minuten etwas vorlesen. Ich überlege ja tatsächlich, ob ich da dieses Buch mitnehmen soll. Mal sehen.

Loranga – Der beste Papa der Welt von Barbro Lindgren, übersetzt von Maike Dörries, WooW Books, ISBN: 978-3-96177-002-1, 15€

Erlebnis Frankfurter Buchmesse – Teil 1

Kurz bevor es auf die Frankfurter Buchmesse ging, war ich furchtbar aufgeregt und nun liegt die Buchmesse bereits hinter mir und ich bin voller neuer Eindrücke und überlege schon, wann es das nächste Mal die Gelegenheit für solch ein tolles Ereignis gibt.

Ja, die Frankfurter Buchmesse war toll und ich habe an den zwei Tagen, an denen ich dort war, unglaublich viel erlebt. Einen Tag war ich allein dort und einen Tag mit meinem Bücherwürmchen. Beide Tage waren richtig schön, aber durchaus ganz unterschiedlich. Ich kann jedenfalls sagen, dass es auf keinen Fall ein Fehler war mit Kind zur Buchmesse zu fahren. Letztendlich war der zweite Tag mit Kind sogar fast weniger anstrengend als der Tag ohne Kind, was aber natürlich daran lag, dass ich alles bewusst entschleunigt habe. Anstatt vieler Termine sind wir einfach ganz entspannt über die Messe gebummelt und haben uns an vielen Ständen hingesetzt und ich habe dem Bücherwürmchen ganz viel vorgelesen.

       

Kontakte zu Verlagen

Am ersten Tag hatte ich ein paar wenige Termine bei Verlagen, bei denen mir die Frühjahrsprogramme vorgestellt wurden. Darüber hinaus habe ich mit einigen Verlagsmitarbeitern gesprochen, die man (aus Mailkontakten) kennt. Das ist bei kleineren Verlagen (u.a. bei Südpol, Edition Pastorplatz, Jacoby & Stuart, Lychatz, DIX und einige andere) einfacher, aber auch bei den größeren (z.B. Carlsen, Oetinger, Coppenrath) hat es bei guten Kontakten geklappt. Insgesamt bin ich aber auch an vielen Ständen vorbeigelaufen, ohne mich zu trauen, die Leute dort anzusprechen. Vielleicht mache ich beim nächsten Mal einfach auch ein paar mehr Termine? Dann bekommt man zumindest durchgehend etwas zu trinken, was ja auch nicht schlecht ist. Ein paar (für mich) neue Verlage habe ich aber auch entdeckt und kurz Kontakt aufgenommen (z.B. 360 Grad Verlag oder Traumsalon Edition). Ihre Programme werde ich mir in Kürze noch genauer anschauen und euch hier natürlich alle positiven Entdeckungen auch zeigen.

        

Treffen mit anderen Bloggern

Angenehm fand ich auch Verlagstermine mit einer anderen Bloggerin. Mit Dagmar von Buchkind-Blog durfte ich dem Tulipan Verlag mitteilen, dass ihnen der Buchkönig verliehen wird, und Mona vom Tintenhain habe ich zu ihrem Termin beim Arena Verlag begleitet. So kommen einfach auch noch einmal andere Gespräche auf.

Überhaupt waren natürlich gerade auch die Treffen mit anderen Bloggern toll. Endlich durfte ich mal Mona vom Tintenhain kennen lernen, die ich über das Internet beinahe mein ganzes Bloggerleben lang kenne. Wir haben gemeinsam eine tolle Mittagspause verbracht. Auch über das Treffen mit Dagmar habe ich mich sehr gefreut, denn sie begleitet mich nicht nur wie Mona seit dem Start meines Blogs, sondern wir verleihen ja zusammen mit Wenke von Kinderbibliothek den Buchkönig. Darüber hinaus habe ich weitere liebe Kinderbuchblogger getroffen. Es ist schön, wenn man sich endlich mal persönlich sieht: u.a. Anna von Kinderbuch-Detektive, Eliane von Mint und Malve, Jenny von Kinderchaos – Familienblog und Susanne von der Familienbücherei.

Wertschätzung der eigenen Arbeit

Bei ein paar größeren Verlagen habe ich nette Kontakte, die auf der Messe gepflegt wurden, aber ich finde auch gerade die Treffen mit den Mitarbeitern kleinerer Verlage sehr schön. Vielleicht kann man einfach sagen, dass gerade die Treffen bereichernd waren, bei denen es etwas persönlicher zuging. Es ist einfach schön, wenn man wiedererkannt wird, wenn die Leute eines Verlages etwas mit einem anzufangen wissen und wenn vielleicht sogar die gute Zusammenarbeit sowie die Arbeit auf dem eigenen Blog gelobt wird. Da freut man sich natürlich und es ist tatsächlich ein paar Mal vorgekommen. So etwas motiviert sehr und man geht wieder mit neuer Energie an seinen Blog heran. Ich habe auch eine Autorin getroffen, der es wichtig ist, dass ihr Projekt (in einem großen Verlag) auf meinem Blog vorgestellt wird, da sie von der Qualität hier überzeugt ist. Toll, oder?

        

Autogramme von Autoren

Übrigens ist auch der Andrang bei den kleineren Verlagen nicht so groß wie bei den großen. Ich bin einfach so am Jacoby & Stuart Verlagsstand vorbeigeschlendert und habe zufällig gesehen, dass Axel Scheffler dort Bücher signiert hat. Da habe ich mal schnell die Gelegenheit wahrgenommen und mir „Pipi, der kleine rosarote Affe“ gekauft und es von ihm signieren lassen – ganz ohne mich groß anstellen zu müssen.

Und bei der Edition Pastorplatz habe ich mir ein Autogramm von Autorin Silke Farmer und Illustratorin Mele Brink vom „Müffelmax“ auf einem Lesezeichen geholt. Okay, hier war das nun wirklich kein Problem, aber ich freue mich trotzdem über diese Erinnerung, die nun in unserem Buch klebt.

Buchmesse mit Kind

Am zweiten Tag war dann, wie bereits geschrieben, das Bücherwürmchen dabei und ich hatte kaum Termine, wobei ich im Nachhinein denke, dass es Bücherwürmchen sogar ganz interessant gefunden hätte, sich Buchprogramme vorstellen zu lassen. Er hat sich jedenfalls gefreut, wenn er bekannte Figuren, Bücher und Verlage entdeckt hat und beim Oetinger Verlag waren wir beim Blogger-Event dabei, bei dem uns ein paar schöne Frühjahrsneuheiten vorgestellt wurden, die er sich ganz interessiert angeschaut hat.

Auch jede Postkarte und jedes Gummibärchentütchen wurde begeistert eingesteckt. Eine richtig große Freude hat im die Edition Pastorplatz gemacht, denn sie wissen, dass er ein großer Fan ihres Verlages ist: Er durfte einen großen Aufsteller von Tom und dem Waldschrat mit nach Hause nehmen. Was war er da stolz!

Lesen – Lesen – Lesen

Wir haben viel Zeit mit Vorlesen und dem Blättern in Büchern verbracht. Ich war darum bemüht, dass er nicht irgendwann völlig k.o. ist und so haben wir uns immer wieder irgendwo hingesetzt und ich habe ihm ganz viel vorgelesen: Beim Beltz Verlag, bei Thienemann-Esslinger, beim Loewe Verlag, beim Annette Betz Verlag…

         

Beim Oetinger Verlag haben wir Paul Maar Glückwünsche zum 80. Geburtstag aufgeschrieben, beim Tessloff Verlag hat sich Bücherwürmchen einen Was ist Was-Film angeschaut und beim Loewe Verlag hat er begeistert das Erdmännchen Tafiti, das dort gerade herumlief, abgeklatscht. Ja, wir hatten wirklich einen richtig tollen Tag zusammen.

Übrigens hat er auf seiner eigenen Seite  auch kurz über die Messe berichtet.

  

Sicherlich benimmt er sich nicht immer vorbildlich, aber ich weiß, dass das daran liegt, dass er einfach unglaublich aufgeregt ist. Dennoch ist es mir natürlich unangenehm, wenn er auf Newsletterlisten „Pups“ schreibt und alberne Antworten gibt… Aber insgesamt hat er alles prima mitgemacht und kein einziges Mal genörgelt.

Weiterer Bericht folgt

Jetzt habe ich euch eine ganze Menge von der Buchmesse erzählt, aber meine Highlights beim Oetinger Verlag habe ich noch gar nicht erwähnt und diese spare ich mir auch für einen extra Beitrag auf. Ich verrate euch aber schon mal, dass es um die beiden grandiosen Kinderbuchautoren Kirsten Boie und Paul Maar geht…

Rezension: Thabo – Der Rinder-Dieb

Mögt ihr „Kalle Blomquist“  von Astrid Lindgren? Dann gefällt euch bestimmt auch „Thabo – Detektiv und Gentleman“ von Kirsten Boie.

Ich habe gerade den dritten Band der Reihe („Der Rinder-Dieb“) gelesen und wurde dabei oft an Kalle Blomquist erinnert, was ich sehr faszinierend finde, da die Geschichte in einem ganz anderen Land und unter anderen Umständen spielt.

Kalle und Thabo

Kalle Blomquist ist ein weißhäutiges, gut behütetes Kind, welches in einer schwedischen Kleinstadt lebt. Thabo, dunkelhäutig, wächst ohne seine Eltern in einem südafrikanischen Königsreich auf. Ihre Leben unterscheiden sich sehr voneinander. In ihren Ländern gibt es ganz verschiedene Bräuche. Aber beide sind Kinder, die den Traum haben Detektiv zu werden, wobei sie sich an klassischen Vorbildern, wie in diesem Fall Miss Marple, orientieren. Obwohl beide bei der Aufklärung von Kriminalfällen geholfen haben, werden sie nicht ernst genommen.

Kinder sind Kinder – auf der ganzen Welt!

Abgesehen von den Umständen und Äußerlichkeiten sind sich Kalle und Thabo gar nicht so unähnlich. Und das ist toll, da Kinder auf der ganzen Welt eben Kinder mit ähnlichen Träumen sind. Und besonders schön ist, dass mit Thabo auch mal ein Kind, das nicht in Westeuropa lebt, die sympathische Hauptperson eines Kinderbuches ist. Man schließt Thabo und seine Freunde schnell in sein Herz und sie sich einem genauso vertraut wie Kinder aus Deutschland, Schweden oder England. Schade, dass man solche Bücher suchen muss, denn sie öffnen uns den Blick für Menschen aus anderen Kulturen und sie zeigen uns, dass es trotz fremdartiger Bräuche, die man in einem solchen Buch auch kennen lernt, viele Gemeinsamkeiten gibt.

Rinderdiebstahl und andere Ungereimtheiten

Das Buch „Thabo – Detektiv & Gentleman – Der Rinder-Dieb“ ist toll! Es liest sich sehr gut, ist spannend, hält interessante Charaktere bereit und kommt unter anderem durch Wörter in der Landessprache, die immer wieder eingestreut werden, authentisch daher. Der Leser wird von Thabo, der die Geschichte erzählt, an einigen Stellen direkt angesprochen. Man wird gesiezt, aber immerhin möchte Thabo ja auch ein Gentleman werden. Da passt das schon ganz gut.

Im dritten Buch geht es um gestohlene Rinder. Schnell merken Thabo und seine Freunde Emma und Sifiso jedoch, dass es scheinbar um weit mehr als den Diebstahl einer gestohlenen Rinderherde geht, denn gleichzeitig sind auch drei Hütten in einer recht verlassenen Gegend abgebrannt und Miss Agatha, die Großtante von Emma, ist auf einmal nicht mehr in ihrem Haus anzutreffen. Auf Thabo, Emma und Sifiso kommt viel Ermittlungsarbeit zu und es lauern einige Gefahren auf sie, die sie aber natürlich nicht aufhalten können.

Klare Leseempfehlung

Das Buch ist äußerst spannend. Gut gefällt mir auch, dass man an einigen Stellen zwar manches erahnen kann, dass einem alle Zusammenhänge aber auch erst am Ende klar werden Das ist wirklich gut gemacht. Außerdem fällt auch bei diesem Buch, ähnlich wie bei Ritter Trenk, auf, dass Thabo einige Werte wie z.B. Freundschaft wichtig sind, und er bemüht ist, danach zu leben. Ganz nebenbei fungiert er also auch als gutes Vorbild für die Leser.

Leider kenne ich die ersten zwei Bücher noch nicht, aber das wird sich sicherlich ändern!

Thabo – Detektiv & Gentleman – Der Rinder-Dieb von Kirsten Boie, mit Vignetten von Maja Bohn, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-2034-3, 12,99€

In den Wald mit Peter Wohlleben

Dank des Oetinger Verlags durften wir ein ganz tolles Wochenende erleben. Wir sind ein bisschen weiter in die Eifel hineingefahren und haben nach einer Nacht im Hotel eine Waldführung mit Peter Wohlleben gemacht, der am 25. September sein erstes Kinderbuch „Hörst du, wie die Bäume sprechen?“ im Oetinger Verlag herausbringen wird.

Für die Kinder war ja bereits das Hotel ein Highlight. Wir übernachten nicht so oft in einem Hotel und so war natürlich alles aufregend – angefangen von der Übernachtung im Zimmer bis hin zu dem leckeren Frühstücksbüffet. Außerdem gab es bei dem Hotel auch noch ein besonderes Extra: Einen eigenen Wildpark, in dem Rot-, Dam- und Sikawild lebt, und in den man mit altem Brot hineingehen und die Tiere füttern darf. Toll! Das hat den Kindern richtig gut gefallen.

  

Peter Wohlleben – Förster und Naturschützer

Peter Wohlleben kennt sich aus im Wald, immerhin leitet er einen umweltfreundlichen Forstbetrieb. Aber er möchte sein Wissen nicht für sich allein behalten, sondern auch andere für den Wald und seine Bewohner begeistern und so berichtet er schon seit Längerem in TV-Sendungen, Vorträgen und Seminaren sowie in Büchern für Erwachsene über den Wald und den Naturschutz. Nun aber soll mit seinem ersten Kinderbuch die Neugier der Kinder geweckt werden. Und dass ihm dies gelingt – persönlich sowie über das Medium Buch – kann ich nur bestätigen.

Waldführung mit Peter Wohlleben

Wir haben ihn gemeinsam mit ein paar anderen Familien bei einer Führung in seinem Wald kennen gelernt und sofort war einem klar, dass man  hier keine staubtrockenen Fakten runter gebetet bekommt, sondern dass die Kinder mit Peter Wohlleben den Wald mit allen Sinnen und spielerisch kennen lernen dürfen. Den Unterschied zwischen verschiedenen Bäumen haben sie anhand ihrer Blätter geschmeckt, mit Hilfe von Blättern haben sie versucht die Rehrufe nachzumachen und bei einem Zapfen-Versteck-Spiel konnten sie erfahren, wie es einem hungrigen Eichhörnchen im Winter geht, dass sich vielleicht nicht mehr an seine Eichelverstecke erinnern kann.

Peter Wohlleben zeigt den Kindern, wie man das Rufen eines Rehs nachmachen kann

 

Bücherwürmchen sucht als Eichhörnchen ein Versteck für seine Zapfen

Die Kinder staunten über das „Internet“ des Waldes, welches sich unter dem Laub befindet: Überall wird der Boden mit Pilzfäden durchzogen, die Informationen weitergeben. Witzig fanden sie das „Klopapier“ im Wald, welches sie auch für ihre dreckigen Matschfinger gebrauchen konnten (=Moos), und dass die Bäume nur einmal im Jahr ihr „großes Geschäft“ erledigen: Alle Stoffe, die der Baum nicht benötigt, landen in den Blättern, die im Herbst von den Bäumen fallen.

Bei der Benutzung des „Wald-Klopapiers“ als Handtuch entdeckt Bücherwürmchen einen Teil des „Waldinternets“

Sehr viel Spaß hatten die Kinder auch, als Peter Wohlleben sie dazu aufforderte, einmal richtig laut zu brüllen. Ups, ist das im Wald überhaupt erlaubt? Dann bekommen doch alle Tiere Angst! Ja, es ist erlaubt, denn die Tiere bekommen gar keine Angst. Sie wissen, dass es nur harmlose Kinder sind und sie können ja auch genau hören, wo sich diese befinden.

Hinzu kamen noch ein paar weitere nette Waldspiele sowie immer wieder Informationen zu Bäumen oder Tieren. Die Kinder fanden es unglaublich spannend und waren richtig traurig, als die Führung dann zu Ende war, was ich gut verstehen kann, denn es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht.

Peter Wohlleben

Kinderbuch von Peter Wohlleben

Zum Glück durften wir aber bereits das Buch „Hörst du, wie die Bäume sprechen?“ mit nach Hause nehmen, welches zu Hause direkt herausgenommen wurde. Bücherwürmchen war nun Feuer und Flamme und wollte zusammen mit mir ganz viel in dem Buch lesen. Und wisst ihr, was das Tolle ist? Das Buch ist genauso wie die Waldführung! Hier wird Wissen nicht langweilig präsentiert, sondern kindgerecht weitergegeben. Die Themen, die Kinder interessieren werden hier aufgegriffen und locker und lebendig verarbeitet. Hier findet man z.B. auch das „große Geschäft“ der Bäume sowie das Pilzinternet der Bäume wieder. Und auch Themen, über die man bei der Waldführung nichts gehört hat, werden ähnlich bearbeitet. Vieles wird mit dem Menschen verglichen, so dass alles gut verständlich ist. Kinder kommen ins Staunen und werden neugierig. Und wenn sie daraufhin so schnell wie möglich in den Wald möchten, dann liefert das Buch auch direkt noch ein paar Ausprobier-Ideen mit (z.B. auch das Nachmachen der Rehlaute), die sich leicht umsetzen lassen und den Waldbesuch ähnlich wie die Waldführung werden lassen.  Neben diesen Ideen bekommen die Kinder auch Tipps, worauf sie im Wald das nächste Mal achten können. Dies hilft ihnen, ihr neu erworbenes Wissen besser zu verstehen und in der Natur wiederzuerkennen.

Kinderfragen und interessante Antworten

Besonders schön ist, dass die Themen anhand von Kinderfragen behandelt werden: Was lernen Baumkinder in der Schule? Gibt es mutige Bäume? Wovor haben Bäume Angst? Was erzählen Vögel? Wer ist der beste Detektiv? Wie merken Bäume, dass der Frühling kommt? Wem gehört der Wald? Was machen Bäume nachts?

Das macht es für Kinder richtig spannend. Ich weiß nicht, ob ein anderes Naturbuch meinen Sohn genauso gefesselt hätte oder ob er grundsätzlich etwas über Bäume hätte erfahren wollen. Diese Fragen aber fand er fast alle so interessant, dass ich ihm Doppelseite für Doppelseite vorlesen musste (pro Doppelseite wird eine Frage behandelt). Das sind Fragen, die die Kinder interessieren. Vor allem, wenn sie dann auch merken, dass die Antworten ebenso spannend sind, was unter anderem daran liegt, dass kindgerecht auf sie eingegangen wird. Aber letztendlich macht dieses Buch auch Erwachsenen viel Freude und ich selbst lerne eigentlich bei jeder Frage noch etwas dazu.

Das Buch ist mit farbigen Fotos und Zeichnungen ausgestattet, so dass man direkt sehen kann, was mit den „Pickeln“ der Bäume oder der „Spechtflöte“ gemeint ist. Aber auch das Aussehen verschiedener Tiere und Bäume wird so veranschaulicht.

Hörst du, wie die Bäume sprechen?“ ist ein richtig tolles Buch und ich kann es einfach nur allen Familien mit Kindern ab etwa 6 Jahren empfehlen. Ja, für uns hat dieses Buch durch die Waldführung von Peter Wohlleben eine besondere Bedeutung, aber ich denke, dass dieses Buch durch seine unheimlich gute Aufmachung auch alle anderen begeistern wird.

Hörst du, wie die Bäume sprechen? – Eine kleine Entdeckungsreise durch den Wald von Peter Wohlleben, illustriert von Stefanie Reich, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0822-8, 16,99€ (Erscheinungstermin: 25.9.2017)