Rezension: Das Grundschullexikon

Seien wir mal ehrlich, brauchen wir in Zeiten von Internet und Co noch ein Lexikon im Haus? Ich muss zugeben, dass selbst ich, die früher gerne in solchen Büchern geblättert hat, solche Bücher kaum noch nutze. Mit dem Internet ist man einfach schneller und aktueller.

Dennoch macht ein Buch wie „Das Grundschullexikon“ für Kinder meines Erachtens seinen Sinn. Und das aus mehreren Gründen.

Kinder benutzen ein Lexikon nicht unbedingt als Nachschlagewerk. Sie blättern darin herum, entdecken interessante Bilder oder Artikel und lesen mal hier und mal dort ein wenig etwas. Es ist spannend für sie verschiedene Sachen zu erfahren oder sie lesen die Dinge nach, die sowieso schon ihren Interessen entsprechen.

Dinosaurier sind für Kinder immer wieder ein spannendes Thema.

Verständliche und relevante Informationen

Auch wenn Kinder den Aufbau eines Lexikons nach dem Alphabet noch nicht kennen, wissen die meisten von ihnen, wie man mit einem Buch umgeht. Insbesondere wenn sie keine besonderen Informationen suchen, haben sie im Umgang mit einem Buch keine Probleme. Informationen im Internet zu suchen, müssen sie häufig im Grundschulalter noch lernen. Häufig erhalten sie dabei viel zu viele Informationen, die sie weder richtig einordnen noch verarbeiten können. Hier im Buch werden ihnen genau die Informationen angeboten, die ihrem Alter entsprechen.

Zu den meisten Stichworten gibt es neben einem kurzen, erklärenden Text Abbildungen, die die Verständlichkeit unterstützen. Gut gefallen mir die Sonderseiten, die sich einem bestimmten Thema wie z.B. „Ernährung hier und anderswo“ ausführlicher widmen. Hier finden Kinder wirklich viele Informationen, die sie interessieren.

Am Ende des Buches findet man dann auch wichtiges Wissen zu den einzelnen Grundschulfächern wie Rechtschreibregeln, wichtige Englischvokabeln, mathematische Grundbegriffe sowie geometrische Figuren, die Bundesländer und die Flaggen Europas und einiges mehr.

Im Mitmachheft können Kinder einen kleinen Comic erstellen.

Mitmachlexikon für neugierige Forscher

Eine sehr gute Ergänzung des Grundschullexikons ist das Mitmachlexikon, welches in einer Papiertasche vorne im Buch steckt. Hier können Kinder zu jedem Buchstaben im Alphabet kleine Aufgaben lösen: Mal dürfen sie etwas malen, mal müssen sie Blätter von Bäumen sammeln und einkleben, mal gilt es kleine Rätsel zu lösen und mal müssen sie ihre Beobachtungen in der Natur und Umwelt dokumentieren. Die Aufgaben sie abwechslungsreich und insgesamt für Kinder sehr motivierend. Außerdem kommt hier auch die Lexikonfunktion des Nachschlagens zum Zuge. Nicht alle Aufgaben können Kinder direkt ohne weiteres Wissen erledigen. Häufig wird direkt erwähnt unter welchen Stichworten im Lexikon sie Hilfe bekommen können, manchmal müssen die Kinder es aber auch selbst herausfinden. Dieses Zusammenspiel finde ich klasse. So erfahren die Kinder direkt, wie sie Informationen aus dem Lexikon entnehmen können. Allerdings werden einem gleichzeitig auch die Grenzen eines Lexikons aufgezeigt. Bei dem Buchstaben „G“ dürfen die Kinder zum Beispiel in ihr Buch eintragen, welche giftigen Tiere sie kennen. Besonders viele Informationen findet man nicht dazu im Lexikon und bei manchen, vom Kind genannten, Tiere war ich mir nicht sicher, ob sie wirklich giftig sind. Die Antworten konnten wir im Buch nicht herausfinden und haben an dieser Stelle zusätzlich das Internet befragt. So lernen die Kinder gleichzeitig, wie man verschiedenen Medien Informationen entnehmen kann.

Die Kombination aus Lexikon und Mitmachbuch kommt hier jedenfalls gut an. Immer wieder wird entweder ein wenig im Buch geblättert oder die eine oder andere Aufgabe im Heft erledigt. Das macht besonders viel Spaß, wenn man sich gemeinsam neue Informationen aneignet und Kinder dabei spielerisch zeigt, wie sie selbst an neue Informationen und neues Wissen kommen können.

Das Grundschullexikon – Entdecken, Verstehen, Mitmachen, Duden, ISBN: 978-3-411-73433-7, 25€

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Rezension: Loranga – Der beste Papa der Welt

Habe ich neulich beim Müffelmax noch geschrieben, dass ich nach einem tieferen Sinn des Buches gesucht habe? Was für eine blöde erwachsene Eigenschaft! Gerade habe ich wieder festgestellt, wie viel Spaß man an schrägen Büchern haben kann: Wir lesen gerade „Loranga – Der beste Papa der Welt“. Und was soll ich sagen? Es ist einfach herrlich! Absoluter Quatsch, ja, aber es macht viel Spaß!

Herrlich verrückt

Astrid Lindgren (nicht verwandt mit der Autorin Barbro Lindgren) hat über das Buch folgendes gesagt: „In dem Buch steckt eine edle Verrücktheit, die mich immer wieder aufs Neue überrumpelt. Weder Loranga noch Masarin sagen ein einziges vernünftiges Wort – aber sie werden für immer meine Freunde sein.

Ich finde diese Aussage trifft es genau. Ja, was hier erzählt wird, ist einfach verrückt, aber irgendwie schließt man diese Typen schnell in sein Herz und möchte einfach mehr von ihnen erfahren.

Auf jeder Seite wird hier jede Menge Unsinn erzählt, aber dennoch hängt alles zusammen und es wird eine ganze Geschichte erzählt.

Loranga – Mehr Kind als Papa

Das Buch beinhaltet zwei Teile von Loranga. Loranga ist der Papa (über eine Mama erfährt  man nichts), aber vom Verhalten her ist er ein richtiges Kind. Sein Sohn Masarin ist etwas ruhiger als der Vater, macht aber bei jedem Quatsch mit. Und dann mischt auch noch der Opa Dartanjang mit.

Was die drei so unternehmen? Naja, nicht das, was Väter und Familien so im allgemeinen tun. Loranga geht nicht arbeiten und er muss ganz laut Popmusik hören, sonst bekommt er Ohrenschmerzen. Auf dem Müllhaufen liegt eine Giraffe mit dem Kopf in einer Blechbüchse, auf der sie reiten, wenn sie z.B. 1000 Würstchen einkaufen. Warum so viele? Na, sie haben doch hunderte von Tigern in ihrer Scheune eingesperrt, die Hunger haben. Die Giraffe ist übrigens auch sehr hungrig und frisst unter anderem die Dachpfannen der Garage oder die kompletten Betten von Loranga und Masarin. In der Garage ist somit ein Schwimmbecken entstanden, in dem Vater und Sohn täglich ein paar Runden schwimmen, obwohl sie gar nicht schwimmen können. Ab und zu werden sie dabei von Hechten und gelben und roten Eulen gestört. Ansonsten halten sich die roten Eulen allerdings im Briefkasten des grantigen Nachbarn auf, der deswegen auch schon die Polizei gerufen hat, welche Loranga und Masarin mit Bindfäden gefesselt zum Gefängnis gebracht hat.

Ich glaube, ihr merkt schon, wie es in diesem Buch zugeht, oder? Bücherwürmchen findet jedenfalls, dass Loranga ein richtig cooler Papa ist. Und dass sogar, obwohl Loranga alle Spiele so auslegt, dass er immer selber gewinnt und sein armer Sohn das Nachsehen hat! Vermutlich versteht Bücherwürmchen noch nicht alles in dem Buch und mancher Witz bleibt unentdeckt, aber wir haben auf jeden Fall gemeinsam viel Spaß an diesem Buch.

Bei uns ist am 6. Dezember Nikolauslesen in der Schule. Das heißt, dass Eltern kleinen Gruppen jeweils 10-15 Minuten etwas vorlesen. Ich überlege ja tatsächlich, ob ich da dieses Buch mitnehmen soll. Mal sehen.

Loranga – Der beste Papa der Welt von Barbro Lindgren, übersetzt von Maike Dörries, WooW Books, ISBN: 978-3-96177-002-1, 15€

Rezension: Kinderjahrbuch 2018

So ein Buch hätte ich mir als Kind gewünscht: Ein Kinderjahrbuch! Es ist ein Buch für ein ganzes Jahr, in dem man täglich tolle Sachen machen und erfahren kann. Außerdem kann man auf einem kleinen Streifen kurz ein paar Erinnerungen an den Tag festhalten.

Ich durfte einen kleinen Blick in das Kinderjahrbuch 2018 von Sandra Hünger werfen und würde es am liebsten bis zum 10.10.2017 zum Vorbestellpreis bestellen, aber ich befürchte, dass es bei meinem Sohn wohl eher unbenutzt liegen bleiben würde. Dabei kann man da ganz viele spannende Sachen drin machen: Es gibt Sachen zum Ausmalen, Rätsel und Witze, Suchbilder, Gedichte und Geschichten sowie Ideen zum Basteln und Experimentieren. Eigentlich ist für alle etwas dabei. Immer wieder gibt es auch die Möglichkeit persönliche Dinge einzutragen, z.B. mit wem man Silvester gefeiert hat oder wen man mit welchem Scherz am 1. April veräppelt hat. Man kann etwas über die Besonderheit verschiedener Tage lernen, aber auch andere, ganz unterschiedliche Dinge werden erläutert. So kann man beispielsweise sowohl etwas über Sternbilder als auch über die erste Weltumrundung im Heißluftballon erfahren. Ostern bekommt man natürlich Tipps zum Färben von Eiern und am Nikolaustag kann man üben das Haus des Nikolaus zu zeichnen.

Nicht an jedem Tag gibt es etwas Neues zu tun. Manchmal befindet sich an einem Tag auch nur die Auflösung vom vorangegangenen Tag, aber das ist völlig in Ordnung so, denn ansonsten würde es wohl den meisten schnell zu viel werden.

Mir gefällt das Kinderjahrbuch sehr gut. Es enthält nicht nur viele tolle Ideen, sondern es ist auch sehr ansprechend – im Stil eines coolen Notizbuches –  gestaltet. Man findet überall kleine Illustrationen und Bildchen, aber dennoch ist alles übersichtlich gestaltet und nicht überladen. Einzelne Texte werden farblich oder in Kästen hervorgehoben. Die Schrift ist relativ klein. Ich weiß nicht, ob Kinder ab sieben Jahren schon alleine mit dem Buch umgehen können. Dafür müssen sie auf jeden Fall schon recht gute Leser sein.

Kinderjahrbuch 2018 von Sandra Hünger, Bestellung auf www.kinderjahrbuch.de, 34,90€

Kinderbuchchallenge auf Instagram

Auf Instagram lief im Monat Mai eine spannende Kinderbuchchallenge, die von @mintundmalve (Blog) und @kakaoschnuten (Blog) veranstaltet wurde. Jeden Tag war ein anderes Thema vorgegeben, zu dem man ein oder mehrere Bücher posten konnte. Diese Challenge hat unglaublich viel Spaß gemacht und deshalb möchte ich euch auch hier auf meinem Blog gerne meine Bilder für die Challenge zeigen. Die Challenge ist jetzt zwar schon eine Weile her, aber so kann man noch einmal schön drauf zurückblicken und vielleicht ist ja der eine oder andere gute Tipp für euch dabei.

Im Jahreslauf

Ich habe ja schon oft geschrieben, dass ich Bücher zu den Jahreszeiten sehr gerne mag und so habe ich auch schnell eine kleine Auswahl für das Foto zusammengesucht:

Tierisch

Zu diesem Thema gibt es jede Menge Bücher. Ich habe mich für ein Buch entschieden, was mich gerade im Moment sehr beeindruckt:

Familie

Hier fand ich „Das Familienbuch“ einfach sehr passend:

Skandinavisches

Ja, Skandinavisches ist natürlich MEIN Thema. Da habe ich eine ganze Menge. Ich habe versucht, ein paar Bücher auszusuchen, die für mich viel von meinem Gefühl von Skandinavien wiedergeben. Dazu gehört Stockholm, der schwedische Sommer, aber auch der Winter, Michels Leben in Småland, die Trolle, Köttbullar und Kanelbullar (Zimtschnecken) und natürlich noch vieles mehr. Hier ist aber schon mal eine kleine Auswahl zu sehen:

Erstleser

Früher hatte ich das Gefühl, dass Erstlese-Bücher eher langweilig sind. Mittlerweile gibt es aber einige gute Bücher in dieser Kategorie. Stellvertretend dafür stelle ich euch die Bücher aus der Reihe Tulipan ABC vor:

Sport

Als erstes fiel mir das Sportwimmelbuch „Kicken, Kopfstehen, klettern“ ein. Später habe ich dann noch schnell ein Foto von Fußballbüchern aller Art gemacht.

Magisch

Auch hier: Erst habe ich mit „magisch“ die Zauberin Zilly verbunden, aber von dieser Zauberin bin ich dann noch auf Petronella Apfelmus gekommen, die einfach so toll ist, dass sie hier auch noch ihren Platz finden musste.

Wasser

Dieses schöne Buch haben wir mal bei einem Gewinnspiel auf dem Blog Küstenkids unterwegs gewonnen und es passt doch hervorragend zum Thema Wasser. Später habe ich dann noch ein Bild von „Ebbe und Flut“ (Willegoos Verlag) hinzugefügt, da es mir noch einfiel und ich das Buch einfach sehr gut finde.

Verliebt

Der Klassiker: Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab? Ja, es geht um die Liebe zwischen Elternteil und Kind, aber dieses Buch wird doch auch häufig unter Verliebten verschenkt.

Damals

Bei einem Kind wie Bücherwürmchen bleibt es einem gar nichts anderes übrig, als zu diesem Thema eine riesige Sammlung zu haben – Sachbücher, Ritter Trenk,  Almas geheimer Garten, Griechische Sagen, alles ist dabei:

Später habe ich dann noch Bücher von damals  hinzugefügt, also Bücher, die schon seit Ewigkeiten (von meinen Eltern) im Bücherregal stehen:

Phantastisches

Hier gab es von mir zum einen „Die Gorgel“ und „Die Wichtelreise“ und zum anderen das Buch zur Wichteltür:

Gereimt & Gesungen

Ich liebe Bücher mit Kinderliedern und Gedichten. An solchen Büchern kann ich kaum vorbei gehen und so musste ich auch zu diesem Thema mehrere Bilder posten…

Ich und Du

Hier fand ich das geniale Buch „Ich groß – du klein“ absolut treffend:

Draußen

Eine kleine Sammlung verschiedener Bücher, die etwas mit der Natur zu tun haben – von Wimmelbuch bis Naturführer ist hier alles dabei:

Klassiker

Zu diesem Thema gibt es natürlich auch unzählige tolle Bücher. Ich habe mich für eine Reihe entschieden, die hier lange Zeit sehr, sehr beliebt war:

Bettbegleiter

Wir lesen abends lauter verschiedene Bücher, aber wir haben dennoch einige Bücher, die sich mit dem Thema direkt beschäftigen:

Vielfalt

Bücherwürmchen hat später noch ein Bild von dem Wimmelbuch der Weltreligionen gefordert, aber diese Bücher sind mir als erstes eingefallen:

Verkehr

Selbst zu diesem Thema habe ich letztendlich einiges gefunden:

Ritter & Prinzessinnen

Ja, Ritter sind hier sehr beliebt, aber von Prinzessinnen haben wir zumindest ein paar Pixibücher:

Mutig

Ängste können überwunden werden:

Heldinnen

Klar, bei Heldinnen fällt einem als erstes Pippi Langstrumpf oder eine der anderen weiblichen Hauptfiguren von Astrid Lindgren ein. Die sind bei mir zum Teil hier natürlich auch vertreten, aber ich habe noch ein paar andere Heldinnen dazu gestellt:

Dann habe ich bei einem anderen Teilnehmer ein Bild zu Astrid Lindgren gesehen und da musste ich einfach noch ein weiteres Bild machen, denn klar, Astrid Lindgren ist meine Heldin in der Kinderbuchwelt:

Kriminalistik

Hier bot sich mein Bild vom Detektivtag geradezu an:

Große Fragen

Für Kinder sind verschiedene Fragen wichtig, u.a. auch, wann endlich der Geburtstag ist. Und „Warum?“ ist natürlich ganz besonders beliebt. Ich habe aber auch philosophische Bücher dabei und Bücherwürmchen hat „Frederick“ dazugestellt, weil die anderen Mäuse ihn ja immer etwas fragen:

Pappe

Wir haben ganz viele Pappbilderbücher. Und auch ganz viele tolle Pappbilderbücher. Ich habe versucht viele verschiedene vorzustellen, aber hinterher habe ich gemerkt, dass z.B. gar kein Buch mit Fühlelementen oder Geräuschen dabei ist…

Außerirdisch

In diesem Bereich sind wir noch nicht so gut ausgestattet. Die vielen Bilder anderer Teilnehmer vom kleinen Prinzen haben mich dann noch dazu gebracht, das Sternenglöckchen noch zu zeigen.

Wissen

Als Hintergrund habe ich unserer Wieso? Weshalb? Warum?-Bücher genommen und dann habe ich einfach ein paar Bücher zu verschiedenen Wissensthemen dazugestellt: Musik, die Welt, Kunst, Rekorde…

Freunde

Viele schöne Freundegeschichten:

Heimat

Heimat – gar nicht so leicht zu definieren. Ich habe mich dafür entschieden, dass meine Heimat mein Zuhause auf der Welt in Deutschland ist, einem Dorf in der Eifel südlich von Aachen:

Alltagshelden

Für mich gehört dazu auf jeden Fall die Feuerwehr und die Post:

Große Gefühle

Schöne und nicht so schöne Gefühle, Liebe und Wut, Liebe zwischen Eltern und Kind:

Herzensbücher

Ja, ein Bild von meinen Herzensbüchern habe ich natürlich auch gezeigt, aber das zeige ich euch jetzt hier nicht, denn dazu möchte ich gerne einen Extra-Beitrag schreiben… Der kommt dann aber auch ganz bald. Versprochen!

 

Opa Mammut erzählt

Kurz und knapp, humorvoll und als launige Erzählung, so wurde einem die Weltgeschichte bisher selten nahe gebracht. Dem Buch „Opa Mammut – Eine Familien- Weltgeschichte“ ist dies aber überaus gut gelungen und zwar so, dass die ganze Familie Spaß an diesem Buch hat und gemeinsam etwas lernen kann und vielleicht dieses Buch sogar zum Anlass nimmt, weiter in Büchern und im Internet nach Informationen zur Weltgeschichte zu suchen.

Opa Mammuts Familiengeschichte

Opa Mammut, der UrUrUrUrUr…Opa, sitzt am Feuer und erzählt, was seine Nachkommen über viele tausend Jahre erlebt haben. Es geht los mit dem Leben in der Höhle, über 10000 Jahre später staunt er über die sesshaft gewordenen Menschen und die damit einhergehenden Fortschritte der Menschheit, die sich so nach und nach ergaben. Errungenschaften wie die Räder kommen bei Opa Mammut ebenso zur Sprache wie Seuchen wie die Pest oder der Dreißigjährige Krieg. Opa Mammut erzählt bis zur Gegenwart. Dabei quatscht er munter drauf los. Der Text kommt locker und humorvoll herüber. Man hat richtig das Gefühl, dass hier jemand sitzt, der einem mündlich etwas aus dem Leben erzählt. Es wird gestaunt, gelobt und auch geschimpft. Nicht alles in der Geschichte der Menschen ist eben löblich und das erkennt Opa Mammut natürlich. Der erzählfreudige Opa schafft es auf 120 Seiten die Weltgeschichte zu erzählen. Es kann dabei selbstverständlich nicht all zu tief gehen, aber viele wichtige Etappen und Ereignisse werden angesprochen. Man bekommt eine gute Vorstellung von der Vielfalt des Lebens und davon, wie sich das menschliche Leben verändert und entwickelt hat.

Die Weltgeschichte wird hier als große Familiengeschichte dargestellt. Eine Generation folgt auf die nächste und trifft immer wieder auf Veränderungen.

Keine Nennung großer Namen

Ich bin mir noch nicht so ganz sicher, wie ich es finde, dass die Namen von historischen Persönlichkeiten nicht genannt werden, auch wenn an einigen Stellen ganz klar bestimmte Personen gemeint sind. Selbst von Jesus wird nur als „kleiner Junge“, der in Betlehem geboren wird, gesprochen.

Vielleicht reicht es als Überblick über die Entwicklung von der Altsteinzeit bis in die Zukunft, wenn man eine grobe Sicht der Dinge bekommt, wenn man also erfährt, wie sich die Welt so nach und nach in verschiedene Richtungen entwickelt hat. Die Persönlichkeiten selbst treten in den Hintergrund, die Errungenschaften und Fortschritte, aber auch die Probleme des Zusammenlebens, treten in den Vordergrund.

Als erwachsener Leser wird man beim Lesen an bestimmte Persönlichkeiten erinnert, aber manchmal reicht das eigene Halbwissen nicht, um auf den Namen der jeweiligen Person zu kommen oder man kann sich nicht mehr so richtig an die historischen Zusammenhänge erinnern, so dass man mit der kurzen Darstellung in diesem Buch hadert. Andererseits regt das Buch dazu an, sich an anderer Stelle schlau zu machen, zu recherchieren, Geschichten auf den Grund zu gehen und vielleicht sogar gemeinsam mit dem Kind weiter in die Weltgeschichte einzutauchen. Das kann natürlich auch äußerst spannend sein.

Kunstvolle Illustrationen

Das Buch enthält aber nicht nur einen lesenswerten Text, sondern es überzeugt auch durch die tollen Illustrationen. Diese sind es, die einem sofort nach dem Buch greifen lassen. Mindestens auf jeder zweiten Seite befindet sich ein ganzseitiges Bild. Auf diesen Bildern sieht man immer genau, worum es geht, so dass man auch beim bloßen Betrachten der Bilder die Veränderungen von Generation zu Generation und die wichtigen Stationen der Weltgeschichte gut erkennen kann. Die Bilder sind toll mit vielen kleinen Strichen gezeichnet. Sie passen einfach genau in dieses Buch und wirken wie aus der Vergangenheit entsprungen.

Der Verlag gibt ein Lesesalter ab 10 Jahren aus. Meines Erachtens kann man dieses Buch aber auch schon mit jüngeren Kindern lesen, wobei dann natürlich die Begleitung eines Erwachsenen erforderlich ist, um alles richtig einordnen zu können.

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Opa Mammut – Eine Familien-Weltgeschichte für Kinder von Dieter Böge und Bernd Mölck-Tassel, Jacoby & Stuart Verlag, ISBN: 978-3-946593-07-2, 19,95€

 

Eichhörnchen-Abenteuer

Bücherwürmchen ist nun 5 ½ Jahre alt. Bilderbücher finden wir immer noch toll, aber wir lesen nun auch immer häufiger Kinderbücher. Bücherwürmchen lauscht dabei immer ganz gespannt und wir lesen immer wieder Kinderbücher, die eigentlich für etwas ältere Kinder sind. Ich bin mir häufig nicht so ganz sicher, ob sie tatsächlich schon etwas für Bücherwürmchen sind, da es in solchen Büchern natürlich auch immer wieder Stellen gibt, die er noch nicht ganz verstehen kann, oder Witze und Anspielungen an seinem Vorschulhumor vorbei gehen.

Vor einiger Zeit haben wir „Die Nussknacker-Bande“ gelesen, ein Buch, welches laut Verlag für Kinder ab neun Jahren ist, was sicherlich u.a. daran liegt, dass man auch Ironie verstehen muss. Und tatsächlich hatte ich beim Vorlesen ab und zu das Gefühl, dass Bücherwürmchen sich ein bisschen langweilt, aber im Nachhinein habe ich festgestellt, dass er erstens eine ganze Menge aus dem Buch mitgenommen hat und dass ihn das Buch übers Lesen hinaus beschäftigt hat. Zwischendurch sprach er sogar von der Nussknackerbande als seinem aktuellen Lieblingsbuch.

Worum geht es in „Die Nussknacker-Bande“?

Die „Nussknacker“ sind natürlich Eichhörnchen. Als erstes lernen wir die Eichhörnchen mit grauem Fell kennen, Jip, Jed, Tschk Tschk und Chai und einige andere. Direkt wird es spannend, denn Jed wird von einem Habicht geschnappt und davon getragen, doch Tschk Tschk sieht, wie Jed in einiger Entfernung dem Habicht aus den Klauen fällt. Chai kann nicht glauben, dass sein Freund dem Habicht entkommen sein soll, aber dennoch macht er sich mit Tschk Tschk auf der Suche nach Jed. Ihr Weg führt sie immer an den „Summpfaden“ (Stromleitungen) entlang. Sowohl Jed als auch später Tschk Tschk und Chai treffen auf andere Eichhörnchen, Eichhörnchen  mit rotem Fell. Eine spannende Begegnung. Aber da ist noch etwas anderes, ein lautes Dröhnen, was niemand einzuordnen weiß. Später sehen sie dann die Männer mit den Motorsägen, die die Bäume entlang der Summpfade abholzen. Die Eichhörnchen bekommen Angst um ihr zu Hause. Was sollen sie nur tun? Wie können sie ihre Familie warnen und in Sicherheit bringen? Die Eichhörnchen müssen sich etwas einfallen lassen und Chai müssen sie auch noch wiederfinden, denn dieser ging verloren, als die armen Eichhörnchen mitten in die Abholzarbeiten gerieten…

Gar nicht so einfach vorzulesen…

Mein Mann fluchte über die Namen der Eichhörnchen. Er fand sie zum Vorlesen überhaupt nicht geeignet. Ich hingegen fand sie eigentlich ganz witzig und irgendwie passen sie zu keckernden Eichhörnchen. Allerdings muss ich zugeben, dass ich am Ende bei den ähnlich klingenden Namen gar nicht mehr so richtig wusste, wer eigentlich wer war, denn im Laufe der Geschichte kommen immer mehr Eichhörnchen hinzu. Auch Bücherwürmchen fragte manchmal nach, um wen genau es sich gerade handeln würde und nicht immer konnte ich ihm eine richtige Antwort geben.

In dem Buch passieren einige Abenteuer, aber alles ist trotzdem eher ruhig aufgeschrieben. Gerade am Anfang hatte man ein wenig das Gefühl, dass es nicht so recht vorwärts ging und irgendwie fehlte einem eine klar definierte „ Bande“. Unter dem Titel hatten wir uns zunächst etwas anderes vorgestellt. Daher auch meine Sorge, dass Bücherwürmchen sich langweilen könnte. Aber je weiter man in die Geschichte hineinkam, desto mehr wollte man auch wissen, wie es den Eichhörnchen ergehen würde.

Bücherwürmchen fand das Spiel „Seid wie Wasser“, bei dem sich die Eichhörnchen schlaff zu Boden fallen lassen, witzig. Das wollte er gerne nachspielen. Außerdem machen wir uns bei Autofahrten oder Spaziergängen nun immer auf die Summpfade aufmerksam.

Der besondere Pfiff fehlt diesem Buch leider. Ich hatte mir nach dem ersten Blick auf das Thema ein wenig mehr erwartet, aber Bücherwürmchen mag das Buch und es hat uns gut gefallen, dass die Freunde so gut zusammenhalten. Außerdem finde ich es gut, dass man in dem Buch eine Erklärung dafür tut, warum die Menschen die Bäume entlang der Stromleitungen fällen, auch wenn die Eichhörnchen um ihr Zuhause bangen müssen.

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Die Nussknacker-Bande von Lynne Rae Perkins, illustriert von Philip Wachter, übersetzt von Sigrid Ruschmeier, Aladin Verlag, ISBN: 978-3-8489-2081-5, 11,95€

Wenn Frieden der sehnlichste Weihnachtswunsch ist

In der Regel stelle ich auf meinem Blog Bücher vor, die für Kinder bis zu sechs Jahren geeignet sind, so dass ich sie meist gemeinsam mit meinen Kindern gelesen habe. Heute möchte ich euch aber ein Buch ans Herz legen, welches für Kinder im Grundschulalter ist: „Was wir uns wünschen“. Es ist einfach ein Buch, welches einen berührt und welches viele wichtige Themen beinhaltet. Ja, es ist eine Geschichte, die zur Weihnachtszeit spielt und da spielen Wünsche natürlich immer eine große Rolle, doch in diesem Buch geht es neben Wünschen wie Schlittschuhe oder eine Mundharmonika um die wirklich wichtigen und existenziellen Wünsche, denn Fred ist zu einer Zeit Kind, in der „dieser Idiot mit dem kleinen schwarzen Schnurrbart“ die Welt ins Chaos stürzt. Fred lebt zwar in Schweden, aber der Vater muss trotzdem in den Norden um die Grenze zu bewachen. Da ist es nur verständlich, dass sich Fred nichts sehnlicher wünscht, als dass Frieden herrscht und sein Vater Weihnachten bei ihnen verbringen könnte. Und als Leser spürt man wie schrecklich so ein Krieg ist, selbst wenn er nicht direkt vor der eigenen Haustür stattfindet. Viel zu viele Kinder müssen unter den Folgen und Auswirkungen leiden.

Fred hat aber noch andere Wünsche, denn natürlich ist er auch in dieser unschönen Zeit, in der Kinder sich ohne große Hoffnung wünschen müssen, dass der Vater Weihnachten bei ihnen ist und sie nur in Gedanken mit ihnen sprechen können, ein ganz normales Kind. Er geht zur Schule, hat einen besten Freund, macht ab und zu (mutigen) Unfug (auf den seine Eltern stolz sein können) und er schwärmt heimlich für ein Mädchen aus seiner Klasse. Und so wünscht er sich, dass er Elsa zeigen kann, was er für sie empfindet, ohne dass es blöd ankommt.

Dieses Buch hat jede Menge Charme. Es lässt sich gut lesen und man wird von Fred direkt in den Bann seiner Geschichte gezogen, so dass man liest und liest und liest und dabei hofft, dass alles irgendwie gut ausgeht und Weihnachten vielleicht ein kleines Wunder geschieht. Verschiedene Emotionen werden durch dieses Buch angesprochen. Die Umstände, in denen die Geschichte spielt, bedrücken einen, aber der Stolz der Mutter über ihren Sohn wärmt auch das eigene Herz. Kleinere Wunder und Freuden wie ein paar Tropfen Parfum erhellen die Geschichte und das Gemüt. Es bleibt keine dunkle und düstere Geschichte und das macht Mut. Weihnachten kommt in diesem Buch an.

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Was wir uns wünschen von Ulf Stark, illustriert von Lina Bodén, übersetzt von Birgitta Kicherer, Urachhaus, ISBN: 978-3-8251-7984-7, 12,90€

 

Taschenbücher für Erstleser (Teil 2)

Wie bereits angekündigt, geht es heute mit zwei Büchern aus der Clubreihe für Erstleser des Obelisk-Verlags weiter. Ich beginne heute mit „Bunte und Frieder“, von dem ich direkt sagten kann, dass es mir gut gefällt. Die Geschichte ist toll gemacht, denn sie ist so spannend und offen, dass man einfach immer weiter lesen muss. Allein den Anfang kann man nicht einfach so stehen lassen: „Keiner wusste warum. Bunte schon gar nicht.“ Worum geht es hier? Wer ist Bunte? Was ist passiert? Also weiterlesen! Auch auf der nächsten Seite gibt es noch keine Auflösung, sondern es wird nur erzählt, wie alles begann. Also weiterlesen! Nun sagt Bunte, dass sie nicht krank sei, sondern sich freut, aber was eigentlich passiert ist, weiß man immer noch nicht. Also weiterlesen! Ah, darum geht es: Bunte, ein Kaninchen, ist auf einmal rot, rot wie eine Hagebutte. Ui, das klingt aber merkwürdig. Wie es ihr mit dieser Fellfarbe wohl ergeht? Also weiterlesen! Sie bekommt selbst einen Schrecken und wird weiß, bei Trauer blau, bei Ärger gelb usw. Immer wieder wechselt sie die Farben und wächst währenddessen zu einer Kaninchen-Dame heran. Auf einmal wird sie von den Kaninchenmännern umschwärmt, was den anderen Frauen natürlich nicht gefällt, so dass sie sich etwas überlegen… (Okay, dass Bunte eine Frau wird und sich die Männer für sie interessieren, ist schon ein wenig merkwürdig in einem Kinderbuch und hat mich auch beim ersten Lesen etwas irritiert, aber später rückte es dann in den Hintergrund.)

Es bleibt also spannend rund um Bunte und für den Leser heißt dies weiterlesen und lesen. Und warum heißt das Buch „Bunte und Frieder“? Auch das erfährt man, wenn man immer weiter liest. Ja, diese Geschichte gefällt mir. Sie lässt sich gut lesen, allerdings werden Leseanfänger sie vielleicht nicht direkt an einem Stück schaffen. Die bunten Bilder illustrieren die Geschichte schön. Sie zeigen ohne ablenkende Details die Kaninchen und natürlich vor allem Bunte.

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Das letzte Buch, welches ich vorstellen möchte, ist für Leserinnen ab der zweiten Schulstufe: „Das Orakel – Ein Kumpel kommt selten allein“. Auch wenn es hier überall bunte Illustrationen gibt, (die übrigens klasse sind), dominiert hier so langsam der Text, welcher bereits in acht Kapitel eingeteilt ist. Auf diese Weise können Kinder beim Lesen gut eine Pause einlegen, bevor sie sich an den nächsten Absatz heranwagen. Der Text an sich lässt sich prima lesen. Er erzählt die Geschichte in einem flüssigen und angenehmen Ton. Richtig toll ist aber auch die Geschichte selbst. Sie macht Spaß und sie ist gleichzeitig witzig als auch herzlich.

Der Bär macht sich auf die Suche nach einem besten Freund, aber wo findet man einen solchen? Die Eule kann ihm nicht weiterhelfen. Schließlich ist sie kein Orakel. „Orakel“ – davon hat der Bär noch nichts gehört, aber wenn einem dieses die entscheidende Antwort geben kann, dann möchte er es gerne aufsuchen. Auf dem Weg dorthin trifft er auf den Pfau, der ebenfalls einen Freund sucht. Nein, die beiden werden natürlich nicht direkt die besten Freunde, denn sie sind sich nicht gerade sympathisch. Auf der einen Seite der Bär – groß, schwer, etwas tollpatschig und aus Sicht des Pfaus etwas begriffsstutzig, und auf der anderen Seite der Pfau – elegant, hübsch, klein und aus Sicht des Bären eher eingebildet. Sie wollen nicht länger zusammenbleiben als notwendig, doch das Orakel sagt ihnen, dass sie sich gemeinsam auf Freundesuche begeben sollen. Ja, wir ahnen natürlich wie dies ausgehen wird, aber es macht dennoch Spaß diese Geschichte der Freundschaft, die sich langsam und von den Figuren unbemerkt anbahnt, zu lesen.

Ein ganz tolles Buch für Leseanfänger und alle anderen, die gerne eine Geschichte über das wertvolle Gut Freundschaft hören.

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Wie sieht nun mein Fazit zu der Reihe aus? Ganz einfach: Hier gibt es wirklich anspruchsvolle, gute Literatur für Leseanfänger. Nicht jede Geschichte ist dabei Top und nicht jede Geschichte wird jedem gefallen, was bei vielen unterschiedlichen Geschmäckern ja auch gar nicht möglich ist, aber das Konzept der Reihe (pfiffige, witzige und interessante Geschichten illustriert mit bunten Bildern) kann auf jeden Fall überzeugen.

 

Bunte und Frieder von Christine Rettl und Maria Blazejovski, Obelsik Verlag, ISBN: 9783851976915, 5,50€

Das Orakel – Ein Kumpel kommt selten allein von Chantal Schreiber und Susanne Wechdorn, Obelisk Verlag, ISBN: 9783851976922, 5,50€

Valentinstag mit Franz

Der Franz liebt viele Menschen“ und ich liebe den Franz, naja, oder besser gesagt die Bücher über Franz von Christine Nöstlinger.

Bei meinen Eltern wurde die Gemeindebücherei aufgelöst, in der ich als Kind auch häufig war. Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, einigen Büchern aus der Bücherei ein neues zu Hause zu geben. Unter anderem nahm ich einen ganzen Stapel „Sonne, Mond und Sterne“-Erstlesebücher mit (mittlerweile heißt diese Reihe bei Oetinger „Büchersterne) und, ihr ahnt es natürlich schon, dabei waren auch einige „Franz-Bücher“. Passend zum Valentinstag möchte ich euch heute „Liebesgeschichten vom Franz“ vorstellen, welches 1991 erschien, aber in neuer Auflage immer noch erhältlich ist.

Ja, der kleine Franz lernt in diesem Buch, dass die Sache mit der Liebe gar nicht so einfach ist. Zunächst bekommt er dies alles anhand der Liebesprobleme seines Bruders mit. Erst interessiert sich Anna-Liese nicht für Josef und als dieser durch Franz‘ Intervention dann doch für sie spannend wird, hat Josef bereits ein anderes Mädchen ins Auge gefasst. Ganz schön kompliziert, die Sache mit der Liebe. Da hält Franz sich zukünftig lieber raus. Er liebt ja sowieso seine Freundin Gabi aus der Wohnung nebenan. Doof nur, dass diese auf einmal eine neue Freundin, Sandra, hat, mit der sie nun ständig spielt. Dass passt Franz gar nicht und er zeigt Gabi die kalte Schulter. Eifersuchtsdramen spielen sich ab, bei denen ehrliche und tiefste Gefühle eine Rolle spielen. Letztendlich klärt sich bei den Kindern aber doch alles recht schnell.

Zu einem späteren Zeitpunkt verliebt sich Franz bei einem Urlaubsaufenthalt bei den Tanten in das Nachbarmädchen Elfe und muss dabei die Erfahrung machen, dass man einerseits nicht vom Äußeren auf das Innere schließen kann und dass man andererseits in Liebesdingen auch ganz schön enttäuscht werden kann.

Das Buch behandelt gleich mehrere Aspekte der Liebe (Verliebtheit, Eifersucht, Enttäuschung, etwas für andere tun…) und nimmt dabei Kinder und ihre Gefühle ernst. Man fühlt mit dem sympathischen Franz mit und zweifelt nie daran, dass Liebe auch ein Thema für Kinder ist. Natürlich gehen sie diese Dinge anders an als Erwachsene, aber dennoch sind die Gefühle und der Wund auf Erwiderung der Zuneigung nicht weniger ernst zu nehmen. Wie gut kann man es nachvollziehen, dass Franz schrecklich leidet, als Gabi ihn auf einmal kaum noch beachtet, da sie nun mit Sandra befreundet ist und auch als er die schlechten Erfahrungen mit Elfe macht, die ihn einfach stehen lässt, möchte man ihn in den Arm nehmen. Dennoch ist es kein trauriges Buch, denn insgesamt sind die Franz-Geschichten einfach sehr erfrischend geschrieben. Franz ist kein großer Held, sondern ein kleiner, lieber Junge, von dem man gerne liest. Es ist eine Welt, in die man sich gerne einfindet. Man kann mit Franz mitfiebern und sich mit ihm identifizieren. Es geht um alltägliche Probleme, um Dinge, die einem selbst bekannt vorkommen und da macht es auch nichts aus, dass das Buch schon älter ist.

Ich habe ja schon oft geschrieben, dass mir viele Erstlesebücher nicht gefallen, da sie inhaltlich nicht sonderlich viel bieten. Aber auch das kann man natürlich nicht so pauschal sagen. Man muss eben nur genau hinschauen. Der Vorteil an der Oetinger-Reihe ist, dass die Bücher von namhaften Autoren stammen (Paul Maar, Astrid Lindgren, Kirsten Boie, Erhard Dietl etc.) und so durchaus jede Menge Lesespaß bieten. Dafür muss man dann eben auch schon ganze Seiten (ohne Bilder) lesen, was aber für Kinder, die Spaß am Lesen und Lust auf Geschichten haben, gut zu bewältigen ist.

Ich habe nun natürlich die alte Ausgabe von „Liebesgeschichten vom Franz“, bei der z.B. in der Schriftart noch nicht das Fibel-a (so wie es eben auch mit der Hand geschrieben wird) benutzt wird, aber ein Blick auf die neuen Cover zeigt mir, dass sich das geändert hat. Die Illustrationen scheinen darüber hinaus mittlerweile farbig zu sein. Sie stammen übrigens von Erhard Dietl, der u.a. die Olchis geschrieben hat.

Alles in allem ist „Liebesgeschichten vom Franz“ ein tolles Buch für Kinder der zweiten und dritten Klasse. Ja, auch heute noch, denn die ersten Erfahrungen mit der Liebe belieben wohl immer die gleichen. Zunächst kam mir zwar die Sprache in dem Buch ein wenig alt vor, aber ich glaube, das liegt auch daran, dass Christine Nöstlinger Österreicherin ist und somit eben Begriffe wie „Buben“ etc. verwendet, die für Menschen in Nordrhein-Westfalen wenig gebräuchlich erscheinen. Auch der Artikel vor jedem Namen ist gewöhnungsbedürftig, andererseits erzeugen gerade diese Eigenarten sofort ein bekanntes „Franz-Buch-Gefühl“.

Nun wünsche ich euch allen einen wunderbaren Valentinstag mit schönen Liebesgeschichten!

Übrigens: In den nächsten Tagen stelle ich euch den Franz noch einmal kurz vor, damit auch jeder weiß, um welche Kinderbuchfigur es hier geht.

9783789124020

Liebesgeschichten vom Franz von Christine Nöstlinger, illustriert von Erhard Dietl, Oetinger Verlag, ISBN: 78-3-7891-2402-0, 7,99€ (Angaben und Bild zur neuen Ausgabe)

Dank Apfelmus: Kleiner Ritter ganz groß

Es gibt eine Sache, die Bücherwürmchen momentan am liebsten spielt: Ritter! Ritter, Ritter und nochmal Ritter! Egal, ob mit Playmobil- oder Legofiguren oder mit eigenem Holzschwert und Schild – ständig möchte er Ritter spielen, selbst in der Badewanne! Kein Wunder also, dass nun auch Ritter-Bücher bei uns einziehen… Die zwei Bücher vom kleinen Ritter Apfelmus, die sich aus diesem Genre als letztes ein kleines Plätzchen in unseren überfüllten Bücherregalen erkämpft haben, sind jedoch noch gar nichts für Bücherwürmchen, sondern eher Bücher für Grundschulkinder. Aber mit solchen Argumenten braucht man bei Bücherwürmchen gar nicht erst anzufangen. Er hat die Bücher entdeckt, also wollte er sie auch vorgelesen bekommen! Warum eigentlich nicht? Zumindest aus dem ersten Buch „ Der kleine Ritter Apfelmus“ habe ich ihm dann ein paar Kapitel vorgelesen und es gefiel ihm! Klar, es geht ja auch um Ritter, genauer gesagt um Raubritter. Naja, ob man hier wirklich von richtigen Raubrittern sprechen kann, ist noch die Frage. Sie fühlen sich jedenfalls als gefährliche Raubritter und der kleine Ritter Apfelmus soll auch einer werden. Allerdings macht ihre schäbige Burg nicht viel her, die Ritter um Rudolf Raubein sind nicht unbedingt die pfiffigsten und der kleine Ritter Apfelmus hat überhaupt kein Interesse daran Raubritter zu werden und bereitet lieber in der Küche leckere Gerichte mit Äpfeln zu. Außerdem spielt der kleine Ritter gerne auf seiner Laute. Zumindest tat er das gerne, bevor sie so schief klang. Woran das nur liegt? Vittorio Maus, Heldentenor aus Italien, hat es sich darin gemütlich gemacht! Die Maus faszinierte Bücherwürmchen fast noch mehr als die Ritter. Vor allem über ihr ausgerufenes „Mamma Mia!“ machte er sich viele Gedanken… Aber letztendlich hat Bücherwürmchen sein Augenmerk durchaus auf die richtigen Figuren gerichtet, denn am Ende sind es der kleine Ritter Apfelmus und sein neuer Freund Vittorio Maus, denen es gelingt den Grimmigen Gunther auszutricksen. Die beiden sind nämlich, im Gegensatz zu den restlichen vier Raubrittern, durchaus pfiffig und so schaffen sie es nicht nur, sich mit dem Bär im Wald anzufreunden (da sieht man mal wie überlebenswichtig Apfelmus sein kann….), sondern auch die Fahne von der Burg Donnerunddoria, auf der der Grimmige Gunther mit seinen Rittern lebt, zu entwenden, so dass am Ende die Kleinsten mal wieder die Größten sind! Ganz nach dem Geschmack der kindlichen Leser!

Das Buch lässt sich sehr gut lesen. Man kann es natürlich seinen Kindern vorlesen, aber durch die Schriftgröße und die geringe Länge der einzelnen Kapitel können es Grundschulkinder im zweiten oder dritten Schuljahr auch schon gut selber lesen. Hinzu kommen auch noch einige schöne Schwarz-Weiß-Illustrationen. Darauf wirken die Raubritter so richtig schön zottelig und ungehobelt, während der kleine Ritter Apfelmus sehr sympathisch herüber kommt. Klasse ist natürlich auch sein T-Shirt mit dem Apfel drauf!

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Im zweiten Buch vom kleinen Ritter Apfelmus („Der kleine Ritter Apfelmus hilft dem Weihnachtsmann„) geht es dann weihnachtlich, aber auch spannend, zu. Der Weihnachtsmann landet im Burghof, eines der Rentiere kann nicht mehr fliegen und dann werden auch noch die Geschenke (von wem wohl?) geklaut. Nun sind der kleine Ritter Apfelmus und sein Freund Vittorio Maus, der zu Besuch auf der Burg ist, gefragt. Können sie dem Weihnachtsmann helfen, damit er doch noch rechtzeitig die Geschenke an alle Kinder verteilen kann? Natürlich haben sie jede Menge Ideen, aber einiges ist mir hier ein wenig zu absurd, z.B. dass das alte Pferd Benno lernt wie der geflügelte Pegasus zu fliegen. Insgesamt geht es mir hier ein wenig zu modern und zu wenig „rittertypisch“ zu. Mich irritiert der Weihnachtsmarkt, der im Burghof stattfinden soll und dass es in der Raubritterpostille, die so schön altmodisch klingt, Fotos gibt. Etwas merkwürdig fand ich auch die Vermischung von Weihnachtsmann und Christkind. Vordergründig ist der Weihnachtsmann hier präsent, aber vom Christkind ist dennoch auch die Rede. Die Verbindung habe ich nicht so ganz verstanden. Vielleicht ist die Idee, beide Weihnachtsboten hier einzubringen, aber gar nicht so schlecht. So wird wenigstens keinem Kind der weihnachtliche Glaube genommen.

Wenn man meinen Text über das zweite Buch so liest, könnte man meinen, dass das zweite Buch eher schlecht sei. Das ist es aber nun gewiss nicht! Der Text lässt sich ebenfalls gut lesen und es gibt wieder Illustrationen im gleichen Stil wie im ersten Buch. Besonders schön ist es auch, dass man alle Charaktere hier wieder trifft. Rudolf Raubein und seine Ritter sind natürlich dabei, aber auch der Grimmige Gunther treibt wieder sein Unwesen. Die Episoden über den Geschenkediebstahl und der Flucht im Wald haben mir besonders gut gefallen. Hier treffen wir auch unseren alten Freund den Bär wieder. Sehr schön!

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Insgesamt finde ich den kleinen Ritter Apfelmus sehr sympathisch. Die Geschichten sind humorvoll und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Grundschulkinder bei diesen Büchern jede Menge zu lachen haben. Sie werden sich über die Ideen und Einfälle des kleinen Ritters sehr freuen und ihn gespannt bei seinen Abenteuern begleiten. Und vor allem ist es schön, dass sie diese Bücher auch schon so gut alleine lesen können und es sie sehr günstig zu erwerben gibt. Da kann man einer angehenden Leseratte gut mal eine Freude machen.

Wenn Bücherwürmchen mal ein, zwei Jahre älter ist, werde ich ihm die Bücher auch noch mal komplett vorlesen. Dann wird er auch alles gut verstehen können. Bis dahin kann er die Szenen, die ihn jetzt schon beeindruckt haben, noch ein wenig nachspielen. Dem Bär sind wir jedenfalls bei unserem Ritterspiel nun schon einige Male begegnet…

Übrigens gibt es zu dem ersten Buch auch ein passendes Schülerheft, so dass sich das Buch auch als Schullektüre anbieten würde.

 

Der kleine Ritter Apfelmus von Stefan Schwinn, Edition Zweihorn, ISBN: 978-3935265584, 5,95 €

Der kleine Ritter Apfelmus hilft dem Weihnachtsmann von Stefan Schwinn, Edition Zweihorn, ISBN: 978-3943199222, 5,95

Eine Übersicht zu weiteren in diesem Blog vorgestellten Weihnachtsbüchern gibt es hier.