Rezension: Mama Muh. Der Comic

Es gibt eine Bilderbuchreihe, die ich immer besonders gerne vorgelesen habe: „Mama Muh“. Das liegt nicht nur an den witzigen Geschichten, sondern auch daran, weil man diese Bücher einfach prima vorlesen kann. Eine ruhige Stimme bei Mama Muh und ein bisschen krächzen, wenn ihre Freundin, die Krähe, spricht.

Mama Muh als Comic

Letztes Jahr ist von Mama Muh ein Comic-Band herausgekommen: „Mama Muh. Der Comic“. Und ich finde, es gibt kaum ein Bilderbuch, welches sich besser als Comic eignet als Mama Muh. Warum? Weil es bei Mama Muh in erster Linie um die witzigen Dialoge zwischen Mama Muh und der Krähe geht. Und diese kann man in einem Comic natürlich prima darstellen.

Ruhigere Bilder

Die Bilder sind ein bisschen anders als man sie aus den Bilderbüchern kennt, insgesamt viel ruhiger. In einem Bild ist hier auch immer nur eine Krähe zu sehen und nicht die Krähe, die bei ihren wilden Überschlagungen gleich mehrfach zu sehen ist, was manche Kinder durchaus irritiert. Auch der Hintergrund ist flächiger und ruhiger dargestellt. Alles wirkt ein bisschen so wie in einem Zeichentrickfilm.

Auch etwas für Erstleser

Meines Erachtens lohnt sich dieses Buch auf jeden Fall. Hier bekommt man ganz viel von Mama Muh und der Krähe. Gleich 12 Bildergeschichten (vom Kennenlernen über einen geplanten Ausflug, der dann ganz anders stattfindet bis hin zum Schlittschuhfahren auf dem Eis) findet man in diesem Buch. Normalerweise lese ich Comics nicht gerne vor, aber hier mache ich eine Ausnahme. Außerdem können mit diesem Buch Mama Muh und die Krähe auch noch Grundschüler weiter begleiten, denn viele Erstleser wagen sich gerne an Comics heran. Comics muss man erst einmal verstehen und sie sind von der Aufteilung her nicht unbedingt leicht zu lesen, aber durch die vielen Bilder und die kurzen Textabschnitte haben die Kinder das Gefühl, dass sie diese kleinen Lesehappen schon bewältigen können. Mama Muh als Comic ist also ein Buch, an dem gleich mehrere Kinder einer Familie Freude haben können.

Mama Muh. Der Comic von Jujja Wieslander und Sven Nordqvist, übersetzt von Maike Dörries, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0860-0, 14,99€

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Rezension: Bücher von der Hundebande

(Werbung/Rezensionsexemplare) Vor einiger Zeit habe ich euch das Buch „Schläfst du?“ vorgestellt, welches mir richtig gut gefällt. Nun freue ich mich, dass es nicht bei diesem einem Buch mit der sympathischen Hundebande geblieben ist und stelle euch heute gleich zwei weitere Bände mit Popow, Alex, Pedro, Micha, Jane, Omar, Zaza, Nono und Kaki vor: „Wartet auf mich!“ und „Keine Lust“.

In jedem Buch nimmt ein anderer Hund eine Sonderrolle ein. Bei „Schläfst du?“ war Popow der einzige Hund, der durchgeschlafen hat und mit seinem Geschnarche nach und nach die anderen Hunde geweckt hat. In „Wartet auf mich!“ nimmt Omar diese Sonderstellung ein und in „Keine Lust“ ist es Micha.

Wartet auf mich!

In „Wartet auf mich!“ geht es an den Strand, von wo aus es mit einem Boot weiter zu einer Insel gehen soll. Omar kommt eine ganze Weile nach den anderen Hunden an den Strand und ruft natürlich „Wartet auf mich!“ Die anderen scheinen ihn aber gar nicht wahrzunehmen, steigen ins Boot und segeln los. Wieder muss Omar hinterher hecheln. Sein Rufen verhallt ungehört. Er schafft es aber auch ohne Boot bis zur Insel, wo er sich erst einmal verdient ausruht. Das haben die anderen Hund schon erledigt und sie springen gemeinsam ins Wasser. Omar könnte nun hinterher springen und wieder die gleichen Worte rufen, aber an dieser Stelle kehrt sich das Spielchen um.

Keine Lust

Egal, was ihm die anderen Hunde vorschlagen, Micha hat „Keine Lust“. Irgendwann geht den anderen Michas Gegrummel und seine schlechte Laune auf die Nerven und endlich kommt jemand auf die Idee zu fragen, warum Micha denn keine Lust hat. Die Antwort ist verblüffend und absolut nachvollziehbar! Ich verrate sie euch jetzt hier aber nicht, denn sie ist ein Teil des großen Spaßes beim Anschauen des Buches, den ich euch nicht nehmen möchte.

Schade, dass bei „Keine Lust“ auf der Rückseite nicht alle Hunde namentlich vorgestellt werden. Für Fans der Hundebande sollte dies aber kein Problem sein.

Bücher, die Lesespaß bringen

Die Bücher sind nicht lang und enthalten auch nicht viel Text, der ausschließlich in Sprechblasen steht. Meines Erachtens sind diese Bücher super für Kinder, die gerade lesen lernen. Sie müssen nur kurze Texte bewältigen und durch die Pointe kommt richtig Lesespaß auf.

Insgesamt finde ich alle Bücher wirklich herrlich. Sie machen Spaß und haben einen besonderen Witz. Außerdem sind sie nah dran an tatsächlichen Szenen aus dem kindlichen Alltag.

Wartet auf mich! von Dorothée de Monfreid, übersetzt von Ulrich Pröfrock, Reprodukt, ISBN: 978-3-95640-153-4n, 14€

Keine Lust von Dorothée de Monfreid, übersetzt von Ulrich Pröfrock, Reprodukt, ISBN: 978-3-95640-152-7, 14€

 

Rezension: Mein Opa, der Mond und ich

(Werbung/Rezensionsexemplar) Die Opa-Enkelkind-Beziehung ist häufig eine ganz besondere und wird gerne von den Geschichten des Opas geprägt. Natürlich hängen die Enkelkinder an den Lippen des Opas und sind immer wieder begierig auf die neuen Geschichten des Opas.

Opa-Enkelkind-Beziehung

So ist es auch in dem Buch „Mein Opa, der Mond und ich“. Der Opa erzählt dem Enkelkind völlig unglaubliche Geschichten. Buckelwal-Armeen, die dem Opa aufs Wort gehorchen, und die Erfindung des runden Hühnereis, gehören unter anderem dazu. Das Enkelkind glaubt ihm alles. Es genießt die Zeit mit dem Opa, der es sogar möglich macht, mit dem Enkelkind mit einem Katapult zum Mond zu fliegen. Mit Opa wird auch das Unerreichbare erreicht. Irgendwann, als der Opa älter wird, ändert sich das Verhältnis der beiden ein wenig, denn nun erzählt das Kind dem Opa Geschichten. Das Vertrauen zueinander aber bleibt. Die Geschichte geht weiter. Dies wird unter anderem ganz konkret in der Weitergabe des kleinen roten Hutes gezeigt, der vom Opa an den Enkel weitergegeben wird, aber natürlich hat der Opa dem Kind auch noch eine ganze Menge anderer Dinge, vor allem Nicht-Materielle, vermacht. Den Hut trägt der Opa im ganzen Buch. Er begleitet ihn, macht ihn aus.

Obwohl in dem Buch lauter verrückte Ideen vorkommen, ist es eine ruhig erzählte Geschichte, die eine Menge enthält. Hier wird die Fantasie angesprochen, das Opa-Enkelkind-Verhältnis, das Weitergeben von Werten und Fähigkeiten, der Fortlauf der Zeit etc.

Stimmungsvolle Bilder mit sympathischen Figuren

Auch die Bilder sind stimmungsvoll. Man kann sie nicht wirklich als schön bezeichnen, dazu wirken sie zu skizzenhaft und die Pinselstriche sind zu grob ausgeführt, aber irgendwie haben die Bilder dennoch etwas besonderes. Der Hintergrund kommt farbgewaltig, wie mit Wasserfarbe gemalt, daher. Die Stellen, an denen der Opa und das Kind zu sehen sind, haben dahingegen einen hellen Hintergrund. Sie wirken beinahe wie ausgeschnitten. Hier wurde die Farbe ausgespart. Der Opa ist ein kleiner Mann, der irgendwie mit der großen Nase knuffig wirkt. Ja, ich muss sagen, ich mag die Bilder, weil sie einfach anders sind und ganz viel ausstrahlen. Opa und Kind sind einem sofort sympathisch. Man liest ihre Geschichte sehr gerne. Übrigens hat mein Sohn etwas irritiert festgestellt, dass sich der Hut des Opas im Wasser in einer anderen Farbe spiegelt.

Schön ist natürlich auch das beigelegte rote Papier mit Bastelanleitung für einen Hut. Wird dieser vielleicht auch weitergegeben?

Mein Opa, der Mond und ich von Barroux und Séverine Vidal, übersetzt von Claudia Sandberg, Schaltzeit Verlag, ISBN: 978-3-941362-90-1, 14,90€

Rezension: Leben in der Wildnis

Es gibt viele, viele Bilderbücher, die ich mag – aus ganz unterschiedlichen Gründen. Aber mich machen natürlich auch interaktive Elemente neugierig. Von solchen Büchern kann ich kaum die Finger lassen, muss in sie hineinblättern, an Drehscheiben drehen, Klappen öffnen etc. Nicht jedes Buch mit solchen Elementen ist gut gelungen, aber Lust auf ein solches Buch bekommt man zunächst auf jeden Fall.

Ein Buch mit vielen Effekten

Ein Buch, das diese anziehende Wirkung auf mich hatte, ist „Leben in der Wildnis – Tiere in der Natur – Ein interaktiver Atlas“. Hier kann man ganz viel aufklappen, drehen, gucken usw. Besonders beeindruckend ist natürlich auch der Pop-up-Berg sowie der Skorpion, der sich auf einmal unter dem Stein groß macht. Da macht das Anschauen natürlich sehr viel Freude. An vielen Stellen gibt es Klappen zu öffnen und man hat das Gefühl, dass man an dieser Stelle ein kleines Infobüchlein zu einem bestimmten Tier öffnet. Vor Löwe und Zebra befinden sich Gräser, die man zur Seite klappen kann, die einem aber ein 3D-Gefühl vermitteln. Optisch macht dieses Buch richtig viel her. Da schaut man zunächst gar nicht so richtig auf den Inhalt, der aber natürlich für ein gutes Buch auch wichtig ist.

Kurzes, interessantes Wissen

Wie ist das Buch also inhaltlich? Man bekommt kein großes bzw. vertiefendes Wissen mit langen Texten geliefert, aber überall findet man zu einzelnen Tieren oder Lebensräumen interessante Infohappen. Sortiert ist es nach Lebensräumen, die schön dargestellt werden, so dass man zum Beispiel den Tiger sowie das Faultier im Regenwald antrifft, und das Dromedar in der Wüste.

Das Buch macht den Eindruck eines sehr schönen Bilderbuchs, aber dennoch ist es eher ein Buch für Grundschüler, die schon über das Erstlese-Stadium hinaus sind. An vielen Stellen gibt es Informationen zum Nachlesen und die Texte sind recht klein geschrieben.

Mir gefällt das Buch sehr gut. Es ist pures Vergnügen sich dieses Buch anzuschauen. Nein, da geht es nicht in erster Linie darum, neue Informationen zu bekommen, aber diese wird man so nach und nach lesen, wenn man die ganzen Funktionen und Elemente in dem Buch angeschaut und ausprobiert hat.

Leben in der Wildnis – Tiere in der Natur – Ein interaktiver Atlas von Hannah Pang, illustriert von Jenny Wren, übersetzt von Karl Kiesel, 360 Grad-Verlag, ISBN: 978-3-96185-003-7, 18€

Rezension: Mit Papa allein zu Haus

Schön, wenn man Bücher, die man bereits mit dem ersten Kind gelesen hat, mit dem zweiten Kind noch mal entdecken kann. So geht es uns zum Beispiel bei dem Buch „Mit Papa allein zu Haus“. Beim ersten Kind hatten wir dieses Buch ein paar Mal aus der Bücherei ausgeliehen und ich weiß noch genau, wie viel Spaß es an dem Popowackel-Boogie hatte. Als ich nun das Buch neuaufgelegt im J.P. Bachem Verlag entdeckt habe, habe ich mich daher sehr gefreut. Und wie sollte es anders sein? Auch Kind zwei findet den Popowackel-Boogie klasse und nun können diesen witzigen Tanz gleich zwei Kinder hier zu Hause aufführen.

Spaß mit Papa

Eigentlich ist die Geschichte in dem Buch schnell zusammengefasst. Mama ist nicht da und Papa passt auf die Kinder auf und zwar so, wie es ein Papa eben macht. Das heißt, es wird so wild gespielt, dass Drecksspuren ins Haus führen und das Badezimmer am Ende unter Wasser steht. Damit Mama nicht ganz so wütend ist, als sie das Chaos erblickt, führt Papa ihr mit den Kindern schnell den Popowackel-Boogie vor, bei dem man mit dem Popo und den Ohren wackeln muss. Da kann auch Mama nicht länger böse sein.

In dem Buch passiert nicht viel. Aber die Kinder haben Spaß mit dem Papa und am Ende dann auch noch mit Mama. Es wird gemeinsam gespielt, ein Elternteil nimmt sich Zeit für die Kinder und macht ihren Quatsch mit. Herrlich!

Dieses Buch macht beim Vorlesen einfach Spaß und der Popowackel-Boogie ist einfach der Hit.

Mit Papa allein zu Haus von Guido van Genechten, übersetzt von Linde Müller-Siepen, J.P. Bachem Verlag, ISBN: 978-3-7616-3241-3, 12,95€

Rezension: 3 freche Mäuse – 3 witzige Lese- und Zählgeschichten

(Werbung/Rezensionsexemplar) Lorenz Pauli (Text) und Kathrin Schärer (Illustrationen) sind für mich ein Dreamteam in der Bilder- und Kinderbuchwelt. Die Geschichten enthalten Witz und teilweise auch etwas zum Nachdenken und die Bilder von den sympathischen Tierfiguren, bei denen man häufig fast jedes einzelne Fellhaar zu erkennen meint, laden selbst Erwachsene zum Betrachten ein.

Der Sammelband „3 freche Mäuse – 3 witzige Lese- und Zählgeschichten“ ist schon ein wenig älter, aber zum Glück gibt es ihn noch, denn Bücher werden ja nicht mit den Jahren schlechter. Der Sammelband beinhaltet die Geschichten „3 freche Mäuse“, „Goldfreunde“ und „10 Wünsche“.

Spiel mit Buchstaben

Besonders gut gefällt mir die erste Geschichte mit den drei Mäusen. Die drei Mäuse heißen E-Maus, I-Maus und N-Maus. In dem in der Geschichte einzelne Mäuse auf Schilder mit Text klettern, verändern sie den Text – ein tolles Spiel mit der Sprache, bei dem Kinder auch bereits mit überlegen können, wie sich der Text wohl durch einen Buchstaben verändern wird (z.B. wird aus „Most zu verkaufen“ „Mist zu verkaufen“). Ganz am Ende ist dann sogar der Einsatz aller drei Mäuse erforderlich, damit die Kinder fröhlich im Park spielen können.

Zählen, Teilen, Rechnen

Auch wenn die erste Geschichte meine Lieblingsgeschichte in dem Buch ist, können die beiden anderen durchaus ebenfalls überzeugen. Bei den „Goldfreunden“ wird gezählt, geteilt und gerechnet und zwar so sehr, dass dabei beinahe ihr Leben bedroht ist, denn sie merken bei ihrem Rechenstreit nicht, dass sie von zwei Katzen beobachtet werden, die sich schon die Mäuler lecken.

Wünsche und Reime

In der letzten Geschichte klappt es mit den 10 Wünschen bei einer Fee nicht so recht. Jeder Wunsch wird in etwas anderes, das sich auf den ursprünglichen Wunsch reimt, verändert. So bekommt der Erzähler zum Beispiel statt dem gewünschten Pferd einen Herd. An diesen Missverständnissen haben Kinder viel Freude. Das sind so Quatschideen, die sie sich gerne selber ausdenken.

Ein Buch für Erstleser

Dieses Buch lässt sich prima von Erstlesern bewältigen, die beim erfolgreichen Beenden des Buches mit Lesespaß belohnt werden. Allerdings müssen sie eventuell darauf hingewiesen werden, dass die Texte teilweise in den Bildern fortgesetzt werden. Man kann das Buch natürlich auch gemeinsam lesen bzw. es dem Kind vorlesen, allerdings kommt der Witz erst richtig heraus, wenn die Kinder schon ein wenig Buchstaben bzw. Laute zu Wörtern zusammensetzen können.

3 freche Mäuse – 3 witzige Lese- und Zählgeschichten von Lorenz Pauli und Kathrin Schärer, Atlantis Verlag, ISBN: 978-3-7152-0651-6

Rezension: Wilbert, wo bist du?

(Werbung/Rezensionsexemplar) Seid mal ehrlich, habt ihr schon mal ein Bilderbuch von den Färöer Inseln gelesen? Sicherlich die wenigsten. Aber der Kullerkupp Verlag (auch so ein toller Name) bringt unter anderem genau solche Bücher auf den Markt, was ich sehr spannend finde. Dazu gehört auch das Bilderbuch „Wilbert, wo bist du?

Reduziertes Bilderbuch

Es ist gefühlt ein kleines Bilderbuch, denn sowohl Text als auch Bilder sind sehr reduziert. Man hat beinahe das Gefühl, dass nicht viel passiert:

Eine Ratte und Wilbert spielen Verstecken. Beim Suchen trifft die Ratte das Krokodil, welches gerne beim Suchen hilft, doch irgendwie kann es Wilbert einfach nicht entdecken…

Versteckspiel

Es ist ein Bilderbuch über das von vielen Kindern geliebte Versteckspiel. Und auch bei diesem Buch können sie dieses Spiel ein bisschen mitmachen und Ratte und Krokodil beim Suchen helfen. Aber was passiert in der Geschichte wirklich? Was ist Fantasie und Spiel, was Realität? Ehrlich gesagt, bin ich mir da an der einen oder anderen Stelle selber unsicher, aber das macht nichts. Das macht vielleicht sogar den Reiz dieses Buches aus. Eigentlich könnte bei so wenig Text und Bild alles klar sein. Es gibt nicht viel zu entdecken, aber genau das öffnet den Spielraum für die Fantasien der Leser. Hier kann man selber die Lücken füllen, die Text und Bild hergeben.

Spaß mit dem Buch

Wir lesen dieses kurze Bilderbuch immer wieder. Allein die ersten zwei Seiten, die nur folgenden Text hergeben, werden schon geliebt: „1, 2, 3… – Ich komme jetzt!“ „Ich komme jetzt“ muss jedes Mal auch von meinem Jüngsten gerufen werden. Und er ruft es immer so schön passend zu der kleinen Ratte mit dem weit geöffneten Mund – einfach klasse! Für diese ersten Seiten hat sich das Buch schon gelohnt. Aber dann geht es ja auch noch spannend weiter, denn Wilbert muss schließlich gefunden werden. Das Krokodil, welches kurz darauf auftritt, sieht im Übrigen einfach herrlich aus. Diese herausstehenden Zähne rund um den Kopf machen direkt darauf aufmerksam, dass man sich vor Krokodilen eigentlich besser in Acht nimmt, aber hier wird das Krokodil zu einem prima Spielkamerad und gemeinsam wird ganz viel Verstecken und Suchen gespielt.

Wilbert, wo bist du? von Bárður Oskarsson, übersetzt von Carsten Wilms, Kullerkupp Verlag, ISBN: 978-3-947079-06-3, 13,90€

 

Rezension: Meine ersten Lieblingslieder

(Werbung/Rezensionsexemplar) Macht ein Liederbuch für Kinder ohne Noten Sinn? Ja, wenn es sich um bekannte Lieder handelt. Aber warum braucht man für bekannte Lieder ein Liederbuch? Damit man sich an die Liedtexte erinnert und die Kinder sich beim Singen passende Bilder anschauen können.

Bekannte Kinderlieder

Das ist jedenfalls das Konzept des Liederbuches von Will & Ruby „Meine ersten Lieblingslieder“. Es ist kein dickes Liederbuch. Lediglich 17 Kinderlieder sind darin enthalten und von diesen 17 Liedern kenne ich tatsächlich 16. Euch würde es sicherlich ähnlich gehen oder kennt ihr „Der Kuckuck und der Esel“, „Auf unsrer Wiese gehet was“ oder „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ nicht? Ja, vielleicht hakt es an der einen oder anderen Stelle am Text, aber da kann dieses Buch dann ja helfen. Es geht bei diesem Buch nicht darum, neue Lieder kennen zu lernen, sich Melodien zu erarbeiten oder ähnliches. Nein, es ist ein Buch, mit dem Eltern zusammen mit ihren Kindern alte, bekannte Kinderlieder singen können. Das kann man natürlich immer und überall machen, aber Kinder singen tatsächlich gerne mit einem Buch und schauen sich dabei gerne Bilder an.

Mein kleiner Sohn wählt ständig statt Pixibücher mit Geschichten Pixibücher mit Liedern aus. Dann werden diese Bücher durchgeblättert und ich muss ihm die Lieder vorsingen. Durch die Bilder weiß er schnell, welche Lieder in den Pixis an welcher Stelle stehen.

Toll illustriert

Genauso funktioniert dies mit diesem Liederbuch. Allerdings ist es auch noch sehr schön gestaltet. Es kommt wirklich wie ein Bilderbuch daher, nur dass es eben keine Geschichten, sondern Lieder enthält. „Meine ersten Lieblingslieder“ ist ein richtig schönes Buch, welches zum Anschauen anregt. Und da Kinder dann natürlich wissen möchte, worum es in dem Buch geht, regt es automatisch auch zum Singen an. Wie schön, denn Singen mit Kindern ist etwas ganz tolles, was leider im Alltag manchmal untergeht.

Gezeichnete Bilder, die durchaus auch Witz enthalten, auf einem Hintergrund, der aus Collagen erstellt wurde, ziehen sich komplett über die Buchseiten. Es sind ganz spezielle Bilder, die man so nicht unbedingt aus Bilderbüchern kennt, die einen aber direkt ansprechen. Toll ist, dass es viele Bilder auch als Poster zu kaufen gibt, welche dann das Kinderzimmer dekorieren können.

Uns gefällt dieses besondere Liederbuch wirklich gut und wir singen gerne gemeinsam daraus. Lieblingslied des Kleinen ist neben seinem All-Time-Favourite „Hänsel und Gretel“ „Was müssen das für Bäume sein“, insbesondere die weiteren Strophen dieses Liedes, in denen u.a. Zwerge auf Bergen tanzen.

Meine ersten Lieblingslieder von Will & Ruby, ISBN: 978-3000600203, 13,52€

Kaufen könnt ihr das Buch direkt über die Seite von Will & Ruby. (www.will-ruby.de)

 

Rezension: Kalle und Elsa – Ein Sommerabenteuer

(Werbung/Rezensionsexemplar) Sommer, Sonne, Strand – oh, was kann man da alles für Abenteuer erleben. Richtige Sommerabenteuer so wie bei „Kalle und Elsa – Ein Sommerabenteuer“.

Das fantasievolle Spiel der Kinder

Das Cover weckt direkt die Sehnsucht nach dieser besonderen Zeit im Jahr, nach Salzgeruch, weichem Sand und einer Meeresbrise. Wenn man das Buch dann aufschlägt und die beiden Kinder auf ihren Fahrrädern durch den Wald an den Strand fahren sieht, wird dieses Gefühl noch verstärkt und man kann sich förmlich in diese Szene hinein fühlen. Am Strand geht es dann auch ganz normal los. Die Kinder testen die Temperatur des Wassers und die Eltern richten einen Liegeplatz ein. Aber dann legen Elsa und Kalle mit ihrem Spiel los. Sie graben ein Loch, welches zu einer Falle wird. Wen sie damit wohl fangen könnten? Vielleicht ein Meeresungeheuer oder doch eher einen Strandlöwen? Immer mehr tauchen die Kinder in ihrer Spielwelt ein bis sie sich am Ende des Spiels mit einem Picknick im Hier und Jetzt stärken.

Fantasie und Realität

Das Buch ist eine interessante Mischung aus Fantasie und Realität und spiegelt herrlich das Spiel von Kindern wieder. Aus wenigen Mitteln schaffen sie eine ganze Fantasiewelt. Sie spielen am Strand, nutzen die Sachen vor Ort, sind aber in ihrem gemeinsamen Spiel.  Es ist gar nicht immer so leicht von außen zu unterscheiden, was gehört zur realen Welt und was spielt sich in den Köpfen der Kinder ab. Aber genau diese Schwelle zwischen Fantasie und Wirklichkeit macht dieses Abenteuer so spannend.

Keine Klischees

Ganz toll ist hier auch, dass die Kinder unterschiedliche Hautfarben haben und der Junge eine Badehose mit pinken Streifen trägt. Und besonders toll finde ich es, dass das überhaupt nicht thematisiert wird, sondern einfach als normal und gegeben hingenommen wird, so wie es ja auch sein soll. Ich muss sogar zugeben, dass mir dies, da es nicht thematisiert wird, auf den ersten Blick auch gar nicht aufgefallen ist und das ist doch eigentlich gut so! Auch die Rollenverteilung gefällt mir: Das Mädchen ist die Wilde, der Junge ist etwas zurückhaltender. Ja, so ist es doch auch in der Realität. Es gibt wilde Mädchen und ruhige Jungs und genauso gibt es auch abenteuerlustige Jungs und stille Mädchen.

Wunderschöne Illustrationen

Die herrlichen Bilder laden ein, sich mit Kalle und Elsa in ihre Fantasiewelt zu begeben. Es sind Bilder, die einen mit aller Wucht ansprechen und die man sich einfach ganz intensiv angucken muss. Sie laden dazu ein, dieses Buch aufzuschlagen und die Fantasie spielen zu lassen. Gleichzeitig erfasst einen aber auch ein Sommergefühl und eine Sehnsucht nach dem Meer sowie nach ausgelassener Kindheit.

Ich kann dieses Buch nur empfehlen, denn ich liebe Bücher, in denen es um den Lesespaß und Fantasie geht. Wer pädagogische Botschaften in Büchern sucht und sich nicht in das Reich der Fantasie wagt, sollte um dieses Buch jedoch besser einen Bogen machen.

Kalle und Elsa – Ein Sommerabenteuer von Jenny Westin Verona und Jesus Verona, übersetzt von Karl-Axel Daude, Bohem Verlag, ISBN: 978-3-95939-066-1, 16,95€

Rezension: Kuddelmuddel von der Küste

(Werbung/Rezensionsexemplar) Braucht ihr noch ein wenig Beschäftigungsmaterial für die Ferien? Rätselblöcke und –hefte habe ich euch ja bereits vorgestellt, heute habe ich etwas anderes für euch und zwar ein Gedichte-Heftchen mit Ausmalbildern: „Gedichte für Lütte: Kuddelmuddel von der Küste

Quatsch mit Soße

Gedichte? Kommt so etwas bei Kindern an? Ich denke schon, denn es sind im Prinzip kurze gereimte Geschichten und vor allem enthalten sie in diesem Büchlein lauter skurrile und lustige Dinge, die Kindern einfach Spaß machen. Das Meer, Piraten, Wasser und Strand spielen hier eine große Rolle, aber es gibt zum Beispiel auch Gedichte über ein Nachtgespenst, das nicht im Nachthemd spuken möchte, über ein Kind, dessen wichtigste Frage „Wo hat Mama die Süßigkeiten?“ ist, über ein Festessen mit Eis mit Speck und Bratwurst mit Lakritz und über eine verrückte Zu-Spät-Komm-Ausrede.

Fröhliche Bilder zum Ausmalen

Hier geht es kunterbunt zu und noch kunterbunter wird es, wenn das Kind dann zu seinen Buntstiften greift und die fantasievollen Bilder ausmalt. Dies ist nämlich nicht nur ein Gedichteheft, sondern auch ein kleines Malbuch. Meines Erachtens motivieren die fröhlichen Bilder, die den Quatschgehalt der Gedichte illustrieren, zum Ausmalen. Allerdings muss man teilweise schon ein wenig feinmotorisch begabt sein, um die kleinen Details, die sich in vielen Bildern wiederfinden, säuberlich ausmalen zu können.

Die Reime sind unterschiedlich gut gelungen, aber insgesamt gefallen mir die Texte gut. Vor allem weil sie einfach so erfrischend verrückt sind. Bilder und Texte passen gut zusammen und ergeben gemeinsam ein schönes und unterhaltsames Heft für Kinder, die Spaß an Quatsch und Fantasie haben.

In Büchern malen?

Ein bisschen skeptisch bin ich ja immer, bei dieser Mischform aus Malbuch und Buch. Nicht, weil mir diese Form nicht gefällt, sondern weil ich immer etwas Angst habe, dass die Kinder dann auch anfangen Bilder in anderen Büchern auszumalen. Andererseits: Haben wir das als Kinder nicht auch manchmal gemacht? Und häufig sind es doch gerade diese Bücher, die uns auch als Erwachsene noch in Erinnerung bleiben. Und: Schwarzweiß-Zeichnungen, bei denen man etwas ausmalen kann, findet man heute kaum noch in Kinderbüchern. Der Trend geht zu bunt illustrierten Büchern, bei denen man nicht mehr selbst zum Stift greifen kann. Es sei denn, dass Kind möchte vielleicht noch einen schönen Rahmen um den Text hinzufügen…

Gedichte für Lütte: Kuddelmuddel von der Küste von Maik Brandenburg, mit Ausmalbildern von Janet Lindemann, Inselkinder Verlag, ISBN: 978-3-9817217-3-7, 5,95€