So war mein Bloggerjahr 2017

Wieder ist ein Jahr vergangen und ich möchte die Zeit gerne nutzen um ein wenig zurück zu blicken. Das erstaunliche ist ja, dass sich kein Bloggerjahr gleicht. Die Schwerpunkte verschieben sich ein wenig, andere Sachen rücken in den Vordergrund und neue Projekte tun sich auf.

Was hat das Jahr 2017 mir und meinem Blog gebracht?

Der Blog und Aktivitäten rund um Bücher in der realen Welt verknüpfen sich immer mehr und darüber bin ich sehr froh. Ich konnte das erste Mal als Bloggerin auf die Buchmesse nach Frankfurt fahren und habe dort viele interessante und nette Menschen getroffen. Absolut ein Bücherhighlight in diesem Jahr.

In der Bücherei habe ich eine Schreibwerkstatt für Jugendliche geleitet, was mir viel Freude bereitet hat. Ähnliche Aktivitäten kann ich mir auch sehr gut für die Zukunft vorstellen.

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Ich selbst habe ein paar Seminare zum Vorlesen besucht, die mich sehr inspiriert haben. Bald werde ich als Referentin ein solches Seminar anbieten, worauf ich mich schon richtig freue. Aber nicht nur in der Theorie habe ich mit diesem Thema beschäftigt, sondern auch in der Praxis. Regelmäßig lese ich nun im Kindergarten vor, wobei ich einige Rituale eingeführt habe. Diese Tätigkeit wird auf jeden Fall fortgesetzt.

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Neue Projekte mit anderen Bloggerinnen

Sehr schön ist immer die Kooperation mit anderen Büchermenschen. Auch in dieser Hinsicht war das letzte Jahr sehr schön. Ich habe mich an der Themenwoche zum Thema Leseförderung von Kinderbibliothek beteiligt. Es hat viel Spaß gemacht in ein Thema tiefer einzutauchen und eigentlich wollte ich mich mit diesem Thema auch noch weiter beschäftigen. Das ist mir bisher leider nur ansatzweise geglückt, wird aber auf jeden Fall weiter verfolgt.

Ich habe an einer Blogtour zum Buch „Neue Abenteuer auf Rügen – Lilly, Nikolas und die Kraniche“ teilgenommen und dabei sehr nette Kontakte aufgebaut und vertieft. Der Kinderbuchadvent, ein von Kinderbuch-Detektive organisierte Adventskalender, war ebenfalls eine tolle Sache, die von mehreren Kinderbuchbloggern veranstaltet wurde. So macht das Bloggen und die Beschäftigung mit Büchern noch mehr Spaß.

Auch 2017 gab es natürlich den Buchkönig, ebenfalls eine Sache, die ich gemeinsam mit anderen Bloggerinnen (Kinderbibliothek und Buchkind-Blog) mache. Die Verleihung des Buchkönigs an empfehlenswerte Bücher aus kleineren und mittleren Verlagen ist uns nicht nur eine Herzensangelegenheit, sie fördert ebenfalls das Miteinander mit verschiedenen Buchmenschen.

Interaktion auf Social-Media-Kanälen

Viel Interaktion und Gemeinsamkeit habe ich auch durch meine Anmeldung bei Instagram (@geschichtenwolkeblog) erlebt.  In meinem letzten Jahresrückblick habe ich noch erwähnt, dass ich nur bei Facebook aktiv bin, doch dann habe ich mir kurz darauf überlegt, es doch einmal mit Twitter und Instagram zu versuchen. Hm, ein Twitter-Freund bin ich nicht geworden. Der Kanal bringt mir nicht viel und ich vernachlässige ihn doch sehr. Dafür macht mir Instragram umso mehr Spaß. Aktuell habe ich dort 800 Abonnenten. Kein anderer Social-Media-Kanal ist so schnell gewachsen (bei Facebook sind es nach über drei Jahren etwa 100 Abonnenten weniger). Aber es geht mir nicht nur um die Zahlen. Hier findet auch viel Austausch statt und man bekommt viel von anderen Kinderbuchbloggern mit. Das gefällt mir sehr gut. Aber auch  auf Facebook werde ich weiterhin aktiv bleiben. Die Social-Media-Kanäle sind einfach wichtig für den Austausch und auch für die Zugriffe auf den Blog.

Ich habe im letzten Jahr auf dem Blog eine Pixibuch-Challenge veranstaltet. Das tat meinem Blog ganz gut und hat auch Spaß gemacht. Auch wenn die Challenge nun zu Ende ist, werde ich auch weiterhin Pixibücher im Auge behalten und immer mal wieder vorstellen.

Teilgenommen habe ich an der Oetinger-Summer-Reading-Challenge, die ich sogar gewonnen habe. Ich habe mich wahnsinnig über die schönen Bücher, die ich als Gewinn bekommen habe, gefreut und die Challenge an sich hat auch Spaß gemacht, allerdings werde ich wohl eher nicht noch einmal an einer Challenge, die sich auf einen Verlag beschränkt teilnehmen. Dadurch wird man zu sehr auf einen Verlag fixiert und die bunte Vielfalt auf dem Blog leidet ein wenig. Das hat mir nicht so gut gefallen.

Tolle Statistik

So, nun aber noch ein wenig zu den Zahlen. Mein Blog hat sich wahnsinnig gut entwickelt. 2016 hatte ich einen Monat, in dem ich über 5 000 Aufrufe erhielt, 2017 erhielt ich im November über 10 000 Aufrufe. Was für eine Steigerung! Im gesamten Jahr hatte ich im Vergleich zum Vorjahr über 20 000 Aufrufe mehr, das heißt, dass sich die Zahl der durchschnittlichen monatlichen Aufrufe von 3000 auf 5100 verbessert hat. Also, ich bin damit sehr zufrieden! Aber dennoch freue ich mich immer noch am allermeisten darüber, wenn ich von verschiedenen Leuten (zum Beispiel aus dem privaten Umfeld) höre, dass sie auf Grund meiner Empfehlungen Bücher gekauft haben.

Die beliebtesten Beiträge

Am beliebtesten waren die Beiträge „Hauswichtel Lasse kam durch die Wichteltür“ und „Es klopft bei Wanja in der Nacht.“ Damit wurde das Buch mit den Handabdrücken erstmals abgelöst. Über unsere Adventszeit und Weihnachten werde ich auf jeden Fall noch berichten. Mich freut, dass auch „Mit Kindern Bücher herstellen“ in den Top Ten gelandet ist.

In den Weihnachtsferien habe ich tatsächlich mal eine Blogpause eingelegt. Das konnte ich vorher nicht ohne schlechtes Gewissen machen, aber ich habe nun festgestellt, ja, das geht. Es ist okay eine kleine Pause zu  machen und der Blog geht dadurch nicht unter.

Wie wird 2018?

Für das neue Jahr möchte ich mir gar nicht so viel vornehmen, denn ich halte mich ja doch nicht daran und muss dann nur am Ende wieder feststellen, was alles nicht geklappt hat. Sehr schön wäre es aber auf jeden Fall, wenn ich wieder auf eine Buchmesse fahren könnte, wenn die Kontakte zu anderen Buchmenschen vertieft werden, wenn ich meine Bücherliebe auch vor Ort im Kindergarten und in der Bücherei ausleben kann und wenn sich vielleicht ein großer Traum bezüglich des Schreibens eigener Geschichten erfüllen würde. Und natürlich würde ich mich riesig freuen, wenn ich zahlenmäßig an das letzte Jahr anknüpfen könnte.

Mehr Kinderbücher auf dem Blog

Spannend wird es, in welche Richtung die vorgestellten Bücher gehen werden. Hier werden ja nun immer mehr Kinderbücher gelesen. Gerne möchte ich diesen Bereich auf meinem Blog vergrößern. Allerdings ist mein kleines Bücherwürmchen oft so neugierig auf die Geschichten, dass es die Bücher ruckzuck, morgens wenn es früh aufsteht, schon selber zu Ende liest… Es hat übrigens nun auch seinen eigenen kleinen Blog: Der Bücherzwerg. Ich weiß, immer noch nicht, wie ich das finde. Ich finde es unglaublich toll, dass mein Sohn sich so intensiv mit Büchern beschäftigt, aber andererseits soll natürlich alles spielerisch bleiben und zu viel Internet etc. finde ich in seinem Alter auch nicht so gut. Regelmäßig schreibt er sowieso nicht, aber andererseits möchte er schon, dass andere seine Sachen auch lesen. Sein Ziel ist es immerhin, dass er – so wie Mama – auch mal ein eigenes Rezensionsexemplar bekommt. Naja, wir werden sehen, wie sich das Ganze weiterentwickelt.

Ich bin gespannt, wie der Rückblick am Ende des Jahres aussehen wird und nun starte ich mit neuem Elan in das neue Bloggerjahr!

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Brief an meine Söhne

Liebes Bücherwürmchen, liebes Büchermäuschen,

ich bin so glücklich, weil genau ihr zwei meine Kinder seid. Ja, ich liebe euch beide so wie ihr seid und ihr sollt das machen, was euch viel Freude bereitet. Eure pure Existenz macht mich unglaublich glücklich und ich könnte platzen vor Stolz über euch. Auch wenn ihr selber entscheiden könnt, was ihr gerne macht, so bin ich dennoch sehr froh darüber, dass ihr beide solche Bücherfreunde seid, denn es ist einfach schön, wenn man etwas von der eigenen Leidenschaft an seine Kinder weitergeben kann. Ich liebe es, mit euch zu kuscheln, mit euch zu reden, euch in meiner Nähe zu haben, mit euch zu singen, euch zu sehen und vieles andere, aber ich habe auch sehr viel Freude daran mit euch in der Welt der Bücher zu versinken. Ich bin so unendlich dankbar dafür, dass ihr die Bücher so aufnehmt, wie ihr es tut und zwar jeder auf seine Art und Weise. Ihr seid so unterschiedlich und schaut euch Bücher ganz anders an, aber ich finde es einfach wunderbar euch mit diesen Unterschieden dabei zu begleiten. Es ist so schön eure Mama sein zu dürfen und mich euch all dies zu erleben.

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Bücherwürmchen, du liebst es, wenn man dir etwas vorliest. Am liebsten hättest du es, wenn man dir den ganzen Tag vorlesen würde und das finde ich einfach herrlich. Ich lese dir unglaublich gerne vor. Es ist so schön, wenn du dann neben einem auf dem Sofa sitzt, dich ein bisschen ankuschelst und ganz aufmerksam lauschst. Wenn es spannend wird, wirst du ein wenig unruhig und holst dir am liebsten ein Kissen zur Sicherheit, und am Ende hast du vom Vorlesen immer ganz rote Wangen. Es ist schön zu sehen, welche Freude du an Büchern hast. Ich wünsche dir, dass dir diese Freude an Geschichten immer erhalten bleibt. So langsam beginnst du nun selber zu lesen. Auch das ist unglaublich spannend und ich begleite dich mit viel Freude dabei und bin unglaublich stolz darauf, wie toll du das alles bereits machst. Ich weiß, dass du ein wenig Angst davor hast, dass man dir nicht mehr vorliest, wenn du selber lesen kannst, aber da kann ich dich beruhigen. So schnell werde ich nicht auf unsere schönen Vorlesestunden verzichten. Es gibt noch so viele Bücher, die ich gemeinsam mit dir lesen möchte.

Büchermäuschen, es ist eine Freude, wie konzentriert du in Büchern blätterst. Noch lässt du dir nur sehr kurze Texte vorlesen, aber das heißt nicht, dass du nicht trotzdem ständig zu Büchern greifst. Du kannst dir ganz in Ruhe ein Buch nach dem anderen alleine anschauen. Ich finde es faszinierend wie aufmerksam du dabei bist. Du schaust dir die Seiten ganz genau an, manchmal kommentierst du das eine oder andere Bild mit einem „wuhu“ (für Eule) oder einem „mmm“ (für Muh = Kuh) und ab und zu lachst du sogar laut auf, wenn du etwas lustig findest. Das ist so herrlich. Ich könnte dich stundenlang dabei beobachten, wie du dir so konzentriert Bücher anschaust. Wenn du mal alleine im Spielzimmer bist und man wieder nach dir schaut, sitzt du häufig in einem Haufen von Büchern. Das freut mich sehr und ich freue mich schon darauf, dir so nach und nach immer mehr vorzulesen, aber im Moment finde ich es einfach toll, dass du dich selbst so sehr an Büchern erfreuen kannst.

Ich freue mich jetzt schon auf viele weitere Büchermomente mit euch beiden. Irgendwann sitzen wir sicherlich mal zu dritt mit einem Buch auf dem Sofa. Mal schauen, wer von uns dann vorliest, aber das wichtigste ist doch, dass wir ganz nah beieinander sind und etwas machen, was uns allen zusammen Spaß macht. Ich bin gespannt, in welche Richtungen sich eure Bücherbeschäftigungen entwickeln werden, aber ich werde euch stets mit großem Interesse und viel Anteilnahme dabei begleiten – so lange ihr mich lasst.

Danke, dass ihr da seid! Danke, dass ich euch vorlesen und mit euch Bücher angucken darf! Ich liebe euch!

Kinder kennen noch die Kraft der Bilder

Auch wenn ich es sehr genieße, meinen Kindern vorzulesen und dies auch als äußerst wichtig erachte, möchte ich heute mal dafür plädieren, den Kindern die Bücher zunächst alleine zu geben. Warum? Weil es spannend ist, zu sehen, was Kinder in den Bildern bereits alles entdecken und wieviel sie vom Inhalt alleine durch die Bilder verstehen. Ich glaube, dass viele Erwachsene zwar schöne, ansprechende Bilder in Bilderbüchern zu schätzen wissen, aber sich dennoch kaum auf sie einlassen. Wie genau schaut man sie die Bilder schon an und was liest man aus ihnen heraus? Häufig konzentriert man sich ja doch auf den Text und verlässt sich darauf, dass man alles wichtige schon durch die Worte erfahren wird. Ich muss auch zugeben, dass es mir schwer fällt, Bilder zu interpretieren und mich wirklich auf sie einzulassen. Kinder haben diese Fähigkeit aber oft noch. Wenn wir ein neues Buch bekommen und Bücherwürmchen mich darum bittet, es ihm vorzulesen, sage ich ihm manchmal, wenn ich gerade beschäftigt bin, dass er sich doch schon mal die Bilder anschauen kann, was er dann auch meist macht. Frage ich ihn anschließend, worum es in dem Buch geht, kann er es erstaunlich oft, genau auf den Punkt bringen. Er weiß dann zwar auch schon, ob etwas bestimmtes klappt oder ob die Geschichte gut ausgeht, aber diese beruhigt ihn und die Spannung bleibt bei ihm dennoch, in angenehmer Art und Weise, erhalten. Kinder, die noch nicht lesen können, sind, wenn sie gerade keine Hilfe erhalten, darauf angewiesen, aus Bildern etwas heraus zu lesen und es gelingt ihnen auch sehr gut. Sie wissen, worauf man achten muss, sie schauen hin, wo es etwas zu entdecken ist und sie spinnen sich aus dem Gesehenen eine passende Geschichte zusammen. Ab und zu schaut sich Bücherwürmchen auch gerne alleine Comics an. Dann kann er stundenlang in so einem Heft blättern ohne den Text lesen zu können, aber er hat dennoch Spaß an den Geschichten und es sind auch nicht nur Bilder für ihn. Er reimt sich da schon so einiges zusammen. Das ist schon ziemlich beeindruckend und man sollte die Kinder, aber auch sich selbst, nicht um diese Eindrücke eines Buches bringen, in dem man direkt vorliest. Gebt den Kindern Zeit sich zunächst alleine mit einem Buch zu beschäftigen und dann setzt euch ganz lange gemeinsam hin, redet miteinander und lest vor!

Vorlesen kann so unterschiedlich sein

Habt ihr euch auch schon einmal Gedanken darüber gemacht, dass Vorlesen nicht gleich Vorlesen ist? Klar, Vorlesen ist immer eine wunderschöne Beschäftigung mit Kindern, aber das Vorlesen ändert sich. Bei den Allerkleinsten liest man die Bücher eigentlich gar nicht. Man erzählt, benennt Dinge, lässt das Kind etwas sagen, fragt nach bestimmten Sachen etc. Später kommen dann Bücher mit ersten, kurzen Texten, welche häufig gereimt sind, so dass man sie irgendwann sogar auswendig kann (zumindest so lange das Buch aktuell ist). Die Texte werden dann immer länger. Man kann ab und zu ein wenig mit der Sprache spielen und bei einigen Figuren die Stimme ein wenig verstellen. Das macht Spaß. Auch wenn viele Wimmelbücher einem selbst viel Freude bereiten und man Spaß an den gutgereimten Bilderbüchern hat, so werden die Bilderbücher für Kinder ab drei oder vier Jahren auch für einen selbst interessanter. Hier kann man nun ganze Geschichten mit teils überraschenden Wenden, mit viel Witz und Humor oder mit kleinen Sprachspielereien lesen. Seit einiger Zeit habe ich feststellen dürfen, dass das Vorlesen von den ersten Kinderbüchern noch einmal etwas anderes ist. Gute Kinderbücher machen auch Erwachsenen beim Vorlesen viel Spaß und ja, ich gebe es zu, wenn ich die Bücher noch nicht kenne, bin ich wirklich richtig gespannt darauf wie es weiter geht. Wenn zwischendurch ein Kapitel von meinem Mann vorgelesen wurde und ich dann wieder an der Reihe bin, überfliege ich das gelesene Kapitel noch schnell, bevor es weiter geht. Die Zeit der Bilderbücher ist bei uns natürlich noch nicht vorbei, aber die Zeit der Kinderbücher hat nun ebenfalls begonnen und ich habe das Gefühl, dass sich eine riesige Welt mit unendlichen Geschichten uns eröffnet. Es gibt so viele Geschichten, in die wir gemeinsam eintauchen dürfen, dass ich innerlich ganz hibbelig werde. Ja, ich freue mich sehr darauf mit meinem Sohn Tag für Tag dicke Bücher weiter zu lesen. Wir haben gerade erst mit Räuber Hotzenplotz, dem kleinen Wassermann und dem kleinen Gespenst, Ritter Trenk, dem Räuber Grapsch und Urmel angefangen und ich kann mich kaum entscheiden, wie es weiter gehen soll. Oh, wie schön ist die Welt der Kinderbücher! Oh, wie schön ist es, diese Welt gemeinsam mit den eigenen Kindern zu entdecken und ganz, ganz viel vorzulesen. Beim Vorlesen erlebt man tolle Stunden mit den Kindern und man entdeckt wunderbare Geschichten, die die eigene kindliche Seele berühren.

Darüber hinaus kann ich auch das Vorlesen mit dem Partner nur empfehlen – noch eine andere Variante des Vorlesens, aber auch hier haben sich Kinderbuchklassiker als überaus geeignete Lektüre erwiesen.

 

Brauchen Kinder Kinderbuchklassiker?

Seit einem Jahr habe ich die Zeitschrift „Eselsohr“, eine Fachzeitschrift für Kinder- und Jugendmedien, im Abo. Ich freue mich jedes Mal, wenn die neue Ausgabe im Briefkasten liegt und blättere sie immer direkt neugierig durch. Dieses Mal hat mich ein Artikel aber überdurchschnittlich lang beschäftigt. Sigrid Tinz schreibt über Kinderbuchklassiker und stellt Überlegungen an, inwiefern Kinder diese überhaupt „brauchen“. Liebt man sie nicht deshalb so sehr, weil sie einem von der Oma vorgelesen wurden? Darüber musste ich wirklich lange nachdenken und so richtig bin ich auch jetzt noch nicht zu einem abschließendem Ergebnis gekommen. Ich weiß, dass ich schnell nostalgisch bin und dass bei mir vieles seinen Wert durch das Erleben in der eigenen Kindheit bekommen hat, aber sind dies die einzigen Gründe dafür, dass ich bestimmte Bücher meinen Kindern unbedingt vorlesen möchte? Warum werden Bücher zu Klassikern? Hat dies nicht auch mit ihrer Qualität zu tun? Welche Bücher sind es, die immer wieder verkauft werden – über Jahre hinweg? Längst nicht jedes Buch, welches man in der eigenen Kindheit geliebt hat, spielt auch heute noch eine Rolle in der Bücherwelt. Manche Bücher trafen die eigenen Interessen, wurden aber längst nicht von allen geliebt, andere Bücher kennen viele Leute, die in einem ähnlichen Alter sind, aber sie sprechen die heutigen Kinder weniger an und dann gibt es eben die Bücher, die Kindern früher und heute gleichermaßen gefallen, die geliebt und weitergegeben werden möchten. Aber brauchen Kinder diese Bücher oder reicht es aus, wenn man ihnen die aktuellen guten Kinderbücher vorliest? Tja, was braucht man schon, aber ich finde, dass Kinder schon bestimmte Bücher kennen lernen sollten. Warum sollte man ihnen gute Bücher vorenthalten, nur weil sie älter sind? Warum muss das Rad immer neu erfunden werden? Häufig wird doch sogar darüber geklagt, wie viele Neuerscheinungen es im Kinder- und Jugendbuchbereich jedes Jahr gibt und wie schnell diese Bücher dann auch wieder aus den Regalen verschwinden. Da ist es doch schön, wenn es Bücher gibt, die Jahr für Jahr zuverlässig wieder gekauft werden. Vielleicht gibt es keinen Kanon guter Kinderliteratur und längst nicht jeder Klassiker ist aus literarischen oder pädagogischen Gründen empfehlenswert, aber irgendwie gehört es doch auch ein wenig zur Bildung dazu, bestimmte Bücher zu kennen, in die Geschichten und die Zeit früherer Autoren einzutauchen und teilweise eine andere Sprache auf sich wirken zu lassen. Die Kinderliteratur hat sich entwickelt und verändert. Es gab immer mal wieder Autoren, die etwas neues gewagt und ausprobiert haben, die besonders gut erzählen konnten, die auf besondere Art und Weise mit der Sprache umgingen, die außergewöhnliches geschaffen haben und meiner Meinung nach, sollten Kinder diesen Werken durchaus mal begegnen. Natürlich nicht ausschließlich, aber bei mir gehören diese Bücher auf jeden Fall dazu. Ganz aktuell habe ich gerade den „Räuber Hotzenplotz“ vorgelesen und zwar das ganze Buch innerhalb von zwei Tagen. Bücherwürmchen wollte immer wissen, wie es weitergeht. Er war von dieser Geschichte ganz eingenommen. Wie schade wäre es doch, wenn Kinder eine Figur wie den Räuber Hotzenplotz nicht mehr kennen würden! Die Geschichte ist einfach toll erzählt, sie enthält Witz und ist spannend, aber immer kindgerecht. Otfried Preußler hat wunderbare Geschichten erzählt, die einfach zeitlos sind. Was ist mit einem Buch wie „Momo“ von Michael Ende? Meines Erachtens ebenfalls ein Buch, welches man zu jeder Zeit lesen kann (und dies sage ich im Übrigen, obwohl ich dieses Buch gar nicht als Kind kennen gelernt habe, sondern erst später gelesen habe). Und natürlich muss ich als Fan auch Astrid Lindgren an dieser Stelle nennen. Ihre Art zu schreiben, ist einfach besonders und kann nicht einfach von einem anderen Autor ersetzt werden. Klar, inhaltlich sprechen vielleicht die Geschichten aus dem Holunderweg heutige Kinder mehr an als die Kinder aus Bullerbü, aber ein Michel aus Lönneberga spielte bereits beim Erscheinen in einer anderen Zeit genauso wie Ronja Räubertochter.

Mein Sohn mag im Übrigen auch „Max und Moritz“ sehr gerne. Dies ist ein Buch, welches man sicherlich als Klassiker bezeichnen würde, welches aber vom Inhalt her nicht unbedingt empfehlenswert ist. Bücherwürmchen ist dennoch fasziniert von diesem Buch und will die Geschichte immer wieder mal hören. Dieses Buch hat einfach etwas, was Kinder immer wieder fesselt. Einerseits ist es sicherlich die Faszination an den Streichen und an der Bestrafung Max‘ und Moritz‘ und andererseits spielt sicherlich auch die gereimte, eingängige Sprache hier eine große Rolle.

Grundsätzlich gibt es sehr viele Bücher, die ich gerne mag, weil ich sie in meiner Kindheit kennen gelernt habe. Aber nicht alle davon „müssen“ meine Kinder kennen lernen und ich merke auch bei einigen (z.B. bei alten Fotobilderbüchern), dass sie nicht so gut ankommen. Ich unterscheide durchaus zwischen Büchern, die ich liebe, weil sie mir vorgelesen wurden, und Büchern, die ich liebe und die mir vorgelesen wurden, welche ich als „gut“ und vorlesenswert betrachte. Bücher, die meines Erachtens zu Recht Klassiker sind und von Generation zu Generation weitergegeben werden sollten. Genauso gehören aber auch neue Bücher zum Vorlesen dazu, denn natürlich sollen Kinder auch mit modernen Geschichten, modernen Erzählstilen und modernen Bildern konfrontiert werden. Auch hier gibt es viele tolle Bücher zu entdecken und das eine oder andere Buch setzt sich hoffentlich als Klassiker durch und wird dann den Enkeln und Urenkeln ebenfalls vorgelesen.

Letztendlich gibt es natürlich beim Lesen überhaupt kein Muss. Man liest das, was den Kindern und einem selbst gefällt, aber wenn man viel liest und man sich ein wenig Gedanken darüber macht, welche Geschichten Kinder kennen lernen sollten, dann würde ich immer auch ein paar ältere Bücher nennen, egal ob sie nun offiziell als Klassiker gelten oder nicht.

Wie steht ihr zu Kinderbuchklassikern? Gehören sie ins Kinderzimmer oder kann man gut auf sie verzichten?

Eine kleine Anmerkung zum Schluss: Ich habe den Artikel von Sigrid Tinz nur als Gedankenanregung genutzt. Es soll hier nicht um ihre Darstellung und Meinung gehen oder inwiefern ich ihr zustimme oder nicht. Ich fand einfach die Überlegungen zu diesem Thema sehr spannend.

Bücherwürmchen hat Verstärkung bekommen!

Vielleicht hat der eine oder andere bereits gemerkt, dass ich in letzter Zeit nicht mehr ganz so präsent bin, wie ich es lange Zeit über war (Antworten auf Kommentare lassen länger auf sich warten, ich schaue nicht mehr so viel bei anderen Bloggern vorbei, es gibt nicht jeden Tag einen Beitrag etc.). Dies hat nicht nur etwas damit zu tun, dass nun Sommer ist und ich gerne so manchen Abend auch draußen statt vor dem Laptop verbringen würde, nein, es gibt noch einen weitaus wichtigeren Grund: Wir haben Nachwuchs bekommen. Neben Bücherwürmchen hält uns nun seit Kurzem auch Büchermäuschen auf Trab. Wir sind alle überglücklich, dass Büchermäuschen nun bei uns ist und unsere Familie bereichert. Es geht uns allen gut, aber wir sind auch noch dabei unser neues Leben von Tag zu Tag ein bisschen mehr zu organisieren… Diese freudige Nachricht zieht es natürlich auch mit sich, dass es in Zukunft immer wieder Tage ohne Beiträge geben wird und ich mich insgesamt ein wenig aus dem Bloggerleben zurückziehen werde. Ich bitte euch um Nachsicht und Geduld, wenn ihr nun auf die eine oder andere Buchvorstellung ein wenig länger warten müsst, dafür wird es demnächst (naja, ein wenig dauert es wohl noch, bis Büchermäuschen die ersten Bücher entdecken darf…) auch mehr Buchvorstellungen für die Allerkleinsten geben. Unsere Buchlektüre hat sich jedenfalls durch Büchermäuschen bereits verändert… Das Lesevergnügen von Mama und Papa bleibt zur Zeit ein wenig auf der Strecke, aber dafür liegen nun Lieder- und Kitzelversbücher wieder auf dem Tisch. Bei Bücherwürmchen haben wir sehr viel gesungen, aber ich komme nun tatsächlich bei den einfachsten Liedern wieder ins Straucheln und muss doch immer wieder mal einen Blick ins Liederbuch werfen um mich an den korrekten Liedtext zu erinnern.

So, nun wisst ihr, dass wir momentan nicht nur auf einer Geschichtenwolke fliegen, sondern auch von einer riesigen Glückswolke umhüllt werden!

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Möchte ich professionelle Rezensionen schreiben?

Sehr interessiert habe ich in den letzten Tagen Beiträge zum Thema „Literaturkritiker im Feuilleton versus Laienkritiker im Buchblog“ verfolgt. Nachdem Caterina Kirsten im Börsenblatt dazu einen Artikel veröffentlich hat, haben sich auch einige Blogger dazu geäußert, u.a. wird im Blog Geschichtenagentin dem Artikel im Großen und Ganzen zugestimmt, während man auf Kinderbibliothek eine andere Einstellung zu der Arbeit auf einem Buchblog lesen kann. Zunächst einmal habe ich all diese Artikel einfach mit großem Interesse gelesen. Ehrlich gesagt habe ich mir bisher noch keine großen Gedanken darüber gemacht, inwiefern man sich als Buchbloggerin von Journalisten unterscheidet und inwiefern man von außen wahrgenommen wird. Ich habe einfach gebloggt, weil es mir Spaß macht und weil ich meine Buchleidenschaft gerne mit anderen teilen bzw. anderen hilfreiche Tipps an die Hand geben möchte. Über eine Betitelung als Literaturkritiker oder Laienkritiker habe ich bisher nicht nachgedacht. Dennoch habe ich die Artikel zu diesem Thema neugierig gelesen und mir dabei so nach und nach auch immer mehr überlegt, wo und wie ich mich selbst einordnen würde bzw. wo ich mich gerne sehen würde. Und das ist gar nicht so einfach.

Ich habe schon für verschiedene Medien Rezensionen geschrieben und dabei durchaus darauf geachtet bestimmte Kriterien zu erfüllen: In der Rezension sollte etwas über den Inhalt des Buches stehen und sie sollte die Meinung des Kritikers kundtun, wobei diese Meinung stets nachvollziehbar sein muss. Sowohl auf die Illustrationen als auch auf den Text bin ich eingegangen, ich habe das Buch hinsichtlich der Zielgruppe und seiner Einsatzfähigkeit beurteilt und einiges mehr. Die Texte habe ich dabei weitestgehend objektiv formuliert.

Nun habe ich meinen eigenen Blog und da möchte ich das alles ein wenig anders machen. Ich möchte mich als Leserin und Mutter direkt an andere Eltern, ErzieherInnen, Großeltern etc. wenden. Ich möchte ihnen von meinen Eindrücken und Erfahrungen zu bestimmten Büchern berichten. Ja, ich möchte ganz subjektiv von meinen Leseerlebnissen erzählen und dabei Buchtipps geben und dabei darf und soll eine persönliche Note in die Texte mit einfließen. Sehe ich mich deshalb nun als Laienkritikerin? Gewissermaßen sicherlich, denn meine Texte auf dem Blog sind nicht wissenschaftlich geschrieben. Ich schreibe persönlich, lasse auch an manchen Stellen einige umgangssprachliche Ausdrücke zu, erzähle Dinge aus meinem Alltag und schreibe einfach aus dem Bauch heraus. Andererseits bleiben manche Texte auch nüchtern und ich schaffe es nicht mich von einer distanzierten Sicht auf das Buch zu lösen. Bestimmte Kriterien finden auch in meinen persönlicheren Texten Berücksichtigung. Ich lasse meine wissenschaftlichen, objektiven Kriterien nicht aus dem Blick, orientiere mich durchaus an Literaturkritikern. So ist in meinen Texten immer etwas sowohl zum Inhalt als auch zu meiner Meinung zu lesen. Teilweise vergleiche ich Bücher mit ähnlichen mir bekannten Werken. Die Zielgruppe verliere ich nie aus den Augen und ab und zu fließt auch mein Wissen aus meinem Lehramtsstudium und den dort besuchten Seminaren zum Thema Kinderliteratur in meine Texte mit ein. Selbstverständlich begründe ich auch auf meinem Blog meine Meinung stets, so dass klar ist, warum ich ein Buch wie einordne. Eine Literaturkritikerin bin ich gewiss nicht. Das Bloggen ist ein Hobby von mir, von daher ist der Begriff „Laienkritiker“ sicherlich nicht falsch, aber komplett laienhaft gehe ich dennoch nicht vor. Manchmal wünschte ich mir, etwas laienhafter zu sein und es mir selbst zu zu lassen, freier und unabhängiger zu schreiben und mich nicht von Kriterien einengen zu lassen…

Frohe Ostern

Ich wünsche euch allen frohe Ostern!

Genießt den Tag in eurer Familie, beim Eier suchen und bei einem leckeren Osterfrühstück!

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Und zur Feier des Tages hier ein Ausspruch von Bücherwürmchen (Februar 2014, fast 3 Jahre alt):

„Mama, ich sag dir ein Gedicht: Der Frühling kommt. Die Tulpen gucken raus.“

 

Bilderbücher helfen dabei die Welt zu erkunden, aber was ist, wenn sie falsche Tatsachen suggerieren?

Richtige Fehler haben in Büchern natürlich nichts zu suchen. Das gilt für Erwachsenenliteratur und Kinderliteratur gleichermaßen. Was ist aber mit Darstellungen, die der Fantasie entspringen, aber zu falschen Annahmen führen könnten? Einige davon sind mir in Bilderbüchern aufgefallen:

Es geht nicht um wirkliche Fehler in den Büchern, denn es sind alles Bücher, die keine Sachbücher sind und in denen es um fantasievolle Geschichten geht. Es wird keinen Anspruch auf richtige Fakten oder ähnliches gelegt und in der Fantasie ist natürlich vieles möglich. Allerdings gibt es Dinge, die man sich zwar sicherlich so ausdenken kann, die aber schnell dazu verleiten, dass Kinder (und auch Erwachsene) davon ausgehen, dass diese Dinge der Wirklichkeit entsprechen. Ich werde nun ein paar Beispiele nennen, die mir in letzter Zeit begegnet sind.

Eisbären und Pinguine: Schon in dem Pinguin-Lied von Fredrik Vahle müssen Pinguine vor dem Eisbären fliehen und da beide Tiere in kalten Regionen leben, liegt die kindliche Vermutung sicherlich nahe, dass die Tiere tatsächlich in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander leben, was natürlich nicht stimmt. Aber Lieder und Bücher suggerieren durch solche Texte schnell, dass etwas an diesem logischen Weltbild dran ist. In dem Buch „Professor Pfeffers tierisches Abenteuer: Ein Schau- und Suchbuch“ von Katrin Wiehle (Beltz & Gelberg) ist mir dieses Phänomen erst kürzlich wieder aufgefallen. Professor Pfeffer befindet sich in Eis und Schnee und trifft dort sowohl auf Eisbären als auch auf Pinguine. Da es sich hier nicht um den Nord- oder Südpol handelt, sondern eben um das Leben in Eis und Schnee, ist die Darstellung natürlich an sich nicht falsch, allerdings kommt nun noch hinzu, dass man auf jeder Seite ein Tier finden soll, welches nicht dort hingehört. Nun könnten sich pfiffige Kinder über die Eisbären oder die Pinguine wundern, die richtige Lösung ist jedoch das herbei schwimmende Nilpferd.

Was befindet sich im Höcker eines Kamels? Die Antwort darauf lautet häufig Wasser, richtig wäre jedoch Fett. Leider wird die falsche Annahme auch mit dem Bilderbuch „Super-Marienkäferchen…ist schon auf dem Weg“ von Guido van Genechten (Aracari) untermauert. Natürlich ist in dem Buch vieles völlig absurd und erfunden und auch die anderen Hilfsaktionen des Marienkäferchens beruhen selbstverständlich nicht auf wahren Begebenheiten, aber dennoch finde ich es schade, das Marienkäferchen dem Kamel hilft, in dem es Wasser in seine Höcker pumpt.

Länder und ihre Hauptstädte: Es gibt so ein paar Länder, bei denen man, wenn man sich nicht so gut auskennt, intuitiv eine falsche Stadt als Hauptstadt benennen würde. Dazu gehört zum Beispiel auch Spanien. Hier gibt es einige Menschen, die statt Madrid auf Barcelona als Hauptstadt tippen würden. Nun wird in dem Buch „Mona Lisa ist weg“ von Maayken Koolen und Nicki Theunissen (Mixtvision) nichts dergleichen behauptet, allerdings fliehen die Diebe der Mona Lisa durch einige Städte Europas und alle anderen Städte, durch die sie kommen, sind Hauptstädte, nur Barcelona eben nicht… Es ist kein Fehler in dem Buch, aber hier kann es schnell passieren, dass man annimmt (eben leider auch als vorlesender Erwachsener), dass die Verfolgungsjagd durch europäische Hauptstädte geht und dann eben schlussfolgert, dass Barcelona die Hauptstadt Spaniens sei.

Ja, ich weiß, das alles klingt sicherlich ziemlich kleinlich und kritisch, oder? Nun stellt sich die Frage, ob man dies nicht hätte anders machen können bzw. ob es vielleicht auch gar nicht so schlimm ist, wenn man in diesen Fällen mit einem falschen Weltbild aufwächst. Schadet es, wenn man denkt Eisbären und Pinguine leben zusammen in Schnee und Eis? Welcher Erwachsene hat einen Nachteil davon, wenn er davon ausgeht, dass ein Kamel Wasser in seinen Höckern speichert? Vermutlich niemand, aber ist es deshalb in Ordnung, wenn Kinder von klein auf, diese falschen Bilder bei sich abspeichern? Was denkt ihr darüber? Mir persönlich wäre wohler, wenn auf diese Ungenauigkeiten in Büchern geachtet werden würde. Fantasie und kreative Ideen sind schön und gut und ich habe auch nichts gegen völlig abstruse Geschichten, aber nur solange es auch klar ist, dass es sich hier eindeutig um Fantasie und etwas Erfundenes handelt. Ein Grund diese ansonsten schönen Bücher komplett abzulehnen, sehe ich jedoch auch nicht, zumindest wenn man Kinder anschließend oder beim Lesen über die richtigen Fakten informiert.

Obwohl ich Lehrerin bin, möchte ich Bücher nicht benoten

Oft gehört zu einer Buchvorstellung auch eine Bewertung in Form von Sternen oder ähnlichem – bei mir jedoch nicht. Warum habe ich mich dagegen entschieden? Für mich ist es eine vereinfachte Klassifizierung, die den Büchern oft nicht gerecht wird. Sicherlich ist es für den Leser oft erst einmal interessant, ob ein Buch eine Top-Bewertung oder eher eine schlechte Bewertung bekommt, aber auf diese Weise hat man auch direkt eine bestimmte Sichtweise auf das Buch, die vielleicht gar nicht dem eigenen Geschmack entspricht. Denn nach welchen Kriterien werden die Sterne vergeben? Richte ich mich nach der Zielgruppe oder nach meinen eigenen Interessen? Kann ich 5 Sterne geben, auch wenn ich im Text nicht vor Begeisterung sprühe? Ist es in Ordnung eine mittelmäßige Bewertung abzugeben, nur weil mich persönlich ein Thema nicht so sonderlich interessiert? Klar, man kann versuchen objektiv vorzugehen, aber erstens ist das nicht komplett möglich, denn die Geschmäcker sind nun einmal unterschiedlich, und zweitens werden mir die Buchvorstellungen dadurch zu unpersönlich, denn ich würde zuviel daüber nachdenken, was andere über dieses Buch sagen würden oder ob zum Beispiel die Bilder, die mich nicht ansprechen können, unter neutralen Gesichtspunkten dennoch positiv bewertet werden müssten.

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Ich schreibe lieber ganz frei und ohne ein Bewertungsraster darüber, wie die Bücher bei uns ankommen (teilweise favourisieren mein Sohn und ich ganz andere Bücher) und was wir mit ihnen erleben und dann kann jeder selbst entscheiden, ob das für ihn eher ein Top- oder ein Flop-Buch ist. Meine Meinung und Bewertung fließt in die Texte mit ein, aber ich möchte mich nicht auf eine „Note“ festlegen lassen (was im Übrigen nicht heißt, dass ich bei anderen nicht auf eine solche Bewertung achte…).

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