Jugendrezension zu „Battle Island“

Was passiert, wenn eine Fernsehsendung eingeführt wird, in der mehrere Jugendliche ausgewählt werden, auf eine Insel zu fliegen und dort alle um einen Schatz kämpfen. Im Roman „Battle Island“  von Peter Freund geht es genau darum. In verschiedenen Spielen und Aufgaben erfahren sie immer mehr über die Koordinate, an der eine Schatzkiste mit Gold gefüllt, im Wert von 1 Millionen Euro, auf sie wartet.  Louisa ist eine von den Teilnehmern. Als sie das Casting besteht, freut sie sich darauf das Battle zu gewinnen um ihrer Mutter eine Therapie zu ermöglichen, die wiederrum sterbenskrank ist. Doch manchen Teilnehmern ist jedes Mittel recht um zu gewinnen und schon bald wird es aus dem Spiel um Reichtum, ein Spiel um Leben und Tod.

Ich persönlich habe schon anhand des Covers und des Buchnamens Vergleiche zu „Die Tribute von Panem“ gezogen. Eine abgeschottete Gegend und verschiedene Jugendliche, die ausgewählt werden um gegeneinander anzutreten.  Doch auch wenn „Die Tribute von Panem“ ein Bestseller war, lockt Battle Island mit seinen eigenen Reizen. Es spielt in der Zukunft, in einer modernisierten Welt. Verschieden starke Charaktere kommen zusammen, die alle ein Ziel haben. Von einer Draufgängerin wie Sophie bis zu einem schüchternen Mädchen wie Poppy. Doch generell waren mir die Charaktere zu klischeehaft. Die Personen waren leicht zu durchschauen und am vernünftigsten war die Hauptperson Lou. Doch dafür, dass sie so intelligent dargestellt wurde, begann sie sehr viele Sätze zögernd, was mich weiterhin aber nicht störte. Am Anfang des Buches wusste ich nicht genau, wieso der Autor Zeitsprünge verwendete, weil ich so nicht flüssig lesen konnte, sondern immer merken musste, an welchen Ort und an welchen Tag das Geschehen statt fand, da es im nächsten Kapitel wieder Zukunft oder Vergangenheit war. Zur Mitte des Buches hin, verlor ich mich jedoch im Buch, da man immer mehr verstand und wissen wollte, wie es weiter geht. Mir persönlich gefielen auch die so genannten „Battle of the Day´s“. Das sind die Tagesaufgaben und Rätsel, die gelöst werden mussten. Ich persönlich habe gerne über die Lösungswege nach gedacht.

Also für alle, die Abenteuer lieben und ein wenig zu „Die Tribute von Panem“ tendieren, ist das genau das Richtige.

Mein Fazit: Das Buch ist abenteuerlustig, interessant, abwechslungsreich und perfekt für Jugendliche! Und das aller wichtigste: Es ist sehr lesenswert!

Melisha, 14 Jahre, Teilnehmerin der Schreibwerkstatt zu:

Battle Island von Peter Freund, cbj, ISBN: 978-3570153802, 14,99€

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Rezension: Du + Ich = Liebe

Nika hat sich in Ben verliebt. Er ist ihre erste große Liebe. Diese Anziehungskraft und dieses Glück, das damit einhergeht, hat sie bisher noch nicht erlebt. Da ist es auch ganz egal, dass Ben in Folge eines Unfalls mit einer Querschnittlähmung im Rollstuhl sitzt. Zum Glück geht es Ben ganz ähnlich, doch dann findet Nika etwas Schreckliches heraus und ihre Beziehung ist in Gefahr…

Gelebte Inklusion

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es hat mich, unter anderem auch unterstützt durch den sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil,  direkt in seinen Bann gezogen und ich konnte es kaum zur Seite legen, so dass ich es schnell durchgelesen hatte. Sowohl Nika als auch Ben sind zwei Personen, die einem sofort sympathisch sind und man ist äußerst gespannt, wie sich die Beziehung zwischen den beiden entwickelt. Hinzu kommen noch andere interessante Personen sowie verschiedene Familienkonstellationen und Schicksale. Alle Figuren wirken in ihrem Handeln glaubwürdig, auch wenn manches dann insgesamt vielleicht doch etwas einfach und positiv dargestellt wird. Nika ist ein unglaublich aufgeschlossener Mensch. Sie hat überhaupt keine Probleme mit Bens Behinderung und sie sieht ihn einfach nur als den Menschen, in den sie sich verliebt hat. Das ist wirklich toll und so soll es ja auch sein, aber ich habe mich an manchen Stellen dennoch gefragt, ob das alles in der Realität auch so einfach ist. Schön wäre es auf jeden Fall und Nika gibt hier ein gutes Beispiel ab.

Die äußeren Umstände sind sehr geschickt gewählt worden. Nika hat ein Jahr im Ausland verbracht und in dieser Zeit ist Ben nach seiner Reha an ihre Schule gekommen, so dass die beiden nicht zu einem Zeitpunkt aufeinander treffen, als das neue Leben im Rollstuhl für Ben gerade erst beginnt. Er lebt zwar immer noch eher zurückgezogen und möchte für den anderen in Ruhe gelassen werden, aber dennoch steht er schon wieder an einem anderen Punkt in seinem Leben. Einem Punkt, in dem es ihm möglich ist, eine Beziehung mit Nika aufzunehmen.

Die Beziehung zwischen Nika und Ben beherrscht das Buch. Durch Bens körperliche Einschränkungen ist es natürlich eine besondere Beziehung, dennoch ist es gleichzeitig auch ein Buch über die erste große Liebe und die ersten vorsichtigen Schritte in einer Beziehung, so dass sich sicherlich viele in dem Buch wiederfinden können. Sehr schön ist auch, dass sowohl aus Nikas als auch aus Bens Sicht erzählt wird, dennoch denke ich, dass dies in erster Linie ein Buch für die weibliche Leserschaft ab 16 Jahren ist.

Das Buch ist nur als eBook erhältlich.

Du + Ich = Liebe von Heike Wanner, Edel Elements, ISBN: 978-3-95530-959-6, 6,99€

Jugendrezension zu „ROCK WAR – Heiße Phase“

Du stehst auf spannende Actiongeschichten mit Jugendlichen in deinem Alter? Dann ist „ROCK WAR“ genau das richtige für dich. In dem Buch geht es um eine Reality-Show, in der sechs Bands miteinander konkurrieren bis zum Finale an Weihnachten. Jede Band ist davon überzeugt, dass sie es schaffen kann, der Gewinner zu werden. Doch trotz dieser Konkurrenz um den Gewinnertitel, haben die Jugendlichen noch andere Probleme, die sie vor der Kamera und ihren Fans verbergen. Außerdem scheint es bei der Show nicht mit rechten Dingen zuzugehen, es gibt Drahtzieher die alles daran setzen, dass eine Band gewinnt. Wird es ihnen gelingen?

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Geschichte war fesselnd und sehr überzeugend. Ich habe bis zur letzten Seite mit gefiebert und hatte das Buch innerhalb kurzer Zeit durchgelesen. Ich empfehle das Buch weiter, es ist wirklich lohnenswert „ROCK WAR“ zu lesen.

Annika, 12 Jahre, Teilnehmerin der Schreibwerkstatt, zu:

ROCK WAR – Heiße Phase von Robert Muchamore, übersetzt von Tanja Ohlsen, cbt Kinder- und Jugendbuchverlag, ISBN: 978-3570163351, 12,99€

Herzensbücher als Taufgeschenk

Wie versprochen, folgt nun noch mein Nachtrag zum Thema Herzensbücher der Kinderbuchchallenge auf Instagram. Ich habe nämlich nicht nur ein Buch von mir, sondern auch die Herzensbücher anderer Personen auf einem Bild gezeigt und dazu möchte ich euch ein bisschen etwas erzählen.

Zur Taufe des Büchermäuschens haben wir uns von den Gästen die Lieblingsbücher aus der eigenen Kindheit gewünscht und waren ganz gespannt, was dabei herauskommt. Büchermäuschen sollte auf diese Weise eine eigene kleine Bibliothek mit ganz besonderer Bedeutung bekommen und da ist es dann auch egal, wenn es das eine oder andere Buch bereits in unserem Haushalt gibt. Allein die Wahl und die Geschichte, die hinter jedem einzelnen Buch steckt, ist etwas besonderes, aber die meisten Gäste haben auch noch ein paar persönliche Worte in ihr Buch geschrieben. Ein unbezahlbarer Schatz!

Nicht jedes Lieblingsbuch ist noch erhältlich

Interessanterweise wurde kein Buch doppelt geschenkt. Die Bücher wurden von Kindern (ab 1 ½ Jahren) bis zu den Großeltern (bis zu 65 Jahre) ausgewählt. Es sind natürlich auch einige Klassiker dabei, die sogar die Herzensbücher von Personen verschiedener Generationen sein könnten. Ganz besonders ist natürlich die alte Ausgabe von „Was drei kleine Bären im Walde erleben“, die von meinem Vater kommt. Die habe ich auch erst einmal außer Reichweite von Büchermäuschen gestellt. Das eine oder andere Lieblingsbuch war leider nicht mehr erhältlich, so dass die Gäste eine andere Wahl treffen mussten. Selbst den Klassiker „Die Hexe und die sieben Fexe“ von Ali Mitgutsch gab es leider nur zu einem hohen Preis. Schade!

Bücherwürmchens Wahl

Sehr erstaunt war ich, dass Bücherwürmchen ganz konkret ein Buch aussuchen konnte: „Der Streichelzoo“ ist es bei ihm geworden. Ich hätte gedacht, dass er gar keine Antwort auf die Frage nach seinem Lieblingsbuch haben würde, aber er beschrieb mir direkt das Buch vom Streichelzoo, denn das hätte er sich doch so oft aus der Bücherei ausgeliehen. Und das stimmt tatsächlich!

Meine Wahl: Der glückliche Löwe

Ich selbst habe mich für den glücklichen Löwen entschieden. Es gibt sehr viele Kinderbücher, die ich liebe, aber ich wollte ein Bilderbuch aussuchen und zwar eines, welches ich wirklich seit der Kindheit liebe. Bei vielen Büchern weiß ich nämlich nicht mehr sicher, ob ich sie tatsächlich schon als Kind so gerne mochte oder ob das erst später kam. „Mein Esel Benjamin“ wäre auch ein möglicher Kandidat gewesen, aber für einen Jungen fand ich dann den glücklichen Löwen besser. Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass wir dieses Buch damals aus der Bücherei ausgeliehen hatten und die Geschichte und die Bilder sind mir immer grob im Gedächtnis geblieben. Ich war richtig erfreut, als ich dieses Buch später als Erwachsene wieder entdeckt habe.

Ich finde immer noch, dass diese Erinnerung an die Kindheit wichtiger Bezugspersonen und der Beginn einer eigenen Büchersammlung, eine sehr schöne Geschenkidee für die Taufe ist und kann sie nur weiter empfehlen. Es ist alleine für die Eltern schon spannend, welche Bücher verschenkt werden und das Kind bekommt ein ganz besonderes und persönliches Geschenk.

Welches Buch hättet ihr als Geschenk ausgesucht?

Jugendrezension zu „Wunderworte“

Das Buch „Wunderworte“ von Abbey Cooper ist eines der Bücher, welches einen von Beginn an durch eine sanfte, aber zurückgezogene Heldin in seinen Bann schlägt.

Elyse ist im Grunde ein ganz normales zwölfjähriges Mädchen, doch leidet sie unter der seltenen Krankheit CAV. Bei dieser Krankheit erscheinen all jene Wörter auf ihren Armen und Beinen, mit denen sie beschrieben wird. Die gemeinen Wörter werden immer noch einem starken Juckreiz begleitet. Normalerweise beschützt Jeq, Elyses beste Freundin, sie vor den Gemeinheiten der anderen Kinder. Doch Jeq orientiert sich immer mehr an den „coolen“ Mädchen, wodurch die schlimmen Wörter auf Elyses Armen und Beinen immer häufiger auftreten. Elyse sieht ihre einzige Chance wieder mehr nette Wörter zu bekommen, darin, Jugendreiseleiterin für die Klassenfahrt zu werden. Immer wieder tauchen kleine, blaue Zettel auf, die Elyse helfen zur Reiseleiterin zu werden. Doch wer hat diese Zettel geschrieben?

Diese Frage zieht sich beinahe durch das gesamte Buch. Doch ist sie nicht allein für die Spannung der Handlung verantwortlich. Vielmehr sind es die Themen wie Freundschaft und Selbstakzeptanz, die diesem Buch das gewisse Etwas geben. Dank einer leichten und einfachen Sprache kann man die Gefühle der Heldin gut nachvollziehen. An manchen Stellen erscheint mir jedoch Elyse etwas zu reflektiert für ein zwölfjähriges Mädchen, doch kann dies auch daran liegen, dass sie an der schwierigen Situation wächst.

Zusammengefasst kann ich dieses Buch ab zwölf Jahren empfehlen. Mir selbst hat es gut gefallen.

Anna, 17 Jahre, Teilnehmerin der Schreibwerkstatt zu:

Wunderworte von Abbey Cooper, Einbandillustration von Suse Kopp, übersetzt von André Mumot, Dressler Verlag, ISBN: 978-3-7915-0039-3, 16,99€

Jugendrezension zu „Feuer und Feder“

Wenn die Schrift nur der Elite vorbehalten ist, Sklaverei zum Alltag gehört und die Könige den Göttern Briefe schreiben, dann befindet man sich in Quilara, einem Land am Meer.

Hier lebt die Sklavin Raisa seit sie als Kind von ihrer Heimatinsel wie so viele andere auch verschleppt und versklavt wurde. Sie dient im Palast und hat eines Tages das Privileg Tutorin des nächsten Prinzen zu werden, was so viel heißt wie: Sie warf die heiligen Schriftzeichen lernen, die sonst nur dem König  und seinen Nachfolgern vorbehalten ist.

Beim täglichen Unterricht im Adytum kommt Raisa dem gleichaltrigen Kronprinzen Mali näher. Bald schon zu nah als ihren gegensätzlichen Ständen erlaubt.

In einem Land, wo Sklaven wie Dreck behandelt werden, kann es nicht lange friedlich bleiben und so sorgen Rebellen für Unruhen im Volk um ihrer Unzufriedenheit Ausdruck zu verleihen.

Eine typische Romeo- und Julia-Liebesbeziehung zwischen Raisa und Mali dominiert die Handlung des Buches, jedoch mit Happy End und, meiner Meinung nach, schön umgesetzt.

Vor jedem Kapitel wird die Sage der sieben Götter, welche ihre Schrift an die Menschen gaben, ein Stückchen weitererzählt, was sehr wichtig zum Verständnis der Geschichte ist, da die Götter eine große Rolle spielen.

Was mir auch sehr an der Geschichte gefällt, sind die ausgedachten Namen der Charaktere, die sehr wohlklingend sind. Außerdem verstärken sie das Gefühl des Lesers, sich in einer eigenen Welt zu befinden.

Diese Welt erinnert mich aufgrund des warmen Klimas und der Sklaverei an die Zeit der alten Römer.

Mir hat das Buch gut gefallen und ich empfehle es (vorrangig an) Mädchen ab 14 Jahren, die gerne Fantasy, aber ohne viel Magie, und Liebesgeschichten lesen.

Ulrike, 15 Jahre, Teilnehmerin der Schreibwerkstatt zu:

Feuer und Feder von Kathy MacMillan, übersetzt von Julian Haefs, Beltz Verlag, ISBN: 978-3-407-74796-9, 18,95€

Jugendrezension zu „Animox – Das Auge der Schlange“

Animox sind Menschen, die sich im Untergrund halten, da sie sich in Tiere verwandeln können. Simon ist 12 Jahre alt und Erbe des Vogelclans sowie Nachkomme des Bestienkönigs, welche vor mehreren Jahren Diktator über die Animox war. Das macht Simon zu einer laufenden bzw. fliegenden Zielscheibe. Dazu kommt auch noch, dass er nach seiner verschollenen Mutter sucht.

Dieses Fantasy-Buch zog mich gleich von Beginn an in seinen Bann und ich hatte das Gefühl, dass ich mitten im Geschehen stehen würde. Das macht das Buch noch lebendiger. Ich konnte es nicht mehr aus meinen Händen legen, da ich wissen wollte, wie es weiter geht. Auch das Ende überzeugte mich. Also kann ich dieses Buch allen Jugendlichen über 12 Jahren empfehlen.

Richard, 12 Jahre, Teilnehmer der Schreibwerkstatt zu:

Animox – Das Auge der Schlange von Aimee Carter, übersetzt von Maren Illinger, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-4624-4, 14,99€

Jugendrezension zu „Was die Welle nahm“

Was die Welle nahm“ ist ein emotionales Buch, in dem es um den vierzehnjährigen Lukas geht. Lukas wohnt mit seiner Mutter Anja in Neukölln, einem Stadtteil von Berlin. Sein leiblicher Vater ist seit zehn Jahren tot. Angeblich soll er bei einem Tsunami in Thailand ums Leben gekommen sein. Doch niemand spricht über den Tod von Lukas Vater. Wenn er fragt, erhält er keine Antworten. Aber Lukas will mehr wissen. Er will wissen, für wen und warum sein Vater ihn und seine Mutter verlassen hat. Während Anja mit ihrem neuen Freund Hannes im Urlaub ist, sucht Lukas nach der Wahrheit und will das Geheimnis um den Tod oder auch das Verschwinden seines Vaters lüften. Dabei erfährt er von Dingen, die seine Welt verändern und ihn zu tiefst verletzen.

„Was die Welle nahm“ ist ein Buch, das die Geschichte von einem Jungen erzählt, der seinen Vater vermisst und den Tod von ihm verstehen und aufklären möchte. Das Buch ist in der Ich-Perspektive von Lukas geschrieben, und hat daher auch oftmals ein paar komische Textstellen, wo sich z.B. der gleiche Satz öfters wiederholt. Ich fand es zwischendurch auch etwas langweilig. Aber für Leser, die gerne vollkommen reale Geschichten mögen und es nicht unspannend finden, dass es zwischendurch auch ein ganz normales Alltagskapitel gibt, empfehle ich das Buch ab 12 Jahren.

Annika, 12 Jahre, Teilnehmerin der Schreibwerkstatt zu:

Was die Welle nahm von Vera Kissel, Dressler Verlag, ISBN: 978-3791511108, 14,99€

Jugendrezension zu „Dead Water. Das Logbuch“

Was würdest du tun, wenn du plötzlich auf einem alten Segelschiff mit dem Namen eines Geisterschiffs mitten im Indischen Ozean feststecken würdest – alle erwachsenen Begleitpersonen auf unerklärliche Weise verschwunden, wie vom Meer verschluckt?

So geht es der 14-köpfigen Gruppe von Jugendlichen, die sich erst seit Ablegen des Schiffes kennt. Alle grundaus verschieden – nur eines haben sie gemeinsam: Ihre stinkreichen Eltern haben sie für eine 6-monatige Erziehungs- und Lehrfahrt auf ein altes Segelschiff abgeschoben. Keiner der Jugendlichen hat auch nur die geringste Lust dazu, doch als nach kurzer Zeit die Lehrer und Crew spurlos verschwinden, sind sie auf sich allein gestellt und mehr denn je auf sich angewiesen. Als wenn das alles nicht genug wäre, erreichen die Gruppe schreckliche Funksprüche von Erpressern, die damit drohen die Lehrer umzubringen, wenn ihre Anweisungen nicht genaustens befolgt werden.

Spannend bis zum Schluss bleibt das Buch, das wie ein Tagebuch aufgebaut ist, das jedoch nicht von einer Person, sondern von der ganzen Gruppe von Jugendlichen geschrieben wird. Am Rand der verschiedenen Einträge kommentieren die Jugendlichen mit ihren unterschiedlichen Handschriften das Geschriebene mit sarkastischen Sprüchen und teils schwarzem Humor sowie gekritzelten Zeichnungen. Das gefällt mir sehr gut an dem Buch, da es die Geschichte lebendig macht und außerdem alles nochmal hinterfragt bzw. die Sicht der einzelnen Personen auf ein Geschehen widergibt. Durch die Bilder, die manchmal sogar über eine Doppelseite gehen, kriegt der Leser eine Vorstellung, wo auf dem Ozean sich das Segelschiff gerade befindet und was in der Geschichte gerade passiert. Sie unterstreichen aber vor allem die Kommentare der Charaktere.

Es gibt keine bestimmte Hauptperson, da jedes Mitglied der Jugendgruppe abwechselnd die Geschichte in der Ich-Form weitererzählt. Das fand ich am Anfang des Buches etwas verwirrend, da die Person wechselte, aber die Ich-Form blieb (es steht zwar über jedem Abschnitt der Name der erzählenden Person, jedoch hatte man zuerst noch keine große Verbindung zwischen den Namen und Personen aufgebaut).

Spätestens gegen Mitte des Buches kannte man dann aber den Charakter der Jugendlichen und konnte ihn mit dem Namen verbinden. Im Anhang ist eine lange Liste aller Namen und eventuell unklaren Begriffen mit ihren Beschreibungen zu finden. Das ist mir leider erst aufgefallen, als ich am Ende der Geschichte angelangt war, deshalb hat es mir nichts mehr gebracht. Im Grunde ist das aber eine gute Idee. Man sollte nur zu Beginn schon davon wissen.

Ich kann das Buch nur weiterempfehlen. Es hat mir sehr gefallen. Ob Junge oder Mädchen ab 13 Jahren, ganz egal. Wer packende Abenteuer und Krimis mag, der sollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen können. Gespickt mit humorvollen Sarkasmus und den comichaften Zeichnungen bekommt das Buch das gewisse Etwas, was man in nicht vielen Büchern findet. Mit gesellschaftskritischem Inhalt wird dem Leser eine wertvolle Moral mit auf den Weg gegeben.

Ulrike, 15 Jahre, Teilnehmerin der Schreibwerkstatt zu:

Dead Water. Das Logbuch von Tobias Rafael Junge, Dressler Verlag, ISBN: 978-3-7915-0049-2, 9,99€

Jugendrezension zu „Winterseele – Kissed by Fear“

Elizabeth Caldwell – ein eigentlich normales Mädchen. Naja, bis auf, dass sie sehr zurückgezogen ist, kommt sie so rüber. Doch eine entscheidende Sache unterscheidet sie von den anderen Sterblichen: Sie kann nichts fühlen, aber dafür die Gefühle anderer in Menschengestalt sehen und mit ihnen kommunizieren.

Die Gefühle haben längst aufgehört, zu versuchen, Elizabeth zu berühren. Bis auf Fear. Er ist gefährlich-schön und versetzt alle in Angst und Schrecken, doch bei Elizabeth wird er weich. Denn sie lässt sein Herz höher schlagen. Doch was ist, wenn Elizabeth‘ Leere sich regt? Etwas hervor dringt? Sie droht zu durchbrechen? Und dann auch noch eine höchstgefährliche Macht Elizabeth‘ Leben bedroht?

Das Buch „Winterseele – Kissed by Fear“ von Kelsey Sutton hat mich schon ab dem ersten Satz gefesselt. Es war spannend aus Elizabeth‘ Ich-Perspektive etwas über ihre innere Leere, ihr Leben, die Gefühle, über die gefährliche Macht und ihre spannende Vergangenheit zu erfahren. Man fühlt sich schnell als wäre man mitten im Geschehen und legt das Buch nur schwer aus den Händen. Das Ende und die Mitte gefallen mir am besten, denn dort passiert viel spannendes und viele interessante Dinge werden aufgeklärt.

Ich finde, es ist ein gutes Buch für Jugendliche (vor allem Mädchen) ab 12 Jahren. Das Buch beinhaltet Spannung, Action, aber auch Romantik – dies allerdings nicht viel. Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen!

Mara, 12 Jahre, Teilnehmerin der Schreibwerkstatt zu:

Winterseele – Kissed by Fear von Kelsey Sutton, übersetzt von Ursula Held, Ravensburger Verlag, ISBN: 978-3-473-58508-3, 12,99€