Rezension: Staubmaushaus

Letzte Woche konntet ihr bei unserer Blogtour jede Menge über Tom und den Waldschrat erfahren. Ich durfte ja die Illustratorin Mele Brink interviewen und ich finde es richtig spannend, was sie alles über ihre Arbeit erzählt hat. Es ist grundsätzlich toll, wenn man mal einen Blick hinter die Kulissen werfen darf, aber gerade Mele Brink schätze ich sehr. Ich mag den Stil ihrer Bilder unheimlich gerne. Er enthält so viel Wärme, Humor und Freude, dass es einfach viel Spaß macht ihre Bilder immer wieder zu betrachten. Ja, ich finde, es sind innerhalb der Kinderbuchwelt wahre Wohlfühlbilder. Hinzu kommt dann noch die allgemeine liebevolle Gestaltung der Bücher aus der Edition Pastorplatz, die einen dazu verleitet, die Bücher direkt liebzugewinnen und gerne in die Hand zu nehmen.

Das Staubmaushaus

Und genau aus diesen Gründen freue ich mich, dass ich euch heute ein weiteres Buch aus diesem Verlag vorstellen kann und passend zu meiner langen Vorrede natürlich ein Buch, welches von Mele Brink illustriert wurde: „Das Staubmaushaus“ (auch schon so ein tolles Wort übrigens). Und wenn ich nun schreibe, dass ich mir dieses Buch allein auf Grund der Bilder gerne anschaue, dann versteht ihr jetzt vielleicht auch, was das ganze Geschreibe dort oben sollte. Ich wollte damit ganz klar sagen, dass Mele Brinks Illustrationen ein sehr starkes Gewicht in den Büchern haben. Sie machen ganz viel von dem Buch und seiner positiven Ausstrahlung aus. Aber natürlich beinhaltet das Buch auch eine Geschichte, welche auf einer witzigen Idee beruht:

In einem alten Haus leben unzählige Staubmäuse, denen es immer wieder gelingt dem Lappen zu entwischen. Und da sich die Staubmäuse in ihrer Umgebung wohlfühlen, vermehren sie sich natürlich auch. Doch eines Tages rollt der neue M.I.A.U. 3000 an, der alles einsaugt. Oh, was bekommen die Staubmäuse da für eine Angst. Zum Glück lebt Mo unter ihnen. Mo ist die dickste Staubmaus und zudem äußerst mutig. Sie springt dem M.I.A.U. 3000 entgegen und schafft es tatsächlich sein Rohr zu verstopfen. So können alle anderen Staubmäuse auf den Dachboden flüchten und dort ein unbekümmertes Leben führen. Natürlich findet zu einem späteren Zeitpunkt auch Mo den Weg zu ihrer Familie. Übrigens ist es durchaus möglich, dass die Staubmäuse mal bei dem Leser zu Besuch kommen. Ich kann verraten, dass sie bei mir immer mal wieder gerne vorbei schauen!

Die Geschichte ist kurz und gut zu überblicken. Kinder haben zwar sicherlich keine Probleme mit Staubmäusen und vielleicht wissen sie noch nicht einmal von ihrer Existenz. Das macht aber für dieses Buch überhaupt nichts aus. Man lernt sie hier ja gut kennen und wir Erwachsene haben Spaß daran diesen kleinen Quälgeistern in einem Kinderbuch mal zu begegnen. Hier findet man sie dann sogar sympathisch.

Schöne Sprache, knuffige Bilder

Der Text erzählt in verständlicher, aber nicht einfacher Sprache die Geschichte von den Staubmäusen. Die Seiten beinhalten nicht viel Text, doch die wenigen Sätze sind schön formuliert, helfen Kindern dabei ihren Wortschatz zu erweitern und kommen keineswegs monoton herüber. Gut gefallen mir auch die eingeworfenen Worte, die das Geschehen kommentieren und lautmalerisch illustrieren: „Husch! Flitz! Presch!“ oder ein freches „Hihi!“ zu den unter dem Bett versteckten Staubmäusen.

Übrigens kommt in dem ganzen Buch kein Wort wörtliche Rede vor. Das würde mir normalerweise nicht unbedingt auffallen, aber da die Edition Pastorplatz das Gesagte oft farblich kennzeichnet, fiel es hier dann auf.

Die Staubmäuse sind wirklich knuffig gezeichnet. Das ist gut so, denn nun habe ich endlich die passende Entschuldigung fürs Nichtputzen gefunden: Diese süßen Staubmäuse kann ich doch nicht einfach so umbringen. Also nein, das geht wirklich nicht.

Etwas irritiert hat mich übrigens anfangs die echte Maus, die man immer wieder auf den Seiten erblicken kann. Irgendwie überlegte ich zunächst, ob sie eine besondere Staubmaus darstellen soll beziehungsweise inwiefern sie mit den Staubmäusen in Kontakt steht und vielleicht eine Rolle spielt. Aber das war nur beim ersten Durchschauen so.

„Staubmaushaus“ ist ein schönes Buch für kleine Kinder und ihre Eltern, welches Lesefreude vermittelt. Und wenn ich mir so die Beiträge von Mele Brink auf Facebook anschaue, dann freue ich mich schon sehr auf das nächste Buch der Kombination Asja Bonitz und Mele Brink!

Das Staubmaushaus von Asja Bonitz und Mele Brink, Edition Pastorplatz, ISBN: 978-3-943833-25-6, 14€

Weitere Rezension: Familienbücherei

 

Advertisements

Wie der Waldschrat zu seiner Unterhose kam – Interview mit Mele Brink

© Edition Pastorplatz

Tom hat einen besonderen Freund: Es ist der Waldschrat, der im Wald lebt. Ihn und viele Tiere hat Tom in dem Buch „Tom und der Waldschrat“ kennen gelernt. Damals hat Tom den Tieren im Wald geholfen, aber nun braucht er ihre Hilfe. Dass sein Gummistiefel verschwunden ist und die Spur in den Wald führt, ist da nur das kleinere Übel. Schlimmer für Tom ist, dass seine Eltern in letzter Zeit ständig streiten. Schnell erfährt er von den Tieren, dass auch bei ihnen nicht alles immer so einfach ist, wie es auf den ersten Blick erscheint und es gar nicht so selbstverständlich ist, dass Mama, Papa und Kind immer zusammen leben. Ob das Tom weiterhelfen kann?

Blogtour zu „Tom und der Waldschrat – Der Rat der Tiere“

Wenn ihr der Blogtour zu dem Buch „Tom und der Waldschrat – Der Rat der Tiere“ gefolgt seid, dann habt ihr ja schon einiges über Tom und den Waldschrat gelesen. Ansonsten könnt ihr das aber jetzt natürlich auch noch nachholen. Hier eine Übersicht der Stationen:

© Edition Pastorplatz

Interview mit Illustratorin Mele Brink

© Michael Mauer / Wir Frankenberger

Heute soll es aber um die Illustrationen gehen, die ja viel von dem Buch ausmachen. Und ihr dürft dazu heute ein wenig hinter die Kulissen blicken, denn ich habe der Illustratorin Mele Brink ein paar Fragen gestellt, die diese ausführlich beantwortet hat. Ich selbst fand ihre Antworten äußerst interessant und ich hoffe, dass ihr sie genauso gerne lest. Also, los geht’s:

„Der Rat der Tiere“ ist der zweite Band von „Tom und der Waldschrat“. Inwiefern macht es beim Illustrieren einen Unterschied, wenn einem die Figuren eines Buches bereits vertraut sind?

Ach, das ist im Vorfeld schon anders. Man ‚muss‘ ja nicht erst überlegen, wie die Figuren aussehen könnten. Man hat ja quasi schon das Personal. Natürlich gucke ich erst mal ziemlich genau, wie ich beim ersten Band was gemacht habe, überlege, was noch besser passen könnte, was ich jetzt anders machen würde und versuche dann ein Gleichgewicht zwischen Wiedererkennbarkeit und eben Veränderungen/Verbesserungen hin zu bekommen.

Bei mir gibt’s ein paar Figuren, die ich so oft zeichne, dass ich gar nicht gucken muss, wie ich das (vor Jahren) gemacht haben. Bei mir wären das z. B. der Rucky Reiselustig, den ich seit fast zwanzig Jahren durch die Kinderfastenaktion huschen lasse oder eben auch Tofuwürste und alle Anverwandten und Bekannten (die sind weniger aus dem Kinderbuchbereich 😉 )

Beim Waldschrat musste ich aber schon erstmal den ersten Band zur Hand nehmen und ganz viel gucken.

Die Illus mache ich analog, das heißt , es gibt keine Farbpalette, die ich im Rechner gespeichert habe. Natürlich habe ich meine ‚Lieblingsfarben‘, und trotzdem – viel gucken, welches grün, welches blau ….. Und trotzdem hat der Waldschrat im zweiten Band ein wenig mehr auf den Rippen als im ersten Band. Der gefiel mir so noch besser.

© Edition Pastorplatz

Hast du bei Figuren, die bereits im ersten Band vorkommen, in den Illustrationen etwas verändert oder hältst du dich ganz streng an die ersten Illustrationen?

Die Figuren sind schon sehr ähnlich geblieben, vielleicht an der einen oder anderen Stelle etwas runder oder eckiger, vielleicht mal eine andere Perspektive. Die jungen LeserInnen sollen aber eindeutig schon den Schrat, das Kaninchen, Tom …. wieder erkennen.

Wirklich geändert oder dazugenommen haben wir (das mache ich nicht alleine, sondern zusammen mit dem Grafiker, der dann das Buch setzt) einen Fonds, der ab und zu eine Seite oder eine halbe tönt. Im ersten Band gibt es mehr ‚aquarellige‘ Hintergründe, im zweiten Band ist das ein wenig schlichter. Wir fanden das zu den cartoonigen/cleanen Zeichnungen noch passender.

Vom Waldschrat gibt es in den Büchern sehr genaue Beschreibungen im Text. Inwiefern findest du dies bei deiner Arbeit hilfreich bzw. inwiefern behindert dich dies?

Uh, das ist nicht so eindeutig zu beantworten. Auf der einen Seite ist das super, wenn ich weiß, was  die/der AutorIn an Vorstellungen im Kopf hat. Ob das im Text vorkommt, ist eigentlich nicht so wichtig. Dann hat man einfach gute Chancen ein ’stimmiges‘ Buch machen zu können. Natürlich gibt es auch Situationen, wo ich das völlig anders machen würde. Dann muss man halt ein bisschen quatschen …

Aufpassen muss man allerdings sehr, dass die Bilder exakt den Beschreibungen entsprechen – junge LeserInnen oder ZuhörerInnen sind da unglaublich aufmerksam und bekommen jeden Fehler mit ;-).

‚Interessant‘ wird es, wenn sich die Beschreibungen einfach nicht darstellen lassen. Beispiel wäre vielleicht eine geflügelte Fee, die auf ihrem Rücken eine ähnlich große Figur mit in die Lüfte nehmen soll. Die ist den Flügeln dann einfach schwer im Weg …. An der Stelle wird am Text etwas verändert/gefeilt oder eben die Figuren geändert.

Auf der anderen Seite finde ich es natürlich auch prächtig, wenn ich mich ohne weitere Beschreibungen komplett ‚austoben‘ kann. Nebenfiguren einfügen, Albernheiten, die im Text nicht vorkommen …. die Farben der Kleidung so wählen, wie ich sie ‚harmonisch‘ finde, und nicht zwingend so wie im Text.

Ich finde es da immer sehr spannend, wie die AutorInnen ticken – einige sind sehr ‚im Text‘ und haben auch gar nicht mal konkretere Bilder im Kopf (für mich die totale Freiheit 😉 ), andere denken und schreiben eher in Bildern. Das macht die Zusammenarbeit immer anders und eigen.

© Edition Pastorplatz

Gehst du beim Illustrieren chronologisch vor? Also, bebilderst du ein Buch von vorne nach hinten oder suchst du dir erst bestimmte Bilder aus, mit denen du beginnst? Vielleicht kannst du uns ein bisschen erzählen, wie du bei deiner Arbeit vorgehst.

Als erstes müssen bei mir immer die Figuren ’stehen‘. Das war beim zweiten Waldschrat jetzt natürlich einfach. Bei ganz neuen Szenarien/Protagonisten gibt es erstmal einen Haufen Skizzen und Probezeichnungen. Ich bin immer ganz glücklich, wenn ich mich endlich entschieden habe, wie denn eine Figur aussehen soll, wie die gezeichnet wird, wie coloriert. Dann kann ich anfangen, mit denen ‚zu spielen‘. Unterschiedliche Geschichten verlangen ja unterschiedliche Figuren, unterschiedliche Szenen. Gibt es Outlines (deutliche Umrisslinien) oder nicht, braucht es einen vollflächigen Hintergrund, detailliert oder weniger, passen farbige aber nicht bunte Illustrationen oder soll es wirklich bunt und knallig werden? Ich habe ja nicht einen immer wieder erkennbaren, eindeutigen Stil. Natürlich haben meine Illustrationen eine ‚Familienähnlichkeit‘, ich versuche aber die Zeichenart (in meinen Grenzen … ) auch dem Text anzupassen.

Der Waldschrat ist da eher ‚clean‘ und cartoonig, passt einfach zum Text. 😉 Und er hat die Besonderheit, dass es zeichnerisch einmal die Geschichte um Tom und den Waldschrat gibt und einmal die Kleinzeichnungen, die z.B. ökologische oder familiäre Zusammenhänge darstellen. Claudia Mende ist Journalistin und da ist im jeden Halbsatz noch eine Info enthalten, die nicht zwingend zur eigentlichen Geschichte gehört. Und die sollen doch auch ein ‚Gesicht‘ bekommen. Die Zeichnungen über das Zusammenleben von Wildschweinen, Rehen, etc. wären ein Beispiel für diese ‚verkürzte‘ Darstellung.

Und jetzt endlich zur ‚Chronologie‘. Meist teile ich den Text zuerst in Doppelseiten ein. Was passt auf eine Doppelseite, was gehört zwingend zusammen, wo teilt man den Text, damit man auch Lust hat umzublättern? Dazu mache ich dann Scribbles und Notizen, was ich zeichnen will, vielleicht auch schon eine Notiz zur Seitenaufteilung. Wie viele Seiten soll das Buch am Ende haben, spielt auch eine Rolle.

Und dann zeichne ich schon eher das Buch von vorne bis hinten durch. Okay, die Umschlagillustration ist gerne schon mal vorher dran. 😉 Ich denke dann möglichst in Doppelseiten, zeichne ein bis vier DS vor, dann kommt (beim Waldschrat) die Tuschezeichnung und die wird dann coloriert. Meist mache ich immer ein kleines Paket von 2-4 Seiten fertig. Das liegt allerdings auch daran, dass bei uns Illustration und Grafik direkt nebeneinander sitzen und so nach und nach die Seiten auch schon gesetzt und Kleinigkeiten auch direkt korrigiert oder angepasst werden können. Für andere Kunden gibt es natürlich ein Komplettpaket an fertigen oder auch gescannten Zeichnungen.

© Edition Pastorplatz

Ich habe immer Schwierigkeiten über Illustrationen in Büchern zu schreiben. Vielleicht könntest du uns ein wenig über deine Technik erzählen und wie man die Art deiner Illustrationen bezeichnet.

Ups, die Frage bzw. das Vokabular finde ich selbst immer schwierig. Das liegt zum einen daran, dass ich nicht Illustration studiert habe, sondern Architektur, mir also das akademische Vokabular fehlt. Zum anderen habe ich wohl zu viele Besprechungen und Einführungen zu Kunstausstellungen gehört – und da gibt es gelegentlich die Unart, sich minutenlang über den Duktus in der linken oberen Ecke auszulassen und Begriffe zu nutzen, die einem Großteil der durchaus kunstbeflissenen ZuhörerInnen nicht geläufig ist. Natürlich ist es unter Fachleuten sinnig, die verkürzte Form mit Fachbegriffen zu nutzen. Hier, zum Beispiel bei deinem Kinderbuchblog, finde ich es aber viel wichtiger, auch für Nichtfachsimpler verständlich zu reden/schreiben.

Lange Vorrede mit deutlicher Gefahr abzuschweifen 😉

Zur Technik:

Für den Waldschrat habe ich leichte Bleistiftzeichnungen auf dickes Aquarell/Acrylpapier gemacht. Danach wurden dann die Outlines /Umrisse mit Tusche und Pinsel sauber gezeichnet. Bleistiftreste vorsichtig wegradieren ist meist nötig. Dann wurden die Zeichnungen mit Aquarellfarbe und Pinsel coloriert. Zum Schluss gibt’s da immer ein paar Dinge, die noch mit Buntstiften oder auch mal Kreiden besonders betont werden. Danach wird gescannt und weiter geht’s zur Grafikabteilung.

Gerade beim Waldschrat sieht man meinen Zeichnungen an, dass ich aus der Cartoon-/Comicecke komme. Es gibt die schon genannten Outlines, Bewegungslinien, Schweissperlen. Auch Wortmalerei lässt sich finden.

Spannend fand ich die Spielerei mit den oben schon erwähnten ‚Kleinzeichnungen‘, Schildern, Strichmännchen oder ‚Strichtieren‘. Der Waldschrat ist ja für Kinder zwischen 5 und 10 gedacht. Bei jüngeren Kindern meine ich, müsste die Entzifferung von Symbolen (z. B. Straßenschildern ….) die ja nicht realistisch sind, sondern eben ein Symbol, wie eine Sprache erst gelernt werden. Spätestens ab 5 gibt es aber schon die Fähigkeit, Symbole, die für etwas Reales stehen und es nicht realistisch abbilden, deuten zu können. Und genau damit zu spielen – wie erkennbar muss es sein, wie verkürzt darf die Darstellung sein, langt ein Verbotsschild, funktionieren Herzen als Zeichen der Zuneigung …. hat wirklich Spaß gemacht.

© Edition Pastorplatz

Augenmerk habe ich beim Waldschrat sehr auf die ‚Personen‘ gelegt, die bestimmen die Illustrationen, deren Gestik und Mimik. Stimmungsvolle Hintergründe gibt es beim Waldschrat ja (fast) gar nicht. Wichtiger war mir, dass ein überraschtes Kaninchen auch überrascht aussieht, ein wütender Papa wütend, ein genervter Fisch eben genervt. Grundidee ist beim Waldschrat, dass sich die jungen ZuhörerInnen (wenn sie noch nicht lesen können) auch anhand der Zeichnungen die Geschichte wieder (oder auch gerne eine ganz andere ….) ins Gedächtnis rufen können. Wieso versteckt sich noch mal der Fuchs unter seinem Schwanz? Weshalb läuft der über’s Blatt und hat einen ‚Mädchengummistiefel‘ im Maul? Wieso hat der Waldschrat den dann stolz an? Und so weiter und so weiter.

Soweit zu den Waldschrat-Zeichnungen. Andere Bücher, andere Prioritäten …. und die führe ich jetzt besser nicht auch noch aus. 😉

Welche Illustration in dem Buch gefällt dir selbst besonders gut und warum?

© Edition Pastorplatz

Der ballonartig gefüllte Waldschrat hat mich sehr amüsiert. Bei einer Perspektive von schräg unten musste ich mir doch tatsächlich überlegen, ob er wohl Unterhosen trägt und wie das wohl aussehen könnte. 🙂 Dann mag ich auch die Zeichnung, in der Mama und Papa sich mit Worten (also im Bild mit Sprechblase) weh tun. Die Umsetzung find ich schlicht und treffend. Ja, und an sich albern/vermenschlicht bewegenden Tieren habe ich beim Machen auch sehr viel Spaß – tanzende Füchse, pantomimisch tätige Kaninchen. Aus dem ersten Waldschrat habe ich immer noch sehr das Tollwut spielende ‚zerschredderte‘ Eichhörnchen in Erinnerung.

© Edition Pastorplatz

Gab es Szenen in dem Buch, die dir schwer fielen?

Die Szene mit Kuckuck, Zaunkönig und Rotschwanz. Vögel mit glaubhafter Mimik finde ich ohnehin nicht soooo einfach, und die Vogelarten sollten trotz eher comicartiger Umsetzung auch noch erkennbar sein. Also erstmal recherchieren, welcher Vogel wie groß ist, Gefieder, Schnabel …. und das dann wieder ‚Verfremden‘, also im Stil der anderen Tiere machen. Doch, da musste ich schon etwas knobeln.

© Edition Pastorplatz

Ich  habe mal in einer Rezension geschrieben, dass ich das Gefühl hätte, dass du eine Vorliebe für Messlatten hast. In diesem Buch kommt ebenfalls eine Messlatte vor. Habe ich vielleicht Recht mit der Behauptung?

Mh, Vorliebe? Und ja, bei der genannten Rezension musste ich auch grinsen.

Das ist einfach eine sehr einfache, deutliche Möglichkeit die Größe von Tieren, Schraten oder auch Riesen darzustellen. Man stelle ein Maßband oder Zollstock daneben …

Gerade wenn z.B. Tiere sehr unterschiedlich groß sind kann man damit umgehen, ein Tier realistisch klein und das andere riesengroß zu zeichnen. Da gab’s doch mal ein kleines Erdhörnchen und ein wenn auch nicht sehr, aber deutlich größeres Pinselohrschwein bei mir auf dem Schreibtisch , vom Alpaka ganz zu schweigen …. 😉 Zur Größenangaben könnte man natürlich auch einen Tisch, einen Stuhl, Koffer … daneben zeichnen. Es gibt nur einfach unterschiedlich große Koffer, Kinderstühle …. Da ist ein Zollstock so herrlich definiert.

Das waren jetzt ein Haufen gar nicht mal so einfach zu beantwortender Fragen. Ich hoffe, ich hab‘ nicht zu viel geschwafelt und du/ihr habt Spaß an den Antworten.  Und lieben Dank für das Interesse.

Ich danke für die ausführlichen Antworten!

© Michael Mauer / Wir Frankenberger

Gewinnspiel zur Blogtour

Die Blogtour zu dem Buch „Tom und der Waldschrat – Der Rat der Tiere“ ist jetzt fast zu Ende, aber noch nicht ganz, denn es gibt noch ein Gewinnspiel. Dazu müsst ihr auf allen teilnehmenden Blogs der Blogtour (siehe oben) eine Frage beantworten und morgen (14.4.) gibt es dann auf Facebook bei der Edition Pastorplatz ebenfalls eine Frage, die dort beantwortet werden muss.

Unter allen Mitspielern, die alle fünf Blogfragen sowie die Abschlussfrage auf der Facebookseite richtig beantwortet haben, werden tolle Preise verlost:

  1. Preis: signierte Ausgaben von „Tom und der Waldschrat“ und „Tom und der Waldschrat – Der Rat der Tiere“ + eine Originalzeichnung
  2. Preis: signierte Ausgaben von Tom und der Waldschrat“ und „Tom und der Waldschrat – Der Rat der Tiere“
  3.  Preis: Signierte Ausgabe von „Tom und der Waldschrat – Der Rat der Tiere“
  4. + 5. Preis: je eine unsignierte Ausgabe von „Tom und der Waldschrat – Der Rat der Tiere“

Teilnahmeschluss ist Montag, 16.04.2018 um 12 Uhr. Danach werden die Namen der Teilnehmer gesammelt und in den Lostopf geworfen. Der Gewinner / die Gewinnerin wird von der Edition Pastorplatz auf der Facebook-Seite am 20.04.2018 informiert.

Und hier noch das Kleingedruckte: Die Gewinner werden per Facebook informiert. Mit seiner Teilnahme willigt der Teilnehmer ein, dass seine übermittelten Daten ausschließlich zum Zwecke der Durchführung des Gewinnspiels gespeichert werden. Nach Beendigung des Gewinnspiels werden die Daten gelöscht. Persönliche Daten werden nicht für kommerzielle Zwecke gespeichert. Eine Weitergabe an Dritte ist ausgeschlossen. Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook und wird in keiner Weise von Facebook gesponsert, unterstützt oder organisiert. Ansprechpartner und Verantwortlicher ist alleine der Veranstalter. Teilnahmeberechtigt sind Personen über 18 Jahren, die ihren Wohnsitz in Deutschland oder Österreich haben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Hier ist meine Gewinnspielfrage:

Stellt euch vor, ihr seid Illustrator/Illustratorin eines Kinderbuches und ihr dürft eine kleine Albernheit oder einen Nebendarsteller mit einbringen. Was oder wer wäre das? (Klar, das kommt natürlich auf die Geschichte an, aber lasst eure Fantasie einfach mal spielen ;-))

Antwort bitte als Kommentar!

Tom und der Waldschrat – Der Rat der Tiere (Band 2) von Claudia Mende und Mele Brink, Edition Pastorplatz, ISBN: 978-3-943833-20-1, 17€

Hier findet ihr übrigens noch die Kinderrezension meines Sohnes zu dem Buch.

 

Bücher von Dully und Dax

Kennt ihr eigentlich schon Bilderbücher von Dully & Dax? Nein? Dann wird es höchste Zeit, denn es sind herrlich humorvolle Bücher, die richtig viel Spaß machen. Die Bilder sind voller Leben und die Texte sind humorvoll gereimt.

Zwei Bücher von Dully & Dax möchte ich euch heute vorstellen: „Poff, Paff, Pau! Wir machen heut Radau!“ und „Eddie Meisterdieb – Eine rasante Verfolgungsjagd mit Verschwinde-Klappen!

Poff, Paff, Pau! Wir machen heut Radau!

Poff, Paff, Pau! Wir machen heut Radau!“ ist ein kleines Pappbilderbuch, in dem ein paar Tiere lauter Quatsch machen. Pro Doppelseite gibt es dazu einen gereimten Vers. Schabernack und Quatsch machen, im Matsch herumspringen und herumflitzen – das ist genau die Welt der Kinder. Das macht ihnen Spaß und es ist schön, wenn diese Seite mal so richtig ausgelebt werden kann und keiner dabei schimpft. Hier im Buch geht es drunter und drüber und keiner sagt etwas dazu. Die pure Lebensfreude darf einfach ausgelebt werden und die Kinder können sie Seite für Seite miterleben und mitlachen.

Ein Buch mit etwas Schadenfreude

An sich mag ich es nicht so sehr, wenn auf Kosten anderer Späße gemacht werden, vor allem dann nicht, wenn sich andere dabei auch noch weh tun. Auch solche Streiche kommen in diesem Buch vor. Hm, ich habe es in diesem Fall einfach mal nicht mit Zeigefinger bewertet, sondern die Kinder die kleine Schadenfreude mal ausleben lassen. Ab und zu muss man auch einfach mal grenzenlosen Spaß haben und Kinder können sehr wohl zwischen Buch und Wirklichkeit unterscheiden.

Text und Bilder ergänzen sich in dem Buch hervorragend. Insbesondere der Text erklärt sich nur durch die Bilder, die den Spaß humorvoll darstellen.

POFF, PAFF, PAU! Wir machen heut Radau! von Dully & Dax, Tulipan Verlag, ISBN: 978-3-86429-335-1, 12€

Eddie Meisterdieb

Auch „Eddie Meisterdieb – Eine rasante Verfolgungsjagd mit Verschwinde-Klappen“ ist wieder herrlich illustriert. Die Gesichtsausdrücke der Tiere sind klasse und man kann viele nette Details auf den Bildern entdecken. Ein großes Highlight sind natürlich die Klappen bei diesem  Buch. Die Tiere sind nämlich auf der Suche nach Eddie Meisterdieb, einem Waschbären. Fuchs, Ratte, Tintenfisch, Papagei und Krokodil wurden Sachen geklaut und sie alle ahnen, dass Eddie Meisterdieb dahintersteckt. Doch so einfach ist dieser nicht zu fassen. Nach einem „Trippeln“ und „Trappeln“, einem „Ziehn und ein Zappeln“ waren sowohl die Sachen als auch der Meisterdieb verschwunden. Nun können die Kinder den Tieren beim Suchen helfen. Wo ist der Waschbär entkommen? Hinter welcher Klappe liegt sein Fluchtweg? Es ist toll, dass die Kinder hier so ins Geschehen integriert werden. Das erhöht die Motivation dieses schöne Buch anzuschauen ungemein.

Witzig ist übrigens auch, was so alles weggekommen ist. Denn nicht nur die Decke vom Fuchs wird entwendet, sondern auch ein stinkiger Käse und ein alter Fisch.

Am Ende müssen dann alle feststellen, dass nicht immer alles so ist, wie es auf den ersten Blick erscheint – auch eine schöne Botschaft, die Kinder hier lernen können. Man sollte nicht so schnell andere einer bösen Tat verdächtigen und erst einmal nachforschen, wie sich die Dinge verhalten.

Der Text ist gekonnt gereimt und lässt sich sehr gut vorlesen. Schön sind hier auch die Wiederholungen der vermeintlichen Diebesszene. Die Geschichte geht rasant vorwärts, so dass es ein tolles Buch für alle kleinen Abenteurer und Detektive ist. Hier wird keinem so schnell langweilig.

Eddie Meisterdieb – Eine rasante Verfolgungsjagd mit Verschwinde-Klappen! von Dully & Dax, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-0801-3, 15€

 

Rezension: Wenn ich groß bin, werde ich Feuerwehrmann

Kennt ihr auch so viele Jungs, die später Feuerwehrmann werden möchten? Oder vielleicht sogar ein Mädchen, das den Berufswunsch Feuerwehrfrau hat? Also, als mein Großer im Kindergarten war, wurde dort ständig Feuerwehr gespielt.

Auch Oscar, der kleine Bär aus dem Buch „Wenn ich groß bin, werde ich Feuerwehrmann“, hat diesen Berufswunsch. Und für ihn ist es nicht nur ein Spiel mit seinen Freunden, nein, er wartet Tag für Tag darauf der Feuerwehr helfen zu können. Leider ergibt sich nie die Gelegenheit, also beschließt er, einfach mit seinem Feuerwehrauto loszuflitzen. An diesem Tag ist er ein richtiger Feuerwehrmann. Und wenn man ein richtiger Feuerwehrmann ist, dann braucht man auch Aufgaben für einen Feuerwehrmann und so sieht Oscar einige Fälle, in denen seine Hilfe gefragt ist. Zumindest aus seiner Sicht. Ohne es zu merken richtet er überall nur noch mehr Schaden an, aber dann bekommt er doch noch die Chance seinen Mut in einem richtigen Einsatz zu beweisen.

Tolles Zusammenspiel von Text und Bildern

Geschichte und Bilder zusammengenommen sind einfach herrlich. Die Idee der Geschichte ist sehr schön und entspricht den Fantasien und Wünschen von Kindergartenkindern. Aber erst durch die Bilder wird diese Geschichte zu einem Ganzen. Große, freundliche Bilder laden zum Betrachten ein. Sie sind wichtig, um die Geschichte zu verstehen, denn der Text, der sich an Oscars Sicht orientiert, offenbart häufig nicht, was wirklich passiert. Hier findet ein sehr schönes Zusammenspiel zwischen Text und Bildern statt, welches herausfordert und Spaß macht.

Alles hautnah erleben

Die Bilder spiegeln vieles wider. Sowohl Entschlossenheit als auch Betroffenheit wird sichtbar, genauso wie die gefühlt rasante Fahrt in dem Spielzeugauto durch die Stadt. Die Bilder wirken besonders dadurch, dass häufig nur kleine Teile einer Szene auf einer ganzen Seite widergegeben werden. Wir kommen somit sehr nah an das Gesehen heran. Rauch und Wasser werden beinahe riech- und spürbar.

Inhaltlich gefällt mir einerseits der Witz des Buches sehr gut und andererseits ist es auch sehr schön für Kinder zu sehen, dass es sich lohnt an sich selber zu glauben. Mit Mut und Selbstbewusstsein kann man seine Ziele erreichen, auch wenn man manchmal über das Ziel hinausschießt.

Sehr gut gelungen ist auch das Ende des Buches. Als Leser befürchtet man bereits, dass Oscar die Sache mal wieder falsch angepackt hat, und ist dann richtig erleichtert, wenn man die Seite umschlägt und doch alles gut ist.

Wenn ich groß bin, werde ich Feuerwehrmann“ ist ein tolles und sehr empfehlenswertes Buch für alle kleinen Feuerwehrfans.

Wenn ich groß bin, werde ich Feuerwehrmann von Quentin Gréban, übersetzt von Gabriele Stein, J.P. Bachem Verlag, ISBN: 978-3-7616-3238-3, 12,95€

Eine weitere Rezension findet ihr auf Kinderbibliothek.

Lesen in den Osterferien

Heute möchte ich euch ein wenig von unseren Leseerlebnissen in den Osterferien erzählen.

Wir haben zehn Tage auf einem Bauernhof in Franken Urlaub gemacht. Da gehörte natürlich das Buch „Dinostarke Ferien in Franken“ in unser Urlaubsgepäck. Gleich am Anfang des Urlaubs haben wir uns die Abenteuer von Lilly und Nikolas durchgelesen und letztendlich haben wir vieles in unserem Urlaub ebenfalls erlebt. Das macht schon viel Spaß so und vor allem habe ich Lust, das Buch im Anschluss direkt noch einmal zu lesen. Es ist sicherlich eine tolle Erinnerung.

Dinostarke Ferien in Franken – Lilly, Nikolas und die Fossiliensuche von Silvia Zerbe und Michaela Frech, Biber & Butzemann Verlag, ISBN: 978-3-942428-30-9, 9,95€

Wenn wir in den Urlaub fahren, packe ich meistens für die Kinder je ein neues Buch ein. Der Kleine hat dieses Mal das TipToi-Bauernhofbuch bekommen. Das passte schließlich gut zu unserem Urlaub und er schaut sich gerne Bücher mit dem Tiptoi-Stift an. Auch dieses Buch hat ihm gut gefallen, wobei er sich am allerliebsten die Lieder zu den Jahreszeiten angehört hat. Er liebt Lieder und kann viele davon bereits richtig gut mitsingen.

Tiptoi: Entdecke den Bauernhof von Inka Friese und Constanze Schargan, Ravensburger Verlag, ISBN: 978-3473329007, 19,99€

Der Große hat nun endlich den neunten Band der Schule der magischen Tiere bekommen und leider kann ich euch dieses Mal überhaupt gar nichts von dem Inhalt berichten, denn er hat dieses Buch im Urlaub ratz-fatz verschlungen. Ein, zwei Mittagspausen, in denen der Kleine geschlafen hat, haben ihm ausgereicht, um das Buch komplett zu lesen.

Die Schule der Magischen Tiere – Versteinert von Margit Auer und Nina Dulleck, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-65279-9, 9,99€

Ich hatte für ihn noch „Der tätowierte Hund“ sowie „Supermops“ und „Fünf verKLOPSte Tage“ eingepackt, aber leider reichte die Lektüre für ihn nicht aus. Er liest einfach so schnell und gerne. Einmal wollte er sogar auf einen Ausflug verzichten, um lesen zu können. Er meinte, dass er sich beim Lesen am besten entspannen könne… Kann ich ja gut verstehen, aber so viel zu lesen hatte ich für ihn nicht dabei und die Erstlese-Bücher auf dem Bauernhof sprachen ihn nicht an.

     

Der tätowierte Hund von Paul Maar, illustriert von Anke Faust, Oetinger Verlag, ISBN: 978-3-7891-4257-4, 12,90€ (Wir haben allerdings eine andere Ausgabe und zwar die aus der Reihe „Junge Bibliothek“ von der Süddeutschen Zeitung.)

Supermops und der schrille Schurkenalarm von Nicolas Gorny und Pascal Nöldner, Südpol Verlag, ISBN: 978-3-943086-49-2, 8,99€

Fünf verKLOPSte Tage von Birgit Fuchs, TiBi, ISBN: 978-3981050660, 9,90€

Den tätowierten Hund durften wir sogar zum Teil vorlesen. Eine Gute-Nacht-Geschichte muss schließlich auch sein. Und dabei haben wir wieder einmal festgestellt, wieviel Spaß wir an der Fantasie von Paul Maar haben. Bücherwürmchen freute sich immer sehr darauf zu erfahren, wie die Geschichte weitergeht.

Vom Supermops habe ich dann mal wieder gar nichts mitbekommen, denn dieses Buch hat er dann wieder mal gerade so selber durchgelesen. „Fünf verKLOPSte Tage“ wurde dann die neue Gute-Nacht-Geschichte und ist somit auch noch nicht ganz zu Ende. Dennoch musste für Lesenachschub gesorgt werden und so hat jedes Kind im Urlaub ein weiteres Buch bekommen.

Der Kleine hat sich für das Fahrzeuge-Buch der „Hör mal“-Reihe entschieden. Davon haben wir bereits „Am Meer“, „Wilde Tiere“, „Im Wald“ und „Unsere Musik“ und sie werden wirklich alle gerne angeguckt und besonders gerne hört der Kleine sich die Geräusche an. Beim neuen Buch ließen sich manche Sounds nur sehr schwer drücken, aber gemeinsam bekamen wir es dann doch hin. Etwas irritierend ist es, wenn das Kind sich das Buch direkt im Auto anschauen muss und ständig das Martinshorn von Polizei und Feuerwehr zu hören ist…

Hör mal: Die Fahrzeuge von Christian Zimmer, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-25041-4, 9,99€

Der Große wollte „Silas und Rick“, einen „Endlich Ferien“-Band der Schule der magischen Tiere, haben. Dieses Buch wurde dann direkt auf dem Bauernhof auf der Schaukel gelesen. Und auch dieses Buch hat er im Urlaub noch geschafft. Dabei habe ich selten solche Emotionen beim Lesen erlebt. Puh, kurz vor Ende hätte er das Buch fast wütend von sich geschleudert. Er ärgerte sich tierisch darüber, dass Silas einen Wettbewerb nicht gewann. Seine Wangen waren gerötet, er schimpfte und wollte beinahe nicht mehr weiterlesen. Ich kann nicht behaupten, dass er sich mehr ärgert, wenn er selbst ein Spiel verliert (und er kann wirklich sehr, sehr schlecht nur verlieren). Letztendlich konnte ich ihn dann aber doch noch davon überzeugen, das Buch noch zu Ende zu lesen und er wurde wieder ruhiger. Insgesamt ist es aber doch toll, dass er so von einem Buch mitgenommen wird und richtig in die Welt dort eintaucht.

Die Schule der magischen Tiere – Endlich Ferien: Silas und Rick von Margit Auer und Nina Dulleck, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-65332-1, 9,99€

Jetzt sind wir wieder zu Hause und gerade blättert er in neuen Fußballbüchern, die ich euch dann demnächst hier vorstellen werde. Außerdem kam gestern „Bitte nicht öffnen – Bissig!“ hier an. Davon hat er direkt die ersten 150 Seiten gelesen (und sich dabei einen kleinen Sonnenbrand geholt). Auch dieses Buch wird noch den Weg auf den Blog finden und mein Sohn wird es ebenfalls auf www.derbuecherzwerg.wordpress.com vorstellen.

Bitte nicht öffnen – Bissig! von Charlotte Habersack und Fréderic Bertrand, Carlsen Verlag, ISBN: 978-3-551-65211-9, 9,99€

 

Rezension: 10 kleine Burggespenster

Kennt ihr die 10 kleinen Burggespenster schon? Es gibt bereits einige Bücher von ihnen und wir haben sie im neusten Buch nun auch endlich kennen gelernt: „10 kleine Burggespenster im Zoo“.

Und natürlich sind wir direkt ganz begeistert von diesen knuffigen Gespenstern, die gemeinsam durch den Zoo gehen. Allerdings können sie sich dort gar nicht in Ruhe die Tiere in ihren Gehegen anschauen, denn dem kleinsten Gespenst, Zipfel, wird das Eis gestohlen, und da müssen die Gespenster natürlich heraus bekommen, wer der Übeltäter ist. Wem sie dabei alles begegnen, kann man im Daumenregister sehen. Man könnte durch die äußere Aufmachung davon ausgehen, dass hier ein Burggespenst nach dem anderen weg kommt, aber das ist hier nicht der Fall. Hier geht es um die Begegnung mit verschiedenen Tieren, von denen sich die Gespenster Aufklärung im Eis-Fall erhoffen.

Der Text ist nett gereimt und lässt sich gut lesen.

Die Bilder sind niedlich und freundlich, aber auch humorvoll. Zudem gibt es ein paar kleinere Details zu entdecken. Mein kleines Büchermäuschen hat besonders viel Spaß daran auf jeder Seite die versteckte Schildkröte zu suchen und ist dann immer ganz stolz, wenn es in Nullkommanix auf die Schildkröte zeigen kann, da es das Buch mittlerweile schon so oft geschaut hat.

Mit diesem Buch macht der literarische Zoospaziergang richtig viel Spaß. Ja, man begegnet auch hier den Tieren im Zoo, aber es steckt so viel mehr in diesem schön aufgemachtem Buch als ein üblicher Zoobesuch. Beim ersten Gucken können die Kinder zudem noch Mitraten, wer wohl der Eisdieb ist.

10 kleine Burggespenster im Zoo von Susanne Göhlich, Orell Füssli, ISBN: 978-3-280-03570-2, 9,95€

Rezension: So ’ne lange Autoschlange

Was für eine herrliche Idee hinter dem Buch „So `ne lange Autoschlange“ steckt. Da macht es richtig viel Spaß dieses Buch anzuschauen.

Alex steht mit seinem tollen Flitze-Wagen im Stau. Es geht einfach nicht vorwärts. Und natürlich ist er in diesem Stau nicht alleine. Ganz vorne tuckert langsam ein Trecker, hinter Alex kommt das Krokodil im Abschleppwagen. Auch eine Feuerwehr, eine Eisenbahn und selbst ein Elefant sind in den Stau geraten.

Fahrzeuge und Tiere

Es ist bereits schön mit den Kindern, die verschiedenen Fahrzeuge und Tiere zu sehen. Hier werden Sachen gezeigt, an denen Zweijährige großes Interesse haben. Richtig besonders wird das Buch dann aber durch das überraschende und humorvolle Ende. Klar, beim ersten Anschauen ist das eine richtige Überraschung. Die fehlt dann natürlich beim wiederholten Anschauen, was wir Erwachsene vielleicht etwas schade finden. Das macht aber gerade Kindern überhaupt nichts aus. Sie fiebern bereits auf dieses Ende hin und freuen sich, dass sie die Auflösung bereits kennen.

Die Bilder sind bunt und fröhlich, dabei aber recht klar gegliedert, und es gibt einige lustige Sachen zu entdecken. Es ist wirklich ein Buch, welches schön anzugucken ist. Hinzu kommt dann noch der gut gereimte Text, der es Kindern schnell ermöglicht an einigen Stellen selber mitzusprechen.

So ´ne lange Autoschlange“ ist ein schönes humorvolles Buch, an dem nicht nur Kinder ihre Freude haben.

So ´ne lange Autoschlange von Norman Klaar und Karsten Teich, Magellan Verlag, ISBN: 978-3-7348-1539-3, 9€

Vorlesen: Onkel Tobi

Dieses Mal habe ich mich für einen alten Klassiker beim Vorlesen entschieden: Onkel Tobi. Ob das Buch bei den Kindern wohl noch ankommt? Meine Kinder lieben es ja.

Die Bilder und auch der Inhalt wirken sicherlich etwas altmodisch, aber vielleicht machen die Geschichte an sich und die Reime dies wieder wett.

Eigene Einkaufserfahrungen

Als Einleitung habe ich einen kleinen Einkaufskorb mitgebracht und die Kinder durften erzählen, was sie so mit ihren Eltern einkaufen. Da wurden dann verschiedenen Obst- und Gemüsesorten sowie Süßigkeiten genannt.

Onkel Tobis lange Einkaufsliste

Onkel Tobi kauft aber ganz andere Sachen ein und das wollten wir uns nun mal anhören. Die Kinder sollten immer gut aufpassen und durften dann zwischendurch wiederholen, was so auf Onkel Tobis Einkaufsliste steht: Einen Besen für den Stall, für die Katze einen Ball, für die Äpfel eine Schüssel, einen neuen Haustürschlüssel – das sind seine eigenen Wünsche, aber der Nachbar Kregel und die Geschwister Eva und Liese tragen ihm weitere Dinge auf. Ob Onkel Tobi an alles denken wird?

Wer gut aufgepasst hat und sich an den Reimen orientierte, konnte mir am Ende dann auch gut beantworten, was Onkel Tobi bei seinem Einkauf tatsächlich vergessen hat.

Spiel: Ich gehe einkaufen

Wir haben dann geschaut, ob wir uns eine Einkaufsliste gut merken können. Dazu haben wir „Ich gehe einkaufen und kaufe … ein“ nach dem Vorbild von „Ich packe meinen Koffer“ gespielt. Es war sehr unterschiedlich, wie die Kinder mit dem Spiel klar kamen. Ganz am Ende musste uns dann Leseelch Lars zeigen, ob er sich alles gemerkt hat. Die Kinder durften ihm dabei aber auch helfen. Es war ganz schön, dass der Elch hier über das Eingangsritual hinaus noch einmal zum Einsatz kam. Das versuche ich in den letzten Stunden vermehrt unterzubringen.

Mein Fazit: Die Kinder hatten Spaß an Onkel Tobi! Dass es eine alte Geschichte ist, hat sie überhaupt nicht gestört!

Viel Spaß mit Onkel Tobi – Alle Geschichten in einem Band von Hans Georg Lenzen und Sigrid Hanck, cbj, 978-3570120897, 15€

Vorlesen: Das Buch ohne Bilder

Dieses Mal war ich sehr gespannt, wie das Buch, welches ich fürs Vorlesen ausgesucht habe, ankommen würde. Ich wollte gerne das Buch „Das Buch ohne Bilder“ in einer Gruppe ausprobieren.

Was macht ein Buch aus?

Zunächst einmal habe ich ein paar Blätter, die ich mit einer Ringbindung zu einem Büchlein zusammengefasst habe, in die Mitte gelegt: „Ist das ein Buch?“ Nein, da waren sich die Kinder einig. Das ist doch kein Buch. Sie sollten mir dann nennen, was denn fehlt und wie es zu einem Buch werden würde. Als erstes vielen ihnen Bilder ein, später meinten dann einige Kinder, das ja auch etwas drin stehen müsse, was man dann vorlesen kann. Ich habe also eine Sonne gemalt und einen passenden kurzen Text hinzugefügt.

Das Buch ohne Bilder

Dann habe ich den Kindern dieses komische Buch gezeigt, ein Buch ohne Bilder. Hm, da waren sie erst einmal skeptisch. Als ich dann noch einmal vorgelesen habe, dass es tatsächlich ein Buch ohne Bilder ist, fanden sie das schon erst einmal recht blöd und natürlich langweilig. Aber dann hatten sie alle ganz schnell ganz viel Spaß an diesem Buch und den darin enthaltenen Albernheiten. Sie mussten ganz viel lachen und haben am Ende auch genau so reagiert, wie es das Buch möchte. „Darf ich jetzt aufhören vorzulesen?“ Ganz klares „Nein!“ von den Kindern. Sie wollten auch sehr gerne, dass ich das Buch ein weiteres Mal vorlese. So viel Zeit hatten wir aber leider nicht.

Das Buch ohne Text

Dafür haben wir noch eine kleine Aktion gemacht und zwar durfte sich die  Gruppe ein gegenteiliges Buch erstellen: „Das Buch ohne Text.“ Jedes Kind hat etwas gemalt, was es schön findet oder mag und mit der Ringbindung habe ich dann daraus ein kleines Büchlein gemacht. Noch schöner wäre es, wenn jedes Kind ein eigenes Büchlein hätte gestalten können, aber dafür reichte die Zeit nicht. So haben sie aber ein schönes Gemeinschaftsprodukt, welches sie sich im Kindergarten immer wieder anschauen können.

Übrigens hat sogar Leseelch Lars ein Bild zu dem Büchlein beigetragen. Er hat sich selber gemalt, worüber sich die Kinder sehr gefreut haben.

Das Buch ohne Bilder: Das verrückteste Vorlesebuch – mit einer CD gelesen von Adnan Maral von B.J. Novak, übersetzt von Oskar M. Delossa, Blanvalet Verlag, ISBN: 978-3-7645-0556-1, 12,00€

Rezension: Peter Hase – Ein Guckloch-Abenteuer

Neulich habe ich euch noch erzählt, dass ich nicht so viele Osterbücher habe und ich habe euch dieses Jahr tatsächlich auch nur eins vorgestellt („Agent 00 – Osterhase in geheimer Mission“). Aber heute kommt noch ein weiteres Buch, welches hervorragend in die Osterzeit passt ohne ein Osterbuch zu sein. Ich spreche von dem Pappbilderbuch „Peter Hase – Ein Guckloch-Abenteuer“.

Der Vorteil eines Hasenbuches, welches kein Osterhasenbuch ist, ist der, dass man dieses Buch viel flexibler einsetzen kann. Und auch sonst spricht übrigens viel für dieses Buch.

Peter Hase – ein Häschen mit Kultcharakter

Kennt ihr Peter Hase von Beatrix Potter schon? Ihr habt bestimmt schon Bilder von ihm gesehen. Immerhin gibt es ihn schon eine ganze Weile, ja, Peter Hase ist schon über hundert Jahre alt. Die Bilder wirken somit auch etwas altertümlich und nostalgisch, aber ich finde sie dennoch nicht verstaubt und auch für heutige Kinder ansprechend. Das Guckloch-Buch macht auf jeden Fall heutigen Kindern viel Freude.

Peter Hase soll für seine Mutter Rettich für das Mittagessen holen. Sie warnt ihn noch, dass er sich vor Herrn Schnappeschlau, dem Fuchs, in acht nehmen soll. Peter Hase jedoch hoppelt ganz unbekümmert los und erfreut sich an der Natur um ihn herum. Es kommt natürlich, wie es kommen musste. Der Fuchs lauert dem kleinen Hasen auf. In letzter Sekunde kann Peter Hase sich noch verstecken. Aber damit ist das Abenteuer noch nicht vorbei, denn der Fuchs gibt nicht so schnell auf. Am Ende kommt Peter Hase dann aber sich in den Hasenbau. Allerdings hat er den Rettich nicht dabei…

Hase oder Kaninchen?

Eine kleine Schwierigkeit ergibt sich aus der Übersetzung aus dem Englischen. Im Original heißt Peter Hase Peter Rabbit und ich würde ihn auch eher als Kaninchen sehen. Hasen leben schließlich nicht im Bau. So ganz glücklich bin ich damit in dem Buch nicht, denn die Unterscheidung von Hasen und Kaninchen fällt Kindern sowieso schon nicht leicht und so baut sich hier schnell ein falsches Bild auf.

Spannung durch Löcher und Klappen

Ansonsten finde ich das Buch, insbesondere durch die Ausstanzungen und Gucklöchern wirklich klasse. Durch diese Löcher und Klappen gibt es nicht nur kleine Details zu sehen, sondern sie erhöhen die Spannung der Geschichte. Direkt auf der ersten Doppelseite können die Kinder durch das Loch den Schwanz des Fuchses entdecken, so dass sie ganz richtig befürchten, dass sich Peter Hase ein wenig zu sorglos auf den Weg macht. Herrlich ist auch der Fuchs, der sich hinter der Zeitung versteckt. Vor den Kindern kann er sich auf diese Weise so natürlich nicht verstecken. Das Kind weiß also durch die Bilder bereits mehr, als im Text verraten wird. Das Zusammenspiel zwischen Text und Bild ist hier gelungen und macht Spaß.

Wer nach einem schönen Buch für die Kleinen (ab 2 Jahre) sucht, welches man auch noch über die Osterzeit hinaus schauen kann, der ist mit Peter Hase – Ein Guckloch-Abenteuer gut beraten!

Peter Hase – Ein Guckloch-Abenteuer von Beatrix Potter, übersetzt von Cordula Borawski, FISCHER Sauerländer, ISBN: 978-3-7373-5553-7, 8,99€