Rezension: 3 freche Mäuse – 3 witzige Lese- und Zählgeschichten

(Werbung/Rezensionsexemplar) Lorenz Pauli (Text) und Kathrin Schärer (Illustrationen) sind für mich ein Dreamteam in der Bilder- und Kinderbuchwelt. Die Geschichten enthalten Witz und teilweise auch etwas zum Nachdenken und die Bilder von den sympathischen Tierfiguren, bei denen man häufig fast jedes einzelne Fellhaar zu erkennen meint, laden selbst Erwachsene zum Betrachten ein.

Der Sammelband „3 freche Mäuse – 3 witzige Lese- und Zählgeschichten“ ist schon ein wenig älter, aber zum Glück gibt es ihn noch, denn Bücher werden ja nicht mit den Jahren schlechter. Der Sammelband beinhaltet die Geschichten „3 freche Mäuse“, „Goldfreunde“ und „10 Wünsche“.

Spiel mit Buchstaben

Besonders gut gefällt mir die erste Geschichte mit den drei Mäusen. Die drei Mäuse heißen E-Maus, I-Maus und N-Maus. In dem in der Geschichte einzelne Mäuse auf Schilder mit Text klettern, verändern sie den Text – ein tolles Spiel mit der Sprache, bei dem Kinder auch bereits mit überlegen können, wie sich der Text wohl durch einen Buchstaben verändern wird (z.B. wird aus „Most zu verkaufen“ „Mist zu verkaufen“). Ganz am Ende ist dann sogar der Einsatz aller drei Mäuse erforderlich, damit die Kinder fröhlich im Park spielen können.

Zählen, Teilen, Rechnen

Auch wenn die erste Geschichte meine Lieblingsgeschichte in dem Buch ist, können die beiden anderen durchaus ebenfalls überzeugen. Bei den „Goldfreunden“ wird gezählt, geteilt und gerechnet und zwar so sehr, dass dabei beinahe ihr Leben bedroht ist, denn sie merken bei ihrem Rechenstreit nicht, dass sie von zwei Katzen beobachtet werden, die sich schon die Mäuler lecken.

Wünsche und Reime

In der letzten Geschichte klappt es mit den 10 Wünschen bei einer Fee nicht so recht. Jeder Wunsch wird in etwas anderes, das sich auf den ursprünglichen Wunsch reimt, verändert. So bekommt der Erzähler zum Beispiel statt dem gewünschten Pferd einen Herd. An diesen Missverständnissen haben Kinder viel Freude. Das sind so Quatschideen, die sie sich gerne selber ausdenken.

Ein Buch für Erstleser

Dieses Buch lässt sich prima von Erstlesern bewältigen, die beim erfolgreichen Beenden des Buches mit Lesespaß belohnt werden. Allerdings müssen sie eventuell darauf hingewiesen werden, dass die Texte teilweise in den Bildern fortgesetzt werden. Man kann das Buch natürlich auch gemeinsam lesen bzw. es dem Kind vorlesen, allerdings kommt der Witz erst richtig heraus, wenn die Kinder schon ein wenig Buchstaben bzw. Laute zu Wörtern zusammensetzen können.

3 freche Mäuse – 3 witzige Lese- und Zählgeschichten von Lorenz Pauli und Kathrin Schärer, Atlantis Verlag, ISBN: 978-3-7152-0651-6

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Leipziger Lesekompass: Ich so du so

Was bzw. wer ist normal? Ist überhaupt irgendjemand normal? Also, ich finde als Antwort auf diese Fragen den Titel des Buches „Ich so du so – Alles super normal“ klasse.

Das Buch ist ein buntes Sammelsurium zum Menschen. Überall kommt zum Ausdruck, dass wir alle ganz verschieden sind und dass das gut so ist!

Viele Gedankenschnipsel und bunte Bilder

In dem Buch beantworten unter anderem Kinder aus ganz verschiedenen Ländern die gleichen Fragen, es gibt Comics, lustige Bilder, Bilder zum Nachdenken, lauter unterschiedliche Texte, Aussagen, die zum Nachdenken anregen, Fragebögen zum Ausfüllen und vieles mehr. Es ist ein Buch, in dem man immer wieder blättern kann. Immer wieder stößt man auf Texte, die einen gerade interessieren, die einen zum Nachdenken und Lachen bringen und Texte, über die man vielleicht gerne mit jemandem anderen diskutieren möchte.

Dieses Buch kann man immer mal wieder hervor nehmen. Es ist kein Buch zum Durchlesen. Dafür ist es ein Buch, das vielleicht den Blick auf die Mitmenschen und auf sich selbst ein wenig ändern kann. Wer bin ich? Wer sind die anderen? Was haben wir gemeinsam? Was ist normal und gibt es normal überhaupt?

Im besten Fall ist dies ein Buch, das die Welt und die Menschen ein bisschen menschlicher macht und welches zu Toleranz und Offenheit beiträgt.

Anlass für spannende Gespräche

Das Buch wird für Kinder ab neun Jahren empfohlen, was ich so unterschreiben würde. Dennoch hat sich mein Sohn dieses Buch mit sechs Jahren angeschaut und richtig lange darin geblättert. Er meinte am Ende zwar, dass er das Buch ein bisschen blöd findet und er gar nicht wusste, dass es solche komischen Kinderbücher gebe, aber ich muss sagen, dass ich selten so tiefgehende Gespräche mit meinem Sohn hatte, wie zu diesem Buch.

Es ist richtig spannend, was Kinder zu den Sachen aus dem Buch sagen, und häufig gehen einem dabei selbst die Augen auf. Es wäre toll, wenn man mit seinen Kindern das Buch teilweise gemeinsam schauen und sich austauschen könnte.

Die Sortierung nach Mädchen- und Jungenfarben kommt meinem Sohn überhaupt nicht merkwürdig vor, obwohl ich ihm von Anfang an gepredigt habe, dass es keine Mädchen- und Jungenfarben gibt. Rosa ist für ihn eine Mädchenfarbe. Als ich ihm widersprach, bekam ich eine interessante Antwort: „Die Jacken für Mädchen sind aber oft rosa.“ Genauso zu bestimmten Kleidungsstücken in dem Buch, die ja auch ein Junge anziehen könnte: „Auf Bildern haben die Sachen aber meistens Mädchen an.“ Da sieht man mal, wie genau und reflektiert Kinder wahrnehmen, was ihnen gezeigt wird.

Mir gefällt das Buch sehr gut und ich wünsche mir, dass ganz viele Kinder, die trotz der Vorprägung durch die Gesellschaft häufig noch für vieles offen sind, dieses Buch ganz intensiv lesen und sich mit anderen darüber austauschen. Ich glaube, dadurch könnte viel gewonnen werden!

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Ich so du so. Alles super normal“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 6-10 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 6-10 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Nominierung Deutscher Jugendliteraturpreis

Das Buch wurde zudem für den Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Sachbuch nominiert.

Ich so du so. Alles super normal  von Labor Ateliergemeinschaft, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3-407-82316-8, 16,95€

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar.

 

Rezension: Juni und der Honigdieb

(Werbung/Rezensionsexemplar) Im Sommer muss man Sommerbücher lesen, oder? Nein, man muss es natürlich nicht, aber diese machen jetzt besonders viel Spaß. Wie wäre es zum Beispiel mit „Juni und der Honigdieb“?

Juni und ihre Geschwister Elfe und Jimmie erleben zusammen mit den Nachbarskindern Rudi und Josefa ihre Sommerferien. Eigentlich heißt es da natürlich gemeinsam in den See zu springen, aber in diesen Ferien haben sie eine wichtige Aufgabe zu erledigen: Nachdem sie Opa Sepperl als ihren Opa adoptiert haben und dieser nach einem Sturz im Krankenhaus landet, sollen sich die Kinder um seinen Bienenstock kümmern. Dabei entdecken die Kinder, dass hier ein Honigdieb am Werk ist. Sofort beschließen alle, dass der Honigdieb unbedingt gefangen werden muss und so versuchen sie ihm auf die Schliche zu kommen. Leider müssen sie dabei auch nachts heraus und einiges riskieren.

Tolle Illustrationen

Die Bilder sind toll: Bunt und voller Leben. Sie lassen den Leser sehr schön an der Geschichte teilhaben. Der Sommer und die Kindheit werden hier greifbar.

Insgesamt ist das Buch eine schöne Abenteuer- und Sommergeschichte für Grundschulkinder. Allerdings hat sie mich nicht von Anfang an so mitgerissen, wie andere Bücher mit ähnlichem Thema es tun. Dabei kann ich noch nicht einmal genau sagen, woran es liegt. Teilweise handeln die Kinder meines Erachtens nicht immer passend zu ihrem Alter. Am Anfang kommen einem sowohl die Ich-Erzählerin als auch ihr „sehr kleiner Bruder Jimmie“ (dieser Wortlaut wird sehr oft wiederholt) jünger vor. Das ändert sich aber etwas innerhalb des Buches. Auch das ständige Gepupse eines der Kinder nervt mich ein wenig. Den umgangssprachlichen Ton der Ich-Erzählerin finde ich für eine Kinderfigur durchaus angemessen und ich denke, dass er auch die LeserInnen gut erreicht.

Kinder-Sommer-Abenteuer für Jungs und Mädchen

Gut gefällt mir, dass hier Jungs und Mädchen mitspielen und dass sich auch die Altersgruppen vermischen. Kinder dürfen in diesem Buch noch einmal richtig Kinder sein, herumstreifen, gemeinsam etwas unternehmen etc. Das kindliche Dorfleben in diesem Buch finde ich in Kombination mit dem Sommerabenteuer toll. Es macht Sehnsucht auf ein solches Leben und hat einen gewissen Bullerbü-Charme, wobei es vielleicht gerade der Charme ist, der bei mir durch den Stil des Buches nicht so ganz ankommt. Aber das ist natürlich ein sehr persönliches Empfinden. Ich hatte allerdings auch noch keine Gelegenheit das Buch mit meinem Sohn zu lesen. Der wird das möglicherweise ganz anders sehen. Das Buch wandert auf jeden Fall mal ins Urlaubsgepäck!

Sehr spannend finde ich, dass dieses Buch von Vater und Tochter geschrieben wurde. Das gefällt mir gut, denn Kinder haben ja häufig noch einmal ganz andere Ideen für so eine Geschichte.

Juni und der Honigdieb von Jörg und Jona Steinleitner, illustriert von Ulla Mersmeyer, Arena Verlag, ISBN: 978-3-401-60298-1, 12,99€

Rezension: Professor Plumbums Bleistift – Mumien-Alarm!

(Werbung/Rezensionsexemplar) Abenteuer in der ganzen Welt erleben – davon träumen sicherlich viele Kinder. Die Freunde Hanna und Henri durften im ersten Band von „Professor Plumbums Bleistift“ („Mumien-Alarm!„) zumindest schon mal nach Ägypten reisen und dort interessante und witzige Figuren treffen.

Abenteuer mit Witz

Ja, allein durch einen Bleistift auf dem Schreibwarenladen von Professor Plumbum sind sie dorthin gelangt. Mit dabei ist sogar Hannas Kater Karuso, der auf der Reise auf einmal sprechen kann. Aber das ist nicht das einzige, was die Kinder bei ihrem Abenteuer überrascht. Sie begegnen dem Flaschengeist Salim, 41 Räubern, der witzigen Mumie Tutdochnix und einem hungrigen Krokodil. Sie müssen helfen und sich selber in Sicherheit bringen – da sind Abenteuer und Spannung garantiert. Aber noch etwas anderes macht dieses Buch ganz entscheidend aus: Humor und Witz!

Hanna und Henri erleben in dem Buch einige Abenteuer und so wollte ich wissen, ob mein Sohn das Buch spannend fand. Nein, das fand er nicht. Für ihn ist es ein lustiges Buch. Aber lustige Bücher sind für Kinder natürlich genauso toll wie spannende!

Kinder haben den Durchblick

Mir persönlich waren nach dem ersten Durchlesen ein paar Sachen noch nicht ganz so klar und ein bisschen zu wenig erklärt bzw. etwas willkürlich. Zum Beispiel wer ist Professor Plumbum und warum hat ein Professor einen Schreibwarenladen? Woher kommt der Stift auf einmal? Kann man beeinflussen, wohin der Stift einen bringt? Aber ich vermute, dass das so erwachsenen Fragen sind, die scheinbar bei den Kindern nicht auftauchen. Ich habe mich auch gefragt, wie genau der Stift funktioniert, aber da habe ich dann auch feststellen müssen, dass ich zu oberflächlich gelesen habe, denn mein Sohn hat in seiner kleinen Rezension ganz richtig geschrieben, dass die Kinder Kreise gemalt haben und sich danach alles drehte.

Mich erinnert das Buch ein wenig an die Bände vom magischen Baumhaus, wo die Kinder ja auch in verschiedene Welten reisen. Es ist aber humorvoller geschrieben und ehrlich gesagt, finde ich auch die Sprache ansprechender und nicht ganz so monoton wie beim magischen Baumhaus.

Das Buch „Professor Plumbums Bleistift – Mumien-Alarm“ ist der Anfang einer Reihe und ich freue mich schon auf weitere Abenteuer. Es gibt ja immerhin auch noch einiges zu klären und aufzudecken, denn unter anderem kommt ja der  Kater Karuso nicht mit den Kindern zurück und muss in einem anderen Abenteuer gerettet werden.

Das Buch ist gut geeignet für geübte Erstleser. Die Schrift ist relativ groß und auf allen Seiten befinden sind bunte Bilder. Die Illustrationen sind übrigens auch toll – voller Leben und humorvoll gezeichnet! Die Sätze sind kurz und somit gut für Erstleser zu erfassen. Toll ist, dass die Sprache dennoch nicht langweilig und einfach herüber kommt. Außerdem passiert in dem Buch eine ganze Menge, so dass wirklich Lesefreude aufkommen kann.

Ein nettes Extra ist das Zauberpapier vorne und hinten in dem Buch.

Professor Plumbums Bleistift – Mumien Alarm! von Nina Hundertschnee, illustriert von Iris Hardt, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-65431-1, Einführungspreis 3,99€, ab dem 31.12.2018 8,99€

 

Rezension: Kuddelmuddel von der Küste

(Werbung/Rezensionsexemplar) Braucht ihr noch ein wenig Beschäftigungsmaterial für die Ferien? Rätselblöcke und –hefte habe ich euch ja bereits vorgestellt, heute habe ich etwas anderes für euch und zwar ein Gedichte-Heftchen mit Ausmalbildern: „Gedichte für Lütte: Kuddelmuddel von der Küste

Quatsch mit Soße

Gedichte? Kommt so etwas bei Kindern an? Ich denke schon, denn es sind im Prinzip kurze gereimte Geschichten und vor allem enthalten sie in diesem Büchlein lauter skurrile und lustige Dinge, die Kindern einfach Spaß machen. Das Meer, Piraten, Wasser und Strand spielen hier eine große Rolle, aber es gibt zum Beispiel auch Gedichte über ein Nachtgespenst, das nicht im Nachthemd spuken möchte, über ein Kind, dessen wichtigste Frage „Wo hat Mama die Süßigkeiten?“ ist, über ein Festessen mit Eis mit Speck und Bratwurst mit Lakritz und über eine verrückte Zu-Spät-Komm-Ausrede.

Fröhliche Bilder zum Ausmalen

Hier geht es kunterbunt zu und noch kunterbunter wird es, wenn das Kind dann zu seinen Buntstiften greift und die fantasievollen Bilder ausmalt. Dies ist nämlich nicht nur ein Gedichteheft, sondern auch ein kleines Malbuch. Meines Erachtens motivieren die fröhlichen Bilder, die den Quatschgehalt der Gedichte illustrieren, zum Ausmalen. Allerdings muss man teilweise schon ein wenig feinmotorisch begabt sein, um die kleinen Details, die sich in vielen Bildern wiederfinden, säuberlich ausmalen zu können.

Die Reime sind unterschiedlich gut gelungen, aber insgesamt gefallen mir die Texte gut. Vor allem weil sie einfach so erfrischend verrückt sind. Bilder und Texte passen gut zusammen und ergeben gemeinsam ein schönes und unterhaltsames Heft für Kinder, die Spaß an Quatsch und Fantasie haben.

In Büchern malen?

Ein bisschen skeptisch bin ich ja immer, bei dieser Mischform aus Malbuch und Buch. Nicht, weil mir diese Form nicht gefällt, sondern weil ich immer etwas Angst habe, dass die Kinder dann auch anfangen Bilder in anderen Büchern auszumalen. Andererseits: Haben wir das als Kinder nicht auch manchmal gemacht? Und häufig sind es doch gerade diese Bücher, die uns auch als Erwachsene noch in Erinnerung bleiben. Und: Schwarzweiß-Zeichnungen, bei denen man etwas ausmalen kann, findet man heute kaum noch in Kinderbüchern. Der Trend geht zu bunt illustrierten Büchern, bei denen man nicht mehr selbst zum Stift greifen kann. Es sei denn, dass Kind möchte vielleicht noch einen schönen Rahmen um den Text hinzufügen…

Gedichte für Lütte: Kuddelmuddel von der Küste von Maik Brandenburg, mit Ausmalbildern von Janet Lindemann, Inselkinder Verlag, ISBN: 978-3-9817217-3-7, 5,95€

Rezension: Tilly und Mordusa

(Werbung/Rezensionsexemplar) Ich bin wirklich froh, dass ich durch eine Facebook-Gruppe die Autorin Rosemarie Benke-Bursian kennen gelernt habe, denn ansonsten hätte ich wohl auch nie etwas von ihrem Kinderbuch „Tilly und Mordusa“ erfahren. Und das wäre wirklich schade, denn so unauffällig das Kindertaschenbuch aus einem kleinen Verlag (Graphiti Verlag) auch wirkt, enthält es dennoch eine richtig tolle Hexengeschichte, die es lohnt gelesen zu werden.

Spannende Hexengeschichte

Sowohl Tilly als auch Mordusa leben in Hexenmondtal. Sie sind beide Hexen, doch irgendwie kommt Mordusa mit Tilly nicht richtig zurecht. Mordusa ärgert sich, dass Tilly sie nicht mit dem ihr gebührenden Respekt, behandelt und sie möchte Tilly als Scheinhexe, die nur trickst, aber gar nicht zaubern kann, überführen. Leider gelingt ihr dies nicht und stattdessen wird Mordusa eigener Betrug aufgedeckt, so dass sie Hexenmondtal für eine Zeit verlassen muss. Als sie wieder zurück kommt, schwört sie Rache zu nehmen. Doch gehen ihre Pläne dieses Mal auf?

Das Buch hat alles, was eine gute Hexengeschichte braucht: Spannung, Witz, interessante Charaktere Zaubersprüche und einiges mehr

Es lässt sich sehr gut lesen und auch wenn man das eine oder andere erahnen kann, ist man neugierig darauf, wie die Geschichte sich weiterentwickelt und hat es auf diese Weise ratzfatz durchgelesen.

Zu empfehlen ist es für Kinder ab etwa acht Jahren, aber ich glaube, dass man es auch schon gut etwas jüngeren Kindern vorlesen kann, obwohl die handelnden Figuren deutlich älter und schon erwachsen sind, was bei Hexen aber nichts ausmacht.

Von der Geschichte her spricht dieses Buch sowohl Mädchen als auch Jungs an. Das Cover und auch die einzelnen farbigen Bilder im Inneren des Buches lassen aber Jungs leider wohl eher nicht zu dem Buch greifen. Mir persönlich sind die Bilder auch etwas zu kitschig, aber das ist natürlich Geschmackssache. Zudem spielen sie in diesem Buch auch eine deutlich untergeordnete Rolle, denn die meisten Seiten bestehen aus reinem Text.

Tilly und Mordusa von Rosemarie Benke-Bursian, illustriert von Roselinde Dombach, Graphiti Verlag, ISBN: 978-3-95999-005-9, 9,99€

Rezension: Abenteuer an der Lübecker Bucht (Lilly und Nikolas)

(Werbung/Rezensionsexemplar) Wo geht es bei euch dieses Jahr im Sommer hin? Vielleicht an die Ostsee, Ecke Lübecker Bucht? Dann kann ich euch nur empfehlen, das Buch „Abenteuer an der Lübecker Bucht – Lilly, Nikolas und die Ostsee-Indianer“ mitzunehmen.

Spannende Ausflugsziele und neue Freunde

Lilly und Nikolas scheinen in diesem Buch bereits etwas älter zu sein als in einigen anderen Büchern aus dieser Reihe, was sich auch in den Illustrationen niederschlägt. Sie reisen dieses Mal mit ihren Eltern in ein kleines Ferienhäuschen nach Scharbeutz. Schnell lernen sie dort am Strand andere Kinder kennen und auch die Vermieterin des Ferienhauses hat einen Sohn in ihrem Alter, doch dieser benimmt sich immer wieder etwas merkwürdig. Da ist es einfacher mit den anderen Kindern am Strand, mit denen sie die Clique „Ostsee-Indianer“ gründen. Doch es bleibt nicht bei harmlosen Kinderspielen, denn sie finden heraus, dass in der alten Fischerkate, die abgerissen werden soll, Fledermäuse leben, die es zu schützen gilt. Rund um die Uhr können sich Lilly und Nikolas nicht mit der Sache beschäftigen, denn natürlich unternehmen sie mit ihren Eltern auch einige Ausflüge: So geht es zum Beispiel ins SEA LIFE, in den Vogelpark Niendorf, ins Karls Erlebnis-Dorf, nach Lübeck, zu den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg, auf den Museumshof Lensahn und in den Zoo nach Grömitz. Aber auch noch einige andere Ausflugsziele spielen in dem Buch eine Rolle. Da wir letztes Jahr in dieser Region Urlaub gemacht haben (unsere Ferienwohnung war sogar auch in Scharbeutz) haben wir einige dieser Ausflüge ebenfalls unternommen. Wie schön, wenn man mit dem Buch noch einmal in Erinnerungen schwelgen kann. Und ich durfte wieder einmal feststellen, dass alles sehr gut recherchiert ist und sich vieles mit unseren Erfahrungen deckt. Ja, selbst das Seehundefüttern im Zoo mit den frechen Möwen, die auf einen kleinen Happen lauern, lief bei uns genauso ab.

Fütterung der Seehunde im Zoo in Grömitz

Sehr spannend fand und wichtig ist auch der Teil, in dem die Kinder lernen, dass vieles, was man sich hier über Indianer erzählt, so nicht stimmt und diese falschen Vorstellungen und das Nachspielen von Indianern die Ureinwohner Amerikas durchaus kränken kann.

Hier passt einfach alles

Vom ersten Lilly und Nikolas-Buch, welches ich gelesen habe, bin ich ein Fan dieser Reihe, da mir insbesondere das Konzept aus Kinderreiseführer und Roman sehr gut gefällt. Ich muss aber sagen, dass dieses Buch im Vergleich zu den mir bekannten Bänden, noch einmal ein Stückchen besser ist und zwar was das ganze Buch angeht. Die Geschichte um den Urlaub herum ist noch spannender und rückt mehr in den Mittelpunkt, ohne jedoch die Ausflugsziele zu vernachlässigen. Ja, vielleicht ist nicht mehr jeder Ausflug bis ins kleinste Detail beschrieben, was sonst teilweise der Fall war und mir auch gut gefallen hat, aber letztendlich erhält man dennoch sehr viele Tipps und kann die Ausflüge auch gut nachvollziehen. Mehr Informationen als in anderen Reiseführern bekommt man auch hier auf jeden Fall. Man schaut schon hinter die Kulissen und erkennt auch die Ausflugsorte sofort wider.

Die Illustrationen begleiten die Geschichte nicht mehr nur als schöne Bilder mit Wiedererkennungseffekt, sondern sie gestalten die Seiten mit. Sie fügen sich in den Text ein, es gibt teilweise Muster am Rand, auf einigen Seiten gibt es einen farbigen Hintergrund, der Text und Bild noch mehr miteinander verbindet und verschmelzen lässt.

Die Lübeck-Kapitel wurden von einer weiteren Autorin, Nathalie Klüver, geschrieben. Dennoch gibt es überhaupt keinen Bruch in dem Buch. Alles fügt sich gut zusammen.

Das ganze Buch ist noch viel runder als es die anderen Bücher schon waren. Auch äußerlich kommt es mit einem Lesebändchen und als Hardcover-Ausgabe schön daher. Eine absolute Leseempfehlung für den Sommerurlaub – selbst dann, wenn man diese Orte nicht selbst bereist.

Abenteuer an der Lübecker Bucht – Lilly, Nikolas und die Ostsee Indianer von Kerstin Groeper und Steffi Bieber-Geske, illustriert von Viven Schmidt, Biber & Butzemann Verlag, ISBN: 978-3-942428-63-7, 14,50€

Leipziger Lesekompass: Familie Monster brüllt los!

Obwohl ich mich schon seit langem an den kleinen humorvollen Beiträgen des Autors Rüdiger Bertram auf Facebook erfreue, habe ich tatsächlich bisher noch keins seiner Bücher auf meinem Blog vorgestellt. Nun macht aber das Erstlesebuch „Familie Monster brüllt los“ den Anfang.

Gutes Erstlesebuch

Es ist wirklich ein schönes Buch für Erstleser. Die Schrift ist sehr groß, die Sätze sind kurz und auf den einzelnen Seiten ist nur wenig Text. Hinzu kommen viele farbige Bilder, die die Geschichte illustrieren. Die Bilder machen Spaß, aber sie sind auch wichtig um nicht vom Text erschlagen zu werden und junge Leser zu motivieren. Außerdem sehen die Kinder manches, was sie gerade gelesen haben auf den Bildern, was das Leseverständnis erleichtert.

Und ja, trotz dieser kurzen einfachen Sätze wird hier eine Geschichte erzählt, die nicht langweilt.

Kann Paul die Brüll-Prüfung bestehen?

Monster müssen laut brüllen können, sonst machen sich die anderen über sie lustig. Aber was ist mit Paul? Er ist ein Menschenjunge und lebt bei einer Monsterfamilie. In der Schule klappt es mit dem laut Brüllen leider nicht so richtig. Gehört er vielleicht doch nicht so richtig dazu? Seine Familie beruhigt ihn und übt mit ihm brüllen. Aber ob das für die Brüll-Prüfung reicht? Am Ende besteht er, da er eine Familie hat, die bedingungslos zu ihm hält.

In diesem Buch steckt richtig viel drin! Das ist wirklich klasse gemacht. Es ist nicht nur eine Geschichte, die dank der Monster viel Spaß macht, sondern auch eine Geschichte, die viele Themen anreißt: Zusammenhalt, Familie, Unterstützung, Ängste

Leserätsel

Am Ende des Buches gibt es noch ein paar schöne Leserätsel, die nur dann gelöst werden können, wenn man aufmerksam gelesen und sich die Bilder angeschaut hat.

Ich kann dieses Erstlesebuch nur empfehlen. Selbst mein Sohn, der bereits Bücher mit ganz anderem Textumfang liest, hat dieses Buch mehrfach gelesen. Und ich finde, dass ist gerade für ein Erstlesebuch ein richtiges Kompliment, denn ihm geht es nicht mehr darum ein Buch lesen zu können, sondern um die Geschichte selbst. Im Übrigen lässt er grundsätzlich die „babyhaften“ Erstlesebücher eher links liegen.

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Familie Monster brüllt los“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 6-10 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 6-10 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Familie Monster brüllt los! von Rüdiger Bertram und Heribert Schulmeyer, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3789108433, 8€

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

Leipziger Lesekompass: König Guu

Ben hat es nicht leicht. Wenn er nicht aufpasst, wird er von dem fiesen Monty und seinen Freunden geärgert, doch eines Tages gelangt Ben auf der Flucht vor ihnen in einen geheimen Wald. In diesem Wald lebt König Guu, ein Mädchen, das völlig von ihrem Bart bedeckt wird, mit ihrem Wombat Herbert in einem großartigen Baumhaus. Und das Beste ist, dass König Guu Ben hilft mit den gemeinen Kindern fertig zu werden, denn König Guu hat immer tolle Ideen und Pläne. Sie denkt sich die genialsten Erfindungen aus und schon sind die Kuh-Kacka-Pulte und Stinktier-Knaller im Einsatz.

Fantasie und Action

Was für ein Abenteuer, was für eine Action und was für eine Fantasie! „König Guu“ ist eine turbulente Geschichte für Grundschulkinder und zwar sowohl für Mädchen als auch Jungs. Hier gibt es keine klischeehaften Rollenbilder. Es gibt sowohl fiese, gemeine und starke Mädchen als auch Jungs, dann ist da noch der nette Ben und die schlaue Tüftlerin Guu, von der einiges ein Geheimnis bleibt. Insgesamt eine tolle Mischung an Figuren.

Comic-Illustrationen

Das Buch ist ein tolles Wechselspiel aus Text und Bild. Der Text wird in Bildern und in Comicsequenzen weitererzählt, es gibt Skizzen von Plänen und Geräten und Szenen aus dem Text werden wunderbar illustriert. So kann man ganz tief in diese Geschichte eintauchen und sich alles sehr lebhaft vorstellen. Ein herrlicher fantasievoller Spaß! Die Idee der Geschichte ist bereits klasse, aber gerade durch die vielen Bilder, die den Text jederzeit begleiten und teilweise die Führung übernehmen, bekommt das Buch noch mehr Witz und Lebendigkeit. Insbesondere die fiesen Kinder werden so humorvoll dargestellt, ohne das ernste Thema Mobbing lächerlich zu machen.

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „König Guu“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 6-10 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 6-10 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

König Guu von Adam Stower, übersetzt von Sabine Schulte, Aladin Verlag, ISBN: 978-3-8489-2100-3, 11,95€

Bereit für die WM: Fußballbücher im Überblick

In den letzten Wochen habe ich euch einige Fußballbücher vorgestellt. Heute, direkt vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft, bekommt ihr nun noch einmal alle Bücher in einer Übersicht. Das sind natürlich längst nicht alle Fußballbücher, die auf dem Markt sind, aber ich denke, dass insgesamt eine gute Mischung für Kinder von 2-10 Jahren dabei ist.

Mit einem Klick auf den Titel gelangt ihr jeweils zur ausführlichen Rezension.

Fußballbücher für die Kleinen und Bilderbücher

  

Mein erstes Buch vom Fußball, illustriert von Nathalie Choux, arsEdition, ISBN: 978-3-8458-1471-1, 9,99€ – ein Buch mit ersten Fußballbegriffen (inklusive Schiebeelementen)

Sehen – Hören – Wissen: Alles über Fußball – Erstes Sachwissen zum Hören, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62661-9, 14,95€ – Erste Infos rund um Fußball mit echten Farbfotos und Sounds

Karlchen vor, noch ein Tor! von Rotraut Susanne Berner, Hanser Verlag, ISBN: 978-3-446-20692-2, 12,90€ – Ein fröhliches Fußballspiel mit Karlchen und seiner Familie

Das Spiel von Baptiste Paul und Jacqueline Alcántara, übersetzt von Thomas Bodmer, NordSüd Verlag, ISBN: 978-3-314-10434-3, 15€ – So sieht kindliche Leidenschaft beim Fußballspiel aus

 

Fußballbücher zur aktuellen Weltmeisterschaft

      

2018 FIFA WORLD CUP RUSSIA – Das offizielle Kids-Handbuch, Arena Verlag, ISBN: 978-3-401-71340-3, 6,99€ – Kurze Infos rund um Fußballstars und die WM in Russland

Alles Fußball! Das aktuelle Buch zur WM 2018 von Knut Krüger, cbj Verlag, ISBN: 978-3-570-17552-1, 15€ – Vorstellung aller Mannschaften, der deutsche Kader unter der Lupe und einiges mehr zur Fußball-WM in Russland

Paule Fußball Mitmach-Heft, Tessloff, ISBN: 978-3-7886-2246-6, 8,95€ (keine eigene Rezension, deshalb hier eine etwas ausführlichere Vorstellung): Hier können sich jüngere Kinder, die sich noch nicht all zu gut mit Fußball auskennen, spielerisch mit diesem Thema beschäftigen. Häufig kann man Aufgaben mit Stickern lösen, es gibt Puzzle-Rätsel, Ausmalbilder, Labyrinthe und einiges mehr. Viel Vorwissen ist hier nicht nötig. Ein aktueller Spielplan wird zusätzlich mitgeliefert. Das Maskottchen Pauli und seine Freunde, die auch im Paule-Kindermagazin auftauchen treten in dem Heft auf. Besonders viel Bezug zur WM 2018 wird nicht genommen, so dass es auch außerhalb der WM-Zeit genutzt werden kann.

 

Fußballgeschichten

            

Mein Weg zum Traumverein (Lesenlernen mit Fußballstars),  Thomas Müller in Zusammenarbeit mit Julien Wolff, illustriert von Jan Birck, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0933-1, 10€ – Ein Erstlesebuch, in dem der Weg von Thomas Müller zum FC Bayern München erzählt wird

Das Kickerteam – Gute Freunde und ein Elfmeter von Christian Bieniek, illustriert von Ralf Bittner, Arena Verlag, ISBN: 978-3-40151129-0, 5€ – Fußball über alles?

Die Kickerbande – Anpfiff für das Siegerteam von Frauke Nahrgang und Nikolai Renger, Arena Verlag, ISBN: 978-3-401-71094-5, 8,99€ – Fußball, Freundschaft und Zusammenhalt in einem Buch für fortgeschrittene Erstleser

Ich & die Fußballgang – Fußballgeschichten (Sammelband) von Antje Szillat und Susanne Fröhlich (Illustrationen), Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62701-2, 10€ – Fußballgeschichte mit Comic-Szenen

Die drei ???-Kids: Der Fußball-Roboter erzählt von Ulf Banck, illustriert von Kim Schmidt, Kosmos, ISBN: 978-3-440-15786-2, 8,99€ – Ein Buch, bei dem Fußball nicht im Mittelpunkt steht, sondern eher eine spannende Detektivgeschichte

Sachbuch

Leselauscher: Fußball, Autoren: Inka Grings und Ulli Potofski, BVK Buch Verlag Kempen, ISBN: 978-3-86740-814-3, 15€

Leselauscher: Fußball, Autoren: Inka Grings und Ulli Potofski, BVK Buch Verlag Kempen, ISBN: 978-3-86740-814-3, 15€ – Sehr viele Fußballinformationen in einem Sachbuch sowie auf einer Hör-CD

 

Fußballquiz – Fragen rund um den Fußball

memo Quiz: Fußball von Anja Bühling, Dorling Kindersley Verlag, ISBN: 978-3-8310-3455-0, 6,95€

PAULE Fußball-Quiz, Tessloff Verlag, ISBN: 978-3-7886-2248-0, 6,95€

 

Fußballzeitschrift

Just kick-it, Panini, Einzelheft ca. 3,90€ – Alles zu den aktuellen Stars etc.