Vorlesen: Antonia war schon mal da

Bald lese ich bereits ein gesamtes Kindergartenjahr der gleichen Kindergruppe beinahe alle zwei Wochen vor. Und immer noch probiere ich dabei immer wieder etwas Neues aus.

Vorlesen: Ein Wimmelbuch im Einsatz

In der letzten Stunde habe ich mich nun endlich mal an ein Wimmelbuch heran gewagt. Ich erzähle immer, dass sich auch Wimmelbücher prima eignen würden, da man da so wunderbar zu erzählen kann, aber irgendwie war mir meine Gruppe dann doch ein wenig zu groß dafür. Ja, hier ist es schon ideal, wenn man eine möglichst kleine Gruppe hat, so dass man sich die Bilder auch intensiv und genau anschauen kann.

Aber mit dem Buch „Antonia war schon mal da“ hat es auch mit circa 10 Kindern geklappt.

Leseelch Lars geht auf Reisen

Zunächst haben die Kinder und ich uns gewundert, was unser Leseelch Lars denn da für einen Koffer mitgebracht hat. Aha, er erzählt uns, dass er auf Weltreise gehen möchte um viel von der Welt zu sehen. Ob wir wohl mal in seinen Koffer schauen dürfen? Na, klar! Darin befinden sich allerdings nur ein Niederländisch-Wörterbuch (wir gucken direkt mal nach, was denn Apfel auf niederländisch heißt) und ein Fotoapparat. Ja, das sind nützliche Sachen, aber für eine Weltreise doch ein bisschen wenig.

Reimen und Antonia suchen

Da gucken wir uns doch lieber erst einmal an, wie andere auf Reisen gehen, in diesem Fall begleiten wir Antonias Freunde auf ihre Reise. Wir schauen genau hin, was die Freunde in ihre Rucksäcke und Koffer packen und dann geht es los. Die Kinder kriegen die ergänzenden Reime in dem Buch prima hin und alle haben viel Spaß daran Antonia auf den Bildern zu entdecken, was den Kindern jedoch unterschiedlich leicht fiel.

Natürlich riefen einige Kinder beim Zeigen des ersten Bildes: „Ich kann nichts sehen!“ Doch ich habe vorher von allen Plätzen aus getestet, ob man die Bilder sehen kann und es ging doch erstaunlich gut. Nachdem ich ihnen gesagt habe, dass ich alles hätte sehen können, entdeckten sie dann auf einmal doch so einiges auf den Bildern…

Spiel: Ich packe meinen Koffer

Im Anschluss an das Buch haben wir Lars mit dem Spiel „Ich packe meinen Koffer…“ noch einmal erzählt, was man so alles mitnehmen sollte, wobei Lars vielleicht nur auf die Kinder hören sollte, denn dann hätte er in erster Linie Pommes, Kuchen und Eis und zum Anziehen höchstens Gummistiefel dabei.

Antonia war schon mal da von Max Fiedler und Patrick Wirbeleit, Reprodukt, ISBN: 978-3-95640-108-4, 16€

 

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Bereit für die WM: Fußballbücher im Überblick

In den letzten Wochen habe ich euch einige Fußballbücher vorgestellt. Heute, direkt vor Beginn der Fußballweltmeisterschaft, bekommt ihr nun noch einmal alle Bücher in einer Übersicht. Das sind natürlich längst nicht alle Fußballbücher, die auf dem Markt sind, aber ich denke, dass insgesamt eine gute Mischung für Kinder von 2-10 Jahren dabei ist.

Mit einem Klick auf den Titel gelangt ihr jeweils zur ausführlichen Rezension.

Fußballbücher für die Kleinen und Bilderbücher

  

Mein erstes Buch vom Fußball, illustriert von Nathalie Choux, arsEdition, ISBN: 978-3-8458-1471-1, 9,99€ – ein Buch mit ersten Fußballbegriffen (inklusive Schiebeelementen)

Sehen – Hören – Wissen: Alles über Fußball – Erstes Sachwissen zum Hören, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62661-9, 14,95€ – Erste Infos rund um Fußball mit echten Farbfotos und Sounds

Karlchen vor, noch ein Tor! von Rotraut Susanne Berner, Hanser Verlag, ISBN: 978-3-446-20692-2, 12,90€ – Ein fröhliches Fußballspiel mit Karlchen und seiner Familie

Das Spiel von Baptiste Paul und Jacqueline Alcántara, übersetzt von Thomas Bodmer, NordSüd Verlag, ISBN: 978-3-314-10434-3, 15€ – So sieht kindliche Leidenschaft beim Fußballspiel aus

 

Fußballbücher zur aktuellen Weltmeisterschaft

      

2018 FIFA WORLD CUP RUSSIA – Das offizielle Kids-Handbuch, Arena Verlag, ISBN: 978-3-401-71340-3, 6,99€ – Kurze Infos rund um Fußballstars und die WM in Russland

Alles Fußball! Das aktuelle Buch zur WM 2018 von Knut Krüger, cbj Verlag, ISBN: 978-3-570-17552-1, 15€ – Vorstellung aller Mannschaften, der deutsche Kader unter der Lupe und einiges mehr zur Fußball-WM in Russland

Paule Fußball Mitmach-Heft, Tessloff, ISBN: 978-3-7886-2246-6, 8,95€ (keine eigene Rezension, deshalb hier eine etwas ausführlichere Vorstellung): Hier können sich jüngere Kinder, die sich noch nicht all zu gut mit Fußball auskennen, spielerisch mit diesem Thema beschäftigen. Häufig kann man Aufgaben mit Stickern lösen, es gibt Puzzle-Rätsel, Ausmalbilder, Labyrinthe und einiges mehr. Viel Vorwissen ist hier nicht nötig. Ein aktueller Spielplan wird zusätzlich mitgeliefert. Das Maskottchen Pauli und seine Freunde, die auch im Paule-Kindermagazin auftauchen treten in dem Heft auf. Besonders viel Bezug zur WM 2018 wird nicht genommen, so dass es auch außerhalb der WM-Zeit genutzt werden kann.

 

Fußballgeschichten

            

Mein Weg zum Traumverein (Lesenlernen mit Fußballstars),  Thomas Müller in Zusammenarbeit mit Julien Wolff, illustriert von Jan Birck, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0933-1, 10€ – Ein Erstlesebuch, in dem der Weg von Thomas Müller zum FC Bayern München erzählt wird

Das Kickerteam – Gute Freunde und ein Elfmeter von Christian Bieniek, illustriert von Ralf Bittner, Arena Verlag, ISBN: 978-3-40151129-0, 5€ – Fußball über alles?

Die Kickerbande – Anpfiff für das Siegerteam von Frauke Nahrgang und Nikolai Renger, Arena Verlag, ISBN: 978-3-401-71094-5, 8,99€ – Fußball, Freundschaft und Zusammenhalt in einem Buch für fortgeschrittene Erstleser

Ich & die Fußballgang – Fußballgeschichten (Sammelband) von Antje Szillat und Susanne Fröhlich (Illustrationen), Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62701-2, 10€ – Fußballgeschichte mit Comic-Szenen

Die drei ???-Kids: Der Fußball-Roboter erzählt von Ulf Banck, illustriert von Kim Schmidt, Kosmos, ISBN: 978-3-440-15786-2, 8,99€ – Ein Buch, bei dem Fußball nicht im Mittelpunkt steht, sondern eher eine spannende Detektivgeschichte

Sachbuch

Leselauscher: Fußball, Autoren: Inka Grings und Ulli Potofski, BVK Buch Verlag Kempen, ISBN: 978-3-86740-814-3, 15€

Leselauscher: Fußball, Autoren: Inka Grings und Ulli Potofski, BVK Buch Verlag Kempen, ISBN: 978-3-86740-814-3, 15€ – Sehr viele Fußballinformationen in einem Sachbuch sowie auf einer Hör-CD

 

Fußballquiz – Fragen rund um den Fußball

memo Quiz: Fußball von Anja Bühling, Dorling Kindersley Verlag, ISBN: 978-3-8310-3455-0, 6,95€

PAULE Fußball-Quiz, Tessloff Verlag, ISBN: 978-3-7886-2248-0, 6,95€

 

Fußballzeitschrift

Just kick-it, Panini, Einzelheft ca. 3,90€ – Alles zu den aktuellen Stars etc.

Rezension: Piano, kleiner Piet

Bücherwürmchen hat angefangen Klavier zu spielen. Lustigerweise kam genau am Tag seiner ersten Klavierstunde das Buch „Piano, kleiner Piet“ bei uns an. Das passt mal so richtig!

Wir haben uns das Buch natürlich direkt angeschaut und somit die Lust auf das Klavier spielen gesteigert. Außerdem glänzte mein Sohn dann direkt in den ersten Unterrichtsstunden mit Fachbegriffen wie piano (leise) und forte (laut) und auch den Violinschlüssel für die hohen Töne erkannte er wider.

Meinem Sohn gefällt das Buch sehr gut und er fand es auch richtig interessant. Selbst der Kleine für den so ein dickes Bilderbuch mit immerhin 76 Seiten eigentlich noch nichts ist und der in dem Buch auch vieles noch nicht versteht, mag dieses Buch, denn am Ende kommt das Lied „Guten Abend, gute Nacht“ vor, welches wir dann natürlich auch immer singen.

Träumerischer Ausflug in die Welt der Musik

Eines Abends als Piet nicht einschlafen kann, probiert er sich an dem Flügel im Wohnzimmer aus. In diesem Moment erwacht das Instrument zu Leben und kann sogar sprechen. Frederik, so heißt der Flügel, führt Piet in die Welt der Musik ein. Komponisten und Tasteninstrumente werden vorgestellt, es gibt auch einen Blick in die Tasteninstrumente hinein, und auch Noten spielen eine Rolle. Aber auch der Ausdruck der Musik, das Lauschen und das fantasievolle Spielen auf den Tasten kommt in diesem Buch nicht zu kurz. Dazu lassen uns die fantasievollen Illustrationen, die beinahe leicht schwebend und träumerisch daherkommen, beinahe die Musik erfühlen.

Layout, Illustrationen und Text passen zusammen

Im Text wird mit Farben und großen Buchstaben gespielt. Allerdings ist hier nicht, wie in einigen Büchern des Verlags, der Text eines Sprechers in einer bestimmten Farbe gekennzeichnet. Das würde aber auch nicht zu der Leichtigkeit und der Poesie dieses Buches passen. So wie der Text jetzt gesetzt ist, unterstreicht er die Illustrationen und auch den Inhalt, denn Musik ist etwas sinnliches, was dieses Bilderbuch sehr schön ausdrückt.

Die Texte auf den einzelnen Seiten sind insgesamt recht kurz gehalten. Natürlich kann man auf diese Weise keinen Komponisten komplett vorstellen, aber das würde dieses Buch auch sprengen. Die kurzen Informationen reichen für Kinder erst einmal. Alle Sachinformationen zu Noten und Notenwerten etc. kommen verständlich herüber.

Spannender Artikel der Lektorin

Interessanterweise habe ich neulich einen Artikel der Lektorin dieses Buches gelesen. In diesem spannenden Artikel stellt sie ihre Arbeit als Bilderbuchlektorin vor und zwar beispielhaft an diesem Buch. Durch die Bilder und den Text müssen in einem solchen Buch den Kindern die Sachverhalte spielerisch, aber dennoch verständlich erklärt bzw. gezeigt werden. Als Beispiel nennt Daniela Dreuth das Kabel des E-Pianos auf dem Bild, welches klar macht, dass hier Strom benötigt wird. An einer Stelle in dem Buch hätte man die Zuordnung und Verständlichkeit noch etwas klarer herüberbringen können, indem man vielleicht die Wörter an anderen Stellen untergebracht hätte. Neben dem Flügel gibt es weitere Tasteninstrumente, die in dem Buch auch vorgestellt werden, so sieht man auf einer Doppelseite ein Cembalo, ein Clavichord, eine Orgel und ein Spinett. Wenn man die Seite genau betrachtet und der Linie und dem Text folgt, dann kann man erkennen, welches Instrument mit welchem Begriff gekennzeichnet wird, aber auf den ersten Blick kann es für den einen oder anderen unklar sein, was denn nun das Cembalo und was das Clavichord ist.

Eine weiterer Tipp von Daniela Dreuth war es, dass die Noten immer in den gleichen Farben geschrieben werden. Das finde ich sehr hilfreich, insbesondere, da die Noten (aus künstlerischen Gründen?) nicht besonders sauber notiert sind und somit nicht ganz leicht zu lesen sind. Kinder, die vielleicht schon ein wenig Klavier spielen können, haben aber vielleicht Lust die Noten nachzuspielen und da erleichtert die Farbgebung auf jeden Fall das Spielen. Allerdings ist dabei ein kleiner Fehler unterlaufen und das hohe C wurde in zwei unterschiedlichen Farben geschrieben. Außerdem sind die Noten auf der nachfolgenden Seite zwar in ähnlichen Farben aber nicht ganz im selben Farbton geschrieben. Besonders schwierig wird es dadurch, dass das erste g in dem Lied zum einen nicht richtig auf der Notenlinie steht und zum anderen eher ungewöhnlich der Notenhals nach unten zeigt. Ungeübtere Klavierspieler werden hier ihre Schwierigkeiten haben, was man hätte vermeiden können.

Weiterführende Informationen über QR-Code

Es ist immer schwierig ein Buch über Musik für Kinder zu schreiben, ohne das Kinder die Musik hören können. Viele Bücher greifen hier auf Soundelemente zurück. Das würde zu diesem ruhigen und poetischen Bilderbuch nicht gut passen. Aber es gibt die Möglichkeit durch einen QR-Code im Internet auf weitere Informationen und Klang- und Musikbeispiele zugreifen zu können.

Zauberhaftes Bilderbuch über die Welt der Musik

Mir gefällt dieses Bilderbuch sehr gut. Ich weiß allerdings nicht, ob es auch auf Interesse stößt, wenn sich Kinder und Eltern bisher noch gar nicht mit Musik auseinandergesetzt haben. Für alle, die aber vielleicht schon einmal etwas über den einen oder anderen Komponisten gehört haben, die gerne selbst ein Instrument spielen möchten oder es bereits erlernen, ist dies ein tolles Bilderbuch. Es führt in Begrifflichkeiten ein, zeigt aber auch die emotionale Seite von Musik und ist poetisch und träumerisch illustriert. Sicherlich auch ein schönes Geschenk für die Klavierlehrerin oder den Klavierlehrer.

Piano, kleiner Piet – Entdecke mit Piet die Welt der Musik von Gloria Jasionowski, Edition Pastorplatz, ISBN: 978-3-943833-26-3, 16€

 

 

Rezension: Das bin ich – Ich zeig es dir

Ich habe es bereits im Kindergarten vorgelesen und nun stelle ich es euch auch hier auf dem Blog vor: „Das bin ich – Ich zeig es dir

Es ist ein Pappbilderbuch für kleinere Kinder ab 2 Jahren, macht durch die humorvolle Gestaltung aber auch noch älteren Kindern Spaß. In dem Buch wird gezeigt, was alles zu einem gehört: Haare, Augen, Nase, Ohren etc. Dabei werden jeweils ein Kind und verschiedene Tiere gezeigt. Anhand des Kindes kann man auch sehen, was man mit der Nase oder mit den Augen alles machen kann, die Tiere zeigen uns, wie unterschiedlich Nasen, Ohren, Münder oder Bäuche sein können. Wir und die Tiere haben diese Körperteile, aber sie sehen unterschiedlich aus und erfüllen zum Teil auch andere Aufgaben. Hier ergeben sich viele tolle Gesprächsanlässe. Ein schönes Buch um mit den Kindern nicht nur Spaß an einem Buch zu haben, sondern auch noch ihren Wortschatz zu erweitern und sich miteinander zu unterhalten (Welches Tier hat eine lange Nase? Wieviel Beine hat ein Zebra? Was kann man alles mit dem Mund machen? Mach doch mal den Mund ganz rund? Wie weit kannst du deinen Hals drehen?)

Ich bin wie ich bin und das ist gut so!

Aber nicht nur zwischen Tier  und Mensch gibt es Unterschiede, auch die Menschen sehen alle unterschiedlich aus. Auf jeder Seite repräsentiert ein anderes Kind den Menschen. Mal ist es ein Mädchen, mal ein Junge, mal (meist) ein Kind mit heller Hautfarbe, mal eins mit dunkler, mal ein Kind mit Brille, mal ein Kind mit kurzen Haaren – und alle sind okay so wie sie sind! Vielleicht hätte man hier noch ein wenig die Geschlechterklischees aufbrechen können und mal ein Mädchen mit kurzen Haaren oder einen Jungen mit pinken Klamotten zeigen können.

Viel Spaß haben die Kinder natürlich immer an der Spiegelfolie auf der letzten Seite. Selbst die Kleinsten, die kaum Geduld für das ganze Buch haben, wollen immer wieder in den Spiegel schauen. Schön, wie auch die Leserin/der Leser am Ende mit einbezogen wird.

Kurzer, gereimter Text

Der Text besteht jeweils aus einem kurzen Zweizeiler. Der Text ist gereimt, wobei mir einzelne Reime nicht gefallen und sie mir zu holperig sind. Das finde ich etwas schade, aber ich muss zugeben, dass das Buch bei Kindern einfach richtig gut ankommt.

Die Bilder sind bunt und freundlich. Hintergründe bzw. Räumlichkeiten werden kaum gezeigt, dafür stehen Menschen und Tiere im Vordergrund.

Das Bilderbuch ist auch Teil von Buchstart in Österreich. Wie das Konzept dort genau durchgeführt wird, weiß ich nicht, aber ich glaube, dass dort ähnlich wie bei Lesestart in Deutschland, Kinder in einem bestimmten Alter ein Buch erhalten.

Insgesamt ist „Das bin ich – Ich zeig es dir“ ein schönes, positives Buch über den Körper, welches zu Gesprächen einlädt und Kindern viel Freude macht.

Das bin ich – Ich zeig es dir von Heinz Janisch und Birgit Antoni, Tyrolia, ISBN: 978-3-7022-3389-1, 9,95€

 

Vorlesen: Sachbücher über Tiere und den Körper

Zum Vorlesen in einer Gruppe gehört häufig nicht nur das Vorlesen eines Buches, sondern auch noch kleinere Aktionen vor oder nach dem Vorlesen. Diese Aktion kann das Singen eines Liedes sein, ein kleines Fingerspiel, ein Bewegungsspiel, das Nacherzählen der Geschichte und vieles mehr. Aber auch Sachbücher können hier einbezogen werden. So habe ich es auf meinem eigenen Seminar zum Vorlesen empfohlen und so habe ich es auch von der Stiftung Lesen gehört. Genauso empfehle ich auch das Buch „Zu wem gehört der Tierpopo?“ als Einstieg weiter, denn dieses Buch habe ich ebenfalls bei der Stiftung Lesen kennen gelernt. Allerdings hatte ich bisher sowohl das genannte Buch als auch Sachbücher bisher nicht in der Gruppe verwendet. Wie gesagt, bisher, denn in den letzten beiden Vorlesestunden hatte ich sowohl das Tierpopo-Buch als auch ein paar Sachbücher dabei und davon möchte ich euch nun gerne berichten, denn sie werden auch jeden Fall auch weiterhin zu meinen Empfehlungen gehören.

Vorlesen: Weck bloß Tiger nicht auf!

Für die erste Vorlesestunde hatte ich mir das Buch „Weck bloß Tiger nicht auf!“, welches ja auch den Leipziger Lesekompass verliehen bekam, ausgesucht. Ich habe überlegt, wie ich die Kinder zu dem Buch hinführen könnte und kam auf das Buch „Zu wem gehört der Tierpopo?“. Ich habe den Kindern die ersten Tierhintern in dem Buch gezeigt und sie raten lassen, zu welchem Tier der Po gehört, woran die Kinder viel Spaß hatten, wobei ihnen einige Tiere auch doch recht schwer fielen. Der Tiger, den ich ihnen als letztes gezeigt hatte, war jedoch schnell identifiziert. Ich habe ihnen dann noch ein paar Informationen aus dem Buch zum Tiger vorgelesen und anschließend kam dann „Weck bloß Tiger nicht auf!“ dran. Dass das Buch mir gut gefällt, hatte ich ja bereits in meiner Rezension geschrieben, aber es funktioniert auch in der Gruppe prima. Beim Pusten und Singen können alle gemeinsam helfen und beim Streicheln des Tigers kamen dann einzelne Kinder dran. Ich merkte übrigens tatsächlich eine gewisse Aufregung bei den Kindern, die sich tatsächlich ein wenig vor dem Aufwachen des Tigers fürchteten und dann richtig erleichtert waren, als dann alles mit Tigers Geburtstagsüberraschung endete.

Wie schlafen Tiere?

In dem Buch geht es darum, dass Tiger nicht aufgeweckt werden soll, es geht also im weitesten Sinne ums Schlafen. Da passte doch das Kapitel „Schlafen“ aus dem Buch „Muss der Waschbär früh ins Bett?“ hervorragend. Hier geht es zunächst darum, wie die Kinder schlafen, was sie mir dann auch gerne berichteten. Dass Katzen und Tiger gerne schlafen, wussten wir ja nun bereits, aber wie schlafen eigentlich Flamingos, Hühner, Eichhörnchen, Fledermäuse und Waschbären? Das konnten wir nun mit dem Buch herausfinden. Die Kinder zeigten großes Interesse und mir fiel vor allem auf, dass Kinder, die sonst häufig unruhig waren, hier den Texte ganz aufmerksam folgten, was wieder einmal zeigt, dass man nur für jedes Kind das richtige Buch finden muss, um das Interesse an Büchern zu wecken.

Zu wem gehört der Tierpopo? von Birgit Kuhn, Compact Verlag, ISBN: 978-3817497744 (leider nicht mehr neu erhältlich)

Weck bloß Tiger nicht auf! von Britta Teckentrup, Annette Betz Verlag, ISBN: 978-3-219-11718-9, 14,95€

Muss der Waschbär früh ins Bett? von Svenja & Tobias Pahlke, Kosmos Verlag, ISBN: 978-3-440-15586-8, 12,99€

Vorlesen: Thema Körper

In der zweiten Vorlesestunde ging es dann um das Thema „Körper“. Hier wurde erst einmal unser Leseelch Lars ins Geschehen einbezogen und die Kinder durften seine Körperteile benennen. Danach ging es dann um uns selbst und ich habe das Buch „Das bin ich – Ich zeig es dir“ vorgelesen. Eigentlich sind mir die Texte in dem Buch für das Alter schon etwas zu kurz und einfach, aber die Kinder hatten viel Freude an dem Buch, in dem die Körperteile der Reihe nach genannt werden. Dazu werden auch einige Beispiele aus der Tierwelt gezeigt, z.B. die Frisuren verschiedener Tiere, bei den Augen sieht man u.a. die Biene, die von oben herab sieht und der Frosch, der unten sitzt, und Fisch, Storch und Krokodil zeigen uns ganz unterschiedliche Münder. Die Kinder fanden die Bilder witzig und häufig ergaben Texte und Bilder auch kleine Gesprächsanlässe: Was machen wir mit den Augen? Wer hat die längste Nase? Was können wir alles für Frisuren haben? Welches Tier hat die meisten Beine? Hier waren auch alle Kinder gerne beim Gespräch mit dabei. Am Ende durften dann alle in dem Spiegel im Buch ihr eigenes Lachen sehen.

Wie sieht es im Körper aus?

Im Anschluss des Liedes habe ich ein Körperlied vorgesungen, bei dem die Kinder auf die jeweiligen Körperteile zeigen sollten. Nun hatten wir über das meiste gesprochen, was man am Körper so alles sehen kann, aber wie sieht es im Körper aus? Da kam dann „Schau in deinen Körper“ (ebenfalls ein mit dem Leipziger Lesekompass prämiertes Buch) zum Einsatz. Immer ein Kind durfte das Buch passend vor sich halten, damit alle anderen sehen konnten, wo sich Schädel, Lunge, Magen und Darm etc. befinden. Da wollte natürlich jeder gerne an die Reihe kommen. Gemeinsam durften sie dann die kleinen Aufgaben, die auf den Buchseiten gestellt werden, ausführen: Den Schädel ertasten, Brustwirbel zählen, Hüftknochen ertasten, das Herz schlagen fühlen usw. Das hat allen Kindern viel Spaß gemacht  und sie waren alle sehr interessiert. Ich habe auch gemerkt, dass vieles, was in dem Buch angesprochen wird, den Kindern auch noch gar nicht so klar ist und sie z.B. gar nicht wussten, wo sie ihre Brustwirbel ertasten konnten und so zum Beispiel am ganzen Körper fühlten. Auch den Herzschlag suchten manchen eher im Unterleib als in der Brust. Die Texte und die Darstellungen in dem Buch mögen einfach erscheinen, sie sind aber genau das richtige für die Zielgruppe.

Ich muss wirklich sagen, dass Sachbücher beim Vorlesen in der Kindergruppe richtig viel Spaß machen. Nein, man liest nicht wie gewohnt einen längeren zusammenhängenden Text vor, aber dafür kommt es viel mehr zum Austausch und die Kinder können sich prima einbringen. Ich werde sicherlich noch häufiger Sachbücher mit in den Kindergarten bringen.

Das bin ich – Ich zeig es dir von Heinz Janisch und Birgit Antoni, Tyrolia, ISBN: 978-3-7022-3389-1, 9,95€

Schau in deinen Körper von Felicitas Horstschäfer und Johannes Vogt, Beltz & Gelberg, ISBN: 978-3-407-82312-0, 14,95€

 

Rezension: Muss der Waschbär früh ins Bett?

Heute möchte ich euch ein Sachbuch für Kinder ab 4 Jahren empfehlen, von dessen Konzept ich begeistert bin: „Muss der Waschbär früh ins Bett?

Eingeteilt ist das Buch, in dem man viel über Tiere lernen kann, in verschiedene Themen aus dem ganz normalen Alltag: Wohnen, sich anziehen, essen, trinken, Zähne putzen, einkaufen, spielen, streiten etc. Hm, klingt nicht unbedingt nach Themen aus einem Tierbuch, oder? Ganz richtig, dieses Buch orientiert sich zunächst am Menschen und geht dann zu den jeweiligen Themen auf Besonderheiten verschiedener Tiere ein.

Vergleiche zwischen Mensch und Tier

Als erstes wird immer das Kind angesprochen. Wie wohnt es? Wie zieht es sich im Winter an? Trinkt es mit oder ohne Strohhalm, wie liegt es am liebsten im Bett? Das Kind wird bei seinen eigenen Erfahrungen abgeholt. Es kann sich auf eigenes Erleben berufen und wird wunderbar in das jeweilige Thema eingebunden. Anschließend wurden drei bis fünf Tiere ausgesucht, zu denen es zu dem Thema Besonderheiten oder Interessantes zu berichten gibt. Das Kind muss sich die Zähne gut putzen, der Hai lässt sie sich durch Putzerfische säubern und das Krokodil braucht sie sich gar nicht zu putzen, da durch die Zahnstellung kaum etwas hängen bleibt und notfalls ein herausgefallener Zahn nachwächst. Nicht nur Kinder zanken sich um Süßigkeiten oder Spielzeug, auch Möwen streiten sich gerne um Leckerbissen. Wir decken uns meistens mit einer Bettdecke beim Schlafen zu, das Eichhörnchen benutzt seinen Schwanz um sich kuschelig zu zu decken.

Durch diesen Aufbau wird einerseits das Interesse an den Themen geweckt und andererseits können Kinder die Ausführungen sehr gut nachvollziehen und vieles, was sie hier erfahren, wird auch hängen bleiben, denn gerade dieser Vergleich sowohl zwischen Mensch und Tier, aber auch zwischen den unterschiedlichen Tieren, ist sehr spannend.

Die Bilder sind farbig gezeichnet, wirken aber sehr realistisch. Die Texte zu den jeweiligen Tieren befinden sich in Kästen, so dass man sich ohne Probleme auf den Seiten zurecht findet und alles sehr ansprechend wirkt.

Muss der Waschbär früh ins Bett?“ ist wirklich ein tolles Buch (welches im Übrigen nach dem Cradle to cradle-Prinzip, also klimapositiv, hergestellt wurde), das nicht nur den Kindern viel Spaß macht. Hier lernen auch Mama und Papa sicherlich noch etwas.

Muss der Waschbär früh ins Bett? von Svenja & Tobias Pahlke, Kosmos Verlag, ISBN: 978-3-440-15586-8, 12,99€

 

Fußballbücher für die Kleinsten

So langsam merkt man immer mehr, dass die Fußball-WM bald ansteht. Auch die Kleinen, die sich vielleicht im Garten zum ersten Mal mit den Eltern einen Ball hin und her schießen, bekommen schon ein wenig davon mit. Allerdings ist das ganze Spiel mit all seinen Regeln etc. in der Regel für sie noch zu komplex und so wenden sich die meisten Fußball-Bilderbücher auch an etwas ältere Kinder. Es gibt aber dennoch auch schon Bücher für die Kleinen, von denen ich euch heute drei vorstellen möchte:

Fußballbuch mit Schiebe-Elementen

Mein erstes Buch vom Fußball“ ist tatsächlich das Fußballbuch, das sich an die jüngsten Kinder wendet. Diese Reihe aus dem Verlag arsEdition mit den Schiebeelemten ist bei Kindern sehr beliebt und ich kann aus Erfahrung sagen, dass auch die großen Geschwister beim Bewegen der Schiebeelemente noch gerne mitmachen.

Auf der linken Seite des Buches findet man jeweils verschiedene beschriftete Abbildungen, die etwas mit Fußball zu tun haben, z.B. das Trikot, der Pokal, die Trillerpfeife etc. Rechts ist dann ein Bild mit Schiebeelementen, z.B. kann das Kind auf diese Weise den Ball selber ins Tor befördern, was dann auch gerne mehrere Male nacheinander durchgeführt wird. Auf der letzten Doppelseite sind dann noch mal die meisten Abbildungen aus dem Buch zu sehen, so dass man mit den Kindern hier noch einmal ins Gespräch kommen kann (Sachen können benannt werden, man kann nach verschiedenen Sachen fragen bzw. erfragen wozu sie gebraucht werden).

Fußballbuch für alle

Regeln vom Fußball spielen hier noch keine Rolle. Es geht einfach um ein paar Dinge rund um den Fußball, die auch kleinere Kinder schon benennen können. Das finde ich für diese Altersgruppe äußerst angemessen. Besonders gut gefällt mir, dass in dem Buch gleichermaßen Mädchen und Jungen sowie Kinder mit heller und dunkler Hautfarbe vorkommen.

Dies ist wirklich ein gelungenes Buch für die Kleinsten, die schon etwas von der Fußballbegeisterung der älteren Geschwister mitbekommen und selber ein Fußballbuch haben möchten.

Mein erstes Buch vom Fußball, illustriert von Nathalie Choux, arsEdition, ISBN: 978-3-8458-1471-1, 9,99€

Fußballbuch mit Sounds

Für etwas ältere Kinder (etwa ab 2 Jahren) ist das Buch „Sehen – Hören – Wissen: Alles über Fußball“. Auch dies ist ein Buch, welches kleine und auch größere Kinder sehr gerne in die Hand nehmen, denn es beinhaltet fünf Sounds mit Geräuschen und Informationen, die sich Kinder immer wieder gerne anhören.

Illustriert ist das Buch mit vielen großen und farbigen Fotos, die ebenfalls beschriftet sind: z.B. der Fußballplatz, Fußball im Park, die Kapitänsbinde etc.

Insgesamt geht dieses Buch schon etwas mehr ins Detail, aber um richtige Fußballregeln geht es auch hier noch nicht und das wäre auch für diese Zielgruppe noch zu früh. Lobend kann ich hier ebenfalls anbringen, dass auch hier Mädchen und Jungs und Kinder verschiedener Hautfarbe zu sehen sind. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, aber da es das leider noch nicht unbedingt ist, möchte ich es auf jeden Fall positiv hervorheben.

Fotos von bekannten Spielern

Größere Kinder haben Spaß daran auf den Bildern bekannte Spieler wiederzuerkennen oder sie schauen ganz genau hin, um die Vereinszeichen in der Kabine und auf den Trikots zu erkennen. Es ist toll, dass hier tatsächlich Fotos von echten Fußballspielen u.a. von der deutschen Nationalmannschaft zu sehen sind. Aber auch wenn man die Mannschaften und Spieler nicht erkennt, sieht man gut, was dargestellt werden soll.

Sehen – Hören – Wissen: Alles über Fußball – Erstes Sachwissen zum Hören, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62661-9, 14,95€

Fußballbuch mit spannender Geschichte

Noch mehr Fachbegriffe kommen in dem Buch „Karlchen vor, noch ein Tor“ vor. Es ist aber auch für etwas ältere Kinder ab 3 oder 4 Jahren gedacht. Aber auch wenn man nicht jedes Wort versteht, kann man dieses Buch gut lesen, denn es ist kein Sachbuch, sondern es erzählt eine Geschichte von Karlchen, dem kleinen Hasen, von dem es noch viele andere Geschichten geht.

Papa und Karlchen spielen gerne Fußball. Mama ist die Schiedsrichterin. Nach und nach spielen immer mehr mit: Unter anderem Onkel Willi und Tante Lene und sogar die Oma. Die Zwillinge Friedrich und Wilhelm müssen in einer Mannschaft spielen, da es sonst nur zu Verwechslungen kommen würde. Toll, wie hier eine Großfamilie gemeinsam Spaß hat und wie man auch auf einer normalen Wiese mit selbstgebauten Toren Fußball spielen kann. Die Kinder können ein spannendes Fußballspiel verfolgen, in dem ein zwar einige Fußballregeln zum Tragen kommen, in dem aber auch andere interessante Sachen passieren: Tore fallen ausversehen und Onkel Willi findet (wie häufig kleine Kinder) die Kirschen am Baum interessanter als das Fußballspiel.

Viel zu entdecken

Auf den Bildern gibt es auf dem Fußballfeld und neben dem Platz viel zu entdecken. Hier kommen also nicht nur Fußballfans ganz auf ihre Kosten und seitdem wir das Buch haben, möchte der Kleine immer Schiedsrichter sein. Fußballregeln werden hier geschickt in die Geschichte mit eingebunden, wobei ich manche Fachbegriffe dann dennoch etwas schwierig und für jüngere Kinder kaum verständlich finde (z.B. Doppelpass). Dennoch ist es insgesamt eine heitere Geschichte, die uns hier zu Hause allen viel Spaß macht.

Am Ende werden die Fußballbegriffe auch noch erklärt, aber das ist dann nur etwas für richtige kleine Fußballfans (oder für die Eltern, die den Kindern Wörter erklären sollen, von denen sie selbst kaum Ahnung haben).

Karlchen vor, noch ein Tor! von Rotraut Susanne Berner, Hanser Verlag, ISBN: 978-3-446-20692-2, 12,90€

Rezension: 3 Mauspiraten und eine Braatschmaus

Sagt mal, kennt ihr das Wort „braatschen“? Also, ich kannte es nicht und wenn es euch genauso geht, dann solltet ihr vielleicht mal das Buch „Tinchen und die Braatschmaus“ lesen. In diesem Buch wird das Wort nämlich anschaulich erklärt.

Da ich das Wort nicht kannte, hat mir auch „Braatschmaus“ zunächst gar nichts gesagt  und ich habe es auch zunächst in völlig falschen Silben gelesen. Damit ihr es direkt richtig macht: Es heißt Braatsch-Maus.

Tinchen und die Braatschmaus

Gemeinsam mit der Schnecke Tinchen begegnen wir dieser kleinen Maus direkt am Anfang des Buches. Wir sehen eine sehr unglückliche Maus, aus deren Augen die Tränen nur so spritzen. Tinchen bleibt bei ihr stehen und erkundigt sich, was passiert ist. Die Maus hat tatsächlich allen Grund zu Weinen, denn ihr Haus ist zusammengebrochen und angeblich möchte ihr niemand helfen. Da bietet Tinchen ihr an, zunächst bei ihr einzuziehen. Allerdings muss sie dann feststellen, dass die Maus nicht so einfach ist. Sie ist  nämlich eine Braatschmaus, das heißt sie weint und jammert ständig ohne Grund. Und deshalb hat ihr auch keines der Tiere geholfen, denn vor lauterer Weinerei haben sie gar nicht verstanden, worum es ging.

Ja, so sind sie, die lieben Kleinen

Das Buch erzählt eine nette Tier- und Freundschaftsgeschichte, die sich gut lesen lässt und bei der man, wie gesagt auch ein neues Wort kennen lernen kann. Die Bedeutung wird hier jedenfalls deutlich und Eltern werden sicherlich ihre 2-3-jährigen Kinder in der Maus widererkennen. Mit dem Buch kann man das ständige Geweine und Gejammer (für uns scheinbar ohne Grund) mit einem Augenzwinkern ertragen. An dem Verhalten des Kindes ändert sich jedoch vermutlich durch das Buch nichts. Verstehen werden sie die Handlung und auch das Verhalten der Maus dennoch. Auch kann man sicherlich darüber sprechen, wie man eher etwas erreicht: Mit Gejammer oder mit einer klaren, freundlichen Bitte.

Es ist das erste Buch von Christoph Brix und macht mit Softcover und Heftklammern äußerlich mehr den Eindruck eines Heftes. Die Bilder sind ansprechend und lebendig. Sie gefallen mir gut, auch wenn sie an normale Buntstiftzeichnungen erinnern. Auch wenn mir die Geschichte gut gefällt, wirkt alles noch etwas unprofessionell, was an sich kein Problem ist, allerdings steht der hohe Preis (12,99 €) dazu nicht im Verhältnis (auch wenn mir klar ist, dass damit kein großer Gewinn erzielt wird, da es sich um einen Selbstverlag handelt).

Der Preis ist für mich auch bei dem Buch „3 Mauspiraten in der Nuss-Schale“ das größte Problem. Die Herstellung und der äußere Eindruck sind hier schon viel professioneller. Es handelt sich um ein Hardcoverbuch mit tollen bunten Bildern, aber ob jemand dafür 19,99€ ausgeben möchte, ist fraglich. Dass so hohe Preise durch den Selbstverlag verlangt werden müssen, ist wirklich schade und man wünscht den Autor, dass er seine Bücher vielleicht doch noch mal in einem anderen Verlag herausbringen kann, denn Potential haben diese Bücher auf jeden Fall.

3 Mauspiraten in der Nuss-Schale

Gerade die „3 Mauspiraten in der Nuss-Schale“ gefallen mir sehr gut, denn die Charaktere sind hier einfach toll. Es geht um drei Mäuse: Olli, der Draufgänger, der auf Abenteuer aus ist, Nikolas, eine ruhigere, aber recht pfiffige Maus, und Walter, der alles mitmacht, aber eher etwas dumm und naiv daher kommt. Seit der alte Mann und die alte Frau nicht mehr in dem Haus am Meer leben, haben die Mäuse nichts mehr zu futtern. Doch eines Tages entdecken sie im Meer eine Kokosnuss, die sie zu einem Piratenboot umbauen. Nun soll das Abenteuer beginnen. Sie wollen gefährliche Piraten werden, die alle Schiffe berauben und somit reich werden. Doch so ganz geht der Plan nicht auf, denn erstens hat Olli gar nicht so viel Ahnung von der Schifffahrt und dem Piratenleben, wie er vorgibt, und zweitens sind sie auch nicht so wirklich gefährlich, dennoch endet ihr Abenteuer am Ende genau so wie sie es sich vorgestellt hatten. Nur wer Weg dorthin ist ein wenig anders…

Friedliche Piratengeschichte

Mir gefällt an diesem Buch einiges ziemlich gut. Wie gesagt, sind die unterschiedlichen Mäuse toll charakterisiert und man hat viel Spaß an ihnen. Die Geschichte selbst ist spannend und interessant, ohne aber gruselig oder gewaltsam zu werden. Es ist eine Piratengeschichte, die ganz ohne einen Kampf auskommt. Das finde ich klasse.

Auch die bunten Bilder, die mit feinem Strich gezeichnet wurden, können überzeugen.

Es gibt außerdem ein paar versteckte Witze für die mitlesenden Erwachsenen. Nicht jeden Spaß werden die Kinder verstehen, aber das ist nicht schlimm. Dafür werden die Erwachsenen an manch einer Stelle schmunzeln. Aber auch für aufmerksame Kinder gibt es etwas zu entdecken. Die Mäuse werden von einer Person, der sie begegnen hereingelegt, und wer sich das Bild genau anschaut, der kann diesen Schwindel direkt aufdecken.

3 Mauspiraten in der Nuss-Schale“ ist ein schönes Buch, das man gut vorlesen, aber auch ab etwa 7 Jahren selber lesen kann. Hier könnten allerdings die römischen Zahlen bei den Kapitelüberschriften irritieren.

Tinchen und die Braatschmaus von Christoph Brix, BriseBuch, ISBN: 978-3-7418-4043-2, 12,99€

3 Mauspiraten in der Nuss-Schale von Christoph Brix, BriseBuch, ISBN: 978-3-7450-0751-0, 19,99€

www.brisebuch.de

 

Leipziger Lesekompass: Du nicht!

Beim Vorlesen des Bilderbuchs „Du nicht!“ waren die Sympathien meiner Kinder ganz schnell verteilt. Beide mochten von Anfang an – ohne den Verlauf der Geschichte zu kennen – den Seehund besonders gerne. Der Einfachheit halber trägt er den Namen Kautschuk, denn das steht auf seiner Badekappe. Kautschuk war auf einmal da und direkt verstand er sich mit den Pinguinen sehr gut, obwohl er nichts sagte, aber er hat gute Laune, kann gut schwimmen und lacht fröhlich. Gemeinsam haben die Tiere viel Spaß, bis beim Bau eines Schneepinguins plötzlich die Unterschiede deutlich werden und die Pinguine Kautschuk gar nicht mehr so nett angucken, wie sie es vorher taten. Kautschuk verschwindet und die Pinguine sind zunächst froh darüber, doch dann merken sie, dass ihnen etwas fehlt und sie gehen wieder auf Kautschuk zu.

Ein Bilderbuch gegen Ausgrenzung

Ich war mir anfangs nicht ganz sicher, wie diese Geschichte bei Kindern ankommt, aber meinen Kindern gefiel sie. Sie erfreuten sich an Kautschuk, fanden es richtig blöd, wie die Pinguine sich ihm gegenüber verhalten haben, und waren glücklich, dass am Ende doch noch alles gut ausgeht. Hoffentlich lernen sie aus dieser klaren Botschaft auch etwas für ihr eigenes Leben und machen nicht die gleichen Fehler wie die Pinguine bzw. wäre es ja schon schön, wenn sie einen solchen Fehler wie die Pinguine einsehen und wieder gut machen würden. Die Botschaft in dem Buch ist wichtig und kommt klar heraus.  Da die Wende durch das eigene Empfinden der Pinguine heraus entsteht, ist zum Glück hier auch kein erhobener Zeigefinger nötig. Ob Kinder über das Thema über das Buch hinaus nachdenken, weiß ich nicht, aber sie spüren beim Lesen zumindest unbewusst ganz genau, worum es geht. Vor allem, da sie Kautschuk einfach direkt ins Herz schließen und sie die Ausgrenzung so überhaupt nicht mittragen können. Ja, Robben und Pinguine sind unterschiedlich, aber sie haben vorher doch auch so schön miteinander gespielt, warum sollten sie es dann nicht weiterhin tun? Für Kinder ist die Sache meistens ganz einfach und schnell gelöst.

Den Namen Kautschuk finde ich übrigens super, auch wenn Kinder nicht verstehen werden, warum dieses Wort auf der Badekappe steht. Aber auch Erwachsene dürfen ja ruhig ein wenig Spaß an einem Buch haben.

Ruhige Bilder

Die Bilder sind sehr ruhig und klar und ja, sie sind auch sehr weiß. Auch deshalb war ich mir nicht sicher, ob Kindern das Buch gefällt, aber auch hier sagten meine Kinder, dass es ihnen gefiel. Doch, sie finden es schön, und es ist aus ihrer Sicht ja auch ganz klar, dass alles ganz weiß ist und man auf den Seiten nicht viele Farben sieht, denn so sieht es in der Heimat der Pinguine und Seehunde ja nun mal aus. Ihnen gefielen schon die kleinen Extras wie die rosa Pudelmütze des einen Pinguins, oder eben die Badekappe des Seehundes.

Also, ihr merkt uns hat das Buch gut gefallen und es ist auf jeden Fall ein wichtiger Beitrag zu Toleranz und gegen Ausgrenzung.

Auszeichnung Leipziger Lesekompass

Das Buch „Du nicht!“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 2-6 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 2-6 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Du nicht! von Isabel Pin, Hinstorff Verlag, ISBN: 9783356021554, 16,99€

Leipziger Lesekompass: Der Riese Knurr

Oje, hört nur: „Rumms und Kawumm! Im Wald geht was rum! Die Sonne versteckt sich, die Luft wird kalt. Der Riese Knurr stapft durch den Wald.“ Da zittern alle Tiere im Wald und ein Tier nach dem anderen sucht ängstlich so schnell wie möglich das Weite. Aber das Rumms und Kawumm hört nicht auf. Und dann hören die Tiere in ihrem Versteck auch noch, wie der Riese sagt, dass ihm der Magen knurrt. Oh, weh, geht es ihnen nun allen an den Kragen?

Nein, natürlich kommt es in diesem Bilderbuch alles ganz anders, als es zunächst erscheint. Besonders toll finde ich es, dass es ausgerechnet die kleinen Mäuse sind, die es schließlich wagen, den Riesen anzusprechen und ihn zum großen Tortenschmaus einzuladen. Glücklicher hätten sie den Riesen, der darunter leidet, dass alle vor ihm Angst haben, kaum machen können, und am Ende feiern alle Tiere des Waldes gemeinsam mit dem Riesen Knurr. Ja, ein Rumms und Kawumm ist immer noch zu hören, aber das liegt nun daran, dass der große Riese wild im Kreis herum tanzt.

Vorurteile überwinden

Der Riese Knurr“ ist ein tolles Bilderbuch über Vorurteile und darüber wie diese überwunden und aus Fremden Freunde werden können. Nicht alles ist so, wie es auf den ersten Blick erscheint und Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft zahlt sich oft aus. Allein der Verlauf der Geschichte macht Spaß und ist auch für Kinder gut nachzuvollziehen, aber das Buch gewinnt darüber hinaus ganz ungemein durch den gereimten Text und die Bilder. Der Text ist wirklich sehr gut und angenehm zu lesen, was leider bei gereimten Kinderbüchern nicht selbstverständlich ist. Sehr gut gefallen mir auch die Wiederholungen des anfangs zitierten Textes. Schnell können Kinder diesen mitsprechen und eine besondere Spannung und Atmosphäre wird aufgebaut.

Atmosphärische Illustrationen

Auf den Bildern erscheint der Riese wirklich unglaublich riesig und wild und man kann die flüchtenden Tiere durchaus verstehen, während man gleichzeitig auch direkt erahnen kann, dass dieser Mann nicht ganz so gefährlich ist, denn böse schaut er, trotz seiner räuberhaften Kleidung, eigentlich nicht. Hintergründe, Bäume und Pflanzen wirken gegenüber dem Riesen skizzenhaft. Mit den Größen und Proportionen wird hier leichtfüßig und gekonnt gespielt. Insgesamt wird durch die Bilder die Waldatmosphäre, in der die Geschichte spielt, gut heraufbeschworen. Dazu trägt im Übrigen auch die Art, wie der Text gesetzt wurde, bei. Insbesondere das laute Heranstapfen des Riesens wird optisch hervorgehoben.

Das Buch „Der Riese Knurr“ wurde 2018 mit dem Leipziger Lesekompass in der Kategorie 2-6 Jahre  ausgezeichnet. Der Preis zeichnet Bücher aus, die sich durch ihren Lesespaß und durch kreative Ansätze besonders gut zur Leseförderung eignen. Eine Übersicht aller Preisträger der Kategorie 2-6 Jahre findet ihr auf meiner Seite. Dort verlinke ich nach und nach auch die weiteren Rezensionen zu den preisgekrönten Büchern.

Der Riese Knurr von Astrid Henn und Heinz Janisch, Ravensburger Verlag, ISBN: 978-3-473-44696-4 , 13€