Rezension: Mat und die Welt

Teddy Mat ist ein richtiger Reisebär. Er liebt Abenteuer und ist immer gut gelaunt und gespannt, was ihn als nächstes erwartet. Und tatsächlich unternimmt er eine recht große Reise, welche in einer Fabrik in China startet. Zunächst geht es in die Niederlande, wo er in einem Geschäft als teures Geschenk gekauft wird. Später geht es dann nach Polen. Er ist durch Kakao beschmutzt und kostet in einem Gebrauchtwarenladen nur noch wenig Geld, so dass Kasia und ihre Mutter ihn mitnehmen können. Gemeinsam mit Kasias Familie reist Mat nach Ägypten. Hier wird er bleiben, wobei er seinen Besitzer auch hier noch einmal wechseln wird.

Ein Buch zum Nachdenken, aber ohne erhobenen Zeigefinger

Das Buch „Mat und die Welt“ ist toll und regt zum Nachdenken an. Hier wird uns die Wegwerfgesellschaft vor Augen geführt. Was ist unseren Kindern, die einen ganzen Berg von Spielzeug haben, ein einzelnes Spielzeug wert? Wie stehen wir dazu, dass das, was wir unseren Kindern kaufen, in China und in anderen Ländern von Kindern hergestellt wird?

All diese Punkte werden in dem Buch angesprochen, aber dennoch kommt es nicht belehrend herüber und genau an dieser Stelle sehe ich den großen Wert dieses Buches. Mat ist ein sehr positiver Bär und es gefällt ihm überall, wo er hinkommt. Er wertet überhaupt nicht und ist überall glücklich, solange er in Gesellschaft ist und man freundlich zu ihm ist. Auch reiche Kinder spielen mit ihm und mögen ihn, aber natürlich hat der Teddy für die ärmeren Kinder eine deutlich höhere Bedeutung und das obwohl er nicht mehr perfekt und neu aussieht.

In dem Buch erfährt man einiges über andere Kulturen und Länder und wir bekommen Einblick in das Leben sehr unterschiedlicher Familien.

Der Weg eines Spielzeugs

Der Weg, den ein Spielzeug nehmen kann, ist sehr spannend. An manchen Stellen wird man richtig traurig: Ich kann es kaum ertragen, wie Kasia ihren früheren Lieblingsteddy im Hotel liegen lässt, damit sie ihren neuen Plüschhund mit nach Hause nehmen kann. Auch Kinder mögen das nicht und leiden mit Mat mit. Aber da Mat so positiv ist, hält diese Traurigkeit nicht lange an und man freut sich, dass er wieder in gute Hände gerät. Einerseits ist es schade, dass ein Spielzeug für manche so schnell an Bedeutung verliert und dass es von reichen Menschen direkt aussortiert wird, wenn es etwas beschmutzt wird, aber andererseits ist es auch schön zu sehen, welche Reise ein solches Spielzeug nehmen kann und dass es auch noch andere Menschen glücklich machen kann. Und vielleicht landet es auf diese Art und Weise sogar bei jemandem, der es viel dringender braucht, als das Kind, das sich bewusst von ihm trennt.

Ansprechend gestaltet

Es gibt in dem Buch ein paar kleinere Ungereimtheiten (Warum kann sich eine Familie einen Winterurlaub in Ägypten leisten, die ansonsten kaum das Geld für den gebrauchten Teddy hatte? Wie kam Mat auf einmal auf seinen richtigen Namen, der auf seinem Etikett steht?), aber letztendlich ist es insgesamt betrachtet ein empfehlenswertes Buch, welches sich gut vorlesen lässt.

Gut gefällt mir auch, dass die Ratte Artur, der Mat an zwei Stellen im Buch begegnet, schwierige Wörter unten auf den Seiten kurz erklärt.

Das Buch ist farbig illustriert, allerdings befinden sich nicht auf allen Doppelseiten Bilder. Auf den Bildern sind einzelne Figuren und Sachen recht großflächig dargestellt. Viele Details sucht man hier vergeblich, aber so bleibt der eigenen Fantasie viel überlassen. Von Mat bekommt man jedoch ein recht klares Bild.

Mat und die Welt von Agnieszka Suchowierska, illustriert von Tomasz Kaczkowski, übersetzt aus dem Polnischen von Ewelina Rockenbauer, Doppelgänger Verlag, ISBN: 978-3-9504403-1-7, 13,95€

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

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Vorlesen: Yeti Pleki Plek

So langsam hat sich das Vorlesen im Kindergarten etabliert. Die Kinder schauen immer schon, ob ich meinen Vorleseschal trage oder aber fragen mich, wann ich denn endlich wieder lesen komme.  Auch wenn ich nachmittags mit meinen Kindern unterwegs bin und ein Vorlesekind treffe, kommt es nun freudig auf mich zu. Das ist natürlich sehr schön. Und auch während des Vorlesens merke ich, dass sich die Rituale jetzt schon gut gefestigt haben und die Kinder die Lieder richtig mitsingen können.

Dieses Mal war wieder der Lese-Elch Lars dabei. Einige Kinder wussten noch, was er gerne zum Vorlesen haben wollte und so haben wir es ihm erst einmal auf einem Kissen gemütlich gemacht und ein Kind durfte das LED-Teelicht anmachen. Dann ging es mit unserem Lied los.

Was macht ihr gerne im Schnee?

Anschließend haben wir uns ein wenig über das Wetter unterhalten. Wie ist es gerade? Kalt und ungemütlich. Und was kam am Wochenende schon ein bisschen herunter? Schnee! Nun durften die Kinder erzählen, was sie gerne im Schnee machen. Außerdem hatten wir ja schon festgestellt, dass es dann kalt ist und so haben wir ein kleines Sprachspiel gemacht: „Ich wand’re durch den Winterwald“ (aus „Und vorne geht der Elefant“). Dabei läuft man im Sprechrhythmus durch den Raum und wärmt verschiedene Körperteile auf unterschiedliche Art und Weise: Mit den Händen klatscht man, mit den Füßen stampft man etc.

Yeti Pleki Plek

Auch in dem Buch, welches ich vorgelesen habe, kommt ein Winterwald vor. Das Buch heißt „Yeti Pleki Plek“. Eine ausführliche Rezension zu dem Buch findet ihr HIER.

Es ist eine Wintergeschichte mit einer Yetibegegnung. Da ich wusste, dass manche Kinder Bücher schnell gruselig finden, habe ich die Kinder direkt mal das Gesicht des Yetis betrachten lassen. Wie sieht der aus? Was meint ihr, ist der nett oder böse? Und so war den Kindern sofort klar, dass es sich um einen freundlichen Yeti handelt.

Lied zum Aufwärmen

Im Anschluss an die Geschichte haben wir noch mal etwas zum Aufwärmen gemacht. Dieses Mal haben wir zu einem Lied geklatscht, gehüpft, die Hände gerieben und einiges mehr: „Manchmal wenn es kalt ist und ich frier, klatsch ich in die Hände, eins, zwei, drei und vier.“ Im Laufe des Liedes wird das bereits gesungene immer wieder wiederholt und eine weitere Aktivität angehängt. Danach war uns dann allen warm und wir haben noch unser Abschlusslied gesungen.

Kinder hören unterschiedlich zu

Es war insgesamt eine recht kurze Vorlesestunde, aber für manche Kinder reicht das auch schon aus. Ich halte die Vorlesestunde ja immer zwei Mal nacheinander ab und interessanterweise sind die Gruppen ganz unterschiedlich. Eine Gruppe ist deutlich unruhiger als die andere. Die erste Gruppe kann sich an weniger der vorangegangenen Stunden erinnern und den Kindern der zweiten Gruppe fällt es auch leichter auf Fragen richtig zu antworten. Vielleicht liegt es auch ein bisschen daran, dass ich natürlich manche Unstimmigkeiten direkt anders mache, aber dennoch hören die Kinder ganz anders zu.

Beim nächsten Vorlesen hat bereits die Adventszeit begonnen. Mal schauen, was ich mir da schönes zum Lesen aussuchen werde.

Yeti Pleki Plek von Eva Susso und Benjamin Chaud, aus dem Schwedischen übersetzt von Karl-Axel Daude, Bohem Verlag, ISBN: 978-3-95939-019-4, 14,95€

Und vorne geht der Elefant – 101 Mitmachideen für die Sprachbildung in Krippe, Kindergarten, Tagespflege, Praxis und Elternhaus von Elisabeth Schmitz, ISBN: 978-3-00-050565-2

 

Happy Birthday, liebe Conni!

Carlsen Verlag

Wer kennt sie nicht? Conni, ein blondes Mädchen mit rot-weiß gestreiftem Pulli und Schleife im Haar, die sich als beste Freundin aller Kindergartenkinder anbietet. Conni, die von vielen Kindern geliebt und von vielen Eltern in die Verbannung gewünscht wird.

Diese Conni wird bereits 25 Jahre alt! Nun können also heutige Kinder, das gleiche literarische Kind zur Freundin nehmen, wie ihre Mütter.

Ich selbst bin ein wenig zu alt, um mit Conni aufgewachsen zu sein, aber bereits mir lief Conni schon über den Weg, bevor ich eigene Kinder hatte. Da es Conni einfach zu allen möglichen Themen gibt, eignete sich ein Pixibuch von ihr auch um bei einem 18. Geburtstag an ein Hobby zu erinnern: „Conni tanzt

Das erste Buch: Conni kommt in den Kindergarten

Das erste Buch, welches über Conni im Carlsen Verlag erschienen ist, heißt „Conni kommt in den Kindergarten“, welches zum Jubiläum überarbeitet und neu illustriert wurde. So wurde alles an die heutige Zeit angepasst. Beispielsweise sucht die Mama am Computer ein Foto für den Geburtstagskalender.

    

Conni für jedes Alter

Mittlerweile gibt es unzählige Conni-Bücher. Vor allem ist Conni auch mitgewachsen. Es gibt nicht nur Bücher über Conni im Kindergartenalter, sondern auch welche im Schul- und sogar im Teenager- und Jugendalter. Der Carlsen Verlag hat mir ein bunt gemischtes Conni-Päckchen gesandt. Dafür möchte ich mich an dieser Stelle bedanken. Auch wenn hier die große Bandbreite an Conni-Produkten sichtbar wurde, die auch erfolgreich sein mag, bleibt Conni für mich vor allem das kleine Mädchen, das einem in Pixibüchern begegnet. Mich persönlich irritieren auch die unterschiedlichen Illustrationen von Conni, aber das scheint Kinder ja auch nicht zu stören. Conni hat genug klare Merkmale, an denen sie wiedererkannt wird.

       

Neben den Connibüchern gibt es auch viele Produkte mit Conni, die Kinder sehr ansprechen. Als mein Sohn in den Kindergarten kam, fiel sein Blick im Geschäft als erstes auf die Conni-Kindergartentasche. Wir haben uns letztendlich für eine andere entschieden, aber auch hier wurde Conni direkt wiedererkannt.

Viele Eltern mögen Conni nicht und ihnen sind die Bücher nicht literarisch genug. Sie sind von Conni genervt. Ja, die Sprache in den Büchern ist recht einfach und die Geschehnisse bleiben an der Oberfläche. Es wird viel in Hauptsätzen erzählt, während Dialoge nur am Rande vorkommen.

Warum wird Conni so geliebt?

Mich stört das nicht. Ich bin nur von den Hörspielen und den Stimmen dort genervt. Aber man fragt sich ja schon, warum diese Bücher so erfolgreich sind. Conni hat keine besonderen Eigenschaften. Sie ist ein Mädchen ohne Kanten und Ecken. Sie erlebt nichts besonderes, aber dennoch wird sie von den Kindern geliebt und zwar im Kindergartenalter sowohl von Mädchen als auch von Jungen. Woran liegt das? Sie hat durch ihre Kleidung und der Schleife im Haar einen hohen Wiedererkennungswert. Kinder freuen sich immer, wenn sie bekannte Figuren in anderen Büchern oder auf Gegenständen wiederentdecken.

Außerdem glaube ich, dass genau das, was viele Eltern nervt, das Erfolgsrezept von Conni ist. Es gibt eben tatsächlich zu vielen alltäglichen Dingen ein Connibuch, wobei hier keine Probleme erörtert werden. Es geht vielmehr um Erlebnisse aus dem Alltag: Arztbesuche, Ponyreiten, Pizza backen, Flugreise und ähnliches. Kinder mögen es etwas auf ihrer eigenen Umwelt zu hören. Sie sind dabei die Welt zu entdecken und freuen sich, wenn Buchfiguren ähnliche Dinge wie sie selber erleben. Für Kinder sind diese Sachen nicht langweilig.

Conni auf der Buchmesse

Auch die einfache Sprache gehört sicherlich zum Erfolgsrezept. Ja, man kann sich anspruchsvollere Bücher wünschen, aber mit diesen einfachen Sätzen erreicht man bereits Buchanfänger. Selbst mein Kleiner, der meistens noch das Erzählen und Zeigen bei Büchern bevorzugt, hört bei den Connibüchern beim Vorlesen richtig gut zu. Mit Conni gelingt der Einstieg ins Vorlesen und das sollte man diesen Büchern doch hoch anrechnen. Ja, und dann kennen die Kinder Conni und wollen mehr und mehr von ihr hören. Und wenn sie dann aus den Büchern für die Kleinen herausgewachsen sind, gibt es Bücher für ältere Kinder und so bleibt Conni in vielen Familien über eine längere Zeit hinweg ein wichtiges Thema.

Wie steht ihr zu Conni? Seid ihr genervt von ihr? Könnt ihr mit ihr leben? Und was sagen eure Kinder zu  Conni?

Falls es unter euch Conni-Fans gibt, dann schaut doch mal auf die Conni-Seite im Internet. Hier gibt es alle Informationen rund um Conni.

 

Rezension: Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

Als ich euch „Die Geschichte von Nathan dem Weisen“ vorgestellt habe, habe ich erwähnt, dass ich Klassiker für Kinder mag. Besonders schöne Bücher in diesem Bereich bringt der Kindermann Verlag heraus. Aus der Reihe „Poesie für Kinder“ habe ich euch bereits „Knecht Ruprecht“ vorgestellt, dass nun so langsam wieder aus dem Regal hervorgeholt werden kann – ach ja, ich freue mich schon wieder darauf das Gedicht in der Adventszeit zum Besten zu geben.

Ebenfalls in dieser Reihe ist „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ erschienen und darüber möchte ich heute ein wenig schreiben.

Ich mag das Gedicht sehr gerne (obwohl ich gar nicht wusste, dass es auf einer wahren Begebenheit basiert) und ich finde, dass es auch gerade für Kinder gut geeignet ist.

Lebendige Illustrationen

Es hat einen tollen Klang und Rhythmus und mir gefallen die Bilder von Dorota Wünsch dazu sehr gut. Sie sind frisch, frech und voller Leben (und mein Sohn erkannte direkt, dass sie auch Räuber Grapsch illustriert hat). Sie veranschaulichen das Gedicht vom freundlichen Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, der seine Birnen großzügig an die Kinder des Dorfes verschenkt, hervorragend. Sein Sohn dahingegen ist geizig und keines der Kinder kann nach dem Tod des Vaters auf Birnen hoffen. Doch da haben sie nicht mit der Genialität des alten Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland gerechnet: Denn dieser hat einen Weg gefunden, wie er auch nach seinem Tod den Kindern mit süßen Birnen eine Freude machen kann.

Ein tolles Gedicht, herrliche Bilder = ein äußerst empfehlenswertes Buch für die ganze Familie!

Poesie für Kinder: Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland von Theodor Fontane, illustriert von Dorota Wünsch, Kindermann Verlag, ISBN: 978-3-934029-66-8, 15,90€

Vorlesen: Ballula Kugelfee

Nach den Herbstferien ging es nun heute mit dem Vorlesen weiter.

Lese-Elch Lars

Wir haben gerade unser Lied gesungen, da wurden wir auch schon gestört. Der Elch Lars aus Schweden hat sich eingemischt, denn er fand es unerhört, dass wir ohne ihn angefangen haben. JA, er ist ein richtiger Bücherwurm und hat Wind von der Vorleseaktion bekommen. Da musste er natürlich mitkommen. Und dass, obwohl er kein Wort Deutsch versteht! Aber er meint, vielleicht lernt er das ja bei schönen Geschichten. Er ist außerdem ganz schön anspruchsvoll: Er möchte beim Vorlesen gemütlich auf einem Kissen sitzen und am liebsten säße er sogar an einem Lagerfeuer. Na, das geht im Kindergarten ja nun wirklich nicht. Wir haben ihm dann ein LED-Licht in einem Windlicht angemacht und es ihm auf einem Kissen zwischen den Kindern bequem gemacht.

Wenn er uns beim nächsten Mal wieder besucht, haben wir wieder etwas, womit wir uns auf die Vorlesestunde gemeinsam vorbereiten: Lars braucht seinen gemütlichen Platz und das Lichtlein muss flackern.

So, nun konnten wir endlich in Ruhe unser Lied singen.

Ballula Kugelfee und andere runde Dinge

Anschließend habe ich einen kleinen Ball hochgehalten und die Kinder gefragt, was noch alles rund ist: Eiskugeln, Äpfel, Kirschen und der Mond!

Heute kam dann das Buch „Ballula Kugelfee“ auf unsere Wolke und schwebte ins Reich der Geschichten.

Beim Vorlesen fielen den Kindern noch weitere runde Sachen ein, über die sie dann auch immer berichten mussten.

Ich war sehr gespannt, wie dieses Buch bei den Kindern ankommt, da es ja kein „Jungsthema“ ist (wobei ich die Unterscheidung sowieso nicht mag!). Die Kinder haben sich nicht dazu geäußert, wie ihnen das Buch gefallen hat, aber ich habe erstaunlicherweise keinen einzigen Ton der Ablehnung von den Jungs gehört. Das kommt sicher daher, dass diese Fee nicht mit so viel Glitzer daher kommt, wie sie es Feen sonst oft zu tun pflegen.

Spannend fanden die Kinder die runde Erde, die das Zuhause von uns allen ist. Außerdem musste sie alle schmunzeln, als ich gesagt habe, dass sie alle die allerbeste kugelrunde Sache haben: Einen Kopf mit vielen tollen Ideen!

Bastelaktion

Bei dem Buch hätte man auch über das Thema Mobbing, gesunde Ernährung und vieles andere sprechen können. Für mich stechen aber die ganzen Kugeln in dem Text hervor und ich habe mir überlegt, dass jedes Kind eine „Kugel“ (bzw. einen Kreis) bunt gestalten darf.

Erster Versuch die Kreise zu gestalten

Ich habe für solche Aktionen nicht viel Zeit und so musste ich mir gut überlegen, wie ich die Kreise gestalten lassen. Eigentlich wollte ich die Kinder nur bunte Formen aufkleben lassen. Dafür habe ich ganze Bögen mit Etiketten mit Wasserfarbe angemalt (etwas Glitzer drauf getan) und zerschnitten. Die Schnipsel habe ich dann hinten noch mit einem Cuttermesser eingeritzt, damit sich die Folie leichter lösen lässt. Dennoch habe ich letztendlich befunden, dass das abknibbeln der „Aufkleber“ für die Kinder zu schwierig ist und ich dabei zu viel helfen müsste. Wir haben sie dann zu Hause verwendet, wobei meine Jungs große Freude am Bekleben der Kreise hatten. Für den Kindergarten habe ich dann einfach bunte Stifte und ein paar Aufkleber (Punkte, Blumen, Sterne) mitgenommen.

Kreise der Kinder

Die Kinder hatten großen Spaß daran ihren Kreis zu gestalten und hätten ihn am liebsten direkt mit nach Hause genommen. Ich werde sie aber als eine Art Mobilé dem Kindergarten geben. Vielleicht werden sie dort ja aufgehangen und erinnern die Kinder an die runde Geschichte von Ballula Kugelfee.

Zum Abschluss haben wir dann noch unser Abschlusslied gesungen und von nun an werde ich regelmäßig alle 2 Wochen vorlesen. In den letzten Wochen musste das durch Ferien und Feiertage immer ein bisschen geschoben werden, aber jetzt sind wir im Rhythmus drin.

Ballula Kugelfee von Asja Bonitz und Mele Brink, Edition Pastorplatz, ISBN: 978-3-943833-16-4, 14,50€

Rezension: Die Geschichte von Nathan dem Weisen

Ich mag es, wenn Kindern altersgerecht alte Geschichten und Klassiker vermittelt werden. Uns so war ich auch sehr neugierig auf das Bilderbuch „Die Geschichte von Nathan dem Weisen – Die Ringparabel neu erzählt“.

Hier geht es um die Begegnung von Nathan dem Weisen mit dem Sultan, bei der der Sultan Nathan nach der wahren Religion fragt. Statt einer Antwort erzählt Nathan die Ringparabel: Ein Vater mit drei Söhnen hat nur einen einzigen besonderen Ring zu vererben. Er fertigt Kopien an, so dass jeder Sohn einen Ring erhält von dem er annimmt, dass es der echte ist.

Die Ringparabel ist ein Aufruf zum Frieden und zur Toleranz und somit ein wichtiger Denkimpuls in der heutigen Zeit, in der Andersgläubigen häufig mit viel Skepsis und Argwohn und teils sogar mit Hass begegnet wird.

Die Geschichte ist nicht ganz einfach, kann aber von Kindern ab dem Grundschulalter gut verstanden werden. Ich denke aber, dass es wichtig ist, mit Kindern über den Inhalt zu sprechen und noch mal zusammenzufassen, worum es eigentlich geht.

Schön gestaltetes Bilderbuch

Sprachlich erinnert die Erzählung an ein Märchen. Sicherlich wird auch nicht jedes Wort von Kindern verstanden, aber das macht nichts, denn die Botschaft kommt am Ende an.

Durch die Sprache und die schönen Bilder, die einen in die Welt des Sultans entführen, ist das Bilderbuch sehr beeindruckend. Man spürt, dass es sich um eine besondere Geschichte handelt. Es ist ein Buch, welches man gerne in den Händen hält und mit dem man Kindern gerne die Ringparabel nahe bringt. Selbstverständlich ist dieses Buch auch gut für den Grundschulunterricht geeignet. Für deutlich jüngere Kinder ist es eher schwierig. Allein das Thema Religion ist für Kindergartenkinder nicht unbedingt greifbar und es ist schon recht viel verlangt, wenn sie den Transfer von der Ringparabel leisten müssen. Sollten sie jedoch bereits Interesse an diesem Thema zeigen und bereits viel Kontakt zu Menschen unterschiedlichen Glaubens haben, so kann man das Buch auch schon mit Vorschulkindern betrachten und über die Thematik sprechen.

Die Geschichte von Nathan dem Weisen – Die Ringparabel neu erzählt von Max Bolliger und Giuliano Ferri, Herder Verlag, ISBN: 978-3-451-71397-2, 14,99€

Rezension: Mein kleines Winterwichtel-Wimmelbuch

Gestern habe ich geschrieben, dass Weihnachten und Lichter gut zusammen passen, aber es gibt noch etwas anderes, was gut zu Weihnachten passt und das sind kleine Wichtel. Findet ihr nicht auch? Ich freue mich jedenfalls, dass es wieder „Mein kleines Winterwichtel-Wimmelbuch“ gibt. Ja, auch das Frühlingswichtel-Wimmelbuch ist klasse, weil Wichtel einfach immer niedlich sind, aber ich finde, dass die Winterausgabe noch mehr ein Muss ist.

Fröhliches Gewimmel

Natürlich herrscht auf jeder Seite ein ordentliches Gewusel und Gewimmel. Bei den Wichteln ist immer etwas los. Sie backen, spielen im Schnee, gehen auf den Weihnachtsmarkt, werkeln an Geschenken, sorgen für die Tiere im Wald und feiern schließlich Weihnachten bei leckerem Essen und geheimnisvollen Geschenken. Alle Wichtel tragen die typischen roten Zipfelmützen und immer geht es bei ihnen lebendig und fröhlich zu. Ich finde sie einfach herrlich und habe selber viel Spaß an diesen bunten, niedlichen Seiten.

Bekannte Figuren

Überall gibt es viel zu entdecken. In kurzen Texten wird kurz erzählt, worum es geht und was die Wichtel alles tun. Auf den Seiten kann man lange verweilen, denn es gibt viele Details zu finden. Außerdem kann man auf jeder Seite nach sieben namentlich genannten Wichtel suchen, denen die Kinder natürlich auch im Frühlingsbuch begegnen. Wer das andere Buch schon kennt, macht sich somit auch schnell auf die Suche, nach Mats, dem Wichtel, der so viel Unsinn macht, oder nach Peer, den man eigentlich nur schlafend begegnet.

Mein kleines Winterwichtel-Wimmelbuch“ ist ein sehr schönes, weihnachtliches Buch, welches man unbedingt mehr als einmal anschauen sollte, denn beim ersten Anschauen wird man längst nicht alle witzigen Szenen gesehen haben. Aber da das Buch so herzerwärmend ist und einfach Spaß macht, wird man es sowieso immer wieder anschauen.

Mein kleines Winterwichtel-Wimmelbuch von Outi Kaden und Kristina Schaefer, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62666-4, 6,99€

Rezension: Licht an, Licht aus – Weihnachten in jedem Haus

Was gehört zu Weihnachten unbedingt dazu? Natürlich Kerzen und Lichter. Und so ist es auch besonders schön, dass es nun auch ein Pappbilderbuch mit Lichtern gibt, denn Weihnachten und Lichter – das passt zusammen.

Das Bilderbuch „Licht an, Licht aus – Weihnachten in jedem Haus“ beinhaltet fünf kleine Lämpchen, die man durch Ausstanzungen auf jeder Seite sehen kann. Mal sind sie die Lichter der Laternen, mal leuchten sie als Sterne und mal erhellen sie als Kerzenschein die Seiten. Für Kinder ist es unglaublich faszinierend auf die Lampe zu drücken und damit die Lichter an und auszuschalten. Sollte man das Ausschalten mal vergessen, schalten sie sich nach kurzer Zeit auch von selber aus, so dass das Buch nicht mit leuchtenden Lichtern im Regal liegen bleiben kann. Durch diesen tollen Effekt ist der Inhalt des Buches für die Kinder fast schon uninteressant.

Text und Bilder eher einfach und altmodisch

Der Text ist somit auch sehr kurz gehalten. Die kurzen, einfachen Sätze reimen sich – mal mehr, mal weniger gelungen. Aber der Schwerpunkt liegt für die Kinder sowieso auf den Bildern. Es ist spannend, wo die Lichter in den Szenen eingebunden werden. Und dann wird wieder gedrückt und gestaunt.

Die Bilder sind nett und freundlich, mit einem Touch Nostalgie, gestaltet. Für den einen oder anderen mögen die Bilder auch ein wenig kitschig sein, aber das macht ja gerade Kindern meist nichts aus. Die dargestellten Szenen beginnen schon vor der Adventszeit: Kinder mit Laternen laufen durch die Nacht. Vermutlich hat dieses Bild nur dadurch einen Platz im Buch bekommen, da die Lichter so schön in die Laternen passen. Ansonsten dreht sich nämlich alles um Weihnachten: Der Balkon ist festlich geschmückt und die Spatzen holen sich dort ihr Futter, der Weihnachtsmann bringt Geschenke, Engelchen schmücken den Weihnachtsbaum und die Szene im Stall ist zu sehen.

Durch die integrierten Lichter ist das Buch für Kinder einfach ein Highlight. Und ich gebe zu, dass auch ich erst einmal neugierig geguckt habe, wie die Lichter in dem Buch wohl wirken.

Licht an, Licht aus – Weihnachten in jedem Haus von Renate Cossmann, Coppenrath Verlag, ISBN: 978-3-649-62376-2, 12,99€

 

Rezension: Pinipas Abenteuer

Kennt ihr schon die geheime Freundin von Greta? Sie heißt Pinipa und erlebt gerne Abenteuer. Im ersten Buch über sie reist sie als Seifenblasenpilotin und Papierschiffmatrosin einmal durch ganz Deutschland und lernt dabei einiges kennen.

Das Buch „Pinipas Abenteuer – Eine phantastische Deutschlandreise als Seifenblasenpilotin und Papierschiffmatrosin“ hat direkt einen sehr guten Eindruck auf mich gemacht.  Es wirkt bereits beim ersten Durchblättern hochwertig und ansprechend. Die Bilder sind witzig, fröhlich und bunt, aber keineswegs kitschig oder billig. Die Farben wirken angenehm und man kann natürlich auch Orte und Gegenden aus Deutschland an Landschaften und Gebäuden gut erkennen. Die Bilder machen Lust darauf, das Buch genauer anzuschauen und auch das Thema Deutschlandreise klingt verlockend.

Für ein Bilderbuch enthält das Buch sehr viel Text, aber es ist ein Buch, welches man Grundschulkindern prima vorlesen kann. Die Überschriften sehen mit ihrer künstlerischen Schriftart nett aus, aber ich finde sie eher etwas irritierend, insbesondere weil sie Leseanfängern, die vielleicht schon mal die eine oder andere Stelle mitlesen möchten, das Lesen erschweren.

Informative und spannende Geschichten

Die Geschichte liest sich sehr gut. Auch hier merkt man die Qualität des Buches. In einer Seifenblase und später in einem Papierschiff reist Pinipa durch Deutschland und entdeckt dabei ein paar ausgewählte Orte Deutschlands über die man in dem Buch ein wenig erfährt. Es geht hier nicht in Details, aber dennoch bekommt man ein paar Informationen vermittelt. Vor allem verfolgt man auf der Reise einige Deutschlandrekorde: Unter anderem der größte Hafen, die größte Insel, die größte Stadt, der höchste Berg, der größte See und der längste Fluss. Ich vermute, dass dadurch die Reiseroute bestimmt wurde, aber ich weiß letztendlich nicht, nach welchen Gesichtspunkten die Reisestationen ausgesucht wurden. Es gibt auch Episoden, bei denen es sich mir gar nicht erschließt, warum sie in dem Abenteuer vorkommen. Neben diesen Fakten kommen aber auch Legenden und Sagen sowie Dialekte und Bräuche in dem Buch vor. Insgesamt erfährt man also doch einiges über Deutschland und man wird dazu angeregt sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Das Ganze ist in eine spannende Reise verpackt. Pinipa ist sympathisch und trifft auf ihrer Reise auf die unterschiedlichsten Figuren, mit denen sie sich gerne austauscht.

Uns hat das Buch gut gefallen. Ich habe es meinem Sohn in einem Rutsch vorgelesen und wir lesen gerade schon das zweite Abenteuer von Pinipa, welches ich euch natürlich auch noch vorstellen werde.

Pinipas Abenteuer – Eine phantastische Deutschlandreise als Seifenblasenpilotin und Papierschiffmatrosin von Martin Grolms und Annika Kuhn, Gruhnling Verlag, ISBN: 978-3-00-047832-1, 15,90€

Rezension: Müffelmax

Nicht nur mein Sohn ist ein Fan der Edition Pastorplatz, auch ich bin immer wieder begeistert von den aufwändig und liebevoll herausgegebenen Büchern des Verlags. Heute möchte ich euch den „Müffelmax“ vorstellen:

Die Geschichte an sich ist etwas abstrus, aber enthält bereits viel Witz. Außerdem tolle, lebendige Figuren: Angefangen vom lebenslustigen und manchmal etwas frechen Max und seinen ganz normalen Eltern, die sich nicht in allen Erziehungsfragen zu helfen wissen bis hin natürlich zu Fritz Menschenfresser, Beruf Riese. Er scheint ein sehr finsterer Geselle zu sein, doch er ist ein Kompost-Vegetarier, den der faulige Geruch eines Kompostes anlockt. Nun ja, einmal hat er sich dabei ziemlich vertan, denn der Geruch kommt gar nicht von verdorbenen Obst und Gemüse, sondern von einem Kind, das sich weigert sich zu waschen. Klar, dieses Kind ist natürlich Max. Zunächst verjagt Max den Riesen durch seinen lauten Schreckensschrei, aber irgendwie wird Fritz wie magisch von diesem Kind angezogen. Max möchte sich aber nicht noch einmal so erschrecken lassen und legt sich mit seinem Lasso auf die Lauer. Letztendlich glückt es ihm sogar Fritz einzufangen und so kommen die beiden ins Gespräch und werden beste Freunde. Und damit Fritz nicht doch mal ausversehen an Max knabbert, fängt dieser sogar an sich zu waschen – zumindest zwei Mal im Monat.

Herrliche Bilder

So richtig zum Leben erweckt wird die Geschichte durch die Bilder, die ich einfach liebe. Sie sind humorvoll, zeigen einen sympathischen aufgeweckten Jungen und lassen uns die Geschichte mit all ihren Details miterleben. Es ist einfach herrlich wie Mele Brink die Szenen aufs Papier bringt und uns den Witz des Textes vor Augen führt. Wunderbar ist der Vater, der mit einem Tuch über der Nase im Spielzimmer sitzt, witzig die Mutter und die Katze mit Wäscheklammer auf der Nase. Überhaupt ist die Katze eine tolle Nebendarstellerin, auf die man immer  mal wieder einen Blick werfen sollte. Es wäre doch zu schade, wenn man nicht sehen würde, wie sie sich als Indiander-Katze in Schale geworfen hat.

Übrigens habe ich das Gefühl, dass Mele Brink eine Vorliebe für Messlatten hat. Bei ihren Illustrationen findet man in vielen Büchern eine Messlatte um Größen von Tieren und Menschen darzustellen.

Und worum geht es jetzt? Egal, das Buch ist klasse!

Ich muss zugeben, so ganz klar ist mir der Sinn dieser Geschichte nicht. Aber vermutlich ist das mal wieder so ein Erwachsenenproblem – oder sogar ein typisches Miri-Problem? Hm, ein bisschen unangenehm ist mir das ja schon. Am Ende eines Buches, insbesondere, wenn ich es bespreche, frage ich mich, worum ging es in dem Buch und was möchte es seinem Leser sagen. Ja, und was möchte der Müffelmax uns nun sagen? Regelmäßig waschen? Hat ja nur so halb geklappt… Als Eltern keine falschen Drohungen aussprechen, denn nachher bewahrheiten sie sich noch in Form von Riesen? Ist ja nicht so schlimm… Freundschaft ist auch zwischen ganz verschiedenen Personen und Wesen möglich? Das ist auf jeden Fall schön! Aber letztendlich ist es auch egal, was bei dem Buch letztendlich herum kommt, denn das Buch macht einfach Spaß und zwar sowohl in Text und Bild. Und ganz besonders toll ist bei diesem Buch das Zusammenspiel von Text und Bild, welches einen Seite für Seite wieder erfreut. Da ist es dann auch nicht wichtig, ob man am Ende noch den Durchblick hat.

Müffelmax von Silke Farmer und Mele Brink, Edition Pastorplatz, ISBN: 978-3-943833-22-5, 14€